Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung derHobbyjagd

Hier finden Sie Leserbriefe, mit denen wir versuchen, die Öffentlichkeit für das Thema Jagd zu sensibilisieren. Nicht alle Leserbriefe wurden abgedruckt, wir veröffentlichen Sie dennoch auf unserer Seite.

 

 

Dieser Leserbrief von Jutta Hinz erschien im November 2019 in der Märkischen Oderzeitung:

Durch Jagd gequälte Tiere sind kein Tierschutz, das ist Barbarei!


Schon die Wortwahl im o.g. Artikel ist eine Herabwürdigung des Mitgeschöpfes Tier: Verblutende Tiere hinterlassen eine "Schweißspur"!
Ein aus höchster Not und Schmerzen fliehendes Tier "macht sich noch aus dem Staub", wie empörend!  Die Jäger schießen wild um sich, lernen das in Chrashkursen und da ist es klar, dass meist schwer verletzt wird. Das Schießen und Töten macht eben großen Spaß! Es bringt schließlich auch noch Geld.
Lt Artikel werden nicht alle zerschossenen Tiere mit dem sogenannten Schweißhund gefunden; ist das Tierschutz?


Der große Humanist Mahatma Gandhi:

Gesundem Leben Höllenqualen bis zum Tod durch Erschießen zu bereiten ist ein Verbrechen - was sollte sonst ein Verbrechen sein? 


 Gnadenlose Jagd
 
Jagd auf wild lebende Tiere. Sozialstrukturen werden dadurch zersprengt und vernichtet. Jungtiere werden damit oft zu Waisen und verhungern, weil die Mutter von den Jägern erschossen wurde. Mit dem Tod ringende Artgenossen werden auf ihrer panischen Flucht zurückgelassen und verbluten unter Qualen, einsam im Gebüsch. Für die Tiere, die eigentlich unsere Mitgeschöpfe sind, herrscht somit Krieg in Wald und Flur.
 300.000 Jäger bringen in Deutschland jährlich 5 Millionen Tiere um. Vielfach auf grausamste Weise: Hasen durch Schrotladungen, die sie vor Schmerz aufschreien lassen wie kleine Kinder; Rehe und Wildschweine durch »Expansionsgeschosse«, die aus den schwer verwundeten Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen herausschlagen«, damit sie auf der Flucht Spuren für die Nachsuche hinterlassen; Marder und Füchse unter anderem durch Fallen, die den Tieren einen elenden Todeskampf bereiten. Junge Wildschweine geraten in Panik, weil man ihre Leitbache totschießt. Rehkitze sehen hilflos ihre Mütter verbluten. Was in Bambi-Filmen dem Publikum die Tränen in die Augen treibt, gehört in unseren Wäldern zum grausamen Alltag.
 
Lange ist es den Jägern gelungen, ihre tägliche Barbarei vor der Öffentlichkeit zu vertuschen oder ihren blutigen Zeitvertreib als »ökologisch notwendig« darzustellen. Inzwischen haben Ökologen die Lebenslüge der Jagd entlarvt: Das Gleichgewicht von Natur und Tieren bedarf nicht schießwütiger Jäger, sondern stellt sich langfristig von selbst ein - durch eine innere Regulation der Geburtenrate, durch Anpassung an die Kapazitätsgrenzen der Umwelt und durch ein Ausweichen der Arten. Auch Verbissschäden an Jungpflanzen rechtfertigen das Jagdmassaker nicht. Im Gegenteil: Der Jagddruck ist für die Wildschäden mit ursächlich, ebenso wie für die Verbreitung der Tollwut. Letztere ist nicht durch Blei, Gas und Fallen zu bekämpfen, sondern durch Impfstoffe.
 
Es gibt keine Rechtfertigung mehr, dass wir den blutigen Krieg gegen unsere Mitgeschöpfe in Wald und Feld fortsetzen. Vielleicht war der Mensch früher auf seine Jagdbeute zum Überleben angewiesen. Heute dient sie nur mehr der Fleischsucht einiger Gourmets, die auf ihren Hasen- und Rehbraten nicht verzichten wollen. Vor allem aber lebt die Jagd von der Lust der Jäger zu töten, bequem und feige von Hochständen herunter und aus dem Hinterhalt zu schießen, vor denen sie ihre ahnungslosen Opfer zur Henkersmahlzeit versammeln. Unzählige Schusstürme säumen Waldränder und Waldwege, für die Tiere gibt es kaum ein Entkommen. Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, sagte treffend: »Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«Es wird höchste Zeit, von der Tradition der legalisierten Lust-Tötung von Tieren Abschied zu nehmen, von einer Tradition, die vom Hochadel und von Kirchenfürsten, von Politikern und Neureichen übernommen wurde, um menschliche Geltungsbedürfnisse und Aggressionen zu befriedigen. Die »Jagdleidenschaft«, auf die die Jäger auch noch stolz sind, ist eine gefährliche Perversion.

Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur mehr ein Schritt (Leo Tolstoi).

Die Mehrheit der Bevölkerung ist längst dagegen, dass der Gesetzgeber das Töten hoch entwickelter Lebewesen als »Jagdsport« erlaubt
 
 Kein Jagdrevier ist an Bodenbrütern so reich, dass hunderttausende von Tieren erschossen werden müssen. Der Jäger züchtet seine jagdbaren Tiere, damit er etwas hat, worauf er schießen kann. Und das ist nicht harmlos. Ein einziger Schuss setzt tausende von Wildtieren in Angst und Schrecken und dann die grausem Kriegstreibjagden im friedlichen Wald.
 
 Es gibt Ländereien, wo keine Lusttötung ausgeübt wird unter dem Deckmantel des Naturschutzes, wo sogar gefüttert wird und alles hält sich schön im Gleichgewicht.
 
 Die Jagd dient nur der Lust der Jäger, so war es immer schon. „Auf, auf zum fröhlichen Jagen…“!
 
Oft ist zu hören, dass Wildtiere nicht überhand nehmen dürften und der Jäger einen Ausgleich schaffen müsse. Dieses Argument ist allerdings längst wissenschaftlich widerlegt. Eine intakte Natur ist immer selbst in der Lage, das ökologische Gleichgewicht zu halten. Aber argwöhnisch werden natürliche Jagdkonkurrenten am liebsten ausgerottet.

 In ihren Jagdzeitschriften geben Jäger ihre Motivation offen zu: den »Kick«, den Jäger verspüren, wenn sie auf ein Tier schießen. (Geistig normal?)
 
 Wer hat nicht schon einmal von einer Welt geträumt, in der die Menschen in Einheit untereinander und im Einklang mit der Natur und den Tieren leben? Doch solche paradiesischen Zustände fallen nicht einfach vom Himmel. Sie müssen erarbeitet werden. Das bedeutet: umdenken und mit alten Traditionen brechen. Tiere sind nicht von Natur aus scheu, sondern die Jäger, die ihnen nachstellen und sie töten, haben sie scheu und ängstlich gemacht.

 Und: Haben ALLE Tiere nicht das gleiche Recht auf Leben und Freiheit wie wir?

 

 

 

 

Leserbrief zum Artikel "Darf ein Jäger Hunde erschießen?", Neuburger Rundschau 4.10.2019:

Endlich ein Urteil, das einen Jäger für sein rücksichtsloses und offenbar gesetzwidriges Verhalten zur Rechenschaft zieht. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Urteil wegweisend ist und die Jägerschaft ihre Lehren daraus zieht. Es ist unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit der jetzt verurteilte Jäger augenscheinlich davon ausgegangen ist, mit dem Abschuss der beiden Hunde durchzukommen. Ein Einzelfall ist ein solches Verhalten leider nicht! Schätzungen zufolge werden jährlich mehrere tausend Hunde von Jägern erschossen. Bei Katzen geht man sogar von bis zu 400.000 Abschüssen pro Jahr aus. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die meisten Jäger die getöteten Tiere einfach verschwinden lassen. So dreist, dass man die Besitzer zur Exekution ihres Haustieres dazu holt, sind die meisten Jäger dann doch nicht. Dieses Verhalten ist an Grausamkeit kaum noch zu überbieten. Gut, dass diesem Menschen jetzt der Waffenschein entzogen wurde und er künftig die Jagd nicht mehr ausüben darf. Zurück bleiben zwei tote Hunde und eine traumatisierte Besitzerin. Die Hobbyjagd verliert nicht zuletzt aufgrund solcher Vorfälle immer mehr an Ansehen. Letztendlich wird genau dieses rücksichtslose Verhalten das längst überfällige Ende der Hobbyjagd einläuten.

 

 

Leserbrief zum Artikel „Tödlicher Jagdunfall: Es hätte jeden treffen können.“ vom 25.07.2019 (Neuburger Rundschau):

 

Jahr für Jahr kommen Menschen bei Jagdunfällen ums Leben oder werden schwer verletzt. Die Zahl der Hochsitze in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Straßen und Wohngebieten steigt ständig. Treib- und Drückjagden sind oft nur unzureichend abgesichert, so dass immer wieder ahnungslose Spaziergänger oder Anwohner gefährdet werden. Noch immer entscheidet alleine der zuständige Jagdpächter, wo er seine Hochsitze aufstellt. Es gibt keinen gesetzlichen Mindestabstand zu Straßen oder Wohnhäusern. Treib- und Drückjagden müssen nur gemeldet, nicht aber genehmigt werden. Nach wie vor können unseren Hobbyjägern verpflichtende Schießübungen nicht zugemutet werden.  Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass immer wieder Kugeln in Wohnzimmern oder gar in Kinderbetten landen und Spaziergänger angeschossen werden. Der Jagdunfall in der Oberpfalz endete tödlich. Hier trägt auch der Landwirt, auf dessen Druck die Jagd trotz massiver Sicherheitsbedenken überhaupt erst stattfand, eine nicht unerhebliche Mitschuld. Hätte es eine Genehmigungspflicht durch eine unabhängige (nicht von Jägern besetzte) Behörde gegeben, hätte die Jagd so wohl nicht stattgefunden.

Im Übrigen hat die Richterin Recht: Es kann jeden treffen. Jederzeit. In einem Land, in dem Sicherheit ansonsten einen so hohen Stellenwert hat, sind die unzureichenden Sicherheitsvorschriften im Bereich der Hobbyjagd nicht nachvollziehbar. 

 

 

Antwort auf den  Leserbrief „Keine Wölfe im dicht besiedelten Deutschland“ vom 29.04.2019, Pfaffenhofener Kurier:

Da hat sich der Verfasser des Leserbriefs ja alle Mühe gegeben, sämtliche Schandtaten des Wolfes aufzuzählen. Eigentlich fehlten nur noch Rotkäppchen und die Großmutter, die ja bekanntlich ebenfalls dem Wolf zum Opfer gefallen sind.

Ja, der Wolf ist ein Raubtier. Als solches sollte er nicht verharmlost werden. Ihn aber als blutrünstiges Monster und Terrorist des Waldes darzustellen, ist ebenso wenig angebracht. Sicherlich wird der Wolf Beutetiere hetzen, reißen und fressen. Wenn es ihm leicht gemacht wird, wird er auch Schafe und Ziegen fressen – hier helfen nur Aufklärung und Präventionsmaßnahmen. Menschen werden vom Wolf in der Regel gemieden.

Wenn man den Ausführungen folgt, müssen die Zustände in unseren Wäldern für unsere Wildtiere ohne den Wolf ja geradezu paradiesisch sein. Leider ist dem nicht so: durch den ständigen Jagddruck durch die zweibeinigen Jäger stehen die Tiere permanent unter einem extremen Stress. Über eine Million Rehe und unzählige andere Wildtiere werden Jahr für Jahr in unseren Wäldern getötet. Viele von ihnen werden nur angeschossen und leiden noch stunden- oder tagelang. Bei Treib- und Drückjagden werden die Tiere über Stunden gehetzt und in Angst und Schrecken versetzt. Auch so grausame Jagdmethoden wie die Fallenjagd kommen nach wie vor zum Einsatz. Dagegen wirkt die Jagdmethode des Wolfes geradezu human.

Auch ist in Deutschland noch kein einziger Mensch von einem Wolf getötet worden. Durch Jäger hingegen kommen immer wieder Menschen um oder werden schwer verletzt. Mit dieser Gefahr sind wir offensichtlich bereit zu leben. Jedes Jahr werden im Rahmen des "Jagdschutzes" viele Hunde und noch mehr Katzen von Jägern getötet. Darüber regt sich kaum jemand auf. Wenn aber ein Wolf eine Ziege tötet, ist das offensichtlich nicht hinnehmbar. 

Ich würde mir im Umgang mit dem Wolf etwas mehr Gelassenheit wünschen. Andere Länder machen es uns vor.

 

 

 

Leserbrief zum Artikel „Wenn Kitze zur Beute für Hunde werden“, Pfaffenhofener Kurier April _2019:

Natürlich ist es leicht, mit solchen Vorfällen Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. Und dass Jäger solche Gelegenheiten gerne nutzen, um sich der Öffentlichkeit als Tier- und Naturschützer zu präsentieren, ist ebenfalls nicht neu. Man sollte aber bedenken, dass Jäger jedes Jahr mehr als eine Million Rehe töten. Aufgrund massiver Hegemaßnahmen sind die Bestände viel zu hoch. Die Tiere werden vor ihrem Tod bei Drück- und Treibjagden extremem Stress ausgesetzt und dann oft nur angeschossen, so dass sie noch stundenlang leiden dürfen. Vor diesem Hintergrund ist es etwas unglaubwürdig, sich als Beschützer der Wildtiere darzustellen. Andere Tierkinder haben in dieser Hinsicht übrigens weniger Glück. So ist es in den meisten Bundesländern verboten, Füchse, die gerade Nachwuchs aufziehen, zu töten. Leider ist es nicht verboten, die Fuchswelpen zu töten. Also werden erst die Welpen getötet und dann die erwachsenen Tiere, die jetzt ja keine Eltern mehr sind. Aber Füchse sind aus Jägersicht ja auch keine Wildtiere, sondern Beutegreifer und somit Beutekonkurrenten, die „kurz gehalten“ werden müssen.

Im Übrigen stimmt es mich zuversichtlich, wenn ich lese, dass sich Jäger „den einen oder anderen blöden Spruch“ anhören müssen, wenn sie Spaziergänger auf angebliches Fehlverhalten aufmerksam machen. Zeigt es doch, dass sich die Menschen nicht länger für dumm verkaufen lassen und das Tun der Jäger hinterfragen. Regelmäßig sehe ich Jäger, die ihre Hunde hinter ihrem Auto herlaufen lassen (übrigens ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz). Diese Hunde bleiben in den seltensten Fällen auf den Wegen, sondern rennen munter über Wiesen und scheuchen Wild auf, so dass jede Strafpredigt eines Jägers in diesem Zusammenhang nur noch lächerlich wirkt. Auch lässt man sich eben nicht gerne von jemanden belehren, der sein „Wissen“ in dreimonatigen Crashkursen erworben hat und somit gar nicht in der Lage ist, größere Zusammenhänge zu erfassen. Mit der gängigen Praxis, die Hunde und Katzen ihrer Mitmenschen zu erschießen, machen sich die Jäger auch nicht unbedingt beliebter. Dass sich Jäger zudem oft nicht an geltendes Recht halten, konnte man vor kurzem in Geisenfeld sehen, als ein Jäger in der Brut- und Setzzeit illegal Fallen aufgestellt hat. In diesem Fall waren die Behörden allerdings nicht ganz so kooperativ wie jetzt im Fall der zwei getöteten Rehkitze.

All das ist nicht neu. Dass der Hund jetzt allerdings von einem Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz zum Sündenbock gemacht wird, macht mich sprachlos. Nicht unsere industrielle Landwirtschaft, fehlender Lebensraum und der Klimawandel sind also Schuld am Artensterben. Nein, die wahren Schuldigen sind der Hund und sein Besitzer. 

 

Leserbrief zum Beitrag "Katzenmörder treibt sein Unwesen"/Donaukurier, Januar 2019:

Da wird also eine erschossene und ausgewaidete Katze in einem Wald gefunden, aber der Jäger kommt als Täter nicht in Frage? Wie im Bericht richtig erwähnt wird, dürfen Jäger jede Katze, die weiter als 300 m vom letzten Wohnhaus entfernt angetroffen wird, erschießen - und viele Jäger machen von diesem Recht regen Gebrauch. Oft werden die erschossenen Katzen dann als Fuchsköder missbraucht, was Pennys Zustand durchaus erklären würde. Auch ich weiß natürlich nicht, was letztendlich mit Penny passiert ist. Aber ich frage mich schon, warum hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Ist ein Nichtjäger für Pennys Tod verantwortlich, ist es eine grausame, verabscheuungswürdige Tat und der Täter müsste sich ggf. auch vor Gericht verantworten (auch wenn die Strafe vermutlich lächerlich gering ausfallen würde, weil unser Tierschutzgesetz das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht). Geht dieselbe Tat allerdings auf das Konto eines Jägers, wäre der Tod von Penny plötzlich legal und im Rahmen des Jagdschutzes von der Bevölkerung zu akzeptieren? Das ist nicht nachvollziehbar.

 

 

Leserbrief zum Beitrag "Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufgehoben" im Kreis-Anzeiger vom 6.6.2018:

 

 

Der Rebhuhn-Hegering Wetterau hat es also geschafft, die dringend notwendige Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufzuheben. Um dem bLedrohten Feldhamster zu helfen, sehen die Jäger nur eine Lösung: die massive Bejagung von Fuchs und Waschbär. Wie alle Beutegreifer werden sie von jeher als Beutekonkurrenten von den Jäger gehasst und gnadenlos verfolgt. Wenn auch ohne nennenswerte Auswirkungen auf den Bestand. Fuchs und Waschbär reagieren auf erhöhten Jagddruck mit erhöhten Geburtenraten. In Gebieten, in denen die Tiere nicht bejagt werden, sind die Populationen folgerichtig auch wesentlich stabiler. Waschbären ernähren sich überwiegend von Wirbellosen und pflanzlicher Nahrung, sind eher Sammler als Jäger, Wirbeltiere stehen nur selten auf dem Speiseplan. Füchse erbeuten hauptsächlich verletzte und geschwächte Tiere, sie tragen also gerade zur Gesunderhaltung der Bestände bei, indem sie die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen verhindern. Sie sind also ausgesprochen nützlich. Die Jagd auf diese Tiere ist daher kontraproduktiv und sollte endlich verboten werden. Und dem Feldhamster wäre durch den Schutz bzw. die Erhaltung seines Lebensraums sicher auch mehr geholfen. Wenn sich die Jäger aber solche Sorgen um bedrohte Tierarten machen, wäre es doch ein guter Anfang, Feldhasen und Rebhühner ab sofort nicht mehr zu bejagen - beide sind nämlich seit Jahren ebenfalls vom Aussterben bedroht. "Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd" 

 

 

 

Folgender Leserbrief erschien am 19.04.2016 im Pfaffenhofener Kurier (Wolnzacher Zeitung)

Leserbrief  zum Artikel „Wildernder Hund reißt Reh“ vom 12.04.2016

 

Da ist er also wieder, der Jäger als Beschützer des Wildes. Der es nicht ertragen kann, ein Tier leiden zu sehen. Da kann man sich nur verwundert die Augen reiben. Offensichtlich hat Herr Pfab noch nie an einer Treibjagd teilgenommen. Dort werden die Tiere ganz bewusst über Stunden aufgescheucht und in Angst und Schrecken versetzt. Auch diese Tiere haben Todesangst. Dazu kommt, dass bei diesen Veranstaltungen auf panisch flüchtende Tiere geschossen wird, was dazu führt, dass viele eben nicht sofort tot sind. Schätzungen zufolge werden 30 – 50% nur angeschossen. Dass durch fehlende Warnhinweise auch Spaziergänger und Autofahrer gefährdet werden, sei nur nebenbei erwähnt. Auch von der Fallenjagd oder anderen immer wieder kritisierten Jagdmethoden hat Herr Pfab anscheinend noch nie etwas gehört.  Jedes Jahr werden in Deutschland 5,5 Millionen Wildtiere von Jägern getötet, viele von ihnen aus Gründen, die sich wohl nur einem Jäger erschließen. Besonders schlimm trifft es die Beutegreifer, wie z.B. den Fuchs. Mitleid? Fehlanzeige! Sicher, es ist nicht in Ordnung, wenn Hunde Wildtiere verletzen – aber wenn der Jäger beim Anblick eines von einem Hund verletzten Rehes plötzlich sein Mitgefühl entdeckt, dann ist das unglaubwürdig. Vielmehr hat man den Eindruck, dass die günstige Gelegenheit dazu genutzt wird, der Öffentlichkeit einmal mehr das Märchen vom Jäger als Beschützer des Wildes aufzutischen.

 

 

 

Folgenden Leserbrief haben wir als Reaktion auf einen Bericht im Pfaffenhofener Kurier verfasst, in dem sich ein Vohburger Jäger "enttäuscht" zeigte, dass es in seinem Jagdgebiet nicht mehr genügend Fasane zu jagen gibt. Zur Lösung des Problems schlug er vor, dass sein Jagdrevier dringend vergrößert werden müsse. Der Leserbrief wurde leider nicht abgedruckt.

 

Leserbrief zum Artikel: „Fasane meiden Jagdgebiet“, Pfaffenhofener Kurier vom 12.03.2016

 

Eigentlich müsste man Herrn R.  für seine Klagen über den Einbruch des Fasanenbestandes in Vohburg dankbar sein. Gibt er doch damit zu verstehen, dass es ihm als Jäger nur um das Töten von Tieren aus Gründen des Zeitvertreibes geht. Würde nämlich das Bild vom „Heger und Pfleger des Wildes“ stimmen, das Jäger gern von sich zeichnen, so müsste Herr R.  froh sein, nicht mehr so viele Fasane schießen zu müssen. Nein, lieber möchte er flächenmäßig die Vohburger Jagd ausweiten, um erneut mehr Tiere töten zu können.

Aus all dem folgt: würden Jäger tatsächlich aufgeben, weil es aus ihrer Sicht nicht mehr genug Wild gibt, so wäre dies kein Schaden für die Öffentlichkeit, sondern ein Segen – vorausgesetzt bei dieser Öffentlichkeit handelt es sich um ein wahrhaft zivilisiertes Gemeinwesen, das nicht in reaktionärem Traditionalismus erstarrt ist.

Anzumerken wäre noch, dass es sich beim Fasan um ein Tier handelt, das aus Asien stammt und in Deutschland ursprünglich nicht heimisch ist. Laut NABU bilden Fasane keine selbsttragenden Populationen und überleben nur deshalb, weil immer wieder gezüchtete Vögel ausgesetzt werden. Diese Aussetzungen aus rein jagdlichen Zwecken wird vom NABU entschieden abgelehnt. Ebenso kritisch ist die Bejagung des Feldhasens zu sehen, der immerhin seit Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten zu finden ist.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd