Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd

Beiträge, die wir vor Mai 2021 veröffentlicht haben, können Sie in unserem Archiv nachlesen.

September 2021

Die Dokumentation "Stadt-Land-Fuchs" gewährt interessante Einblicke in das Sozialleben von Füchsen. Leider scheint ein artgerechtes Leben für Füchse heute nur noch in Städten möglich zu sein, wo die Tiere in festen Familienverbänden leben und ein erstaunliches Sozialverhalten an den Tag legen. Ganz anders ergeht es den Füchsen auf dem Land, wo sie noch immer gnadenlos verfolgt werden - was zu ständigem Stress und zerstörten Sozialstrukturen führt. Der Beitrag setzt sich auch mit den angewandten Jagdmethoden kritisch auseinander und zeigt, wie grausam und unnötig die Fuchsjagd ist. Gleichzeitig zeigt diese Dokumentation aber auch, wie umstritten die Fuchsjagd mittlerweile ist. Sie finden diese absolut empfehlenswerte Sendung unter folgendem Link:

 https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/stadt-land-fuchs/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZG9rdS8yMDIxLTAxLTAzVDE4OjE1OjAwXzE4OGE2MzM2LTc1NGYtNDZiZS05MzZhLTdhYzYwZjY2MTRhMi9zdGFkdC0tbGFuZC0tZnVjaHMt/

 

September 2021

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet im Beitrag "Familie Strasser wohnt jetzt im Fuchsbau" über ein Ehepaar, welches sich schon lange für den Schutz von Füchsen einsetzt. Um ein Statement zu setzen und zum Nachdenken anzuregen, ließen die Strassers nun von einem Künstler ein überlebensgroßes Bild eines Fuchses an ihrer Hauswand anbringen. Im Interview äußern sie sich kritisch zur Fuchsjagd, sie weisen darauf hin, welch wichtige Aufgabe der Fuchs in unserem Ökosystem erfüllt, sie verdeutlichen die negativen Folgen der Fuchsjagd und kritisieren Schliefanlagen. Außerdem fordern sie ein Ende der Hobbyjagd - stattdessen sollten Berufsjäger die Regulierung von Wildtierbeständen übernehmen.

So weit, so gut. Ärgerlich ist allerdings, dass man an verantwortlicher Stelle offenbar der Meinung war, man könne die Äußerungen der Strassers so nicht stehenlassen. Und so erscheint nun unmittelbar neben dem eigentlichen Artikel unter der irreführenden Überschrift "Hintergrund" auch gleich noch eine Gegendarstellung, mit der versucht wird, die Argumente der Strassers durch die übliche Jagdpropaganda zu widerlegen. Verfasst wurde diese Gegendarstellung vom zuständigen Redakteur "tk". "tk" macht aus seiner jagdfreundlichen Einstellung kein Geheimnis, jagdkritische Leserbriefe haben bei der RNZ kaum eine Chance auf Veröffentlichung. Wir haben jetzt auch versucht, die Gegendarstellung unter dem online-Artikel kritisch zu kommentieren - unser Beitrag wurde umgehend gelöscht. Das Thema scheint "tk" wichtig zu sein. Er nimmt sich sogar die Zeit, jagdkritische Leserbriefe persönlich zu "verbessern" und "als Jagdscheininhaber" seiner Meinung nach "ideologisch verblendete "Tierschützer zu belehren. Selbstverständlich steht auch Zeitungsredakteuren eine eigene Meinung zu. Wenn diese persönliche Meinung allerdings als objekive Wahrheit verkauft wird (und genau das wird mit der Überschrift "Hintergrund" suggeriert), dann hat das mit seriöser Berichterstattung nicht mehr viel zu tun.

 https://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-sinsheim-familie-strasser-wohnt-jetzt-im-fuchsbau-_arid,739624.html?fbclid=IwAR1F4LhcguF_6MC91Fgp6ZNvQG8n6BKfSIlYg2Koi2XBqJg_RZ27Gf3Fl7o

 

 

September 2021

Während einer Erntejagd wurde im Sommer 2018 ein damals 6-jähriges Mädchen im eigenen Garten angeschossen und schwer verletzt. Die Kugel durchschoss Darm und Rücken des Mädchens, es bestand Lebensgefahr. Durch eine Notoperation konnte das Leben des Kindes gerettet werden, an den Folgen der Tat leidet das Mädchen bis heute - körperlich wie psychisch. Nun hat vor ein paar Tagen der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Dem 34-jährigen Jäger wird vorgeworfen, während besagter Erntejagd von einer mobilen Jagdkanzel aus den verhängnisvollen Schuss abgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Der Vorwurf: der Jäger habe einen Schuss in Richtung Garten abgegeben und sich vor der Schussabgabe nicht versichert, dass er niemanden gefährdet. Der Angeklagte äußert sich nicht zu den Vorwürfen, lässt aber durch seinen Anwalt mitteilen, dass er sich vom Prozess "Gerechtigkeit" erhoffe. Von Reue keine Spur. 

https://www.rtl.de/cms/gera-maedchen-9-in-garten-von-schuss-aus-jagdgewehr-getroffen-schueler-mobbten-jana-wegen-rollstuhl-4831398.html?utm_term=rtl-aktuell&utm_medium=echobox&utm_campaign=post&utm_source=Facebook#Echobox=1631725147-1

Erntejagden gelten als besonders gefährlich - immer wieder kommt es zu tragischen Zwischenfällen. Und es kann jeden treffen, wie auch folgender Fall zeigt: ebenfalls im Sommer 2018 waren zwei Männer auf der B16 bei Regensburg unterwegs, als plötzlich eine Kugel die Windschutzscheibe des Autos durchbrach und der Beifahrer tödlich getroffen zusammenbrach:

https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Oberpfalz-B16-bei-Regensburg-Jaeger-erschiesst-Mann-in-vorbeifahrendem-Auto-id51933331.html

Der Gesetzgeber sieht hier übrigens keinen Handlungsbedarf - offensichtlich sind diese "Kollateralschäden" von der Gesellschaft zu akzeptieren. 

 

September 2021

Im Artikel "Wolf schnappt mir die Rehe vor der Flinte weg" auf IR-online beklagt sich ein Jäger aus Brandenburg darüber, dass er kaum noch "ein Tier vor die Flinte bekommt". Da er den Wolf für seinen ausbleibenden Jagderfolg verantwortlich macht, fordert er konsequenterweise eine verstärkte Bejagung der immer noch streng geschützten Tiere - und macht so deutlich, worum es bei der Jagd wirklich geht. Es geht weder um Artenschutz noch um Ökologie - auch wenn Jäger das immer wieder gerne behaupten. Es geht um den eigenen Jagderfolg, um eine "gute Strecke" und ums Töten. 

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/brandenburger-jaeger-klagt-wolf-schnappt-mir-die-rehe-vor-der-flinte-weg-59257125.html?fbclid=IwAR30GsMTwbSjPkNsaieBvRmAgHJoLQjs9kvG-SgzV7auZbJyI_u7X39KpAk

 

September 2021

Eine neue Tierschutz-Hundeverordnung sorgt bei vielen Jägern derzeit für Unmut. Künftig soll es verboten sein, "bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden" . 

All diese Methoden sind übrigens in der "normalen" Hundeausbildung schon lange verboten. Sämtliche Hundeschulen mussten sich zertifizieren lassen, um sicherzustellen, dass die genannten, tierschutzrelevanten Methoden nicht mehr zur Anwendung kommen. 

Für Jäger gelten - zumindest bis jetzt - wieder einmal andere Regeln. Das neue Gesetz stößt erwartungsgemäß auf heftige Gegenwehr, man möchte weiter an den überholten Methoden festhalten, zweifelt gar die wissenschaftlichen Untersuchugsergebnisse an, die jede Art von Strafreiz in der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstufen. Die "Argumente" der Jäger für den Einsatz von Stachelhalsband, Elektrohalsband, Leinenruck und anderen überholten Methoden finden Sie im Beitrag "Brauchbare Jagdhunde auch in Zukunft?" unter folgendem Link:

 https://www.natuerlich-jagd.de/hund/brauchbare-jagdhunde-auch-in-zukunft.html?fbclid=IwAR3Wq0UncVPrV0jg6FUZirIqxHeuKvlE0DFp4g4IQ_crDDmGknn854bE10o

Bleibt zu hoffen, dass die Proteste der Jäger keinen Erfolg haben und sich der Tierschutz in diesem Fall durchsetzt. Es wäre zumindest ein Anfang. 

 

September 2021

"Könnten Sie sich vorstellen, ein Reh oder ein Wildschwein zu erschießen? Für hunderttausende Jägerinnen und Jäger in Deutschland ist das Teil ihrer Aufgabe. Doch was steckt hinter dieser Faszination? Ein überkommenes, blutiges Hobby? Oder doch die Verbundenheit zu Tier und Natur? Über die Funktion der Jagd aus wissenschaftlicher Sicht."

Mit diesen Worten wird der Beitrag "Zwischen Wald und Wild - Brauchen wir die Jagd noch?"

https://www.mdr.de/wissen/brauchen-wir-die-jagd-noch-100.html

im MDR angekündigt. Wer nun aber tatsächlich eine unvoreingenommene, kritische Berichterstattung erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Im Beitrag äußerten sich ausschließlich Jäger und Jagdbefürworter, Jagdkritiker kamen nicht zu Wort. So war es wenig überraschend, dass auch dieses Mal wieder nur die übliche Jagdpropaganda zu hören war. Umstrittene Themen wie die Jagd auf Beutegreifer, das Züchten und Aussetzen von Tieren zu Jagdzwecken oder grausame Jagdmethoden wie die Fallenjagd wurden völlig ausgeklammert. Zwar gibt ein Professor für Wildtiermanagement im Beitrag zumindest zu, dass Wildbestände durch die Jagd nicht reguliert werden können. An der Jagd festhalten möchte er trotzdem, weil "es ohne Jagd ja vermutlich noch viel schlimmer wäre." Wie er diese Meinung begründet, bleibt sein Geheimnis. Wissenschaftliche Studien, die das Gegenteil beweisen, werden nicht erwähnt. So wird der Beitrag seinem Anspruch, sich dem Thema aus wissenschaftlicher Sicht zu nähern, leider nicht gerecht. Wir haben uns mit einem Schreiben an den MDR gewandt und auf die Schwächen des Beitrags hingewiesen. Das Schreiben können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

 

September 2021

Im Beitrag "Weil´s reicht: Frustrierter Jäger präsentiert Gassigehern gerissenes Rehkitz" inszeniert sich Revierpächter Markus K. gekonnt als tief betroffener Wildtierschützer, der mit Tränen in den Augen, dem "kleinen Reh, dessen schwarze Knopfaugen einen flehend anschauen" die letzte Ehre erweist, indem er ihm "einen Eichenzweig in den Äser steckt". Mit dieser alten Tradition wollen die Jäger "ihren Respekt vor dem Lebewesen zum Ausdruck bringen". Anschließend verfrachtet er das Reh in eine Plastikwanne und präsentiert es in diesem Zustand Waldbesuchern, als "stummen Protest gegen Ignoranz und Egoismus". Glaubt man den Aussagen des Jägers, waren sämtliche Spaziergänger von der Aktion angetan und äußerten Verständnis. Allerdings sind solche medienwirksamen Aktionen als reine Ablenkungsmanöver zu werten. Jäger töten jedes Jahr mehr als 5 Millionen Wildtiere, allein über eine Million Rehe fallen ihnen Jahr für Jahr zum Opfer. Auch diese Tiere sterben oft einen qualvollen Tod. Vor diesem Hintergund ist die zur Schau getragene Betroffenheit des Jägers mehr als unglaubwürdig. Die Zahl der von "wildernden" Hunden getöteten Tiere ist verschwindend gering. Dennoch werden die Jäger nicht müde, Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. 

Wie gut diese Strategie zu wirken scheint, zeigen die Kommentare, die unter dem Artikel abgegeben wurden - gleichzeitig geben sie gute Einblicke in die Denkweise der Jäger: eine seltsame Mischung aus Aggression und Selbstmitleid. Der Artikel und die Kommentare sind unter folgendem Link nachzulesen: 

https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/stummer-protest-eines-jaegers-90954718.html#idAnchComments

Auch wir haben einen Kommentar abgegeben, den Sie entweder ebenfalls unter oben genannten Link oder in unserer Rubrik Leserbriefe nachlesen können. 

Das Reh auf dem Foto wurde übrigens nicht von einem Hund getötet, sondern von einem Jäger.

 

 

September 2021

Immer wieder kommt es zu illegalen Tötungen streng geschützter Greifvögel durch Jäger oder auch Taubenzüchter. Die Jäger möchten ihr Niederwild vor den Greifvögeln "beschützen", die Taubenzüchter ihre wertvollen Tauben. Um die Tiere anzulocken, werden solche mit lebenden Tauben bestückte Fangkörbe benutzt. Oft finden diese Taten im Verborgenen statt - aber selbst in Fällen, in denen Anzeige erstattet wird, kommt es in den wenigsten Fällen zu einer Verurteilung des Täters. So wurde im November 2020 von der Staatsanwaltschaft Amberg ein solches  Verfahren gegen einen Jäger aus dem Landkreis Schwandorf eingestellt - und das trotz erdrückender Beweise und eindeutiger Zeugenaussagen. Ähnlich gelagert ist ein Fall, für den die Staatsanwaltschaft Osnabrück zuständig ist. Hier wurde ein mit Locktauben beköderter Habichtfangkorb auf dem Grundstück eines Taubenzüchters sichergestellt. Dennoch will die Staatsanwaltschaft auf einen Prozess gegen den Beschuldigten verzichten und begründet die Entscheidung damit, dass "kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung" bestehen würde. Der Taubenzüchter muss lediglich 500,-- Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen und versprechen, künftig keine streng geschützten Tiere mehr zu töten. 

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

August 2021

Kurz vor der Bundestagswahl hat der Deutsche Jagdverband seine Forderungen an die Politik formuliert - die jagdpolitischen Sprecher aller im Bundestag vertretenen Parteien haben sich zu Themen wie "Jagd der Zukunft", "Afrikanische Schweinepest", "Artenvielfalt in der Agrarlandschaft", "Bleifreie Munition", "Jagdliche Unfallversicherung", "Auslandsjagd" und "Vernetzung von Lebensräumen" geäußert.

Unter folgendem Link 

https://www.jagdverband.de/bundestagswahl?fbclid=IwAR0UcTOSqLVkk0NzUTf55Mq8KZWdbC-lj56LXIMpXR1OT8T8iakyhxxjmSg

finden Sie sowohl die Forderungen der Jäger als auch die Meinung der Politiker zu den verschiedenen Punkten. Quer durch alle Parteien bekennt man sich zur Jagd, einen grundsätzlichen Reformbedarf sieht man nicht, allenfalls minimale Nachbesserungen in Teilbereichen. Die Meinungen der unterschiedlichen Parteien unterscheiden sich tatsächlich nur in Nuancen. Fairerweise muss man sagen, dass es sowohl bei den Grünen als auch bei der Linken engagierte Tierschützer gibt, die der Jagd in ihrer jetzigen Form sehr kritisch gegenüberstehen. Es gibt bei beiden Parteien Arbeitskreise, die durchaus brauchbare Konzepte für die Zukunft der Jagd entwickelt haben. Leider ist der Einfluss dieser Arbeitskreise innerhalb der Partei sehr gering, so dass die erarbeiteten Konzepte kaum Einfluss in die Realpolitik finden. Und daran wird sich auch nichts ändern, so lange für den politischen Tierschutz das Landwirtschaftsministerium zuständig ist. Unzählige Skandale der letzten Jahre zeigen, dass der Tierschutz bei den Verantwortlichen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Um den Tierschutz zu stärken und die Rechte der Tiere stärker in den Fokus zu rücken, fordern Tierschutzverbände seit langem die Einführung eines Ministerium für Tierschutz auf Bundesebene. Um dieses Ziel zu erreichen, hat PETA eine Petition gestartet, die Sie unter folgendem Link unterschreiben können: 

https://www.peta.de/themen/tierschutzministerium-petition/

August 2021

Dieses Schild wurde in Untersberg/Salzburg aufgenommen. In Österreich sprechen die Jäger offensichtlich Klartext. In Deutschland dürfen Jäger - zumindest offiziell - nur Hunde töten, die "erkennbar Wild nachstellen", der Hund muss sich zudem "außerhalb des Einwirkungsbereich seines Besitzers befinden". In Österreich ist die Rechtslage wohl etwas anders: dort dürfen grundsätzlich "freilaufende, offensichtlich herrenlose Hunde" erschossen werden - auch dann, wenn gar kein Wild in der Nähe ist. Und die Jäger legen diese Regelung wohl sehr großzügig aus. Immer wieder stellt sich allerdings heraus, dass der "offensichtlich herrenlose Hund" gechippt war und somit durchaus einem Halter zugeordnet werden könnte. Um Diskussionen mit den (ehemaligen) Besitzern aus dem Weg zu gehen, verscharrt man die Tiere dann irgendwo im Wald. Im Übrigen gibt es keinen Grund, herrenlose Hunde einfach so zu töten. Für herrenlose Hunde sollten die Tierschutzvereine zuständig sein, nicht die Jäger.

August 2021

In der Nähe von Peine ist eine Katze in eine Totschlagfalle geraten. Der Katze gelang es zwar, sich selbst zu befreien, dennoch kam für sie jede Hilfe zu spät. Eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Peine beschreibt den Zustand der Katze so: "An einer Pfote sind mehrere Zehen abgetrennt gewesen, ein Bein wurde nur noch durch die Sehnen gehalten und Knochen ragten heraus." Offenbar hatte sich die Katze in diesem Zustand schon mehrere Tage herumgequält, bis sie gefunden wurde. Der Tierarzt konnte das Tier nur noch einschläfern. Wie der Tierschutzverein Peine bestätigt, gab es in der Vergangenheit bereits mehrere ähnliche Fälle in der Gegend. Die früheren Fälle wurden vom Tierschutzverein nicht zur Anzeige gebracht, da man sich von einer Anzeige gegen Unbekannt wohl zurecht nicht viel erwartet hat. Über den aktuellen Fall scheint die Polizei nun aber informiert worden zu sein, auch die Presse berichtete darüber, so dass zumindest eine kleine Hoffnung besteht, den Täter überführen zu können.

Übrigens: die Fallenjagd erfreut sich in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit. Vorstöße seitens der Politik, zumindest den Einsatz von Totschlagfallen ganz zu verbieten, stoßen immer noch auf erbitterten Widerstand seitens der Jägerschaft. Dort hält man diese Art der Jagd für tierschutz- und waidgerecht.

https://regionalheute.de/katze-geraet-in-totschlagfalle-tierarzt-kann-sie-nur-noch-erloesen-peine-1629376370/?fbclid=IwAR0hBszhmHNuy5nHKJz0pKkbDsjfqQAzuBmKoop2PlIAdM_cR8D8lmq9Xww

 

 

August 2021

Wie die Stadttaubenhilfe Nürnberg mitteilt, lässt die Stadt Nürnberg auf den Feldern in Nürnberg-Kleinreuth obdachlose Haustauben erschießen. Schon seit einigen Wochen melden Anwohner immer wieder Schüsse - so auch gestern. Mitglieder der Stadttaubenhilfe fuhren zum Abschussort und trafen dort auf mehrere Jäger, die gerade dabei waren, ihren Auftrag auszuführen und die Tauben zu töten. Der herbeigerufene verantwortliche Jagdpächter wies darauf hin, dass der Abschuss von der Stadt genehmigt sei. Begründet wird der Abschuss mit angeblich immensen Schäden durch die Stadttauben (und Krähen) auf den Rapsfeldern.

Wir schließen uns der Einschätzung der Stadttaubenhilfe an, dass die Bejagung der geschützten Stadttauben nicht gerechtfertigt ist. Die Stadttaubenhilfe hat sich mittlerweile mit dem TSV Noris in Verbindung gesetzt, der Fall wird zur Anzeige gebracht. 

Noch ein Wort zum Stadttaubenmanagement der Stadt Nürnberg: in der Stadt gilt ein Taubenfütterungsverbot, und zwar mit der Begründung, dass die Tauben ja zu den Feldern am Stadtrand fliegen könnten, wo sie genug Nahrung finden würden. Wenn die Tauben dann genau das tun, erteilt man eine Abschussgenehmigung und lässt die Tauben töten. Gleichzeitig scheint es in Nürnberg unmöglich zu sein, einen geeigneten Ort zu finden, an dem ein lange versprochener Taubenschlag errichtet werden könnte. Die Suche nach einem geeigneten Ort zieht sich wohl schon über mehrere Jahre hin.

https://www.facebook.com/Stadttaubenhilfe.Nuernberg

 

August 2021

Das Startup-Unternehmen Zauberjagd bietet nun Luxushochsizte für Jäger an, die auch bei der Ausübung ihres blutigen Hobbies nicht auf einen gewissen Komfort verzichten möchten. Die Hochsitze sind ausgestattet mit einer Fuß- und Sitzheizung, einer Klimaanlage und USB-Steckdosen. Den benötigten Strom liefert eine Solaranlage, die auf dem Dach des Hochsitzes installiert ist. Die Hochsitze sind mit etwa 15.000 Euro nicht gerade billig - daher richtet sich das Angebot vornehmlich an "Gutverdiener aus der Industrie, Unternehmer sowie vermögende Familien."  Mittlerweile gibt es fast 400.000 Jagdscheininhaber in Deutschland, Tendenz steigend. Den Unternehmer freut diese Entwicklung, denn: "Immer mehr junge Menschen wollen zurück in die Natur und auf einen gewissen Komfort nicht verzichten." Um die Luxushochsitze auch für diese Zielgruppe erschwinglich zu machen, soll demnächst ein Leasing-Modell eingeführt werden. 

https://www.businessinsider.de/gruenderszene/business/zauberjagd-jaegerstand-hochsitz-luxus-c/?fbclid=IwAR2nG1X25eHaGVgDnB19UO5EMY7LbL1qZFu8zWfsFaDpK_97tpo97zUwwsk

 

August 2021

Am 13.9.2021 findet das 9. Berliner Online-Tierschutzforum statt. Um 19.00 Uhr ist ein Vortrag von Prof. Josef Reichholf geplant, der dort einen kritischen Vortrag zum Thema Jagd halten wird. Prof. Reichholf ist einer der renommiertesten Biologen Deutschlands, er hat drei Jahrzehnte lang an der TU München "Naturschutz" gelehrt und zahlreiche, vielfach ausgezeichnete Sachbücher verfasst. Und er ist erklärter Jagdkritiker. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, die Anmeldung erfolgt über folgenden Link: 

https://www.eventbrite.co.uk/e/9-berliner-tierschutzforum-die-jagd-eine-kritisch-okologische-sicht-tickets-163833080153

Darum wird es in seinem Vortrag gehen:

"Millionen Tiere werden Jahr für Jahr in Deutschland geschossen. Ist die Jagd auf „Wildtiere“ wirklich notwendig, oder werden Notwendigkeiten vorgeschoben, die so gar nicht existieren? Nehmen Wildbiologen, die selbst jagen, eine wissenschaftlich hinreichend objektive Haltung ein, wenn sie über die Folgen der Bejagung auf die davon betroffenen Tierarten und für die Natur urteilen? Kritische Hinterfragungen der jagdlichen Ziele und Begründungen sind notwendig, wie die Beispiele im Vortrag zeigen werden. So nehmen deutschlandweit die Bestände der Wildschweine trotz stark intensivierter Bejagung zu. Der Rehbestand bleibt seit Jahrzehnten auf sehr hohem Niveau „stabil“ oder steigt weiter an, während die Bekämpfung der Füchse, Marder und anderer sogenannter Raubtiere, wie auch die Krähenbejagung, dem Niederwild offensichtlich nichts gebracht haben. Den Hasen und Fasanen kommen allenfalls trockenwarme (Früh-)Sommer zugute. Die Städte, insbesondere die Großstädte, werden indessen immer mehr zu Rettungsinseln für die Wildtiere aller Größenordnungen, ohne dass die festgestellten oder vermeintlichen Schäden groß angelegte Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich machten. Berlin ist längst nicht nur „Hauptstadt der Nachtigallen“. In der Millionenmetropole geht es auch den „jagdbaren Wildtieren“ gut. Die Jagd müsste längst grundsätzlich auf den Prüfstand, denn die Jagdleidenschaft der Jäger darf nicht gleichgesetzt werden mit der Notwendigkeit zu regulieren. Bestandsregulierungen von Wildtieren missglückten ihr nahezu ausnahmslos. Mit dem „Kurzhalten“ der jagdlich unerwünschten Arten und der einseitigen Förderung der erwünschten, weil Trophäen liefernden Wildtiere hält die Jagd unsere Tierwelt sehr naturfern. Chancen, dies zu ändern, haben die Menschen der Großstädte. Sie zeigen, dass man mit Wildtieren sehr wohl zusammenleben kann. Das Wirken der Großstädter sollte „aufs Land“ hinaus gerichtet werden. Denn weniger Jagd würde die Tiere vertrauter machen und Wildunfälle stark vermindern."

 

 

August 2021

"Trotz der dramatischen Abnahme unserer klassischen Niederwildarten, Hase, Fasan und Rebhuhn, gibt es in vielen unserer heimischen Reviere noch die Wildenten, die oft schöne Jagderlebnisse versprechen.“  Dieses Zitat stammt aus dem Magazin "Jagd". Doch woher kommen all die Enten für das schöne Jagderlebnis? Damit befasst sich der Beitrag "Entenjagd nach Gutsherren-Art" auf naturwelt.org. Die Enten werden mit Futter angelockt, gerne stellt man ihnen auch spezielle Nistkästen zur Verfügung. Sollten sich trotz dieser Maßnahmen noch immer nicht genügend Enten zum Abschießen im Jagdgebiet aufhalten, greift man auch gerne auf extra gezüchtete Enten zurück, welche man dann kurz vor der Jagd aussetzt. Weitere interessante Einblicke zu diesem Thema finden Sie auf der Seite von naturwelt.org unter folgendem Link:

 https://www.naturwelt.org/der-wald/gegen-die-jagd/entenjagd-nach-gutsherren-art/?fbclid=IwAR1XeqseZDCdIhySyMEob_naH_503hAZktYPJUnvyVIMjElq1dICY5K_Slc

Interessant in diesem Zusammenhang: lange Zeit war das Züchten in großer Zahl und das Aussetzen kurz vor der Jagd auch beim Fasan üblich. Dort gibt es nun allerdings  Einschränkungen, das Aussetzen zu Jagdzwecken ist nicht mehr erlaubt. War aber erlaubt ist, ist das Aussetzen von Fasanen zur "Bestandsauffrischung" - diese ausgesetzten Fasane sollen sich dann in freier Wildbahn vermehren und wenn der Bestand es hergibt, natürlich auch bejagt werden. Das Ziel des Jägers ist das gleiche, allerdings ist die Fasanenjagd unter diesen Voraussetzungen mit deutlich mehr Aufwand verbunden als die Entenjagd. So ist es zu erklären, warum sich die Entenjagd einer zunehmenden Beliebtheit in Jägerkreisen erfreut.

August 2021

Diese Aufnahme stammt von einem aufmerksamen Spaziergänger aus der Oberpfalz. Der Käfig befindet sich ca. 50 Meter von einem Hochsitz entfernt. In solchen Käfigen werden Hasen oder Hühner eingesperrt, um Füchse anzulocken, die dann bequem vom Hochsitz aus erlegt werden können. Derartige Jagdpraktiken halten Jäger durchaus für tierschutzgerecht.

Nach wie vor werden in Deutschland Jahr für Jahr rund eine halbe Million Füchse von Jägern getötet - vorgeblich zum Schutz des Niederwildes. Immer wieder behaupten Jäger, die Prädatorenjagd sei nötig, um die Bestände von Feldhasen, Rebhühnern und Fasanen zu erhalten. Was Jäger nicht so gerne erzählen: auch sie erlegen Niederwild, und zwar nicht zu knapp. So wurden im vergangenen Jagdjahr rund 184.00 in ihrem Bestand bedrohte Feldhasen, 100.000 Wildkaninchen, 76.000 Fasane (diese werden oft extra zu Jagdzwecken gezüchtet und ausgesetzt) und auch rund 1800  in ihrem Bestand stark bedrohte Rebhühner von Jägern getötet. Hinzu kommen noch mehr als 1.000.000 Rehe, rund 430.000 Wildtauben und 270.000 Wildenten. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, worum es den Jägern wirklich geht: um den eigenen Jagderfolg und eine möglichst gute "Strecke".
 

August 2021

Lili Lele von "Jeder Tag zählt e.V." klärt in ihrem aktuellen Newsletter über die Fuchsjagd auf. Eindrücklich beschreibt sie, welchen Qualen die Tiere bei der grausamen Bau- oder Fallenjagd ausgesetzt sind, sie kritisiert die immer noch übliche Praxis, Füchse aus ihrem Bau zu holen und dann in sog. Schliefanlagen als lebende Trainingsobjekte für angehende Jagdhunde zu missbrauchen. Rund eine halbe Million Füchse werden jedes Jahr allein in Deutschland von Jägern getötet. Um diese nicht länger haltbaren Zustände zu beenden, hat Lili Lele eine Petition gestartet, die Sie unter folgendem Link unterschreiben können: 

https://jedertag.lpages.co/fuchsjagd/

 

August 2021

Vor kurzem sorgten Schüsse im Regensburger Stadtgebiet für Aufregung - in kürzester Zeit verbreitete sich die Meldung in den sozialen Medien, besorgte Anwohner informierten die Polizei. Diese jedoch gab schnell Entwarnung: die Schüsse seien von einem Jäger abgegeben worden, der auf einem Sportplatz (!!!) mitten im Stadtgebiet auf Hasenjagd war. Die Aktion sei genehmigt gewesen, alles sei ordnungsgemäß abgelaufen. Vorsorglich weist man die Bevölkerung schon mal darauf hin, dass weitere Aktionen dieser Art geplant seien. Die Aufregung und auch die Ablehnung, auf welche die Aktion stößt, scheint man in den verantwortlichen Behörden nicht recht nachvollziehen zu können. Immerhin seien solche innerstädtischen Hasenjagden nichts neues, auf dem Campus der Universität komme das häufiger vor. Begründet wird die Aktion mit den "vermehrten" Schäden, welche die Hasen an der Sportanlage anrichten würden. Teilweise könne durch diese Schäden sogar eine Verletzungsgefahr für die Spieler entstehen.

Auf die Idee, dass die weitaus größere Gefahr für die Bevölkerung von einem Jäger ausgehen könnte, der an einem Sommerabend zwischen 20.00 und 21.30 mitten im Stadtgebiet auf einem Sportplatz von einer Schusswaffe Gebrauch macht, scheinen die Verantwortlichen nicht gekommen zu sein. Wie die vielen Meldungen zeigen, die bei der Polizei eingegangen sind, hat man es noch nicht einmal für nötig befunden, die Anwohner über die bevorstehende Jagd zu informieren. Auch wenn sich die Verantwortlichen nun um Schadensbegrenzung bemühen - viel Verständnis für diese Aktion scheint in der Bevölkerung nicht vorhanden zu sein.

https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/jaeger-schoss-im-stadtwesten-hasen-21179-art2028469.html

 

 

August 2021

Im Hochtaunus hat ein Jäger ein Pferd auf einer Koppel erschossen. Angeblich hat er das Pferd für ein Wildschwein gehalten.

https://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/usingen-ort893437/jaeger-haelt-pferd-fuer-wildschwein-90917695.html

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, erst dann einen Schuss abzugeben, wenn man sich absolut sicher ist, worauf man schießt. Diese Grundregel wurde in diesem Fall wieder einmal missachtet. Die Polizei geht davon aus, dass der Schuss ein Versehen war, ein strafbares Handeln liegt laut Einschätzung der Polizei nicht vor. Der Besitzer des Pferdes möchte - aus welchen Gründen auch immer - keine Anzeige erstatten. 

Wie viele solcher Vorfälle sind eigentlich noch nötig bis die Politik endlich tätig wird und die Jagdausübung neben Wohngebieten, Straßen oder eben Pferdekoppeln untersagt?

Ähnlich wie wir kommt auch Wildtierschutz Deutschland zu der Einschätzung, dass derartige Vorfälle durch entsprechende gesetzliche Regelungen verhindert werden könnten. Wildtierschutz Deutschland fordert deshalb die Wiedereinführung des ursprünglichen Nachtjagdverbotes, außerdem eine bessere Ausbildung und eine stärkere Kontrolle der Jäger. Zudem sollten Jagdausübungsberechtigte ihre Eignung durch psychologische Tests bestätigen lassen müssen. Wie dringend notwendig eine derartige Überprüfung der psychischen Eignung wäre, zeigen auch die Kommentare, die nach diesem Vorfall in diversen Jagdforen abgegeben wurden und die sich vor allem durch extreme Geschmacklosigkeit und Empathielosigkeit auszeichnen - einige Bespiele können Sie unter dem unten angegebenen Link nachlesen.

Wildtierschutz Deutschland hat nun Anzeige gegen den Jäger erstattet.

 https://www.he-wildtierschutz.de/post/pferd-mit-wildschwein-verwechselt?fbclid=IwAR0aa2uP5945RiG8AENJRX8vbohzirAzrEj1mLmOqqAl2n0meFQWubllrEs

 

August 2021

Im Naturschutzgebiet Dümmer See sollen sich "alle Tiere und Pflanzen, nicht nur die bedrohten Arten, ungestört entwickeln können." So ist es zumindest auf einer Hinweistafel der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Diepholz zu lesen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Nach wie vor werden im Schutzgebiet Dümmer See Füchse massiv bejagt - mt all den bekannten negativen Auswirkungen auf Natur und Artenvielfalt. So fallen die Füchse etwa als Gesundheitspolizei aus, Krankheiten können sich unter den vorhandenen Beständen viel leichter verbreiten. Die Initiative "Pro Fuchs Ostfriesland" hat vor kurzem bereits mit einer Protestaktion auf die Probleme am Dümmer See aufmerksam gemacht. Nun ist auf der Homepage von "Pro Fuchs Ostfriesland" ein Beitrag erschienen, der nochmal deutlich macht, was sich am Dümmer See tatsächlich abspielt. Sie können den interessanten und aufschlussreichen Beitrag unter folgendem Link 

https://www.profuchsostfriesland.de/Informationen-ueber-Fuechse/Wiesenbrueter/Duemmer-See/

nachlesen und sich selbst ein Urteil darüber bilden, ob die Maßnahmen, die dort ergriffen werden, dem Artenschutz zuträglich sind.

 

Juli 2021

Nach Problembären und Problemwölfen gibt es nun also auch Problemrehböcke: während einer Wanderung waren drei Frauen von einem Rehbock "angegriffen" worden. Die Polizei nahm Kontakt zu den örtlichen Jägern auf, die gerne bereit waren, das Problem auf ihre übliche Art zu lösen. 

https://www.jagderleben.de/news/rehbock-greift-wanderin-verletzt-diese-712851

In Verdacht geriet schnell der von Menschen aufgezogene und ausgewilderte Rehbock Peterl. Mittlerweile ist Peterl rehabilitiert - eine von den Wanderinnen selbst angefertigte Videoaufnahme entlastet Peterl und zeigt, dass die drei Frauen den Rehbock bedrängt und provoziert haben, so dass er schließlich  zum Angriff über ging. Den Frauen droht nun eine Anzeige, das Todesurteil für Peterle wurde zumindest vorübergehend ausgesetzt.

https://www.dailymotion.com/video/x82yvgz?fbclid=IwAR0Pg5Sj7uOffRgHziW_TmEOa9keYV9k2EIEO2ccyT7__wPdZ_hVAKE_hDI

 

Juli 2021

Bereits im September 2019 ereignete sich in Österreich folgender Vorfall: während einer Jagdhundprüfung gab ein 24-jähriger Jäger einen Schuss auf eine Ente ab. Der Schuss ging daneben und traf einen Mann, der sich zu diesem Zeitpunkt am gegenüberliegenden Ufer des Sees aufhielt, im Gesicht. Mehrere Schrotkugeleinsprengungen mussten operativ entfernt werden. Der Mann erstattete Anzeige und wollte vom Schützen ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.500,-- Euro. Das zuständige Gericht hat die Schmerzensgeldforderung nun zurückgewiesen, der Geschädigte muss zudem sämtliche Prozesskosten tragen. Die Begründung des Gerichts: Der Geschädigte und sein Begleiter hätten das Gebiet umgehend verlassen müssen, nachdem sie gesehen hatten, dass sich am gegenüberliegenden Ufer des Sees eine Jagdgesellschaft befindet. Da sie das nicht getan haben, trifft den Geschädigten nach Auffassung des Gerichts eine Mitschuld. Der Schütze habe sich darauf verlassen, dass das Gebiet abgesichert sei - er habe nicht damit rechnen können, dass sich Menschen in der Schusslinie befinden könnten. Laut Aussage des Geschädigten war das Gebiet jedoch nicht abgesichert, es waren keine Warnhinweise zu sehen. Ob tatsächlich Warnschilder angebracht worden waren, konnte im Verfahren nicht geklärt werden. Wohl vor allem deshalb, weil die beteiligten Jäger "sehr bestrebt waren, die Verantwortung von sich zu weisen", außerdem wirkten sie seltsam "desinteressiert, geradezu als ob der Unfall eine Lappalie gewesen sei, an die sie sich nicht richtig erinnerten."

https://m.bvz.at/eisenstadt/klage-abgewiesen-zagersdorfer-schussopfer-urteil-ist-nicht-gerecht-zagersdorf-print-klage-schussverletzung-schussabgabe-schuss-opfer-jagd-283371969?fbclid=IwAR3D2GdBboPYhUSPtm_Smo9JL9BCBjNS58t062iZlYNDuSOFvfegoKhecgE

 

 

Juli 2021

Die Initiative "Pro Fuchs Deutschland" hat am vergangenen Wochenende am Vogelschutzgebiet Dümmer See (Niedersachsen) eine Protestaktion gegen die dort entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse immer noch praktizierte Fuchsbejagung zum Schutz der Wiesenbrüter durchgeführt. Mit Bannern, Flyern und auch Megafondurchsagen machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Aktion rief natürlich auch die Lokalpresse auf den Plan. Im  Beitrag "Initiative Pro Fuchs Deutschland kritisiert Bejagung von Füchsen am Dümmer"  wird dann wieder einmal versucht, Fuchsschützer und Jagdkritiker zu verunglimpfen. Offenbar war die Verfasserin des Beitrags nicht bereit, sich mit den von der Initiatorin der Protestaktion vorgebrachten Argumente auch nur ansatzweise auseinanderzusetzen. Statt dessen lag der Fokus darauf, diese Argumente zu entkräften und die Fuchsschützer lächerlich zu machen. Dafür wurde der NLKWN (Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) herangezogen. Dort befürwortet man die Bejagung des Fuchses und sieht derzeit keine Alternative, die Bodenbrüter zu schützen. Kritisch hinterfragt wurden die Aussagen des NLKWN nicht. Wir haben uns mit einem Leserbrief an die Zeitung gewandt und auch einen Kommentar unter dem Artikel hinterlassen. Nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".

Und hier noch der Link zum Artikel: 

https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/lemfoerde-ort48657/praedatorenmanagement-wildtiermanagement-duemmer-vogelschutzgebiet-fuchs-prostest-90866787.html

 

 

Juli 2021

Wissenschaftliche Studien aus Italien belegen nun erneut den Zusammenhang zwischen hohem Jagddruck und der Zunahme von Wildbeständen. Im speziellen Fall geht es um die Wildschweinpopulation. Der Zusammenhang ist nicht neu, allerdings werden diese lang bekannten Forschungsergebnisse von verantwortlichen Politikern und Behörden bei ihren Entscheidungen bisher immer noch kaum berücksichtigt. Im Gegenteil: nach wie vor versucht man, das Problem hoher Wildbestände mit noch mehr Bejagung in den Griff zu bekommen - schön zu beobachten ist dieser Mechanismus aktuell bei den Versuchen, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. In Italien scheint hier nun langsam ein Umdenken stattzufinden: aufgrund einer Entscheidung des regionalen Verwaltungsgerichts der Toskana, wird die Jagd auf die Wildschweine in Braccata ausgesetzt, um den Zusammenhang zwischen Jagddruck und Zunahme der Wildschweinpopulation zu verdeutlichen. Bleibt zu hoffen, dass andere Regionen diesem Beispiel folgen.

https://wildbeimwild.com/wissenschaft/die-jagdtaetigkeit-laesst-die-art-vermehren/46112/2021/07/11/

 

Juli 2021

Eine Erfolgsmeldung aus der Schweiz: dort soll im Kanton Bern die Baujagd weitestgehend eingestellt werden. Man ist zu der Einschätzung gelangt, dass die Baujagd mit dem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren ist. Auch in der Schweiz wehren sich die Jagdverbände selbstverständlich gegen derartige Einschränkungen. Aber offensichtlich ist der Einfluss der Jäger auf die Politik in der Schweiz nicht ganz so groß wie bei uns.

https://wildbeimwild.com/tierrechte/abschaffung-der-baujagd-im-kanton-bern/45899/2021/06/29/

 

Juli 2021

Wie Wildtierschutz Deutschland mitteilt, wurde in Hessen sobeben ein Gesetz verabschiedet, welches den Einsatz von Totschlagfallen untersagt. Ein entsprechendes Verbot gibt es bereits in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Wildtierschutz Deutschland setzt sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierrechte und dem Bund gegen den Missbrauch der Tiere dafür ein, dass die restlichen Bundesländer diesem Beispiel folgen. Am Ende soll natürlcih ein komplettes Verbot der Fallenjagd stehen.

 

Juli 2021

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz ist der Meinung, dass Saatkrähen "bekämpft" werden müssen und fordert hierfür Unterstützung vom Umweltministerium. Da es sich bei der Saatkrähe um eine (aus gutem Grund) geschützte Vogelart handelt, seien die Jagdbhörden leider nicht in der Lage, die gewünschten Abschussgenehmigungen zu erteilen. Durch ihren Schutzstatus unterliegen die Saatkrähen dem Naturschutzrecht - dem Vorsitzenden des BWV ist dieser Umstand offensichtlich ein Dorn im Auge. So hat er nun das zuständige Umweltministerium dazu aufgefordert, sich bei den Naturschutzbehörden "mit Nachdruck" dafür einzusetzen, dass die gewünschten Abschussgenehmigungen erteilt werden.

https://www.topagrar.com/acker/news/bwv-fordert-unterstuetzung-bei-bekaempfung-von-saatkraehen-12617224.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral&fbclid=IwAR3RaNXaYGhiHaJskh1Py489XRGxJHbeMoVMHcLMql1HXtAD-NMGfoev3pM

Hier noch ein Link zu einem Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2012, der sich mit dem Sinn und Unsinn der Krähenbejagung befasst. So mancher Bauernfunktionär scheint die Zusammenhänge jedoch immer noch nicht begriffen zu haben.

https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/83679165?fbclid=IwAR13Atn8E3EPIN6JpEERu170MCzjlbG4n5LMp-dfxV6UnnGlnzAJvs8i1eo

 

Juli 2021

In Mecklenburg-Vorpommern freuen sich die Jäger über einen neuen Streckenrekord bei Schwarzwild: im vergangenen Jagdjahr wurden allein in Mecklenburg-Vorpommern 106.803 Wildschweine getötet - rund 10.000 mehr als noch im vergangenen Jahr. Gelobt werden die Jäger für diesen Massenabschuss von Agrar- und Umweltminister Till Backhaus. Er führt die gestiegenen Abschusszahlen auf das "Verantwortungsbewusstsein der Jäger im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest" und auf die sog. "Pürzelprämie" zurück. Dass die Bejagung der Wildschweine im Kampf gegen die ASP eher kontraproduktiv ist und dass der Erreger hauptsächlich von Menschen über weite Strecken transportiert wird, scheint die Verantwortlichen nicht zu interessieren. Gleichzeitig freuen sich die Jäger, dass weitere Tiere ins Jagdrecht aufgenommen wurden: künftig dürfen Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Nilgans und Nutria geschossen werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Nandu ins Jagdrecht aufgenommen. Dieser ursprünglich in Lateinamerika beheimatete Laufvogel kommt nur in Mecklenburg-Vorpommern vor. Im vergangenen Jahr wurden 29 erwachsenen Nandus und 152 Küken und Jährlinge erlegt. Außerdem wurden 1100 Feldhasen von Jägern getötet - und das, obwohl Feldhasen nach wie vor auf der Liste der gefährdeten Arten stehen. 

https://www.jagderleben.de/news/100000-erlegte-sauen-mecklenburg-vorpommern-bricht-rekord-712803

https://www.mopo.de/im-norden/meck-pomm/jaeger-schiessen-so-viele-wildschweine-wie-noch-nie-aus-wichtigem-grund/?fbclid=IwAR0QZAGDScSnWishr3leypsYMBf2ANxfycFK0LPMuGQJRuUsuwH3phTzIw4

 

Juni 2021

Im Tegernseer Kurpark meldeten Passanten einen Fuchs bei der Polizei. Kurz darauf traf der Bürgermeister gemeinsam mit einem befreundeten Jäger im Kurpark ein. Der Jäger machte kurzen Prozess und erschoss den Fuchs. Besonders gut scheint es um seine Treffsicherheit nicht bestellt zu sein, da zwei Schüsse notwendig waren, um den Fuchs zu töten. Auch wenn der Fuchs evtl. an Räude gelitten hat und eine Tötung des Fuchses somit unter Umständen gerechtfertigt gewesen wäre, wirft das Verhalten des Jägers dennoch Fragen aus. So ist für die Schussabgabe in einem befriedeten Bezirk eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Jagdbehörde zwingend erforderlich. Diese lag in diesem Fall jedoch nicht vor. Außerdem wurden keinerlei Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der anwesenden Kurpark-Besucher ergriffen. Kein Hinweis auf eine bevorstehende Schussabgabe, kein gesperrter Bereich, stattdessen zahlreiche Menschen in unmittelbarer Nähe, die das Geschehen mit ihren Handys filmten. Bei den Kurpark-Besuchern kam das Vorgehen des Jägers nicht gut an.

Die Untere Jagdbehörde will den Fall nun prüfen.

https://tegernseerstimme.de/fuchs-mitten-im-tegernseer-kurpark-erschossen/?fbclid=IwAR0CIocDdAyeCT_gIs9vC7jUKOujIPp_gk_fLy5SWwClLGkx26GUjS77rLI

Wildtierschutz Deutschland hat mittlerweile Anzeige erstattet. Auch hierzu erschien ein Bericht in der Tegernseerstimme:

https://tegernseerstimme.de/anzeige-gegen-buergermeister-und-jaeger/?fbclid=IwAR0eR93J4aniQNPtjzP2GcEZ335oL34559v0PmqLIA_HBnSEb7jOO9f7H5Q

Juni 2021

Dieses Schild aus dem Landkreis Schwandorf meldeten wir Ende Mai sowohl bei der zuständigen Gemeinde als auch beim Landratsamt Schwandorf. Mitte Juni hakten wir in der Angelegenheit nochmal nach und bekamen folgende  Antwort von der Gemeinde:

 

"...hinsichtlich Ihrer unten stehenden E-Mail können wir Ihnen folgendes

mitteilen:

Das betreffende Schild steht im Bereich unserer Mitgliedsgemeinde xxxx.

In diesem Bereich verlaufen jedoch mehrere Wanderwege der Stadt xxx.

Nachdem ich Ihre E-Mail vom 31. Mai 2021 erhalten habe, habe ich ermittelt,

dass dieses Schild von der Tourist-Info xxx, Herrn xxxx

aufgestellt wurde.

Ich habe Herrn xxxx Ihre E-Mail weiter geleitet und er hatte mir telefonisch zugesagt,

sich darum zu kümmern, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass die Angelegenheit zwischenzeitlich erledigt ist..."

 

Der Mitarbeiter der Tourist-Info befindet sich momentan im Urlaub. Wir werden nach seiner Rückkehr hier nochmal nachhaken.

 

Juni 2021

Kurzes Update zu diesem Verbotsschild in Schleswig-Holstein: der Jagdausübungsberechtigte warnt auf diesem selbst gestalteten Schild vor Wildtollwut - also vor einer Gefahr, die seit 13 Jahren in Deutschland nicht mehr existiert. Unser Anfragen bei der zuständigen Gemeinde, bei der Unteren Jagdbehörde und bei der örtlichen Jägervereinigung blieben bis heute unbeantwortet. Die Obere Jagdbehörde versprach uns, sich um die Angelegenheit zu kümmern, reagiert auf Nachfragen mittlerweile aber auch nicht mehr. Wir haben daraufhin die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierrechte um ihre Einschätzung gebeten. Auch dort ist man der Meinung, dass das Schild entfernt werden muss, da die Bevölkerung bewusst in die Irre geführt wird. Man gab uns den Rat, uns an das zuständige Veterinäramt zu wenden. Von dort erhielten wir die Antwort, dass das mit dem Schild nicht in Ordnung ist und bestätigte uns gleichzeitig, dass alle offiziellen Schilder, die vor Tollwut warnen, bereits vor langer Zeit entfernt wurden. Für dieses Schild fühlt man sich im Veterinäramt aber auch nicht zuständig. Daraufhin wandten wir uns an die Zeitung. Allerdings entwickelte die zuständige Redakteurin ein nicht nachvollziehbares Interesse an der Identität unseres Informanten vor Ort. Wir haben versucht, der Reporterin klar zu machen, dass es nicht um unseren Informanten geht, sondern um eigenmächtig aufgestellte Schilder mit fragwürdigem Inhalt und um Behörden, die trotz eigentlich recht eindeutiger Rechtslage nicht tätig werden. Diese Versuche scheiterten jedoch. Die Redakteurin äußerte sich hier folgendermaßen: 

"...ich weiß nicht, was Sie meinen, was meine Intention angeblich ist. Ich wollte mit einem lokalen Betroffenen sprechen, was er oder sie von so einem Schild hält und warum es ihn oder sie stört. Wir sind eine Lokalzeitung, da ist es komisch, wenn der Hauptakteur aus Bayern kommt und sich über einen Umstand im Kreis Segeberg beschwert. Das ist eine normale Arbeitsweise für mich. 

Der Redakteurin liegt übrigens der gesamte Schriftverkehr mit den unterschiedlichen Behörden vor. Ansprechpartner vor Ort hätte sie also genug. Aber vor kritischen Nachfragen bei den zuständigen Stellen schreckt man offenbar zurück. 

Juni 2021

Die Betreiberin eines Lebenshofes für Hasen, Hühner und Hähne entdeckte auf ihrem Gelände einen Fuchswelpen, der sich im Hühnerzaun verfangen hatte. Der Fuchs sah gesund und munter aus, konnte sich aber alleine nicht mehr befreien. Die Frau versuchte zu helfen, was ihr aber nicht gelang. Da weder der örtliche Tierschutzverein noch das Tierheim erreichbar waren, informierte die Frau die Polizei - im Glauben, es würde eine Polizeistreife vorbeikommen, die ihr bei der Befreiung des Fuchses helfen würde. Die Polizei aber informierte den Jäger. Dieser kam aber nicht, um zu helfen, sondern um den Fuchs zu töten. Die Waffe lud er bereits, bevor er den Fuchs überhaupt gesehen hatte. Die Frau war durch das fragwürdige Auftreten des bewaffneten Jägers völlig eingeschüchtert und konnte die Tötung des Fuchses nicht verhindern. Bevor der Jäger ging, teilte er der völlig fassungslosen Frau noch mit, dass die Entsorgung des Kadavers ihre Angelegenheit sei. Die Betreiberin des Lebenshofes hat sich mittlerweile an das Aktionsbündnis Fuchs gewandt. Es wird nun geprüft, ob eine Strafanzeige gegen den Jäger Sinn macht. Lesen Sie die ganze Geschichte unter folgendem Link nach:

 https://www.aktionsbuendnis-fuchs.de/post/fuchs-mittenwald?fbclid=IwAR3Fi6991fqb_Abw8CV1456BXVmf1_mQq0T2_44E8qYY-WmsyIxDXuD8ppU

 

 

Juni 2021

Ende Mai fand eine Spaziergängerin im Schwarzwald einen toten Luchs. Es wurden Ermittlungen eingeleitet, ein Gutachten kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass das Jungtier verblutet ist. Die Verletzung erhielt der Luchs vermutlich durch einen Streifschuss. Dass das Luchsmännchen am Fundort gestorben ist, schließt das Gutachten aus. Der Luchs wurde erst nach seinem Tod an den abgelegenen Fundort transportiert. Die Tötung des Luchses  ist eine Straftat nach dem Bundesnaturgesetz. Da man aber nicht weiß, wo das Tier getötet wurde, ist eine Überführung des Täters unwahrscheinlich.

https://www.zeit.de/news/2021-06/23/gutachten-luchs-womoeglich-durch-schuss-getoetet?fbclid=IwAR2i97o5a6xUAeT40j1AKwgobLhY27ovTSBpjR9bWLboTzqZUHLoJWWq77g

 

 

Juni 2021

Bei einer Drückjagd im Januar 2019 hatte ein Jagdtourist aus den Niederlanden während einer Treibjagd in der Nähe von Potsdam einen Wolf erschossen. Angeblich habe der Wolf seine Hunde angegriffen und sich auch durch lautes Ansprechen und Klatschen nicht vertreiben lassen. Das Gericht entschied, dass der Jäger berechtigt gewesen sei, zum Schutz seiner Jagdhunde den Wolf zu töten.

 https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/brandenburg-wolf-erschossen-freispruch-fuer-jaeger-aus-den-niederlanden?fbclid=IwAR29Y6OWoC7ng9M5TnnfvzBoHFJPWbQZ3-UHPy9X5bT8Xc3w_XByyu-IuD

Die Argumente, die der Jagdtourist zu seiner Verteidigung vorbringt, sind fast wortwörtlich in der Empfehlung eines DJZ-Juristen zu lesen, der ziemlich unverhohlen dazu auffordert, auf diese Art und Weise Präzidenzfälle zu schaffen. Offenbar hat die Methode Erfolg. In Zukunft müssen Jäger also nur noch behaupten, ihre Hunde seien von einem Wolf angegriffen worden, um mit der Tötung eines streng geschützten Tieren durchzukommen.

Hier noch einmal der Link zu den Ratschlägen des DJZ-Juristen: 

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR0r0pPI6dwh1_AztCgZIk-wSIIml3m7zljmlqsFwhl-PYcbNo3iR56Kuq8

Übrigens war der DJZ-Jurist bei der Urteilsverkündung vor Ort. Seine Freude darüber, dass seine fragwürdigen Ratschläge zum erhofften Erfolg geführt haben, scheint groß zu sein:

https://www.facebook.com/photo?fbid=4391602944191946&set=a.484709731547973

 

 

Juni 2021

In einem Beitrag in der Deutschen Jagdzeitung mit dem Titel "Notwehr gegen Wolf - Handlungsempfehlungen" äußert sich ein DJZ-Jurist zum Thema Wolf. Sein Hass richtet sich sowohl gegen den Wolf selbst als auch gegen Menschen, die die Rückkehr des Wolfes begrüßen. Jahrzehntelang erklärten uns die Jäger, dass sie hauptsächlich mit Hege und Artenschutz beschäftigt seien - schießen würden sie eher selten und auch nur äußerst ungern. Leider seien sie dazu gezwungen, weil die natürlichen Feinde (wie etwa Wölfe) fehlen würden. Heute beklagt man den Rückgang der "Strecken":  "Am Streckenplatz beutearmer Drückjagden teile sich die Jäger aktuell eher beiläufig die Anzahl im Treiben gesichteter Isegrims mit."

Man freut sich, dass der Autoverkehr wenigstens einen Teil des "Wolfsproblems" löst, viel lieber würde man aber auch selbst tätig werden dürfen. Da der Wolf immer noch streng geschützt ist, ist dies aber eine heikle Angelegenheit. Der Autor gibt Tipps, in welchen Situationen man unter Umständen doch schießen und damit durchkommen könnte. Bei einem direkten Angriff sei die Sache klar. Aber auch bei Wölfen, die auf Zuruf nicht sofort verschwinden, könne die Stimmung  jederzeit kippen und der Wolf zum Angriff übergehen. Dass es in Deutschland bisher noch zu keinem einzigen Wolfsangriff auf Menschen gekommen ist, interessiert den Autor wenig. Und auch wenn ein Wolf den eigenen Hund bedroht, hält der Verfasser des Beitrags den Abschuss des Wolfes für gerechtfertigt. Interessant ist hier die Begründung:

"Anders sieht es leider aus, wenn es nur um Sachen geht. Der Wolf selber ist zwar auch eine Sache, gehört aber (weil er ja herrenlos ist) niemandem. Wenn sich nur „Sache gegen Sache“ gegenübersteht – wie zum Beispiel bei Tieren – muss ein feiner Vergleich zwischen dem Eigentumsrecht auf der einen und dem naturschutzrechtlich geheiligten Wolfsleben auf der anderen Seite vorgenommen werden."

und weiter:

"Ungeachtet des Zuchtwertes und des nicht zu beziffernden Gegenwertes der Ausbildung des Vierläufers stellt allein die Bindung des Hundes zu Führer und Familie im Rahmen der Güterabwägung nämlich ebenfalls eine schützenswerte (nicht-wirtschaftliche) Rechtsposition dar."

Die Argumentation ist insofern interessant - und auch ziemlich schizophren - weil beim Haustierabschuss genau andersherum argumentiert wird. Auch dort stehen sich im rechtlichen Sinn zwei "Sachen" gegenüber: zum einen ein Wildtier, das niemandem gehört, auf der anderen Seite ein Hund oder eine Katze mit Bindung zu Halter und Familie. Hier fällt die Interessensabwägung leider regelmäßig anders aus.

Beim Lesen des Beitrags entsteht der Eindruck, dass der Verfasser die Jägerschaft auffordern möchte, Präzidenzfälle zu schaffen. Bis dahin gibt er den Rat, illegal getötete Tiere nicht einfach in der Biotonne zu entsorgen - das könnte zu Problemen für den Täter führen. Statt dessen empfiehlt er das "Erbtanten-Prinzip": tief graben und ewig schweigen. Und wenn man ihn ganz lieb bittet, kommt er auch persönlich vorbei und hilft beim Graben.

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR0r0pPI6dwh1_AztCgZIk-wSIIml3m7zljmlqsFwhl-PYcbNo3iR56Kuq8

 

 

Juni 2021

Auch in Niedersachsen hat ein Jäger einen Hund erschossen. Bei der Polizei sagte der Jäger aus, dass der Hund mit einer Gans im Maul aus dem Wald gekommen sei, vorher habe der Hund ein Reh gehetzt. Das war das Todesurteil für den Hund. Von seinem Hochsitz aus tötete er den American Akita. Er habe keine andere Möglichkeit gesehen, "sein" Wild vor weiteren Übergriffen durch den Hund zu "beschützen". Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, der Öffentlichkeit einmal mehr das Märchen vom Jäger als Beschützer der Wildtiere zu erzählen und Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. Was er nicht erzählt: Jahr für Jahr töten Jäger mehr als 5 Millionen Wildtiere. Und das oft mit sehr umstrittenen und grausamen Jagdmethoden. Da nutzt man einen solchen Vorfall natürlich gerne, um von sich selbst und eigenen Verfehlungen abzulenken. 

https://www.jagderleben.de/news/hund-wildert-seit-monaten-jaeger-toetet-ihn-712765

Juni 2021

In Jena wurde ein Hund während eines Spaziergangs von einem Jäger erschossen. Der Hund befand sich im Einwirkungsbereich seiner Besitzerin, diese hatte zum Zeitpunkt der Schussabgabe auf einer abgemähten Wiese mit ihrem Hund trainiert. Der gut erzogene Hund starb in den Armen seiner Besitzerin, die Familie ist traumatisiert. Der Jäger aber sieht sich im Recht und äußert sich folgendermaßen: " Wir Jäger haben nicht nur das Recht, unser Wild zu verteidigen, wir haben auch die Pflicht dazu."  Angeblich sei der Hund im Begriff gewesen, eine Häsin von ihren Jungen zu trennen - beweisen muss der Jäger diese Aussage nicht. Unterstützung bekommt er vom Vorsitzenden der örtlichen Jägervereinigung. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass dieser Jäger einen Hund erschießt. Nachdem der Tod des Hundes auf Facebook öffentlicht gemacht wurde, meldeten sich zudem mehrere Hundebesitzer, die von ihren negativen Erfahrungen mit Jägern und verbalen Bedrohungen berichten. Einsicht ist von diesem Jäger wohl nicht zu erwarten. Offensichtlich wollte er durch den Abschuss auch verhindern, dass sich der Hund mit einem Wolf paart, der im November in der Gegend gesichtet worden war. Außerdem ist er der Meinung, es sei eine "Bürgerpflicht", seine Hunde anzuleinen. Und gibt abschließend den Rat: "Hundehalter müssten sich nur mit den Gesetzen beschäftigen, um so etwas zu wissen." Diesen Rat möchten wir dem Jäger gerne zurückgeben: es ist nicht die Aufgabe von Jägern, eine (in diesem Fall wohl nicht einmal existierende) Leinenpflicht mit der Schusswaffe durchzusetzen. Die Besitzerin des Hundes hat Anzeige erstattet. Bleibt zu hoffen, dass dem Mann der Jagdschein entzogen wird - seine Untauglichkeit im Umgang mit Schusswaffen hat er nun hinlänglich bewiesen. 

https://wildbeimwild.com/law-order/hobby-jaeger-erschiesst-wolfshund/45697/2021/06/12/

Wir möchten Sie an dieser Stelle auch noch einmal auf die Petition von Wildtierschutz Deutschland hinweisen, die mittlerweile von knapp 95.000 Menschen unterschrieben wurde. Das zeigt, wie umstritten die Hobbyjagd und insbesondere der Haustierabschuss in der Bevölkerung mittlerweile sind.

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-jagdgesetze-zust%C3%A4ndige-ministerien-stop-killing-keine-jagd-ohne-vern%C3%BCnftigen-grund

 

Juni 2021

Im November vergangenen Jahres geriet ein Radfahrer in eine Treibjagd und wurde durch mehrere Schrotkugeln an Kopf und Arm verletzt. Es wurde Anzeige erstattet. In erster Instanz wurde daraufhin die beschuldigte Jägerin wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt, außerdem sollte der Geschädigte eine Schmerzensgeldzahlung erhalten. Die Jägerin ging in Berufung. Das Landgericht Münster hob nun das Urteil des Amtsgerichts auf, die Jägerin wurde freigesprochen.

Begründung: Aufgrund widersprüchlicher Zeugenaussagen könne der Tathergang nicht zweifelsfrei geklärt werden - da außerdem zum fraglichen Zeitpunkt mehrere Personen geschossen hätten, könne nicht ermittelt werden, welcher der Jäger die Verletzungen verursacht habe. 

https://www.jagderleben.de/news/radfahrer-schuss-verletzt-jaegerin-freigsprochen-712720

 

Juni 2021

Der Beitrag "Harte Geschütze! Radikale Tierschützer nehmen Jäger ins Visier" aus der Reihe "quer" thematisiert die zunehmenden Konflikte zwischen Jägern und Tierschützern. In der Nähe von Altötting wurden im April sechs Hochsitze durch die Animal Liberation Front zerstört. Zuerst kommt der geschädigte Jäger zu Wort. Erwartungsgemäß sieht er sich selbst als Tierschützer und versucht mit längst widerlegten Argumenten, die Jagd zu rechtfertigen. Das Vorgehen einer Jägerin aus Augsburg, die im Januar eine in einer Falle gefangene Katze brutal getötet hat, verurteilt er - von einem Verbot des Haustierabschusses hält er allerdings auch nicht viel. Besonders überzeugend wirkt der Auftritt des Jägers nicht.

Das liegt wohl auch daran, dass im Beitrag auch Vertreter von Tierrecht und Tierschutz zu Wort kommen. Ein Beauftragter von PETA etwa lehnt die Methoden der Animal Liberation Front zwar ab, berichtet aber gleichzeitig über eine zunehmende Frustration in der Bevölkerung über die fortgesetzte Tierquälerei in unseren Wäldern. Laut Bericht sind vor allem die grausame Fallenjagd, der Haustierabschuss und das Aussetzen von gezüchteten Tieren zu Jagdzwecken in der Bevölkerung umstritten. Anschließend kommt eine Vertreterin des Tierschutzvereins Augsburg zu Wort, die sich seit der oben erwähnten Tötung einer Katze durch eine Jägerin bei Augsburg vehement für ein Verbot des Haustierabschusses einsetzt - sie bezweifelt, dass der Sache weiter nachgegangen wird, sobald sich die öffentliche Aufregung wieder etwas gelegt hat. Auch über die Petition "Keine Jagd ohne vernünftigen Grund" wird im Beitrag berichtet. Die Petition wurde von Wildtierschutz Deutschland mit mehreren anderen Tierschutzorganisationen auf den Weg gebracht. Mittlerweile haben rund 88.000 Menschen unterschrieben. Die "Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht geht juristisch gegen den Haustierabschuss vor.

Der Beitrag macht deutlich, wie umstritten die Jagd in Deutschland mittlerweile ist. Den betroffenen Jäger in Altötting scheint das wenig zu interessieren. Er baut seine Hochsitze wieder auf und geht - ausgestattet mit einer Wärmebildkamera - vermehrt auf Streifgänge, um Personen, "die da nicht hingehören" im Wald ausfindig zu machen.

Hier der Link zum Beitrag:

https://www.youtube.com/watch?v=1Ux-BLJhipo

Mai 2021

Dieses Schild wurde uns aus der Gemeinde Thanstein im Landkreis Schwandorf gemeldet. Mit diesem selbst gestalteten Schild erklärt der Jagdpächter das Gebiet kurzerhand zur Wildruhezone. Gleichzeitig versucht er, Wanderer von der Nutzung ausgewiesener Wanderwege abzuhalten. Das ist nicht zulässig. Wir haben daher sowohl die Gemeinde Thanstein als auch die Untere Jagdbehörde Schwandorf in einem Schreiben aufgefordert, die Entfernung des Schildes zu veranlassen. 

Leider ist dieses Schild kein Einzelfall. Immer öfter versuchen Jäger, mit selbst gestalteten Schildern zum Teil frei erfundene Regeln in ihrem Jagdgebiet durchzusetzen. Da wir diese Entwicklung kritisch sehen,  haben wir beim  Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nachgefragt, wie derartige Schilder rechtlich zu beurteilen sind und wer für die Überprüfung solcher Schilder zuständig ist. Eine rechtliche Auskunft wollte man uns dort nicht geben - stattdessen hat man uns geraten, solche Schilder bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu melden. Leider zeigt die Erfahrung, dass diese nur in den seltensten Fällen tätig werden. 

Immer wieder gibt es auch Konflikte zwischen Jägern und Mountainbikern. Jäger werfen den Mountainbikern gerne vor, dass sie den Wald schädigen und das Wild scheu machen würden. Auch hier versucht so mancher Jäger, Mountainbiker mit selbst entworfenen Verbotsschildern aus seinem Jagdrevier fernzuhalten. Im BR-Beitrag "Mountainbiken schadet der Natur nicht mehr als Wandern"  https://www.youtube.com/watch?v=f_t47Um4MJ8 wird deutlich, welche Probleme durch das rechtswidrige Anbringen derartiger Schilder entstehen. Außerdem überprüft der Beitrag, was von den oben genannten Vorwürfen der Jäger zu den schädlichen Auswirkugnen des Mountainbikens unter wissenschaftlichen Aspekten zu halten ist. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind eindeutig: Mountainbiken ist für die Natur nicht schädlicher als Wandern.

Mai 2021

Hier ein Link zu einem äußerst lesenswerten Interview mit Hannes Jaenicke in der Zeitung "Der Westen" zum Thema Jagd und Wolf:

https://www.derwesten.de/panorama/promi-tv/zdf-hannes-janenicke-im-einsatz-fuer-den-wolf-interview-id232203553.html?fbclid=IwAR17m990Oc7Xi9YqwPT0lQnO8Ek2j51McyZmQsqlN6Q6UKsQ3PwHEzcfYyc

Der engagierte Tierschützer findet deutliche Worte und bringt die Probleme des deutschen Jagdwesens auf den Punkt. 

 

Mai 2021

Ein 47-jähriger Jäger soll in Kiel und Rendsburg-Eckernförder drei Menschen getötet haben. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Bei den Opfern handelt es sich um die Ex-Frau des Mannes, den neuen Partner der Frau sowie einen Bekannten des Täters. Bereits vor dieser Tat war das Aggressionspotential des Mannes bekannt: nachdem er seine Ex-Frau krankenhausreif geprügelt hatte, wurde ein gerichtliches Annäherungsverbot ausgesprochen. Trotzdem war er nach wie vor ganz legal im Besitz von Waffen. Hier sah man offensichtlich keinen akuten Handlungsbedarf. Eine fatale Fehleinschätzung, wie sich jetzt gezeigt hat.

https://wildbeimwild.com/law-order/hobby-jaeger-soll-3-menschen-erschossen-haben/45271/2021/05/21/

 

Mai 2021

In seinem Newsletter zieht das Komittee gegen den Vogelmord Bilanz: seit Anfang März konnten die Vogelschützer in verschiedenen Ländern (Italien, Zypern, Malta, Libanon und Deutschland) 49 Wilderer überführen, dabei wurden 545 Fallen 67 Netze sichergestellt.

In Deutschland wurden innerhalb 8 Wochen 6 Wilderer erwischt, zwei von ihnen waren Jäger. In einem Fall handelt es sich um einen Berufsjäger, der bei Münster eine illegale Elsternfalle aufgestellt hatte. Im anderen Fall handelt es sich um einen Jäger aus Niederbayern, der eine illegale Biberfalle aufgestellt hatte. Bei den anderen Tätern in Deutschland handelt es sich um einen Taubenhalter, einen Hühnerzüchter und zwei Fischteichbesitzer.

 

Mai 2021

Ein Mann war spätabends noch im Wald unterwegs, als in seiner unmittelbaren Nähe ein Schuss abgegeben wurde. Kurz darauf kam er an einem Hochsitz vorbei, auf dem eine Jägerin saß. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Die Jägerin zeigte sich ungehalten, weil der Mann "zu dieser späten Stunde" noch im Wald unterwegs war. Sie wies den Mann darauf hin, dass er "kein Recht" habe, sich um diese Uhrzeit noch in ihrem Jagdgebiet aufzuhalten. Da es immer wieder zu derartigen Vorfällen kommt, möchten wir an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass das allgemeine Betretungsrechts des Waldes nicht auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt ist. Grundsätzlich muss ein Jäger jederzeit mit Menschen in seinem Jagdrevier rechnen - eine Schussabgabe darf erst dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass niemand gefährdet wird. Diesen Grundsatz hat diese Jägerin in diesem Fall wohl außer Acht gelassen. Der Vorfall wurde mittlerweile der zuständigen Jagdbehörde gemeldet. Den Bericht des Mannes finden Sie in unserer Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung."

Mai 2021

Dieses Schild wurde uns aus dem Bahrenhöfer Wald in Schleswig-Holstein gemeldet. 

Der "Jagdausübungsberechtigte" macht mit diesem selbst gestalteten Schild gezielt Stimmung gegen den Fuchs und schürt Ängste in der Bevölkerung. Besonders ärgerlich ist der Versuch, die umstrittene Bejagung des Fuchses mit der Bekämpfung der Tollwut rechtfertigen zu wollen. Deutschland ist nun seit 13 Jahren offiziell tollwutfrei. Die früher überall von den Gemeinden angebrachten offiziellen Warnschilder "Wildtollwutgefährdeter Bezirk" wurden auf behördliche Anordnung schon lange entfernt - diese nun einfach durch selbstgebastelte Warnschilder zu ersetzen, ist schon dreist. Auch die Regeln des Landesjagdgesetzes legt der "Jagdausübungsberechtigte" sehr kreativ und natürlich zu seinen Gunsten aus. Hier wird also die Bevölkerung bewusst mit falschen Aussagen in die Irre geführt.

Wir haben uns mit einem Schreiben an die Untere Jagdbehörde Segeberg, die Jägervereinigung Segeberg und den Bürgermeister von Bahrenhof gewandt und darum gebeten, das Schild umgehend entfernen zu lassen. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker".

Leider ist das Vorgehen des Jagdausübungsberechtigten in Schleswig-Holstein kein Einzelfall. Ähnliche Schilder finden sich mittlerweile in vielen Jagdrevieren. Mal wird auf eine nicht existierende Leinenpflicht hingewiesen, mal möchte man Spaziergänger davon abhalten, bestimmte Wege zu nutzen oder sich zu bestimmten Zeiten im Wald aufzuhalten. Allerdings fehlt in vielen Fällen die rechtliche Grundlage für derartige Forderungen. Der zuständige Revierpächter bringt auf diesen Schildern also lediglich seine private Meinung zum Ausdruck. Rechtlich bindend sind die zum Teil frei erfundenen Regeln nicht.

Mai 2021

Am 23.4. wandten wir uns gemeinsam mit fünf weiteren Organisationen und mehreren Privatpersonen mit einer Beschwerde an den BR. In unserer Beschwerde kritisierten wir sowohl die einseitig jagdfreundliche Berichterstattung im Beitrag "Immer weniger Wiesenbrüter - Füchse im Verdacht" als auch das unprofessionelle Verhalten der zuständigen Redakteurin, die den Jägern ganz offen weitere Beiträge dieser Art verspricht und dafür in diversen Jagdforen gefeiert wird. Nun hat sich der BR bei uns gemeldet und sich sinngemäß folgendermaßen geäußert: der Beitrag sei „aufwendig und umfassend recherchiert“ gewesen. Die Vorwürfe, dass die zuständige Redakteurin an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert sei, weist man zurück und verweist darauf, dass es sich um eine erfahrene Journalistin handeln würde, „…eine persönliche Meinung einfließen zu lassen“ widerspräche „ihren und unseren journalistischen Prinzipien.“ Auch unsere Kritik, dass im Beitrag ausschließlich Jäger und Vogelschützer zu Wort gekommen waren, lässt man nicht gelten. Und zwar mit der Begründung, dass schließlich auch ein Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz (!!!) zum Thema gehört worden wäre. Interessanterweise handelt es nach Auffassung des BR hierbei nicht um einen Vogelschützer. Zu guter Letzt verweist man noch auf die besondere Situation im Wiesmet – dort  (und offensichtlich nur dort) habe sich die Zahl der Füchse nach Ausrottung der Tollwut explosionsartig vermehrt. 

Die Erklärungsversuche wirken allesamt recht hilflos und insgesamt verstärkt dieses Schreiben den Eindruck, dass man beim BR mit dieser Thematik überfordert oder an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert ist. 

Wir haben uns nochmals an den BR gewandt. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

 

Mai 2021

Seit dem Jahr 2019 gibt es in Rheinland-Pfalz zwei Förderprogramme für Jäger. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz berichtet nun, dass zwischen September 2019 bis Ende März 2021 eine Gesamtfördersumme von rund 1 Million Euro abgerufen wurde. Der Steuerzahler finanzierte auf diese Weise über 10.000 Drückjagdböcke und mehr als 700 Hundeschutzwesten.

Mai 2021

Im Beitrag "Die Heger und Pfleger" auf naturwelt.org 

https://www.naturwelt.org/community/bildergeschichten/die-heger-und-pfleger/

finden Sie Bilder, die die traurige Realität in unserer Natur gut dokumentieren. Eine Naturschützerin stieß bei einem Spaziergang im Wald auf einem 8km langen Rundweg auf 60(!!!) Hochsitze, auf dem Feldweg, der zum Wald führt, befinden sich 8 weitere Hochsitze. In der Umgebung der Hochsitze findet sich jede Menge Müll: verrottende, umgekippte Hochsitze, alte Autoreifen, Drahtrollen, alte Plastiksäcke und Planen. 

Diese Entwicklung (immer mehr Hochsitze, immer mehr Müll) ist überall in Deutschland zu beobachten. Es wäre an der Zeit, hier endlich regulierend einzugreifen. 

Mai 2021

TV-Tipp: "Stilles Land - Vom Verschwinden der Vögel" 

Der Beitrag wird am Mittwoch, 12.5.2021 im NDR in der Reihe "Expeditionen ins Tierreich" ausgestrahlt.

Während Jäger, Vogelschützer und unkritische Medien gerne dem Fuchs die Hauptschuld am Rückgang der Bodenbrüterpopulationen geben, verdeutlicht dieser Film eindrücklich die wahren Ursachen für die Probleme der Bodenbrüter - gleichzeitig wird gezeigt, welche Maßnahmen nötig wären, um die Bodenbrüter vor dem Aussterben zu bewahren. 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/expeditionen_ins_tierreich/Stilles-Land-Vom-Verschwinden-der-Voegel,sendung1151128.html

Mai 2021

Über die einseitige, jägerfreundlichen Berichterstattung im BR haben wir an dieser Stelle bereits mehrmals berichtet. 

Nun erreichte uns das Schreiben eines Lesers, das sich ebenfalls mit dieser Problematik auseinandersetzt. So beklagt der Verfasser die zunehmende Anzahl von Beiträgen im BR, in denen Jägern und Förstern die Möglichkeit gegeben wird, Erholungssuchende als rücksichtslose Naturfrevler darzustellen. Kritisch hinterfragt werden die Anschuldigungen in der Regel nicht. Sonst käme man vielleicht zur gleichen Einschätzung wie der Verfasser des Schreibens: "...Der wahre Grund, warum die Jäger die Menschen nicht in den Revieren haben wollen ist, weil eine immer jagdkritischer werdende Bevölkerung von den unzähligen Schandtaten (...) nichts mitbekommen soll. Immer öfter werden extrem tierquälerische Jagdfallen entdeckt. Luderplätze, die mit Tierkadavern und Knochen übersäht sind würden den unbedarften Wanderer schockieren. Illegale Wildfütterungen, ausgediente Hochsitze die einfach liegen gelassen werden, Wildkameras an allen Ecken und Enden und tausende von Schießtürmen die die Landschaft verschandeln um nur einige Beispiele zu nennen..."

Das ganze Schreiben können Sie unter der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung" nachlesen.

Mai 2021 

Hier ein Link zu einem Beitrag auf ARTE, der sich auf wohltuend objektive Art und Weise mit den Ursachen für den Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen auseinandersetzt und gleichzeitig aufzeigt, was unternommen werden muss, um die Wiesenbrüter vor dem Aussterben zu bewahren . 

https://www.arte.tv/de/videos/083909-000-A/vermisst-wo-sind-die-voegel/

Der Fuchs und die Fuchsjagd spielen in diesem wissenschaftlich fundierten Beitrag übrigens überhaupt keine Rolle - weder als Ursache für den Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen noch als Lösungsansatz zu deren Rettung. 

 

 

Mai 2021

Wie ungehalten Jäger reagieren können, wenn sie ihren Jagderfolg in Gefahr sehen, zeigt folgender Vorfall aus Österreich: ein Paar war kurz vor 19.00 Uhr mit seinem angeleinten Hund auf einem Waldweg unterwegs, als es zu einer Auseinandersetzung mit einem Jäger kam. Dieser fühlte sich offenbar dermaßen gestört, dass er nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung den Mann sogar tätlich angriff - er würgte ihn, drückte ihn gegen einen Baum und drohte ihm, ihn zu erschlagen. Der Mann musste später wegen einer Kehlkopfprellung im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei wurde eingeschaltet.

Lesen Sie die ganze Geschichte unter folgendem Link:

https://vgt.at/presse/news/2021/news20210503fg.php?fbclid=IwAR1H9bRGHZbvlGulSzomZdPkBVOpv44hzGZAKO29PAZU33c_3OeI25DrfiU

 

 

Mai 2021

Der Haustierabschuss gerät zunehmend in die öffentliche Kritik. Nun befasst sich ein Beitrag im Magazin "GEO" ebenfalls mit dem Thema. Das Ergebnis ist eindeutig: da der von Hunden und Katzen verursachte Schaden verschwindend gering ist, ist der nach wie vor vielfach praktizierte Haustierabschuss unverhältnismäßig - es fehlt der "vernünftige Grund", der für die Tötung eines Tieres vom Bundestierschutzgesetz zwingend vorgeschrieben ist. 

https://www.geo.de/natur/tierwelt/zehntausende--streuner--zu-unrecht-erschossen--30502818.html?fbclid=IwAR3l3HFVP0yfFBz34drNhg619Elks1-NTBnIujOayjZREZhmYDN1iAyqrvw

Mai 2021

Wir möchten Sie hier nochmals auf eine Petition von Wildtierschutz Deutschland aufmerksam machen. Die Hauptforderungen sind: Verbot des Haustierabschusses, Verbot der Fuchsjagd und Reduzierung der Jagdzeiten sowie der Liste der jagdbaren Tiere. Mittlerweile haben mehr als 6600 Menschen die Petition unterschrieben.

Hier nochmal der Link, der gerne geteilt weden darf: 

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-jagdgesetze-zust%C3%A4ndige-ministerien-stop-killing-keine-jagd-ohne-vern%C3%BCnftigen-grund

Mai 2021

Wenn es nach den Grünen geht, soll In Hessen der Einsatz von Totschlagfallen verboten werden - ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Landtag eingebracht. Im Beitrag "Hessen will Totschlagfallen verbieten" in der Frankfurter Rundschau verteidigt nun ein Vertreter des Landesjagdverbandes Hessen den Einsatz der Fallen als aktiven Beitrag zum Artenschutz -  wieder einmal  werden Fuchs, Marder und Dachs für den Rückgang der Bodenbrüterpopulation verantwortlich gemacht. Da diese Argumente längst wissenschaftlich widerlegt sind, haben wir uns mit einem Leserbrief an die Zetung gewandt - nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".  

Die Grünen wollen übrigens lediglich den Einsatz von Totschlagfallen untersagen - grundsätzlich soll auch nach einer entsprechenden Gesetzesänderung die Jagd auf Beutegreifer erlaubt sein. Auch Lebendfallen sollen weiterhin eingesetzt werden dürfen. Vor diesem Hintergrund ist die Gegenwehr der Jäger nicht ganz nachvollziehbar.

https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessen-will-totschlagfallen-verbieten-90478150.html?fbclid=IwAR1xbfmY4DBKOXVn-bdWbgf1v9g4EEY1ltrhIw-KR4LEQh4rAbJy_cc6BvQ 

 

Mai 2021

Oft treten Jäger in der Öffentlichkeit als Experten für Natur- und Artenschutz in Erscheinung. Ihren Anspruch auf Deutungshoheit in diesen Bereichen rechtfertigen sie gerne mit einem Verweis auf das "Grüne Abitur". Doch was ist dran am "Grünen Abitur"? Ist das vermittelte Wissen wirklich so umfangreich, dass es die Jäger tatsächlich zu Experten auf diesem Gebiet macht? 

Wohl eher nicht. So wird etwa auf "djz.de"  für ein Ausbildungsmodell geworben, mit welchem man nach nur 30 Stunden Lehr- und 15 Stunden Praxisvideos die Jagdprüfung ablegen kann.

https://djz.de/online-zum-jagdschein-mit-dem-paul-parey-verlag/

Auf der Seite ebenfalls zu finden ist ein Link, unter welchem deutlich wird, was mit "Prüfungsvorbereitung" tatsächlich gemeint ist, nämlich das Auswendiglernen der Prüfungsfragen. So findet man auf "jungjäger.de" folgende Auskunft zum Online-Kurs:

"Im Gesamtpaket erhaltet ihr 12 Monate Zugriff auf alle Inhalte für die Jägerprüfung mit über 45 Stunden Videomaterial. Prüfe dein Wissen mit allen Prüfungsfragen und kleinen Tests zwischen den Lektionen."

https://jung-jaeger.eu

Die Mängel in der Jägerausbildung sind offensichtlich, zu einem Experten wird man durch eine derartige Ausbildung nicht. Vor diesem Hintergrund sollte sich so mancher Jäger in der Öffentlichkeit etwas zurücknehmen und die öffentliche Diskussion lieber echten Experten überlassen: Ökologen, Biologen und speziell Wildbiologen, deren Wissen durch ein mehrjähriges Studium wesentlich fundierter sein dürfte und die ihre Einschätzung auch mit wissenschaftlichen Studien unterlegen können.

Mai 2021

Immer wieder kommt es im BR zu einseitig jagdfreundlicher Berichterstattung. Antwortschreiben der zuständigen Redakteure auf Beschwerden lassen den Schluss zu, dass eine objektive Berichterstattung gar nicht gewollt ist. Wir haben uns jetzt mit einem Schreiben an die Intendantin des BR sowie den Programmdirektor gewandt. Nach unserer Auffassung darf die persönliche Meinung einzelner Redakteure nicht dazu führen, dass kritische Stimmen und wissenschaftliche Studien, die die Untauglichkeit einzelner Maßnamen (im konkreten Fall die Unsinnigkeit der Bejagung des Fuchses zum Schutz der Wiesenbrüter) aufzeigen, keine Berücksichtigung in der Berichterstattung finden. Unterstützt wird unsere Forderung vom BBT (Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen), den AkTIERvisten Oberland, der Stimme der Tiere im Ingolstädter Stadtrat, dem Tierschutzverein Noris e.V, der Life-for-Nature-Stiftung sowie mehreren Privatpersonen. Unser Schreiben finden Sie unter der Rubrik Leserbriefe. 

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