Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd

Beiträge, die wir vor Mai 2021 veröffentlicht haben, können Sie in unserem Archiv nachlesen.

Mai 2022

Je mehr die Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung an Ansehen verliert, umso penetranter werden die Kampagnen der Jagdverbände. Schilder wie das hier abgebildete findet man mittlerweile überall in der Natur. Mal ist auf diesen Schildern ein Wildkaninchen abgebildet, mal ist es ein Reh, ein Fuchs oder ein Feldhase. Die Botschaft aber ist immer die gleiche: der Jäger als unermüdlicher Beschützer der Wildtiere, der jedes einzelne Tier vor allen möglichen Gefahren bewahren möchte. Was auf diesen Schildern nicht steht: die größte Gefahr für unsere Wildtiere geht nicht von freilaufenden Hunden oder gedankenlosen Spaziergängern aus - die größte Gefahr droht den Wildtieren durch die Jagd. Auch wenn jeder einzelne Fall, bei dem ein Reh oder ein Hase von einem Hund getötet wird, medienwirksam aufgebauscht wird, so ist die Zahl der auf diese Weise ums Leben gekommenen Wildtiere doch verschwindend gering - und zwar so gering, dass genaue Zahlen nicht ermittelt werden können, da sie in keiner Statistik auftauchen. Die Zahl der von Jägern getöteten Wildtiere ist allerdings bekannt: Jahr für Jahr töten Jäger in Deutschland mehr als 5 Millionen (!!!) Wildtiere. Vor diesem Hintergrund kann man derartige Kampagnen nur als einen weiteren verzweifelten Versuch werten, das mittlerweile doch arg angeschlagene Image der Hobbyjagd etwas aufzupolieren. Glücklicherweise durchschauen aber immer mehr Menschen derartige Propaganda-Aktionen und fallen nicht länger auf das Märchen vom Jäger als Tierschützer herein.

Hier noch ein Link zu den offiziellen Abschusszahlen des Jagdjahres 2020/2021:

https://www.jagdverband.de/zahlen-fakten/jagd-und-wildunfallstatistik/jagdstatistik-fuer-einzelne-wildarten

Mai 2022

Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord entdeckten nach einem Hinweis aus der Bevölkerung in einem Feldgehölz bei Erkelenz (Kreis Heinsberg, NRW) eine illegale Vogelfalle. Als die Falle nun vor wenigen Tagen von der Polizei sichergestellt wurde, saß in dem aus Drahtgitter gebauten Käfig eine lebende Elster als Lockvogel. Neben der Falle lagen die Überreste einer toten Waldohreule. Bevor die Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord die Polizei informierten, überwachten sie die Falle eine Woche lang mit einer versteckten Kamera - mit Erfolg. Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Falle jeden Tag kontrolliert und der Lockvogel gefüttert wurde - und zwar von "zwei Personen, die der örtlichen Jägerschaft zugeordnet werden können." Das Komitee gegen den Vogelmord hat mittlerweile Anzeige erstattet. Den Tätern droht eine hohe Geldstrafe sowie der Verlust des Jagdscheins. Und wieder einmal kommen die Täter aus den eigenen Reihen....

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

Eine weitere illegale Greifvogelfalle wurde im Landkreis Prignitz (Brandenburg) ebenfalls von Mitarbeitern des Komitees gegen den Vogelmord entdeckt und bei den Behörden gemeldet. Bei der Falle handelt es sich um "eine riesige, illegale Konstruktion, die fest auf einem PKW-Anhänger montiert war und offensichtlich von den Tätern an wechselnden Standorten eingesetzt wurde." Es handelt sich hier um eine sog. Massenfalle, mit der Raben, Greifvögel oder Eulen gefangen werden können - in der Nähe wurden die Überreste eines toten Greifvogels gefunden. Die Tiere werden mit Eiern oder Plastikattrappen von Entenküken in die Falle gelockt. Die Untere Naturschutzbehörde hat die Falle mittlerweile gemeinsam mit der Vogelschutzwarte Brandenburg beschlagnahmt und abgeschleppt. Die Behörden ermitteln gegen Unbekannt und sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

 

 

Mai 2022

Auf der Facebook-Seite "Jäger und Freunde der Jagd in Niedersachsen" berichtet die Jägerschaft Einbeck, dass weitere 21 Jungjäger erfolgreich die Jägerprüfung abgelegt haben. Insgesamt acht Monate lang hätten sich die angehenden Jäger "intensiv" auf das "grüne Abitur" vorbereitet. Wenn man genauer hinschaut, kann von einer fundierten Ausbildung allerdings keine Rede mehr sein. So wurde den angehenden Jägern in nur 130 Unterrichtsstunden Wissen zu folgenden Themengebieten vermittelt: 

"Wildbiologie und Wildtierkunde, zum Natur- und Tierschutz, zu Wildkrankheiten und zur Wildbret-Hygiene, über Land- und Waldbau wie zum Jagd- und verwandten Recht, über Waffen und zum Hundewesen haben sie teilgenommen. Zudem haben die Teilnehmenden geschossen und wurden an Fallen ausgebildet."

Schon erstaunlich, was unsere Jäger in nur 130 Stunden so alles lernen können. Das das vermittelte Wissen bestenfalls oberflächlich sein kann, erschließt sich von selbst. Aber vermutlich wird sich auch hier die Ausbildung auf das Auswendiglernen von Multiple-Choice-Fragen beschränkt haben.

https://www.facebook.com/groups/1189248621102413/?hoisted_section_header_type=recently_seen&multi_permalinks=5770850722942157

 

April 2022

In der aktuellen Folge widmet sich "Die kleine Jagdschule" dem Thema Schliefenanlagen. Eindrucksvoll beschreibt Tomas Mitschke vom NABU Lünbeburg das Leid der Füchse in solchen - vor den Augen der Öffentlichkeit aus gutem Grund gut verborgenen - Anlagen. In Schliefenanlagen werden Jagdhunde an lebenden Füchsen ausgebildet. Unabhängige Kontrollen derartiger Anlagen finden in der Regel nicht statt - und so gibt es wohl auch Anlagen, in denen die Füchse in viel zu kleinen Käfigen ohne jede Ablenkungsmöglichkeit gehalten werden, viele dieser Füchse sehen niemals Sonnenlicht. Von einer auch nur annähernd artgerechten Haltung ist man weit entfernt. Wie aber ist so etwa in Deutschland möglich, wo der Tierschutz doch eigentlich Staatsziel ist? Die Antwort auch hier: die Jägerschaft hat sich die geltenden und ihr gefälligen Vorgaben gemeinsam mit diversen Teckel- und Terrierclubs selbst erarbeitet und sich diese dann vom zuständigen (jägernahen) Ministerium absegnen lassen. Tierschützer waren an der Erarbeitung der geltenden Vorgaben zu keinem Zeitpunkt beteiligt. Anschließend kontrolliert man sich selbst - wie bereits mehrmals erwähnt, sind die zuständigen Kontrollbehörden überwiegend mit Jägern besetzt - und bescheinigt sich gegenseitig, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Vorgaben, die - man kann es nicht oft genug sagen -  man zuvor nach den eigenen Wünchen und Bedürfnissen gestaltet hat und die den Tierschutz in keiner Weise berückichtigen. So läuft das System Jagd. Und das ist leider nicht nur bei den umstrittenen Schliefenanlagen gängige Praxis. Hier der Link zur "kleinen Jagdschule":

https://www.facebook.com/watch/?v=2805407506420099

Noch eine kurze Anmerkung: "Die kleine Jagdschule" kommt in Jägerkreisen nicht besonders gut an - anfangs hat man noch (erfolglos) versucht, Beiträge sperren zu lassen. Nun kommentiert man fleißig unter den Beiträgen und entlarvt sich wieder einmal selbst.

So bestätigt ein Jäger den von Thomas Mitschke im Beitrag kritisierten Einfluss der Jagdlobby:

"Ausreden" brauche ich indes nicht - stehe ich doch auf der Seite von Tradition und einer starken Lobby."

Und natürlich versucht man wieder einmal, die Fuchsjagd mit den üblichen Jägermärchen zu rechtfertigen:

"Warum diese Wehleidigkeit? Der Fuchs überträgt auch für den Menschen gefährliche Krankheiten wie Tollwut und Fuchsbandwurm, seines hohen Bestandes wegen ist er keineswegs gefährdet und muss drittens schon deshalb bejagt werden, weil er sonst – zumindest regional – selten gewordene Bodenbrüter unter den Vögeln auszurotten droht."

Dass Deutschland seit 2008 offiziell tollwutfrei ist, dass die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen zu werden, höher ist als die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren und dass die Fuchsjagd wissenschaftlichen Studien zufolge eben kein Beitrag zum Artenschutz ist, ist bei diesem Jäger offensichtlich noch nicht abgekommen. Und nur weil ein Tier nicht in seinem Bestand bedroht ist, rechtfertigt das noch lange nicht seine Bejagung. Aber so lange man sich auf eine starke Lobby verlassen und sich hinter Begriffen wie "Tradition" verstecken kann, braucht man sich mit Fakten ja nicht auseinanderzusetzen.

 

April 2022

Im Fall des am Neujahrsmorgen 2022 in der Nähe von Mindelstetten in eine Totschlagfalle geratenen Zwergpinschers hat die Untere Jagdbehörde mittlerweile zugegeben, dass beim Aufstellen der Falle rechtliche Vorschriften nicht beachtet wurden. In einem Schreiben an uns heißt es, dass "man die begangenen Verstöße ahnden" werde. Außerdem habe man "vorab den Jäger auf die einschlägigen Vorschriften bei der Ausübung der Jagd mit Fallen, die es dabei zu beachten gibt, hingewiesen." Gleichzeitig räumt man ein, dass "der Aufstellungsort neben einem Feldweg nicht ideal gewählt" worden sei - allerdings könnten sich solche Vorfälle auch "bei abseits betriebenen Fallen" ereignen. Auf Schilder, auf denen vor den Fallen gewarnt wird, verzichtet man wohl vor allem deshalb, weil "es in der Vergangenheit leider auch zu Vorfällen" gekommen sei, "dass Fallen unerlaubterweise von Unbekannten entfernt wurden." Anstatt nun aber auf die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnten und in anderen Bundesländern auch schon längst verbotenen Totschlagfallen zu verzichten, verzichtet man im Landkreis Eichstätt lieber auf die Warnschilder und nimmt so eine Gefährdung der Bevölkerung in Kauf. Nicht nur Hunde können in eine solche Falle geraten, sie stellen auch eine Gefahr für neugierige Kinder dar. Und auch für Pilzsucher und andere Waldbesucher können "abseits betriebene" Fallen zur Gefahr werden. Der Jäger hat sich übrigens bis heute nicht bei der betroffenen Hundebesitzerin gemeldet - es erfolgte weder eine Entschuldigung noch das Angebot, die für die Behandlung des schwer verletzten Hundes entstandenen Kosten zu übernehmen. 

Das Schreiben der Unteren Jagdbehörde können Sie unter der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker" nachlesen.

Der kleine Zwergpinscher wurde durch die Falle zwar schwer verletzt, hat den "Unfall" aber überlebt. So viel Glück hatte die gut ein Jahr alte Bonnie aus Krümmel nicht. Wie so oft hat Bonnie ihren Besitzer zum Schafe füttern begleitet. Als Bonnie plötzlich nicht mehr auf die Rufe ihres Besitzers reagiert, machte der sich auf die Suche - und fand Bonnie nur wenige Meter vom Zaun seines Grundstücks entfernt tot auf. Sie war in eine Totschlagfalle geraten, die Falle hatte ihr das Genick gebrochen. Aufgestellt hatte die Falle ein Jäger "im Auftrag" eine Geflügelhofes in direkter Nachbarschaft - allerdings wurden beim Aufstellen der Falle, wie man auf dem Foto in der Zeitung gut sehen kann - sämtliche geltenden Sicherheitsvorschriften ignoriert. Offensichtlich waren in der näheren Umgebung noch mehr Fallen aufgestellt worden, denn nach dem Tod der Hündin versicherten sowohl der Jäger als auch der Betreiber des Geflügelhofes, dass man mittlerweile alle Fallen entfernt habe.

https://www.nordkurier.de/mueritz/hund-stirbt-in-der-fuchsfalle-eine-ganze-familie-trauert-1347828904.html

https://www.nordkurier.de/mueritz/fuchsfalle-nicht-ordnungsgemaess-aufgestellt-2047899504.html?fbclid=IwAR2rJwazD0BbYTWKb7z_fJDOnJrmpN1wi2P-g4vI_HDu96NZtAU4ztMfsj4

April 2022

In Wohratal (Hessen) hat erneut ein Jäger "versehentlich" ein Pferd erschossen - das Pferd befand sich etwa 120 Meter vom Hochsitz entfernt auf einer Weide, als der tödliche Schuss fiel. Auch in diesem Fall greift der Jäger zu der beliebten Ausrede, das Pferd mit einem Wildschwein verwechselt zu haben. Als ob das alles erklären würde und solche Verwechslungen nichts Ungewöhnliches seien. Nun ist es aber relativ einfach, ein Pferd von einem Wildschwein zu unterscheiden - selbst Kindergartenkinder schaffen das und es ist davon auszugehen, dass auch Jäger zwischen beiden Tierarten unterscheiden können. Vorausgesetzt natürlich, man sieht, worauf man schießt. Und das war hier (und bei anderen tödlichen "Verwechslungen") ganz offensichtlich nicht der Fall. Wieder einmal wurde die grundlegendste Sicherheitsvorschrift im Umgang mit Schusswaffen missachtet: nämlich erst dann zu schießen, wenn man sich zu 100% sicher ist, worauf man schießt. Würden alle Jäger diese Regel beherzigen, würde es auch nicht mehr zu solchen "Verwechslungen" kommen. 

https://www.jagderleben.de/news/jagdunfall-jaeger-schiesst-pferd-statt-wildschwein-713446?fbclid=IwAR3yMo8UM7HNK6djaMxYHVMFW2gU1KBZFHw3PRcdxHTQXkmQ_ZV-DspDVXo

 

April 2022

Unter der Schlagzeile "Waldruhe wird durch Sportler gestört" ist in der Mittelbayerischen Zeitung anlässlich der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft Eitlbrunn ein weiterer tendenziöser Beitrag zum Thema Jagd erschienen. Wieder einmal übernimmt die Zeitung völlig unreflektiert die Aussagen der anwesenden Jagdpächter - und so können diese ungehindert Stimmung machen gegen Spaziergänger und Jogger, die "das Wild stark beunruhigen", gegen Mountainbiker, die "quer durch das Gelände heizen" und gegen Reiter, die "ihre Pferde an den Kirrungen fressen lassen". Dass zahlreiche Feldstudien belegen, dass Spaziergänger, Jogger und sogar Mountainbiker von Wildtieren nicht als Gefahr gesehen werden und sie demzufolge bei einem Kontakt nicht sonderlich gestresst sind und nur wenige Meter ausweichen, wird nicht erwähnt. Völlig außer acht gelassen wird in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Jäger - erst der permanente Jagddruck macht Wildtiere scheu und schreckhaft. Die Zusammenhänge sind gut erforscht und lassen sich wie folgt zusammenfassen: Je stärker die jagdliche Beunruhigung des Wildes, desto sensibler reagiert es auch auf nicht jagdliche Störfaktoren. Will man den Wildtieren also wirklich etwas gutes tun, müsste man konsequenterweise die Jagdzeiten stark einschränken und Ruhezonen einrichten. Nicht die Spaziergänger sind das Problem, sondern die Jäger.

Doch an Fakten scheinen weder die Jäger noch die Zeitung noch der ebenfalls bei der von den Jagdpächtern finanzierten Veranstaltung anwesende Bürgermeister interessiert zu sein - bei ihm fielen die Klagen der Jagdpächter scheinbar auf fruchtbaren Boden. Der Bürgermeister bat die Jäger, "Probleme immer unverzüglich anzusprechen" und sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu. Auch hier funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Politik und Jägerschaft auf kommunaler Ebene offensichtlich gut - zum Nachteil der restlichen Bevölkerung.

https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-land-nachrichten/jaeger-klagt-ueber-gestoerte-waldruhe-21364-art2107169.html

Aber nicht nur Bürgermeister lassen sich gerne zu von Jägern organisierten und finanzierten Veranstaltungen einladen - auch Ministerpräsidenten und andere hochrangige Politiker nehmen gerne an solchen Veranstaltungen teil. So aktuell auch der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther - er folgte vor kurzem der Einladung des Landesjagdverbandes zum Landesjägertag und hielt dort das Grußwort: von Kritik keine Spur, stattdessen die übliche Lobhudelei. Hier ein paar Auszüge: 

"Die Jägerinnen und Jäger hier bei uns in Schleswig-Holstein leisten einen unglaublich wichtigen und vielfältigen Beitrag dazu, dass unsere Tier- und Pflanzenwelt gesund und im Gleichgewicht ist – sie sind zugleich ein existenziell wichtiger Partner des Landes bei der Bedrohung durch Tierseuchen wie aktuell der Afrikanischen Schweinepest."

und weiter: 

"...ich bin vor Ort, um Danke zu sagen für die ehrenamtliche Arbeit, die in der Freizeit und nicht selten auch in der Nacht stattfindet...Meinen großen Respekt für Ihre tagtägliche Arbeit, danke für die Einladung und Allzeit Waidmannsheil."

https://www.facebook.com/MP.DanielGuenther/

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Herr Günther am Landesjägertag teilgenommen hat - bereits 2018 hielt er dort eine fast identische Rede:

https://www.facebook.com/MP.DanielGuenther/posts/185073325473684

Interessanter als die beiden Reden von Herrn Günther sind allerdings die Kommentare unter den Beiträgen: während unter dem Beitrag aus dem Jahr 2018 nur ganze 3 (von Jägern verfasste) Kommentare zu finden sind, finden sich unter dem aktuellen Beitrag über 50 - zum Teil sehr kritische - Anmerkungen. Hier hat sich zwischenzeitlich also einiges getan...

 

April 2022

Jahr für Jahr gelangen europaweit 100.000 Tonnen Blei in die Umwelt - 14% davon durch die Jagd. Umweltverbände fordern seit langem, bleihaltige Munition "zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt" zu verbieten. Die schädlichen Auswirkungen von bleihaltiger Munition sind gut erforscht und lange bekannt - eine aktuelle britische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Millionen von Greifvögeln von einer Bleivergiftung bedroht sind. Auch die hohe Bleibelastung von Böden und Wildbret wird zunehmend zum Problem. Der Hessenforst verlangt aus diesem Grund seit 2015, dass auf den landeseigenen Flächen nur noch bleifreie Munition verwendet wird - und folgt damit dem Beispiel Brandenburgs, wo bleihaltige Munition bereits seit 2005 auf staatlichen und kommunalen Flächen verboten ist. Doch das vom Hessenforst verhängte Verbot von bleihaltiger Munition stößt beim Landesjagdverband Hessen auf wenig Gegenliebe. Obwohl zahllose wissenschaftliche Studien die schädlichen Auswirkungen von Bleimunition eindeutig belegen, behaupten die hessische Jäger, dass "bislang keine wirkliche Gefährdung von Mensch und Tier" nachgewiesen worden sei. Man redet sich damit heraus, dass "bei den heimischen Greifvogelarten flächendeckend keine Anzeichen erkennbar" seien, "dass diese grundsätzlich in ihrem Bestand gefährdet sind". Schwankungen in den Beständen seien natürlich möglich - aber daran seien weder die Jäger noch die von ihnen verwendete Bleimunition Schuld, sondern des Greifvogels schlimmster Feind: das gemeine Windrad.

Dass Vögel durch Windräder verletzt oder getötet werden können, ist unbestritten - hier wird bereits intensiv an Lösungen geforscht. Wie die Tatsache, dass Greifvögel auch durch Windräder zu Schaden kommen können allerdings den weiteren Einsatz von Bleimunition rechtfertigen soll, bleibt das Geheimnis der hessischen Jäger. 

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jagd-wieso-bleihaltige-munition-noch-nicht-verboten-ist-17945643.html?fbclid=IwAR2_jaw5xWbuTYKXYRxmvaUez9OqsgGV2sm2o7h8tC3VOVzQMjgyTTKgO60

 

 

April 2022

Unter der Überschrift "Jäger-Kampagne mahnt zu achtsamen Umgang mit der Natur" bringt das NDR Nordmagazin einmal mehr völlig unreflektiert Jagdpropaganda unters Volk. Auf einem Plakat ist ein Fuchswelpe zu sehen, der bittet: "Bitte nicht anfassen! Meine Mama kommt gleich zurück!" - das zweite Plakat zeigt ein Rehkitz, darunter die üblichen Verhaltensregeln. Diese Plakate führen die Bevölkerung bewusst in die Irre, da sie den Eindruck vermitteln, Jäger würden sich für den Schutz von Fuchs und Reh stark machen - mit der Realität hat das hier vermittelte Bild vom Jäger als Fuchs- und Rehbeschützer aber nur wenig zu tun. Wir haben uns deshalb mit einem Leserbrief an den NDR gewandt und um eine differenziertere Berichterstattung gebeten. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

https://www.facebook.com/NDRmv/photos/pcb.4736741119770117/4736736969770532

April 2022

Hier zwei Updates zu den beiden aktuellen Fällen in der Region Ingolstadt/Eichstätt:

Fall 1: Im Fall des bei Mindelstetten in eine mutmaßlich unsachgemäß aufstellte Totschlagfalle geratenen Zwergpinschers hat sich bisher leider nicht viel Neues ergeben. Zwar hat die Untere Jagdbehörde den Eingang unserer Anzeige bestätigt und versprochen, die Vorwürfe zu überprüfen und ggf. geeignete Maßnahmen zu ergreifen, gleichzeitig wurde uns aber mitgeteilt, dass man uns keine weiteren Auskünfte erteilen könne. Im Schreiben der Unteren Jagdbehörde liest sich das so: "...Sie haben aber sicher auch Verständnis dafür, dass wir Personen, die ihr Interesse am Ausgang eines Verfahrens gegen einen Beschuldigten bekunden, die gewünschte Auskunft nicht erteilen können..." Da wir dieser Argumentation nicht folgen können, haben wir uns daraufhin trotzdem nochmal an die Behörde gewandt und darum gebeten, uns - selbstverständlich unter Wahrung des Datenschutzes - über den aktuellen Ermittlungsstand in Kenntnis zu setzen - dieses Schreiben wurde von der Unteren Jagdbehörde ignoriert. Auch hier wird also gemauert und versucht, die Sache auszusitzen. Wir haben uns nun erneut an die Untere Jagdbehörde gewandt und darum gebeten, uns bis spätestens 8.April mitzuteilen, ob die Fallen mittlerweile entfernt oder zumindest vorschriftsmäßig gesichert wurden - diese Auskunft sollte eigentlich auch unter Berücksichtigung des Datenschutzes möglich sein. Sollte diese Frist verstreichen, werden wir weitere Schritte in die Wege leiten. Wie berichtet, hatte die Besitzerin des verletzten Hundes unmittelbar nach dem Vorfall Anzeige gegen den Fallensteller erstattet - die Ermittlungen wurden nach einer kurzen Nachfrage seitens der Polizei bei der Unteren Jagdbehörde jedoch sehr schnell eingestellt - die Polizei bekam die Auskunft, dass solche Fallen erlaubt seien, eine Überprüfung, ob die Fallen sachgemäß aufgestellt waren, erfolgte aber wohl nicht. Gegen die Einstellung der Ermittlungen hat zwischenzeitlich der Deutsche Tierschutzbund eine "Einstellungsbeschwerde" bei den zuständigen Behörden eingereicht - auch diese "Einstellungsbeschwerde" wird bisher ignoriert. 

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie noch auf eine aktuelle Petition aufmerksam machen, die ein längst überfälliges Verbot von Totschlagfallen fordert:

https://jedertag.lpages.co/totschlagfallen/

Fall 2: Im Fall des von zwei Jagdhunden totgebissenen Dackel Albrecht ist mittlerweile einiges in Bewegung geraten. Anfangs haben sowohl die Polizei als auch das Ordnungsamt sowie die Sprecherin der Stadt Ingolstadt die Meinung vertreten, dass man gegen den Jäger nichts unternehmen kann. Man argumentierte, dass sich der Vorfall außerhalb einer geschlossenen Ortschaft ereignet habe und dort würde keine Leinenpflicht herrschen, Hunde von Jägern seien im eigenen Revier zudem grundsätzlich von der Leinenpflicht befreit und es sei "nicht ungewöhnlich", dass "Jäger im Revier ihre Futterstellen abfahren und die Hunde neben dem Auto herliefen." Sowohl der Vorfall an sich als auch die Untätigkeit der zuständigen Behörden und die nicht nachvollziehbare Position der Stadt Ingolstadt führte zu massiven Protesten aus der Bevölkerung. Der Vorfall wurde in den sozialen Medien diskutiert und es meldeten sich Menschen beim Donaukurier, die früher bereits Probleme mit dem Jäger und seinen Hunden hatten. Wir haben uns unmittelbar nach Erscheinen des Zeitungsartikels an das Ordnungsamt gewandt und sowohl eine Zuverlässigkeitsüberprüfung des Jägers als auch eine Gefährlichkeitsüberprüfung der Hunde beantragt. Gleichzeitig wandten wir uns an den Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt mit der Bitte, die fragwürdige Haltung der Stadt in diesem Fall nochmal zu überdenken und wiesen gleichzeitig auf die Schwächen in der Argumentation der im Donaukurier zitierten Stadtsprecherin hin. Bis heute erhielten wir weder vom Oberbürgermeister noch vom Ordnungsamt eine Antwort. Wir haben daraufhin im Hintergrund etwas Druck aufgebaut, gleichzeitig sind auch andere Organisationen und Privatpersonen tätig geworden und im Moment scheint es so, als ob der ganze Protest tatsächlich etwas bewirkt hat. Wie einem aktuellen Beitrag des Donaukuriers zu entnehmen ist, nimmt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder auf. Das Ordnungsamt kündigt an, "nach Abschlus der Ermittlungen alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um einer zukünftigen Gefahr durch die Hunde angemessen entgegen zu wirken."  Auch der Pressesprecher der Stadt Ingolstadt sieht plötzlich die Möglichkeit einer "Ahndung mit Geldbuße durch die Stadt Ingolstadt".

Wir werden die weitere Entwicklung im Auge behalten - auch um sicherzustellen, dass die nun unter dem öffentlichen Druck geäußerten Ankündigungen auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden.

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Tod-von-Dackel-Albrecht-geht-an-die-Staatsanwaltschaft;art599,4860672

https://m.facebook.com/donaukurier.online/posts/10159715246773468?locale=ne_NP&_rdr

März 2022

Die jährlich in Dortmund stattfindende Messe "Jagd und Hund" gerät zunehmend in die Kritik - nicht zuletzt deshalb, weil dort regelmäßig fast 180 Reiseveranstalter vertreten sind, die den Abschuss gefährdeter und geschützter Arten anbieten. Zu diesen Arten zählen Hochseevögel und Singvögel ebenso wie Eisbären, Nashörner Elefanten, Löwen, Leoparden, Giraffen, Affen, Braunbären und Wölfe. Allein in Afrika töten etwa 18.000 Trophäenjäger Jahr für Jahr mehr als 100.000 Wildtiere - und das oft mit Jagdmethoden, die hierzulande aus gutem Grund verboten sind: so kommen unter anderem Armbrust oder Pfeil und Bogen zum Einsatz. Die Tiere werden oft in speziellen Jagdfarmen gezüchtet und dann von zahlungskräftigen Kunden in großen Gehegen abgeschossen. Leider sind solche "Jagdreisen" noch immer legal - folgt man der Logik der Anbieter, handelt es sich bei der Trophäenjagd gleichzeitig um "Artenschutz" und "Entwicklungshilfe". In der Bevölkerung hingegen stößt die Trophäenjagd auf breite Ablehnung. Bereits vor zwei Jahren wurde daher eine Petition gestartet, die sich an die Stadt Dortmund richtet. Mittlerweile haben fast 125.000 Menschen die Petition unterzeichnet und sich somit der Forderung ARIWA (Animals Rights Watch) angeschlossen, Anbietern von Trophäenjagden künftig keine Standgenehmigung mehr zu erteilen und so ein klares Zeichen für Tier- und Artenschutz zu setzen. Doch die Stadt Dortmund drückte sich lange Zeit vor einer Entscheidung. Zwar versprach man bereits vor zwei Jahren die Einberufung eines Ethikrates - umgesetzt wurde das Vorhaben jedoch nie. Nun kommt endlich etwas Bewegung in die Sache. Mit einem Eilantrag forderten Bündnis90/Die Grünen Mitte Februar eine sofortige vorläufige Einstellung von Trophäenjagdständen auf der Messe "Jagd und Hund" - bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist. Unterstützt wurde der Antrag von der Linken, von der Piratenpartei und von der Tierschutzpartei. Zwar wurde der Eilantrag trotz dieser Unterstützung abgelehnt - aber das Thema ist jetzt dennoch endlich auf der Tagesordnung angekommen. Der Bürgermeister hat zugesichert, nun unverzüglich den lange versprochenen Ethikrat einzuberufen - und obwohl CDU und FDP es gerne anders gehabt hätten, werden dem Ethikrat keine Jäger angehören. Der Ethikrat soll noch vor der im Juni stattfindenden Messe einen Vorschlag für den zukünftigen Umgang mit Jagdangeboten auf der Messe unterbreiten.

Wenn Sie den Druck auf die Verantwortlichen noch etwas erhöhen möchten, können Sie die Petition unter folgendem Link noch unterschreiben:

https://www.change.org/p/thomas-westphal-stoppen-sie-die-troph%C3%A4enjagd-angebote-bei-der-messe-jagd-und-hund

Und hier noch der Link zu den aktuellen Ereignissen in Dortmund:

https://www.change.org/p/thomas-westphal-stoppen-sie-die-troph%C3%A4enjagd-angebote-bei-der-messe-jagd-und-hund/u/30336890?cs_tk=Ajn_7X1UdeZ0DclgO2IAAXicyyvNyQEABF8BvAprPqmqg6bFcMutEylcHvA%3D&utm_campaign=dd7b4cddeea248b69a28aa0034941843&utm_content=initial_v0_5_0&utm_medium=email&utm_source=petition_update&utm_term=cs

 

 

März 2022

Mit dem NABU Borken hat sich nun ein weiterer Kreisverband öffentlich gegen die Fuchsjagd positioniert - der NABU Borken hält "die Bejagung des Fuchses für nicht vertretbar, ökologisch sinnlos, tierschutzwidrig und gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung gerichtet". Außerdem kommt der NABU Borken zu der Einschätzung, dass die Bejagung des Fuchses die Probleme des Wiesenvogelschutzes nicht lösen kann und weist unter anderem auf eklatante fachliche Mängel vieler von der Jägerschaft immer wieder ins Feld geführter Vergleichsstudien hin. Gleichzeitig kritisiert der Kreisverband, dass sowohl NABU als auch andere Naturschutzorganisationen häufig beim Bodenbrüterschutz mit den Jägern kooperieren - und somit "die extreme Nachstellung der Raubsäuger fördern." Der Kreisverband fordert, die Jagd auf den Fuchs und sämtliche andere Beutegreifer im Raum Borken umgehend einzustellen. Bleibt zu hoffen, dass sich viele weitere Kreisverbände dieser Forderung anschließen werden.

https://nabu-borken.de/positionspapier-zur-fuchsjagd/?fbclid=IwAR0YoT8-U5yZQn9M89drCgHpDp7IJ8rTy6BNE0uTdbHqxaNy1KeOTbh7044

 

März 2022

Wir möchten Sie an dieser Stelle auf zwei aktuelle Petitionen aufmerksam machen.

Die erste Petition macht sich für Nutrias stark, deren Bejagung ebenso überflüssig und kontraproduktiv ist wie die Bejagung von Füchsen, Waschbären oder Krähen. 

https://www.change.org/p/wasserverband-eigel-rur-sterilisation-von-nutrias

Die zweite Petition setzt sich für die Nandus in Mecklenburg-Vorpommern ein - dort haben die zuständigen Behörden wohl eine Jagderlaubnis für die in ihrer Heimat nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützten Vögel erteilt.

https://www.change.org/p/dr-till-backhaus-jagdverbot-f%C3%BCr-die-nandus-in-mecklenburg-vorpommern

 

März 2022

In Niederbayern (Landkreis Kelheim) ist nun ein weiteres Grundstück jagdfrei - auch in diesem Fall wurde es dem Antragsteller möglichst schwer gemacht. Bereits Anfagang 2020 stellte der Grundstückseigentümer einen entsprechenden Antrag - im November erhielt er dann ein Schreiben von der Unteren Jagdbehörde, in welchem Horrorszenarien von Waldverbiss, Fuchsräude und Schweinepest an die Wand gemalt wurden. Da zudem angezweifelt wurde, dass der Antragsteller die Jagd aus ethischen Gründen auf seinen Grundstücken verbieten möchte, schaltete der Grundstückseigentümer einen Anwalt ein. Mit Erfolg: zum Ende des Jagdjahres zum 31.3.2022 sind die Grundstücke nun endlich jagdfrei.

https://www.zwangsbejagung-ade.de/faelle-von-grundstueckseigentuemern-1/bayern/bayern-antrag-auf-jagdverbot-landkreis-kehlheim.html?fbclid=IwAR0HZOKUeOX_BcStunc7asHhts5bVAPf2y8wTsHZ2iO_sWz-WXr1cdeKcjo

 

März 2022

Jäger behaupten, Jagd sei "angewandter Naturschutz". Jäger behaupten, Jagd sei "angewandter Artenschutz". Jäger behaupten, ihnen würde das Wohl der Wildtiere am Herzen liegen.

Mit der Realität hat das wenig zu tun, wie folgendes Beispiel zeigt: laut WWF landen Jahr für Jahr durch die Jagd europaweit etwa 21.000 Tonnen (!!!) Blei in der Natur  - doch obwohl die Folgen lange bekannt sind, möchten die Jäger noch immer nicht auf bleihaltige Munition verzichten und leisten erbitterten Widerstand gegen entsprechende Gesetzesinitiativen. Nun kommt ein Team aus deutschen und britischen Wissenschaftlern zu dem Ergebnis, dass etwa 55.000 erwachsene Greifvögel während des Beobachtungszeitraums an einer Bleivergiftung verendet sind - die Tiere nehmen das toxische Schwermetall auf, wenn sie selbst angeschossen werden oder Tiere fressen, die mit Bleimuntion erlegt wurden. Die Forscher fordern ein Verbot der Bleimunition und sind der Meinung, dass "das vermeidbare Leiden und der Tod zahlreicher Greifvögel durch Bleivergiftung ausreichen sollte, um die Verwendung ungiftiger Alternativen zu fordern." Die meisten Menschen dürften diese Forderung unterstützen - von der Jagdlobby ist hier jedoch kein Einlenken zu erwarten. So wird auch diese Forderung wieder auf erbitterten Widerstand stoßen. Sowohl der qualvolle Tod der Tiere als auch die Vergiftung unserer Umwelt mit einem hochtoxischen Schwermetall scheint unseren jagenden "Naturschützern" und "Tierfreunden" völlig egal zu sein.

https://www.wwf.de/bleimunition-verbieten

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/greifvoegel-in-europa-durch-bleihaltige-munition-gefaehrdet-17887245.html?fbclid=IwAR2wrrh4-Oi-bj5wmX5BwysjwQwXhNQNFDOiHDu2S_ggSLM4LFVPSw1cLlg

 

März 2022

Wie das "Komitee gegen den Vogelmord" mitteilt, wurde letzte Woche in der Nähe von Mageburg ein streng geschützter Seeadler abgeschossen - da der Seeadler mit einem GPS-Sender des Artenschutzprojektes LIFE EUROKITE ausgestattet war, ist der illegale Abschuss gut dokumentiert. Die Auswertung der GPS-Daten ergab, dass der Adler nach seiner illegalen Tötung zu einem Wohnhaus gebracht und dort über Nacht aufbewahrt worden war. Die vom GPS-Sender übermittelten Daten führten die Ermittler direkt zum Wohnsitz des zuständigen Jagdpächters. Konfrontiert mit den Vorwürfen, gestand der 81-jährige Jäger, den streng geschützten Vogel mit seinem Jagdgewehr getötet zu haben. Als er am nächsten Morgen bemerkte, dass der Adler mit einem Sender ausgestattet war, versuchte er noch, die Tat zu verschleiern, indem er versuchte, den Sender und den Vogel getrennt voneinander zu entsorgen. Mittlerweile wurde Anzeige gegen den Jäger erstattet, dem bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahren Haft sowie der Entzug des Jagdscheins drohen.

https://www.komitee.de/de/aktuelles/presse-meldungen/2022/protected-white-tailed-eagle-shot-in-germany/?fbclid=IwAR2I4b-kMR5WWFia3OYbNZ_bAQHlzreGdEnii5SKYyE829N1Ml73CPLer58

 

März 2022

Vor einigen Tagen griffen zwei Jagdhunde in einem Waldstück zwischen Dünzlau und Gerolfing einen angeleinten Dackel an und bissen ihn tot. Die traumatisierte Besitzerin des toten Dackels schildert die Situation im Donaukurier so: "Der eine Hund hat ihm den Bauch aufgerissen", erzählt die 75-Jährige und kann die Tränen nicht zurückhalten. Als Albrecht schwer verletzt auf dem Boden lag, habe sie ihn gestreichelt. "Er hat mich angeschaut und noch einmal mit dem Schwanz gewedelt. Dann war's aus."

Der Vorfall ist auch deshalb besonders tragisch, weil die Probleme mit diesem Jäger und seinen Hunden lange bekannt sind - der Tod des Dackels hätte verhindert werden können, wenn die Behörden rechtzeitig eingegriffen hätten. So erzählt die Besitzerin des Dackels, dass "viele Spaziergänger Angst vor den Tieren hätten, die stets frei liefen, während ihr Halter im Auto hinterherfahre". Manche Spaziergänger gehen wohl nur noch mit einem Stock bewaffnet in den Wald, um die Hunde im Notfall abwehren zu können. Eine weitere Zeugin äußert, dass "die Tiere regelrecht im Jagdmodus seien, der Halter oft weit entfernt".  

Nach dem Vorfall hat die Besitzerin des toten Dackels Anzeige erstattet - doch wer nun glaubt, dass dieses rücksichtslose Verhalten Konsequenzen für den Jäger haben wird, der irrt sich offensichtlich. Das Verhalten der beteiligten Behörden kann man nur als skandalös bezeichnen. Hier eine kurze Zusammenfassung: die Polizei teilt dem Donaukurier mit, dass Hundeführer der Polizei den Fall geprüft hätten - mit welchem Ergebnis bleibt offen -  und verweist darauf, dass es "in dem Bereich keine Leinenpflicht gebe". Obwohl die Ermittlungen der Polizei mittlerweile abgeschlossen sind, wurden die Ergebnisse bis zum Erscheinen des Zeitungsartikels noch nicht - wie eigentlich üblich - an das zuständige Ordnungsamt weitergeleitet. Obwohl das Ordnungsamt den Fall also noch gar nicht untersucht hat, äußert sich die Stadtsprecherin der Stadt Ingolstadt dem Donaukurier gegenüber folgendermaßen: "Der Vorfall sei außerhalb der geschlossenen Ortschaft passiert, der Jäger habe sich in seinem Revier aufgehalten, wo die Hunde frei laufen dürften. Ein Bußgeld sei nicht im Gespräch. Und dass Jäger im Revier ihre Futterstellen abfahren und die Hunde neben dem Auto herliefen, sei nicht ungewöhnlich. Wenn die Polizei also keine Auflagen vorschlägt, bleibt der Geschädigten nur der Gang vors Zivilgericht"

Mit diesen Aussagen macht sich die Stadt völlig lächerlich - und das wird auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen. Ob in dem Gebiet, in dem sich der tödliche Beißvorfall ereignet hat, eine Leinenpflicht besteht oder nicht, ist völlig unerheblich. Denn natürlich dürfen grundsätzlich nur Hunde frei laufen, die keine Gefahr für ihre Umgebung darstellen. Das gilt auch für Hunde von Jägern. Dass von den Hunden dieses Jägers eine erhebliche Gefahr ausgeht, wurde soeben eindrucksvoll bewiesen. Leinenpflicht hin oder her.

Und auch wenn es die Stadtsprecherin der Stadt Ingolstadt für "nicht ungewöhnlich" hält, dass Jäger ihre Hunde hinter dem Auto herlaufen lassen, so ist "das Führen eines Hundes von einem Kraftfahrzeug aus"  dennoch aus gutem Grund verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Ausnahmen für Jäger sind hier nicht vorgesehen.

Darüber, warum sich die Stadt so demonstrativ auf die Seite des Jägers stellt und der geschädigten Hundebesitzerin jegliche Unterstützung verweigert, kann natürlich nur spekuliert werden. Allerdings sorgt die Haltung der Stadt und der Behörden mittlerweile für erheblichen Unmut in der Bevölkerung. Uns haben seit dem Vorfall zahlreiche Anrufe und Emails erreicht. Die Menschen beschäftigt vor allem die Frage, warum hier ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Würde der Hund, der den Dackel getötet hat, nicht zufällig einem Jäger gehören, müsste der Besitzer mit massiven Sanktionen rechnen - auf eine nicht bestehende Leinenpflicht könnte sich ein Nicht-Jäger sicherlich nicht berufen. Auch dass sowohl die Polizei als auch die Stadt so betonen, dass außerhalb geschlossener Ortschaften keine Leinenpflicht herrscht, sorgt bei vielen Menschen für Verwunderung - denn immer wieder versuchen Jäger, eine offensichtlich gar nicht existierende Leinenpflicht im Außenbereich durchzusetzen. Und so mancher fragt sich auch, ob nicht das eine oder andere vom zuständigen Jagdpächter medienwirksam betrauerte gerissene Reh auf das Konto solch unkontrollierbarer Jagdhunde gehen könnte.

Wir haben uns mittlerweile mit den zuständigen Behörden und der Stadt Ingolstadt in Verbindung gesetzt und um eine Zuverlässigkeitsüberprüfung des Jägers sowie eine Gefährlichkeitsüberprüfung der Hunde gebeten. 

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Hunde-eines-Jaegers-toeten-angeleinten-Dackel-Albrecht-bei-Ingolstadt;art599,4853263

 

Februar 2022

Diese unzureichend gesicherte Totschlagfalle hätte einem Zwergpinscher am Neujahrstag beinahe das Leben gekostet. Der kleine Hund war mit seiner Besitzerin in der Nähe von Mindelstetten/Hienheim (Kreis Eichstätt) unterwegs, als sich ein ganz normaler Spaziergang plötzlich in einen Alptraum verwandelte: der Hund schlüpfte - angelockt durch einen in einem Fangbunker ausgelegten Köder - durch die Öffnung des Bunkers und geriet in diese sog. Totschlagfalle. Die Eisenbügel schnappten um den Hals des Hundes zu. Zwar konnte die Frau den Deckel des Fangbunkers ohne Probleme entfernen - die Eisenbügel konnte sie jedoch nicht öffnen. Qualvolle 15 Minuten sah sie ihrem Hund beim Ersticken zu - gerettet werden konnte der Hund letztlich nur, weil ein Bekannter schnell zur Stelle war und der Besitzerin bei der Befreiung des Hundes helfen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hat der Hund nicht mehr geatmet, er musste an Ort und Stelle wiederbelebt werden. Der Hund hatte nach diesem Vorfall massive gesundheitliche Probleme und hat sich nur langsam wieder erholt. Da sich die Falle direkt neben einem viel genutzten Spazierweg befindet und keinerlei Warnhinweise angebracht waren, erstattete die Besitzerin des Hundes Anzeige. Die Polizei war an Ort und Stelle und hat die Fallen erst einmal beschlagnahmt. Dann hörte die Frau nichts mehr von der Polizei. Als sie schließlich nachhakte, wurde ihr mitgeteilt, dass man bei der Jagdbehörde angerufen und dort die Auskunft erhalten habe, dass diese Fallen erlaubt seien. Weitere Ermittlungen sind wohl nicht geplant, für die Polizei ist der Fall somit erledigt. Die Familie des Hundes suchte auch das Gespräch mit den Jägern - doch von Jägerseite wurde der betroffenen Familie nur mitgeteilt, dass diese Fallen legal seien und dass sich noch mehrere weitere Fallen im Umkreis befinden würden. Einsicht zeigten die befragten Jäger nicht - stattdessen wurde auf eine angebliche Leinenpflicht hingewiesen.

Unter diesem Hochsitz befindet sich der Fangbunker mit der Totschlagfalle - die Falle wurde laut unseren Erkenntnissen bereits ersetzt. Nach wie vor werden Spaziergänger und Hundebesitzer nicht vor der Gefahr gewarnt. Wie oben erwähnt, konnte der Deckel des Fangbunkers ohne Probleme abgenommen werden - in diesem Fall ein Glück für den Hund, der dadurch gerettet werden konnte. Allerdings stellt eine dermaßen unzureichend gesicherte Falle auch ein Gefahr dar - etwa für spielende Kinder. Außerdem zeigt dieser Fall nochmal deutlich die Grausamkeit der Fallenjagd und räumt mit dem Märchen auf, dass Totschlagfallen schnell und schmerzlos töten. Auch Füchse und andere Wildtiere sterben in diesen Fallen einen grausamen Tod.

Lesen Sie den Erfahrungsbericht der Hundebesitzerin in der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung". 

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung in diesem Fall auf dem Laufenden halten.

 

Februar 2022

Ein Beitrag auf "SR.de" geht im Zusammenhang mit den Polizistenmorden von Kusel der Frage nach, ob die Behörden bei den beiden Tatverdächtigen die nötigen Waffenkontrollen ordnungsgemäß durchgeführt haben. Im Rahmen der Recherche stoßen die Journalisten auf eine bedenkliche Nähe zwischen dem Neunkircher Landratsamt und der örtlichen Jägerschaft: so ist der zuständige Sachbearbeiter im Landratsamt gleichzeitig stellvertretender Landesjägermeister und Kreisjägermeister in Neunkirchen. Der Verfasser des Beitrags sieht in dieser Konstellation einen möglichen Interessenskonflik und kritisiert, dass "da jemand sich selbst nebst Jagdkollegen kontrolliert." Leider sind derart enge Verbindungen zwischen örtlicher Jägerschaft und den Kontrollbehörden keine Ausnahme, sondern die Regel. Und wie der Neukircher Landrat klar macht, ist das auch so gewollt. Will man in der Unteren Jagdbehörde tätig sein, ist ein Jagdschein offensichtlich sehr hilfreich. Unabhängige Kontrollen sind unter diesen Voraussetzungen allerdings nicht zu erwarten. 

https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/polizistenmord_kusel_fragen_waffenkontrollen_100.html

 

Februar 2022

Ein weiterer tragischer "Jagdunfall" erschüttert Frankreich: eine junge Frau war mit ihrem Freund auf einem ausgewiesenen Wanderweg unterwegs, als sie plötzlich von einem Schuss getroffen zusammenbrach - für die Frau kam jede ärztliche Hilfe zu spät. Den Schuss abgegeben hatte eine erst 17-jährige Jägerin, die die Frau ersten Erkenntnissen zufolge mit einem Wildschwein verwechselt hatte. Der Vorfall sorgt in Frankreich nun für heftige Diskussionen - die Politik verspricht wieder einmal, in Zukunft für mehr Sicherheit zu sorgen. So ist unter anderem ein Schießverbot an Wochenenden und in den Schulferien im Gespräch. Eine Regel, die in Großbritannien, Portugal und Italien bereits umgesetzt wird. Ob Frankreich hier tatsächlich nachzieht, bleibt abzuwarten. Auch für Deutschland wäre eine solche Regel ein Schritt in die richtige Richtung.

https://www.luzernerzeitung.ch/international/frankreich-wandererin-stirbt-bei-jadgunfall-durch-die-gewehrkugel-einer-teenagerin-ld.2253765

 

Februar 2022

Frankreich ist eines der wenigen Länder, in denen die Hetzjagd noch erlaubt ist. Bei dieser besonders grausamen Art der Jagd wird das Beutetier über Stunden von einer Hundemeute gehetzt. Wenn das Beutetier dann so erschöpft ist, dass es nicht weiter fliehen kann, wird es von den Jägern getötet - oft kommt hierfür eine Stichwaffe zum Einsatz. Diese Art der Jagd gerät aber auch in Frankreich zunehmend in die Kritik - Tierschutzaktivisten versuchen, die Öffentlichkeit durch Bilder und Videoaufnahmen für das Thema zu sensibilisieren. Das wiederum stößt auf Jägerseite auf wenig Gegenliebeund so kommt es immer wieder zu aggressiven Auseinandersetzungen zwischen Jägern und Tierschützern: die Aktivisten werden verfolgt, bedrängt, bedroht, mit dem Auto angefahren, ins Wasser geworfen, geschlagen und man versucht, ihnen die Kameras wegzunehmen. Doch obwohl bei all diesen belegten Vorfällen die Aggressivität eindeutig von den Jägern und Treibern ausgeht, sehen sich die Jäger dennoch als Opfer "fehlgeleiteter Tierschützer".

Im Beitrag "Re: Hetzjagd in Frankreich - Bürgerliches Privileg oder Tierquälerei?" begleitet ein Kamerateam eine Aktivistengruppe bei ihren Bemühungen, Videoaufnahmen von einer solchen Hetzjagd zu bekommen. Gleichzeitig gibt man auch den Jägern die Gelegenheit, Ihre Sicht der Dinge darzustellen. In gewohnter Weise inszenieren sich die Jäger als die Bewahrer von Brauchtum und Tradition und lassen dabei kein Klischee aus: so darf selbstverständlich auch der während einer Hubertusmesse gespendete Segen der Kirche nicht fehlen. Leider halten die beiteiligten Jäger diese Inszenierung nicht durch. Etwa, wenn der Leiter der Jagdgesellschaft seine Jäger und Treiber vor Beginn der Jagd darauf einschwören muss, sich heute (weil Fernsehkameras vor Ort sind?) nicht von den Jagdkritikern provozieren zu lassen. Wie schwer das den beteiligten Jägern und Treibern fällt, ist im Beitrag immer wieder deutlich zu sehen und man braucht nicht viel Phatasie um sich vorzustellen, wie die eine oder andere Auseinandersetzung ohne schützende Fernsehkameras eskaliert wäre. 

Hier der Link zu diesem überaus sehenswerten Beitrag:

https://www.arte.tv/de/videos/100834-003-A/re-hetzjagd-in-frankreich/

 

 

Februar 2022

Vor kurzem hat Thomas Mitschke vom NABU Lüneburg das Projekt "Die kleine Jagdschule" ins Leben gerufen. In der ersten Folge ging es darum, wie die Öffentlichkeit mit der Ausweisung sog. "Wildruhe-Zonen" bewusst in die Irre geführt wird. In seinem neuen Beitrag geht es nun um illegale Fütterungen, um unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern und um die Probleme, die selbst erlaubte Kirrungen mit sich bringen - außerdem gibt es Tipps, wie man sich verhalten soll, wenn man derartige illegale Fütterungsstellen oder verbotene Futterautomaten entdeckt. Hier der Link zum aktuellen Video:

https://www.facebook.com/watch/?v=305372854802677&aggr_v_ids[0]=305372854802677&notif_id=1645011376444076&notif_t=watch_follower_video&ref=notif

Übrigens: "Die kleine Jagdschule" hat einen grandiosen Start hingelegt, das Video wurde sehr oft geteilt und hat viele Menschen erreicht. Das hat natürlich nicht allen gefallen: so sorgten mehrere haltlose Anzeigen aus Jägerkreisen dafür, dass das Video kurzfristig gesperrt wurde. Nach einer entsprechenden Überprüfung wurde das Video dann aber wieder freigegeben, die Vorwürfe hatten sich als haltlos erwiesen. Die Jäger sollten sich damit abfinden, dass sich die Wahrheit auf Dauer nicht mehr unterdrücken lässt. 

 

 

Februar 2022

Direkt neben einem Freibad fand im Juli 2020 eine Erntejagd statt: während Mähdrescher das Feld abernteten, schossen Jäger auf die in Panik flüchtenden Tiere. Eine Kugel allerdings verfehlte ihr Ziel und traf stattdessen einen Badegast im angrenzenden Freibad. Dieser erlitt einen Bauchschuss - vor den Augen seiner damals 11-jährigen Enkelin. Nun muss sich der 72-jährige Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. Schuldig fühlt er sich allerdings nicht: die Jagd sei legal, der erforderliche Kugelfang vorhanden gewesen - somit sei das "Unfallgeschehen" nicht vorherzusehen gewesen. Auch der Anwalt des Angeklagten scheint der Auffassung zu sein, dass solche "Unfälle" von der Bevölkerung zu tolerieren seien - er hat beantragt, das Strafverfahren gegen seinen Mandanten einzustellen. Der Richter hat diesen Antrag vorerst abgelehnt und stattdessen ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine vierstellige Geldstrafe. 

https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/sachsen/zwickau/querschlaeger-ist-fall-fuers-gericht-jaeger-schoss-badegast-an-2325697?fbclid=IwAR26ph6UAfj0t75fn8lTSy6BOXTjK6r1j00c51evEGXO3TLOd4cWMD6sH4Y

 

Februar 2022

Bei folgendem Angebot weiß man offen gestanden nicht, ob man lachen oder weinen soll - ein Rollatoren-Hersteller bietet spezielle Rollatoren für Jäger an und bewirbt sie so: "Rollatoren für Jäger ermöglichen es, dem Lieblingssport bis ins hohe Alter nachzugehen. Jagen Sie mit dem Veloped Rollator für Jäger und rollen Sie unbeschwert mit den grossen Rädern und dem perfekt auf Waldwege ausgelegten Rollator ins Jagdgebiet. Ihr Gewehr kann ideal in der Tasche verstaut werden."  Auch wenn es kaum zu glauben ist: dieses Angebot ist tatsächlich ernst gemeint. Da kann man nur hoffen, dass der Rollatoren-Jäger nicht auch noch schlechte Augen  und eine zittrige Hand hat. Aber Hauptsache, der in die Jahre gekommene Jäger kann weiter seinem Hobby nachgehen. Wen er dabei gefährdet ist offensichtlich völlig egal. 

https://www.rollator-onlineshop.ch/rollatoren-fuer-jaeger

 

Februar 2022

Mit der Bitte um Veröffentlichung reichte der NABU Borken vor mehr als vier Wochen eine kritische Stellungnahme zur Fuchsjagd bei sämtlichen im Kreis Borken erscheinenden Tageszeitungen ein. Der NABU Borken fordert in dieser Stellungnahme ein Ende der Fuchsjagd, kritisiert fehlende Schonzeiten ebenso wie grausame Jagdmethoden und stellt auch die angebliche Notwendigkeit der Fuchsjagd zum Schutz von Bodenbrütern in Frage. Gleichzeitig macht der NABU deutlich, wie wichtig der Fuchs für ein funktionierendes Ökosystem ist - und wie nachhaltig die Jagd Sozialsysteme und interne Geburtenkontrolle stört und fordert deshalb in letzter Konsequenz, "das sinnlose Leiden und Sterben der Füchse zu beenden"Keine der angeschriebenen Tageszeitungen hat die Stellungnahme veröffentlicht!!! Mehrere Redaktionen haben sich trotz mehrmaliger Nachfrage bis heute nicht zurückgemeldet! 

Natürlich ist es ärgerlich, wenn sich Redaktionen von Lokalzeitungen einer seriösen Berichterstattung verweigern - in diesem Fall dürfte aber gerade diese Verweigerungshaltung dazu geführt haben, dass die Stellungnahme des NABU inzwischen weit mehr Menschen zur Kenntnis genommen haben als das bei einer Veröffentlichung in einer kleinen Tageszeitung der Fall gewesen wäre. Für alle, die die Stellungnahme noch nicht gelesen haben, hier der Link: 

https://nabu-borken.de/zeitungen-veroeffentlichen-nabu-stellungnahme-zur-fuchsjagd-nicht/?fbclid=IwAR2ez5w5E_QcmVcxjMXyiu3hoU8KydnQGsen1Ojin9rzVzgdrGOwoLd7NIE

Und weil es gerade so gut zum Thema passt, hier noch ein weiterer Link zu einem kurzen Video, in welchem gezeigt wird, zu welchen Problemen die intensive Fuchsbejagung in Bodenbrüter-Schutzgebieten führen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=72rxAbKHc6g

 

Februar 2022

Bereits im Mai 2021 wandte sich Dieter Bertram mit einem öffentlichen Brief sowohl an die Landwirtschaftsminister der Bundesländer als auch an die einzelnen Landesjägervereinigungen.

Bertram war 45 Jahre lang Berufsjäger in großen Pachtrevieren, hat als Jagdleiter eines Forstamtes mit fünf Revierförstereien gearbeitet, er kennt die Szene und übt deutliche Krtitik: in den immer weiteren Schonzeitverkürzungen sieht er einen massiven Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, er erzählt von Schweißhundeführern, die ihre Arbeit eingestellt haben, weil sie sich das alltägliche Elend nicht mehr mit ansehen können, er erzählt von verendeten Bachen, an denen Frischlinge säugen und toten Muttertieren, an denen Kälber Totenwache halten. Er kritisiert die unzureichende Ausbildung vieler Jäger, die ihre Kenntnisse in zweiwöchigen Crashkursen erworben haben. Bertram fasst die Situation wie folgt zusammen: "Wir haben in unserem Land kein Wild-, sondern ein Jagdproblem, an dem der Gesetzgeber durch seine Verordnungen einen hohen Anteil hat".  Die Jagd an sich stellt Betram nicht in Frage - im Gegenteil: er sieht, dass die von ihm kritisierten Missstände das Potential haben, das Ende der Jagd einzuäuten. So fordert er, den Tierschutz stärker zu berücksichtigen und bestimmte Verordnungen wieder zurückzunehmen, "bevor das Jagdwesen zum Flächenbrand wird". Und weiter heißt es: "Tierschutzorganisationen, PETA, Vierpfoten und Jagdgegner stehen in Lauerposition. Ihnen fehlt nur noch ein Günter Wallraff, der sich in das Jagdwesen einschleicht, die Jagd in der Gesellschaft an den Pranger stellt."  

Fazit: Bertrams offener Brief macht deutlich, wie sehr der Tierschutz im Bereich der Jagd tagtäglich mit Füßen getreten wird. Gleichzeitig zeigt der Brief aber auch, dass so manchem Jäger durchaus bewusst ist, dass es mit dem Jagdvergnügen ganz schnell vorbei sein könnte. Und zwar in dem Moment, in dem eine aufgeklärte Bevölkerung nicht mehr bereit ist, derartige Grausamkeiten weiterhin stillschweigend zu tolerieren. Ob die Landwirtschaftsminister oder die Jägervereinigungen auf den offenen Brief reagiert haben, ist nicht bekannt.

Sie können den offenen Brief in der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker" in voller Länge nachlesen.

 

 

Februar 2022
Seit den brutalen Polizistenmorden von Kusel sind sowohl der Deutsche Jagdverband als auch zahllose örtliche Jägervereinigungen um Schadensbegrenzung bemüht. Man zeigt sich entsetzt und distanziert sich von den Tätern. Gleichzeitig weigert man sich aber nach wie vor, sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass die allermeisten Wilderer vor ihrem Abdriften in die Illegalität ganz "normale" Jäger waren. Die vom Deutschen Jagdverband in diesen Tagen immer wieder ins Spiel gebrachten "gewerbsmäßigen Wilderer" entstehen nicht aus dem Nichts: sie stammen überwiegend aus dem Jägermilieu. Wie fließend die Grenzen sind, zeigt auch folgender Fall: ein Jagdpächter hatte zwei Jahre lang eine Begehungserlaubnis für das angrenzende Revier, durfte dort also mit Erlaubnis des Reviernachbarn jagen. Als diese Begehungserlaubnis nicht verlängert wurde, hörte der Jäger aber nicht auf, im Nachbarrevier auf die Jagd zu gehen. In der Presse brüstete er sich gar damit, auf seinen nächtlichen Streifzügen im Jahr mehr als 130 Wildschweine zu erlegen. Der angrenzende Revierinhaber erstattete schließlich Anzeige - der Täter wurde nun vom Landgericht Würzburg wegen Wilderei zu einer Geldstrafe verurteilt, Einsicht zeigte der Täter bis zum Schluss nicht. Auch dieser Täter stammt aus den eigenen Reihen, war bis zu seiner Verurteilung im Besitz eines gültigen Jagdscheins und hatte sogar ein eigenes Revier gepachtet. Nur ein weiteres schwarzes Schaf? Oder liegt der Fehler vielleicht doch im System?

https://wildundhund.de/jagdpaechter-wegen-wilderei-verurteilt/?fbclid=IwAR3sYXwoI404GV0lw7Yt--pMhWQRLHhM4oIMLbZPixWW0INOaTRcEpWERJY

 

Februar 2022

Anfang Februar wurden in Kusel (Rheinland-Pfalz) zwei Polizisten von Wilderern erschossen. Je mehr Einzelheiten über diese Tat ans Licht kommen, umso unglaublicher wird die ganze Geschichte. Beide Täter stammen aus dem Jägermilieu, hatten zum Zeitpunkt der Tat jedoch keinen gültigen Jagdschein. Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet, waren beide Täter mehrmals vorbestraft, dem mutmaßlichen Haupttäter wurde im Vorfeld der Jagdschein bereits einmal entzogen: er hatte während einer Jagd einen Jagdkollegen durch einen Schuss im Hals- und Brustbereich schwer verletzt. Obwohl er bereits mit diesem "Jagdunfall" seine Unzuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen hinreichend unter Beweis gestellt hatte, konnte er nach Ablauf der "Sperrfrist" erneut einen Jagdschein beantragen - von diesem Recht machte der Täter in der Folge zweimal Gebrauch. Trotz seiner Vorgeschichte wurde ihm der Jagdschein wieder bewilligt - der Mann konnte weiter völlig legal auf die Jagd gehen und sein Umfeld terrorisieren. Im Jahr 2017 soll er dann in einem fremden Revier ein Reh getötet haben und in diesem Zusammenhang mit seinem Auto "gefährlich auf einen Mann zugefahren sein". Bereits dieser Vorfall erfüllt den Tatbestand der Wilderei - auch wenn der Täter damals wohl noch im Besitz eines gültigen Jagdscheins war. Konsequenzen hatte dieser Vorfall für den Jäger damals übrigens nicht, das Verfahren wurde eingestellt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der mutmaßliche Haupttäter zum Zeitpunkt der Polizistenmorde wohl nur deshalb nicht im Besitz einer gültigen Jagderlaubnis, weil er im Jahr 2020 - aus welchen Gründen auch immer - darauf verzichtet hat, eine erneute Verlängerung seiner Jagderlaubnis zu beantragen. Der Jagdschein war schlicht und ergreifend abgelaufen. Niemand hat eingegriffen - keine Behörde, kein Jagdverband...

https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/polizistenmord_kusel_jagdschein_tatverdaechtiger_abgelaufen_100.html

Auch das Verhalten seiner ehemaligen Jagdkollegen wirft Fragen auf. Wie einem Bericht im "Focus" zu entnehmen ist, war es ein offenes Geheimnis, dass der Täter auch ohne Jagdschein weiter auf die Jagd geht - trotzdem zogen es die meisten ehemaligen Jagdkollegen vor, die immer weiter ausufernde Wilderei zu ignorieren und somit zu decken. Über die Beweggründe der ehemaligen Jagdfreunde kann an dieser Stelle nur spekuliert werden. Selbst nach der Tat äußert sich ein ehemaliger Jagdfreund schon fast bewundernd über die Schießkünste des Täters, bezeichnet ihn als "Top-Schützen" und fügt hinzu: "Wenn bei einer Treibjagd fünf Wildschweine an ihm vorbeilaufen, dann legt er auch alle fünf flach." Dass der Täter auch eine cholerische Seite hat und "immer mal wieder ausrastet, völlig unverhältnismäßig", war wohl ebenfalls kein Geheimnis. Trotzdem unternahm niemand etwas gegen diese tickende Zeitbombe. 

Auch den Behörden waren die Probleme vor Ort gut bekannt: mindestens fünfmal wurde Strafanzeige wegen Wilderei gegen den Täter gestellt, sämtliche Verfahren wurden wegen Mangel an Beweisen eingestellt. Wie es dazu kommen konnte, muss im Verlauf der Ermittlungen ebenso geklärt werden wie der Umstand, warum der Täter trotz aller überdeutlicher Warnsignale und Hinweise aus der Bevölkerung nicht näher überprüft worden ist. Jetzt, nach der Tat, war es für die ermittelnden Beamten kein großes Problem, die illegalen Waffen in der Wohnung des Täters zu finden - wäre man den Wilderei-Vorwürfen ernsthaft nachgegangen, wäre man wohl schon früher auf die Waffen gestoßen - und hätte die Morde so unter Umständen verhindern können.

https://www.focus.de/panorama/welt/top-schuetze-und-choleriker-so-sieht-jagdfreund-mutmasslichen-polizistenmoerder_id_47101521.html

Der Deutsche Jagdverband ist unterdessen um Schadensbegrenzung bemüht und betont immer wieder, dass es sich bei den Tätern nicht um Jäger, sondern um Wilderer handeln würde. Als wären Jäger und Wilderer zwei völlig voneinander unabhängige Gruppen ohne jede Schnittmenge. Doch so einfach ist die Sache nicht. Zugegeben, die meisten Jäger sind keine Wilderer. Zur Wahrheit gehört aber auch: die meisten überführten Wilderer waren zum Zeitpunkt der Tat im Besitz eines gültigen Jagdscheins. Aber über die Wilderer in den eigenen Reihen, die Jagd auf streng geschützte Arten wie den Wolf, den Luchs oder den Habicht machen, spricht man nicht so gerne. Zur Wahrheit gehört auch, dass die meisten dieser Wilderer ungestraft davon kommen, weil die Täter oft lange gedeckt werden und Verfahren selbst bei erdrückender Beweislage mit der Begründung "mangelndes öffentliches Interesse" eingestellt werden. Diese Art der Wilderei scheint aber für den Sprecher des Deutschen Jagdverbandes keine große Rolle zu spielen. In einem Interview auf SWR aktuell erklärt er, wer seiner Einschätzung nach den Tatbestand der Wilderei erfüllt: der Autofahrer, der nach einem Wildunfall ein totes Reh mitnimmt oder Jugendliche, die als Mutprobe mit selbst gebastelten Fallen oder Pfeil und Bogen Kaninchen jagen. Und natürlich die gewerbsmäßigen Wilderer. Über die Täter in den eigenen Reihen verliert er kein Wort.

Gleichzeitig nutzt er im Interview die Gelegenheit, um einmal mehr das Märchen von der fundierten Ausbildung, den strengen Sicherheitsvorschriften und dem hohen Verantwortungsbewusstsein unserer Hobbyjäger unters Volk zu bringen. Wilderei hingegen sei eine Gefahr für Mensch und Tier. Auch diese Behauptung hält einer näheren Überprüfung nicht stand. Immer wieder werden Menschen bei der Jagdausübung gefährdet, verletzt, getötet - die Täter haben in der Regel einen gültigen Jagdschein und üben ihr Hobby völlig legal aus. Dass Wilderer gefährlich werden können, soll nicht bestritten werden - das zeigt nicht zuletzt auch der aktuelle Fall. Da "gewerbsmäßige" Wilderer in der Regel aber nicht direkt neben Wohnhäusern, Wanderwegen oder viel befahrenen Straßen auf die Jagd gehen, dürften die meisten Menschen eher selten auf einen solchen Wilderer treffen. Die weitaus größere Gefahr für die Bevölkerung geht von der ganz legalen und alltäglichen Hobbyjagd aus. Wenn der Sprecher des Deutschen Jagdverbandes dann auch noch äußert: "Wilderer interessieren sich nicht für Schonzeiten oder ähnliches. Sie nehmen Tierleid in Kauf", kann man das nur noch als Heuchelei bezeichenen. Immer wieder werden Schonzeiten auf Druck der Jagdlobby verkürzt oder ganz abgeschafft, immer noch kommen Jagdmethoden zum Einsatz, die mit unserem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren sind (Fallenjagd, Baujagd, Treib- oder Drückjagden und demnächst auch noch die Nachtjagd), noch immer werden Tiere eigens zu Jagdzwecken gezüchtet, ausgesetzt und dann abgeschossen, noch immer wird versucht, den Schutzstatus geschützter Arten auszuhebeln, noch immer wird Jagd auf Haustiere gemacht. Sowohl Jäger als auch Wilderer töten Tiere auf grausame Art und Weise. Die einen legal, die anderen illegal.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/wilderei-selten-aber-gefaehrlich-100.html

Bleibt zu hoffen, dass dieser Fall die Bevölkerung endlich aufrüttelt und längst überfällige Diskussionen in Gang setzt. Denn eine Tatsache ist nicht wegzudiskutieren: beide Täter waren lange Zeit Teil des Systems und sind ganz legal auf die Jagd gegangen. Die Selbstkontrolle der Jäger hat ebenso versagt wie die Kontrolle durch die zuständigen Behörden. 

 

Februar 2022

Uns erreichte der Erfahrungsbericht einer Frau, die im vergangenen November nachts noch kurz mit ihrem Hund draußen war, als plötzlich keine zehn Meter von ihr entfernt ein Wildschwein erschossen wurde. Der Vorfall ereignete sich in einer Berliner Wohngegend mit angrenzendem Wald - an einem Ort also, an dem man auch nachts damit rechnen muss, dass Menschen unterwegs sind. Das schien den beteiligten Jägern allerdings egal zu sein. Die Frau brachte sich und ihren Hund erst einmal vor den Schüssen und den panisch flüchtenden Wildschweinen in Sicherheit, kehrte dann aber an den Tatort zurück und stellte die Jäger zur Rede. Von Einsicht jedoch keine Spur, auch die Ankündigung der Frau, die Polizei über den Vorfall zu informieren, nahmen die Jäger gelassen hin. Von dieser Seite erwarteten die Jäger offensichtlich keine Probleme - lapidar teilten Sie der Frau mit, dass die Polizei über ihren Einsatz informiert sei und sie sich die Mühe daher sparen könne. Und wie es scheint, hatten die beiden Jäger mit ihrer Einschätzung Recht: die Polizei fühlte sich nicht zuständig für das Problem, man teilte der Betroffenen lediglich mit, dass für die Erteilung einer solchen Jagderlaubnis die Jagdaufsicht zuständig sei. Und so hatte das rücksichtslose und fahrlässige Verhalten auch in diesem Fall keinerlei Konsequenzen für die beteiligten Jäger. Dass in diesem Fall niemand zu Schaden kam, ist reiner Zufall. Aber selbst wenn die Frau angeschossen oder getötet worden wäre, hätte man das wohl schulterzuckend als weiteren "tragischen Jagdunfall" verbucht.

Den Erfahrungsbericht der Frau finden Sie in der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung".

 

Februar 2022

Thomas Mitschke ist Vorsitzender des NABU Lüneburg und engagierter Jagdkritiker. Nun hat er das Projekt "Die kleine Jagdschule" ins Leben gerufen - gemeinsam mit seinem Team möchte er "mit Jägerlatein und Jägerlügen, Tricks, Täuschungen und Irreführungen und mit gezielter Panik- und Angstmache" aufräumen. In der ersten Folge geht er der Frage nach, ob "Wildtier-Ruhezonen tatsächlich ein Ort der Ruhe und des Friedens" sind. In seinem Beitrag zeigt er, wie die Bevölkerung mit solchen Wildruhe-Zonen-Schildern bewusst in die Irre geführt wird und vom Betreten bestimmter Waldbereiche abgehalten werden soll - während gerade in diesen Bereichen oft  intensiv und praktisch unter der Ausschluss der Öffentlichkeit gejagt wird. Was es mit den "Wildruhe-Zonen" wirklich auf sich hat, erklärt Thomas Mitschke ausführlich unter folgendem Link:

https://www.facebook.com/search/top?q=die%20kleine%20jagdschule

Februar 2022

Im Januar 2021 richtete eine Jägerin eine in einer Lebendfalle gefangene Hauskatze regelrecht hin - erst nach drei Schüssen in den Kopf war die Katze tot. Das völlig empathielose und brutale Vorgehen der Jägerin sorgte für Entsetzen in der Bevölkerung, SOKO Tierschutz erstattete Anzeige. Nun gibt es ein Gerichtsurteil zu diesem Fall: trotz erdrückender Beweise (die Tat wurde gefilmt und ist somit gut dokumentiert) kommt die Jägerin mit einer Verwarnung davon. Erst wenn die Jägerin sich noch einmal bei einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erwischen lässt, würde eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen fällig. Nur nochmal zur Erinnerung: die Katze musste sterben, weil die Jägerin eigens zu Jagdzwecken ausgesetzte Fasane vor der Katze "schützen" wollte - um sie in der nächsten Jagdsaison dann selber abzuschießen zu können

https://www.facebook.com/sokotierschutz.ev/posts/3458956824228594 

Ebenso skandalös ist die Einstellung des Verfahrens gegen einen Jäger, der "aus Versehen" zwei Pferde erschossen hat - weil er sie mit Wildschweinen verwechselt hat. Die Staatsanwaltschaft verfolgt den Fall nicht weiter, weil "dem Beschuldigten ein Tatvorsatz nicht nachzuweisen ist". Ein Sprecher  der Staatsanwaltschaft gibt zu Bedenken, dass "nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Sicht auf die etwa 60 Meter entfernt stehenden Tiere teilweise durch ein Holzlager verdeckt war, so dass für den vormals Beschuldigten nur die Rümpfe der Tiere zu sehen waren und es so zur Verwechslung der Pferde mit Wildschweinen gekommen sein könnte..." Und dieser Umstand rechtfertigt nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nun also die Einstellung des Verfahrens. Dass auch dieser Jäger die wichtigste Regel im Umgang mit Schusswaffen nicht beachtet hat, nämlich erst dann zu schießen, wenn er absolut sicher ist, worauf er schießt - und er somit seine Unzuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen hinreichend bewiesen hat, scheint die Staatsanwaltschaft nicht zu interessieren. 

https://www.jagderleben.de/news/pferdeabschuss-ermittlungsverfahren-gegen-jaeger-eingestellt-713182

Februar 2022

Wie berichtet, soll ab kommenden April in Niedersachsen die Nachtjagd erlaubt werden - nun nimmt auch das Aktionsbündnis Fuchs Stellung zur geplanten Gesetzesänderung. Laut Einschätzung der dort tätigen Experten, werden mit dieser Novellierung des Jagdgesetzes "die Belange des Tier- und Naturschutzes mit Füßen getreten." Niedersachsen soll nun also das erste Bundesland werden, in dem nicht nur Wildschweine, sondern auch Füchse, Dachse und andere Beutegreifer rund um die Uhr bejagt werden dürfen. Gleichzeitig hebelt man den Elterntierschutz weiter aus, stärkt die grausame Fallenjagd und erleichtert den Jägern gleichzeitig das Töten nicht jagdbarer Arten. So heißt es im Gesetzentwurf: "Der unbeabsichtigte Beifang (...) gilt als erlaubt." Ob eine bedrohte Art nun vorsätzlich gefangen wurde oder ob es sich um einen "erlaubten Beifang" handelt, dürfte im Einzelfall schwer nachzuweisen sein. Weiter heißt es in der Presseerklärung: "Es wirkt, als hätte die Jagdlobby den Politikern den Gesetzestext ins Buch diktiert. Womöglich ist das kein Zufall, ist doch Helmut Dammann-Tamke (CDU) sowohl Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes als auch stellvertretender Fraktionsvorsitzernder der niedersächsischen CDU". Wir  schließen uns dieser Einschätzung vollumfänglich an.

In der Rubrik "Pressemitteilungen Aktionsbündnis Fuchs" finden Sie die Pressemitteilung in voller Länge.

 

Januar 2022

In der Regel halten sich die großen Naturschutzverbände mit Jagdkritik auffallend zurück - anders Thomas Mitschke, der den NABU Lüneburg leitet. In einem eindringlichen Plädoyer auf Facebook findet er deutliche Worte gegen eine geplante Gesetzesänderung, die ab April 2022 den Einsatz von Nachtzieltechnik möglich machen soll und mit deren Hilfe man den Wildtieren die letzte Rückzugsmöglichkeit nimmt, die ihnen noch geblieben ist: die Nacht. In seinem Videobeitrag macht er deutlich, wie sehr die Jäger in den letzten Jahrzehnten aufgerüstet haben - und dass es ihnen dennoch zu keinem Zeitpunkt gelungen ist, Wildtierbestände auch nur ansatzweise zu regulieren. Doch anstatt das zu akzeptieren, rüstet man technisch immer weiter auf. Hinter dieser Entwicklung steht eine ganze Industrie - es geht um viel Geld. Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Kontrolle: so soll die neue Technik offiziell zwar "nur" bei der Wildschweinjagd eingesetzt werden, allerdings sagen viele Jäger wohl schon jetzt ganz offen, dass sie damit auch Prädatoren bejagen wollen. Letztlich wird also der Jäger entscheiden, auf was er von seinem Hochsitz aus schießt - wie üblich im Bereich Jagd wird eine adäquate Kontrolle nicht stattfinden. Thomas Mitschke beklagt aber auch die Untätigkeit der großen Umweltverbände, die es verlernt hätten, die Menschen auf die Straße zu bringen. Er kritisiert, dass mittlerweile sehr viele Jäger in den großen Verbänden aktiv seien und die "Politik" dieser Verbände maßgeblich mitbestimmen würden - Jagdkritik wird in der Regel im Keim erstickt. Gleichzeitig gründen sich immer mehr Vereine, Organisationen und Dachverbände, die sich gegen die Jagd engagieren - so gibt es wohl allein mehr als 60 Organisationen, die sich für ein Verbot der Fuchsjagd einsetzen. In diesem Zusammenhang beklagt Mitschke - völlig zu Recht - die mangelnde Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen. Er appeliert an die einzelnen Vereine, die Zusammenarbeit künftig zu intensivieren und enger zusammenzuarbeiten. Bleibt zu hoffen, dass viele Organisationen dieser Aufforderung nachkommen.

https://www.facebook.com/100013314300055/videos/304685144854108

 

Januar 2022

Auch im Landkreis Vechta arbeiten Behörden und Jäger sehr eng zusammen - wie eng, kann man an der Website der Landratsamtes deutlich sehen:

https://www.landkreis-vechta.de/ordnung-und-verkehr/jagd-und-waffenrecht.html

Gibt es Probleme, stellt man sich demonstrativ hinter die Jäger - wie etwa vor kurzem nach einer umstrittenen Drückjagd im Goldenstedter Moor, die ausgerechnet in der Hauptflugzeit der Kraniche stattfand (wir berichteten). Die enge Zusammenarbeit mit der Behörde scheint dazu geführt zu haben, dass den örtlichen Jägern der Realitätssinn etwas abhanden gekommen ist. Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnete sich die Jägerschaft des Landkreises Vechta bis vor kurzem noch als "öffentliche Verwaltung und Regierungsbehörde". Wir haben uns an das Landratsamt Vechta gewandt und nachgefragt, ob die Jägervereinigung Vechta tatsächlich ein Teil der öffentlichen Verwaltung ist und sich zu Recht als Regierungsbehörde bezeichnet - oder ob hier unter Umständen der Tatbestand der Amtsanmaßung erfüllt sein könnte. Eine Antwort von der Behörde haben wir erwartungsgemäß nicht erhalten - aber immerhin hat man die Jäger wohl mittlerweile auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: auf ihrer Facebook-Seite bezeichnen sie sich nun nicht länger als "öffentliche Verwaltung und Regierungsbehörde", sondern als "gemeinnützige Organisation".

https://www.facebook.com/jaegerschaftvechta/about/?ref=page_internal

 

 

Januar 2022

Anfang des Jahres sorgte eine sich über mehrere Tage hinziehende Entenjagd im Loisach-Kochel-Moor für heftige Kritik aus der Bevölkerung, der Vorsitzende vom Bund Naturschutz fand deutliche Worte, auch der Vogelschutzbund äußerte Kritik am rücksichtslosen Vorgehen der Jäger. Nun nahm auch die Untere Naturschutz- und Jagdbehörde Stellung zur Entenjagd im Naturschutzgebiet - und stellt sich voll und ganz hinter die Jäger. Das Verhalten der Jäger sei "in keinster Weise zu beanstanden".  Im Gegenteil, man ist der Meinung, es sei "höchst unerfreulich", dass "im Zusammenhang mit der Entenjagd ein schlechtes Bild von der Jagd gezeichnet" werde. Man geht sogar so weit, kritische Leserbriefe, die nach diesem Vorfall im Münchner Merkur erschienen sind, zu verurteilen. Kein Wunder, denn die Behörde sieht die Jagd als "Ergänzung und Partner des Naturschutzes". Jäger "würden neben den gesetzlichen Pflichten zur Hege ehrenamtlich viel Zeit und private Gelder investieren, um eine möglichst artenreiche und landschaftstypische Kulturlandschaft zu erhalten". Die übliche Jagdpropaganda eben und ein weiterer Versuch einer eigentlich zu Neutralität verpflichteten Behörde, berechtigte Kritik an der Jagd im Keim zu ersticken. Eine Antwort auf die Frage, warum diese Entenjagd in dieser Form nötig war und in welcher Weise im speziellen Fall die Jäger den Naturschutz "ergänzt" haben, bleibt die Behörde allerdings schuldig. Wir geben uns mit dieser Pauschalverteidigung der Jagd nicht zufrieden und haben deshalb beim Landratsamt nochmal nachgefragt - eine Antwort haben wir bisher noch nicht erhalten.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/kochel-am-see-ort28931/jagd-auch-im-vogelschutzgebiet-zulaessig-91229898.html

 

 

Januar 2022

Jahr für Jahr begeben sich Kraniche und andere Zugvögel auf eine lange Reise: sie fliegen von ihren Brutrevieren in Skandinavien oder dem Baltikum nach Afrika, um dort zu überwintern. Regelmäßig legen die Vögel dabei einen Zwischenstopp im Goldenstedter Moor ein, um Kräfte für die restliche Reise zu sammeln. Zwischen Anfang Oktober und Mitte Dezember zieht das Goldenstedter Moor daher auch viele Naturliebhaber und Vogelfreunde an, die sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen möchten. All das sollte auch der örtlichen Jägerschaft bekannt sein. Trotzdem fand am 12. November vergangenen Jahres - mitten in der Zugzeit der Kraniche - eine Drückjagd im Goldenstedter Moor statt. Ein Augenzeuge beschreibt die Vorgänge so: "Mehrfach werden durch Gewehrschüsse tausende von Kranichen, Bläss- und Saatgänse in Panik versetzt. Der Himmel ein einziges Chaos, verursacht durch die Gewehrschüsse und das Schreien der in roten Westen gekleideten Treiberkette."

Das rücksichtslose Verhalten der Jäger sorgt für Unmut bei den zahlreichen Spaziergängern, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Moorwanderweg aufhalten. Auch die Tatsache, dass man es nicht für nötig gehalten hat, Warnhinweise anzubringen oder Wege zu sperren, stößt auf Unverständnis. Ein Zeuge meldet die Vorgänge im Goldenstedter Moor bei der zuständigen Naturschutzbehörde und bekommt ein paar Tage später Antwort vom Landkreis Vechta - dort sieht man weder eine Verstoß gegen naturschutzrechtliche Vorschriften noch gegen jagdrechtliche Vorschriften oder Sicherheitsbestimmungen. Nach Rücksprache mit dem Jagdpächter werde diese Art der Jagd nur einmal im Jahr auf dem betreffenden Gebiet durchgeführt - eine Antwort auf die Frage, warum das dann ausgerechnet zur Hauptzugzeit der Kraniche sein muss, bleibt die Behörde schuldig.

Den ausführlichen Bericht des erwähnten Augenzeugen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.lycopus.de/2021/11/28/drama-im-goldenstedter-moor/?fbclid=IwAR1BkXt1EYry8BiPwBM99fTwmzPGUOWHM3Ej8_nx2MzLrvQn6bLCvQ_nPc8

 

 

Januar 2022

In Köln stehen die Jäger wegen einer umstrittenen Entenjagd aktuell in der öffentlichen Kritik: am vergangenen Wochenende wurden am Rheinufer fünf Enten und eine Gans erlegt. Für Empörung sorgt vor allem der Ort, an dem die Enten bejagt wurden: in unmittelbarer Nähe befinden sich ein Kinderspielplatz, eine Kita und mehrere Wohnhäuser. Doch anstatt über das rücksichtslose und die öffentliche Sicherheit gefährdende Verhalten der Jäger zu berichten, gibt der WDR in seiner Sendung "Lokalzeit" der örtlichen Jägerschaft ausführlich Gelegenheit, die übliche Jagdpropaganda unters Volk zu bringen. Auf kritische Nachfragen wartet man vergebens; Anwohner oder andere Zeugen des Vorfalls kommen gar nicht erst zu Wort. So wird dem Publikum der Sprecher der Kölner Jägerschaft als "Expterte" präsentiert, welcher versucht, die Bedenken in der Bevölkerung zu zerstreuen und die Öffentlichkeit von der Alternativlosigkeit der Entenjagd zu überzeugen. Das dürfte dem Sprecher der Kölner Jägerschaft in diesem Fall mit seinen an den Haaren herbeigezogenen "Argumenten" allerdings nicht gelungen sein. Der ganze Auftritt geriet auch deshalb unfreiwillig komisch, weil an Mimik und Körpersprache deutlich abzulesen war, dass auch dem "Experten" klar ist, dass er völligen Unsinn erzählt. Wenn man den Argumenten des "Experten" folgt, ist die Jagd auf männliche Enten nötig, um zu verhindern, dass sich während des Paarungsvorgangs zu viele Erpel auf ein Weibchen stürzen und dieses dann im Eifer des Gefechts ertränken. Ob die ebenfalls erschossene Gans sterben musste, weil sie im Zweifelsfall ihren Erpel-Freunden beim Ertränken der weiblichen Enten geholfen hätte, muss vermutlich erst noch geklärt werden. Wir haben uns an den WDR gewandt, und um eine ausgewogenere Berichterstattung gebeten.

https://www.facebook.com/wdrlokalzeitkoeln/videos/438878737919085

 

 

Januar 2022

"Anwohnerin Frizzi Arnold (31) war mit ihren zwei Hunden Filli und Nele im Wald unterwegs, als Schüsse fielen und Jagdhunde ihre Tiere belästigten: "Ich hatte Todesangst, genauso wie meine kleinen Hunde. Ein Jäger schnauzte mich noch an, als ich rief, er solle seine Hunde anleinen. Ein kleines Mädchen in der Nähe schrie wie am Spieß, weil es knallte und Hunde sie umzingelten!""

Wie "Tag24" berichtet, ereignete sich dieser Vorfall vor ein paar Tagen im Rabensteiner Wald bei Chemnitz. Neben Frau Arnold gerieten noch weitere Spaziergänger in eine offensichtlich unzureichend abgesicherte Drückjagd. Einige Passanten waren so verängstigt, dass sie einen Notruf absetzten. Doch obwohl innerhalb kurzer Zeit gleich drei Meldungen über die Vorgänge im Rabensteiner Wald bei der Polizei eingingen, reagierte man dort nicht und sah keine Veranlassung, einzugreifen. Der Sprecher der örtlichen Polizei wird wie folgt zitiert: "Die Jagd im Rabensteiner Wald war von Landratsamt und Forstbehörde bestätigt."  Das mag ja sein - allerdings rechtfertigt das nicht das Ignorieren von Notrufen. Nachdem der Fall nun hohe Wellen geschlagen hat, ist man bei der örtlichen Jägerschaft nun um Schadensbegrenzung bemüht - man räumt ein, dass bei dieser Jagd unter Umständen zu wenig Warnschilder an den Waldwegen angebracht worden sein könnten und verspricht, das Schilderkonzept auszuwerten und anzupassen. Noch besser wäre es aus unserer Sicht, auf derartige Jagdveranstaltungen völlig zu verzichten. 

https://www.tag24.de/chemnitz/lokales/ich-hatte-todesangst-schuesse-im-rabensteiner-wald-in-chemnitz-2288524?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=fb-post-chemnitz&fbclid=IwAR26sDMPV_tfUdCbBBbOtQ2l9FSvUKHXZ43Iz2-7QA-WcZzj4YhRZl3sNLU

 

 

Januar 2022

Anfang des Jahres geriet die Jägerschaft aus dem Kreis Kochel aufgrund einer umstrittenen Entenjagd massiv in die Kritik der Öffentlichkeit. Über mehrere Tage wurden im Loisach-Kochel-Moor intensiv Enten bejagt, stundenlang waren Schüsse zu hören, Spaziergänger und Reiter trauten sich nicht mehr in das Gebiet. Schließlich informierten Anwohner den Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz. Das Loisach-Kochel-Moor ist ein Schutzgebiet und wichtiger Rückzugsort für Wasservögel - auch Vögel aus Nordeuropa oder der Arktis machen hier Halt. Als der Vorsitzende des Bund Naturschutz den Hinweisen aus der Bevölkerung nachging, konnte er auf einer längeren Wanderung durch das Moor nicht einen einzigen Wasservogel entdecken. Der Experte geht davon aus, dass "die verstärkte Jagdtätigkeit in diesem Bereich dazu führt, dass sämtliche Wassservogelarten das Gebiet meiden" und er findet deutliche Worte für das Verhalten der Jäger. So stellt er sich die Frage, "ob alles, was legal ist, auch als legitim angesehen werden kann." Seiner Ansicht nach haben die Jäger "in den vergangenen Tagen wenig reflektiert gehandelt". Er verweist auf die aktuelle Landkreis-Kampagne "Naturschutz beginnt mit dir" und wird hierzu folgendermaßen zitiert: "Wenn dann eine privilegierte Gruppe macht, was sie will und keine Rücksicht auf den Schutz anderer nimmt, dann läuft etwas falsch". Es sei zudem "eine Farce, unter diesen Umständen eine Besucherlenkung zum Schutz der überwinternden Vogelarten zu machen, wenn es gleichzeitig solche Beobachtungen"  gebe. Gemeinsam mit dem LBV fordert der Vorsitzende des Bund Naturschutz, in Feuchtgebieten grundsätzlich auf die Wasservogeljagd zu verzichten und weist darauf hin, dass durch ein solches Jagdverbot die Artenvielfalt erhöht und Bestandsschwankungen reduziert werden könnten. Zum Schluss kritisiert er die immer noch häufig zum Einsatz kommende Bleimunition, an der auch streng geschützte Greifvögel "jämmerlich verenden" würden. Der zuständige Jagdpächter möchte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes reagiert verschnupft und weist darauf hin, dass die Jagd auf Wasservögel noch bis zum 15. Januar erlaubt sei. Er wird folgendermaßen zitiert: "Ich wüsste nicht, dass in diesem Gebiet eine Jagdruhe herrscht." Fast bockig besteht er darauf, dass "solange es ein bejagbares Gebiet" sei, "man dieses Recht auch ausüben" dürfe. Echte Argumente hören sich anders an - und das ist dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes wohl auch klar. Man äußert sich möglichst knapp und hofft, dass Gras über die Sache wächst. Und wartet auf die passende Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit erneut als Wildtierschützer zu präsentieren.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/kochel-am-see-ort28931/umstrittene-entenjagd-im-moor-91223248.html

In diesem Fall sollte sich diese Gelegenheit bereits zwei Tage später ergeben: Spaziergänger (auf deren Identität im Bericht nicht näher eingegangen wird) beobachten im Loisach-Kochel-Moor einen Hund, der angeblich "Jagd auf mehrere Rehe" machen würde - und informieren die Polizei, welche bereits kurze Zeit später vor Ort ist. Obwohl der Hund nachweislich kein Reh verletzt oder getötet hat und sich der Hund beim Eintreffen der Polizei offensichtlich im Einwirkungsbereich der Besitzerin befand, erhält die Tierhalterin nun eine Anzeige nach dem Jagdgesetz. Und der oben erwähnte Vorsitzende des Kreisjagdverbandes, nutzt die günstige Gelegenheit. Er "appelliert" an alle Hundebesitzer, ihre Hunde in dem Gebiet anzuleinen, der Kreisjagdverband verfolge "ein Konzept für den Wald, in dem der Wildbestand eine zentrale Rolle" spiele. Wortreich versucht er, das beschädigte Image der örtlichen Jägerschaft wieder herzustellen und äußert sich folgendermaßen: "Jäger geben einen schnellen Schuss ab, weil das Tier nicht leiden soll." Wenn ein Tier hingegen von einem Hund getötet wird, müsse es "elendig verenden." Zudem würde ein Hund "jagen, was er erreicht", was "große Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht" habe. Unter den Tieren gebe es "zerstörte Sozialverbände und verwaiste Kitze, die wiederum für Verbissschäden sorgen würden, weil das Muttertier fehle". Keine dieser Aussagen hält einer näheren Überprüfung stand - somit ist die ganze Aktion als ziemlich durchsichtiger Versuch zu werten, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um von eigenen Verfehlungen abzulenken und dringend notwendige Diskussionnen weiter zu unterdrücken. Aber auch das Verhalten der Polizei in diesem Fall wirft Fragen auf. Abgesehen davon, dass die Polizei überraschend schnell vor Ort war und unverhältnismäßig hart reagiert hat, irritieren vor allem die Aussagen des stellvertretenden Leiters der Kocheler Polizei. Auch er nutzt die Gelegenheit, Stimmung gegen Hunde und deren Halter zu machen und appelliert an die Bevölkerung, "derartige Beobachtungen" umgehend bei der Polizei zu melden: "Je rascher wir davon erfahren, desto größer sind die Chancen, den Tierhalter auch zur Verantwortung ziehen zu können." Und für diejenigen, die das Ausmaß des Problems unter Umständen immer noch nicht erkannt haben, fügt er noch hinzu, dass er davon ausgehe, dass "die Dunkelziffer von frei laufenden Hunden, die Rehe jagen und auch reißen, relativ hoch sei." Einen Beweis für diese gewagte These bleibt er allerdings schuldig.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/benediktbeuern-ort28358/loisach-kochelsee-erneut-jagt-hund-mehrere-rehe-im-moor-tiere-91223218.html

Alles in allem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nach der kritischen Berichterstattung über die umstrittene Entenjagd schnell eine Gegenerzählung her musste. Das Ansehen der örtlichen Jägerschaft hatte nach dem rücksichtslosen Vorgehen im Schutzgebiet Loisach-Kochel-Moor für Empörung in der Bevölkerung gesorgt, die Jäger standen in der Kritik. Ein ziemlich durchsichtiges Manöver also. Vor diesem Hintergrund wäre es interessant zu erfahren, wer hier welche Strippen gezogen hat, wer hier wessen Jagdkollge ist, wer hier seine guten Beziehungen zur Presse hat spielen lassen. 

 

 

Januar 2022

In Niedersachsen haben einige Jäger versucht, mit selbst gestalteten Warnschildern Stimmung gegen den Wolf zu machen und gezielt Ängste in der Bevölkerung zu schüren. "ACHTUNG WOLF!" ist auf diesen Schildern zu lesen, dann folgen Verhaltensregeln der Jägerschaft: Waldbesucher sollen Hunde an die Leine nehmen, Kinder an der Hand führen und nur in Gruppen wandern oder joggen. Bei einer Wolfssichtung soll man laut in die Hände klatschen und umgehend den Wolfsbeauftragten oder den zuständigen Jäger informieren. Allerdings sorgten diese Schilder nun für einige Irritationen. Die Gemeinde stellt klar, dass derartige Warnschilder nicht ohne Genehmigung der Gemeinde aufgestellt werden dürfen - und eine entsprechende Genehmigung liegt in diesem Fall nicht vor. Im Umweltministerium zeigt man sich verwundert, zumal die genannten Verhaltensregeln bei einer Wolfsbegegnung nicht mit den von Experten erarbeiteten Empfehlungen übereinstimmen würden. Die Landesjägerschaft Niedersachsen distanziert sich mittlerweile von der Aktion und lässt verlautbaren, dass man hier wohl "übers Ziel hinausgeschossen" sei.  

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Vorsicht-Wolfsgebiet-Jaeger-uneins-ueber-Schilder-im-Wald,wolf4596.html

 

Januar 2022

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein 78-jähriger Jäger wohl versehentlich selbst erschossen. Nachdem der Mann nicht wie erwartet von der Jagd zurückgekehrt war, machten sich Familienangehörige auf die Suche und fanden ihn schließlich tot auf einem Hochsitz. 

https://www.tah.de/afpnewssingle/toter-j%C3%A4ger-auf-hochsitz-in-mecklenburg-vorpommern-entdeckt?fbclid=IwAR2Cv9I0LapwoFBcBKwjLaUNZgfkpbuqgIJdtgtttqxF_jJzcr9Quq1LpCo

 

 

Januar 2022

Während einer Treibjagd im bayerischen Volkach ereignete sich ein weiterer tödlicher Jagdunfall: ein 78-jähriger Jäger wurde nach dem Ende der Treibjagd von seinen Jagdkollegen vermisst. Schließlich fand man ihn auf einem Hochsitz - mit einer Kugel im Kopf. Die Kriminalpolizei ermittelt - im Moment geht man davon aus, dass der Mann von einem Querschläger getroffen wurde. Ein Querschläger, der auch jederzeit einen völlig unbeteiligten Spaziergänger hätte treffen können.

https://www.focus.de/regional/bayern/bei-treibjagd-78-jaehriger-jaeger-tot-auf-hochsitz-gefunden_id_36238648.html

 

 

Januar 2022

"Es sollte ein schöner Jagdausflug mit Freunden werden. Doch er endete tödlich." So beginnt ein Bericht im Focus über einen weiteren Jagdunfall in Italien. Beim Opfer handelt es sich um den Junioren-Weltmeister im Schießen, Cristian Ghilli. Laut Zeugenaussagen soll Ghilli sich nach vorne gebeugt haben, um neue Patronen aufzunehmen. Dabei lösten sich Schüsse, Ghilli wurde mehrmals in den Unterleib getroffen. Trotz sofortiger medizinischer Versorgung und einer Notoperation verstarb der 18-Jährige kurze Zeit später im Krankenhaus. Wie dem erfahrenen Schützen ein derartiger Fehler unterlaufen konnte, sollen weitere Ermittlungen ergeben.

https://www.focus.de/sport/mehrsport/er-wollte-patronen-aufheben-junioren-weltmeister-erschiesst-sich-bei-jagdausflug-aus-versehen-selbst_id_36649693.html?fbclid=IwAR2uWqvyYSBrTvMCh--JIw1LgpF3mm0lEQqV4XRqhqPLCjXA3_FHQyvw9pw

 

 

Januar 2022

Anfang Januar wurde in Thüringen ein Luchs tot aufgefunden - das geschützte Tier wies eine tödliche Schussverletzung auf. Der NABU Thüringen fordert nun eine "umgehende Aufklärung und Ahndung dieser Tat". Gleichzeitig beklagt der NABU, dass illegale Tötungen streng geschützter Tiere in Thüringen immer wieder vorkämen. Es trifft Greifvögel, Biber, Fischotter und nun offensichtlich auch den Luchs. In den meisten Fällen kann der Täter nicht ermittelt werden, da den zuständigen Behörden die nötigen Ressourcen fehlen. Der NABU fordert daher nun "eine Stabsstelle für Umweltkriminalität mit klaren Strukturen, Verantwortlichkeiten und dem spezifischen Fachwissen zur Aufklärung" derartiger Taten. Eine Forderung, der wir uns vollumfänglich anschließen möchten.

https://thueringen.nabu.de/news/2022/30948.html?fbclid=IwAR2qgbI_vxFxNWZc1Kn26zCGR6ZcYNu7eOyZa8OVsvr0hnCuSywfcXFCTIA

 

Januar 2022

"Wald erleben und Tiere töten passt nicht zusammen" - das ist der Titel eines Podcasts, in dem sich Peter Wohlleben und Richard David Precht ausführlich über den Zustand unserer Wälder und auch über die Unsinnigkeit der Hobbyjagd austauschen. Nachzuhören ist das interessante Gespräch unter folgendem Link:

https://www.peter-wohlleben.de/podcast?fbclid=IwAR0FJTLon9b8SboRb15DwGrkb7uVIVW7qyuZRA6PCsSccYe6EwAAUS1IVrM

 

Januar 2022

Im Landkreis Regensburg sind drei tote Greifvögel aufgefunden worden. Die Tiere wurden nach derzeitigem Kenntnisstand vergiftet. Man geht davon aus, dass "die Vögel an einem anderen Ort getötet und dann am Fundort auf einen Haufen gelegt worden seien." Eine beliebte Methode, um Spuren  zu verwischen und die Ermittlungen zu erschweren. So ist leider auch in diesem Fall davon auszugehen, dass der Täter nicht ermittelt werden kann. 

https://www.br.de/nachrichten/bayern/drei-tote-greifvoegel-von-spaziergaenger-gefunden,StXrSxc?fbclid=IwAR3BC3Yw0-XZc57UMKPp_tZum8inp-SFBJoFjkrmTVrwHkKYRMf93OkiUng

 

Januar 2022

Kurz vor Weihnachten schoss sich ein Jäger während einer Treibjagd selbst in den Bauch und verletzte sich dabei schwer. Wie jagderleben.de berichtet, waren die beiden Hunde des Mannes in Streit geraten. Der Jäger versuchte daraufhin, die Hunde mit seiner geladenen und offensichtlich nicht gesicherten Waffe zu trennen. Beim "Hantieren mit der Flinte" löste sich dann "unbeabsichtigt ein Schuss". Auch in diesem Fall wurden die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit Schusswaffen auf eklatante Weise missachtet. 

https://www.jagderleben.de/news/unfall-treibjagd-jaeger-verletzt-selbst-schwer-waffe-713211

 

 

Dezember 2021

In der Öffentlichkeit verliert die Jagd immer weiter an Ansehen, die vor kurzem von der Deutschen Jagdzeitung ausgelobten Fuchswochen haben zu massiven Protesten von Tierschutzorganisationen und Privatpersonen geführt, prominente Persönlichkeiten wie Prof. Reichholff, Autor des Buches "Rabenschwarze Intelligenz" und Peter Wohlleben, Deutschlands wohl bekanntester Förster fordern öffentlich ein Ende der Hobbyjagd, zahlreiche Organisationen leisten unermüdlich Aufklärungsarbeit und bewirken so langsam ein Umdenken in der Bevölkerung. Diese Entwicklung gefällt den Jägern natürlich nicht. Aber anstatt sich mit der immer lauter werdenden Kritik an der Hobbyjagd sachlich auseinanderzusetzen, geht der Deutsche Jagdverband einen anderen Weg und versucht, Jagdkritiker einzuschüchtern und mundtot zu machen. So stellte der Deutsche Jagdverband vor wenigen Tagen stellvertretend für alle Jäger in Deutschland Strafanzeige gegen einen Jagdkritiker, der sich in den sozialen Medien kritisch zum Thema Hobbyjagd geäußert hatte. In einer Verlautbarung auf der Homepage des DJV wird der Tierschützer als "selbsternannter Tierrechtler" und "radikaler Jagdgegner" bezeichnet. Der Deutsche Jagdverband kommt zu der Einschätzung, dass die Äußerungen des Jagdkritikers den Tatbestand der "Hassrede" erfüllen. Dem "Beschuldigten" droht offensichtlich sogar ein Verfahren wegen "Volksverhetzung".

https://www.jagdverband.de/hassrede-ist-strafbar

Die Äußerungen des Jagdkritikers, die diese völlig überzogene Reaktion des DJV ausgelöst haben, sind unter dem o.g. Link ebenfalls nachzulesen. Der Verfasser beruft sich in seinen Aussagen auf offizielle Studien - und auch wenn den Jägern das Ergebnis dieser Studien nicht gefällt: den Tatbestand der "Hassrede" und der "Volksverhetzung" erfüllen diese Äußerungen wohl kaum. Bleibt zu hoffen, dass die Justiz diesem Unsinn ein Ende setzt und die Ermittlungen einstellt. 

 

 

Dezember 2021

In einer aktuellen Pressemitteilung teilt der Deutsche Jagdverband mit, dass die Zahl der Jäger weiter ansteigt. Inzwischen würden immer mehr Frauen den Jagdschein machen, außerdem kämen viele Jäger mittlerweile aus der Stadt. Gleichzeitig werden die Motive der angehenden Jäger einmal mehr romantisch verklärt, im Vordergrund stehe das intensive Naturerlebnis, nicht das Schießen. Im Original hört sich das so an: "Stundenlang auf einem Hochsitz ausharren oder bei klirrender Kälte durch das Unterholz wandern, um dann vielleicht doch nicht zum Schuss zu kommen - die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen auch, was die Menschen heute zur Ausbildung bewegt: Auf Platz eins steht unverändert das intensive Naturerlebnis..." Alles in allem also wieder einmal die übliche Jagdpropaganda. Umso ärgerlicher, dass diese Pressemitteilung in mehreren Medien völlig unreflektiert übernommen wurde - etwa im Spiegel oder in der Mittelbayerischen Zeitung. Wir haben uns an die Spiegel-Redaktion gewandt und um eine obektivere Berichterstattung zum Thema gebeten und die Gelegenheit genutzt, eigene Themenvorschläge zum Thema einzureichen. Die Tatsache, dass wir umgehend eine persönliche Antwort des zuständigen Redakteurs erhalten haben, deutet darauf hin, dass unsere Beschwerde nicht die einzige war. Auch im Spiegel-Online-Forum hagelte es Kritik. Offenichtlich durchschauen immer mehr Menschen die Märchen der Jäger.

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/jagen-immer-mehr-frauen-und-stadtmenschen-machen-einen-jagdschein-a-7d6778fd-fdc1-4807-9a46-46aca01e09ad

Den Leserbrief, den wir an die Mittelbayerische Zeitung geschickt haben, können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

 

 

Dezember 2021

Die von der Deutschen Jagdzeitung ausgelobte erste bundesweite Fuchswoche, bei der es Medaillen zu gewinnen gab und einen Sonderpreis für den "größten Fuchsschädel der Saison",  bei der "gepirscht, gedrückt, getrieben und gelockt" werden durfte, "was das Zeug hält", hat in den sozialen Medien hohe Wellen geschlagen, verschiedene Tierschutzorganisationen organisierten Protestaktionen, es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt. Nun hat auch das "Freie Radio Wüste Welle" über die Aktion berichtet. Die Moderatorin stellt die Frage, ob man für ein Gewinnspiel töten darf und ob diese Aktion überhaupt mit unserem Gesetz vereinbar ist. Zu Gast im Studio war Scarlett Treml, Biologin und Agrarwissenschaftlerin bei "Menschen für Tierrechte e.V.". Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass die von der DJZ ins Leben gerufene Fuchswoche nur die Spitze des Eisbergs ist: jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Wildtiere von Jägern getötet, das macht im Jahr etwa 5 Millionen tote Wildtiere. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Es findet kein seriöses Wildtiermonitoring statt, die Bestände werden anhand der Abschusszahlen geschätzt. Schonzeiten werden auf Druck der Jagdverbände immer weiter verkürzt. Im Interview wird auch die enge Beziehung zwischen Jagdlobby und Politik thematisiert - Tierschützer hingegen stoßen bei der Politik immer noch viel zu oft auf taube Ohren. So auch in diesem Fall - ein offener Brief an den zuständigen Minister mit der Bitte, diesen eindeutigen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu stoppen, blieb unbeantwortet. Die heftigen Reaktionen, die dieser Fall heraufbeschworen hat, zeigen aber auch, dass der Unmut in der Bevölkerung steigt: über die Jagd und über untätige Politiker. 

Nachzuhören ist dieses äußerst interessante Interview unter folgendem Link: 

https://www.wueste-welle.de/sendung/view/id/50/tab/weblog/article/84242/Fuchsjagd.html?fbclid=IwAR0brz5l_YPAIiyBZsHL-FF4V_5DPC1Y9fJkAymWEvXTT0_tW4rJGhlQvU8

 

Dezember 2021

Ein Ehepaar aus der Nähe von Traunstein stellte 2014 bei der Unteren Jagdbehörde einen Antrag auf jagdliche Befriedung von vier Hektar Wald und Wiese, die direkt an das Wohnhaus des Ehepaares angrenzen. Sie hätten damals nicht im Traum damit gerechnet, dass es acht volle Jahre dauern sollte, bis das eigenen Grundstück endlich jagdfrei gestellt wird. Erst spielte die Jagdbehörde auf Zeit, dann wurde der Antrag abgelehnt, weil man den Eheleuten nicht abnehmen wollte, dass sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen. So blieb dem Ehepaar nur der Klageweg: nun gab ihnen das Verwaltungsgericht München recht. Ab 1.4.20222 darf auf dem Grundstück des Ehepaares nicht mehr gejagt werden.

https://wildbeimwild.com/naturschutz/ehepaar-gewinnt-klage-grundstueck-in-siegsdorf-ab-2022-jagdfrei/55815/2021/12/20/?fbclid=IwAR3CnBBgP9cI5zbLHVx64dBhsDbZm20gPx_c0JWDuDyAn55w42QFxaSYSjE

 

Dezember 2021

Laut einer Pressemitteilung des NABU, haben "unbekannte Jäger*innen" am vergangenen Wochenende zwei streng geschützte Zwergschwäne getötet. Die Schwäne waren erst kurz zuvor mit Sendern ausgestattet worden, um herauszufinden, warum der Bestand dieser Art massiv zurückgeht. Zwergschwäne dürfen in der EU nicht bejagt werden. Trotzdem werden die geschützten Tiere immer wieder Opfer illegaler Abschüsse. Der aktuelle Vorfall wurde nun zur Anzeige gebracht - ob der Täter ermittelt werden kann, bleibt abzuwarten.

https://www.nabu.de/news/2021/12/30927.html?fbclid=IwAR2c5DRMj7fNMmszulN69NAL3zQCLmGSBzgE3ursIYSG1gOqtitikl_kahQ

 

Dezember 2021

 

Anlässlich des 9. Berliner Online-Tierschutzforums hielt Prof. Josef Reichholf im September einen kritischen Vortrag zum Thema Jagd. Dieser Vortrag wurde nun in voller Länge unter folgendem Link auf youtube veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=v5bO3ijsM8w

Prof. Reichholf räumt in seinem Vortrag mit so manchem Jägermärchen auf und verdeutlicht anhand zahlreicher Beispiele anschaulich, wie nachhaltig die Jäger in unser Ökosystem eingreifen: zum Nachteil unserer Wälder, zum Nachteil der in den Wäldern lebenden Tiere und schlussendlich zum Nachteil von uns allen. 

 

Dezember 2021

Zwei Frauen waren in der Nähe von Düsseldorf mit einem Hund im Wald spazieren, als plötzlich in unmittelbarer Nähe mehrere Schüsse fielen. Der Hund erschreckte sich und lief davon. Kurz darauf hörten die beiden Frauen weitere Schüsse. Sie machten sich auf die Suche nach dem Hund und fanden ihn wenig später tot auf. Laut Polizei "könnte der Hund mit einer Schrotflinte erschossen worden sein." Nun bittet die Polizei die Bevölkerung, "ungewöhnliche Beobachtungen" zu melden. Gleichzeitig weist die Polizei darauf hin, dass "nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zu dem Zeitpunkt in dem Gebiet keine Jagd angemeldet war". Da in Deutschland kein Jäger irgendeiner Stelle vorher mitteilen muss, wann er beabsichtigt, in seinem Revier auf die Jagd zu gehen, ist dieser Hinweis völlig sinnfrei. Und er wirft die Frage auf, warum die Polizei lieber nach dem "großen Unbekannten" sucht, anstatt der überdeutlichen Spur Richtung Jägerschaft zu folgen.

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43777/5101453

 

Dezember 2021

Wieder einmal ist es der Jagdlobby gelungen, ein längst überfälliges Gesetzesvorhaben zu verhindern: die Europäische Kommission beabsichtigte im Rahmen einer Biodiversitätsstrategie, 10% der Landfläche in Europa in strenge Schutzgebiete umzuwandeln. Jegliche Nutzung wäre in diesen Gebieten untersagt gewesen - egal ob Bergbau, Fischerei oder Jagd. Die Jagdverbände liefen Sturm: so forderte der Deutsche Jagdverband die Bundesregierung auf, die für die Jäger problematische Formulierung zu streichen, gleichzeitig übte der Dachverband der europäischen Jäger FACE Einfluss auf europäischer Ebene aus. Offensichtlich mit Erfolg: das EU-Jagdverbot in Schutzgebieten ist zumindest vorerst vom Tisch. 

https://www.jagdverband.de/eu-jagdverbot-schutzgebieten-vom-tisch?fbclid=IwAR1oxbIL2sYOvcTsTdvsSG8yIDBEQSzhLekYhvlDUnROxjP0Fxw_U0yKJJw

 

Dezember 2021

Zum "Tag des Fuchses 2021" führte Manuele Schleußner von der Initiative "Pro Fuchs Deutschland" ein interessantes Gespräch mit Peter Wohlleben. Wohlleben findet im Interview deutliche Worte, er lehnt die Fuchsjagd als grausam und unnötig ab und fordert ein Verbot der Jagd auf Füchse. Gleichzeitig räumt er mit so manchem Jägerlatein auf und erklärt anschaulich, warum das immer wieder von Jägerseite vorgebrachte "Argument", die Fuchsjagd sei zum Schutz von Bodenbrütern und Niederwild zwingend erforderlich, nicht haltbar ist. Wohlleben geht aber noch einen Schritt weiter - seiner Meinung nach sollte die Jagd komplett abgeschafft werden. Wildtiere würden als Sündenböcke missbraucht für Fehler, die der Mensch zu verantworten hat. Neben dem Ende der Jagd fordert er daher ein Umdenken in der Land- und Forstwirtschaft. Das Interview finden Sie unter folgendem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=AelrIFoykuw

 

Dezember 2021

Wir berichteten vor kurzem über die von der Deutschen Jagdzeitung ausgerufenen Fuchsjagdwochen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, möglichst viele Füchse zu töten, es gibt Medaillen zu gewinnen, zudem wird der größte Fuchsschädel der Saison gesucht. Es handelt sich eindeutig um einen Wettbewerb, der auf das Töten von Tieren ausgerichtet ist. Und das ist nach unserem Tierschutzgesetz verboten. Wir haben die Veranstaltung bei PETA gemeldet - dort wurde mittlerweile ein Blog zu diesem Thema eingerichtet - unter folgendem Link können Sie sich über die weitere Entwicklung auf dem laufenden halten:

https://www.peta.de/neuigkeiten/fuchsjagdwoche/

Auch die Organisation "Metzger gegen Tiermord" sieht in der Veranstaltung einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz gestellt. Wir haben uns mittlerweile ebenfalls mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung gesetzt und unterstützen den Strafantrag der "Metzger gegen Tiermord".

 

 

Dezember 2021

Die Jagdverbände bemühen sich sehr, in der Öffentlichkeit das Bild vom Jäger als Tier- und Naturschützer aufrecht zu erhalten. Man geht sogar so weit zu behaupten, dass das Schießen und das Töten von Tieren für viele Jäger eine eher unangenehme Aufgabe sei. Sie kämen dieser ungeliebten Tätigkeit nur aus Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl nach - schließlich müsse verhindert werden, dass Wildtierbestände überhand nehmen und das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen gerät. In den diversen Jagdzeitschriften hört sich das dann etwas anders an, dort wird deutlich, was Jäger wirklich antreibt. So erschien vor kurzem der Beitrag "Niederwild - Warum in die Ferne scheifen, wenn das Gute liegt so nah?" - von Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl ist hier nicht mehr viel zu finden. Hier ein paar Auszüge:

Bilder von riesigen Strecken an Niederwild lassen einen vor Neid erblassen. Dutzende Hasen, jeder Fünfte halb vorgezogen. Fasane in unglaublichen Mengen in Reih und Glied zur Strecke gelegt. Das ist schön – und es sei jedem gegönnt. Zu finden ist das in Deutschland kaum noch. Ganz anders in den großen Niederwildrevieren Europas, in Ungarn. Vielleicht in England. Hier kümmern sich Berufsjäger um den Besatz, setzen aus, um dem Jagdgast das Wild im Herbst vor die Flinte zu treiben. Schön. Es sei jedem gegönnt.

Den Anblick getöteter Tiere dürften die wenigsten Menschen "schön" finden - besonders dann, wenn es sich wie beim Feldhasen oder beim Fasan um Tiere handelt, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Aber solange genügend nachgezüchtet wird, um auch in der nächsten Jagdsaison eine ausreichende "Strecke" sicherzustellen, scheint der Autor kein Problem damit zu haben, auch vom Aussterben bedrohte Tiere zu töten.

Aber auch sonst scheint der Autor viel Spaß bei der Jagd zu haben. Im folgenden Zitat hebt er die Vorteile einer sog. "Bauernjagd" hervor:

Jäger in feinem Zwirn sind hier die Seltenheit. Morgens gibt es einen starken Kaffee und Mittags eine Bockwurst. Man kennt sich. Man amüsiert sich über kleine Fehler beim Anstellen, über die eher wellenartig statt schnürlegrad gehende Treiberwehr. Man ist unter Freunden. Nunja, es sind halt keine Profis. Es sind die Jungs aus der Nachbarschaft. Vielleicht ein paar Jagdschüler, die versuchen das Wild hoch zu machen.

Ist anscheinend ein Riesenspaß, so eine Jagd. Dass bei einer solchen Treibjagd zahlreiche Tiere nur angeschossen werden und noch tagelang leiden, bevor sie qualvoll verenden, interessiert unsere jagenden Tierfreunde nicht. Ebensowenig wie die Tatsache, dass bei derart dilettantisch organisierten Jagdveranstaltungen auch immer wieder Spaziergänger und Autofahrer in Gefahr gebracht werden. Hauptsache, die Jäger haben ihren Spaß. 

Einer Aussage des Autors möchte ich jedoch nicht widersprechen, nämlich dass Jagd etwas seiwas weder Naturschützer noch Jagdgegner je verstehen werden. Damit hat er sicher recht.

https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/jaeger-meinung/niederwild-warum-in-die-ferne-schweifen-wenn-das-gute-liegt-so-nah/

 

 

Dezember 2021

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass die Fuchsjagd unnötig ist, dass Fuchsbestände durch die Jagd nicht reguliert werden können und dass der Rückgang der Niederwild- und Bodenbrüterpopulationen ganz anderen Faktoren zugeschrieben werden muss. Der Einfluss des Fuchses und anderer Beutegreifer auf die Bestände von Niederwild und Bodenbrütern ist verschwindend gering. Andere Länder haben das erkannt und die Fuchsjagd mittlerweile verboten. In Deutschland aber wird weiter munter gegen den Fuchs gehetzt.

Aktuell hat die Deutsche Jagdzeitung (DJZ) eine bundesweite Fuchsjagdwoche ausgerufen. Jedes Revier in Deutschland darf sich beteiligen, es gibt Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen und eine besondere Auszeichnung für denjenigen, der den größten Fuchsschädel einreichen kann. Hier ein paar Auszüge aus dem Aufrug: "Doch neben Drückjagden haben Wald und Flur noch mehr Weidmannsfreuden zu bieten! Die Rede ist von Reineke."  Und weiter: "Die Fangjagd ist ebenso erlaubt, wie die mit Flinte und Büchse. Es darf pepirscht, gedrückt, getrieben und gelockt werden, was das Zeug hält. Wichtig ist einzig und allein die Strecke!".  Weiter heißt es: "Verpassen Sie also nicht die Chance, der erste Hegemeister dieser unter Umständen irgendwann als Traditions-Veranstaltung bekannten Events zu sein!"

Die Fuchsjagdwoche beginnt am 13.12. und endet am 19.12.2021 und soll der Öffentlichkeit als Beitrag zur "Niederwildhege" verkauft werden. 

https://djz.de/bundesweite-fuchsjagdwoche/?fbclid=IwAR3QM_KTvsBRUCGatR4Qa9ZeH7m4_RqPQzgnd1bl3Ik0tuazNO8TRacyYYY

 

 

Dezember 2021

Am vergangenen Wochenende war ein Ehepaar mit seinen beiden Hunden an der Emsch spazieren, als plötzlich ein Schuss fiel. Das Ehepaar rief die Hunde sofort zurück, allerdings kam nur einer der beiden Vierbeiner wieder bei seinen Besitzern an. Das Ehepaar machte sich auf die Suche und fand den zweiten Hund erschossen auf. Die Besitzer erstatteten Anzeige. Noch am selben Abend meldete sich ein Gast-Jäger aus Oberhausen - er sei auf der Jagd nach Hasen, Gänsen und Nutrias gewesen und habe den Hund wohl versehentlich erschossen. 

https://www.rnd.de/panorama/gelsenkirchen-jaeger-erschiesst-hund-und-meldet-sich-bei-der-polizei-VEGWP3SS2VB4DHFNIH77ZZ6BMY.html

 

 

Dezember 2021

Wenn man an Jagdtourismus und Trophäenjagd denkt, denkt man an Afrika, man denkt an Löwen, Elefanten und Nashörner. Doch mittlerweile ist der Trend auch in Europa angekommen. Menschen aus aller Welt kommen nach Kroatien, Rumänien oder Slowenien, um hier Bären, Wölfe, Luchse, aber auch Rehe und Hirsche zu töten. Will man ein Reh in Estland erlegen, kostet das 1400,-- Euro, für einen Hirsch muss man in Rumänien etwa 1700,-- Euro bezahlen, ein Bär in Kroatien kostet etwa 7000,-- Euro. Die Nachfrage nach solchen Reisen ist groß - mittlerweile gibt es Wettbewerbe wie den "European 12" - hier muss der Jäger zwölf verschiedene Wildtier-Arten erlegen. Demnächst soll es sogar einen "European 25" geben. Die Kunden kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten, von der amerikanischen Influencerin bis zum Unternehmer, der anonym bleiben möchte.

Der Beitrag "Trophäenjagd: Schluss mit dem Jagdtourismus?" auf ARTE befasst sich eingehend mit dem Thema und liefert verstörende Einblicke in ein zutiefst perverses und korruptes System. Manche Länder versuchen mittlerweile, den Jagdtourismus zu verbieten oder zumindest einzudämmen. Wie solche Jagdverbote umgangen werden, zeigen die Erfahrungen aus Rumänien: dort ist die Bärenjagd zwar theoretisch verboten - allerdings können unter bestimmten Umständen Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss eines Bären erteilt werden. Um eine solche Ausnahmegenehmigung zu erhalten, werden die Bären gefüttert und so immer näher an die Dörfer gelockt. Hat man erst einmal die gewünschte Ausnahmegenehmigung, kontrolliert niemand mehr, ob tatsächlich nur der "Problembär" getötet wird - hier vertraut man den Jägervereinigungen und hält eine Kontrolle für überflüssig.

Im Beitrag kamen auch Befürworter der Trophäenjagd zu Wort -  mehrmals wurde der Versuch unternommen, derartige Jagdreisen der Öffentlichkeit als "aktiven Beitrag zum Artenschutz" zu verkaufen. Überzeugen konnten die Jagdbefürworter jedoch nicht - die von ihnen vorgebrachten Argumente konnten von Eduardo Goncalves, dem Gründer der Kampagne für das Verbot der Trophäenjagd, mühelos widerlegt werden. Auch die unterschiedlichen Filmaufnahmen im Beitrag machen deutlich, dass es den Jägern nicht um Artenschutz geht. 

Hier der Link zum Beitrag: https://www.arte.tv/de/videos/099561-033-A/vox-pop/

 

 

November 2021

In der Sendung "Landgemacht: Besser leben in der holsteinischen Schweiz" (ausgestrahlt am 26.11.2021) wird das angeblich idyllische Landleben aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet - und da darf die Jagd natürlich nicht fehlen. So wird etwa ab Minute 25 die alle zwei Jahre stattfindende Treibjagd als gesellschaftliches Großereignis dargestellt. Das ganze Dorf hilft mit, selbst "Kinder", die in der Stadt studieren, kommen pünktlich zur Treibjagd ins Dorf zurück und beteiligen sich an diesem Event. Gemeinsam läuft man dann laut rufend über die Wiesen und ist stolz, am Ende der Jagd zehn Hasen, drei Rebhühner und eine Ente erlegt zu haben. Dass sowohl Hasen als auch Rebhühner in ihrem Bestand stark gefährdet sind, scheint niemanden zu stören. Feierlich verbläst man die Strecke und geht anschließend feiern. Wenn man beabsichtigt hat, die Jagd in einem positiven Licht darzustellen, so ist dieser Versuch gründlich missglückt. Die ganze Sequenz wirkt abstoßend und gleichzeitig unfreiwillig komisch - auf eine sinnvolle Begründung für die Jagd wartet man vergebens. Fragt man die Jäger nach ihren Motiven, fällt ihnen außer Brauchtum und Tradition nicht viel ein. 

https://www.ardmediathek.de/video/landgemacht-oder-besser-leben-in-der-holsteinischen-schweiz2/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9mMGM4ZjA2NS05OTM3LTQzYTMtYmUyZS1iZGNhN2MyZWUxNjE/

Wir haben uns mit einem Schreiben an den NDR gewandt, nachzulesen in der Rubrik "Leserbriefe"

 

November 2021

Und wieder hat ein Jäger ein Pony mit einem Wildschwein verwechselt und schwer verletzt. Das Pony lag auf der Weide, als es von einer Kugel getroffen wurde und einen Halsdurchschuss erlitt. Wie es aussieht, hatte das Pony Glück im Unglück: es wird derzeit in der Tierärztlichen Hochschule Hannover behandelt und wird wohl überleben. 

https://www.ndz.de/lokales/landkreis_artikel,-halsdurchschuss-jaeger-verwechselt-pony-mit-schwein-_arid,2716505.html?fbclid=IwAR0m3tb17lvwl90DRWypswaT53KEaO_cTKK6nTOFLS3jXzAfZnDef1o5vok

 

November 2021

Bereits im Jahr 2018 verletzte ein Jäger während einer Erntejagd ein damals sechsjähriges Mädchen schwer. Das Mädchen spielte in einer Gartenanlage, als der verhängnisvolle Schuss abgegeben wurde. Die Kugel durchschlug den Arm und die Hüfte des Mädchens, das noch heute unter den Folgen der Verletzungen leidet: ständige Schmerzen, Physiotherapie, Arztbesuche und eine psychiatrische Behandlung gehören nach wie vor zum Alltag. Da das Mädchen den Schulalltag nicht alleine bewältigen kann, ist die Unterstützung einer Schulbegleiterin notwendig. Nun fand der Prozess gegen den beschuldigten Jäger statt - das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten und einer Schmerzensgeldzahlung an die Familie des Mädchens in Höhe von 30.000 Euro. Der eigentliche Skandal an diesem Urteil ist aber, dass der Jagdschein nur für 4 Monate eingezogen wird - danach darf der Jäger wieder auf die Jagd gehen. Warum jemandem, der seine Unzuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen so eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, der Jagdschein nicht dauerhaft entzogen wird, ist nicht nachvollziehbar.  Reue zeigte der Angeklagte im Prozess übrigens nicht. Er äußerte sich nur am letzten Prozesstag und gab an, er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst, er habe nicht absichtlich in Richtung Ortschaft geschossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräfitig, die Verteidigung hält das Urteil für falsch und schließt nicht aus, in Berufung zu gehen. 

https://www.rnd.de/panorama/schuss-auf-sechsjaehriges-maedchen-bewaehrungsstrafe-fuer-jaeger-R35KSANYH2CQJ6ACBCOALUAXBY.html 

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet über den Fall: 

https://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-gera-bewaehrungsstrafe-nach-jagdschuss-auf-maedchen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-211117-99-37120?fbclid=IwAR0R5bsAVCML01IyNhelcrp-MY07Noi_Sry2XkL4relxa_jBCS20nqnimJ4

Wir haben uns mit einem Leserbrief an beide Redaktionen gewandt - nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".

 

November 2021

Im Raum Kassel kommt es offenbar zunehmend zu Konflikten zwischen Jägern und anderen Naturnutzern. Folgt man der Einschätzung der Jäger vor Ort, trifft die Jäger aber keine Schuld an dieser Entwicklung - Schuld seien vielmehr die vielen Spaziergänger und Radfahrer, die sich "zu jagdtypischen Zeiten"  im Wald aufhalten. Der Vorsitzende des Hegerings Habichtswalds beklagt, dass "das Verständnis für unsere Arbeit abgenommen hat" - früher habe man nicht gleich bei jedem Schuss die Polizei gerufen. Die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) widmet dem Thema jetzt eine ganze Seite. Doch obwohl sich die Jäger sehr um Schadensbegrenzung bemühen, auf die Wichtigkeit ihrer "Arbeit" und hohe Sicherheitsstandards verweisen und gleichzeitig versuchen, Stimmung gegen "unvernünfige" Jogger oder Radfahrer zu machen, wird doch vor allem Eines deutlich: die Jagd steht mit dem Rücken zur Wand, die Akzeptanz in der Bevölkerung sinkt und immer weniger Menschen sind bereit, das übergriffige Verhalten einiger Jäger kommentarlos hinzunehmen. Aus unserer Sicht eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung.

https://www.hna.de/lokales/kreis-kassel/baunatal-ort312516/mehr-konflikte-mit-jaegern-91107838.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR1x_Z7J31vPKDqBmEJ2D-CzIhpiAf-B6FzVxy25rgS-UjUQbmLTjDTmDGQ#Echobox=1636620370

 

 

November 2021

Während einer Drückjagd bei Pöttmes (Bayern) flüchteten vier Wildschweine aus einem Maisfeld in ein nahe gelegenes Dorf. Ein Tier geriet dabei in einen umzäunten Garten und verletzte in seiner Panik einen Menschen und drei Hunde. Auch die drei anderen Wildschweine verursachten auf ihrer panischen Flucht Schäden in Gärten und an Häusern. Leider wird auch dieser Vorfall vermutlich keine juristischen Konsequenzen für die beteiligten Jäger haben.  

https://www.n-tv.de/regionales/bayern/Wildschweine-fluechten-vor-Jagd-Menschen-und-Hunde-verletzt-article22914525.html

November 2021

Im Buch "Was Jäger verschweigen" setzt sich der Autor F. Werner intensiv mit den Schattenseiten der Hobbyjagd auseinander. Zahlreiche, gut recherchierte Beispiele ermöglichen erschreckende Einblicke in ein offenbar durch und durch korruptes System. Vetternwirtschaft auf allen Ebenen, Verfilzung der Jägerschaft mit Politik und Behörden, dazu eine größtenteils unkritische Presse, mit deren Unterstützung es den Jägern bis heute gelingt, eine uninformierte Öffentlichkeit mit Lügen und Halbwahrheiten in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Der Autor zitiert in seinem Buch zahlreiche wisssenschaftliche Studien, die deutlich machen, warum Jagd Wildbestände nicht nachhaltig regulieren kann - und warum die Jagd somit in vielen Fällen nicht nur überflüssig, sondern sogar kontraproduktiv ist. Eine Analyse der Bestandsentwicklung bei Rehen und Wildschweinen verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen Hegemaßnahmen und völlig überhöhten Wildbeständen - mit allen bekannten negativen Auswirkungen für die Tiere, aber auch für den Wald und das gesamte Ökosystem. Auch dem Phänomen, dass Jäger zunehmend versuchen, für immer mehr Gebiete Betretungsverbote für die Bevölkerung zu erwirken, widmet der Autor ein Kapitel. Er zeigt auf, wie man dieses Ziel durch die Etablierung wechselnder Sündenböcke (Reiter, Hundebesitzer, Wanderer, Mountainbiker, Kletterer...) zu erreichen versucht und welche Motive hinter diesen Bestrebungen stecken. Ein weiteres interessantes Kapitel beleuchtet, welchen Einfluss Jäger mittlerweile auch in Naturschutz- und Vogelschutzverbänden haben und wie sie es geschafft haben, die dort ehemals doch ziemlich jagdkritischen Stimmen zum Verstummen zu bringen. Das Kapitel "Grundstückseigentümer und ihr Jagdrecht" rundet das Buch ab. Der Autor setzt sich in diesem Kapitel mit dem System der Jagdgenossenschaften auseinander - er zeigt unter anderem, wie Jagdpachtverträge zustande kommen, wie Kleingrundbesitzer systematisch benachteiligt werden und wie eng die Beziehungen zwischen Jagdpächter und Jagdgenossenschaftsvorstand oftmals sind.

Ein absolut empfehlenswertes Buch!

Die Erstauflage erschien bereits 2001. Leider hat es auch heute - zwanzig Jahre später - nichts von seiner Aktualität eingebüßt. 

http://www.wasjaegerverschweigen.de/

November 2021

Seit dem Jahr 2013 kann jeder Grundstückseigentümer seine land- und forstwirtschaftlichen Flächen befrieden lassen, d.h. er kann aus der Jagdgenossenschaft austreten und die Jagd auf seinem Grund und Boden untersagen. So weit die Theorie.

Wie die Praxis aussieht, zeigt folgendes Beispiel: ein Ehepaar aus Gütersloh hat vor ein paar Jahren einen Hof mit landwirtschaftlichen Flächen geerbt. Das Ehepaar ist im Tierschutz aktiv und lehnt das Töten von Tieren auf den eigenen Grundstücken aus ethischen Gründen ab. Folgerichtig stellten die beiden einen Antrag auf Befriedung bei der Unteren Jagdbehörde - vor mehr als zwei Jahren (!!). Die lange Bearbeitungszeit erklärt die Behörde damit, dass im Vorfeld eine Vielzahl von Personen, Gremien und Institutionen angehört werden müssten. Unter anderem sei eine Stellungnahme des Jagdbeirats nötig - und dieser tage leider nur einmal im Jahr. Das Ehepaar wollte das so nicht hinnehmen und hat deshalb eine Untätigkeitsklage erhoben. Im September erhielt das Ehepaar neben einer "saftigen Gebührenrechnung" nun den Bescheid, dass die Befriedung der Grundstücke überwiegend abgeleht wird - lediglich ein kleiner Bereich rund um den Hof soll befriedet werden. Auf den weiteren Flächen soll die Jagd auch in Zukunft weiterhin uneingeschränkt möglich sein - und das, obwohl sich auf diesen Grundstücken auch Pferdekoppeln befinden. Gegen diesen Bescheid klagt das Ehepaar nun. 

Berichtet wurde über diesen Vorgang in der "Glocke - Gütersloher Volkszeitung" - leider kann der Bericht nicht verlinkt werden. Neben dem Ehepaar äußert sich auch ein Jägervertreter zur Sache. Er sieht die Befriedung von einzelnen Grundstücken erwartungsgemäß kritisch. Wenn aber nach Prüfung aller Argumente eine Befriedung genehmigt würde, müssten die Jäger das tolerieren und akzeptieren.

Das sehen offensichtlich nicht alle Jäger so - so erhielt das Ehepaar einen Anruf eines aufgebrachten Jägers, der der Frau damit drohte, "ihr über die Hucke zu geben". Außerdem forderte er das Ehepaar auf, die Stadt zu verlassen. Gegen den Mann wurde mittlerweile Anzeige erstattet. 

Übrigens: Selbst wenn das Gericht im Sinne der Kläger entscheidet, muss das Ehepaar unter Umständen noch lange darauf warten, bis auf den eigenen Grundstücken tatsächlich nicht mehr gejagt wird. Die Befriedung wird nämlich erst mit dem Ablauf des Jagdpachtvertrags wirksam - und diese Verträge haben oft eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren. 

 

November 2021

In Werheim sorgt das rücksichtslose Vorgehen der örtlichen Jägerschaft für Unmut in der Bevölkerung: in der Nähe einer Landstraße und einer Wohnsiedlung wurden mehrere landwirtschaftliche Flächen mit Krähenattrappen bestückt. Mit diesen Attrappen werden die ahnungslosen Vögel angelockt und dann von den bereitstehenden Jägern abgeschossen. Tierschützer haben nun Anzeige erstattet. 

https://www.facebook.com/hashtag/wehrheim

Leider ist die Jagd auf Krähen immer noch erlaubt. Obwohl unterschiedliche wissenschaftliche Forschungen unabhängig voneinander zu dem eindeutigen Ergebnis kommen, dass die Krähenjagd unnötig und sogar kontraproduktiv ist, möchten die Jäger auch weiterhin nicht darauf verzichten. Und die Politik sieht keinen Handlungsbedarf und richtet sich weiter nach den Wünschen der Jäger.

Oktober 2021

Auch in Frankreich gerät die Hobbyjagd zunehmend in die Kritik. Nun fordert der Präsidentschaftskandidat der Umweltschutzpartei ein Jagdverbot in den Schulferien sowie an den Wochenenden. Er begründet diese Forderung damit, dass es immer wieder zu folgenschweren Unfällen bei der Jagdausübung kommt. Als Beispiel nennt er den Tod eines Wanderers, der erst vor kurzem neben einem Friedhof erschossen worden war. Laut einer Umfrage trauen sich etwa 75% der Bevölkerung während der Jagdsaison nicht mehr im Wald spazieren zu gehen. Für den Präsidentschaftskandidaten sind das unhaltbare Zustände - bleibt zu hoffen, dass er sich gegen die mächtige Jagdlobby durchsetzen kann.

https://www.europe1.fr/politique/interdire-la-chasse-pendant-le-weekend-et-les-vacances-yannick-jadot-lance-le-debat-4074153?utm_medium=Social&xtor=CS1-15&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR0yXKMUkgEtdwmI3B67e-d-2xR-XyvPCuue-qFAYUm38tU9mHG7IrxPVvU#Echobox=1635523729

 

Oktober 2021

Auf jagderleben.de feiert man die Wahl von Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen - hat man mit ihm doch einen weiteren Jäger in einer politischen Spitzenposition. Auf die Frage, ob es ihm Spaß mache abzudrücken, antwortete Hendrik Wüst in einem taz-Interview so: "Wir können jetzt sicher lange über den forstwirtschaftlichen Nutzen der Jagd oder das Naturerlebnis reden. Aber ja: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das Beute machen bei er Jagd keinen Spaß macht..."

Reformen in der Jagdgesetzgebung sind mit dem bekennenden Hobbyjäger wohl nicht zu erwarten. Die Jäger freut´s.

https://www.jagderleben.de/news/hendrik-wuest-neuer-nrw-ministerpraesident-jaeger-713061?fbclid=IwAR3Ol6tZN9xRJvfoDHIGwCYF6WksUGX4v-BmW-DYGOakDwncOJZNP-d_zTM

Oktober 2021

Jetzt im Herbst finden wieder viele Treib- und Drückjagden statt. Derartige Jagdveranstaltungen bedeuten immensen Stress für die Tiere: sie werden über Stunden gehetzt, flüchten in Panik vor den Treibern und deren Hunden, werden dann viel zu oft nur angeschossen und verenden qualvoll. Dennoch werden derartige Jagdveranstaltungen als traditionelles, gesellschaftliches Ereignis akzeptiert und viel zu selten hinterfragt. 

Einer unserer Leser wurde am vergangenen Sonntag Zeuge einer solchen Treibjagd - auch er ärgert sich darüber, dass diese tierquälerischen Jagdveranstaltungen noch immer von großen Teilen der Bevölkerung als notwendig angesehen und stillschweigend akzeptiert werden. Glaubt man den Jäger, sind die Wildbestände viel zu hoch und nur durch solche Treib- oder Drückjagden zu regulieren. Unser Leser macht in seinem Schreiben deutlich, wie sehr unsere Jäger zugunsten jagdbarer Arten in unser Ökosystem eingreifen und zeigt auf, dass es gerade die Jäger sind, die diese überhöhten Wildbestände zu verantworten haben. Sie finden das eindrucksvolle Plädoyer unseres Lesers gegen die Hobbyjagd in der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung".

 

Oktober 2021

Das Online-Magazin topagrar berichtet über eine Aktion von Jägern im Kreis Warendorf. Die Warendorfer Jäger sind der Meinung, dass sich die Umweltbildung in den vergangenen Jahren immer weiter von der Realität entfernt habe. Die Umweltbildung in Schulen und Kindergärten, aber auch in den Medien befinde sich auf dem Niveau von Disneyfilmen, Jäger (und andere Tiernutzer) kommen in ihren Augen hier oft zu schlecht weg, werden als "die Bösen" dargestellt. Um hier gegenzusteuern, haben die Warendorfer Jäger nun die Aktion "Grünes Herz" ins Leben gerufen. "Wissen um die heimische Natur zu vermitteln, ist eine Herzensangelegenheit der Jäger" - so ein Vorstandmitglied der Kreisjägerschaft. Und so fahren die Jäger nun mit der "Rollenden Waldschule" alle 168 Kindergärten im Landkreis ab und verteilen Kinderbücher an die Kleinsten. Diese Bücher seien realitätsnah, ideologiefrei und authentisch. Dieser Einschätzung möchten wir widersprechen: in den abgebildeten Büchern wird den Kindern eine heile Welt vorgegaukelt. Mit der Realität hat der Inhalt wenig zu tun. Das Thema Jagd wird kaum thematisiert und wenn doch, dann sieht man einen Jäger, der die Tiere im Winter füttert und selbstverständlich nur alte und kranke Tiere tötet. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Begleitet wird die ganze Aktion von einer wohlwollenden Lokalpresse, die positiv über das Engagement der Jäger berichtet. Dass hier auf ganz perfide Weise kleine Kinder manipuliert werden, schein niemanden zu stören.

https://www.topagrar.com/jagd-und-wald/news/jaeger-versorgen-168-kindergaerten-mit-ideologiefreier-literatur-12710325.html

 

Oktober 2021

Der Nürnberger Tiergarten tötet gezielt Füchse - und begründet das mit Artenschutz. Vom Auswildern in andere Reviere hält der Zoo-Direktor nicht viel. Er äußert sich folgendermaßen: "...Wir müssen aus den Köpfen herausbekommen, dass wir etwas Gutes tun, wenn wir alle Tiere retten wollen. Das Töten gehört zum Artenschutz dazu. Wir bekämpfen invasive Arten, um gefährdete zu schützen.." Viele Tiere im Zoo dürften allerdings mehr unter den Haltungsbedingungen leiden als unter der Bedrohung durch den Fuchs. Tiger, Löwen, Eisbären, Giraffen, Nilpferde oder Nashörner können in einem Zoo nicht artgerecht gehalten werden und entwicklen oft massive Verhaltensstörungen. Dennoch möchte der Nürnberger Tiergarten mit der Zurschaustellung stark gefährdeter Arten den Besuchern ein Bewusstsein für die Natur und schwindende Lebensräume vermitteln. Gleichzeitig gesteht man Füchsen ihren Lebensraum aber nicht zu. Im Artikel äußert sich auch der Vorsitzende des Tierschutzverens NORIS kritisch zu den Fuchstötungen und zeigt Möglichkeiten auf, wie Füchse durchaus erfolgreich umgesiedelt werden können.

https://www.nordbayern.de/das-toten-gehort-zum-artenschutz-fuchsjagd-im-tiergarten-nurnberg-1.11432505?fbclid=IwAR2voznY9cQ_v1ndA5AxgWqK_VYnDvv3KIkz4xfH7TA5FEHA-6oB5B0trBU

 

Oktober 2021

In Baden-Württemberg kam es erneut zu einer folgendschweren Verwechslung: ein Jäger war nachts auf der Jagd und wartete auf seinem Hochsitz auf Wildschweine. Obwohl der Jäger eigentlich wissen musste, dass sich sein Ansitz direkt neben einer Pferdekoppel befand, kam er vor der Schussabgabe offensichtlich nicht auf die Idee, dass es sich bei den vermeintlichen Wildschweinen um Pferde handelt könnte. Das Ergebnis: zwei angeschossene Pferde, die ihren schweren Verletzungen erlagen. Ein weiterer tragischer Einzelfall?

https://www.agrarheute.com/land-leben/wildschweinen-verwechselt-jaeger-schiesst-zwei-pferde-586432

Etwas kritischer berichtet SWR3 über den Vorfall. Hier wird kritisiert, dass es immer wieder zu Fehlschüsssen kommt, dass auch Menschen immer wieder in Gefahr geraten. Zwar versuchen auch hier die Jagdverbände zu beschwichtigen - so recht gelingen mag ihnen das aber nicht.

https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/jaeger-erschiesst-pferde-100.html

 

Oktober 2021

Am Gardasee hat ein 13-jähriger Junge versehentlich seine 15-jährige Schwester erschossen. Es wird berichtet, dass der Junge und sein Vater (Jäger und ehemaliges Stadtratsmitglied) dem Mädchen die Waffe zeigen wollten. Warum die Waffe zu diesem Zweck geladen war und wie es zur verhängnisvollen Schussabgabe kam, ist bis jetzt noch nicht geklärt. Gegen den Mann wird nun wegen "unsorgfältiger Aufbewahrung von Waffen" ermittelt. Dieser Vorfall macht deutlich, warum Waffen nicht in die Hand von Privatleuten gehören. 

https://wildbeimwild.com/kunterbunt/bub-13-erschiesst-schwester-15-mit-jagdgewehr/54271/2021/10/18/

 

Oktober 2021

Im Spiegel-Beitrag "Jagdverband warnt vor mehr Wolfsbegegnungen in Großstädten" wird dem Jagdverband ausführlich Gelegenheit gegeben, gegen den Wolf zu hetzen und Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Kritische Nachfragen gibt es nicht, eine entsprechende journalistische Einordnung der Aussagen findet nicht statt. Der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes darf also ungehindert vor einer Gefahr warnen, die so gar nicht existiert. So weist er darauf hin, das man nicht garantieren könne, dass Wolfsbegegnungen immer friedlich verlaufen würden - und vermittelt so den Eindruck, als ob demnächst zahllose hungrige Wolfsrudel durch unsere Innenstädte steifen würden. Die Realität sieht anders aus: bis jetzt gab es eine (!!!) fragliche Wolfssichtung in Köln. Außerdem hat sich wohl ein Rudel 30km von Berlin entfernt angesiedelt. Zwischenfälle gab es bisher nicht. Aber die Jäger machen sich nicht nur um ihre Mitmenschen Sorgen: besonders Hunde seien in Gefahr, weil diese von den Wölfen als Konkurrenten angesehen werden könnten. Vor dem Hintergrund, dass Jäger selbst ganz gerne Hunde und Katzen im Rahmen des sog. "Jagdschutzes" töten und trotz einer breiten Ablehnung in der Bevölkerung an der mittelalterlichen Praxis des Haustierabschusses festhalten möchten, wirkt die Sorge um das Wohlergehen von Hunden dann doch etwas verlogen. So kann man nur zu dem Schluss kommen, dass mit solchen Wortmeldungen über das Schüren übertriebener Ängste der Weg zur Wolfsjagd geebnet werden soll. 

https://www.spiegel.de/panorama/jagdverband-warnt-vor-mehr-wolfsbegegnungen-in-grossstaedten-a-188cb489-b232-43ca-8166-ef003fcc56f7

 

Oktober 2021

In der Schweiz kam es innerhalb weniger Wochen gleich zu drei "Fehlschüssen": am 4. September erschießt ein Jäger "versehentlich" ein Pferd wenige hundert Meter neben einer Ortschaft. Der Jäger hatte das Pferd für ein Wildschwein gehalten. Vier Tage später verwechselt ein Jäger im Oberengadin ein Pferd mit einem Reh und verletzt das Pferd so schwer, dass es eingeschläfert werden muss. Wiederum nur kurze Zeit später erschießt ein Jäger ein Lama, das von einem Landwirt zum Herdenschutz eingesetzt wurde. In diesem Fall hat der Jäger den Vorfall trotz bestehender Meldepflicht noch nicht einmal gemeldet. In allen drei Fällen wurde einmal mehr die wichtigste Regel im Umgang mit Schusswaffen missachtet: erst dann zu schießen, wenn man sich zu 100% sicher ist, auf was man schießt. Diese Vorfälle werden in der Schweiz momentan intensiv diskutiert - auch dort sind offensichtlich immer weniger Menschen bereit, die unhaltbaren Zustände im Bereich der Hobbyjagd weiter zu tolerieren. Der Jagdverband versucht sich erwartungsgemäß in Schadensbegrenzung. Wieder einmal wird von tragischen Einzelfällen gesprochen, man distanziert sich von den "schwarzen Schafen". Allerdings sollte man sich an verantwortlicher Stelle schon fragen, ob man bei einer derartigen Häufung von "Fehlschüssen" noch von "tragischen Einzelfällen" sprechen kann - oder ob der Fehler nicht doch im System liegt.

https://www.20min.ch/story/drei-jagd-fehlschuesse-innert-eines-monats-das-darf-nicht-passieren-598779177497

 

Oktober 2021

Nun müssen also schon die Mainzelmännchen Werbung für die Jagd machen: in mehreren aktuellen Clips ist ein "Mainzelmännchen-Jäger" zu sehen, der einen gefangenen Fuchs aus einer Falle befreit, der mit Wildschweinen verstecken spielt, mit ihnen spazieren geht oder sein Essen mit den Tieren teilt. Die Botschaft ist eindeutig: der Jäger als Tierfreund, vor allem als Freund der Wildtiere. Diese Aktion ist ärgerlich, weil sie sich ganz gezielt an Kinder richtet, die noch nicht in der Lage sind, die eindeutige Jagdpropaganda in den Clips zu durchschauen. Gleichzeitig ist die Aktion aber auch ein Offenbarungseid für die Jäger und zeigt, wie verzweifelt man mittlerweile versucht, das angeschlagene Image der Jagd in der Öffentlichkeit wieder aufzupolieren. Die Kritik an der Hobbyjagd wird immer lauter, der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet. Als Reaktion auf diese zunehmende Kritik nun die beliebten Mainzelmännchen mit plumper Jagdpropaganda ins Rennen zu schicken, ist schon peinlich. 

Wir haben uns mit einem Schreiben an das ZDF gewandt und darum gebeten, künftig auf die Ausstrahlung dieser Clips zu verzichten. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

 

Oktober 2021

Wie wenig Rücksicht Jäger auf Anwohner nehmen, zeigt auch dieser Fall: direkt neben einem Gnadenhof für Schweine und Pferde fand Anfang September eine Treibjagd statt. Aufgeschreckt durch die Schüsse, versuchten die Tiere zu flüchten - ein Pferd verletzte sich dabei so schwer, dass es eingeschläfert werden musste. Auch die anderen Tiere zeigten starke Angstreaktionen. Die Betreiberin des Gnadenhofes kritisiert das Verhalten in einem Zeitungsbericht sehr deutlich. Einsicht ist bei den Jägern aber wohl nicht zu erwarten. So ist es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Treibjagd die Bewohner des Gnadenhofes in Angst und Schrecken versetzt. 

https://www.volksfreund.de/region/mosel-wittlich-hunsrueck/schuesse-nahe-gnadenhof-tiere-in-panik-kritik-an-treibjagd-bei-morbach_aid-63235087?fbclid=IwAR0ArDiYrQp4s5of1R53uRmr39BhHJuDwDb_NNK4KkNaMpWAsJYYnGIEFmI

September 2021

Das ist Emil. Emil hatte zusammen mit seiner Mama und seinem Bruder ein liebevolles Zuhause bei Menschen, die ihn liebten. Er war ein glücklicher, zufriedener Kater. Bis er am 16.9.2021 in diese Schlagfalle geriet und auf grausame Weise sterben musste. Aufgestellt hatte die Falle der Nachbar der Familie - ein Jäger. Als Emil in die Falle geriet, waren seine Schmerzensschrei im ganzen Ort zu hören. Die entsetzten Besitzer eilten herbei - leider gelang es ihnen nicht, die Metallbügel des Fangeisens zu öffnen. Auch der Jäger kam hinzu, machte aber keine Anstalten, der Familie zu helfen und den Kater zu befreien. Im Gegenteil: er lachte, machte sich über die Familie lustig und freute sich, dass seine Falle so gut funktioniert hatte. Immerhin hätte "die Katze immer in seinen Garten gekackt", deshalb sei "sie fällig gewesen". Die Besitzer der Katze riefen die Polizei - diese sah aber keine Veranlassung, zum Tatort zu kommen. So mussten die Besitzer den Todeskampf ihrer geliebten Katze hilflos mitanschauen, neben sich einen lachenden Jäger. Nach endlos langen 10 Minuten war Emil tot. Die Familie ist völlig traumatisiert, hat nun auch Anzeige erstattet. Der Vorfall ereignete sich im Kreis Heilbronn (Baden-Württemberg). 

In unserer Rubrik "Reaktionen aus de Bevölkerung" finden Sie den ergreifenden Bericht der Familie, geschrieben aus Emils Perspektive.

Unter dem Link https://www.facebook.com/Emils-letzte-Reise-um-die-Welt-100843942361272  können Sie die Geschichte von Emil weiter verfolgen.

September 2021

In Heretsried ereignete sich vor ein paar Tagen ein schwerer Jagdunfall. Ein 36-jähriger Mann wurde von einem Jagdkollegen angeschossen und schwer verletzt, er musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Umstände des Vorfalls sind noch nicht restlos geklärt, allerdings ist davon auszugehen, dass wieder einmal grundlegende Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten wurden. Immer wieder kommt es bei Treibjagden zu solchen Zwischenfällen. In diesem Fall traf es eine Jäger - dieser hatte sich zumindest bewusst für die Teilnahme an der Treibjagd entschieden und das Risiko in Kauf genommen. Leider geraten durch solche schlecht abgesicherten Treibjagden auch immer wieder völlig Unbeteiligte in Gefahr, werden verletzt oder getötet. Nun hat auch PETA den Vorfall zum Anlass genommen, einmal mehr das Ende der Hobbyjagd zu fordern. 

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Heretsried-Nach-Jagdunfall-bei-Heretsried-Tierschuetzer-fordern-Ende-der-Hobbyjagd-id60666426.html

September 2021

Die Dokumentation "Stadt-Land-Fuchs" gewährt interessante Einblicke in das Sozialleben von Füchsen. Leider scheint ein artgerechtes Leben für Füchse heute nur noch in Städten möglich zu sein, wo die Tiere in festen Familienverbänden leben und ein erstaunliches Sozialverhalten an den Tag legen. Ganz anders ergeht es den Füchsen auf dem Land, wo sie noch immer gnadenlos verfolgt werden - was zu ständigem Stress und zerstörten Sozialstrukturen führt. Der Beitrag setzt sich auch mit den angewandten Jagdmethoden kritisch auseinander und zeigt, wie grausam und unnötig die Fuchsjagd ist. Gleichzeitig zeigt diese Dokumentation aber auch, wie umstritten die Fuchsjagd mittlerweile ist. Sie finden diese absolut empfehlenswerte Sendung unter folgendem Link:

 https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/stadt-land-fuchs/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZG9rdS8yMDIxLTAxLTAzVDE4OjE1OjAwXzE4OGE2MzM2LTc1NGYtNDZiZS05MzZhLTdhYzYwZjY2MTRhMi9zdGFkdC0tbGFuZC0tZnVjaHMt/

 

September 2021

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet im Beitrag "Familie Strasser wohnt jetzt im Fuchsbau" über ein Ehepaar, welches sich schon lange für den Schutz von Füchsen einsetzt. Um ein Statement zu setzen und zum Nachdenken anzuregen, ließen die Strassers nun von einem Künstler ein überlebensgroßes Bild eines Fuchses an ihrer Hauswand anbringen. Im Interview äußern sie sich kritisch zur Fuchsjagd, sie weisen darauf hin, welch wichtige Aufgabe der Fuchs in unserem Ökosystem erfüllt, sie verdeutlichen die negativen Folgen der Fuchsjagd und kritisieren Schliefanlagen. Außerdem fordern sie ein Ende der Hobbyjagd - stattdessen sollten Berufsjäger die Regulierung von Wildtierbeständen übernehmen.

So weit, so gut. Ärgerlich ist allerdings, dass man an verantwortlicher Stelle offenbar der Meinung war, man könne die Äußerungen der Strassers so nicht stehenlassen. Und so erscheint nun unmittelbar neben dem eigentlichen Artikel unter der irreführenden Überschrift "Hintergrund" auch gleich noch eine Gegendarstellung, mit der versucht wird, die Argumente der Strassers durch die übliche Jagdpropaganda zu widerlegen. Verfasst wurde diese Gegendarstellung vom zuständigen Redakteur "tk". "tk" macht aus seiner jagdfreundlichen Einstellung kein Geheimnis, jagdkritische Leserbriefe haben bei der RNZ kaum eine Chance auf Veröffentlichung. Wir haben jetzt auch versucht, die Gegendarstellung unter dem online-Artikel kritisch zu kommentieren - unser Beitrag wurde umgehend gelöscht. Das Thema scheint "tk" wichtig zu sein. Er nimmt sich sogar die Zeit, jagdkritische Leserbriefe persönlich zu "verbessern" und "als Jagdscheininhaber" seiner Meinung nach "ideologisch verblendete "Tierschützer zu belehren. Selbstverständlich steht auch Zeitungsredakteuren eine eigene Meinung zu. Wenn diese persönliche Meinung allerdings als objekive Wahrheit verkauft wird (und genau das wird mit der Überschrift "Hintergrund" suggeriert), dann hat das mit seriöser Berichterstattung nicht mehr viel zu tun.

 https://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-sinsheim-familie-strasser-wohnt-jetzt-im-fuchsbau-_arid,739624.html?fbclid=IwAR1F4LhcguF_6MC91Fgp6ZNvQG8n6BKfSIlYg2Koi2XBqJg_RZ27Gf3Fl7o

 

 

September 2021

Während einer Erntejagd wurde im Sommer 2018 ein damals 6-jähriges Mädchen im eigenen Garten angeschossen und schwer verletzt. Die Kugel durchschoss Darm und Rücken des Mädchens, es bestand Lebensgefahr. Durch eine Notoperation konnte das Leben des Kindes gerettet werden, an den Folgen der Tat leidet das Mädchen bis heute - körperlich wie psychisch. Nun hat vor ein paar Tagen der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Dem 34-jährigen Jäger wird vorgeworfen, während besagter Erntejagd von einer mobilen Jagdkanzel aus den verhängnisvollen Schuss abgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Der Vorwurf: der Jäger habe einen Schuss in Richtung Garten abgegeben und sich vor der Schussabgabe nicht versichert, dass er niemanden gefährdet. Der Angeklagte äußert sich nicht zu den Vorwürfen, lässt aber durch seinen Anwalt mitteilen, dass er sich vom Prozess "Gerechtigkeit" erhoffe. Von Reue keine Spur. 

https://www.rtl.de/cms/gera-maedchen-9-in-garten-von-schuss-aus-jagdgewehr-getroffen-schueler-mobbten-jana-wegen-rollstuhl-4831398.html?utm_term=rtl-aktuell&utm_medium=echobox&utm_campaign=post&utm_source=Facebook#Echobox=1631725147-1

Erntejagden gelten als besonders gefährlich - immer wieder kommt es zu tragischen Zwischenfällen. Und es kann jeden treffen, wie auch folgender Fall zeigt: ebenfalls im Sommer 2018 waren zwei Männer auf der B16 bei Regensburg unterwegs, als plötzlich eine Kugel die Windschutzscheibe des Autos durchbrach und der Beifahrer tödlich getroffen zusammenbrach:

https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Oberpfalz-B16-bei-Regensburg-Jaeger-erschiesst-Mann-in-vorbeifahrendem-Auto-id51933331.html

Der Gesetzgeber sieht hier übrigens keinen Handlungsbedarf - offensichtlich sind diese "Kollateralschäden" von der Gesellschaft zu akzeptieren. 

 

September 2021

Im Artikel "Wolf schnappt mir die Rehe vor der Flinte weg" auf IR-online beklagt sich ein Jäger aus Brandenburg darüber, dass er kaum noch "ein Tier vor die Flinte bekommt". Da er den Wolf für seinen ausbleibenden Jagderfolg verantwortlich macht, fordert er konsequenterweise eine verstärkte Bejagung der immer noch streng geschützten Tiere - und macht so deutlich, worum es bei der Jagd wirklich geht. Es geht weder um Artenschutz noch um Ökologie - auch wenn Jäger das immer wieder gerne behaupten. Es geht um den eigenen Jagderfolg, um eine "gute Strecke" und ums Töten. 

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/brandenburger-jaeger-klagt-wolf-schnappt-mir-die-rehe-vor-der-flinte-weg-59257125.html?fbclid=IwAR30GsMTwbSjPkNsaieBvRmAgHJoLQjs9kvG-SgzV7auZbJyI_u7X39KpAk

 

September 2021

Eine neue Tierschutz-Hundeverordnung sorgt bei vielen Jägern derzeit für Unmut. Künftig soll es verboten sein, "bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden" . 

All diese Methoden sind übrigens in der "normalen" Hundeausbildung schon lange verboten. Sämtliche Hundeschulen mussten sich zertifizieren lassen, um sicherzustellen, dass die genannten, tierschutzrelevanten Methoden nicht mehr zur Anwendung kommen. 

Für Jäger gelten - zumindest bis jetzt - wieder einmal andere Regeln. Das neue Gesetz stößt erwartungsgemäß auf heftige Gegenwehr, man möchte weiter an den überholten Methoden festhalten, zweifelt gar die wissenschaftlichen Untersuchugsergebnisse an, die jede Art von Strafreiz in der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstufen. Die "Argumente" der Jäger für den Einsatz von Stachelhalsband, Elektrohalsband, Leinenruck und anderen überholten Methoden finden Sie im Beitrag "Brauchbare Jagdhunde auch in Zukunft?" unter folgendem Link:

 https://www.natuerlich-jagd.de/hund/brauchbare-jagdhunde-auch-in-zukunft.html?fbclid=IwAR3Wq0UncVPrV0jg6FUZirIqxHeuKvlE0DFp4g4IQ_crDDmGknn854bE10o

Bleibt zu hoffen, dass die Proteste der Jäger keinen Erfolg haben und sich der Tierschutz in diesem Fall durchsetzt. Es wäre zumindest ein Anfang. 

 

September 2021

"Könnten Sie sich vorstellen, ein Reh oder ein Wildschwein zu erschießen? Für hunderttausende Jägerinnen und Jäger in Deutschland ist das Teil ihrer Aufgabe. Doch was steckt hinter dieser Faszination? Ein überkommenes, blutiges Hobby? Oder doch die Verbundenheit zu Tier und Natur? Über die Funktion der Jagd aus wissenschaftlicher Sicht."

Mit diesen Worten wird der Beitrag "Zwischen Wald und Wild - Brauchen wir die Jagd noch?"

https://www.mdr.de/wissen/brauchen-wir-die-jagd-noch-100.html

im MDR angekündigt. Wer nun aber tatsächlich eine unvoreingenommene, kritische Berichterstattung erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Im Beitrag äußerten sich ausschließlich Jäger und Jagdbefürworter, Jagdkritiker kamen nicht zu Wort. So war es wenig überraschend, dass auch dieses Mal wieder nur die übliche Jagdpropaganda zu hören war. Umstrittene Themen wie die Jagd auf Beutegreifer, das Züchten und Aussetzen von Tieren zu Jagdzwecken oder grausame Jagdmethoden wie die Fallenjagd wurden völlig ausgeklammert. Zwar gibt ein Professor für Wildtiermanagement im Beitrag zumindest zu, dass Wildbestände durch die Jagd nicht reguliert werden können. An der Jagd festhalten möchte er trotzdem, weil "es ohne Jagd ja vermutlich noch viel schlimmer wäre." Wie er diese Meinung begründet, bleibt sein Geheimnis. Wissenschaftliche Studien, die das Gegenteil beweisen, werden nicht erwähnt. So wird der Beitrag seinem Anspruch, sich dem Thema aus wissenschaftlicher Sicht zu nähern, leider nicht gerecht. Wir haben uns mit einem Schreiben an den MDR gewandt und auf die Schwächen des Beitrags hingewiesen. Das Schreiben können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

 

September 2021

Im Beitrag "Weil´s reicht: Frustrierter Jäger präsentiert Gassigehern gerissenes Rehkitz" inszeniert sich Revierpächter Markus K. gekonnt als tief betroffener Wildtierschützer, der mit Tränen in den Augen, dem "kleinen Reh, dessen schwarze Knopfaugen einen flehend anschauen" die letzte Ehre erweist, indem er ihm "einen Eichenzweig in den Äser steckt". Mit dieser alten Tradition wollen die Jäger "ihren Respekt vor dem Lebewesen zum Ausdruck bringen". Anschließend verfrachtet er das Reh in eine Plastikwanne und präsentiert es in diesem Zustand Waldbesuchern, als "stummen Protest gegen Ignoranz und Egoismus". Glaubt man den Aussagen des Jägers, waren sämtliche Spaziergänger von der Aktion angetan und äußerten Verständnis. Allerdings sind solche medienwirksamen Aktionen als reine Ablenkungsmanöver zu werten. Jäger töten jedes Jahr mehr als 5 Millionen Wildtiere, allein über eine Million Rehe fallen ihnen Jahr für Jahr zum Opfer. Auch diese Tiere sterben oft einen qualvollen Tod. Vor diesem Hintergund ist die zur Schau getragene Betroffenheit des Jägers mehr als unglaubwürdig. Die Zahl der von "wildernden" Hunden getöteten Tiere ist verschwindend gering. Dennoch werden die Jäger nicht müde, Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. 

Wie gut diese Strategie zu wirken scheint, zeigen die Kommentare, die unter dem Artikel abgegeben wurden - gleichzeitig geben sie gute Einblicke in die Denkweise der Jäger: eine seltsame Mischung aus Aggression und Selbstmitleid. Der Artikel und die Kommentare sind unter folgendem Link nachzulesen: 

https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/stummer-protest-eines-jaegers-90954718.html#idAnchComments

Auch wir haben einen Kommentar abgegeben, den Sie entweder ebenfalls unter oben genannten Link oder in unserer Rubrik Leserbriefe nachlesen können. 

Das Reh auf dem Foto wurde übrigens nicht von einem Hund getötet, sondern von einem Jäger.

 

 

September 2021

Immer wieder kommt es zu illegalen Tötungen streng geschützter Greifvögel durch Jäger oder auch Taubenzüchter. Die Jäger möchten ihr Niederwild vor den Greifvögeln "beschützen", die Taubenzüchter ihre wertvollen Tauben. Um die Tiere anzulocken, werden solche mit lebenden Tauben bestückte Fangkörbe benutzt. Oft finden diese Taten im Verborgenen statt - aber selbst in Fällen, in denen Anzeige erstattet wird, kommt es in den wenigsten Fällen zu einer Verurteilung des Täters. So wurde im November 2020 von der Staatsanwaltschaft Amberg ein solches  Verfahren gegen einen Jäger aus dem Landkreis Schwandorf eingestellt - und das trotz erdrückender Beweise und eindeutiger Zeugenaussagen. Ähnlich gelagert ist ein Fall, für den die Staatsanwaltschaft Osnabrück zuständig ist. Hier wurde ein mit Locktauben beköderter Habichtfangkorb auf dem Grundstück eines Taubenzüchters sichergestellt. Dennoch will die Staatsanwaltschaft auf einen Prozess gegen den Beschuldigten verzichten und begründet die Entscheidung damit, dass "kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung" bestehen würde. Der Taubenzüchter muss lediglich 500,-- Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen und versprechen, künftig keine streng geschützten Tiere mehr zu töten. 

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

August 2021

Kurz vor der Bundestagswahl hat der Deutsche Jagdverband seine Forderungen an die Politik formuliert - die jagdpolitischen Sprecher aller im Bundestag vertretenen Parteien haben sich zu Themen wie "Jagd der Zukunft", "Afrikanische Schweinepest", "Artenvielfalt in der Agrarlandschaft", "Bleifreie Munition", "Jagdliche Unfallversicherung", "Auslandsjagd" und "Vernetzung von Lebensräumen" geäußert.

Unter folgendem Link 

https://www.jagdverband.de/bundestagswahl?fbclid=IwAR0UcTOSqLVkk0NzUTf55Mq8KZWdbC-lj56LXIMpXR1OT8T8iakyhxxjmSg

finden Sie sowohl die Forderungen der Jäger als auch die Meinung der Politiker zu den verschiedenen Punkten. Quer durch alle Parteien bekennt man sich zur Jagd, einen grundsätzlichen Reformbedarf sieht man nicht, allenfalls minimale Nachbesserungen in Teilbereichen. Die Meinungen der unterschiedlichen Parteien unterscheiden sich tatsächlich nur in Nuancen. Fairerweise muss man sagen, dass es sowohl bei den Grünen als auch bei der Linken engagierte Tierschützer gibt, die der Jagd in ihrer jetzigen Form sehr kritisch gegenüberstehen. Es gibt bei beiden Parteien Arbeitskreise, die durchaus brauchbare Konzepte für die Zukunft der Jagd entwickelt haben. Leider ist der Einfluss dieser Arbeitskreise innerhalb der Partei sehr gering, so dass die erarbeiteten Konzepte kaum Einfluss in die Realpolitik finden. Und daran wird sich auch nichts ändern, so lange für den politischen Tierschutz das Landwirtschaftsministerium zuständig ist. Unzählige Skandale der letzten Jahre zeigen, dass der Tierschutz bei den Verantwortlichen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Um den Tierschutz zu stärken und die Rechte der Tiere stärker in den Fokus zu rücken, fordern Tierschutzverbände seit langem die Einführung eines Ministerium für Tierschutz auf Bundesebene. Um dieses Ziel zu erreichen, hat PETA eine Petition gestartet, die Sie unter folgendem Link unterschreiben können: 

https://www.peta.de/themen/tierschutzministerium-petition/

August 2021

Dieses Schild wurde in Untersberg/Salzburg aufgenommen. In Österreich sprechen die Jäger offensichtlich Klartext. In Deutschland dürfen Jäger - zumindest offiziell - nur Hunde töten, die "erkennbar Wild nachstellen", der Hund muss sich zudem "außerhalb des Einwirkungsbereich seines Besitzers befinden". In Österreich ist die Rechtslage wohl etwas anders: dort dürfen grundsätzlich "freilaufende, offensichtlich herrenlose Hunde" erschossen werden - auch dann, wenn gar kein Wild in der Nähe ist. Und die Jäger legen diese Regelung wohl sehr großzügig aus. Immer wieder stellt sich allerdings heraus, dass der "offensichtlich herrenlose Hund" gechippt war und somit durchaus einem Halter zugeordnet werden könnte. Um Diskussionen mit den (ehemaligen) Besitzern aus dem Weg zu gehen, verscharrt man die Tiere dann irgendwo im Wald. Im Übrigen gibt es keinen Grund, herrenlose Hunde einfach so zu töten. Für herrenlose Hunde sollten die Tierschutzvereine zuständig sein, nicht die Jäger.

August 2021

In der Nähe von Peine ist eine Katze in eine Totschlagfalle geraten. Der Katze gelang es zwar, sich selbst zu befreien, dennoch kam für sie jede Hilfe zu spät. Eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Peine beschreibt den Zustand der Katze so: "An einer Pfote sind mehrere Zehen abgetrennt gewesen, ein Bein wurde nur noch durch die Sehnen gehalten und Knochen ragten heraus." Offenbar hatte sich die Katze in diesem Zustand schon mehrere Tage herumgequält, bis sie gefunden wurde. Der Tierarzt konnte das Tier nur noch einschläfern. Wie der Tierschutzverein Peine bestätigt, gab es in der Vergangenheit bereits mehrere ähnliche Fälle in der Gegend. Die früheren Fälle wurden vom Tierschutzverein nicht zur Anzeige gebracht, da man sich von einer Anzeige gegen Unbekannt wohl zurecht nicht viel erwartet hat. Über den aktuellen Fall scheint die Polizei nun aber informiert worden zu sein, auch die Presse berichtete darüber, so dass zumindest eine kleine Hoffnung besteht, den Täter überführen zu können.

Übrigens: die Fallenjagd erfreut sich in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit. Vorstöße seitens der Politik, zumindest den Einsatz von Totschlagfallen ganz zu verbieten, stoßen immer noch auf erbitterten Widerstand seitens der Jägerschaft. Dort hält man diese Art der Jagd für tierschutz- und waidgerecht.

https://regionalheute.de/katze-geraet-in-totschlagfalle-tierarzt-kann-sie-nur-noch-erloesen-peine-1629376370/?fbclid=IwAR0hBszhmHNuy5nHKJz0pKkbDsjfqQAzuBmKoop2PlIAdM_cR8D8lmq9Xww

 

 

August 2021

Wie die Stadttaubenhilfe Nürnberg mitteilt, lässt die Stadt Nürnberg auf den Feldern in Nürnberg-Kleinreuth obdachlose Haustauben erschießen. Schon seit einigen Wochen melden Anwohner immer wieder Schüsse - so auch gestern. Mitglieder der Stadttaubenhilfe fuhren zum Abschussort und trafen dort auf mehrere Jäger, die gerade dabei waren, ihren Auftrag auszuführen und die Tauben zu töten. Der herbeigerufene verantwortliche Jagdpächter wies darauf hin, dass der Abschuss von der Stadt genehmigt sei. Begründet wird der Abschuss mit angeblich immensen Schäden durch die Stadttauben (und Krähen) auf den Rapsfeldern.

Wir schließen uns der Einschätzung der Stadttaubenhilfe an, dass die Bejagung der geschützten Stadttauben nicht gerechtfertigt ist. Die Stadttaubenhilfe hat sich mittlerweile mit dem TSV Noris in Verbindung gesetzt, der Fall wird zur Anzeige gebracht. 

Noch ein Wort zum Stadttaubenmanagement der Stadt Nürnberg: in der Stadt gilt ein Taubenfütterungsverbot, und zwar mit der Begründung, dass die Tauben ja zu den Feldern am Stadtrand fliegen könnten, wo sie genug Nahrung finden würden. Wenn die Tauben dann genau das tun, erteilt man eine Abschussgenehmigung und lässt die Tauben töten. Gleichzeitig scheint es in Nürnberg unmöglich zu sein, einen geeigneten Ort zu finden, an dem ein lange versprochener Taubenschlag errichtet werden könnte. Die Suche nach einem geeigneten Ort zieht sich wohl schon über mehrere Jahre hin.

https://www.facebook.com/Stadttaubenhilfe.Nuernberg

 

August 2021

Das Startup-Unternehmen Zauberjagd bietet nun Luxushochsizte für Jäger an, die auch bei der Ausübung ihres blutigen Hobbies nicht auf einen gewissen Komfort verzichten möchten. Die Hochsitze sind ausgestattet mit einer Fuß- und Sitzheizung, einer Klimaanlage und USB-Steckdosen. Den benötigten Strom liefert eine Solaranlage, die auf dem Dach des Hochsitzes installiert ist. Die Hochsitze sind mit etwa 15.000 Euro nicht gerade billig - daher richtet sich das Angebot vornehmlich an "Gutverdiener aus der Industrie, Unternehmer sowie vermögende Familien."  Mittlerweile gibt es fast 400.000 Jagdscheininhaber in Deutschland, Tendenz steigend. Den Unternehmer freut diese Entwicklung, denn: "Immer mehr junge Menschen wollen zurück in die Natur und auf einen gewissen Komfort nicht verzichten." Um die Luxushochsitze auch für diese Zielgruppe erschwinglich zu machen, soll demnächst ein Leasing-Modell eingeführt werden. 

https://www.businessinsider.de/gruenderszene/business/zauberjagd-jaegerstand-hochsitz-luxus-c/?fbclid=IwAR2nG1X25eHaGVgDnB19UO5EMY7LbL1qZFu8zWfsFaDpK_97tpo97zUwwsk

 

August 2021

Am 13.9.2021 findet das 9. Berliner Online-Tierschutzforum statt. Um 19.00 Uhr ist ein Vortrag von Prof. Josef Reichholf geplant, der dort einen kritischen Vortrag zum Thema Jagd halten wird. Prof. Reichholf ist einer der renommiertesten Biologen Deutschlands, er hat drei Jahrzehnte lang an der TU München "Naturschutz" gelehrt und zahlreiche, vielfach ausgezeichnete Sachbücher verfasst. Und er ist erklärter Jagdkritiker. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, die Anmeldung erfolgt über folgenden Link: 

https://www.eventbrite.co.uk/e/9-berliner-tierschutzforum-die-jagd-eine-kritisch-okologische-sicht-tickets-163833080153

Darum wird es in seinem Vortrag gehen:

"Millionen Tiere werden Jahr für Jahr in Deutschland geschossen. Ist die Jagd auf „Wildtiere“ wirklich notwendig, oder werden Notwendigkeiten vorgeschoben, die so gar nicht existieren? Nehmen Wildbiologen, die selbst jagen, eine wissenschaftlich hinreichend objektive Haltung ein, wenn sie über die Folgen der Bejagung auf die davon betroffenen Tierarten und für die Natur urteilen? Kritische Hinterfragungen der jagdlichen Ziele und Begründungen sind notwendig, wie die Beispiele im Vortrag zeigen werden. So nehmen deutschlandweit die Bestände der Wildschweine trotz stark intensivierter Bejagung zu. Der Rehbestand bleibt seit Jahrzehnten auf sehr hohem Niveau „stabil“ oder steigt weiter an, während die Bekämpfung der Füchse, Marder und anderer sogenannter Raubtiere, wie auch die Krähenbejagung, dem Niederwild offensichtlich nichts gebracht haben. Den Hasen und Fasanen kommen allenfalls trockenwarme (Früh-)Sommer zugute. Die Städte, insbesondere die Großstädte, werden indessen immer mehr zu Rettungsinseln für die Wildtiere aller Größenordnungen, ohne dass die festgestellten oder vermeintlichen Schäden groß angelegte Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich machten. Berlin ist längst nicht nur „Hauptstadt der Nachtigallen“. In der Millionenmetropole geht es auch den „jagdbaren Wildtieren“ gut. Die Jagd müsste längst grundsätzlich auf den Prüfstand, denn die Jagdleidenschaft der Jäger darf nicht gleichgesetzt werden mit der Notwendigkeit zu regulieren. Bestandsregulierungen von Wildtieren missglückten ihr nahezu ausnahmslos. Mit dem „Kurzhalten“ der jagdlich unerwünschten Arten und der einseitigen Förderung der erwünschten, weil Trophäen liefernden Wildtiere hält die Jagd unsere Tierwelt sehr naturfern. Chancen, dies zu ändern, haben die Menschen der Großstädte. Sie zeigen, dass man mit Wildtieren sehr wohl zusammenleben kann. Das Wirken der Großstädter sollte „aufs Land“ hinaus gerichtet werden. Denn weniger Jagd würde die Tiere vertrauter machen und Wildunfälle stark vermindern."

 

 

August 2021

"Trotz der dramatischen Abnahme unserer klassischen Niederwildarten, Hase, Fasan und Rebhuhn, gibt es in vielen unserer heimischen Reviere noch die Wildenten, die oft schöne Jagderlebnisse versprechen.“  Dieses Zitat stammt aus dem Magazin "Jagd". Doch woher kommen all die Enten für das schöne Jagderlebnis? Damit befasst sich der Beitrag "Entenjagd nach Gutsherren-Art" auf naturwelt.org. Die Enten werden mit Futter angelockt, gerne stellt man ihnen auch spezielle Nistkästen zur Verfügung. Sollten sich trotz dieser Maßnahmen noch immer nicht genügend Enten zum Abschießen im Jagdgebiet aufhalten, greift man auch gerne auf extra gezüchtete Enten zurück, welche man dann kurz vor der Jagd aussetzt. Weitere interessante Einblicke zu diesem Thema finden Sie auf der Seite von naturwelt.org unter folgendem Link:

 https://www.naturwelt.org/der-wald/gegen-die-jagd/entenjagd-nach-gutsherren-art/?fbclid=IwAR1XeqseZDCdIhySyMEob_naH_503hAZktYPJUnvyVIMjElq1dICY5K_Slc

Interessant in diesem Zusammenhang: lange Zeit war das Züchten in großer Zahl und das Aussetzen kurz vor der Jagd auch beim Fasan üblich. Dort gibt es nun allerdings  Einschränkungen, das Aussetzen zu Jagdzwecken ist nicht mehr erlaubt. War aber erlaubt ist, ist das Aussetzen von Fasanen zur "Bestandsauffrischung" - diese ausgesetzten Fasane sollen sich dann in freier Wildbahn vermehren und wenn der Bestand es hergibt, natürlich auch bejagt werden. Das Ziel des Jägers ist das gleiche, allerdings ist die Fasanenjagd unter diesen Voraussetzungen mit deutlich mehr Aufwand verbunden als die Entenjagd. So ist es zu erklären, warum sich die Entenjagd einer zunehmenden Beliebtheit in Jägerkreisen erfreut.

August 2021

Diese Aufnahme stammt von einem aufmerksamen Spaziergänger aus der Oberpfalz. Der Käfig befindet sich ca. 50 Meter von einem Hochsitz entfernt. In solchen Käfigen werden Hasen oder Hühner eingesperrt, um Füchse anzulocken, die dann bequem vom Hochsitz aus erlegt werden können. Derartige Jagdpraktiken halten Jäger durchaus für tierschutzgerecht.

Nach wie vor werden in Deutschland Jahr für Jahr rund eine halbe Million Füchse von Jägern getötet - vorgeblich zum Schutz des Niederwildes. Immer wieder behaupten Jäger, die Prädatorenjagd sei nötig, um die Bestände von Feldhasen, Rebhühnern und Fasanen zu erhalten. Was Jäger nicht so gerne erzählen: auch sie erlegen Niederwild, und zwar nicht zu knapp. So wurden im vergangenen Jagdjahr rund 184.00 in ihrem Bestand bedrohte Feldhasen, 100.000 Wildkaninchen, 76.000 Fasane (diese werden oft extra zu Jagdzwecken gezüchtet und ausgesetzt) und auch rund 1800  in ihrem Bestand stark bedrohte Rebhühner von Jägern getötet. Hinzu kommen noch mehr als 1.000.000 Rehe, rund 430.000 Wildtauben und 270.000 Wildenten. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, worum es den Jägern wirklich geht: um den eigenen Jagderfolg und eine möglichst gute "Strecke".
 

August 2021

Lili Lele von "Jeder Tag zählt e.V." klärt in ihrem aktuellen Newsletter über die Fuchsjagd auf. Eindrücklich beschreibt sie, welchen Qualen die Tiere bei der grausamen Bau- oder Fallenjagd ausgesetzt sind, sie kritisiert die immer noch übliche Praxis, Füchse aus ihrem Bau zu holen und dann in sog. Schliefanlagen als lebende Trainingsobjekte für angehende Jagdhunde zu missbrauchen. Rund eine halbe Million Füchse werden jedes Jahr allein in Deutschland von Jägern getötet. Um diese nicht länger haltbaren Zustände zu beenden, hat Lili Lele eine Petition gestartet, die Sie unter folgendem Link unterschreiben können: 

https://jedertag.lpages.co/fuchsjagd/

 

August 2021

Vor kurzem sorgten Schüsse im Regensburger Stadtgebiet für Aufregung - in kürzester Zeit verbreitete sich die Meldung in den sozialen Medien, besorgte Anwohner informierten die Polizei. Diese jedoch gab schnell Entwarnung: die Schüsse seien von einem Jäger abgegeben worden, der auf einem Sportplatz (!!!) mitten im Stadtgebiet auf Hasenjagd war. Die Aktion sei genehmigt gewesen, alles sei ordnungsgemäß abgelaufen. Vorsorglich weist man die Bevölkerung schon mal darauf hin, dass weitere Aktionen dieser Art geplant seien. Die Aufregung und auch die Ablehnung, auf welche die Aktion stößt, scheint man in den verantwortlichen Behörden nicht recht nachvollziehen zu können. Immerhin seien solche innerstädtischen Hasenjagden nichts neues, auf dem Campus der Universität komme das häufiger vor. Begründet wird die Aktion mit den "vermehrten" Schäden, welche die Hasen an der Sportanlage anrichten würden. Teilweise könne durch diese Schäden sogar eine Verletzungsgefahr für die Spieler entstehen.

Auf die Idee, dass die weitaus größere Gefahr für die Bevölkerung von einem Jäger ausgehen könnte, der an einem Sommerabend zwischen 20.00 und 21.30 mitten im Stadtgebiet auf einem Sportplatz von einer Schusswaffe Gebrauch macht, scheinen die Verantwortlichen nicht gekommen zu sein. Wie die vielen Meldungen zeigen, die bei der Polizei eingegangen sind, hat man es noch nicht einmal für nötig befunden, die Anwohner über die bevorstehende Jagd zu informieren. Auch wenn sich die Verantwortlichen nun um Schadensbegrenzung bemühen - viel Verständnis für diese Aktion scheint in der Bevölkerung nicht vorhanden zu sein.

https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/jaeger-schoss-im-stadtwesten-hasen-21179-art2028469.html

 

 

August 2021

Im Hochtaunus hat ein Jäger ein Pferd auf einer Koppel erschossen. Angeblich hat er das Pferd für ein Wildschwein gehalten.

https://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/usingen-ort893437/jaeger-haelt-pferd-fuer-wildschwein-90917695.html

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, erst dann einen Schuss abzugeben, wenn man sich absolut sicher ist, worauf man schießt. Diese Grundregel wurde in diesem Fall wieder einmal missachtet. Die Polizei geht davon aus, dass der Schuss ein Versehen war, ein strafbares Handeln liegt laut Einschätzung der Polizei nicht vor. Der Besitzer des Pferdes möchte - aus welchen Gründen auch immer - keine Anzeige erstatten. 

Wie viele solcher Vorfälle sind eigentlich noch nötig bis die Politik endlich tätig wird und die Jagdausübung neben Wohngebieten, Straßen oder eben Pferdekoppeln untersagt?

Ähnlich wie wir kommt auch Wildtierschutz Deutschland zu der Einschätzung, dass derartige Vorfälle durch entsprechende gesetzliche Regelungen verhindert werden könnten. Wildtierschutz Deutschland fordert deshalb die Wiedereinführung des ursprünglichen Nachtjagdverbotes, außerdem eine bessere Ausbildung und eine stärkere Kontrolle der Jäger. Zudem sollten Jagdausübungsberechtigte ihre Eignung durch psychologische Tests bestätigen lassen müssen. Wie dringend notwendig eine derartige Überprüfung der psychischen Eignung wäre, zeigen auch die Kommentare, die nach diesem Vorfall in diversen Jagdforen abgegeben wurden und die sich vor allem durch extreme Geschmacklosigkeit und Empathielosigkeit auszeichnen - einige Bespiele können Sie unter dem unten angegebenen Link nachlesen.

Wildtierschutz Deutschland hat nun Anzeige gegen den Jäger erstattet.

 https://www.he-wildtierschutz.de/post/pferd-mit-wildschwein-verwechselt?fbclid=IwAR0aa2uP5945RiG8AENJRX8vbohzirAzrEj1mLmOqqAl2n0meFQWubllrEs

 

August 2021

Im Naturschutzgebiet Dümmer See sollen sich "alle Tiere und Pflanzen, nicht nur die bedrohten Arten, ungestört entwickeln können." So ist es zumindest auf einer Hinweistafel der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Diepholz zu lesen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Nach wie vor werden im Schutzgebiet Dümmer See Füchse massiv bejagt - mt all den bekannten negativen Auswirkungen auf Natur und Artenvielfalt. So fallen die Füchse etwa als Gesundheitspolizei aus, Krankheiten können sich unter den vorhandenen Beständen viel leichter verbreiten. Die Initiative "Pro Fuchs Ostfriesland" hat vor kurzem bereits mit einer Protestaktion auf die Probleme am Dümmer See aufmerksam gemacht. Nun ist auf der Homepage von "Pro Fuchs Ostfriesland" ein Beitrag erschienen, der nochmal deutlich macht, was sich am Dümmer See tatsächlich abspielt. Sie können den interessanten und aufschlussreichen Beitrag unter folgendem Link 

https://www.profuchsostfriesland.de/Informationen-ueber-Fuechse/Wiesenbrueter/Duemmer-See/

nachlesen und sich selbst ein Urteil darüber bilden, ob die Maßnahmen, die dort ergriffen werden, dem Artenschutz zuträglich sind.

 

Juli 2021

Nach Problembären und Problemwölfen gibt es nun also auch Problemrehböcke: während einer Wanderung waren drei Frauen von einem Rehbock "angegriffen" worden. Die Polizei nahm Kontakt zu den örtlichen Jägern auf, die gerne bereit waren, das Problem auf ihre übliche Art zu lösen. 

https://www.jagderleben.de/news/rehbock-greift-wanderin-verletzt-diese-712851

In Verdacht geriet schnell der von Menschen aufgezogene und ausgewilderte Rehbock Peterl. Mittlerweile ist Peterl rehabilitiert - eine von den Wanderinnen selbst angefertigte Videoaufnahme entlastet Peterl und zeigt, dass die drei Frauen den Rehbock bedrängt und provoziert haben, so dass er schließlich  zum Angriff über ging. Den Frauen droht nun eine Anzeige, das Todesurteil für Peterle wurde zumindest vorübergehend ausgesetzt.

https://www.dailymotion.com/video/x82yvgz?fbclid=IwAR0Pg5Sj7uOffRgHziW_TmEOa9keYV9k2EIEO2ccyT7__wPdZ_hVAKE_hDI

 

Juli 2021

Bereits im September 2019 ereignete sich in Österreich folgender Vorfall: während einer Jagdhundprüfung gab ein 24-jähriger Jäger einen Schuss auf eine Ente ab. Der Schuss ging daneben und traf einen Mann, der sich zu diesem Zeitpunkt am gegenüberliegenden Ufer des Sees aufhielt, im Gesicht. Mehrere Schrotkugeleinsprengungen mussten operativ entfernt werden. Der Mann erstattete Anzeige und wollte vom Schützen ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.500,-- Euro. Das zuständige Gericht hat die Schmerzensgeldforderung nun zurückgewiesen, der Geschädigte muss zudem sämtliche Prozesskosten tragen. Die Begründung des Gerichts: Der Geschädigte und sein Begleiter hätten das Gebiet umgehend verlassen müssen, nachdem sie gesehen hatten, dass sich am gegenüberliegenden Ufer des Sees eine Jagdgesellschaft befindet. Da sie das nicht getan haben, trifft den Geschädigten nach Auffassung des Gerichts eine Mitschuld. Der Schütze habe sich darauf verlassen, dass das Gebiet abgesichert sei - er habe nicht damit rechnen können, dass sich Menschen in der Schusslinie befinden könnten. Laut Aussage des Geschädigten war das Gebiet jedoch nicht abgesichert, es waren keine Warnhinweise zu sehen. Ob tatsächlich Warnschilder angebracht worden waren, konnte im Verfahren nicht geklärt werden. Wohl vor allem deshalb, weil die beteiligten Jäger "sehr bestrebt waren, die Verantwortung von sich zu weisen", außerdem wirkten sie seltsam "desinteressiert, geradezu als ob der Unfall eine Lappalie gewesen sei, an die sie sich nicht richtig erinnerten."

https://m.bvz.at/eisenstadt/klage-abgewiesen-zagersdorfer-schussopfer-urteil-ist-nicht-gerecht-zagersdorf-print-klage-schussverletzung-schussabgabe-schuss-opfer-jagd-283371969?fbclid=IwAR3D2GdBboPYhUSPtm_Smo9JL9BCBjNS58t062iZlYNDuSOFvfegoKhecgE

 

 

Juli 2021

Die Initiative "Pro Fuchs Deutschland" hat am vergangenen Wochenende am Vogelschutzgebiet Dümmer See (Niedersachsen) eine Protestaktion gegen die dort entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse immer noch praktizierte Fuchsbejagung zum Schutz der Wiesenbrüter durchgeführt. Mit Bannern, Flyern und auch Megafondurchsagen machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Aktion rief natürlich auch die Lokalpresse auf den Plan. Im  Beitrag "Initiative Pro Fuchs Deutschland kritisiert Bejagung von Füchsen am Dümmer"  wird dann wieder einmal versucht, Fuchsschützer und Jagdkritiker zu verunglimpfen. Offenbar war die Verfasserin des Beitrags nicht bereit, sich mit den von der Initiatorin der Protestaktion vorgebrachten Argumente auch nur ansatzweise auseinanderzusetzen. Statt dessen lag der Fokus darauf, diese Argumente zu entkräften und die Fuchsschützer lächerlich zu machen. Dafür wurde der NLKWN (Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) herangezogen. Dort befürwortet man die Bejagung des Fuchses und sieht derzeit keine Alternative, die Bodenbrüter zu schützen. Kritisch hinterfragt wurden die Aussagen des NLKWN nicht. Wir haben uns mit einem Leserbrief an die Zeitung gewandt und auch einen Kommentar unter dem Artikel hinterlassen. Nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".

Und hier noch der Link zum Artikel: 

https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/lemfoerde-ort48657/praedatorenmanagement-wildtiermanagement-duemmer-vogelschutzgebiet-fuchs-prostest-90866787.html

 

 

Juli 2021

Wissenschaftliche Studien aus Italien belegen nun erneut den Zusammenhang zwischen hohem Jagddruck und der Zunahme von Wildbeständen. Im speziellen Fall geht es um die Wildschweinpopulation. Der Zusammenhang ist nicht neu, allerdings werden diese lang bekannten Forschungsergebnisse von verantwortlichen Politikern und Behörden bei ihren Entscheidungen bisher immer noch kaum berücksichtigt. Im Gegenteil: nach wie vor versucht man, das Problem hoher Wildbestände mit noch mehr Bejagung in den Griff zu bekommen - schön zu beobachten ist dieser Mechanismus aktuell bei den Versuchen, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. In Italien scheint hier nun langsam ein Umdenken stattzufinden: aufgrund einer Entscheidung des regionalen Verwaltungsgerichts der Toskana, wird die Jagd auf die Wildschweine in Braccata ausgesetzt, um den Zusammenhang zwischen Jagddruck und Zunahme der Wildschweinpopulation zu verdeutlichen. Bleibt zu hoffen, dass andere Regionen diesem Beispiel folgen.

https://wildbeimwild.com/wissenschaft/die-jagdtaetigkeit-laesst-die-art-vermehren/46112/2021/07/11/

 

Juli 2021

Eine Erfolgsmeldung aus der Schweiz: dort soll im Kanton Bern die Baujagd weitestgehend eingestellt werden. Man ist zu der Einschätzung gelangt, dass die Baujagd mit dem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren ist. Auch in der Schweiz wehren sich die Jagdverbände selbstverständlich gegen derartige Einschränkungen. Aber offensichtlich ist der Einfluss der Jäger auf die Politik in der Schweiz nicht ganz so groß wie bei uns.

https://wildbeimwild.com/tierrechte/abschaffung-der-baujagd-im-kanton-bern/45899/2021/06/29/

 

Juli 2021

Wie Wildtierschutz Deutschland mitteilt, wurde in Hessen sobeben ein Gesetz verabschiedet, welches den Einsatz von Totschlagfallen untersagt. Ein entsprechendes Verbot gibt es bereits in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Wildtierschutz Deutschland setzt sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierrechte und dem Bund gegen den Missbrauch der Tiere dafür ein, dass die restlichen Bundesländer diesem Beispiel folgen. Am Ende soll natürlcih ein komplettes Verbot der Fallenjagd stehen.

 

Juli 2021

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz ist der Meinung, dass Saatkrähen "bekämpft" werden müssen und fordert hierfür Unterstützung vom Umweltministerium. Da es sich bei der Saatkrähe um eine (aus gutem Grund) geschützte Vogelart handelt, seien die Jagdbhörden leider nicht in der Lage, die gewünschten Abschussgenehmigungen zu erteilen. Durch ihren Schutzstatus unterliegen die Saatkrähen dem Naturschutzrecht - dem Vorsitzenden des BWV ist dieser Umstand offensichtlich ein Dorn im Auge. So hat er nun das zuständige Umweltministerium dazu aufgefordert, sich bei den Naturschutzbehörden "mit Nachdruck" dafür einzusetzen, dass die gewünschten Abschussgenehmigungen erteilt werden.

https://www.topagrar.com/acker/news/bwv-fordert-unterstuetzung-bei-bekaempfung-von-saatkraehen-12617224.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral&fbclid=IwAR3RaNXaYGhiHaJskh1Py489XRGxJHbeMoVMHcLMql1HXtAD-NMGfoev3pM

Hier noch ein Link zu einem Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2012, der sich mit dem Sinn und Unsinn der Krähenbejagung befasst. So mancher Bauernfunktionär scheint die Zusammenhänge jedoch immer noch nicht begriffen zu haben.

https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/83679165?fbclid=IwAR13Atn8E3EPIN6JpEERu170MCzjlbG4n5LMp-dfxV6UnnGlnzAJvs8i1eo

 

Juli 2021

In Mecklenburg-Vorpommern freuen sich die Jäger über einen neuen Streckenrekord bei Schwarzwild: im vergangenen Jagdjahr wurden allein in Mecklenburg-Vorpommern 106.803 Wildschweine getötet - rund 10.000 mehr als noch im vergangenen Jahr. Gelobt werden die Jäger für diesen Massenabschuss von Agrar- und Umweltminister Till Backhaus. Er führt die gestiegenen Abschusszahlen auf das "Verantwortungsbewusstsein der Jäger im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest" und auf die sog. "Pürzelprämie" zurück. Dass die Bejagung der Wildschweine im Kampf gegen die ASP eher kontraproduktiv ist und dass der Erreger hauptsächlich von Menschen über weite Strecken transportiert wird, scheint die Verantwortlichen nicht zu interessieren. Gleichzeitig freuen sich die Jäger, dass weitere Tiere ins Jagdrecht aufgenommen wurden: künftig dürfen Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Nilgans und Nutria geschossen werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Nandu ins Jagdrecht aufgenommen. Dieser ursprünglich in Lateinamerika beheimatete Laufvogel kommt nur in Mecklenburg-Vorpommern vor. Im vergangenen Jahr wurden 29 erwachsenen Nandus und 152 Küken und Jährlinge erlegt. Außerdem wurden 1100 Feldhasen von Jägern getötet - und das, obwohl Feldhasen nach wie vor auf der Liste der gefährdeten Arten stehen. 

https://www.jagderleben.de/news/100000-erlegte-sauen-mecklenburg-vorpommern-bricht-rekord-712803

https://www.mopo.de/im-norden/meck-pomm/jaeger-schiessen-so-viele-wildschweine-wie-noch-nie-aus-wichtigem-grund/?fbclid=IwAR0QZAGDScSnWishr3leypsYMBf2ANxfycFK0LPMuGQJRuUsuwH3phTzIw4

 

Juni 2021

Im Tegernseer Kurpark meldeten Passanten einen Fuchs bei der Polizei. Kurz darauf traf der Bürgermeister gemeinsam mit einem befreundeten Jäger im Kurpark ein. Der Jäger machte kurzen Prozess und erschoss den Fuchs. Besonders gut scheint es um seine Treffsicherheit nicht bestellt zu sein, da zwei Schüsse notwendig waren, um den Fuchs zu töten. Auch wenn der Fuchs evtl. an Räude gelitten hat und eine Tötung des Fuchses somit unter Umständen gerechtfertigt gewesen wäre, wirft das Verhalten des Jägers dennoch Fragen aus. So ist für die Schussabgabe in einem befriedeten Bezirk eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Jagdbehörde zwingend erforderlich. Diese lag in diesem Fall jedoch nicht vor. Außerdem wurden keinerlei Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der anwesenden Kurpark-Besucher ergriffen. Kein Hinweis auf eine bevorstehende Schussabgabe, kein gesperrter Bereich, stattdessen zahlreiche Menschen in unmittelbarer Nähe, die das Geschehen mit ihren Handys filmten. Bei den Kurpark-Besuchern kam das Vorgehen des Jägers nicht gut an.

Die Untere Jagdbehörde will den Fall nun prüfen.

https://tegernseerstimme.de/fuchs-mitten-im-tegernseer-kurpark-erschossen/?fbclid=IwAR0CIocDdAyeCT_gIs9vC7jUKOujIPp_gk_fLy5SWwClLGkx26GUjS77rLI

Wildtierschutz Deutschland hat mittlerweile Anzeige erstattet. Auch hierzu erschien ein Bericht in der Tegernseerstimme:

https://tegernseerstimme.de/anzeige-gegen-buergermeister-und-jaeger/?fbclid=IwAR0eR93J4aniQNPtjzP2GcEZ335oL34559v0PmqLIA_HBnSEb7jOO9f7H5Q

Juni 2021

Dieses Schild aus dem Landkreis Schwandorf meldeten wir Ende Mai sowohl bei der zuständigen Gemeinde als auch beim Landratsamt Schwandorf. Mitte Juni hakten wir in der Angelegenheit nochmal nach und bekamen folgende  Antwort von der Gemeinde:

 

"...hinsichtlich Ihrer unten stehenden E-Mail können wir Ihnen folgendes

mitteilen:

Das betreffende Schild steht im Bereich unserer Mitgliedsgemeinde xxxx.

In diesem Bereich verlaufen jedoch mehrere Wanderwege der Stadt xxx.

Nachdem ich Ihre E-Mail vom 31. Mai 2021 erhalten habe, habe ich ermittelt,

dass dieses Schild von der Tourist-Info xxx, Herrn xxxx

aufgestellt wurde.

Ich habe Herrn xxxx Ihre E-Mail weiter geleitet und er hatte mir telefonisch zugesagt,

sich darum zu kümmern, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass die Angelegenheit zwischenzeitlich erledigt ist..."

 

Der Mitarbeiter der Tourist-Info befindet sich momentan im Urlaub. Wir werden nach seiner Rückkehr hier nochmal nachhaken.

 

Juni 2021

Kurzes Update zu diesem Verbotsschild in Schleswig-Holstein: der Jagdausübungsberechtigte warnt auf diesem selbst gestalteten Schild vor Wildtollwut - also vor einer Gefahr, die seit 13 Jahren in Deutschland nicht mehr existiert. Unser Anfragen bei der zuständigen Gemeinde, bei der Unteren Jagdbehörde und bei der örtlichen Jägervereinigung blieben bis heute unbeantwortet. Die Obere Jagdbehörde versprach uns, sich um die Angelegenheit zu kümmern, reagiert auf Nachfragen mittlerweile aber auch nicht mehr. Wir haben daraufhin die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierrechte um ihre Einschätzung gebeten. Auch dort ist man der Meinung, dass das Schild entfernt werden muss, da die Bevölkerung bewusst in die Irre geführt wird. Man gab uns den Rat, uns an das zuständige Veterinäramt zu wenden. Von dort erhielten wir die Antwort, dass das mit dem Schild nicht in Ordnung ist und bestätigte uns gleichzeitig, dass alle offiziellen Schilder, die vor Tollwut warnen, bereits vor langer Zeit entfernt wurden. Für dieses Schild fühlt man sich im Veterinäramt aber auch nicht zuständig. Daraufhin wandten wir uns an die Zeitung. Allerdings entwickelte die zuständige Redakteurin ein nicht nachvollziehbares Interesse an der Identität unseres Informanten vor Ort. Wir haben versucht, der Reporterin klar zu machen, dass es nicht um unseren Informanten geht, sondern um eigenmächtig aufgestellte Schilder mit fragwürdigem Inhalt und um Behörden, die trotz eigentlich recht eindeutiger Rechtslage nicht tätig werden. Diese Versuche scheiterten jedoch. Die Redakteurin äußerte sich hier folgendermaßen: 

"...ich weiß nicht, was Sie meinen, was meine Intention angeblich ist. Ich wollte mit einem lokalen Betroffenen sprechen, was er oder sie von so einem Schild hält und warum es ihn oder sie stört. Wir sind eine Lokalzeitung, da ist es komisch, wenn der Hauptakteur aus Bayern kommt und sich über einen Umstand im Kreis Segeberg beschwert. Das ist eine normale Arbeitsweise für mich. 

Der Redakteurin liegt übrigens der gesamte Schriftverkehr mit den unterschiedlichen Behörden vor. Ansprechpartner vor Ort hätte sie also genug. Aber vor kritischen Nachfragen bei den zuständigen Stellen schreckt man offenbar zurück. 

Juni 2021

Die Betreiberin eines Lebenshofes für Hasen, Hühner und Hähne entdeckte auf ihrem Gelände einen Fuchswelpen, der sich im Hühnerzaun verfangen hatte. Der Fuchs sah gesund und munter aus, konnte sich aber alleine nicht mehr befreien. Die Frau versuchte zu helfen, was ihr aber nicht gelang. Da weder der örtliche Tierschutzverein noch das Tierheim erreichbar waren, informierte die Frau die Polizei - im Glauben, es würde eine Polizeistreife vorbeikommen, die ihr bei der Befreiung des Fuchses helfen würde. Die Polizei aber informierte den Jäger. Dieser kam aber nicht, um zu helfen, sondern um den Fuchs zu töten. Die Waffe lud er bereits, bevor er den Fuchs überhaupt gesehen hatte. Die Frau war durch das fragwürdige Auftreten des bewaffneten Jägers völlig eingeschüchtert und konnte die Tötung des Fuchses nicht verhindern. Bevor der Jäger ging, teilte er der völlig fassungslosen Frau noch mit, dass die Entsorgung des Kadavers ihre Angelegenheit sei. Die Betreiberin des Lebenshofes hat sich mittlerweile an das Aktionsbündnis Fuchs gewandt. Es wird nun geprüft, ob eine Strafanzeige gegen den Jäger Sinn macht. Lesen Sie die ganze Geschichte unter folgendem Link nach:

 https://www.aktionsbuendnis-fuchs.de/post/fuchs-mittenwald?fbclid=IwAR3Fi6991fqb_Abw8CV1456BXVmf1_mQq0T2_44E8qYY-WmsyIxDXuD8ppU

 

 

Juni 2021

Ende Mai fand eine Spaziergängerin im Schwarzwald einen toten Luchs. Es wurden Ermittlungen eingeleitet, ein Gutachten kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass das Jungtier verblutet ist. Die Verletzung erhielt der Luchs vermutlich durch einen Streifschuss. Dass das Luchsmännchen am Fundort gestorben ist, schließt das Gutachten aus. Der Luchs wurde erst nach seinem Tod an den abgelegenen Fundort transportiert. Die Tötung des Luchses  ist eine Straftat nach dem Bundesnaturgesetz. Da man aber nicht weiß, wo das Tier getötet wurde, ist eine Überführung des Täters unwahrscheinlich.

https://www.zeit.de/news/2021-06/23/gutachten-luchs-womoeglich-durch-schuss-getoetet?fbclid=IwAR2i97o5a6xUAeT40j1AKwgobLhY27ovTSBpjR9bWLboTzqZUHLoJWWq77g

 

 

Juni 2021

Bei einer Drückjagd im Januar 2019 hatte ein Jagdtourist aus den Niederlanden während einer Treibjagd in der Nähe von Potsdam einen Wolf erschossen. Angeblich habe der Wolf seine Hunde angegriffen und sich auch durch lautes Ansprechen und Klatschen nicht vertreiben lassen. Das Gericht entschied, dass der Jäger berechtigt gewesen sei, zum Schutz seiner Jagdhunde den Wolf zu töten.

 https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/brandenburg-wolf-erschossen-freispruch-fuer-jaeger-aus-den-niederlanden?fbclid=IwAR29Y6OWoC7ng9M5TnnfvzBoHFJPWbQZ3-UHPy9X5bT8Xc3w_XByyu-IuD

Die Argumente, die der Jagdtourist zu seiner Verteidigung vorbringt, sind fast wortwörtlich in der Empfehlung eines DJZ-Juristen zu lesen, der ziemlich unverhohlen dazu auffordert, auf diese Art und Weise Präzidenzfälle zu schaffen. Offenbar hat die Methode Erfolg. In Zukunft müssen Jäger also nur noch behaupten, ihre Hunde seien von einem Wolf angegriffen worden, um mit der Tötung eines streng geschützten Tieren durchzukommen.

Hier noch einmal der Link zu den Ratschlägen des DJZ-Juristen: 

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR0r0pPI6dwh1_AztCgZIk-wSIIml3m7zljmlqsFwhl-PYcbNo3iR56Kuq8

Übrigens war der DJZ-Jurist bei der Urteilsverkündung vor Ort. Seine Freude darüber, dass seine fragwürdigen Ratschläge zum erhofften Erfolg geführt haben, scheint groß zu sein:

https://www.facebook.com/photo?fbid=4391602944191946&set=a.484709731547973

 

 

Juni 2021

In einem Beitrag in der Deutschen Jagdzeitung mit dem Titel "Notwehr gegen Wolf - Handlungsempfehlungen" äußert sich ein DJZ-Jurist zum Thema Wolf. Sein Hass richtet sich sowohl gegen den Wolf selbst als auch gegen Menschen, die die Rückkehr des Wolfes begrüßen. Jahrzehntelang erklärten uns die Jäger, dass sie hauptsächlich mit Hege und Artenschutz beschäftigt seien - schießen würden sie eher selten und auch nur äußerst ungern. Leider seien sie dazu gezwungen, weil die natürlichen Feinde (wie etwa Wölfe) fehlen würden. Heute beklagt man den Rückgang der "Strecken":  "Am Streckenplatz beutearmer Drückjagden teile sich die Jäger aktuell eher beiläufig die Anzahl im Treiben gesichteter Isegrims mit."

Man freut sich, dass der Autoverkehr wenigstens einen Teil des "Wolfsproblems" löst, viel lieber würde man aber auch selbst tätig werden dürfen. Da der Wolf immer noch streng geschützt ist, ist dies aber eine heikle Angelegenheit. Der Autor gibt Tipps, in welchen Situationen man unter Umständen doch schießen und damit durchkommen könnte. Bei einem direkten Angriff sei die Sache klar. Aber auch bei Wölfen, die auf Zuruf nicht sofort verschwinden, könne die Stimmung  jederzeit kippen und der Wolf zum Angriff übergehen. Dass es in Deutschland bisher noch zu keinem einzigen Wolfsangriff auf Menschen gekommen ist, interessiert den Autor wenig. Und auch wenn ein Wolf den eigenen Hund bedroht, hält der Verfasser des Beitrags den Abschuss des Wolfes für gerechtfertigt. Interessant ist hier die Begründung:

"Anders sieht es leider aus, wenn es nur um Sachen geht. Der Wolf selber ist zwar auch eine Sache, gehört aber (weil er ja herrenlos ist) niemandem. Wenn sich nur „Sache gegen Sache“ gegenübersteht – wie zum Beispiel bei Tieren – muss ein feiner Vergleich zwischen dem Eigentumsrecht auf der einen und dem naturschutzrechtlich geheiligten Wolfsleben auf der anderen Seite vorgenommen werden."

und weiter:

"Ungeachtet des Zuchtwertes und des nicht zu beziffernden Gegenwertes der Ausbildung des Vierläufers stellt allein die Bindung des Hundes zu Führer und Familie im Rahmen der Güterabwägung nämlich ebenfalls eine schützenswerte (nicht-wirtschaftliche) Rechtsposition dar."

Die Argumentation ist insofern interessant - und auch ziemlich schizophren - weil beim Haustierabschuss genau andersherum argumentiert wird. Auch dort stehen sich im rechtlichen Sinn zwei "Sachen" gegenüber: zum einen ein Wildtier, das niemandem gehört, auf der anderen Seite ein Hund oder eine Katze mit Bindung zu Halter und Familie. Hier fällt die Interessensabwägung leider regelmäßig anders aus.

Beim Lesen des Beitrags entsteht der Eindruck, dass der Verfasser die Jägerschaft auffordern möchte, Präzidenzfälle zu schaffen. Bis dahin gibt er den Rat, illegal getötete Tiere nicht einfach in der Biotonne zu entsorgen - das könnte zu Problemen für den Täter führen. Statt dessen empfiehlt er das "Erbtanten-Prinzip": tief graben und ewig schweigen. Und wenn man ihn ganz lieb bittet, kommt er auch persönlich vorbei und hilft beim Graben.

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR0r0pPI6dwh1_AztCgZIk-wSIIml3m7zljmlqsFwhl-PYcbNo3iR56Kuq8

 

 

Juni 2021

Auch in Niedersachsen hat ein Jäger einen Hund erschossen. Bei der Polizei sagte der Jäger aus, dass der Hund mit einer Gans im Maul aus dem Wald gekommen sei, vorher habe der Hund ein Reh gehetzt. Das war das Todesurteil für den Hund. Von seinem Hochsitz aus tötete er den American Akita. Er habe keine andere Möglichkeit gesehen, "sein" Wild vor weiteren Übergriffen durch den Hund zu "beschützen". Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, der Öffentlichkeit einmal mehr das Märchen vom Jäger als Beschützer der Wildtiere zu erzählen und Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. Was er nicht erzählt: Jahr für Jahr töten Jäger mehr als 5 Millionen Wildtiere. Und das oft mit sehr umstrittenen und grausamen Jagdmethoden. Da nutzt man einen solchen Vorfall natürlich gerne, um von sich selbst und eigenen Verfehlungen abzulenken. 

https://www.jagderleben.de/news/hund-wildert-seit-monaten-jaeger-toetet-ihn-712765

Juni 2021

In Jena wurde ein Hund während eines Spaziergangs von einem Jäger erschossen. Der Hund befand sich im Einwirkungsbereich seiner Besitzerin, diese hatte zum Zeitpunkt der Schussabgabe auf einer abgemähten Wiese mit ihrem Hund trainiert. Der gut erzogene Hund starb in den Armen seiner Besitzerin, die Familie ist traumatisiert. Der Jäger aber sieht sich im Recht und äußert sich folgendermaßen: " Wir Jäger haben nicht nur das Recht, unser Wild zu verteidigen, wir haben auch die Pflicht dazu."  Angeblich sei der Hund im Begriff gewesen, eine Häsin von ihren Jungen zu trennen - beweisen muss der Jäger diese Aussage nicht. Unterstützung bekommt er vom Vorsitzenden der örtlichen Jägervereinigung. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass dieser Jäger einen Hund erschießt. Nachdem der Tod des Hundes auf Facebook öffentlicht gemacht wurde, meldeten sich zudem mehrere Hundebesitzer, die von ihren negativen Erfahrungen mit Jägern und verbalen Bedrohungen berichten. Einsicht ist von diesem Jäger wohl nicht zu erwarten. Offensichtlich wollte er durch den Abschuss auch verhindern, dass sich der Hund mit einem Wolf paart, der im November in der Gegend gesichtet worden war. Außerdem ist er der Meinung, es sei eine "Bürgerpflicht", seine Hunde anzuleinen. Und gibt abschließend den Rat: "Hundehalter müssten sich nur mit den Gesetzen beschäftigen, um so etwas zu wissen." Diesen Rat möchten wir dem Jäger gerne zurückgeben: es ist nicht die Aufgabe von Jägern, eine (in diesem Fall wohl nicht einmal existierende) Leinenpflicht mit der Schusswaffe durchzusetzen. Die Besitzerin des Hundes hat Anzeige erstattet. Bleibt zu hoffen, dass dem Mann der Jagdschein entzogen wird - seine Untauglichkeit im Umgang mit Schusswaffen hat er nun hinlänglich bewiesen. 

https://wildbeimwild.com/law-order/hobby-jaeger-erschiesst-wolfshund/45697/2021/06/12/

Wir möchten Sie an dieser Stelle auch noch einmal auf die Petition von Wildtierschutz Deutschland hinweisen, die mittlerweile von knapp 95.000 Menschen unterschrieben wurde. Das zeigt, wie umstritten die Hobbyjagd und insbesondere der Haustierabschuss in der Bevölkerung mittlerweile sind.

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-jagdgesetze-zust%C3%A4ndige-ministerien-stop-killing-keine-jagd-ohne-vern%C3%BCnftigen-grund

 

Juni 2021

Im November vergangenen Jahres geriet ein Radfahrer in eine Treibjagd und wurde durch mehrere Schrotkugeln an Kopf und Arm verletzt. Es wurde Anzeige erstattet. In erster Instanz wurde daraufhin die beschuldigte Jägerin wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt, außerdem sollte der Geschädigte eine Schmerzensgeldzahlung erhalten. Die Jägerin ging in Berufung. Das Landgericht Münster hob nun das Urteil des Amtsgerichts auf, die Jägerin wurde freigesprochen.

Begründung: Aufgrund widersprüchlicher Zeugenaussagen könne der Tathergang nicht zweifelsfrei geklärt werden - da außerdem zum fraglichen Zeitpunkt mehrere Personen geschossen hätten, könne nicht ermittelt werden, welcher der Jäger die Verletzungen verursacht habe. 

https://www.jagderleben.de/news/radfahrer-schuss-verletzt-jaegerin-freigsprochen-712720

 

Juni 2021

Der Beitrag "Harte Geschütze! Radikale Tierschützer nehmen Jäger ins Visier" aus der Reihe "quer" thematisiert die zunehmenden Konflikte zwischen Jägern und Tierschützern. In der Nähe von Altötting wurden im April sechs Hochsitze durch die Animal Liberation Front zerstört. Zuerst kommt der geschädigte Jäger zu Wort. Erwartungsgemäß sieht er sich selbst als Tierschützer und versucht mit längst widerlegten Argumenten, die Jagd zu rechtfertigen. Das Vorgehen einer Jägerin aus Augsburg, die im Januar eine in einer Falle gefangene Katze brutal getötet hat, verurteilt er - von einem Verbot des Haustierabschusses hält er allerdings auch nicht viel. Besonders überzeugend wirkt der Auftritt des Jägers nicht.

Das liegt wohl auch daran, dass im Beitrag auch Vertreter von Tierrecht und Tierschutz zu Wort kommen. Ein Beauftragter von PETA etwa lehnt die Methoden der Animal Liberation Front zwar ab, berichtet aber gleichzeitig über eine zunehmende Frustration in der Bevölkerung über die fortgesetzte Tierquälerei in unseren Wäldern. Laut Bericht sind vor allem die grausame Fallenjagd, der Haustierabschuss und das Aussetzen von gezüchteten Tieren zu Jagdzwecken in der Bevölkerung umstritten. Anschließend kommt eine Vertreterin des Tierschutzvereins Augsburg zu Wort, die sich seit der oben erwähnten Tötung einer Katze durch eine Jägerin bei Augsburg vehement für ein Verbot des Haustierabschusses einsetzt - sie bezweifelt, dass der Sache weiter nachgegangen wird, sobald sich die öffentliche Aufregung wieder etwas gelegt hat. Auch über die Petition "Keine Jagd ohne vernünftigen Grund" wird im Beitrag berichtet. Die Petition wurde von Wildtierschutz Deutschland mit mehreren anderen Tierschutzorganisationen auf den Weg gebracht. Mittlerweile haben rund 88.000 Menschen unterschrieben. Die "Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht geht juristisch gegen den Haustierabschuss vor.

Der Beitrag macht deutlich, wie umstritten die Jagd in Deutschland mittlerweile ist. Den betroffenen Jäger in Altötting scheint das wenig zu interessieren. Er baut seine Hochsitze wieder auf und geht - ausgestattet mit einer Wärmebildkamera - vermehrt auf Streifgänge, um Personen, "die da nicht hingehören" im Wald ausfindig zu machen.

Hier der Link zum Beitrag:

https://www.youtube.com/watch?v=1Ux-BLJhipo

Mai 2021

Dieses Schild wurde uns aus der Gemeinde Thanstein im Landkreis Schwandorf gemeldet. Mit diesem selbst gestalteten Schild erklärt der Jagdpächter das Gebiet kurzerhand zur Wildruhezone. Gleichzeitig versucht er, Wanderer von der Nutzung ausgewiesener Wanderwege abzuhalten. Das ist nicht zulässig. Wir haben daher sowohl die Gemeinde Thanstein als auch die Untere Jagdbehörde Schwandorf in einem Schreiben aufgefordert, die Entfernung des Schildes zu veranlassen. 

Leider ist dieses Schild kein Einzelfall. Immer öfter versuchen Jäger, mit selbst gestalteten Schildern zum Teil frei erfundene Regeln in ihrem Jagdgebiet durchzusetzen. Da wir diese Entwicklung kritisch sehen,  haben wir beim  Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nachgefragt, wie derartige Schilder rechtlich zu beurteilen sind und wer für die Überprüfung solcher Schilder zuständig ist. Eine rechtliche Auskunft wollte man uns dort nicht geben - stattdessen hat man uns geraten, solche Schilder bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu melden. Leider zeigt die Erfahrung, dass diese nur in den seltensten Fällen tätig werden. 

Immer wieder gibt es auch Konflikte zwischen Jägern und Mountainbikern. Jäger werfen den Mountainbikern gerne vor, dass sie den Wald schädigen und das Wild scheu machen würden. Auch hier versucht so mancher Jäger, Mountainbiker mit selbst entworfenen Verbotsschildern aus seinem Jagdrevier fernzuhalten. Im BR-Beitrag "Mountainbiken schadet der Natur nicht mehr als Wandern"  https://www.youtube.com/watch?v=f_t47Um4MJ8 wird deutlich, welche Probleme durch das rechtswidrige Anbringen derartiger Schilder entstehen. Außerdem überprüft der Beitrag, was von den oben genannten Vorwürfen der Jäger zu den schädlichen Auswirkugnen des Mountainbikens unter wissenschaftlichen Aspekten zu halten ist. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind eindeutig: Mountainbiken ist für die Natur nicht schädlicher als Wandern.

Mai 2021

Hier ein Link zu einem äußerst lesenswerten Interview mit Hannes Jaenicke in der Zeitung "Der Westen" zum Thema Jagd und Wolf:

https://www.derwesten.de/panorama/promi-tv/zdf-hannes-janenicke-im-einsatz-fuer-den-wolf-interview-id232203553.html?fbclid=IwAR17m990Oc7Xi9YqwPT0lQnO8Ek2j51McyZmQsqlN6Q6UKsQ3PwHEzcfYyc

Der engagierte Tierschützer findet deutliche Worte und bringt die Probleme des deutschen Jagdwesens auf den Punkt. 

 

Mai 2021

Ein 47-jähriger Jäger soll in Kiel und Rendsburg-Eckernförder drei Menschen getötet haben. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Bei den Opfern handelt es sich um die Ex-Frau des Mannes, den neuen Partner der Frau sowie einen Bekannten des Täters. Bereits vor dieser Tat war das Aggressionspotential des Mannes bekannt: nachdem er seine Ex-Frau krankenhausreif geprügelt hatte, wurde ein gerichtliches Annäherungsverbot ausgesprochen. Trotzdem war er nach wie vor ganz legal im Besitz von Waffen. Hier sah man offensichtlich keinen akuten Handlungsbedarf. Eine fatale Fehleinschätzung, wie sich jetzt gezeigt hat.

https://wildbeimwild.com/law-order/hobby-jaeger-soll-3-menschen-erschossen-haben/45271/2021/05/21/

 

Mai 2021

In seinem Newsletter zieht das Komittee gegen den Vogelmord Bilanz: seit Anfang März konnten die Vogelschützer in verschiedenen Ländern (Italien, Zypern, Malta, Libanon und Deutschland) 49 Wilderer überführen, dabei wurden 545 Fallen 67 Netze sichergestellt.

In Deutschland wurden innerhalb 8 Wochen 6 Wilderer erwischt, zwei von ihnen waren Jäger. In einem Fall handelt es sich um einen Berufsjäger, der bei Münster eine illegale Elsternfalle aufgestellt hatte. Im anderen Fall handelt es sich um einen Jäger aus Niederbayern, der eine illegale Biberfalle aufgestellt hatte. Bei den anderen Tätern in Deutschland handelt es sich um einen Taubenhalter, einen Hühnerzüchter und zwei Fischteichbesitzer.

 

Mai 2021

Ein Mann war spätabends noch im Wald unterwegs, als in seiner unmittelbaren Nähe ein Schuss abgegeben wurde. Kurz darauf kam er an einem Hochsitz vorbei, auf dem eine Jägerin saß. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Die Jägerin zeigte sich ungehalten, weil der Mann "zu dieser späten Stunde" noch im Wald unterwegs war. Sie wies den Mann darauf hin, dass er "kein Recht" habe, sich um diese Uhrzeit noch in ihrem Jagdgebiet aufzuhalten. Da es immer wieder zu derartigen Vorfällen kommt, möchten wir an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass das allgemeine Betretungsrechts des Waldes nicht auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt ist. Grundsätzlich muss ein Jäger jederzeit mit Menschen in seinem Jagdrevier rechnen - eine Schussabgabe darf erst dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass niemand gefährdet wird. Diesen Grundsatz hat diese Jägerin in diesem Fall wohl außer Acht gelassen. Der Vorfall wurde mittlerweile der zuständigen Jagdbehörde gemeldet. Den Bericht des Mannes finden Sie in unserer Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung."

Mai 2021

Dieses Schild wurde uns aus dem Bahrenhöfer Wald in Schleswig-Holstein gemeldet. 

Der "Jagdausübungsberechtigte" macht mit diesem selbst gestalteten Schild gezielt Stimmung gegen den Fuchs und schürt Ängste in der Bevölkerung. Besonders ärgerlich ist der Versuch, die umstrittene Bejagung des Fuchses mit der Bekämpfung der Tollwut rechtfertigen zu wollen. Deutschland ist nun seit 13 Jahren offiziell tollwutfrei. Die früher überall von den Gemeinden angebrachten offiziellen Warnschilder "Wildtollwutgefährdeter Bezirk" wurden auf behördliche Anordnung schon lange entfernt - diese nun einfach durch selbstgebastelte Warnschilder zu ersetzen, ist schon dreist. Auch die Regeln des Landesjagdgesetzes legt der "Jagdausübungsberechtigte" sehr kreativ und natürlich zu seinen Gunsten aus. Hier wird also die Bevölkerung bewusst mit falschen Aussagen in die Irre geführt.

Wir haben uns mit einem Schreiben an die Untere Jagdbehörde Segeberg, die Jägervereinigung Segeberg und den Bürgermeister von Bahrenhof gewandt und darum gebeten, das Schild umgehend entfernen zu lassen. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker".

Leider ist das Vorgehen des Jagdausübungsberechtigten in Schleswig-Holstein kein Einzelfall. Ähnliche Schilder finden sich mittlerweile in vielen Jagdrevieren. Mal wird auf eine nicht existierende Leinenpflicht hingewiesen, mal möchte man Spaziergänger davon abhalten, bestimmte Wege zu nutzen oder sich zu bestimmten Zeiten im Wald aufzuhalten. Allerdings fehlt in vielen Fällen die rechtliche Grundlage für derartige Forderungen. Der zuständige Revierpächter bringt auf diesen Schildern also lediglich seine private Meinung zum Ausdruck. Rechtlich bindend sind die zum Teil frei erfundenen Regeln nicht.

Mai 2021

Am 23.4. wandten wir uns gemeinsam mit fünf weiteren Organisationen und mehreren Privatpersonen mit einer Beschwerde an den BR. In unserer Beschwerde kritisierten wir sowohl die einseitig jagdfreundliche Berichterstattung im Beitrag "Immer weniger Wiesenbrüter - Füchse im Verdacht" als auch das unprofessionelle Verhalten der zuständigen Redakteurin, die den Jägern ganz offen weitere Beiträge dieser Art verspricht und dafür in diversen Jagdforen gefeiert wird. Nun hat sich der BR bei uns gemeldet und sich sinngemäß folgendermaßen geäußert: der Beitrag sei „aufwendig und umfassend recherchiert“ gewesen. Die Vorwürfe, dass die zuständige Redakteurin an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert sei, weist man zurück und verweist darauf, dass es sich um eine erfahrene Journalistin handeln würde, „…eine persönliche Meinung einfließen zu lassen“ widerspräche „ihren und unseren journalistischen Prinzipien.“ Auch unsere Kritik, dass im Beitrag ausschließlich Jäger und Vogelschützer zu Wort gekommen waren, lässt man nicht gelten. Und zwar mit der Begründung, dass schließlich auch ein Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz (!!!) zum Thema gehört worden wäre. Interessanterweise handelt es nach Auffassung des BR hierbei nicht um einen Vogelschützer. Zu guter Letzt verweist man noch auf die besondere Situation im Wiesmet – dort  (und offensichtlich nur dort) habe sich die Zahl der Füchse nach Ausrottung der Tollwut explosionsartig vermehrt. 

Die Erklärungsversuche wirken allesamt recht hilflos und insgesamt verstärkt dieses Schreiben den Eindruck, dass man beim BR mit dieser Thematik überfordert oder an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert ist. 

Wir haben uns nochmals an den BR gewandt. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

 

Mai 2021

Seit dem Jahr 2019 gibt es in Rheinland-Pfalz zwei Förderprogramme für Jäger. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz berichtet nun, dass zwischen September 2019 bis Ende März 2021 eine Gesamtfördersumme von rund 1 Million Euro abgerufen wurde. Der Steuerzahler finanzierte auf diese Weise über 10.000 Drückjagdböcke und mehr als 700 Hundeschutzwesten.

Mai 2021

Im Beitrag "Die Heger und Pfleger" auf naturwelt.org 

https://www.naturwelt.org/community/bildergeschichten/die-heger-und-pfleger/

finden Sie Bilder, die die traurige Realität in unserer Natur gut dokumentieren. Eine Naturschützerin stieß bei einem Spaziergang im Wald auf einem 8km langen Rundweg auf 60(!!!) Hochsitze, auf dem Feldweg, der zum Wald führt, befinden sich 8 weitere Hochsitze. In der Umgebung der Hochsitze findet sich jede Menge Müll: verrottende, umgekippte Hochsitze, alte Autoreifen, Drahtrollen, alte Plastiksäcke und Planen. 

Diese Entwicklung (immer mehr Hochsitze, immer mehr Müll) ist überall in Deutschland zu beobachten. Es wäre an der Zeit, hier endlich regulierend einzugreifen. 

Mai 2021

TV-Tipp: "Stilles Land - Vom Verschwinden der Vögel" 

Der Beitrag wird am Mittwoch, 12.5.2021 im NDR in der Reihe "Expeditionen ins Tierreich" ausgestrahlt.

Während Jäger, Vogelschützer und unkritische Medien gerne dem Fuchs die Hauptschuld am Rückgang der Bodenbrüterpopulationen geben, verdeutlicht dieser Film eindrücklich die wahren Ursachen für die Probleme der Bodenbrüter - gleichzeitig wird gezeigt, welche Maßnahmen nötig wären, um die Bodenbrüter vor dem Aussterben zu bewahren. 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/expeditionen_ins_tierreich/Stilles-Land-Vom-Verschwinden-der-Voegel,sendung1151128.html

Mai 2021

Über die einseitige, jägerfreundlichen Berichterstattung im BR haben wir an dieser Stelle bereits mehrmals berichtet. 

Nun erreichte uns das Schreiben eines Lesers, das sich ebenfalls mit dieser Problematik auseinandersetzt. So beklagt der Verfasser die zunehmende Anzahl von Beiträgen im BR, in denen Jägern und Förstern die Möglichkeit gegeben wird, Erholungssuchende als rücksichtslose Naturfrevler darzustellen. Kritisch hinterfragt werden die Anschuldigungen in der Regel nicht. Sonst käme man vielleicht zur gleichen Einschätzung wie der Verfasser des Schreibens: "...Der wahre Grund, warum die Jäger die Menschen nicht in den Revieren haben wollen ist, weil eine immer jagdkritischer werdende Bevölkerung von den unzähligen Schandtaten (...) nichts mitbekommen soll. Immer öfter werden extrem tierquälerische Jagdfallen entdeckt. Luderplätze, die mit Tierkadavern und Knochen übersäht sind würden den unbedarften Wanderer schockieren. Illegale Wildfütterungen, ausgediente Hochsitze die einfach liegen gelassen werden, Wildkameras an allen Ecken und Enden und tausende von Schießtürmen die die Landschaft verschandeln um nur einige Beispiele zu nennen..."

Das ganze Schreiben können Sie unter der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung" nachlesen.

Mai 2021 

Hier ein Link zu einem Beitrag auf ARTE, der sich auf wohltuend objektive Art und Weise mit den Ursachen für den Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen auseinandersetzt und gleichzeitig aufzeigt, was unternommen werden muss, um die Wiesenbrüter vor dem Aussterben zu bewahren . 

https://www.arte.tv/de/videos/083909-000-A/vermisst-wo-sind-die-voegel/

Der Fuchs und die Fuchsjagd spielen in diesem wissenschaftlich fundierten Beitrag übrigens überhaupt keine Rolle - weder als Ursache für den Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen noch als Lösungsansatz zu deren Rettung. 

 

 

Mai 2021

Wie ungehalten Jäger reagieren können, wenn sie ihren Jagderfolg in Gefahr sehen, zeigt folgender Vorfall aus Österreich: ein Paar war kurz vor 19.00 Uhr mit seinem angeleinten Hund auf einem Waldweg unterwegs, als es zu einer Auseinandersetzung mit einem Jäger kam. Dieser fühlte sich offenbar dermaßen gestört, dass er nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung den Mann sogar tätlich angriff - er würgte ihn, drückte ihn gegen einen Baum und drohte ihm, ihn zu erschlagen. Der Mann musste später wegen einer Kehlkopfprellung im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei wurde eingeschaltet.

Lesen Sie die ganze Geschichte unter folgendem Link:

https://vgt.at/presse/news/2021/news20210503fg.php?fbclid=IwAR1H9bRGHZbvlGulSzomZdPkBVOpv44hzGZAKO29PAZU33c_3OeI25DrfiU

 

 

Mai 2021

Der Haustierabschuss gerät zunehmend in die öffentliche Kritik. Nun befasst sich ein Beitrag im Magazin "GEO" ebenfalls mit dem Thema. Das Ergebnis ist eindeutig: da der von Hunden und Katzen verursachte Schaden verschwindend gering ist, ist der nach wie vor vielfach praktizierte Haustierabschuss unverhältnismäßig - es fehlt der "vernünftige Grund", der für die Tötung eines Tieres vom Bundestierschutzgesetz zwingend vorgeschrieben ist. 

https://www.geo.de/natur/tierwelt/zehntausende--streuner--zu-unrecht-erschossen--30502818.html?fbclid=IwAR3l3HFVP0yfFBz34drNhg619Elks1-NTBnIujOayjZREZhmYDN1iAyqrvw

Mai 2021

Wir möchten Sie hier nochmals auf eine Petition von Wildtierschutz Deutschland aufmerksam machen. Die Hauptforderungen sind: Verbot des Haustierabschusses, Verbot der Fuchsjagd und Reduzierung der Jagdzeiten sowie der Liste der jagdbaren Tiere. Mittlerweile haben mehr als 6600 Menschen die Petition unterschrieben.

Hier nochmal der Link, der gerne geteilt weden darf: 

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-jagdgesetze-zust%C3%A4ndige-ministerien-stop-killing-keine-jagd-ohne-vern%C3%BCnftigen-grund

Mai 2021

Wenn es nach den Grünen geht, soll In Hessen der Einsatz von Totschlagfallen verboten werden - ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Landtag eingebracht. Im Beitrag "Hessen will Totschlagfallen verbieten" in der Frankfurter Rundschau verteidigt nun ein Vertreter des Landesjagdverbandes Hessen den Einsatz der Fallen als aktiven Beitrag zum Artenschutz -  wieder einmal  werden Fuchs, Marder und Dachs für den Rückgang der Bodenbrüterpopulation verantwortlich gemacht. Da diese Argumente längst wissenschaftlich widerlegt sind, haben wir uns mit einem Leserbrief an die Zetung gewandt - nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".  

Die Grünen wollen übrigens lediglich den Einsatz von Totschlagfallen untersagen - grundsätzlich soll auch nach einer entsprechenden Gesetzesänderung die Jagd auf Beutegreifer erlaubt sein. Auch Lebendfallen sollen weiterhin eingesetzt werden dürfen. Vor diesem Hintergrund ist die Gegenwehr der Jäger nicht ganz nachvollziehbar.

https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessen-will-totschlagfallen-verbieten-90478150.html?fbclid=IwAR1xbfmY4DBKOXVn-bdWbgf1v9g4EEY1ltrhIw-KR4LEQh4rAbJy_cc6BvQ 

 

Mai 2021

Oft treten Jäger in der Öffentlichkeit als Experten für Natur- und Artenschutz in Erscheinung. Ihren Anspruch auf Deutungshoheit in diesen Bereichen rechtfertigen sie gerne mit einem Verweis auf das "Grüne Abitur". Doch was ist dran am "Grünen Abitur"? Ist das vermittelte Wissen wirklich so umfangreich, dass es die Jäger tatsächlich zu Experten auf diesem Gebiet macht? 

Wohl eher nicht. So wird etwa auf "djz.de"  für ein Ausbildungsmodell geworben, mit welchem man nach nur 30 Stunden Lehr- und 15 Stunden Praxisvideos die Jagdprüfung ablegen kann.

https://djz.de/online-zum-jagdschein-mit-dem-paul-parey-verlag/

Auf der Seite ebenfalls zu finden ist ein Link, unter welchem deutlich wird, was mit "Prüfungsvorbereitung" tatsächlich gemeint ist, nämlich das Auswendiglernen der Prüfungsfragen. So findet man auf "jungjäger.de" folgende Auskunft zum Online-Kurs:

"Im Gesamtpaket erhaltet ihr 12 Monate Zugriff auf alle Inhalte für die Jägerprüfung mit über 45 Stunden Videomaterial. Prüfe dein Wissen mit allen Prüfungsfragen und kleinen Tests zwischen den Lektionen."

https://jung-jaeger.eu

Die Mängel in der Jägerausbildung sind offensichtlich, zu einem Experten wird man durch eine derartige Ausbildung nicht. Vor diesem Hintergrund sollte sich so mancher Jäger in der Öffentlichkeit etwas zurücknehmen und die öffentliche Diskussion lieber echten Experten überlassen: Ökologen, Biologen und speziell Wildbiologen, deren Wissen durch ein mehrjähriges Studium wesentlich fundierter sein dürfte und die ihre Einschätzung auch mit wissenschaftlichen Studien unterlegen können.

Mai 2021

Immer wieder kommt es im BR zu einseitig jagdfreundlicher Berichterstattung. Antwortschreiben der zuständigen Redakteure auf Beschwerden lassen den Schluss zu, dass eine objektive Berichterstattung gar nicht gewollt ist. Wir haben uns jetzt mit einem Schreiben an die Intendantin des BR sowie den Programmdirektor gewandt. Nach unserer Auffassung darf die persönliche Meinung einzelner Redakteure nicht dazu führen, dass kritische Stimmen und wissenschaftliche Studien, die die Untauglichkeit einzelner Maßnamen (im konkreten Fall die Unsinnigkeit der Bejagung des Fuchses zum Schutz der Wiesenbrüter) aufzeigen, keine Berücksichtigung in der Berichterstattung finden. Unterstützt wird unsere Forderung vom BBT (Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen), den AkTIERvisten Oberland, der Stimme der Tiere im Ingolstädter Stadtrat, dem Tierschutzverein Noris e.V, der Life-for-Nature-Stiftung sowie mehreren Privatpersonen. Unser Schreiben finden Sie unter der Rubrik Leserbriefe. 

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