Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung derHobbyjagd

 

Auf dieser Seite informieren wir Sie über aktuelle Aktionen und Vorfälle im Großraum PAF/Ingolstadt/Neuburg, außerdem erhalten Sie Infos über aktuelle Petitionen und Veranstaltungen 

Nachdem immer wieder Anfragen über die Rechtmäßigkeit von Wildtierfütterungen bei uns eingegangen sind, haben wir uns an das zuständige Ministerium gewandt, um die rechtliche Lage zu klären. Vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erhielten wir dazu folgende Antwort:

"Wie von Ihnen angesprochen ist zwischen der Fütterung von Wild und dem Betreiben von Kirrungen zu unterscheiden. Unter Fütterungen sind Stellen zu verstehen, an denen Futtergaben ausgebracht werden mit dem Zweck, dem Wild Nahrung zu bieten. An diesen Stellen wird nicht gejagt.

Dabei dürfen keine Futtermittel ausgebracht werden, die nach Zusammensetzung, Qualität oder Menge den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen der jeweiligen Wildart nicht entsprechen. Das Füttern von Schalenwild ist darüber hinaus nur in der Notzeit erlaubt, anderenfalls liegt eine missbräuchliche Wildfütterung  vor. Diese und weitere Regelungen zur Fütterung finden sich in Art. 43 des Bayerischen Jagdgesetzes sowie in § 23a der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Jagdgesetz.

Kirrungen dagegen sind bestimmte Stellen, an die das Wild mit geringen Futtergaben zum Zweck der leichteren Erlegbarkeit gelockt wird. Die Richtlinien für die Hege und Bejagung des Schalenwildes in Bayern enthalten Vorschriften über die Kirrung bei der Schwarzwildbejagung. 

Danach ist die Kirrung auf den geringst möglichen Umfang zu beschränken. Ausreichend ist ein Kirrplatz je 100 ha Revierfläche, beschickt mit ca. 1 kg artgerechtem Kirrmaterial wie Getreide einschließlich Mais und Waldfrüchte. Im Feld soll grundsätzlich keine Kirrung bis zum Abernten erfolgen.

Die genannten Vorschriften finden Sie auf der Seite http://www.wildtierportal.bayern.de/jagd/094822/index.php unter "Rechtliche Grundlagen"..."

 

 

Die folgenden drei Fotos wurden an der gleichen Stelle aufgenommen (in einem Waldstück bei Geisenfeld). Da sich direkt neben der Fütterungsstelle ein Hochsitz befand, ist davon auszugehen, dass es sich wohl um eine Kirrung handeln muss. Ob sich die ausgebrachte Futtermenge (und auch deren Zusammensetzung) mit den oben aufgeführten Vorschriften in Einklang bringen lässt, darf angezweifelt werden.

Rund um den oben abgebildeten Futtertrog waren jede Menge Rüben zu finden. Die empfohlene Höchstmenge von 1 kg Kirrmaterial wurde auf jede Fall weit überschritten. Im Zweifelsfall sollten Sie solche Fütterungsstellen bei der zuständigen Behörde melden. 

 

 

Da in letzter Zeit vermehrt Autos mit dem Aufkleber "Jagdschutz" zu sehen sind, haben wir ebenfalls beim zuständigen Ministerium nachgefragt, was es mit diese Aufklebern auf sich hat und wozu die Inhaber einer solchen Plakette berechtigt sind. Hier die Antwort:

 

"...Sie erkundigen sich außerdem nach den Rechten von Personen, die die Plakette "Jagdschutz" in ihrem Auto angebracht haben. Plaketten mit dieser Aufschrift sind jedoch frei verkäuflich. Daher ist allein aufgrund der Plakette nicht ohne weiteres zu erkennen, mit welchen Rechten die Person ausgestattet ist..."

 

 

April 2019

Fuchsjagd: Offener Brief an den Deutschen Jagdverband 

Wildtierschutz Deutschland hat gemeinsam mit der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht, dem Aktionsbündnis Fuchs und weiteren Tierschutzorganisationen einen offenen Brief zur Fuchsjagd an den Deutschen Jagdverband (DJV) gerichtet.

Anlass waren die alljährlich im Januar und Februar stattfindenden so genannten Fuchswochen, bei denen regelmäßig während der Paarungszeit große Teile der Jagdstrecke gemacht werden. Die Fuchsjagd während dieser Zeit des Jahres wird von Tierschützern besonders kritisch gesehen:  Einerseits werden dabei Fuchsrüden erschossen, die als künftige Elterntiere für das Überleben des Nachwuchses erforderlich sind. Andererseits kommen bereits im Februar die ersten Fuchswelpen zur Welt, die nach dem Tod ihrer Eltern verhungern müssen.

Wir wollen vom DJV erfahren, wie der Verband das Thema Weidgerechtigkeit seit seiner im Jahr 2000 aufgeschriebenen „Grundsätze zur Weidgerechtigkeit“ insbesondere im Hinblick auf die Fuchsjagd weiterentwickelt hat und mit ihm eine öffentliche Diskussion dazu führen. Wir hinterfragen den Sinn der Fuchsjagd und stellen die Frage nach der Gewährleistung des Schutzes der zur Aufzucht von Jungtieren erforderlichen Elterntiere. Uns interessiert, wie die Jägerschaft zu Themen wie der seit langem wissenschaftlich belegten Selbstregulierung von Fuchsbeständen oder zur Jagd als “Schädlingsbekämpfung“ steht.

Während in Deutschland jedes Jahr noch weit über 400.000 Füchse erschossen werden, geht das Fuchsjagdverbot im benachbarten Luxemburg in das fünfte Jagdjahr. Die Behörden haben dort weder eine Zunahme der Zahl der Füchse festgestellt, noch eine Zunahme von Krankheiten. Im Gegenteil, die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm ist seit dem Jagdverbot sogar signifikant rückläufig. 

Hier der Link zum Brief:

www.djgt.de/system/files/242/original/190424_Offener_Brief_an_den_DJV_endgültig.pdf

März 2019

 

Mit diesem Schild wird im Raum Geisenfeld während der Brut- und Setzzeit direkt neben einem beliebten Spazierweg vor Fallen gewarnt. Genauere Informationen finden Sie auf der Seite "So reagieren die Behörden". 

 

Hinweise auf weitere Schilder, bzw. Fallen nehmen wir gerne entgegen.

 

Mittlerweile wurde uns ein weiteres Schild gleich hinter Holzleiten gemeldet. Wir haben uns die Stelle angesehen. Hier befindet sich das nächste Wohngebiet gleich auf der anderen Straßenseite. Als wir uns die Stelle angessehen haben, konnten wir auch zwei Dorfkatzen im "Sperrgebiet" entdecken. Wir haben mittlerweile neben der Unteren Jagdbehörde auch die Stadt Geisenfeld und den Tierschutzverein Pfaffenhofen informiert. Außerdem wird inzwischen in den sozialen Netzwerken wohl ebenfalls vor den Fallen gewarnt. 

Über die weitere Entwicklung halten wir Sie auf dem Laufenden.

 

11. April 2019: Nachdem die Obere Jagdbehörde eingeschaltet wurde, wurden die Schilder nach Angabe der Behörde wohl gestern Abend (10.April) durch den Revierpächter entfernt. Ob in den betroffenen Gebieten Fallen vorhanden waren oder die Schilder nur aufgestellt wurden, um unliebsame Spaziergänger (vor allem solche mit Hunden) abzuschrecken, kann letztendlich nicht mehr geklärt werden. Angeblich hat der Revierpächter "vergessen", die Schilder rechtzeitig zum Beginn der Brut- und Setzzeit abzumontieren. Das Foto oben wurde Mitte März aufgenommen. Das zweite Warnschild, welches nur ein paar Meter neben dem fotografierten Schild aufgestellt wurde, war zum Zeitpunkt der Aufnahme noch gar nicht vorhanden....

Bedanken möchten wir uns außerdem beim Bund Naturschutz/Pfaffenhofen und beim Bürgermeister der Stadt Geisenfeld, die ebenfalls in der Sache tätig geworden sind. Warum ausgerechnet der Tierschutzverein Pfaffenhofen hier offensichtlich keinen Handlungsbedarf sah, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. 

 

Die Reaktionen aus der Bevölkerung haben uns auch gezeigt, dass viele Menschen die Fallenjagd grundsätzlich ablehnen, vielen war gar nicht bewusst, dass immer noch mit Fallen gejagt werden darf. Dass durch die Warnschilder so viele Menschen für das Thema "Fallenjagd" sensiblisiert werden konnten, werten wir durchauch positiv.

 

 

 

Diese Fotos wurden bei einem Spaziergang aufgenommen. Was passieren kann, wenn Sie solche Funde bei den Behörden melden, können Sie auf den Seiten "Reaktionen" und "So reagieren die Behörden" lesen.

Pressemitteilung Aktionsbündnis Fuchs vom 11.2.2019

Aktuell: Luxemburg verlängert abermals das Fuchsjagdverbot

uf Anfrage des Aktionsbündnisses Fuchs teilte ein Vertreter aus dem 

Auf Anfrage des Aktionsbündnisses Fuchs teilte ein Vertreter aus dem Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung für die Regierung des Großherzogtums Luxemburg mit, dass "die Regierung einen Verordnungsentwurf betreffend die Jagdsaisons 2019 und 2020 sowie die jagdbaren Tiere angenommen hat. Der Verordnungsentwurf ist derzeit zur Stellungnahme beim Staatsrat (Conseil d`Etat) und soll vor dem 1.April dieses Jahres in Kraft treten. Im Verordnungsentwurf ist der Fuchs weiterhin nicht als jagdbare Art aufgeführt. Demnach wird das Fuchsfangverbot in Luxemburg erneut von der Regierung bestätigt und weitergeführt.

 

Keine Fuchsjagd? Kein Problem!

Die Schreckensszenarien ausufernder Fuchsbestände oder der Ausbreitung von Wildkrankheiten, welche der Jagdverband FSHCL prognostiziert hatte, sind natürlich nicht eingetreten. Seit Einführung des Fuchsjagdverbotes hatten sich die Jagdbefürworter mit fadenscheinigen Argumenten sowie massiver Lobby- und Pressearbeit gegen die Schonung der nützlichen Beutegreifer ausgesprochen – zum Glück ohne Erfolg, denn das Fuchsjagdverbot ist eine wahre Erfolgsgeschichte: Natur- und Forstverwaltung haben keine Probleme durch das Fuchsjagdverbot festgestellt; es gibt keine Indizien für eine Zunahme der Fuchspopulation, und die Befallsrate der Füchse mit dem Fuchsbandwurm hat sich seit dem Jagdverbot eher verringert als erhöht. War sie erst im Jahr 2014 bei anhaltender Bejagung auf 39,7% gestiegen, so lag sie 2017 nur noch bei 24,6%. Auch vor dem Verwaltungsgericht war die Luxemburger Jägerföderation FSHCL mit ihrem Ansinnen, das Jagdverbot gerichtlich zu kippen, kläglich gescheitert. Es gibt ganz offenkundig keine stichhaltigen Argumente, die für die Fuchsjagd und somit für ein Ende des Fuchsjagdverbots sprechen.

 

Das fünfte Jahr Fuchsjagdverbot in Luxemburg

… beweist erneut, wie unnötig das massenhafte und grausame Töten dieser ebenso nützlichen wie schönen Beutegreifer tatsächlich ist. Seit 2015 ist in Luxemburg die Jagd auf Füchse inzwischen verboten. Die Grünen (Dei Greng) hatten – ebenso wie Herr Claude Turmes, Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, persönlich – bereits vor den Wahlen im Oktober 2018 angekündigt, ohne Wenn und Aber am Fuchsjagdverbot festzuhalten und sich für eine Verlängerung einzusetzen, denn: Die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie die bisherigen Erfahrungen in Luxemburg sprächen klar für die Beibehaltung des Fuchsjagdverbots.

Nach dem Wahlerfolg führt die Regierung die Erfolgsgeschichte des Fuchsjagdverbots nun fort und bleibt damit auf ihremrichtungsweisenden Kurs, dem sich endlich auch Deutschland und andere Länder anschließen sollte1.)

 

 

 

Pressemitteilung Aktionsbündnis Fuchs vom 16.01.2019

Aktionsbündnis Fuchs: Deutsche Tier- und Naturschutzorganisationen prangern grausame Fuchswochen an

 

Im Januar und Februar haben Füchse noch mehr als sonst unter Nachstellungen zu leiden: Ausgerechnet zur Paarungszeit werden sie im Rahmen sogenannter Fuchswochen vielerorts besonders rücksichtslos verfolgt. Mehr als sechzig Organisationen und Initiativen aus dem Natur- und Tierschutzbereich fordern, Luxemburgs Vorbild zu folgen und die ebenso grausame wie sinnlose Fuchsjagd einzustellen.

 

Fuchswochen sind mehrere Jagdreviere übergreifende Veranstaltungen, bei denen mit allen zur Verfügung stehenden Jagdmethoden Hatz auf Füchse gemacht wird. Am Ende einer solchen Tötungsaktion liegen bisweilen mehrere Dutzend Füchse „auf der Strecke“ – viele von ihnen schlimm zugerichtet, mit zerschossenen Kiefern und Läufen oder heraushängenden Eingeweiden.

 

Qualvoller Tod ganzer Fuchsfamilien

Diese intensive Bejagung erfolgt gerade in einer Zeit, in der Wildtiere eigentlich mit ihrer Energie haushalten müssen. Bei Füchsen spielt darüber hinaus der Fuchsvater eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Füchsin und Welpen im Frühjahr – wird dieser nach erfolgter Paarung beispielsweise im Rahmen der Fuchswochen getötet, führt dies nicht selten später zum qualvollen Tod der gesamten Familie.

 

Fuchsjagd: Grausam und sinnlos

Etwa eine halbe Million Füchse werden in Deutschland Jahr für Jahr von Jägern getötet, wobei auch besonders grausame und in anderen Ländern bereits verbotene Praktiken wie die Baujagd, die Jagd mit Totschlagfallen oder die Abrichtung von Jagdhunden an lebenden Füchsen zum Einsatz kommen. Anders als von vielen Jagdverbänden behauptet, kann von einer „Notwendigkeit“ der Fuchsjagd keine Rede sein: Studien zeigen ebenso wie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten unmissverständlich, dass Fuchspopulationen sich ohne menschliches Zutun regulieren. Verluste durch die Jagd werden dagegen durch steigende Geburtenraten und Zuwanderung schnell ausgeglichen.

 

Aktionsbündnis Fuchs fordert Einstellung der Fuchsjagd

Das Aktionsbündnis Fuchs ist ein stetig wachsender Zusammenschluss von Tier- und Naturschutzorganisationen, dem auch die „Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd“ angehört. Es setzt sich dafür ein, dass die Fuchsbejagung bundesweit beendet wird.

 

Pressemitteilung Aktionsbündnis Fuchs vom 11.12.2018

Landesregierung in Sachsen-Anhalt subventioniert Pelzvermarktung

Für Pelzbekleidung gibt es kaum noch einen Markt; viele große Modedesigner und Kaufhäuser – wie zuletzt etwa Breuninger – haben der Produktion und dem Verkauf von Pelzmode abgeschworen. Aus gutem Grund: Pelz ist, unabhängig davon, ob er aus Jagd, Fallenfang oder sogenannten „Pelzfarmen“ stammt, untrennbar mit Leid und Tod von Tieren verbunden. Dennoch versuchen Jagdverbände nun, Pelz wieder salonfähig zu machen – und verwenden dazu nach Informationen des Aktionsbündnisses Fuchs in erheblichem Maß Steuergelder und staatliche Förderung.

Der Deutsche Jagdverband hat 2016 gemeinsam mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg die Fellwechsel GmbH gegründet, ein Unternehmen, das Felle getöteter Wildtiere als vermeintlich naturnahe Kleidung und Accessoires verarbeiten und vermarkten soll. So wurde im baden-württembergischen Rastatt etwa eine zentrale Abbalgstation errichtet, in der Marder, Fuchs und Co. das Fell über die Ohren gezogen wird; mit entsprechenden Vermarktungskampagnen will man die Pelze an den Kunden bringen. Der Zentralverband des Kürschnerhandwerks steuert das von ihm selbst eingeführte Label „we prefur“ bei, mit dem den Pelzen erschossener oder in Fallen gefangener Tiere ein ökologischer Anstrich gegeben werden soll.

Defizitäres Pelz-Unternehmen mit Mitteln steuerbefreiter Jagdvereine finanziert

Obwohl finanzkräftige jagdaffine Firmen wie etwa die Blaser Jagdwaffen GmbH zu den Abnehmern der Fellwechsel GmbH gehören, und obwohl Jäger derzeit angehalten werden, erlegte Tiere gratis zur Verfügung zu stellen, ist das Projekt hochgradig defizitär und hat im ersten Jahr seiner Geschäftstätigkeit Verbindlichkeiten von über 400.000 Euro angehäuft. Bezeichnenderweise bestehen laut Bundesanzeiger 138.000 Euro dieser Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern - obwohl etwa der Deutsche Jagdverband satzungsgemäß ein gemeinnütziger Verein ist. Durch die Hintertür kann damit dessen Steuerbegünstigung genutzt werden, um ein fragwürdiges Wirtschaftsunternehmen zur Pelzvermarktung zu finanzieren.1

Sachsen-Anhalt subventioniert Pelzprojekt der Jagdverbände

Doch damit nicht genug: Wie zwei Kleine Anfragen aus Sachsen-Anhalt zeigen, wird „Fellwechsel“ in erheblichem Umfang direkt mit Steuergeldern subventioniert. So heißt es in den Ausführungen der schwarz-rot-grünen Landesregierung, dass im Jahr 2018 Haushaltsmittel von 100.000 Euro „zur Umsetzung des Projektes „Fellwechsel“ in Sachsen-Anhalt“ reserviert seien. Zudem wurden Mittel für die Anschaffung von 40 Gefriertruhen und vier Kühlcontainern in Einrichtungen des Landesforsts bereitgestellt2. Es ist wohl davon auszugehen, dass für deren laufenden Betrieb ebenfalls der Steuerzahler aufkommen soll.

Pelz als alte, neue Rechtfertigung für die Jagd auf Fuchs und Co.?

Höchstwahrscheinlich geht es den Jagdverbänden jedoch bei weitem nicht nur darum, Geld in die eigenen Kassen zu spülen – das Projekt Fellwechsel dient vor allem auch als Propagandainstrument. Mit dem Hinweis auf vermeintlich „ökologisch korrekten“ Pelz will man die gesellschaftlich geächtete Pelzkleidung wieder salonfähig machen und eine Rechtfertigung für die fragwürdige Verfolgung von Füchsen und anderen Beutegreifern schaffen. So wird in Verbindung mit der Vermarktung der Pelzprodukte behauptet, dass die Jagd auf Fuchs und Co. notwendig und eine Nutzung der Felle daher nicht verwerflich sei. Tatsächlich setzt sich hingegen immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Jagd auf Fuchs und Co. keineswegs notwendig, sondern ökologisch unsinnig ist und beispielsweise die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten fördert.

Dabei ist es schlichtweg abstrus, Pelz als nachhaltige Kleidung zu bewerben. Tatsächlich kommen etwa beim Gerben der Felle hochgradig toxische Chemikalien zum Einsatz, und beim Schuss auf Beutegreifer wird meist umweltschädliches Bleischrot verwendet. Hinzu kommt, dass gerade Füchse oft durch besonders grausame Jagdpraktiken wie die Fallen- oder die Baujagd zu Tode kommen.

Bundesrat: Keine Notwendigkeit, sich mittels Pelzes gegen Kälte zu schützen

Der Deutsche Jagdverband hat die Zeichen der Zeit offensichtlich ebenso wenig erkannt wie die Landesregierung in Magdeburg. Die bei weitem überwiegende Bevölkerungsmehrheit spricht sich klar gegen Produkte aus Echtpelz aus, und auch der Deutsche Bundesrat sieht in einem 2015 vorgelegten, bislang aber nicht umgesetzten Gesetzesentwurf keine Notwendigkeit, sich hierzulande mittels Pelzkleidung gegen Kälte zu schützen3.

 

 „Gerade die Subventionierung der Pelzvermarktung durch die sächsisch-anhaltinische Regierung ist ein Rückschritt in dunkle Zeiten“, so Heidrun Heidtke, eine Gründerin des von mehr als 60 Tier- und Naturschutzorganisationen unterstützten Aktionsbündnisses Fuchs. „Die beteiligten Parteien – zu denen wohlgemerkt auch die Grünen gehören – müssen sich vorwerfen lassen, sinnlose Tierquälerei vorsätzlich und gegen den Willen der meisten Steuerzahler mit Steuergeldern zu fördern. Es darf nicht darum gehen, Pelzprodukte mit aller Gewalt wieder salonfähig machen zu wollen, sondern darum, sie mitsamt der Jagd auf Füchse und andere Beutegreifer ein- für allemal abzuschaffen.“

 

Pressemitteilung vom 7.5.2018 vom Aktionsbündnis Fuchs

Beginn der Zeckenzeit: Füchse als Verbündete im Kampf gegen die Borreliose!

Mai Mit den warmen Temperaturen der letzten Wochen hat die Zeckenzeit begonnen – und damit auch das Risiko, sich durch den Biss der kleinen Spinnentiere mit ernsten Erkrankungen wie der Lyme-Borreliose zu infizieren. Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen jedoch, dass unser wertvollster Verbündeter im Kampf gegen die Borreliose vermutlich der Fuchs ist. Die „Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd“ fordert daher als Teil einer bundesweiten Allianz von Natur- und Tierschutzorganisationen dazu auf, die Bejagung von Füchsen zu stoppen.

 

Die Lyme-Borreliose ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit; mehr als 200.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr damit. Die Erkrankung wird von Bakterien verursacht und äußert sich im Frühstadium nur durch Rötungen um den Zeckenbiss sowie leichte Allgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Breiten sich die Erreger im Körper aus, können sie zu Herzproblemen, bleibenden Organschäden und schweren chronischen Symptomen führen. Bis heute gibt es – anders als etwa bei der ebenfalls von Zecken übertragenen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) - keinen Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose.

Mehr Füchse – weniger Borreliose-Erreger

Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass unsere wertvollsten Verbündeten bei der Bekämpfung dieser ernsten Infektionskrankheit Beutegreifer sind, die sich von Mäusen ernähren – allen voran der Rotfuchs. Der niederländische Biologe Hofmeester* verglich 20 Waldgebiete mit unterschiedlichen Populationsdichten von Beutegreifern wie Füchsen und Mardern. Seine höchst interessante Erkenntnis: In Gebieten, in denen viele Füchse lebten, trugen weitaus weniger Zecken Erreger der Lyme-Borreliose in sich.

Als Grund dafür identifizierte er den Einfluss der Beutegreifer auf das Verhalten von Mäusen, die als Hauptreservoir des Borreliose-Erregers gelten. Wo es genügend Beutegreifer gibt, halten Mäuse sich häufiger im Verborgenen auf und werden so seltener von Zeckenlarven befallen. Dadurch kann die Borreliose sich schlechter in der Mäusepopulation verbreiten, Zecken nehmen den Erreger seltener auf, und die Übertragungswahrscheinlichkeit auf den Menschen sinkt. Der Schutz von Füchsen trägt also dazu bei, Menschen, aber auch Haus- und andere Wildtiere vor von Zecken übertragenen Krankheiten zu schützen!

Forscher regen Schonung von Füchsen an

Die Autoren der in den renommierten britischen “Proceedings of the Royal Society of Biological Sciences” veröffentlichten Studie regen daher an, unser Verhältnis zu Beutegreifern wie dem Rotfuchs zu überdenken. Gerade Füchse würden in nahezu ganz Europa intensiv bejagt, statt sie als Verbündete im Kampf gegen Krankheiten zu würdigen und zu schützen.

Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von 60 deutschen Tier- und Naturschutzverbänden, schließt sich dieser Einschätzung an: „Für die Verfolgung des Rotfuchses gibt es keinen vernünftigen Grund“, so Daniel Peller, einer der Initiatoren des Bündnisses. „im Gegenteil: Wie wir aus fuchsjagdfreien Gebieten wissen, profitiert die Natur vom Schutz dieser sozialen und intelligenten Beutegreifer. Dass sie uns beim Kampf gegen die Borreliose helfen, ist ein weiteres Argument dafür, die oftmals tierquälerische Bejagung des Fuchses zu beenden.“

 

 

 

Pressemitteilung vom 17.4.2018 vom Aktionsbündnis Fuchs

 

Tier- und Naturschützer protestieren gegen die Jagd auf Fuchswelpen

Derzeit sind viele Wildtiere damit beschäftigt, ihren Nachwuchs aufzuziehen – darunter auch der Rotfuchs. Fuchs und Füchsin beteiligen sich beide daran; das Spiel der Fuchskinder vor dem Bau ist für Naturfreunde ein wunderschöner Anblick. Doch die Idylle wird allzu oft mit Flinte und Fallen auf grausame Weise zerstört: Jungfüchse werden in Deutschland ganzjährig bejagt. Das Aktionsbündnis Fuchs, ein Zusammenschluss von mehr als 60 deutscher Tier- und Naturschutzorganisationen, fordert ein Verbot der sinnlosen Jagd auf Füchse.

In etwa der Hälfte der deutschen Bundesländer haben Füchse keine festgelegte Schonzeit. Nur Elterntiere, die für die Aufzucht der Jungen erforderlich sind, werden durch §22 Abs. 4 des Bundesjagdgesetzes vor Nachstellungen geschützt. Der von den Jagdbehörden festgelegte Zeitraum richtet sich dabei jedoch nicht nach den tatsächlichen Aufzuchtzeiten – viele Weidmänner schießen daher schon im Juni, spätestens jedoch Anfang Juli wieder auf Füchse, obwohl die meisten Welpen zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht selbständig sind. Die jungen Füchse kommen dann oft qualvoll ums Leben.

Fuchswelpen werden in 12 von 16 Bundesländern ganzjährig getötet

Aber selbst dort, wo Füchse geregelte Schonzeiten haben, sind diese meist sehr kurz – und Fuchskinder sind in aller Regel ganz davon ausgenommen. In 12 von 16 Bundesländern dürfen Fuchswelpen das ganze Jahr über von Jägern getötet werden*!

Und davon wird reger Gebraucht gemacht: Viele Fuchswelpen werden bereits beim Spiel am elterlichen Bau mit Schrot erschossen; spezielle Drahtgitterfallen wie die „Eberswalder Jungfuchsfalle“ werden direkt am Bauausgang montiert, um die Welpen beim Verlassen des Baus einzufangen und sie anschließend zu erschießen oder zu erschlagen.

Kein „vernünftiger Grund“ für die Fuchsjagd

Die Jagdverbände behaupten, derartige Tötungsaktionen seien notwendig, um die Fuchspopulation zu „regulieren“. Wie wissenschaftliche Studien sowie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten zeigen, ist das vollkommener Unfug: Die Geburtenrate bei Füchsen regelt sich ohne menschliches Zutun durch soziale Mechanismen und Nahrungsangebot; wo die Fuchsjagd eingestellt wurde, nahm die Anzahl der Füchse nicht zu, sondern bliebt konstant.

Deutsche Tier- und Naturschützer fordern Ende der Fuchsjagd

Die „Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd“ fordert daher im „Aktionsbündnis Fuchs“ gemeinsam mit bundesweit rund 60 weiteren deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, das grausame Fangen und Töten von  Fuchswelpen sofort einzustellen. „Für die Jagd auf den Fuchs gibt es keinen vernünftigen Grund“, erläutert Dag Frommhold, einer der Initiatoren des Bündnisses. „Umso absurder ist es, dass gerade Fuchskinder in fast ganz Deutschland ganzjährig vollkommen legal getötet werden dürfen. Es wird höchste Zeit, dass die Politik sich nicht länger einseitig den Interessen der Jagdlobby beugt.“

 

*) Schonzeiten für Jungfüchse – wenn auch kurze – gibt es in Baden-Württemberg, Hessen, Berlin und dem Saarland

 

Eine ausführliche Darstellung des Themas sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs 

 

 

Pressemitteilung vom 27.02.2018 vom Aktionsbündnis Fuchs

Sorge um den „Osterhasen“: Natur- und Tierschutzverbände fordern Jagdverbot

Reichertshofen, 28. März 2018 Bundesweit gilt der Feldhase als gefährdete, lokal sogar stark gefährdete Art. Doch während Jäger scheinheilig Füchsen und anderen Beutegreifern die Schuld dafür geben, töten sie selbst jährlich etwa 200.000 Feldhasen. Rund 60 Organisationen aus dem Natur- und Tierschutzbereich fordern gemeinsam als „Aktionsbündnis Fuchs“ ein Verbot der Jagd auf den Feldhasen und die ganzjährige jagdliche Schonung des Fuchses, dessen Bejagung bedrohten Arten eher schadet.

Von Osterfüchsen und Osterhasen
Nach altem Osterbrauchtum brachte in Deutschland bis Mitte des 20. Jahrhunderts mancherorts nicht der Hase die Ostereier, sondern der Fuchs. Die Kinder bereiteten dem „Osterfuchs“ am Karsamstag ein weiches Nest und fanden darin am Ostersonntag eine Überraschung. Im Laufe der Zeit wurde der Osterfuchs schließlich vom Osterhasen abgelöst und geriet in Vergessenheit. Doch während sich der Hase im Osterbrauchtum durchgesetzt hat, steht es in der Natur leider schlecht um ihn.

Der Fuchs als Sündenbock von Jägern
Seit Jahren ist die Zahl der Feldhasen rückläufig. In der „Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands“ wird er bundesweit als gefährdet, in manchen Bundesländern sogar als stark gefährdet eingestuft. Jagdverbände nehmen die Osterzeit gerne zum Anlass, Beutegreifern wie dem Fuchs die Schuld für diese Entwicklung zuzuschieben. In Verbindung damit fordern sie meist eine immer intensivere Bejagung von Füchsen, die Aufhebung der schon jetzt völlig unzureichenden Schonzeiten und die Legalisierung besonders grausamer Jagdpraktiken. Die Argumente, mit denen sie die Jagd auf Füchse begründen, sind allerdings ebenso unglaubwürdig wie die Vorstellung vom eierlegenden Osterfuchs.

Feldhasen: Opfer intensiver Landwirtschaft und Jagd
Tatsächlich hat der Rückgang der Feldhasenbestände seine Ursache nämlich keineswegs in der Prädation durch Beutegreifer wie den Fuchs.
Die Hauptursachen liegen vielmehr in der Intensivierung der Landwirtschaft, dem Einsatz von immer potenteren Pestiziden, der damit verbundenen Nahrungsvergiftung und -knappheit, der fortschreitenden Zerstörung natürlicher Lebensräume und dem Klimawandel. Ein weiterer negativer Faktor ist aber auch die Jagd: Selbst bedrohte Arten wie der Feldhase werden weiterhin rücksichtslos verfolgt; 212.452 Feldhasen zählt die Jagdstatistik für das Jagdjahr 2016/17.

Die Fuchsjagd hilft dem Feldhasen nicht  – im Gegenteil
Studien zeigen, dass auch die Jagd auf den Fuchs keinesfalls dem Schutz des Niederwilds dient. Oft zeigen sich sogar gegenteilige Effekte: So kann etwa der
Prädationsdruck lokal sogar ansteigen, wenn der Tod eines territorialen Fuchses den Weg vorübergehend für mehrere revierfremde Füchse und andere Beutegreifer freimacht. Abgesehen davon schützen Füchse durch die Erbeutung von kranken Tieren und die Beseitigung von Aas auch bedrohte Arten vor der Ausbreitung von gefährlichen Seuchen – den Feldhasen z. B. vor der Hasenpest (Tularämie) – und tragen damit zur Gesunderhaltung des gesamten Wildbestands bei. Wo es wenig Füchse gibt, sterben weitaus mehr Feldhasen an Seuchen. Nicht umsonst haben Füchse daher den Ruf der „Gesundheitspolizei“ in Feld und Flur.

Schonung des Fuchses ist ein Erfolgsmodell
Dass Füchse nicht für den
Rückgang der Hasenpopulation verantwortlich sind, belegt auch die Situation auf der Nordseeinsel Pellworm. Dort hat man denselben Rückgang der Hasenpopulation verzeichnet wie auf dem Festland. Allerdings gibt es dort keine Füchse, sehr wohl aber intensive Landwirtschaft und Hasenjagd. Studien sowie praktische Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten (wie z. B. Luxemburg), zeigen zudem eindrucksvoll, dass Fuchspopulationen sich ohne jagdliche Eingriffe regulieren. Für die Jagd auf Meister Reineke gibt es damit schlichtweg keinen vernünftigen Grund.

Aktionsbündnis Fuchs fordert strikte Jagdreform
Dass es bei der Fuchsjagd in irgendeiner Form um Artenschutz geht, kann angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnislage wohl ausgeschlossen werden. Tatsächlich machen die Jagdverbände Füchse gezielt zu Sündenböcken, um einerseits von eigener Mitschuld am Hasenrückgang abzulenken, und gleichzeitig die immer mehr in die Kritik geratende Fuchsjagd zu rechtfertigen. Wie Jagdzeitschriften und Jägerforen eindrucksvoll dokumentieren, haben deutsche Hobbyjäger schließlich auch heute noch große Freude daran, „das Wild daherzuschießen, gleich wie es ihnen gefällt“.

Die „Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd“ hat sich daher dem Aktionsbündnis Fuchs angeschlossen, einem wachsenden Zusammenschluss aus derzeit rund 60 Natur- und Tierschutzorganisationen, der die Durchsetzung dringend nötiger Reformen fordert: Neben einem Verbot der Jagd auf bedrohte Arten gehört dazu auch die Einstellung der sinnlosen und kontraproduktiven Fuchsjagd. Anstelle der Jagd müssen endlich nachhaltige, tierschutzgerechte und wirksame Maßnahmen zum Artenschutz durchgesetzt werden. Ein Richtungswechsel bei der Gestaltung und Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen ist ebenso unumgänglich wie Renaturierungsprojekte, welche die Wiederherstellung ursprünglicher Naturflächen und die Wiedervernetzung von Lebensräumen zum Ziel haben.

Wenn sich nichts ändert, wenn Habitatzerstörung und Jagd weiterhin die Hasenpopulation dezimieren, während Füchse als bequeme Sündenböcke für menschliche Fehler herhalten müssen, werden unsere Kinder oder Enkel den „Osterhasen“ wohl nur noch als Süßigkeit aus dem Supermarkt kennenlernen.

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Eine ausführliche Darstellung des Themas sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

 

 


Pressemitteilung Aktionsbündnis Fuchs vom 2.3.2018

 

Nachwuchs am Fuchsbau: Tier- und Naturschutzorganisationen fordern Ende der erbarmungslosen Jagd auf Jungfüchse und ihre Eltern

 

In den nächsten Wochen stellt sich bei Familie Fuchs Nachwuchs ein: In den Monaten März bis Mai bringen Füchsinnen ihre Welpen zur Welt. Nachstellungen durch Jäger sorgen jedoch oft dafür, dass das Familienidyll nicht lange währt. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 50 deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, setzt für das Ende der ebenso grausamen wie sinnlosen Fuchsjagd ein.

 

Reichertshofen, März 2018 - Der Anblick spielender Jungfüchse gehört zu den schönsten Bildern, die unsere heimische Tierwelt zu bieten hat. Die wenigsten Menschen wissen jedoch, dass viele Fuchswelpen bereits am elterlichen Bau von Jägern erschossen oder in Fanginstrumenten wie der sogenannten „Eberswalder Jungfuchsfalle“ gefangen und dann getötet werden. Fuchswelpen haben in den meisten Bundesländern keine Schonzeit! Das gilt auch für Bayern.

 

Qualvoller Tod von Fuchswelpen nach dem Tod der Fuchseltern

 

Elterntieren, die für die Jungenaufzucht notwendig sind, gesteht das Bundesjagdgesetz nach §22 Abs. 4 (Elterntierschutz) eine Jagdruhe zu. Nicht selten umgehen Jäger diesen Schutz, indem sie versuchen, zuerst die Fuchswelpen und dann deren Eltern töten. Reguläre Schonzeiten zumindest für erwachsene Füchse gibt es nur in etwa der Hälfte der Bundesländer. Wo keine Schonzeitregelungen existieren, ist es weitgehend dem Ermessen des Jägers überlassen, wann er die Flinte wieder auf Füchse anlegt. In der Regel wird den Bestimmungen zum Elterntierschutz zum Trotz bereits im Juni wieder das Feuer eröffnet. Forschungsergebnisse sowie Altersbestimmungen in Wildtierauffangstationen zeigen jedoch, dass manche Welpen erst im April oder Mai geboren werden. Da Fuchswelpen erst in einem Alter von etwa fünf Monaten auf sich allein gestellt überleben können, sterben viele Jungfüchse nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern qualvoll.

 

Fuchsjagd während der Paarungszeit: Ursache für Leid und Tod neugeborener Welpen

 

Hinzu kommt, dass gerade in der winterlichen Paarungszeit besonders intensiv Jagd auf Füchse gemacht wird. Dadurch werden nicht nur zahlreiche bereits schwangere Füchsinnen getötet, sondern es wird vielen Welpen bereits vor der Geburt der Vater genommen: Jeder Fuchsrüde, der nach der Paarung getötet wird, steht später nicht mehr für die Versorgung seiner Familie zur Verfügung. Fuchsväter leisten jedoch insbesondere durch die Versorgung von Fähe und Welpen mit Nahrung einen wichtigen Beitrag zur Jungenaufzucht. Studien zeigen, dass die Welpen "alleinerziehender" Fähen deutlich geringere Überlebenschancen haben und eine schlechtere körperliche Verfassung aufweisen als Jungfüchse, an deren Aufzucht sowohl Vater als auch Mutter beteiligt sind.

 

Aktionsbündnis Fuchs fordert Ende der Fuchsjagd

 

All dies zeigt unmissverständlich auf, wie willkürlich und erbarmungslos Füchsen hierzulande nachgestellt wird, und wie dabei selbst grundlegende biologische Fakten ignoriert werden. Die „Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd“ macht sich daher gemeinsam mit bundesweit mehr als 50 weiteren Natur- und Tierschutzorganisationen im „Aktionsbündnis Fuchs“ dafür stark, die sinnlose Bejagung des Fuchses einzustellen. „Es ist nicht zu tolerieren, dass Füchse in den meisten Bundesländern ohne reguläre Schonzeit verfolgt werden und nicht einmal ihren Nachwuchs unbehelligt von Flinten und Fallen aufziehen können“, erläutert Lovis Kauertz, einer der Initiatoren des Bündnisses. „Dabei gibt es keinen vernünftigen Grund für die erbarmungslose Hatz auf Meister Reineke“.

 

Sinnlose Fuchsjagd

 

Viele Jäger sehen in Füchsen Beutekonkurrenten oder behaupten, man müsse sie „regulieren“, etwa, um der Ausbreitung von Krankheiten Einhalt zu gebieten. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass eine "Regulierung" des Fuchsbestands mit jagdlichen Mitteln gar nicht möglich ist, weil Verluste durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten kompensiert werden. Zudem begünstigt Bejagung die Ausbreitung von Krankheiten tatsächlich sogar, anstatt sie einzudämmen. Von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu bejagen, kann also keine Rede sein.

 

 

 

Offener Brief zur WDR-TV-Sendung „Westpol“ vom 4.2. – Befürwortung einer Ausdehnung der Fuchsjagd durch Dietrich Zerrs von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen eines Beitrags über die landesweite Freigabe der Baujagd in der WDR-Fernsehsendung „Westpol“ am 4.2. hat sich Dietrich Zerrs von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein für eine Intensivierung der Fuchsjagd ausgesprochen.

Uns vom Aktionsbündnis Fuchs, einer bundesweiten Initiative von bereits mehr als 50 Organisationen aus dem Tier- und Naturschutzbereich mit dem Ziel einer bundesweiten Vollschonung des Rotfuchses, hat diese Positionierung sehr verwundert und irritiert. Herr Zerrs hat mit seinen Aussagen nach unserer Einschätzung erheblichen Schaden angerichtet: Davon abgesehen, dass seine These, mit flächendeckender Fuchsjagd könne bedrohten Arten geholfen werden, auch inhaltlich längst widerlegter Unfug ist, redet er einer weiteren Schwächung des Tierschutzes in der Jagdgesetzgebung das Wort - wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, zu dem von Jägerseite gezielt auf eine Rückabwicklung der vom Ökologischen Jagdgesetz eingeführten Verbesserungen hingearbeitet wird. Leider hat der WDR Herrn Zerrs Positionierung zudem zum Anlass genommen, über eine – in puncto Fuchsjagd ganz gewiss nicht gegebene – Spaltung der Tierschutzbewegung zu fabulieren.

In seinem Positionspapier zur Jagd spricht der NABU sich ja bekanntlich keineswegs für eine Ausweitung der Fuchsjagd aus, sondern im Gegenteil für eine deutliche Ausdehnung der Schonzeiten sowie ein vollständiges Verbot der Fallen- und Baujagd. Auch die NABU-Naturschutzstation Niederrhein schreibt auf ihrer Website, dass die Reduktion von Beutegreifern mit dem Ziel, bedrohte Arten zu schützen, „aus Tierschutzsicht fragwürdig und praktisch undurchführbar“ sei.

Wir möchten den NABU NRW daher um eine öffentliche Klarstellung bitten, in der zum Ausdruck kommt, dass es sich bei den Aussagen von Herrn Zerrs um eine Einzelmeinung handelt, die der Verbandsposition eklatant widerspricht.

Wir freuen uns auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

Aktionsbündnis Fuchs

 

Pressemitteilung des  Aktionsbündnisses Fuchs vom 7.2.2018:

Deutsche Tier- und Naturschutzorganisationen fordern Verbot sinnloser Fuchsjagd und grausamer Jagdmethoden 

Im Rahmen der Fuchsjagd kommen Praktiken zum Einsatz, die das Tierschutzgesetz eigentlich verbietet. Besonders grausam geht es bei der Baujagd und der Bauhundeausbildung an lebenden Füchsen zu. Doch der Widerstand wächst: Etwa 50 Organisationen aus dem Natur- und Tierschutzbereich sind bereits Teil des “Aktionsbündnisses Fuchs“ und fordern gemeinsam ein Verbot der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen völlig sinnlosen Fuchsjagd.

In diesen Tagen suchen Füchse vermehrt Schutz und Ruhe im Bau. Sie bereiten sich auf die Geburt ihrer Nachkommen vor, die in seltenen Fällen bereits im Januar stattfindet. Diese Verletzlichkeit nutzen Jäger bei der Baujagd gezielt aus und lassen Rückzugsorte zu Todesfallen werden: „Wer zum ersten Mal erfährt und sieht, was Baujagd bedeutet, ist völlig erschüttert. Die Erbarmungslosigkeit und Brutalität, mit der Füchsen dabei nachgestellt wird, lässt sich mit den Grundsätzen von Moral, Ethik und Tierschutz nicht vereinbaren.“ so Heidrun Heidtke, Mitinitiatorin der bundesweit agierenden Initiative „Aktionsbündnis Fuchs“. Die „Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd“ und etwa 50 weitere Organisationen haben sich bereits dem Bündnis angeschlossen, welches sich für den Schutz der Füchse einsetzt.

Baujagd – eine der grausamsten Jagdarten
Bei der Baujagd hat ein sogenannter Erd- oder Bauhund die Aufgabe, den Fuchs aus seinem Bau zu treiben. Der Fuchs ist chancenlos: Flieht er, wird er von den draußen wartenden Jägern er- oder angeschossen. Bleibt er im Bau, muss er sich dem Hund stellen. Oft kommt es dabei zu Beißereien, bei denen Hund und Fuchs sowie ggf. bereits vorhandene Welpen schwer verletzt oder getötet werden. Geben weder Hund noch Fuchs nach, graben die Jäger den Bau auf. Schließlich wird der Fuchs erschossen, erschlagen oder von Jagdhunden zerfetzt. Die Baujagd ist damit zweifellos eine der grausamsten Jagdarten. Gemäß zweier Schweizer Gutachten stellt die Baujagd im rechtlichen bzw. verhaltensbiologischen Sinne eine Tierquälerei dar, weswegen sie etwa im Kanton Thurgau bereits verboten wurde.

Ohne Rücksicht auf Verluste: Der Bauhund im Einsatz
Verletzungen des Bauhundes sind für Jäger offenbar so „normal“, dass sie empfehlen, ein ganzes Arsenal an Utensilien zur Notfallversorgung mitzuführen. Zuweilen bleibt der Hund jedoch im Bau stecken oder wird verschüttet und stirbt den langsamen Erstickungstod. All das wird billigend in Kauf genommen. Des Menschen bester Freund wird als Werkzeug in einem sinnlosen Kampf missbraucht.

Kaum bekannt ist auch, dass diese Hunde speziell für die Baujagd an lebenden Füchsen abgerichtet werden. In sogenannten Schliefenanlagen werden Füchse dazu in einem künstlichen Tunnelsystem immer wieder der Verfolgung eines Hundes ausgesetzt und müssen dabei Todesängste erleiden.

Verbot der Fuchsjagd ist überfällig
Gemäß §3 des deutschen Tierschutzgesetzes ist es verboten, Hunde auf andere Tiere zu hetzen oder an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen. Dennoch wird genau das im Rahmen der Fuchsjagd legalisiert und tausendfach praktiziert. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, ist die Fuchsjagd insgesamt als sinnlos und sogar kontraproduktiv zu bewerten, weil Verluste durch steigende Geburtenraten und Zuwanderung aus anderen Gebieten rasch kompensiert werden. Die ganzjährige Schonung von Füchsen ist hingegen ein Erfolgsmodell, wie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten zeigen. Da es für die Fuchsjagd keinen vernünftigen Grund gibt, kann es auch für das bei Baujagd und Bauhundeausbildung verursachte Leid absolut keine Rechtfertigung geben.

Das Aktionsbündnis Fuchs fordert die politisch Verantwortlichen dazu auf, diesem barbarischen Treiben ein Ende zu setzen: Tierschutzwidrige Praktiken dürfen nicht für eine sinnlose Jagdausübung legalisiert werden. Ein Verbot der Fuchsjagd ist lange überfällig.

 

 

Diskussion „Ist Jagd nötig?“

 

Am Freitag (24.06.2016) luden die Ingolstädter Jäger zur Diskussion „Ist Jagd nötig?“ ein.  Schon an der Teilnehmerliste war zu erkennen, dass die Diskussion ziemlich einseitig ablaufen würde. Echte Jagdgegner waren nämlich gar nicht erst eingeladen worden.

In der Eröffnungsrede wurde das schlechte Image in der Öffentlichkeit beklagt. Diese schlechte Meinung über die Jäger wurde damit erklärt, dass die Jägerschaft nicht genügend Werbung in eigener Sache machen und die Öffentlichkeit nicht ausreichend über die Wichtigkeit der Jagdausübung informieren würde.  Jagdkritiker wurden als weltfremde Bambi-Beschützer dargestellt, die aber sofort nach dem Jäger schreien würden,  sobald der Marder am eigenen Auto ein Kabel durchgefressen hat.

Anschließend begann die sog. Diskussion. Zuerst wurde die Frage gestellt, ob Jagd denn überhaupt nötig sei. Danach folgten endlose Monologe seitens der Jagdbefürworter. Auch die Vertreter vom Vogelschutzbund und vom BUND Naturschutz wurden dazu befragt. Beide Organisationen lehnen die Jagd zwar nicht grundsätzlich ab, sehen aber doch hier und da Reformbedarf.

Dann wurden einzelne Kritikpunkte abgearbeitet. So wurde vom Vertreter des Vogelschutzbundes kritisiert, dass der Eichelhäher, der im Bestand gefährdet ist, nach wie vor bejagt wird. Ein Jäger aus dem Publikum meldete sich zu Wort und lieferte folgenden qualifizierten Diskussionsbeitrag ab: „Und was ist mit den ganzen Vögeln in Italien, da sagt ihr nichts!!!“  Von offizieller Seite wurde die Bejagung damit erklärt, dass dort, wo es keine Eichelhäher gibt, die Jäger freiwillig auf die Jagd verzichten würden, wenn aber ein Jäger durch intensive Hege einen hohen Bestand schaffen konnte, der die Bejagung erlaubt, dann darf er natürlich auch schießen. Das sei immerhin legal, darüber brauche man nicht weiter zu diskutieren.  Dieser Argumentation kann wohl auch nur ein Jäger folgen.

Ein weiterer Kritikpunkt wurde vom BUND Naturschutz angebracht: die illegalen Tötungen der Luchse. Daraufhin ergriff der Vorsitzende das Wort und wies darauf hin, dass in seinem Büro immerhin ein Plakat angebracht sei, das die illegalen Abschüsse verurteilt. Und „schwarze Schafe“ würde es schließlich überall geben. Ende der Diskussion.

Ich habe die Veranstaltung nach zwei Stunden verlassen, weil die Strategie der Jäger klar war. Und die Argumentation mit steigendem Alkoholkonsum nicht besser wurde. Sowieso in der Überzahl, wurden sämtliche Fragen abgeschmettert, indem man auf die Legalität bestimmter kritisierter Jagdpraktiken hinwies.

 Interessanter als die Diskussion selbst fand ich allerdings die Gespräche vor der eigentlichen Veranstaltung. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, gemeinsam mit Jägern an einem Tisch zu sitzen. Offensichtlich ist man gar nicht auf die Idee gekommen, dass auch jemand anwesend sein könnte, der die Jagd nicht ganz so toll findet. So erklärte ein angehender Jäger an meinem Tisch, dass er sich jetzt doch für den kurzen Kurs zum Jagdschein entschieden habe, für den längeren Kurs habe er keine Zeit. Daraufhin meinte ein anderer Jäger, dass es trotzdem kein Problem sei, den Jagdschein zu bestehen, weil der angehende Jagdkollege ja alle Fragebögen zu Hause habe. Die müsse er halt auswendig lernen. Ist das das „Grüne Abitur?“

 Der gleiche Jäger ließ sich auch in aller Ausführlichkeit darüber aus, dass ihm ein Verbot von bleihaltiger Munition egal sei, da er zu Hause noch Bestände habe, die bis zu seinem Lebensende reichen würden. Und für die Entenjagd gibt es halt nichts Besseres. Kontrollen gibt es wohl auch nicht. Trotzdem war dieser Jäger einer von denen, die am lautesten klatschte und „so isses! „ brüllte, als während der offiziellen Diskussion von Seiten der Jägerschaft behauptet wurde, dass Jagd Naturschutz ist.

Und um das Maß voll zu machen, wurden am Nebentisch auf einem I-Phone stolz Fotos von der letzten Safari in Afrika herumgezeigt. Der Jäger in der üblichen Pose: ein Fuß auf dem erlegten Tier, zwei schwarze Jagdhelfer an seiner Seite und ein glückliches Lächeln im Gesicht. 

Eine Anmerkung zum Schluss: falls die Jäger wirklich darüber diskutieren wollen, ob Jagd notwendig ist, dann sollten sie sich das nächste Mal auch ein paar Jagdgegner einladen. Eine Liste mit entsprechenden Vorschlägen habe ich dem Vorsitzenden der Ingolstädter Jäger zukommen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

Sollten Ihnen in Ihrer Umgebung ähnliche Absperrungen aufgefallen sein, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
Diese Absperrungen - von wem auch immer errichtet - befinden sich in der Nöttinger Heide bei Geisenfeld im Landkreis Pfaffenhofen

 

Wir möchten Sie auf eine Petition zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes hinweisen. Einzelheiten finden Sie unter folgendem Link:

http://www.abschaffung-der-jagd.de/kampagnen/novellierungderjagdgesetzejetzt.html

 

 

 

 

Unter folgendem Link finden Sie ein Beispiel dafür, wie durch überhöhte Gebühren verhindert werden soll, dass Menschen, die die Jagd ablehnen, aus der Jagdgenossenschaft austreten und ihr Grundstück befrieden  lassen:  http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_rottal_inn/pfarrkirchen/1770959_Antrag-auf-Befriedung-sorgt-fuer-Streit.html

 

 

 

Folgender Leserbrief erschien am 19.04.2016 im Pfaffenhofener Kurier (Wolnzacher Zeitung)

Leserbrief  zum Artikel „Wildernder Hund reißt Reh“ vom 12.04.2016
 
Da ist er also wieder, der Jäger als Beschützer des Wildes. Der es nicht ertragen kann, ein Tier leiden zu sehen. Da kann man sich nur verwundert die Augen reiben. Offensichtlich hat Herr Pfab noch nie an einer Treibjagd teilgenommen. Dort werden die Tiere ganz bewusst über Stunden aufgescheucht und in Angst und Schrecken versetzt. Auch diese Tiere haben Todesangst. Dazu kommt, dass bei diesen Veranstaltungen auf panisch flüchtende Tiere geschossen wird, was dazu führt, dass viele eben nicht sofort tot sind. Schätzungen zufolge werden 30 – 50% nur angeschossen. Dass durch fehlende Warnhinweise auch Spaziergänger und Autofahrer gefährdet werden, sei nur nebenbei erwähnt. Auch von der Fallenjagd oder anderen immer wieder kritisierten Jagdmethoden hat Herr Pfab anscheinend noch nie etwas gehört.  Jedes Jahr werden in Deutschland 5,5 Millionen Wildtiere von Jägern getötet, viele von ihnen aus Gründen, die sich wohl nur einem Jäger erschließen. Besonders schlimm trifft es die Beutegreifer, wie z.B. den Fuchs. Mitleid? Fehlanzeige! Sicher, es ist nicht in Ordnung, wenn Hunde Wildtiere verletzen – aber wenn der Jäger beim Anblick eines von einem Hund verletzten Rehes plötzlich sein Mitgefühl entdeckt, dann ist das unglaubwürdig. Vielmehr hat man den Eindruck, dass die günstige Gelegenheit dazu genutzt wird, der Öffentlichkeit einmal mehr das Märchen vom Jäger als Beschützer des Wildes aufzutischen.
Karin Oswald
 

 

 

Folgenden Leserbrief haben wir als Reaktion auf einen Bericht im Pfaffenhofener Kurier verfasst, in dem sich ein Vohburger Jäger "enttäuscht" zeigte, dass es in seinem Jagdgebiet nicht mehr genügend Fasane zu jagen gibt. Zur Lösung des Problems schlug er vor, dass sein Jagdrevier dringend vergrößert werden müsse. Der Leserbrief wurde leider nicht abgedruckt.

 

Leserbrief zum Artikel: „Fasane meiden Jagdgebiet“, Pfaffenhofener Kurier vom 12.03.2016
 
Eigentlich müsste man Herrn R.  für seine Klagen über den Einbruch des Fasanenbestandes in Vohburg dankbar sein. Gibt er doch damit zu verstehen, dass es ihm als Jäger nur um das Töten von Tieren aus Gründen des Zeitvertreibes geht. Würde nämlich das Bild vom „Heger und Pfleger des Wildes“ stimmen, das Jäger gern von sich zeichnen, so müsste Herr R.  froh sein, nicht mehr so viele Fasane schießen zu müssen. Nein, lieber möchte er flächenmäßig die Vohburger Jagd ausweiten, um erneut mehr Tiere töten zu können.
Aus all dem folgt: würden Jäger tatsächlich aufgeben, weil es aus ihrer Sicht nicht mehr genug Wild gibt, so wäre dies kein Schaden für die Öffentlichkeit, sondern ein Segen – vorausgesetzt bei dieser Öffentlichkeit handelt es sich um ein wahrhaft zivilisiertes Gemeinwesen, das nicht in reaktionärem Traditionalismus erstarrt ist.
Anzumerken wäre noch, dass es sich beim Fasan um ein Tier handelt, das aus Asien stammt und in Deutschland ursprünglich nicht heimisch ist. Laut NABU bilden Fasane keine selbsttragenden Populationen und überleben nur deshalb, weil immer wieder gezüchtete Vögel ausgesetzt werden. Diese Aussetzungen aus rein jagdlichen Zwecken wird vom NABU entschieden abgelehnt. Ebenso kritisch ist die Bejagung des Feldhasens zu sehen, der immerhin seit Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten zu finden ist.
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Rudolf Oswald
Karin Oswald
Christian Elling
Tanja Haberl
 

 

 

Am 28.12.2015 gerieten zwei Reiterinnen bei Wolnzach in eine nicht abgesicherte Treibjagd, die Betroffenen meldeten den Vorfall bei der Polizei:

 

http://www.radio-in.de/wolnzach-treibjagd-gefaehrdet-reiter-102739/http://www.ingolstadt-reporter.de/polizeimeldungen/geisenfeld/treibjagd-gefaehrdet-reiterinnen

http://ingolstadt-today.de/lesen--schuesse-pfiffen-um-die-ohren%5B22861%5D.html

 

 

 

 

 

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