Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd

Beiträge, die wir vor Mai 2021 veröffentlicht haben, können Sie in unserem Archiv nachlesen.

Juli 2024

Im baden-württembergischen Albstadt-Lautlingen erschoss ein 63-jähriger Hobbyjäger auf einer Familienfeier seinen Sohn und seine Schwiegermutter. Die Ehefrau und die Tochter konnten sich in letzter Minute bei Nachbarn in Sicherheit bringen, wurden während ihrer Flucht aber ebenfalls angeschossen und mussten schwerverletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Nach der Tat erschoss sich der Täter selbst.

Auch dieser Fall zeigt, dass Waffen in Privathand nichts verloren haben und dass die psychische Eignung für den Umgang mit Schusswaffen bei Jägern immer noch nicht im erforderlichen Umfang überprüft wird.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/nach-toedlichen-schuessen-in-albstadt-lautlingen-100.html

 

 

Juli 2024

Seit 2020 gibt es in Bayern ein Forschungsprojekt, welches die Auswirkungen des Gänsesägers auf Äschen untersuchen soll. Der Arbeitsgruppe gehören verschiedene Forschungseinrichtungen, Behörden, Fachverbände sowie der LBV und der Bund Naturschutz an. Nun haben die Naturschutzverbände LBV und Bund Naturschutz die Forschungsgruppe unter Protest verlassen: es seien einfach viel zu viele Gänsesäger im Rahmen dieses Projekts abgeschossen worden.

Bisher wurden im Namen der Forschung unglaubliche 342 Vögel getötet – und das bei einer Art mit insgesamt maximal 550 Brutpaaren.

Der Sprecher des LBV äußerte, dass das Projekt völlig aus dem Ruder gelaufen sei und man nicht noch ein Jahr das massenhafte Töten des seltenen Vogels akzeptieren werde. Den Vorwurf der Naturschützer, dass „unter dem Deckmantel der Wissenschaft die Jagd auf den Gänsesäger als Schutzmaßnahme für die Äsche etabliert werden soll“, weisen die Verantwortlichen wie erwartet zurück. Eine flächendeckende Bejagung des Gänsesägers sei mit dem Vogelschutz nicht zu vereinbaren und logistisch für die Jäger auch gar nicht machbar.

Die Erfahrungen der Vergangenheit machen es einem schwer, diesen Beteuerungen zu glauben. Und so sehen das offensichtlich auch die Verantwortlichen bei LBV und Bund Naturschutz. Es scheint fast so, als würde man in den Naturschutzverbänden langsam aufwachen und sich nicht mehr für Jagdinteressen vor den Karren spannen lassen wollen.

Ein Beispiel, das Mut macht und hoffentlich viele Nachahmer findet.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-naturschutz-gaensesaeger-aesche-streit-abschuss-lux.Pf1SQdbsogFD7Fg8cGvSiV

 

 

Juli 2024

Im Landkreis Olpe sind gleich drei Jäger an der doch eigentlich recht einfachen Aufgabe, ein Rind von einem Wildschwein zu unterscheiden, gescheitert:

Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die drei Jäger im Mai zwei Rinder auf einer Weide „erlegt“. Die Jäger waren auf Wildschweinjagd, als es zur tödlichen „Verwechslung“ kam. Als die Waidmänner ihren "Irrtum" bemerkten, fuhren sie zu dem Landwirt, dem die Tiere gehörten, und boten Geld, damit dieser den Vorfall nicht bei den Behörden meldet. Der Landwirt ging auf diesen Vorschlag nicht ein und erstattete Anzeige. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/jaeger-verwechselung-kuehe-kirchhundern-100.html

 

 

Juni 2024

In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit fast 10 Jahren verboten – durchgesetzt hatten dieses Jagdverbot vor allem die Grünen. Da diese nun nach einem Wechsel nicht mehr an der Regierung beteiligt sind und die christilich-soziale Volkspartei künftig den für die Jagd zuständigen Umweltminister stellt, waren die Hoffnungen auf Jägerseite groß, dass das Fuchsjagdverbot zurückgenommen wird. Doch diese Hoffnungen wurden – zumindest vorerst – enttäuscht, denn auch der neue Minister möchte am Fuchsjagdverbot festhalten und begründet dies folgendermaßen:

„Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Hinweise für einen negativen Einfluss auf die Biodiversität durch den Fuchs. Die Gründe für das Verschwinden oder Zurückgehen verschiedener jagdlich interessanter Arten, wie Rebhuhn oder Feldhase, liegen vor allem in der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Verschwinden wichtiger Strukturelemente.“ 

Auch das Argument der Jäger, dass sich ohne Bejagung der Fuchsbandwurm weiter ausbreiten könnte, läßt das Ministerium nicht gelten:

„Unsere Daten zeigen, dass in den vergangenen acht Jahren, seit dem Inkrafttreten des Fuchsjagdverbots, der Prozentsatz der befallenen Füchse von rund 40% auf unter 10% gesunken ist.“ 

So sieht es also aus, wenn man nach wissenschaftlicher Faktenlage entscheidet - von einer solchen, auf belastbaren Fakten basierenden Jagdpolitik sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt. Und auch die Jäger in Luxemburg ziehen es vor, diese eindeutigen Fakten weiterhin zu ignorieren und versuchen nun, ihre "Überzeugungsarbeit" zu intensivieren. Bleibt zu hoffen, dass der Umweltminister standhaft bleibt - zu beineiden ist er sicher nicht.

https://www.pirsch.de/news/fuchsjagd-bleiben-die-luxemburger-beim-fuchsjagd-verbot-39230?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3PupWZjCvvEwqRH0oPRDXMGXRo-EG75fOwFLQ18Z_V-aIHNwHboMNTgP0_aem_xC4ndNUr6n5tY9r5IZar1w

 

 

Juni 2024

In Rheinland-Pfalz wird die Jagdgesetzgebung überarbeitet, Anfang 2025 soll die neue Fassung dem Landtag zugeleitet werden. Und wie nicht anders zu erwarten, laufen die Jagdverbände Sturm gegen jegliche Änderung des Status Quo.

Auf pirsch.de wird nun gefeiert, dass sich der Landesjagdverband „massiv in Stellung“ gebracht hat und dabei offensichtlich Erfolg hatte: in 23 (!!!) Punkten konnten die Jäger vorgesehene Veränderungen erfolgreich verhindern. Die vollständige Liste der bisher verhinderten Änderungen kann unter folgendem Link nachgelesen werden:

https://www.pirsch.de/news/jagdgesetz-aenderung-landesjagdverband-setzt-sich-mit-forderungen-durch-39167?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR0fhF6ftKOYp5akaoJ2wxmnDX3XAwp3K3rK1Wrx-zF_-cT1fYrfV3cZYZs_aem_VCDGouB6W2370XXsExHSbQ

Einigen Punkten, wie etwa dem Erhalt des Elterntierschutzes oder dem verhinderten Mindestabschussplan bei Schwarzwild, kann durchaus zugestimmt werden. Obwohl diese Forderungen von Jägerseite aus unserer Sicht aus der falschen Motivation heraus gestellt wurden, kann man das Ergebnis mit etwas gutem Willen zumindest teilweise mittragen.

Interessant ist, was den Jägern sonst noch so wichtig war. So haben die Jagdverbände darum gekämpft, dass der schwammige Begriff der „Waidgerechtigkeit“ im neuen Jagdgesetz ebenso verankert bleibt wie Begriff der „Hege“. Man möchte also weiterhin unter dem Deckmantel der „Hege“ ungehindert zugunsten jagdbarer Arten in unser Ökosystem eingreifen. Der Begriff der „Waidgerechtigkeit“ wird von Jägern gerne als Synonym für „Tierschutz“ verwendet – wohl wissend, dass die „Waidgerechtigkeit“ echtem Tierschutz oft genug im Wege steht. Müssten sich Jäger mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes auf eine tierschutzgerechte Jagd verpflichten, wären viele Jagdpraktiken nicht mehr möglich – eine derartige Diskussion wollte man offenbar verhindern und hatte Erfolg damit.

Wie die Praxis der "waidgerechten" Wildschweinjagd aussieht, beschreibt ein aktueller Beitrag auf pirsch.de sehr eindrucksvoll - mit einer tierschutzgerechten Jagd wären die beschriebenen Szenen nicht vereinbar. Zwar sieht der Verfasser beim beschriebenen Vorgehen eine "Verrohung der Waidgerechtigkeit"  -  grundsätzlich aber scheinen viele Jäger der Auffassung zu sein, dass sich ein derart barbarisches Vorgehen durchaus mit der vielbeschworenen waidgerechten Jagd vereinbaren lässt. Hier der Link zum Beitrag:

https://www.pirsch.de/jagdpraxis/jagdarten/tellerschuesse-beim-schwarzwild-ist-das-eine-waidgerechte-saujagd-39151

In der neuen Gesetzesvorlage war auch vorgesehen, die Jäger zur Höflichkeit gegenüber Mitbürgern zu verpflichten. Auch das ist jetzt vom Tisch – die Verantwortlichen werden schon wissen, warum dieser Passus unbedingt aus dem Gesetzentwurf entfernt werden musste.

Auch die Pflicht zur Kitzrettung wurde gestrichen – wenn ein Jäger das im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Propagandaveranstaltung gerne macht, kann er das natürlich weiterhin tun. Aber man kann offensichtlich nicht voraussetzen, dass die „Tierliebe“ aller Jäger so weit reicht.

Die vorgesehene Pflicht zum Wildtiermonitoring wird relativiert – ein professionelles Wildtiermanagement ist aus Sicht der Jagdverbände scheinbar überbewertet.

Interessant auch die Punkte, die die Behörden betreffen: man will den Behörden so wenig Mitspracherecht wie möglich zugestehen, denn: "Vereinbarungen und Jagdkonzeptionen zwischen Pächter und Jagdgenossenschaft ersetzen behördliche Eingriffe, behördliche Eingriffe drohen erst bei erheblicher Gefährdung“.

Aus dem Bericht geht nicht hervor, welche Behörden hier gemeint sind – es sind aber wohl nicht die mit Jagdkumpanen besetzten Unteren Jagdbehörden, denn diese sollen in Zukunft wieder „nach Ermessen über die Anordnung von Zwangsmitteln“ entscheiden dürfen. Bleibt die Frage, wonach diese dem neuen Gesetz zufolge hätten entscheiden müssen…Etwa nach geltendem Recht?

Somit kann man sich die Novellierung der Jagdgesetzgebung in Rheinland-Pfalz auch gleich sparen. Und es ist zu befürchten, dass hier noch lange nicht Schluss ist. Denn: obwohl all diese Punkte im Sinne der Jägerschaft abgeändert wurden, ist der Landesjagdverband noch immer nicht zufrieden und äußert sich folgendermaßen: „Wir haben noch dicke Bretter zu bohren, aber wir bleiben am Ball und setzen uns weiter für unsere Positionen ein.“

 

 

 

Juni 2024

In einem Jagdrevier in Huglfing ereignete sich am vergangenen Freitag der nächste folgenschwere Jagdunfall: ein 53-jähriger Jäger war mit seiner Jagdbegleitung, einer 51-jährigen Frau, im Revier unterwegs, als sich aus noch ungeklärter Ursache ein Schuss aus der Pistole des Jägers löste. Die Frau erlitt einen Durchschuss am Oberschenkel und musste in der Unfallklinik Murnau operiert werden.

Auch wenn die Umstände dieses Unfalls noch nicht ganz geklärt sind, kann man wohl aber dennoch jetzt schon sagen, dass auch in diesem Fall die im Umgang mit Schusswaffen erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen nicht in ausreichendem Umfang berücksichtigt wurden. Und auch in diesem Fall hätte ein an der Jagd völlig Unbeteiligter zum Opfer werden können.

Der Vorfall reiht sich ein in eine nicht enden wollende Serie ähnlicher Vorkommnisse. Aber da auf Druck der Jagdlobby keine Statistik über Jagdunfälle geführt wird, wird auch dieser Vorfall als sog. „tragischer Einzelfall“ bald vergessen sein.

https://radio-oberland.de/news/2024-06-15-jagdunfall?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR3Fv0jiVTMGgIU7xz6UaQXagHZBI7BPK-J_CgtUD6bSPY3flYO_fkZ7FXk_aem_d4n9zLuIbL_97pTJSW_PyQ

 

 

Juni 2024

In Bayern und einigen anderen Bundesländern sind Totschlagfallen bei der Jagdausübung noch immer erlaubt und kommen vor allem bei der Bejagung sog. „Beutegreifer“ wie dem Fuchs zum Einsatz. Glaubt man den Ausführungen der Jäger, ist die Fallenjagd besonders tierschutzgerecht, weil Tiere, die in eine derartige Falle geraten, sofort tot seien – so will es auch das Bundesjagdgesetz. Dass diese Behauptung lediglich eine Mischung aus Wunschdenken und Jägerlatein ist, ist nicht neu. Immer wieder wird von Tieren berichtet, die in eine solche Falle geraten und eben nicht sofort tot sind, sondern unvorstellbare Qualen erleiden, bevor sie „erlöst“ – sprich: erschossen oder erschlagen – werden oder ohne Hilfe elendig zugrunde gehen. Manche Tiere versuchen in dieser misslichen Lage sogar, sich das eigene Bein abzunagen, um zu entkommen. Die Fallenjagd ist also alles andere als tierschutzgerecht.

Auch Haustiere oder spielende Kinder geraten immer mal wieder in unsachgemäß aufgestellte Fallen. Um in Deutschland die Fallenjagd ausüben zu dürfen, braucht man einen speziellen Fallenlehrgang, beim Umgang mit Totschlagfallen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen – so darf von den Fallen keine Gefahr ausgehen, sie müssen in einem sog. Fallenbunker gesichert sein, auch ist eine Kennzeichnung der Falle vorgeschrieben, die jederzeit Aufschluss über den Fallensteller gibt.

Schon diese Vorsichtsmaßnahmen werden nicht konsequent durchgeführt und von niemandem ernsthaft überwacht.

Dass Tiere, die in eine derartige Falle geraten, oft nicht sofort tot sind, beweist dieser aktuelle Vorfall eindrücklich: in Huthurm (Bayern) geriet ein Fuchs in eine unsachgemäß aufgestellte Totschlagfalle, in diesem Fall handelte es sich um einen sog. Schwanenhals".

Die Falle schnappte um den Hals des Fuchses zu – doch dem armen Tier wurde nicht schnell und schmerzlos das Genick gebrochen. Dem Fuchs stand ein langes Martyrium bevor: mitsamt der kiloschweren Falle schleppte sich der Fuchs in seinem Todeskampf ganze 200 Meter durchs hohe Gras und verendete schließlich in der Hofeinfahrt einer Anwohnerin.

In diesem Fall wurde die Falle wohl nicht von einem Jäger aufgestellt, sondern von einem Hühnerzüchter aus der Nachbarschaft. Zwar geht vor Ort das Gerücht um, dass der Hühnerzüchter von einem Jäger beim Platzieren der Falle unterstützt wurde – Beweise hierfür gibt es jedoch nicht. Der Hühnerzüchter könnte die Falle auch allein aufgestellt haben. Denn noch immer dürfen solche Fallen in Deutschland von jedem völlig legal erworben werden. Nur die Nutzung der Falle ist verboten, sofern man keine entsprechende Berechtigung vorweisen kann.

Ein unhaltbarer Zustand, der der illegalen Verwendung solcher Fallen Tür und Tor öffnet. Als erster Schritt muss der Erwerb solcher Fallen unter Strafe gestellt werden, nicht nur die illegale Nutzung. Als zweiter Schritt muss der Einsatz solcher Fallen ohne jede Ausnahme verboten werden. Die Fallen töten in viel zu vielen Fällen nicht schnell und schmerzlos, sondern sind mit unermesslichem Tierleid verbunden. Und somit mit unserem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren.

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/schlagfalle-todeskampf-fuchs?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR3TH4ZqiTlmUz5w80T9cM3i_pnrYoIO7NXIxfyMvo4e8BO9TZArMd9UzvA_aem_DbYbC7Pof0gpfNEwi9iZWw

 

 

Juni 2024

Ein Versandhändler für Hunde- und Katzenbedarf hielt es für eine gute Idee, seinen Sendungen die Werbebroschüre einer Jagdschule beizulegen. Die Reaktionen der Kunden ließen nicht lange auf sich warten, die Resonanz war alles andere als positiv, auch in den sozialen Medien geriet der Versandhändler in die Kritik.

Wir wandten uns an die Firma und wiesen darauf hin, dass sich unter den Kunden überproportional viele Tierfreunde befänden und dass einige dieser Kunden bereits äußerst schlechte Erfahrungen mit Jägern gemacht haben dürften - bis hin zur Tötung des eigenen Haustieres. Wir wiesen auch auf die zahlreichen Vorfälle hin, bei denen schlecht ausgebildete und fahrlässig handelnde Jäger Pferde oder andere Tiere mit Wildschweinen verwechselt haben und stellten klar, welches Leid die Jagd für unsere Wildtiere bedeutet. Und wir stellten die Frage, ob es sinnvoll sei, dass ausgerechnet eine Firma mit dieser speziellen Kundschaft, Werbung für dieses umstrittene und in der Öffentlichkeit immer öfter auf Ablehnung stoßende Hobby macht.

Die Firma antwortete uns folgendermaßen:

"..wir möchten uns bei ihnen und auch bei allen anderen Kunden, die die Werbebeilage erhalten haben entschuldigen.

Sicher war es nicht in unserem Sinne, so großen Unmut auszulösen.

Wir möchten uns bei ihnen auch bedanken, dass sie uns über die Missstände der so genannten Hobbyjäger aufmerksam gemacht haben.

Dies haben wir leider nicht bedacht.

Selbstverständlich haben wir die Beilage dieser Werbung sofort unterbunden.

Herrn xxx, der das Jagdzentrum xxx betreibt kennen wir schon viele Jahre. Er ist ein wirklich großer Tierfreund, der die Jagd mit sehr viel Respekt zum Wild betreibt. Er legt sehr großen Wert auf eine gute jagdliche Ausbildung. Damit es nicht zu solchen, von ihnen genannten Vorfällen kommt.

Da es aber leider immer wieder schwarze Schafe gibt, die zu Unrecht einen Jagdschein erhalten haben, müssen wir ihnen Recht geben.

Bitte entschuldigen sie noch einmal die Umstände und den Unmut, den wir mit dieser Beilage ausgelöst haben..."

 

Dass die Werbebeilagen nicht weiter versandt werden, ist natürlich erfreulich. Dass die beworbene Jagdschule immer noch verteidigt wird, hingegen nicht. Denn auch diese Jagdschule wirbt auf ihrer Homepage folgendermaßen: Kompakt- und Blockkurse: in nur drei Wochen zum Jagdschein. Hohe Erfolgsquote durch praxis- und prüfungsorientierte Schulungen. Im Preis enthalten ist auch der aktuelle Fragenkatalog zur Jägerprüfung. 

Also alles wie gewohnt. Warum ausgerechnet die Crash-Kurse dieser Jagdschule ausnahmslos verantwortungsbewusste und gut ausbebildete Jäger hervorbringen sollte, erschließt sich uns daher nicht. 

Wir haben uns in diesem Fall aus rechtlichen Gründen dazu entschieden, weder den Versandhändler noch die Jagdschule namentlich zu nennen - uns war es vor allem wichtig zu zeigen, dass Protest manchmal doch etwas bewirken kann.

 

Juni 2024

Jäger behaupten ja gerne, dass nur „naturentfremdete Städter“, welche sie auch gerne als „Balkonbiologen“ bezeichnen, die Jagd kritisieren würden. Auf dem Land hingegen wüssten die Menschen um die Wichtigkeit der Jagd, die Akzeptanz sei groß, die „Arbeit“ der Jäger erfahre große Anerkennung.

Nun, eine europaweite Umfrage unter der Landbevölkerung kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis: die europäische Landbevölkerung wünscht sich demzufolge mehrheitlich eine strengere Regulierung der Jagd. So ist für 67% der Landbevölkerung der Schutz der Biodiversität und der Tierschutz wichtiger als der Erhalt von Jagdtraditionen.  75% der Befragten möchten, dass Jagdmethoden, die vermeidbares Tierleid hervorrufen, verboten werden und 64% wünschen sich eine radikale Einschränkung der Jagd. Ginge es nach dem Willen der Landbevölkerung, dürfte Jagd nur noch dann stattfinden, wenn unabhängige wissenschaftliche Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass von einem bestimmten Tier oder einer bestimmten Tierart eine Gefahr für den Lebensraum oder die öffentliche Gesundheit ausgeht. Und etwa 70% der Befragten würde es begrüßen, wenn nicht-tödliche Wildmanagementmethoden erprobt und eingeführt werden würden.

Und so bricht ein weiteres Jägermärchen in sich zusammen: von der angeblich so großen Unterstützung auf dem Land bleibt am Ende nicht mehr viel übrig. 

https://www.facebook.com/rudolf.winkelmayer/posts/pfbid022cJsQ1UfeXuk9zW5V5ptqBej9hTj4N6Qp2LMw8MpXdfibQWihMSjxQd69tPK39uDl

https://www.eurogroupforanimals.org/news/survey-tougher-regulation-hunting-demanded-rural-communities?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR2_Hskp8_Um0UfT6HcON61n9p3bIr0jMH0V2_zMzn-QCv103TvzBQ-7xOg_aem_AUN_7Q7umF6_6ty9ZOJbI5FkBpfWmRN3G-Ff_c26oZ6z2qg35eOipUifBHzrNA3zKYcZ5WQZq4ELY9YadT3Qv3P4

 

 

Juni 2024

Am 1. Juni tritt in Brandenburg eine geänderte Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz in Kraft. Die Verordnung sieht unter anderem für Rot-,Dam-, Muffel- und Rehwild eine Schonzeit im Juni und Juli vor, die dafür sorgen soll, dass Elterntiere ihre Jungen in Ruhe aufziehen können. Totschlagfallen werden verboten, Lebendfallen bleiben weiterhin erlaubt. Die umstrittene Nachtsichttechnik wird für einige Tierarten zugelassen, Ringeltauben und Stockenten bekommen in Brandenburg erstmalig eine Jagdzeit, Ringelgänse, Rebhühner und alle anderen Entenarten werden hingegen ganzjährig geschont.

Doch trotz der doch recht moderaten Veränderungen, sind die Jäger, wie erwartet, mit der neuen Verordnung nicht einverstanden.

Auf pirsch.de äußern sich der Landesjagdverband folgendermaßen:

„Gegen den Willen aller Beteiligten im ländlichen Raum, gegen die Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände sowie des Landesjagdbeirates und gegen den Willen der Koalitionspartner CDU und SPD setzt das Grüne Landwirtschaftsministerium eine höchst umstrittene Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz in Kraft. Die Herausnahme von Nutria und Bisam aus dem Jagdrecht und eine Sommerschonzeit für wiederkäuendes Schalenwild führen zu zusätzlichen und nicht kalkulierbaren Schäden“; heißt es vom LJV. Auch die Verlängerung der Jagdzeit für wiederkäuendes Schalenwild bis zum 31. Januar unterstreicht nach Ansicht des Landesjagdverbandes die „Wildtierfeindlichkeit des Landwirtschaftsministeriums“.

https://www.pirsch.de/news/jagdgesetz-brandenburg-weitreichende-aenderungen-fuer-jaeger-beschlossen-39051?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR2EwkTNvf6KjvC4qypmTBT7_mjXYMAtcSxG4tIO9r-MKaz7KGF6uuoYMfY_aem_AT5_5drCmSIlM7SY6sHqCgWu60DtEz6FnZJw23Nv-wklOODdsfSXZ0g5LAJek2s5PVULJfXlOyg_Pfrf4fp0WeJW

Und die Jäger hatten Erfolg mit ihrem Protest. Teile der Verordnung wurden bereits wieder zurückgenommen - so ist den Jägen nun weiterhin die Jagd auf Bisam und Nutria erlaubt. Im ursprünglichen Entwurf sollte das Management für diese beiden Tierarten in die Zuständigkeit von Wasser- und Landschaftsverbänden fallen. 

Unfreiwillig komisch fällt das Statement des brandenburgischen LJV-Präsidenten aus, der die massive Einflussnahme der Jagdlobby als Sieg der Demokratie feiert:

"Dass er (Landwirtschaftsminister Vogel) die Experten vom Landesjagdbeirat vorher nicht einbezogen hat, zeigt sein mangelndes Demokratieverständnis.“

Schon interessant, was Jagdlobbyisten so unter Demokratie verstehen. Die Mehrheit der Bevölkerung dürfte die immer weiter ausufernde Einflussnahme mächtiger Lobbygruppen auf die Gesetzgebung eher kritisch und nicht im Sinne der Demokratie sehen.

https://www.pirsch.de/news/umweltminister-vogel-muss-bei-jagdgesetz-zugestaendnisse-machen-39108?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3r8h50WxLBcDn92TOuYv0x7fY0KCZ-Vfq25yMv3qyieEY2LtW4cZlvVT8_aem_AT4Pk8rzIGQ5AcLzXxkccg4kxkp2chxCUFRMId_MedVfde99cfIAypc50luohqewZt5dJIHx8wrQmniMi4IuNWGi

 

 

Mai 2024

Der Verein Abstimmung21 e.V. organisiert in diesem Herbst zum dritten Mal eine Volksabstimmung auf Bundesebene. Im Moment findet die Vorauswahl statt, 171 Projekte sind angemeldet - die 20 Themenvorschläge, die in der Vorauswahl die meisten Stimmen bekommen, schaffen es in die engere Auswahl. Diese Phase läuft noch bis 6 Juni. Über die 20 Projekte, die in dieser ersten Phase die meisten Stimmen erhalten, wird dann erneut abgestimmt. Die drei Vorschläge, die in der zweiten Phase die meisten Menschen überzeugen, schaffen es in die bundesweite Volksabstimmung im Herbst.

Auch Wildtierschutz Deutschland beteiligt sich an der Aktion mit dem Projekt „Fuchsjagd beenden“. Wer es noch nicht getan hat, hat noch bis 6. Juni Zeit, diesem wichtigen Projekt unter folgendem Link seine Stimme zu geben.

https://abstimmung21-mitmachen.de/

 

 

Mai 2024

In Haunetal (Hessen) wurden am vergangenen Wochenende zwei 15-jährige Pferde von ihren Besitzern tot aufgefunden – erschossen auf der Koppel, auf der sie gemeinsam mit anderen Pferden untergebracht waren. Auch diese beiden toten Pferde gehen wohl auf das Konto eines Jägers. Erste Ermittlungen ergaben, dass in dieser Nacht mehrere Jäger im fraglichen Gebiet unterwegs waren, einer davon habe zwei Fehlschüsse auf Wildtiere abgegeben. Mittlerweile wurde eine Obduktion durchgeführt, welche ergab, dass das Geschoss, mit dem die Tiere getötet wurden, aus einer Waffe stammen, die auch bei der Jagd verwendet wird. Es ist schwer vorstellbar, wie man in einer Nacht bei angeblichen Fehlschüssen gleich zwei Pferde versehentlich treffen kann. Hier drängt sich einem unwillkürlich der Verdacht auf, dass dieser „Jagdunfall“ nicht ganz unabsichtlich passiert ist.

https://www.op-online.de/hessen/pferde-erschossen-polizei-weide-verdacht-jaeger-hessen-93083966.html

Richtig kurios wird es, wenn man weiß, dass der Eigentümer des Gestüts, auf welchem die Pferde untergebracht waren, selbst einer von drei Jagdpächtern im Gebiet Holzheim/Kruspis und in der Gegend wohl nicht sonderlich beliebt ist. So beklagen die Jagdgenossen, dass der Jagdpächter seiner eigentlichen Aufgabe nicht nachkommen würde. Stattdessen würde er immer wieder bezahlte Jäger auf sein Anwesen kommen lassen, die dann „Ansitze im Revier besetzen, Wild in die Visiere nehmen und drauflos schießen würden“. So unglaublich es klingt: fast scheint es so, als seien die Pferde und ihre an den Streitigkeiten völlig unbeteiligten Besitzerinnen Opfer einer Jäger-Fehde geworden.

https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/polizei-hat-keine-neuen-erkenntnisse-zu-getoeteten-pferden-93085361.html

 

 

Mai 2024

Was sich vor wenigen Tagen im bayerischen Landtag abgespielt hat, kann man eigentlich nur als Realsatire bezeichnen: Die Grünen hatten einen Antrag für eine ganzjährige Schonzeit für den Eichelhäher eingebracht. Während man im Rest von Deutschland und auch in Österreich schon lange auf eine Bejagung des Eichelhähers verzichtet, darf er in Bayern noch immer bejagt werden. Und zwar dann, wenn er „nach Ansicht von Waldbauern und Jägern zu häufig auftritt.“ Was aber ist „zu häufig“? Und nach welchen Kriterien wird hier entschieden? Auf diese Frage bleiben Jäger und Waldbauern die Antwort schuldig.

Da der Eichelhäher nur etwa die Hälfte der von ihm vergrabenen Eicheln wiederfindet, trägt er maßgeblich zur Waldverjüngung bei. In Österreich wird er deshalb auch nicht bejagt, sondern gezielt gefüttert. Und jetzt wird es völlig absurd: auch die Bayerische Staatsregierung fördert die Errichtung und den Betrieb sogenannter „Häherteller“ mit 200,-- Euro pro Stück. Und ermöglicht gleichzeitig den Abschuss der Vögel. Realsatire pur.

Noch absurder wird es, wenn Roland Weigert (Freie Wähler), selbst passionierter Jäger und Jagdlobbyist, der schon in seiner Zeit als Neuburger Landrat sehr einseitig für „seine“ Jäger Partei ergriffen hat und Betroffene sowie Kritiker mit einer unbeschreiblichen Überheblichkeit behandelt, Anschreiben ignoriert und Probleme ausgesessen hat, den „Kollegen Hierneis“ bezichtigt, „dem süßen Gift der Klintelpolitik verfallen zu sein“.

Auch das kann man nur als Realsatire bezeichen, denn: wenn jemand Klientelpolitik betreibt, dann sicher Herr Weigert. Bei solchen Aussagen fragt man sich schon, wie weit sich so mancher jagende Politiker mittlerweile von der Realität entfernt hat.

https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/keine-schonzeit-fuer-eichelhaeher-576814?utm_campaign=share-link&utm_source=blw&utm_medium=whatsapp

 

Mai 2024

Im Landkreis Amberg hat ein Jagdpächter augenscheinlich alles gegeben, um störende Naturfreunde aus dem eigenen Jagdrevier fernzuhalten. Neben dem allgegenwärtigem Schild „Dem Wild zuliebe: Hunde an die Leine“, hat dieser Jäger ein weiteres Schild angebracht und versucht, Spaziergänger mit dem Hinweis „Achtung! Jagdbetrieb! Lebensgefahr“, vom Betreten des eigenen Reviers abzuhalten. Ein Schild, auf dem darauf hingewiesen wird, dass das Gebiet videoüberwacht wird, vervollständigt die Sammlung.

Doch all diese Maßnahmen hatten wohl nicht den erhofften Erfolg. Denn zusätzlich wurde eine Kette quer über den Waldweg gespannt und ein weiteres Schild angebracht, dieses Mal mit der Aufschrift „Durchgang verboten“. Wohl in der Hoffnung, nun seinem Hobby endlich ungestört nachgehen zu können.

Doch der Plan ging nicht auf. Nachdem uns die illegale Sperrung des Waldweges gemeldet wurde, setzten wir uns mit dem Landratsamt in Amberg in Verbindung. Wir wiesen auf die illegale Sperrung hin und beanstandeten auch das Schild mit der Aufschrift „Achtung! Jagdbetrieb! Lebensgefahr!“, denn nach unserer Auffassung ist grundsätzlich der Jäger in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass er bei der Ausübung seines Hobbys niemanden gefährdet. Derartige Sperrungen und Warnhinweise sind ausschließlich kurzfristig – etwa im  Rahmen einer Treib- oder Drückjagd – zulässig. Eine dauerhafte Sperrung sieht der Gesetzgeber nicht vor, hier steht das allgemeine Betretungsrecht der freien Natur für die Öffentlichkeit über dem Wunsch des Jägers, ungestört seiner Tätigkeit nachgehen zu können. Dennoch wurde hier versucht, bei Waldbesuchern Ängste zu schüren und sie so vom Betreten bestimmter Bereiche abzuhalten - ein absolut unseriöses Vorgehen.

Wir haben darum gebeten, die Sperrung umgehend aufzuheben, das Schild zu entfernen und den Jäger nochmals über die rechtliche Lage aufzuklären. Mit unserem Anliegen wandten wir uns an die Untere Jagdbehörde und über die Poststelle auch an den Landrat persönlich. Und an dieser Stelle möchten wir den Mitarbeitern des Landratsamtes in Amberg unser Lob aussprechen: über die Poststelle bekamen wir umgehend die Rückmeldung, dass unser Anliegen an die zuständigen Stellen weitergeleitet wurden, die sich ebenfalls sehr schnell zurückmeldeten und uns darüber informierten, dass zeitnah eine Ortsbegehung stattfinden würde. Wenige Tage später war die Absperrung aufgehoben und das Schild entfernt. Wenn alle Behörden so schnell und konsequent handeln würden, würden Jäger vielleicht auch seltener glauben, dass sie sich in einem rechtsfreien Raum bewegen.

Die einzige Stelle, die sich nicht zurückgemeldet hat, war übrigens die eigentlich für Jäger zuständige Untere Jagdbehörde…

Update: Wie wir soeben erfahren haben, ist das schnelle Entfernen der Absperrung der Gemeinde Ebermannsdorf zu verdanken, die sich nach unserem Schreiben umgehend mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung gesetzt hat, welcher Kontakt mit dem Jagdpächter aufgenommen und diesen beauftragt hat, die Absperrung zu entfernen. Die Gemeinde Ebermannsdorf hat hier sehr schnell reagiert und ein Eingreifen des Landratsamtes überflüssig gemacht. Wir bedanken uns bei der Gemeinde Ebermannsdorf für diesen vorbildlichen Einsatz.

 

Mai 2024

Wie schwer es ist, sich gegen einen Jäger zu wehren, zeigt auch folgender Fall: im Landkreis Emsland versuchen professionelle Tierretter seit Wochen, einen entlaufenen Angsthund zu sichern. Es gibt Sichtungen. Man versucht, den Hund mit einem Narkosegewehr zu betäuben, was aber leider daran scheitert, dass das Gewicht des Hundes falsch geschätzt wurde. Man plant unter Hochdruck einen neuen Versuch und holt die nötigen Genehmigungen ein. Doch dann plötzlich reicht es dem zuständigen Jagdpächter und er eröffnet den gleichermaßen entsetzten Besitzern und Helfern, dass er den Hund am nächsten Tag erschießen wird. Eine der an der Sicherung des Hundes beteiligte Helferin fasst es auf ihrer Facebook-Seite sehr treffend zusammen:

"Seit einer Woche fühle ich mich wie in einem schlechten Film, finde keine Schlaf und keine Ruhe mehr.

Seit 2016 fange ich Hunde ein. Seit 2016 arbeite ich dafür unter anderem auch mit Jägern zusammen. Das was hier grade passiert, habe ich noch nie erlebt und es entsetzt mich.Und ich bin nicht allein, viele Menschen fühlen grad das gleiche.

Dana soll  morgen sterben!

Dana soll sterben, weil ein Mann es sich so in den Kopf gesetzt hat und nicht mit sich reden lässt. Dass er dabei nicht nur dem Hund das Leben nimmt, sondern auch hunderte Menschen in tiefe Trauer stürzt und dem Ansehen der gesamten Jägerschaft schadet, das sieht er offensichtlich nicht. Das will er offensichtlich nicht sehen. Gesprächsversuche scheitern."

Die Helfer gehen an die Öffentlichkeit, die Unterstützung aus der Bevölkerung ist riesig. Dann melden sich auch andere Jäger aus dem Raum und bieten ihre Unterstützung an – diesen Jägern ist wohl bewusst, dass mit der Erschießung eines Angsthundes das bereits jetzt schon stark angeschlagene Image noch weiter sinken würde. Sie versuchen zu vermitteln und so konnte nun wohl ein kleiner Aufschub erreicht werden. Bleibt zu hoffen, dass die gewonnene Zeit ausreicht, den Hund zu sichern.

Dass man derartig empathielosen Menschen so viel Macht gibt, ist eine Schande.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid037BfmZgoKNg4tRGMMgtB4ATKnsNb9mZhTpZazfEvrXNQiW7nTTUk5V4s99dqLUnSal&id=100068352061325

 

 

Mai 2024

Der Jagdirrsinn scheint kein Ende zu nehmen: am vergangenen Samstagabend (4.5.2024) stand ein 39-jähriger Mann im Landkreis Deggendorf (Bayern) neben seinem Haus, als plötzlich eine Kugel die Hauswand durchschlug. Dass der Mann nicht verletzt wurde, ist reiner Zufall. Der geschockte Hausbesitzer informierte die Polizei – die Beamten stellten die Kugel, die sich im Schlafzimmer unter dem Bett befand, sicher und ermittelten als mutmaßlichen Schützen einen Jäger, der in etwa 1.500 Metern Entfernung auf Fuchsjagd war. Gewehr und Munition des Jägers wurden sichergestellt, die Ermittlungen laufen – ersthafte Konsequenzen hat der Schütze aber wohl nicht zu befürchten.

Übrigens: Auch dieser Vorfall wird in keiner Unfallstatistik auftauchen – schlicht und ergreifend deshalb, weil man es nicht für nötig hält, eine derartige Statistik zu führen. Warum man keine statistische Auswertung haben möchte, ist klar: man möchte vermeiden, dass strukturelle Gefahren, die die Hobbyjagd ganz klar mit sich bringt, allzu deutlich werden. Denn das würde wohl früher oder später zu der Einsicht führen, dass die Jagdgesetzgebung von Grund auf überarbeitet werden müsste. Aus Jägersicht ist es daher völlig nachvollziehbar, dass man sich dagegen wehrt, eine solche Statistik zu führen. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass man sie mit dieser Verweigerungshaltung durchkommen lässt.

https://www.unserradio.de/jaeger-trifft-hauswand-statt-fuchs-93729/

https://www.pirsch.de/news/fuchs-verfehlt-geschoss-landet-wohnhaus-38947

 

 

Mai 2024

Am 1. Mai erschoss ein 18-jähriger Hobbyjäger während eines gemeinsamen Jagdausflugs seinen 54-jährigen Vater, ebenfalls Hobbyjäger. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Burgbernheim in Mittelfranken. Spaziergänger fanden gegen 14.00 Uhr eine Leiche, die Schusswunden aufwies und informierten die Polizei. Etwa zur gleichen Zeit meldete sich die Ehefrau des getöteten Jägers bei der Polizei und meldete, dass ihr Sohn ihr telefonisch mitgeteilt habe, dass er seinen Vater erschossen habe. Ob es sich hier um einen Jagdunfall oder um eine vorsätzliche Tat handelt, ist noch nicht endgültig geklärt – im Moment ermittelt die Polizei allerdings in Richtung Totschlag. Der 18-Jährige hat sich mittlerweile der Polizei gestellt, schweigt aber zum Tathergang.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/toedlicher-jagdunfall-vater-von-sohn-erschossen,UBcD7Xa?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR2IezbrIFUbIl5Yojcvvo7jrbgM3fZ7I1lT8YPymcIE3Fq4mIOvbOoWQ2o_aem_AXM-YNE1f0hwCflEePFh9hK8sdSvEzl38FSvBX_2BJH-7FBQHAuPzOXJbDIUgKwJ9fOy-oErRuvJ9M4WhgdMZ5M7

 

 

Mai 2024

Vor kurzem wurde in der Region Wittlich (Rheinland-Pfalz) zahmes und betäubtes Dammwild ausgesetzt, um niederländischen Jagdtouristen den Abschuss zu erleichtern. Dank eines aufmerksamen Waldbesitzerns wurde der Vorfall öffentlich und sorgte für großes Aufsehen, einschließlich polizeilicher Ermittlungen gegen die Verantwortlichen.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/staatsanwaltschaft-ermittelt-wegen-verstoessen-gegen-tierschutz-bei-jagd-in-olkenbach-bei-wittlich-100.html

Nun wird in SWR-Aktuell die Frage gestellt, warum so viele Niederländer in Deutschland jagen. Besonders beliebt bei niederländischen Jägern: die Eifel und der Hunsrück. Dort haben niederländische Jäger rund 70.000 Hektar Jagdfläche gepachtet und bieten auf diesen Flächen auch Jagdtourismus für ihre Landsleute an. Geworben wird folgendermaßen:

 "Wir bieten Ihnen ein unbeschwertes Wochenende: jagen, Wildgerichte genießen, ein Lagerfeuer. In unserer Grillhütte oder am Kamin Jagdgeschichten austauschen."

Doch warum jagen die Niederländer nicht im eigenen Land, sondern weichen auf Deutschland aus? Der Grund ist ganz einfach: während man in Deutschland seinem fragwürdigen Hobby noch nach Herzenslust nachgehen kann, es kaum Vorschriften und noch weniger Kontrollen gibt, ist die Jagd in den Niederlanden mittlerweile stark eingeschränkt.

Im April 2002 trat in Holland trotz massiver Proteste der Jagdlobby das Flora- und Faunagesetz in Kraft. Dieses Gesetz stellt die meisten Tiere ganzjährig unter Schutz. Gab es vor der Einführung des Gesetzes noch 96 jagdbare Arten, waren es nach Einführung des Gesetzes nur noch 6 jagdbare Arten: Feldhase, Kaninchen, Stockente, Fasan, Ente und Rebhuhn. Das Rebhuhn allerdings war schon von Beginn an mit einer ganzjährigen Schonzeit belegt, da es in seinem Bestand gefährdet ist. Im Jahr 2021 wurde diese Liste nochmal überarbeitet und seitdem dürfen auch Feldhase und Kaninchen nicht mehr bejagt werden.

https://www.zwangsbejagung-ade.de/naturohnejagd/holland-weitgehendes-jagdverbot/

Die Jäger prophezeiten bei der Einführung des Gesetzes den Untergang des Abendlandes, Tierschützer wurden als „Volksverräter“ bezeichnet. Bis etwa zum Jahr 2012 gab es hitzige Diskussionen zwischen Jägern und Landwirten auf der einen und Tier- und Naturschützern auf der anderen Seite. Seitdem scheint etwas Ruhe eingekehrt zu sein, was darauf hindeutet, dass die düsteren Prognosen der Jägerschaft nicht eingetreten sind und die Jagd im vorher üblichen Umfang nicht nötig ist. Auch in den Niederlanden wird immer noch gejagt – als Zugeständnis an die Landwirtschaft dürfen unter besonderen Umständen, etwa wenn es schwere landwirtschaftliche Schäden gibt oder um andere Arten zu schützen, auch eigentlich unter Schutz stehende Tiere getötet werden. Doch dafür ist eine Ausnahmeregelung nötig und diese ist an drei Bedingungen geknüpft: es darf keine andere Lösung geben, alle anderen möglichen Maßnahmen müssen ausgeschöpft sein, die Tierart darf nicht selbst vom Aussterben bedroht sein und es muss sich um beträchtliche Schäden an „Gewächsen oder Vieh“ handeln. Soweit die Theorie – in der Praxis werden solche Ausnahmeregelungen Tierschützern zufolge immer noch viel zu schnell ausgestellt. Und es soll auch nicht verschwiegen werden, dass den Tieren durch das weitgehende Jagdverbot nicht dennoch nachgestellt wird: so führte die Einführung des Jagdverbots auf Gänse dazu, dass die Tiere stattdessen im großen Stil mit Kohlenmonoxid vergast wurden.

Doch trotz aller Mängel, die das Fauna- und Floragesetz mit sich bringt, bleibt dennoch festzuhalten, dass den Jägern in Holland das Leben dadurch erheblich erschwert wurde. Nachdem der Kampf um die Herstellung der alten Verhältnisse vor etwa zehn Jahren aufgegeben worden zu sein scheint – zumindest lassen sich nach dem Jahr 2012 kaum noch Medienberichte zu dieser Thematik finden – sind viele niederländische Jäger einfach nach Deutschland ausgewichen: denn hier finden sie auch heute noch die aus Jägersicht paradiesischen Zustände vor, die bis zum Jahr 2002 auch in Holland an der Tagesordnung waren.

Es bleibt festzuhalten: die Niederlande sind auf dem richtigen Weg, auch wenn es vielleicht noch an manchen Stellen ruckelt und manche Entscheidungen auch nochmal überdacht werden müssen. Doch im Gegensatz zu Deutschland setzt man sich dort ernsthaft mit der Thematik und versucht, neue Wege zu beschreiten und nicht an längst überholten Traditionen festzuhalten.

Wenn die deutschen Jagdgesetze allerdings Menschen anziehen, die ganz offensichtlich nur ihren Tötungstrieb ausleben wollen und selbst vor dem Töten von zahmen und betäubten Tieren nicht zurückschrecken, dann sollten sich die Verantwortlichen schleunigst fragen, ob es nicht an der Zeit wäre, diese Gesetze endlich zu ändern.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/warum-besitzen-viele-jaeger-aus-den-niederlanden-jagdpachten-in-deutschland-eifel-hunsrueck-100.html?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR2sD-T08dJW4iqSnl6EWfmHI33elFZlWoJ6u0U-ArWhDfEeAm6nsetxcDQ_aem_AXPpyDzA3nOo9zbYmHLiceuGwaeYSMKhJSFuqbF8MNJAuIo6_e1jKJwZ7dCmVvvkcstJN4sJb23K1DI-9kkQ9mPo

 

 

April 2024

Winterliche Drückjagden sind in der Bevölkerung sehr umstritten – wer einmal Augenzeuge einer solchen Jagdveranstaltung werden durfte, weiß, welch grausame Szenen sich dort abspielen. Angeschossene und vor Schmerzen schreiende Tiere, Tiere, die verzweifelt versuchen, ihren Peinigern zu entkommen, Tiere die panisch über viel befahrene Straßen rennen oder Schutz in privaten Gärten suchen. Viele dieser angeschossenen Tiere sterben einen qualvollen Tod, weil Nachsuchen nicht effektiv genug sind oder ganz ausbleiben. Auch Anwohner, Passanten und Autofahrer geraten durch derartige Jagden immer wieder in Gefahr, werden verletzt oder getötet.

Die Jäger, aber vor allem auch die Forstwirtschaft werden nicht müde, derartige Jagdveranstaltungen damit zu rechtfertigen, dass dies die effektivste Form der Bejagung sei und dass der Wald andernfalls keine Chance habe, da es einfach zu viele Rehe gebe.

Nun, zumindest in der Region Wittlich (Rheinland-Pfalz) scheint das anders zu sein. Dort scheint es nicht zu viele Tiere zu geben. Um ausländischen Jagdgästen einen Abschuss zu garantieren, wurde dort im vergangenen Dezember einen Tag vor einer Drückjagd zahmes und narkotisiertes Dammwild ausgesetzt. Schließlich wollen die zahlenden Gäste auch zum Schuss kommen - dass Dammwild in der Region eigentlich gar nicht vorkommt, scheint den Beteiligten egal gewesen zu sein.

Dass dieser Skandal öffentlich wurde, ist einem aufmerksamen Waldbesitzer zu verdanken. Dieser war einen Tag vor der angekündigten Treibjagd auf den Weg zu seinen Schafen, als ihm ein Geländewagen mit Anhänger auffiel. Kurz darauf sei ihm ein Rudel zahmes Dammwild begegnet. Die Tiere ließen sich sogar streicheln. Der Waldbesitzer meldete den Vorgang bei der Kreisverwaltung, welche wiederum das zuständige Veterinäramt einschaltete. Das zuständige Veterinäramt ließ das Fleisch des erlegten Dammwildes untersuchen und wurde fündig: im Fleisch der erlegten Tiere wurden Betäubungsmittel nachgewiesen. Gegen den Jagdleiter wurde mittlerweile Anzeige erstattet, der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz distanziert sich und spricht von einem Einzelfall.

Es wäre schön, wenn der Landesjagdverband hier Recht hätte – leider steht jedoch zu befürchten, dass wir hier nur die Spitze des Eisbergs sehen. Hätte es in diesem Fall nicht einen aufmerksamen Zeugen gegeben, der seine Beobachtungen nicht auf sich beruhen ließ und der zudem das Glück hatte, dass das Veterinäramt und nicht die zuständige Jagdbehörde mit hinzugezogen wurde, dann wäre auch dieser Vorfall niemals ans Licht der Öffentlichkeit gekommen.

Dieser Vorfall zeigt aber auch, wie wichtig es ist, ganz genau hinzuschauen, was sich in unseren Wäldern so abspielt. Denn bei weitem nicht alles, was Jäger ganz offen vor den Augen der Öffentlichkeit machen, ist auch legal. Von daher ist es immer ratsam, bei Zweifeln die zuständigen Behörden, die Polizei oder auch die Presse einzuschalten.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/staatsanwaltschaft-ermittelt-wegen-verstoessen-gegen-tierschutz-bei-jagd-in-olkenbach-bei-wittlich-100.html?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR2IcGluMMRbr_6A_DRUyIx1P9KwV-qxcSC7xX9Eqwcp1wF9ykijZfVu41E_aem_ASnM__cozFyshrtG5Ec7lwsOF2gzJQSooCCtKc_sXm2KlimSAIddXevX4epYiBElzG2KRpddCshCjHKBapvr0dC8

https://www.facebook.com/AntijagdverbandDeutschland/posts/pfbid0qBvFMtxJdxLhBxh45Eq2vwZC7WqFedasYB6d2uDtZV6izpetF3Psp4CV6f8KeVaEl

 

 

April 2024

Auch folgender Fall zeigt, welchen Gefahren die Öffentlichkeit durch Jägerwaffen permanent ausgesetzt ist: so staunte die Belegschaft des Unternehmens Schwabfrucht in Busseck an einem Morgen im April nicht schlecht, als in der Innenwand des Aufenthaltsraums ein Projektil entdeckt wurde. Abgegeben hatte den Schuss wohl ein 40-jähriger Jungjäger, der in der Nacht zuvor in unmittelbarer Nähe des Firmengeländes versucht hatte, ein Tier zu erlegen. Dass die Kugel stattdessen im Aufenthaltsraum der Firma gelandet war, hatte der Schütze offenbar gar nicht mitbekommen.

Dass in diesem Fall niemand verletzt wurde, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe niemand auf dem Firmengelände befunden hat. Da Jagdausübung aber nicht nur nachts stattfindet und auf Anwohner grundsätzlich kaum Rücksicht genommen wird, geht der nächste derartige Zwischenfall unter Umständen nicht so glimpflich aus. Da stellt man sich schon die Frage, wie viele derartiger Vorfälle es eigentlich noch braucht, um die Rahmenbedingungen bei der Jagdausübung grundlegend zu überarbeiten und endlich für mehr Sichherheit für die Bevölkerung zu sorgen.

https://www.fnp.de/hessen/schwabfrucht-buseck-schuss-landet-in-aufenthaltsraum-von-92989735.html

 

 

April 2024

Wie erst jetzt bekannt wurde, geriet Mitte März ein 10-jähriger Junge beim Spielen in der Nähe eines Schuppens in eine nicht gesicherte und illegal aufgestellte Schlagfalle. Die Metallzähne bohrten sich in den linken Ellenbogen des Jungen - eine halbe Stunde lang musste er unter unerträglichen Schmerzen und im Schockzustand ausharren, bis er endlich befreit werden konnte.

Doch diese "Befreiung" wirf Fragen auf: während ein Freund des Opfers versucht, Hilfe zu holen, tauchen plötzlich zwei Männer an der "Unglücksstelle" auf. Einer der Männer - ein 50-jähriger Jäger - geht in den Schuppen und holt ein Werkzeug, mit dem man Fallen öffen kann und befreit den Jungen.

Gegen den Mann wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und eines Vergehens gegen das Jagdgesetz ermittelt, die Polzei hat den Fall mittlerweile an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Ob man dem Tatverdächtgen nachweisen können wird, dass er die Falle aufgestellt hat, steht allerdings in den Sternen: der Waidmann bestreitet nämlich, dass die Falle ihm gehört und da die Falle beim Eintreffen der Polizei praktischerweise nicht mehr auffindbar war, gibt es im Moment nichts, was den Jäger mit der Falle in Verbindung bringen könnte. Es gibt zwar die Aussagen der beiden Kinder, die "den Eindruck gehabt hätten", dass die Falle dem Mann gehört - Beweise hierfür gibt es jedoch nicht.

Immerhin will die Polizei nun der Frage nachgehen, ob der Jäger die Falle verschwinden lassen hat. Da Fallen in der Regel nicht dazu neigen, sich selbst in Luft aufzulösen, ist ein anderes Szenario allerdings kaum vorstellbar. Bleibt zu hoffen, dass die Polizei hier mit Hochdruck ermittelt und den Tatverdächtigen mit dieser dreisten Aktion nicht durchkommen lässt.

https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/bub-haengt-25-minuten-in-schlagfalle-fest-92988496.html

 

 

April 2024

Der Polizistenmörder von Kusel – Andreas S. - muss sich erneut vor Gericht verantworten. Dieses Mal geht es um einen Vorfall aus dem Jahr 2017. Der spätere Mörder war damals von einem Jagdkollegen beim Wildern erwischt worden. Als dieser ihn stellen wollte, habe Andreas S. mit seinem Auto Gas gegeben und sei direkt auf ihn zugefahren. Dieser Vorfall wurde im Jahr 2023 schon einmal verhandelt, allerdings war Andreas S. damals freigesprochen worden, da das Amtsgericht Neukirchen die Auffassung vertrat, dass die Vorfälle „schlicht nicht mehr aufklärbar“ seien.

Gegen dieses Urteil war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen, so dass der Fall nun vor dem Landgericht Saarbrücken neu aufgerollt wird.

Leider muss man davon ausgehen, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Fall nur deshalb so hartnäckig ist, weil der Beschuldigte später zum Polizistenmörder wurde. Andernfalls wäre wohl sowohl die Wilderei als auch das gefährliche Zufahren auf einen Zeugen als Kavalier-Delikt behandelt und das Verfahren eingestellt worden.

https://www.pirsch.de/news/prozess-wegen-wilderei-polizisten-moerder-erneut-vor-gericht-38726?fbclid=IwAR2rDH73XJVsRhdOTTxVKaVyDWpaP98uAmQWEQOz4D91qS1zWlxUWcRhDYQ_aem_Aa2n2I9z37YiLpPOsf6ND-fjfxmK1aLbU9ECeotfH_lVDDmWIMqJ1MU8lVMW6shA8FQpDPWtpS_GaUJlNzcOT4zX

 

 

April 2024

Wie nahezu unmöglich es ist, gegen Jagdvergehen rechtlich vorzugehen, zeigen die beiden folgenden Fälle:

Fall 1: Im Herbst 2022 erstattete Wildtierschutz Deutschland Strafanzeige gegen einen Jäger, der im Raum Siegen mehrmals mit einem Kantholz auf zwei in einer Mülltonne festsitzende Waschbären eingeschlagen hat. Daraufhin erhielt der Beschuldigte im Herbst vergangenen Jahres zunächst einen Strafbefehl, gegen den er sich jedoch rechtlich zur Wehr setzte. Und er hatte Erfolg: das Verfahren wurde nun eingestellt. Prozessbeobachter berichten, dass der Staatsanwalt äußerst schlecht vorbereitet war und mehrmals geäußert habe, die Prozessakten gar nicht zu kennen. Obwohl der Tierschutz bereits vor Jahren als Staatsziel im Grundgesetz verankert wurde, scheint man Verstöße gegen das Tierschutzgesetz von juristischer Seite immer noch als Kavaliersdelikt zu betrachten…

Fall 2: Im Dezember 2023 fielen 33 Jäger mit 15 Hunden an einem Morgen gegen 6.00 Uhr in ein Vogelschutz- und Natura 2000-Gebiet ein, Anwohner berichten von „kriegsähnlichen“ Zuständen. Es nicht nachvollziehbar, warum mitten im Winter, zu einer Zeit, zu der an Spaziergänger und andere Naturnutzer eindringlich appelliert wird, auf die rastenden Vögel Rücksicht zu nehmen und jede Störung zu vermeiden, eine Jagd überhaupt erlaubt ist. Doch leider scheint der Gesetzgeber davon auszugehen, dass eine Jagd die Vögel nicht stören würde…Diese Jagd fand allerdings in den frühen Morgenstunden statt, zum Zeitpunkt der Jagd war es stockdunkel. Es ist absolut unmöglich, eine jagdbare Graugans etwa von einer geschützten Nonnengans zu unterscheiden. Da ein sicheres „Ansprechen“ vor der Schussabgabe aber zwingend vorgeschrieben ist, wurde hier eindeutig gegen geltendes Recht verstoßen. Dennoch wurde auch dieses Verfahren eingestellt. Begründung: die Schussabgabe konnte keinen bestimmten Personen nachgewiesen werden.

Jagd findet noch immer viel zu oft in einem rechtsfreien Raum statt – und leider wird das auch so bleiben, solange die geltenden Gesetze nicht konsequent durchgesetzt werden und man als Jäger immer damit rechnen kann, dass Verstöße gegen das Jagd- und Tierschutzgesetz nicht geahndet und die Verfahren in der Regel eingestellt werden.

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/strafanzeige-jagd-plessenteich-bayern

 

 

 

April 2024

Im September 2023 erschoss ein Jäger ohne erkennbares Motiv eine obdachlose Frau in der Iserlohner Innenstadt. Nun findet der Prozess gegen den 29-jährigen Studenten statt: wie sich bereits beim Prozessauftakt herausstellt, leidet der Täter unter einer Schizophrenie und lebt in dem Wahn, ein Klon zu sein.

Sein Problem, für den Mord an eine Waffe zu kommen, ging er jedoch erstaunlich rational an: er entschloss sich einfach dazu, eine Jägerausbildung zu machen und gelangte so innerhalb kürzester Zeit völlig legal an Waffen.

Der STERN berichtet über den Prozess und fragt völlig zu Recht, wie sich jemand mit derartigen psychischen Problemen zum Jäger „ausbilden“ lassen kann.

Leider ist das Medienecho zum Prozessauftakt äußert gering – außer dem Beitrag im STERN konnten wir keine weiteren Medienberichte über den laufenden Prozess finden. Und so wird auch dieses Mal wohl eine längst überfällige Debatte darüber, wie leicht es in Deutschland ist, über die Jägerausbildung legal an Waffen zu kommen, ausbleiben.

https://www.stern.de/gesellschaft/jaeger-erschoss-schlafende-obdachlose---er-glaubt--er-sei-ein-klon--34581098.html

Interessant in diesem Fall ist auch, dass in den ersten Berichten nach der Tat viele Medien darüber berichteten, dass es sich beim Täter um einen Jäger oder Jagdscheininhaber handelte. Hier wurde mittlerweile „nachgebessert“, die Hinweise auf Verbindungen zum Jägermilieu sind in manchen ursprünglichen Berichten wie von Zauberhand „verschwunden“, stattdessen ist jetzt nur noch von einem "Waffenbesitzer“ die Rede.

Der Fall der getöteten Obdachlosen zeigt deutlich, wie wichtig es wäre, die Zugangsregularien zur Jagdausübung zu verschärfen und künftig genauer hinzuschauen, wer da draußen völlig legal mit einer Waffe durch die Gegend läuft.

Doch in Jägerkreisen hat man das ganz offensichtlich immer noch nicht begriffen – anders kann man sich den heutigen, völlig misslungenen Aprilscherz der Jägerzeitung „Pirsch“ nicht erklären: laut pirsch.de plane das Umweltministerium, den Jugendjagdschein zu verbieten und die Jägerausbildung erst ab 21 Jahren möglich zu machen: man wolle damit der "Gefährlichkeit", die mit der Jagd einhergeht, Rechnung tragen, heißt es. Mit 21 seien Menschen laut aktuellen Studien reifer und würden reflektierter handeln. Außerdem sei angedacht, dass ein erneutes Lösen eines Jagdscheins nach Eintritt in das Rentenalter nicht mehr möglich sei. Als Kompromiss wäre auch ein alle drei Jahre stattfindender Gesundheitscheck denkbar, der sowohl die körperliche als auch die geistige Eignung von Jagdscheininhabern überprüfen solle.

https://www.pirsch.de/news/jugendjagdschein-vor-dem-aus-neue-altersregeln-fuer-jaeger-38682?fbclid=IwAR3tuPmO8784qUbKNOx8AfeTmm8x3ZBMFsXjH8jglfMGNYsFSFKS_Do-tvY_aem_ASLYDpNHCz4exWaaM5K6c-AQIZfmr_uycbho7J0UPJ7iKcPy99taNeOMGul2jwYdJMfLsPSVnRupJVlEAXbLG97g

Dieser Aprilscherz ist ziemlich misslungen und ein Schlag ins Gesicht all derer, die von diesem Jagdirrsinn betroffen sind, die von Jägern angeschossen oder bedroht wurden, die ein Familienmitglied oder einen Freund durch die Jagdausübung verloren haben oder deren Haustier vom Jäger erschossen wurde.

Und die Reaktionen der Jäger auf diesen "Aprilscherz" zeigen, wie dringend notwendig ensprechende Regularien wären - die meisten dieser Herrschaften möchte man sich nicht mit einer Waffe in der Hand vorstellen...

Ein Ralf D. schreibt:  

"Die denken wohl das die Rentner dann zum Reichsbürger werden. So eine Dussliche Regierung. Sollen erstmal ihren scheiß Stall in den Griff bekommen. Bekloppt"

Christian L. ist sich offenbar nicht so sicher, dass die momentan herrschenden, paradiesischen Zustände fürJäger dauerhaft bestehen bleiben und äußert sich so:

"Toller Beitrag! Mit so einer Scheisse muss man auch erst die richtigen Leute auf die Spur stellen... Kann man sich nur an die Birne packen..."

Eine Jana B. hingegen - selbst Jagdscheininhaberin - steht einer entsprechenden Regeländerung eher positiv gegenüber und berichtet über ihre Erfahrungen während der Jägerausbildung: ein viel zu hoher Anteil an viel zu jungen Jagdscheinanwärtern, denen die nötige Reife für den Umgang mit Schusswaffen schlicht gefehlt hätte. Ein Teil der Jäger spricht ihr diese Erfahrungen einfach ab, dieser kommentierende Jäger hat wohl Bedenken, dass ihm selbst die psychische Eignung für die Jagdausübung abgesprochen werden könnte und äußert sich so:

"man kann nicht wegen jedem Trottel Gesetze machen die anständige Bürger unötig Maßregeln für solche Gestalten gibt es Dan andere Möglichkeiten. Man holzt auch nicht den Wald ab nur um einen Vogel zu fangen."

Und ein Flo M bringt seine differenzierten Gedanken folgendermaßen zum Ausdruck:

"was für eine ? du hier von dir gibt's ?

https://www.facebook.com/PIRSCH.de/posts/pfbid029SNfNDQsmD7iMG3GEYibdmb3ym43zS6DoH8RsQc9RY2T3zmHr7WmX7troLm3PV7Hl

 

 

März 2024

Im Moment lässt der Deutsche Jagdverband überall verbreiten, dass sich die Feldhasenbestände im ganzen Land erholen würden - für das Jahr 2023 sei sogar ein „Allzeithoch“ zu verzeichnen. Zu dieser Einschätzung kommt zumindest Thorsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes.

Eine erfreuliche Entwicklung, könnte man meinen. Aber woher kommen die Zahlen und was soll mit derartigen Verlautbarungen bezweckt werden?

Hierfür muss man wissen, dass der Feldhasenbestand seit den 80er Jahren um 75% abgenommen hat. Daher fordern viele Naturschutzverbände seit Jahren, den Feldhasen, der bundesweit in der Roten Liste als „gefährdet“ geführt wird, mit einer ganzjährigen Schonzeit zu belegen. Dies konnten die Jäger aber bisher immer verhindern, und zwar durch sog. „Stichprobenzählungen“, die in ausgewählten Revieren von den Jägern selbst durchgeführt werden. Hierfür erfassen Jäger im Frühjahr und Herbst die Zahl der Feldhasen, die sie nachts auf einer bestimmten Strecke im Licht eines normierten Scheinwerfers sehen können. Gerne führt man diese Stichprobenzählungen in Gebieten mit höheren Feldhasenbeständen durch und rechnet diese Zahlen dann auf ganz Deutschland hoch. Ein seriöses Monitoring sieht anders aus.

Doch trotz aller Euphorie sieht auch Thorsten Reinwald den Feldhasen nach wie vor in seinem Bestand gefährdet. Schuld an der schwierigen Situation sei die intensive Landwirtschaft, der Straßenverkehr und hoher Flächenverbrauch. Bis hierher kann man Herrn Reinwald sicher zustimmen. Die Rolle der Jäger lässt er bei seiner Argumentation aber leider völlig außer Acht, stattdessen muss einmal mehr der Fuchs als Fressfeind und Sündenbock herhalten, den die Jäger „zum Schutz“ des Feldhasen weiter gegen jede wissenschaftliche Grundlage intensiv bejagen, und das mit solch barbarischen Methoden wie der Fallen- oder der Baujagd.

Doch trotz aller Ablenkungsversuche des Deutschen Jagdverbandes ist es schlicht nicht nachvollziehbar, warum man eine Tierart, die derart unter Druck geraten ist, unbedingt weiter bejagen möchte. Denn von einer ganzjährigen Schonzeit für den Feldhasen hält man in Jägerkreisen nach wie vor nicht viel. Im Gegenteil: wenn es – zumindest auf dem Papier – wieder mehr Feldhasen gibt, muss man sich bei der Bejagung künftig nicht mehr so sehr zurückhalten und kann sich bald wieder über größere Strecken freuen.

Der Deutsche Jagdverband schätzt die Zahl der in Deutschland lebenden Feldhasen im Moment auf etwa 2 Millionen Tiere. Im vergangenen Jagdjahr wurden laut offizieller Jagdstatistik 238.148 Feldhasen erlegt. Ob man einer in ihrem Bestand gefährdeten Art gerecht wird, darf bezweifelt werden.

https://www.petbook.de/wildtiere/feldhasen-bestand-in-deutschland?fbclid=IwAR2rDFhx9go0qxBi4PUhonY9KaJQoMsJ8F94bTxsqFXSTtw9DjFemcPGeFk_aem_AW5G7_hyF3J2-E2IEZMV46vYn6OysLGupPbma1R_AsSmqJkT6o-4JAoZEFaYsw5diNhGKZ0n46R1KNU2yg5binZd

https://www.facebook.com/Waldmaedchen.blog/posts/pfbid02cS1S5V6RfyDgrzhTbGRYyn5rFTDGyjXrjPKtUuNfzTcCihCCLKcLcupvPvoWLwFSl

https://www.jagdverband.de/sites/default/files/2024-02/2024-01_Infografik_Jahresjagdstrecke_Feldhasen_2022_2023.jpg

 

 

März 2024

Folgender Vorfall zeigt, wie überfällig die Verschärfung des Waffenrechts einschließlich regelmäßiger Überprüfung der psychischen Eignung von Jagdscheininhabern wäre:

bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle im Ortsbereich von Mellrichstadt ging den Polizeibeamten ein Jäger ins Netz, der eine geladene Waffe im Auto mit sich führte. Laut Polizeiangaben sei ein gefülltes Magazin eingeführt und eine Patrone im Lauf gewesen. Gegen den Jäger wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Das Verhalten des Jägers kann nur als grob fahrlässig bezeichnet werden.

Trotzdem versucht die Polizei unverständlicherweise, sofort die Wogen zu glätten und weist darauf hin, dass ein derartiger Verstoß „ausdrücklich einen Ausnahmefall darstellt.“ Gleichzeitig bittet die Polizeidienststelle,  "Waffenbesitzer, Sportschützen wie auch Jäger, sich mit den Vorschriften und Regelungen des Waffengesetzes insbesondere beim Mitführen in der Öffentlichkeit aufzuklären".

Die Polizei bittet Waffenbesitzer, sich darüber zu informieren, welche Vorschriften es für den Umgang mit Schusswaffen gibt??? Fast könnte man den Eindruck bekommen, als ob die Polizei es bedauern würde, dass ihnen der Jäger ins Netz gegangen ist.

https://www.pirsch.de/news/bei-polizeikontrolle-jaeger-mit-geladener-waffe-im-auto-erwischt-38639

Immer wieder liest man von Vorfällen, bei denen Jäger ihre Waffen nicht sachgemäß aufbewahren oder transportieren, auch die meisten Jagdunfälle sind auf unsachgemäßen und teils grob fahrlässigen Umgang mit Schusswaffen zurückzuführen.

Trotzdem will man in Jägerkreisen von einer Verschärfung des Waffengesetzes nichts wissen – und so stößt auch der neue Vorstoß des Bundesinnenministeriums, halbautomatische Waffen für Jäger zu verbieten, auf erbitterten Widerstand. Man hält die Maßnahmen für überzogen und bezweifelt einen Sicherheitsgewinn. Vor allem aber wird bemängelt, dass der Gesetzesentwurf ohne die eine Beteiligung der „Praktiker“ – sprich: Jäger – zustande gekommen ist. Diese fehlende Möglichkeit der Einflussnahme in gesetzgebende Prozesse scheint eine ganz neue Erfahrung für die Jagdszene zu sein – zu sehr hat man sich in den vergangenen Jahrzehnten daran gewöhnt, jedes die Jagdausübung betreffende Gesetz durch gezielte Lobbyarbeit in seinem Sinn beeinflussen zu können. Bleibt zu hoffen, dass das Bundesministerium standhaft bleibt und nicht doch noch vor der Jagdlobby einknickt.

https://www.pirsch.de/news/jaeger-lehnen-eine-verschaerfung-des-waffengesetzes-ab-ein-kommentar-38634#:~:text=Eine%20Umfrage%20zeigt%2C%20dass%20im,Hier%20sind%20die%20Ergebnisse.&text=Was%20J%C3%A4ger%20von%20einer%20Waffenrechtsversch%C3%A4rfung,um%20das%20es%20derzeit%20brodelt.

 

 

März 2024

Anfang März fand in Weiden der Landesjägertag des Bayerischen Jagdverbandes statt – verschiedene Medienberichte machen deutlich, wie zerstritten der Verein eigentlich ist: da wird der Ablauf kurzfristig per Gerichtsbeschluss geändert, geladene und bereits angereiste Mitglieder dürfen an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Auch die Kritik am amtierenden Präsidenten Ernst Weidenbusch reißt nicht ab. Zwar scheiterte die Abwahl des umstrittenen Vorsitzenden im vergangenen Jahr knapp – Ruhe im Verband kehrte daraufhin aber nicht ein. Eine Gruppe rund um Andreas Ruepp von der Kreisgruppe Memmingen wirft Weidenbusch vor, Kritiker „mundtot“ machen zu wollen. Die Unterstützer von Ernst Weidenbusch hingegen werfen den Kritikern vor, „den Zusammenhalt des Verbandes“ zu gefährden.

Unbeeindruckt von diesen kindischen Machtspielchen, trat am Nachmittag auch Wirtschafts- und Jagdminister Aiwanger auf dem Landesjägertag auf. Wie wichtig ihm das Thema Jagd ist, kann man auf seinem Facebook-Account nachlesen – gleich vier Beiträge war ihm der Landesjägertag wert.

Beitrag 1: „Kein ideologisches Chaos in der Jagdpolitik! Jagdrechtsänderungen wie Sie beispielsweise in Rheinland-Pfalz oder Brandenburg diskutiert wurden, mit Jagden auf kleinen Grundstücken und Zerstörung des Revierjagdsystems sind ein Irrweg!“

Beitrag 2: „Landesjägertag in Weiden. Gemeinsam mit Bauern, Grundbesitzern, Waldbauern, Fischern, Teichbesitzern, Bayerischen Staatsforsten und vernünftigen Natur-/Tierschützern für Schutz der Natur durch nachhaltige Nutzung.“

Beitrag 3: „Waidgerechte Jagd ist Tierschutz. Keine Muttertiere von den Jungen wegschießen, ausreichend lange Schonzeiten.“

Beitrag 4: „Revierjagdsystem und Revierpächter sind demokratisch legitimiert durch Grundbesitzer, ideologische Angriffe von Jagdgegnern aufs Jagdsystem sind inakzeptabel.“

Und das meint Herr Aiwanger offensichtlich genauso wie er es sagt – an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit Kritikern ist er nicht interessiert. So wurde mein Kommentar, mit dem ich darauf hingewiesen habe, dass Waidgerechtigkeit mit Tierschutz nicht das geringste zu tun hat, dass, im Gegenteil, die hochgelobte Waidgerechtigkeit dem Tierschutz viel zu oft im Weg steht und dass er das als Jäger eigentlich wissen müsste, umgehend gelöscht - eine Diskussion über die Unvereinbarkeit zwischen Jagd und Tierschutz ist nicht erwünscht. 

Auch mein Kommentar zu Beitrag 4 wurde umgehend gelöscht. Herr Aiwanger argumentiert ja, dass das Revierjagdsystem demokratisch legitimiert sei und unterstellt Kritikern des momentan herrschenden Systems somit eine ideologische und antidemokratische Grundhaltung. In meinem Kommentar stellte ich die Frage in den Raum, ob es nicht vielmehr undemokratisch sei, dass ich als Grundbesitzer automatisch Mitglied einer Jagdgenossenschaft bin und dass ich viel Geld und Zeit dafür aufwenden muss, aus dieser Zwangsmitgliedschaft auszutreten, dass solche Austrittsverfahren bewusst verschleppt werden und es betroffenen Grundbesitzern so schwer wie möglich gemacht wird, ihre Grundstücke befrieden zu lassen. 

Auch über dieses Problem möchte Herr Aiwanger offensichtlich nicht diskutieren – es dürfte ihm klar sein, dass der breiten Öffentlichkeit das System der Zwangsmitgliedschaft mit all seinen Nachteilen für Grundbesitzer nicht geläufig ist. Und so soll es scheinbar auch bleiben.

Nachdem mein Kommentar gelöscht war, wurde ich zudem blockiert und kann nun die einseitige Jagdpropaganda des Herrn Aiwanger auf seiner Facebook-Seite nicht weiter stören.

Für einen amtierenden Minister ein ziemlich armseliges Verhalten.

Auf dem Landesjägertag äußerte sich Herr Aiwanger übrigens folgendermaßen:

„Es gibt viel zu diskutieren in Zeiten, in denen die Jagd von immer mehr Menschen infrage gestellt wird, die von der Sache nichts verstehen.“

So wie sich Herr Aiwanger verhält, möchte er jedoch ausschließlich mit Menschen diskutieren, die sowieso schon seiner Meinung sind- so verhält man sich eigentlich nur, wenn man weiß, dass man eigentlich keine Argumente hat.

Dass der Diskussionsbedarf groß wäre und die Kritik an der Jagd zunimmt, zeigen auch die doch recht zahlreichen kritischen Beiträge im Kommentarbereich unter dem BR-Bericht zum Landesjägertag – hier exemplarisch der Post eines Försters, der die Situation aus unserer Sicht recht treffend zusammenfasst:

"Aiwanger ist Hobbyjäger, genauso wie fast alle der im BJV organisierten Jäger. Als Förster und forstlicher Gutachter bin ich immer wieder erstaunt wie wenig die meisten Jäger von ökologischen Zusammenhängen wissen und verstehen. Mit der Begründung „als Jäger kennt er sich aus“ kann man dann auch einen Modelleisenbahner zum Verkehrsminister und einen Schrebergärtner zum Landwirtschaftsminister machen."

https://www.br.de/nachrichten/bayern/landesjaegertag-in-weiden-es-knarzt-im-bayerischen-jagdverband,U6WuooZ

 

 

März 2024

Köln, Köln, immer nur Köln. Das schlägt aufs Gemüt. Ab und zu muss Jan einfach mal raus – nach Köln-Bickendorf. Am wohlsten fühlt er sich immer noch im Forst. Janker an, das Gewehr schultern und dann ab auf den Hochsitz, um ein paar Rehe oder Wildschweine wegzuknipsen. Wellness mal anders. Jagen ist Sport, Jagen ist Tradition, Jagen ist vor allem Natur pur. Rund 436.000 Menschen in Deutschland besitzen einen Jagdschein – können so viele Deutsche irren? Vorab: Ja. Denn nicht allen geht es um den Erhalt eines gesunden Ökosystems. Und manchen wird Reh und Co. auch zu langweilig und dann schauen sie sich auf anderen Kontinenten um … Waidmannsheil!

Mit dieser Einführung in seine Sendung „Die Jagd: Naturschutz oder Bock auf Ballern?“ aus der Reihe Magazin Royale beschreibt Jan Böhmermann die Motivation vieler Jäger schon recht treffend. Satirisch arbeitet er viele der von Jagdkritikern immer wieder geäußerten Kritikpunkte an der heutigen Hobbyjagd ab: mangelhafte Ausbildung in Crashkursen, fehlende Treffsicherheit, Jagdunfälle, das allzu gern ins Feld geführte Naturschutzargument, mit welchem Jäger versuchen, ihre eigene Jagdleidenschaft zu rechtfertigen, Kontakte zur rechten Szene (hier z.B. Teilnahme der als rechtsextrem eingestuften Deutschen Bruderschaft an der Dortmunder Jagdmesse), enge Kontakte zu Politik, einflussreiche Adelige und Industrielle, die gemeinsam mit hochrangigen Politikern auf die Jagd gehen und auch die Trophäenjagd im Ausland.

Wir bedanken uns bei Jan Böhmermann, dass er mit dieser Sendung die Probleme, welche die Hobbyjagd mit sich bringt, einem größeren Publikum vor Augen geführt hat – etwas, wovor „seriöse“ Politiksendungen immer noch zurückschrecken. Einziger Kritikpunkt: die doch recht starke Konzentration auf jagende Adelige. Wie die Kommentare unter dem Beitrag zeigen, hat das dazu geführt, dass sich viele Jäger von der Kritik gar nicht angesprochen fühlen. Andere wiederum scheinen das mit der Satire grundsätzlich noch nicht so richtig verstanden zu haben und fühlen sich in ihrem Tun tatsächlich noch bestärkt…Da scheint Herr Böhmermann die Intelligenz der Zielgruppe wohl etwas überschätzt zu haben.

Hier der Link zur Sendung:

https://www.youtube.com/watch?v=q__LT1Js9gE

 

 

Februar 2024

In einem Beitrag auf pirsch.de wird beklagt, dass die Taubenstrecke immer weiter zurückgeht: konnten Jäger im Jagdjahr 2005/2006 noch über 960.000 Tauben erlegen, waren es im Jagdjahr nur noch etwa 275.000 Tauben. Auf pirsch.de geht man auf Ursachenforschung und stellt im Forum anschließend die Frage: „Werden bei euch Tauben bejagt?“

Es folgen zahlreiche begeisterte Erfahrungsberichte und fragwürdige Fotos von massenhaft vom Himmel geschossenen Tauben. Aber es gibt auch viel Widerspruch – was wiederum so manchem Jäger nicht zu gefallen scheint. Da werden dann Menschen, die sich kritisch zur Taubenjagd äußern, von einem Wilfried M. als „Schmeissfliegen die über Zusammenhänge in der Natur keine Ahnung haben“ bezeichnet. Und das ist noch ein harmloser Kommentar.

Eine Pflegestelle für Wildtauben macht auf das eigene Fachwissen aufmerksam, weist auf das Leid der Tauben hin und bekommt von einem Andreas B. folgende Antwort: 

"... und da sie angesprochen haben das der Ton der Jäger ihnen nicht passt muss ich ihnen sagen der ihrige passt leider auch überhaupt nicht, und ich freue mich wenn sie sich weiterbilden und im stetigen Austausch sind, die meisten von NABU Peta selbsternannte Tieschützer und Co haben diese Bildung nicht sondern oftmals gefährliches Halbwissen oder nur eine einseitige Sicht auf diese Dinge und sind nicht in der Lage ein vernünftiges Gespräch zu führen, aber jeder Jäger hat eine Prüfung bestanden und nicht umsonst ist die Jägerschaft der größte anerkannte Tierschutz in Deutschland der sogar als System relevant gilt".

Da scheinen die Nerven ja ganz schön blank zu liegen.

Ein weiterer Jäger beklagt, dass eine geplante Taubenjagd aufgrund von Protesten seitens von Tierschützern wieder abgesag wurde. Daraufhin antwortet wieder Wilfried M: 

"Von sowas lassen wir uns erst garnicht einschüchtern. Das wäre Feigheit vorm Feind. Wir vom Dorf wissen wie mit diesen Typen umzugehen ist." 

Und wenn man gar nicht mehr weiter weiß und man merkt, dass sämtliche Argumente von den Jagdkritikern in Windeseile entkräftet werden, kommt so etwas - in diesem Fall von Fraco G.:

"Eigentlich sind nur eine Menge sexuell frustrierte Frauen im Spätherbst ihres Lebens unterwegs, welche sich auf Jagdseiten rum treiben, da ihr Leben ansonsten nix mehr zu bieten hat."

Heike E. gibt hierzu noch folgenden tiefgründigen Kommentar ab:

 "...und untervögelte Frauen. Da trocknet dann irgendwann auch das Hirn aus."

Und Reus v.d.H. fügt an:

 "Oma hat immer gesagt: Die ungef...ten Hennen gackern am lautesten."

Und in diesem Stil geht es munter weiter. Wir haben diese Zitate hier öffentlich gemacht, um zu zeigen, dass eine sachliche Kommunikation nicht unbedingt an den Jagdkritikern scheitert, sondern oftmals am absolut unterirdischen Niveau vieler Jäger. 

Mittlerweile ist übrigens eingeschränkt, wer den Beitrag auf pirsch.de kommentieren darf - die Kommentare kann man aber weiterhin unter folgendem Link nachlesen:

https://www.facebook.com/PIRSCH.de/posts/pfbid02xhXCnGk1aqm9FHNUvJ2AkFifgChooUuHQeqNfhFyDaKWmfGsneB4AwNqWTP3NW2El

 

 

Februar 2024

Wie schwer bis unmöglich es in Deutschland ist, einem verletzten Wildtier zu helfen, zeigt folgender Fall: ein Autofahrer findet am Straßenrand ein leicht verletztes Reh. In der Absicht, dem Reh zu helfen, packt er es kurzentschlossen in sein Auto, seine Frau versucht telefonisch, einen Tierarzt zu erreichen. Da sich dieses Vorhaben schwierig gestaltet, richtet die Familie dem verletzten Reh zu Hause im Schuppen ein Nachtlager ein. Doch plötzlich fahren mehrere Streifenwagen auf das Grundstück der Familie, die Polizei verlangt die Herausgabe des verletzten Tieres. Als die Familie sich zuerst weigert, wirft man dem Mann Diebstahl und Jagdwilderei vor und besorgt sich einen Durchsuchungsbeschluss für das Auto. Die Familie gibt schließlich nach, das Reh wird dem Jagdpächter übergeben, der es vermutlich wenig später erschossen hat.

https://www.facebook.com/achim.heisler/posts/pfbid02RoGsaHnc7UdqgjFR2nD3A7ansGJHdM8DWAULbyymYy9kdFLyibac4PPWob1RyDfel

Das ist angewandter Tierschutz in Deutschland im Jahre 2024. Wildtierschutz Deutschland hat auf seiner Homepage ebenfalls über den Fall berichtet und hier auch nochmal die rechtlichen Fakten zusammengestellt.

Zusammenfassend lässt sich sagen (Zitat Wildtierschutz Deutschland):

"Kurz gesagt: Wer einem jagdbaren Wildtier wie Reh, Fuchs, Dachs, Marder, Stockente, Graugans, Fasan und viele mehr spontan helfen möchte, steht – überspitzt gesagt – mit einem Bein im Knast, wenn er in dem Moment nicht daran denkt, unverzüglich die Polizei zu informieren. Wer das Tier dem Jäger ausliefert oder aber es einfach liegen lässt, handelt dagegen gesetzeskonform. In was für einem Land leben wir hier?"

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/straftat-tierrettung?fbclid=IwAR09BoOe8QUH1CNK09OFvflplXuaXWCAO-PjvNEyCAZP5jhMtol21CrXkFE

 

 

Februar 2024

„Wie rechts ist die Jagd?“

Dieser Frage geht Wildtierschutz Deutschland in einem aktuellen Beitrag nach. Auslöser für diesen Beitrag war die Teilnahme der dem rechtsextremen Milieu zuzuordnenden Deutschen Bruderschaft an der Dortmunder Jagdmesse „Jagd und Hund“. Da es weder einen speziellen Bezug zur Jagd noch zu Hunden gibt, stellt man sich schon die Frage, warum die Deutsche Bruderschaft ausgerechnet an dieser Messe teilnehmen wollte. Hofft man, im Jägermilieu Gleichgesinnte zu treffen? Der Beitrag von Wildtierschutz Deutschland geht dieser spannenden Frage nach und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Aussage „Jäger sind rechts“ so nicht halten lässt – allerdings wird auch deutlich, dass Rechte unter Jägern häufiger anzutreffen sind als im Bevölkerungsdurchschnitt. Für die Zukunft wird also von entscheidender Bedeutung sein, wie die Jagdverbände mit Rechtsextremen in den eigenen Reihen umgeht. Hier ein Auszug aus dem Beitrag von Wildtierschutz Deutschland:

"Von entscheidender Bedeutung ist der Umgang der Jäger mit Rechtsradikalen in ihren eigenen Reihen. Sind sie sich des Problems bewusst? Wie stehen sie zum Auftritt der Deutschen Burschenschaft bei Europas größter Jagdmesse? Vor allem aber: Tun sie etwas dagegen, dass Ultrarechte die Jagd nutzen, um leicht an Waffen zu gelangen? In Deutschland ist der Jagdschein mit Abstand der leichteste legale Weg, Waffen in Gebrauch zu bringen.

Interessante Fragen - es wäre wünschenswert, wenn die Jagdverbände sich hierzu zeitnah äußern würden. Zwar kritisiert der Sprecher des Landesjagdverbandes NRW in den Medien, dass die Deutsche Bruderschaft mit einem Stand auf der Messe vertreten war und schiebt hier den Schwarzen Peter zurück an die Stadt Dortmund, welche für die Genehmigung der Stände zuständig sei. Mit seiner Aussage, dass "Jäger aus der Mitte der Gesellschaft kommen und ein Spiegelbild dieser Gesellschaft" seien, macht er sich aber sehr leicht und negiert fast beiläufig, dass rechtsextreme Tendenzen in Teilen der Jägerschaft ein Problem darstellen könnten. Wie so oft bei der Jagd also auch bei diesem Thema: beschwichtigen, herunterspielen, schönreden....

https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/deutsche-burschenschaft-jagd-und-hund-100.html

Den Beitrag von Wildtierschutz Deutschland finden Sie unter folgendem Link:

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/wie-rechts-ist-die-jagd?fbclid=IwAR0glZyaIfcwbS_D66qU6nn8j0sGjInVNgwdRRI7vAtGDLea_XWOq0RvNXM

 

 

Februar 2024

In den Jahren 2021 bis 2023 töteten Jäger in Deutschland 17 Pferde – und auch 2024 reißt diese Serie scheinbar nicht ab: Anfang Februar kam es in Oberhausen (NRW) zu einer weiteren tödlichen „Verwechslung“. Ein 27-jähriger Jäger war gegen 22.00 Uhr noch auf Wildschweinjagd, als er bei guter Sicht den verhängnisvollen Schuss abgab und die Haflinger-Stute Edda am Kopf schwer verletzte. Nachdem er seinen Irrtum bemerkt hatte, informierte er die an die Weide angrenzenden Nachbarn, welche wiederum die Besitzer des Pferdes informierten. Als die Besitzer bei Edda eintrafen, fanden sie sie schwerverletzt und am Kopf blutend vor, der Unterkiefer war zerschossen, Edda hatte starke Schmerzen. Dennoch weigerte sich der Jäger, Edda den Gnadenschuss zu geben. Und so musste Edda leiden, bis ein Tierarzt vor Ort war und sie von ihren Qualen erlösen konnte. Die Besitzer sind traumatisiert und werden diesen Anblick wohl ihr Leben lang nicht mehr vergessen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen – aber selbst falls diesem Jäger die Jagderlaubnis tatsächlich entzogen werden sollte, wird der nächste derartige Vorfall nicht lange auf sich warten lassen. Um wirklich etwas an diesen unhaltbaren Zuständen zu ändern, müsste man das System grundlegend reformieren. Und hierfür fehlt leider der politische Wille.

https://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/oberhausen-ruhrgebiet-news-tiere-pferd-jaeger-tod-id300832561.html

Interessant auch eine Diskussion auf pirsch.de zu diesem Thema. Während dort viele Stimmen auch von Jägern zu vernehmen sind, die ein derart fahrlässiges Verhalten mit deutlichen Worten verurteilen, melden sich auch Jäger zu Wort, die durchaus Verständnis für den Todesschützen aufbringen oder den Vorfall bagatellisieren wollen. Auf die Frage eines Users, wie man denn ein Pferd mit einem Wildschwein verwechseln könne, antwortet ein Jäger:

"Jäger sind die einzigen die schießen dürfen. Deswegen..und bei ca 2-3 Millionen Schuss die im Jahr abgefeuert werden passieren solche Sachen im Promille Bereich."

Auch andere Jäger zeigen durchaus Verständnis für den Fehlschuss und äußern, dass sie nun nicht in der Haut des Unglücksschützen stecken möchten - denn immerhin könnten viele Umstände zu einem solchen Unfall führen. Oder wie es Ingo B. es auf meine Frage, wie solche Verwechslungen immer wieder passieren können, ausdrückt: 

"sorry….nicht oft. Nicht am Tag…..Wetter…..und und und"

Über diesen Unsinn konnte ich nur den Kopf schütteln, was Ingo B. zu folgendem Statement veranlasste:

 "ja was? Worüber lachen sie? Waren sie schon mal in so einer Situation? Denke nicht. Es gibt einfach Dinge die ein einzelner Mensch nicht wirklich steuern kann. Das ist deswegen nicht gut. Aber es passiert".

Man kann es also nicht steuern, den Finger gerade zu lassen, wenn man sich nicht sicher ist, worauf man schießt? Interessante Sichtweise.

Dass so manchem Jäger jegliche Empathie fehlt, stellt unter anderem der Jäger Ralf G. mit folgendem Kommentar unter Beweis:

"Wie sie hier alle motzen , schon lustig"

Ja, total lustig, so ein totes Pferd...Keine Ahnung, warum sich die doofen Tierschützer schon wieder so aufregen...

Wenn man die Kommentare unter dem Beitrag auf pirsch.de aufmerksam liest, bekommt man zumindst eine ungefähre Ahnung, wie es immer wieder zu derartigen Verwechslungen kommen kann.

https://www.facebook.com/PIRSCH.de/posts/pfbid0kgefxrqg46RzbzmM2RxpfPQChLS2DjqpkiLo1GAHCjqkeBjt1jWdgsKdckEw9r13l

 

 

Februar 2024

Vor kurzem wurde in der ARD der Beitrag "Tiere als Trophäen - Wer rettet Elefant, Löwe und Co?" ausgestrahlt - ein wohltuend sachlicher und überraschend kritischer Beitrag zum Thema Jagd,in dem beide Seiten ausführlich zu Wort kommen und der so auch seinen Beitrag zur Selbstdemontage der Jäger leistet. Die üblichen Rechtfertigungsversuche der Trophäenjäger, die die Jagd auf exotische Tiere als Beitrag zum Tier-, Natur- und Artenschutz verstanden wissen wollen, konnten von den Kritikern derartiger Trophäenjagden problemlos widerlegt werden. 

Interessant auch der Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebes und wie verschiedene Lobbygruppen versuchen, politische Entscheidungsträger in ihrem Sinn zu beeinflussen. 

Wer den Beitrag also noch nicht gesehen hat, kann das unter folgendem Link nachholen:

https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/tiere-als-trophaeen-wer-rettet-elefant-loewe-und-co/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzIwMjQtMDEtMjlfMjAtMTUtTUVa

Wir haben uns bei der ARD für diesen Beitrag bedankt und darum gebeten, auch bei der Jagd in Deutschland künftig etwas genauer hinzuschauen. Denn auch in Deutschland ist Jagd weder Tier- noch Artenschutz.

 

 

Februar 2024

Wir hatten uns nach der Ausstrahlung der aktuellen Kontrovers-Story „Die Jagd boomt: Bayerns neue Jäger“ an den BR gewandt und die fortgesetzte einseitige und völlig unkritische Berichterstattung zum Thema Jagd kritisiert.

Kurz darauf meldete sich der Zuschauerservice zurück und versprach, die Kritik umgehend an die zuständige Redaktion weiterzuleiten - gleichzeitig wies man unsere Vorwürfe zurück und behauptete:

"Der Bayerische Rundfunk beleuchtet das Thema regelmäßig und aus allen Perspektiven in verschiedenen Formaten. Sie haben wahrscheinlich viele dieser Berichte gesehen und uns Ihre Rückmeldungen dazu gegeben. Dafür danken wir Ihnen. Ich möchte Ihnen hiermit einen Link zu einer Reaktion des Landesverbandes für Jagd zur Kenntnisnahme übermitteln: https://www.jagd-gapa.de/irritierende-darstellung-in-dem-br-beitrag-unser-land/ 

Auch solche Reaktionen werden durch die Arbeit unserer Autorinnen und Autoren ausgelöst."  
Auf unsere Bitte, uns doch ein paar der Beiträge zu verlinken, in denen sich der BR wirklich unvoreingenommen mit den Schattenseiten der Jagd auseinandersetzt, in denen Jagdkritiker zu Wort kommen und sich Jäger kritischen Fragen stellen müssen, in denen Jäger mit wissenschaftlichen Studien konfrontiert werden, die die übliche Jagdpropaganda eindeutig widerlegen, hat der BR bis heute nicht reagiert. 
Dafür meldete sich die Kontrovers-Redaktion bei uns und widersprach unserer Kritik, dass im Beitrag keinerlei Gegenpositionen vertreten seien und verwies darauf, dass in der Reportage ja auch folgender Satz gefallen sei: "Gegner der Jagd argumentieren, dass die Natur sich selbst regulieren könne und die Tiere wegen der Jagd unter Dauerstress lebten.“ 
Das muss als Gegenposition offensichtlich ausreichen - auch wenn auf diese Kritik leider nicht weiter eingegangen werden konnte. 
Gleichzeitig gibt der BR an: 

"Des weiteren haben wir aufgrund Ihrer Hinweise zu Jagdunfällen recherchiert. Auf Nachfrage heißt es vom Bundesinnenministerium sowie vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, dass es keine belastbaren Statistiken dazu gebe. Auch die Recherche bei mehreren großen Polizeipräsidien in Bayern führte zu keinen anderen Erkenntnissen.  Dort wurde uns versichert, dass Jagdunfälle zwar vereinzelt vorkämen, aber aufgrund der geringen Anzahl keinen Einsatz-Schwerpunkt darstellten. In der „Kontrovers – Die Story“ wurde dieser Aspekt deshalb nicht tiefergehend thematisiert."

Diese Ausflüchte sind lächerlich. Keine Statistik - kein Problem? Wurde der Frage nachgegangen, warum eine solche Statistik nirgends geführt wird? Welche Lobby macht hier wohl ihren Einfluss geltend? Wie soll eine Gruppe, die noch nicht einmal 1% der Bevölkerung ausmacht, irgendeine Polizeistatistik anführen? Noch dazu in "größeren Polizeipräsidien" - also wohl eher im städtischen Bereich? Wurde der Frage auf den Grund gegangen, wie viele der mit Jagdvergehen betrauten Beamten selbst im Besitz eines Jagdscheins sind? Wie oft Betroffenen davon abgeraten wird, überhaupt Anzeige zu erstatten und wie viele Verfahren aufgrund "mangelnden öffentlichen Interesses" eingestellt werden? Aber leider gibt es zu all diesen Problemfeldern wohl ebenfalls keine belastbaren Statistiken. 

Da vom BR zu keiner dieser Fragen eine ernstzunehmende Recherchearbeit geleistet wurde, muss man leider davon ausgehen, dass man an einer seriösen Berichterstattung nicht interessiert ist.

Den gesamten Schriftverkehr mit dem BR finden Sie in der Rubrik "So reagieren Behörden, Politiker und Medien"

 

 

Januar 2024

In der Reihe „Kontrovers“ brachte der BR vor kurzem erneut einen völlig unkritischen Beitrag zum Thema Jagd. Dieses Mal ging es unter anderem um die Jagdschein-Anwärterin Louisa, die bei der Jagd „Entspannung“ findet und gerne „glückliche Tiere“ tötet. Doch auch wenn sich im Moment eine derartige Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien leider häuft: die Kommentare unter dem Beitrag sind auch in diesem Fall eindeutig. Immer mehr Menschen lehnen die Jagd ab und lassen sich von einer derart plumpen Jagdpropaganda nicht mehr hinters Licht führen.

https://www.facebook.com/photo/?fbid=762670152556494&set=a.632925375530973

 

 

Januar 2024

Auch der Deutsche Tierschutzbund distanziert sich immer deutlicher von der Jagd und räumt unter folgendem Link mit so manchem Jägermärchen auf:

https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/wildtiere/jagd?fbclid=IwAR0Zj5r7f9tcUu14kXtR6NQKVGDYo4XFKYStxft-tvjDlKQHqU_Df2dLsh8

 

 

Januar 2024

Vom 30. Januar bis zum 4. Februar findet in Dortumund auch in diesem Jahr die in der Öffentlichkeit zunehmend umstrittene Messe „Jagd und Hund“ statt. Seit Jahren wird die Veranstaltung von massiven Protesten begleitet, Menschen wenden sich an die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung, starten Online-Petitionen und beteiligen sich an Demonstrationen vor dem Messegelände. In diesem Jahr kommt zu den üblichen Kritikpunkten an dieser völlig aus der Zeit gefallenen Veranstaltung noch ein weiterer dazu. Denn in diesem Jahr kann man nicht nur die neuesten Waffen bewundern und sich mit Jagdkollegen austauschen, sich über Trophäen-Safaris und Jagdtourismus – etwa nach Russland – informieren. Nein, in diesem Jahr gibt es auch noch einen Stand der rechten „Deutschen Burschenschaft“, deren Wahlspruch lautet: „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Menschen, die „nicht vom deutschen Stamm“ sind, können laut „in Zeiten der Überfremdung“ nicht in die Burschenschaft aufgenommen werden. Aber wie schon beim umstrittenen Jagdtourismus sind der Stadt Dortmund auch im Fall der rechten Burschenschaft die Hände gebunden: da diese nicht verboten sei, habe man keine Möglichkeit, sie von der Messe auszuschließen. Von Seiten der Jäger wurde bisher noch keine Kritik an der Teilnahme dieser rechten Bruderschaft bekannt.

https://www.waz.de/staedte/dortmund/rechte-burschenschaft-bekommt-stand-auf-dortmunder-jagdmesse-id241427054.html?fbclid=IwAR12sj4oZIzbjBDK3mFr2jlbi8DRNsTkuwnnua3l9KyFZXc51KJGmZsGnCo

Auch in diesem Jahr findet am 3. Februar um 15.00 eine Demo vor dem Messegelände statt. Treffpunkt ist an der Reinoldkirche, Dauer: etwa drei Stunden.

https://www.facebook.com/events/340136671997330/?acontext=%7B%22event_action_history%22%3A[%7B%22surface%22%3A%22search%22%7D%2C%7B%22mechanism%22%3A%22surface%22%2C%22surface%22%3A%22groups_highlight_units%22%7D]%2C%22ref_notif_type%22%3Anull%7D

 

 

Januar 2024

Im Sommer 2022 wurde bekannt, dass der Neukircher Zoo plant, dem Deutschen Teckelclub Rheinland-Pfalz/Saarland ein Gehege für die Unterbringung von Füchsen zur Verfügung zu stellen. Die Füchse in diesem Gehege sollten zur Jagdhundeausbildung in sog. Schliefenanlagen eingesetzt werden. Dies stieß in der Bevölkerung offensichtlich auf breiten Widerstand – die Kritik riss nicht ab.

Nun ruderte der Neukircher Zoo zurück: der Aufsichtsrat des Zoos hat entschieden, das geplante Gehege doch nicht zu bauen, eine bereits ohne Baugenehmigung gegossene Betonplatte muss zurückgebaut werden. Als Grund für diese Entscheidung gibt man an, dass die Diskussionen rund um das Gehege zu viele Ressourcen in Anspruch genommen hätten.

Dies ist zwar einerseits durchaus als Erfolg zu werten, weil es zeigt, dass sowohl die tierschutzrelevanten Ausbildungsmethoden, die in diesen Schliefenanlagen herrschen als auch die Fuchsjagd selbst von immer mehr Menschen abgelehnt wird. Andererseits hat sich durch diese Entscheidung für die drei Füchse, die in dieses neue Gehege hätten einziehen sollen, leider nichts zum Besseren verändert: sie müssen nach wie vor bei einem „älteren Jäger aus Kusel“ ihr Dasein fristen und werden weiterhin zur Ausbildung von Jagdhunden missbraucht.

https://www.tagesschau.de/inland/regional/saarland/sr-fuchsgehege-im-neunkircher-zoo-muss-zurueckgebaut-werden-100.html?fbclid=IwAR1XMSO3gZ5Yyntpk_E61hfHqMw1Pm9O1slhGMrHi3DGTbLEIDKxkdjCS90

 

 

Januar 2024

Auch in diesem Jahr findet in Augsburg wieder die Messe "Jagen und Fischen" statt. 

Vom 12. bis 14. Januar können sich interessierte Jäger über die neuesten Waffen und über das neueste Jagdzubehör informieren. Außerdem gibt es ein - laut Veranstalter -"abwechslungsreiches Rahmenprogramm": Die Jägervereinigung Augsburg betreut einen Lehrpfad zum Thema Augsburger Auwald und wirbt damit, dass interessierte Besucher hier "alles zum Thema Jagdausbildung, Natur- und Wildtierschutz" erfahren, Jägerinnen informieren über "die Rolle der Wildtiere in der Nahrungskette", es gibt Greifvogelschauen und Vorträge zu allen erdenklichen jagdlichen Themen.  Die Szene feiert sich also wieder einmal selbst, gibt das übliche Jägerlatein von sich und versucht, die Jägerschaft der Öffentlichkeit als verantwortungsvolle Tier- und Naturschützer zu verkaufen. 

Doch immer mehr Menschen fangen an, dieses Jägerlatein kritisch zu hinterfragen und so formiert sich auch in diesem Jahr Widerstand gegen diese völlig aus der Zeit gefallene Veranstaltung: Am 14. Januar ist zwischen 12.00 und 15.00 Uhr eine Demo vor dem Haupteingang des Messegeländes angemeldet. Wer kurzentschlossen noch Zeit hat, ist herzlich dazu eingeladen, an dieser Aktion teilzunehmen.

 

 

Januar 2024

Erneut kam es zu einem Jagdunfall im Zusammenhang mit einer Treibjagd - dieses Mal traf es eine Joggerin, die am Schladitzer See in Sachsen unterwegs war. Die Frau befand sich mit ausdrücklicher Erlaubnis eines für die Jagd Verantwortlichen auf einem nicht für die Öffentlichkeit gesperrten Weg, als ein 54-jähriger Jäger aus unerfindlichen Gründen seine offensichtlich ungesicherte Schrotflinte zu Boden fallen ließ und sich ein Schuss löste. Die Frau wurde getroffen und musste im Krankenhaus ambulant versorgt werden – zum Glück scheint sich das Opfer keine schwerwiegenden Verletzungen zugezogen zu haben. Gegen den Schützen wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

https://www.welt.de/vermischtes/article249395936/Sachsen-Joggerin-versehentlich-auf-Treibjagd-angeschossen.html

 

 

Dezember 2023

Mit dem Deutschen Ehrenamtspreis soll ehrenamtliches Engagement sichtbar gemacht und gewürdigt werden – dieses Jahr stand die Veranstaltung allerdings von Anfang an unter keinem guten Stern. Nachdem bekannt geworden war, dass unter anderem auch die Kreisjägerschaft Verden für den Publikumspreis nominiert worden war, erhob sich massiver Protest.

Die Jägerschaft Verden ist bekannt für ihr besonders rücksichtsloses Vorgehen bei der „Prädatorenregulation“ und gesteht Füchsen, Mardern und anderen Beutegreifern keinerlei Lebensrecht zu. Auf 5.800 Hektar Naturschutzfläche (!!!) werden Fuchs und Co in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde intensiv bejagt. Auf den an das Naturschutzgebiet angrenzenden 11.000 Hektar sieht es nicht besser aus. Bei ihrem Feldzug gegen die verhassten Beutekonkurrenten werden die Verdener Jägern auch noch durch Fördergelder in erheblicher Höhe unterstützt: neben etwa 135.000 Euro vom NWKLN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und der BINGO-Umweltstiftung, die den Jägern bereits ausbezahlt wurden, bezuschusst der Landkreis Verden die Fallenjagd außerhalb des Kerngebiets mit weiteren 7.500 Euro pro Jahr.

https://jaegerschaft-verden.de/bejagung-von-beutegreifern/

Nachdem die Kritik an der Nominierung der Verdener Jägerschaft immer lauter wurde, teilten die Ausrichter des Deutschen Engagement-Preises mit, dass "bei uns im Wettbewerb nicht das "Jagen an sich oder alle Jäger“ nominiert seien, „sondern die konkreten Aktivitäten der Jägerschaft Verden e.V., s.o.: zum Biotopschutz und in der Pädagogik.“

Das Töten von Tieren wird also komplett ausgeblendet, stattdessen sollen die Jäger für das Pflanzen von Sträuchern, das Aufhängen von Nistkästen und das Manipulieren von Kindern ausgezeichnet werden. Bereits hier wurden die Regeln auf eine Art und Weise ausgelegt, die viele Menschen nicht nachvollziehen konnten. Einen Jägerverein kann man nur im Gesamtpaket sehen - das brutale "Prädatorenmanagement" einfach auszublenden, wurde von vielen Menschen von Anfang an als unseriös empfunden. 

Da die Veranstalter sich hier jeder rationalen Argumentation komplett entzogen, blieb Kritikern nur noch die Möglichkeit, einen anderen Verein zu unterstützen, um die Auszeichnung der Jägerschaft, die zu diesem Zeitpunkt auf dem ersten Platz lag, zu verhindern.

Glücklicherweise trat mit Simone Schmidt und ihrer Rehkitzhilfe Franken e.V. auch eine echte Tierfreundin an, für die in der Folge auf zahlreichen Tierschutzseiten geworben wurde. Unglaublich viele Menschen gaben ihre Stimme für Simone Schmidt ab und schon innerhalb weniger Tage lag die Rehkitzhilfe Franken vor den Verdener Jägern. 

Gleichzeitig riss die Kritik an der Nominierung der Jäger nicht ab.

Von Seiten des Deutschen Engagementpreises verweigerte man noch immer jeden Dialog mit den Kritikern, wies diese in einer unglaublich überheblichen Art und Weise zurecht und stelle sich demonstrativ auf die Seite der Jäger. Man sprach von Hass, Hetze und Diffamierung und gab den Jägern Ratschläge, wie sie sich gegen Mobbing im Netz schützen können. Dass die Welle der Empörung auch durchaus gerechtfertigte Gründe haben könnte, zog man gar nicht erst in Betracht. 

Gleichzeitig machten die Jäger mobil, der Deutsche Jagdverband fertigte ein schönes Werbefilmchen an und nutzte seine Reichweite, um das Projekt der Verdener Jäger wieder ganz nach oben zu bringen, Lokalpolitiker nutzten ihre Kanäle auf Social Media, um Werbung für die Jäger zu machen. Gleichzeitig fand eine erschreckend einseitige Berichterstattung zu den Vorgängen rund um den Ehrenamtspreis statt, in der ausschließlich die Seite der Jäger wiedergegeben wurde, die sich einmal mehr als Opfer fehlgeleiteter Tierschützer präsentieren konnten.

Geholfen hat das alles nichts. Simone Schmidt von der Rehkitzhilfe Franken wurde vom Publikum mit etwa 4.000 Stimmen Vorsprung auf den ersten Platz gewählt. Sie ist also eindeutig die Gewinnerin des Publikumspreises, der auch das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro zusteht.

Die nachfolgenden Ereignisse kann man nur als Farce bezeichnen - denn nun wurden von den Ausrichtern des Deutschen Ehrenamtspreises einfach die Spielregeln geändert: obwohl Simone Schmidt 4.000 Stimmen mehr erhalten hat, muss sie sich den ersten Platz nun mit der Kreisjägerschaft Verden teilen, auch das Preisgeld wurde auf beide Vereine aufgeteilt und somit halbiert. Wie es zu dieser Entscheidung kommen konnte, ist absolut nicht nachvollziehbar. Die Veranstalter erklären es folgendermaßen:

"Wir haben aufgrund der Kontroverse, die es in diesem Jahr rund um die Abstimmung zum Publikumspreis gab, entschieden, den Preis an die beiden Projekte mit den meisten Stimmen zu vergeben. Mit der Vergabe an Simone Schmidt von der Rehkitzhilfe Franken e.V. und der Jägerschaft des Landkreises Verden e.V. wollen wir ein Zeichen der Versöhnung und des gegenseitigen Verständnis für unterschiedliche Formen des Engagements setzen."

 

Man will also ein Zeichen der Versöhnung setzen, indem man die Erstplatzierte um den Sieg betrügt und willkürlich die Spielregeln zugunsten des Zweitplatzierten ändert. 

Der Shitstorm in den sozialen Medien ließ dann auch nicht lange auf sich warten - innerhalb kurzer Zeit waren die Kommentarspalten voll mit kritischen Anmerkungen zur Entscheidung der Jury. Doch anstatt sich mit der völlig berechtigten Kritik auseinanderzusetzen, schloss man kurzerhand die Kommentarspalten und erstickte wie schon zuvor jede Diskussion im Keim. Im Moment kann man seine Meinung nur ncoh über die Bewertungsfunktion der Facebook-Seite kundtun. Wie lange das noch möglich ist, bleibt abzuwarten.

https://www.facebook.com/DerDeutscheEngagementpreis

Noch absurder wird es, wenn man sich die Berichterstattung zur Verleihung des Publikumspreises anschaut: in den Medien lassen sich die Verdener Jäger unberechtigterweise als Gewinner feiern, die eigentliche Siegerin wird in der Berichterstattung kaum erwähnt. Stattdessen behauptet man beim NDR, die Verdener Jäger hätten bei der Online-Abstimmung die meisten Stimmen erhalten. Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Wir haben uns bereits mit der Bitte um Richtigstellung an die Redaktion gewandt.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Deutscher-Engagementpreis-Publikumspreis-fuer-Jaegerschaft-Verden,engagementpreis124.html

https://www.pirsch.de/news/engagementpreis-verdener-jaeger-auf-dem-siegerpodest-38054

Aber auch auf der eigenen Homepage feiern sich die Verdener Jäger als Sieger - und hier kann man dann auch erahnen, wie es zu der seltsamen Entscheidung der Ausrichter des Publikumspreises gekommen ist. So ist dort zu lesen:

"Nach der Rückreise aus Berlin führte unser erster Weg ins Kreishaus. Wir wollten uns unbedingt bei unserem Landrat Peter Bohlmann und der ebenfalls anwesenden Landtagsabgeordneten Dr. Dörte Liebetruth für ihre klare Positionierung hinter unserer Nominierung bedanken. Da das finale Ergebnis aufgrund von Unstimmigkeiten bei der Abstimmung vom Wettbewerbsgremium des Deutschen Engagementpreises festgelegt wurde, spielte es sicher auch eine Rolle, dass sich alle politischen Vertreter der bürgerlichen Parteien eindeutig zu unserer ehrenamtlichen Arbeit bekannten und damit untermauerten, dass wir Jäger in der Mitte der Gesellschaft für die Gesellschaft arbeiten."

Man kann das durchaus so lesen, dass letztlich politischer Druck dazu geführt hat, dass die Verdener Jägerschaft es doch noch völlig ungerechtfertigterweise aufs Siegertreppchen geschafft hat.

Alles in allem ein unglaublicher Vorgang.

https://jaegerschaft-verden.de/2023/12/jaegerschaft-bedankt-sich-beim-landrat/

 

 

Dezember 2023

Erneut wirft eine Treibjagd Fragen auf: in Bergkamen trafen sich mehrere Jäger am 1. Dezember zum fröhlichen Jagen - direkt neben einem Wohngebiet und der örtlichen Grundschule. Eine Anwohnerin war gerade mit ihren Hunden unterwegs, als plötzlich „die Jäger anrollten und wie Soldaten über das Feld marschierten“. Es wurden Schüsse abgegeben, obwohl sich die Hundehalterin in unmittelbarer Nähe befand. Auch in diesem Fall waren keine Warnhinweise oder Absperrungen vorhanden.

Die Frau wandte sich an die Zeitung und machte Ihrem Ärger Luft.

https://rundblick-unna.de/2023/12/02/anwohnerin-in-bergkamen-entsetzt-ueber-jagd-neben-grundschule-vor-den-augen-der-kinder-tiere-abgeschlachtet/?fbclid=IwAR275o-Vv7FOrRiG-3wCmoqoYtHF-rjdwh1U9UTsIm2ez5NmYYbgFaj0oso

Inzwischen hat man auch bei der zuständigen Kontrollbehörde im Landratsamt nachgefragt. Dort sieht man erwartungsgemäß kein Problem im Verhalten der Jäger und weist darauf hin, dass eine „solche Jagdausübung der Jagdbehörde weder vorher noch im Nachgang anzuzeigen“ sei. Einen Verstoß gegen jagdrechtliche Vorschriften kann die Behörde nicht erkennen. Stattdessen stellt man sich hinter den Jagdpächter, der als „ruhig und besonnen“ bekannt sei.

Immerhin hat der Jagdpächter nun versprochen, das nächste Mal zumindest Warnschilder aufzustellen, auch wenn das rechtlich nicht vorgeschrieben ist.

Vielleicht führten auch die in der Zeitung erwähnten „weiteren Gespräche mit Passanten“, welche die teilnehmenden Jäger an diesem Tag führen mussten, zu diesem Zugeständnis. Es ist davon auszugehen, dass diese Gespräche nicht ganz so freundlich verlaufen sind, wie man das nun in der Zeitung darstellen möchte.

https://rundblick-unna.de/2023/12/05/jagd-direkt-neben-bergkamener-grundschule-das-sagt-der-kreis-dazu/

November 2023

Wir berichteten an dieser Stelle bereits mehrmals über eine Treibjagd auf Hasen und Fasane, die vor etwa einem Jahr im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm stattgefunden hat. Abgesehen davon, dass die beteiligten Jäger offensichtlich keine Skrupel hatten, sich zur fröhlichen Jagd auf in ihrem Bestand bedrohte Tiere zu verabreden und die gesamte Tierwelt im näheren Umkreis in Angst und Schrecken zu versetzen, wurden durch fehlende Absperrungen und nicht vorhandene Warnhinweise auch Anwohner und Spaziergänger massiv gefährdet.

Auch mein Sohn und ich gerieten während eines Spaziergangs in die Schusslinie. Wir meldeten den Vorfall dem Bürgermeister unserer Gemeinde, welcher wiederum eine Stellungnahme der Unteren Jagdbehörde einholte – wie erwartet stellte man sich dort wieder einmal reflexartig auf die Seite der Jäger. Selbst auf den eingereichten Beweisfotos konnte die Behörde das offensichtliche Gefährdungspotenzial nicht erkennen. Stattdessen gab man uns den Rat, beim nächsten Mal die Entfernung zu den Schützen, die Schussrichtung und die Schusswinkel der abgegebenen Schüsse rechtssicher zu dokumentieren…

Daraufhin reichten wir eine Petition im Bayerischen Landtag ein, in der wir verpflichtende Sicherheitsvorschriften bei Bewegungsjagden forderten. Dort argumentierte man allerdings ähnlich wie die Untere Jagdbehörde Pfaffenhofen. Zwar dürfe nach $20 Abs.1 Bundesjagdgesetz an Orten, „an denen die Jagd nach den Umständen des einzelnen Falles die öffentliche Ruhe, Ordnung oder Sicherheit stören oder das Leben von Menschen gefährden würde“, nicht gejagt werden. Allerdings müsse „die Jagdhandlung tatsächlich eine konkrete Störung der öffentlichen Ruhe, Ordnung oder Sicherheit oder eine konkrete Gefährdung von Menschenleben“ verursachen. Die „rein abstrakte Möglichkeit einer Gefährdung oder Störung“ sei nicht ausreichend, um die Jagd an bestimmten Orten zu untersagen. Unsere Petition wurde abgelehnt.  

Zusammenfassend kann man festhalten: Wenn Ihnen beim Spaziergang plötzlich die Kugeln um die Ohren fliegen, befinden Sie sich allenfalls in „abstrakter“ Gefahr. Erst wenn Sie blutend oder tot auf dem Boden liegen, ist die Gefahr „konkret“.

Immerhin konnte man dem Jagdpächter das Versprechen abringen, bei künftigen Bewegungsjagden Warnschilder aufzustellen und die Gemeinde vorab zu informieren. Ob er sich daran hält, bleibt abzuwarten – verpflichtet ist er dazu nach wie vor nicht.

Da sich die Bayerische Landesregierung in ihrer Ablehnungsbegründung unter anderem auf den §20 Abs.1 Bundesjagdgesetz beruft, haben wir unsere Petition im Deutschen Bundestag erneut eingereicht.

Doch auch dort wurde unsere Petition nun abgelehnt. Einerseits weist man darauf hin, dass die Ausarbeitung der Jagdgesetzgebung Ländersache sei und die Bundesregierung mit dem Bundesjagdgesetz lediglich den rechtlichen Rahmen vorgibt - auch hier verweist man konkret auf den §20 Abs.1 BJagdG mit den bekannten und aus unserer Sicht völlig unzureichenden Formulierungen. Man sei der Auffassung, dass „die von Ihnen beschriebene Problematik nicht im Wege weiterer Regelungen gelöst werden“ könne. Vielmehr erscheine es „erfolgsversprechender, durch adressatengerechte Kommunikations- und Informationsmaßnahmen seitens des Deutschen Jagdverbandes und der Landesjagdverbände noch intensiver auf die Einhaltung bestehender Sicherheitsvorschriften sowie die verantwortungsbewusste Planung und Durchführung von Bewegungsjagden durch die verantwortlichen Beteiligten hinzuwirken“.

Immerhin will die Bundesregierung die Länder um eine verstärkte Berücksichtigung der Thematik bitten.

Die Ablehnung der Petition wird vom Deutschen Bundestag auch mit Hinweis auf die „ohnehin schon sehr umfangreichen Sicherheitsvorschriften“ begründet.

Diese Sicherheitsvorschriften findet man in den UVV Jagd. In diesen alles andere als umfangreichen Sicherheitsvorschriften werden Jäger unter anderem darauf hingewiesen, dass man ein Gewehr nicht zum Niederdrücken von Zäunen, zum Erschlagen von Tieren oder zum Aufstoßen von Hochsitzluken verwenden sollte. Zwar wird auch erwähnt, dass niemand durch die Jagdausübung gefährdet werden sollte – allerdings bleibt man hier doch sehr vage. Bei einer Klientel, die man offensichtlich explizit darauf hinweisen muss, dass man mit einem Gewehr keine Tiere erschlägt oder dass "nur für die jeweilige Schusswaffe bestimmte Munition in einwandfreiem Zustand verwendet werden darf", sollte man hier - auch in Anbetracht der doch recht zahlreichen Jagdunfälle - etwas konkreter werden. 

Wir haben den Petitionsausschuss mittlerweile gebeten, den §20 Abs.1 BJagdG zu konkretisieren  - denn in seiner jetzigen Form ist er gänzlich ungeeignet, für mehr Sicherheit bei der Jagdausübung zu sorgen. 

Die Ablehnungsbegründung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages finden Sie in der Rubrik „So reagieren die Behörden“.

https://www.jagdverband.de/sites/default/files/UVV_Jagd_05_2015.pdf

 

November 2023

Ein harmloser Bootsauflug endete für ein österreichisches Touristenpaar im Juli 2022 tragisch: bei einem Halt an einer Schleuse bei Knetzgau wurde ihre damals 8-jährige, hüftkranke Alaskan-Malamute-Hündin von einem Jäger ohne Vorwarnung erschossen.

Die Besitzer erstatteten Anzeige, nun musste sich der Jäger vor dem Amtsgericht Haßfurt für seine Tat verantworten. Da das Gericht es als erwiesen ansah, dass der Jäger den Hund „ohne triftigen Grund“ erschossen hat und somit ganz klar ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt, wurde der Waidmann zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt. Zwar hatte der Todesschütze versucht, sein rücksichtsloses Vorgehen mit dem „Jagdschutz“ zu rechtfertigen: er gab an, dass der Hund einem Hasen nachgejagt sei, diesen habe er "retten" wollen. Der Richter zweifelte in seiner Urteilsbegründung allerdings an, dass überhaupt ein Hase im Spiel gewesen sei -  außerdem sei ein an einem Hüftschaden leidender Hund nach Auffassung des Gerichts körperlich überhaupt nicht in der Lage gewesen, ein Wildtier, wie vom Angeklagten behauptet, über eine „lange Strecke“ zu verfolgen. Auch dass der Jäger aus einem Auto heraus geschossen, sich nach der Schussabgabe vom Tatort entfernt und den angeschossenen Hund zum Sterben zurückgelassen hat, hatte Auswirkungen auf das Strafmaß, welches nur knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft blieb. Die Ausrede, dass er sich nur vom Tatort entfernt habe, weil er zu Hause ein Gewehr mit einem größeren Kaliber holen wollte, um den Hund zu "erlösen, hielt der Richter wohl ebenfalls für wenig glaubwürdig.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Jäger sieht sich nach wie vor im Recht und hat bereits angekündigt, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Auf die Jagd darf der 77-Jährige im Moment nicht gehen - seine Jagderlaubnis ist im März abgelaufen und wurde vom zuständigen Landratsamt aufgrund des anstehenden Gerichtsverfahrens vorerst nicht verlängert.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/unterfranken-freilaufenden-hund-erschossen-geldstrafe-fuer-jaeger,Tw9u5Zq

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass dieser Jäger Ärger mit der Justiz hat: bereits im Jahr 2020 ist der Mann mit seinem Geländewagen derart aggressiv auf zwei Reiterinnen und ihren Hund zugefahren, dass diese nur durch einen Sprung über eine Graben einen Zusammenstoß vermeiden konnten. Anschließend hat der damals 74-Jährige die beiden Reiterinnen übel beleidigt, mit einem Kleinkalibergewehr auf den Hund gezielt und damit gedroht, sowohl die Pferde als auch den Hund „abzuknallen“. Bereits damals landete er vor Gericht, bereits damals wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, außerdem wurde ein sechsmonatiges Fahrverbot verhängt. Bereits damals hat er bewiesen, dass ihm die zwingend erforderliche Zuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen fehlt und er seine Aggressionen nicht im Griff hat – warum ihm nicht schon damals die Jagderlaubnis entzogen wurde und er weiterhin sein Umfeld tyrannisieren durfte, ist völlig unverständlich.

https://www.infranken.de/lk/hassberge/hassfurt-jaeger-74-beleidigt-reiterinnnen-und-legt-auf-ihren-hund-an-ich-knall-das-pferd-und-den-hund-ab-art-4944666

 

 

November 2023

Dass Jäger "versehentlich" Pferde und andere Haustiere erschießen, kommt immer wieder vor. In der Regel wird nach einem solchen Vorfall von den geschädigten Tierbesitzern Anzeige erstattet. Ob der Todesschütze aber tatsächlich mit angemessenen rechtlichen Konsequenzen rechnen muss, hängt leider immer noch viel zu stark von der Einsatzbereitschaft der zuständigen Staatsanwaltschaft ab. 

So wurd vor Kurzem das Verfahren gegen einen Jäger, der Anfang dieses Jahres ein Pferd auf einer Koppel erschossen hat, von der Staatsanwaltschaft Zweibrücken gegen eine Zahlung von lediglich 1.500 Euro an eine gemeinnützige Organisation eingestellt. Abgeshen davon, dass diese Entscheidung ein Schlag ins Gesicht der geschädigten Pferdehalter ist, führt die Einstellung des Verfahrens auch dazu, dass die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Todesschützen grundsätzlich nicht in Frage gestellt wird - der Mann darf also weiterhin ungestört auf die Jagd gehen.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Fall aus Rheinland-Pfalz: dort hatte ein Jäger gleich zwei Pferde auf einer Koppel erschossen - auch er gab an, die Pferde mit Wildschweinen "verwechselt" zu haben. Obwohl sich dieser Täter - im Gegensatz zu seinem Jagdkollegen aus dem ersten Fall, der nach der Tat auch noch geflüchtet war und sich erst Tage später bei der Polizei gemeldet hatte - umgehend die Polizei über die Todesschüsse informiert und der Besitzerin der Pferde eine Entschädigung gezahlt hatte, blieb die Staatsanwaltschaft in diesem Fall hartnäckig und brachte die Angelegenheit vor Gericht. Die zuständige Richterin verurteilte den Mann schließlich zu 100 Tagessätzen à 100 Euro mit der Konsequenz, dass für diesen Jäger die waffenrechtliche Zuverlässigkeit nicht mehr gegeben ist. Die Waffen und die Jagderlaubnis wurden eingezogen, die Jagd ist für ihn vorbei. Die Begründung der Richterin:

Nur bei schlechter Sicht hätte der Jäger die Pferde mit Wildschweinen verwechseln können. Aber bei schlechter Sicht hätte er nicht schießen dürfen.

Dem ist nichts hinzuzufügen – dass dennoch immer wieder ähnlich gelagerte Verfahren eingestellt werden oder die Täter mit lächerlichen Geldstrafen davonkommen, ist völlig inakzeptabel.

https://web.de/magazine/ratgeber/haustiere/jaeger-erschiesst-pferd-verfahren-eingestellt-38867692?fbclid=IwAR3a5K7TKyDvCf6yhhFwvbKzYHRFgkIuYpBEjcBBBqIdF4vosFVJZcBv-0Q_aem_AUS20ehn7ObabKy4tktSg4PPrvNWtGoewEf5VLQ9Iqa5UXJMgpKssSBWYTNH88TQYcw

 

 

November 2023

Sein eigentliches Ziel, nach der Landtagswahl im September das bayerische Landwirtschaftsministerium zu übernehmen, hat der alte und neue Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nicht erreicht. Allerdings kam man ihm bei der Verteilung der Zuständigkeiten sehr weit entgegen und hat die beiden Ressorts, an denen sein Herz offensichtlich so sehr hängt - nämlich die Jagd und die Bayerischen Staatsforsten - kurzerhand dem Wirtschaftsministerium zugeteilt. Die Kritik an diesem Geschachere ließ dann auch nicht lange auf sich warten, mehrere Umweltschutzorganisationen wie der Bund Naturschutz oder Greenpeace kritisierten die Entscheidung unter anderem in einem Brandbrief an Ministerpräsident Söder.

Auf welches Diskussionsniveau man sich beim zukünftigen "Jagdminister" Aiwanger einstellen darf, zeigt unter anderem folgende Aussage. Gegenüber dem BR äußerte Herr Aiwanger, es sei 

"schon bezeichnend, wenn teils eigentumsfeindliche Ökoideologen dagegen sticheln, dass ein Landwirt und Waldbauer, der selbst auf die Jagd geht" für Wald und Jagd zuständig sei. Da hätten wohl "einige Grüne Angst, nicht genügend Meinung manipulieren zu können, wenn jemand Ahnung von der Sache" habe, so Aiwanger. Er sei jedenfalls dagegen "das Jagdrecht der Grundbesitzer zu beschneiden wie in Bundesländern, wo eigentumsfeindliche Ökoideologen und Wolfsaussetzer das Sagen" hätten. Außerdem findet Aiwanger: "Ich brauche mir von einem Herrn Mergner keine Tipps geben zu lassen, wie man richtig jagt. Der soll selber den Jagdschein machen. Soll rausgehen, dann wird vielleicht alles besser."

Auch wenn wir die vom Bund Naturschutz an die Herren Söder und Aiwanger gestellte Forderung, an der unsäglichen Wald-vor-Wild-Politik festzuhalten, in keiner Weise unterstützen, ist eine derartige Ausdrucksweise eines Ministers nicht würdig. Ebenso unwürdig ist es, wenn man sein Amt dazu missbraucht, seine eigenen privaten Interessen durchzusetzen. 

https://www.br.de/nachrichten/bayern/wald-vor-wild-aiwanger-und-bund-naturschutz-im-streit,TvE6fPr

 

 

November 2023

Im August hat Landwirtschaftsminister Cem Özdemir eine Einladung von Finanzminister Christian Lindner zu einem gemeinsamen Jagdausflug angenommen - für diese Entscheidung erntete der Landwirtschaftsminister von Jägerseite viel Beifall, während Tierschutzorganisationen die geplante gemeinsame Jagd eher kritisch sahen. 

Auch wir wandten uns damals mit einem Schreiben an Cem Özdemir, erinnerten ihn noch einmal daran, dass er als Landwirtschaftsminister auch für den Tierschutz zuständig ist und wollten wissen, warum er sich für eine derart plumpe Jagdpropaganda instrumentalisieren lässt.

Nun haben wir eine Antwort aus dem Landwirtschaftsministerium erhalten, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Denn die Antwort macht deutlich, wie man im Landwirtschaftsministerium die Jagd sieht: als Wirtschaftszweig, der sich wie jeder andere am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren muss. Man interessiert sich lediglich für die "berechtigten Interessen" der Land- und Forstwirtschaft, mit deren Zielen die Jagd in Einklang zu bringen sei. Die ebenso "berechtigten Interessen" der nichtjagenden Bevölkerung spielen bei den momentanen politischen Überlegungen ganz offensichtlich ebensowenig eine Rolle wie die "berechtigten Interessen" unserer Wildtiere - diese werden weiterhin lediglich als potenzielle Schädlinge gesehen. Dass der Tierschutz im Grundgesetz verankert ist und zum Staatsziel ausgerufen wurde, hat man im Landwirtschaftsministerium ganz offensichtlich vergessen.

Hier das Schreiben des Ministeriums:

 

Sehr geehrte Frau Oswald,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 15. September 2023 sowie Ihr Vertrauen, dieses Anliegen an uns heranzutragen.

Die Antwort von Herrn Özdemir auf die Einladung von Herrn Lindner ging mit einem Gegenangebot einher: Im Anschluss an eine mögliche Jagd sollen sich die Herren gemeinsam ein Projekt zur Weiterentwicklung der Tierhaltung anschauen - mit dem Ziel, das Tierwohl und die Perspektive der Tierhalter in den Vordergrund zur rücken.
Herr Özdemir sieht vor, seine Politik nach dem Prinzip Maß und Mitte auszurichten. Die Nutzung von Wildtierbeständen muss sich weltweit – wie alle anderen Wirtschaftsbereiche auch – am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren. Das Wild ist ein wesentlicher Faktor bei der Landbewirtschaftung. Durch überhöhte Schalenwildbestände können land- und forstwirtschaftlich relevante Schäden entstehen. Die Jagd muss mit den Erfordernissen der Landnutzer in Einklang stehen. Dies erfordert vor allem eine enge Zusammenarbeit der Landbewirtschafter und Jäger mit dem Ziel, die Jagd so zu regeln, dass bei gesunden Wildbeständen die berechtigten Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden voll gewahrt bleiben. Das ist auch so im Bundesjagdgesetz geregelt.

Wir hoffen, die Antwort hilft Ihnen weiter.

Mit freundlichem Gruß

 

 

November 2023

Nur zwei Tage nach dem tödlichen Jagdunfall bei Euskirchen, bei welchem ein Landwirt während einer in der Nähe stattfindenden Drückjagd „versehentlich“ erschossen worden war, ereignete sich im Kyffhäuserkreis der nächste folgenschwere Zwischenfall. Dort hatten während einer Erntejagd mehrere Jäger ein Feld umstellt – als Wildschweine vor dem Mähdrescher flohen, gab einer der Jäger einen Schuss ab. Und traf einen seiner Jagdkollegen im Gesicht. Dieser musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Zum Glück kam in diesem Fall kein Unbeteiligter zu Schaden. Allerdings zeigt auch dieser Vorfall, wie es um die Einhaltung von grundlegenden Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Waffen bei der Jagdausübung bestellt ist.

https://www.facebook.com/photo/?fbid=641962074799463&set=a.561973272798344

 

 

November 2023

Im Moment finden wieder landauf, landab die bei den Jägern so beliebten Hubertusmessen statt. Man karrt tote Tiere in die Kirche und möchte so seine „Ehrfurcht vor der Schöpfung“ demonstrieren.

Die Legende des Hl. Hubertus besagt, dass Hubertus nach einer Begegnung mit einem Hirsch, welcher ein strahlendes Kreuz zwischen seinem Geweih trug, der Jagd abschwor und fortan zum Beschützer der Tiere des Waldes wurde. Trotzdem wurde ausgerechnet der Hl. Hubertus zum Schutzpatron der Jäger auserkoren – und so finden auch in diesem Jahr rund um den Hubertustag zahlreiche Gottesdienste statt, in denen sich die Jäger den kirchlichen Segen für das sinnlose Töten unzähliger Tiere abholen. Meist umrahmen Jagdhornbläser dieses Spektakel „feierlich“ und auch die örtliche Politik-Prominenz darf bei einem solchen Event natürlich nicht fehlen.

Doch während man sich im Innern der Kirche unverdrossen selbst feiert und sich für sein blutiges Handwerk segnen lässt, wird auf den Straßen der Protest lauter. Immer öfter finden Mahnwachen vor den Kirchen statt. Aber dieser Protest ist offensichtlich nicht überall gerne gesehen. Oft gehen endlose Diskussionen mit der genehmigenden Behörde voraus, bevor ein geeigneter Standort für die Veranstaltung gefunden wird. Scheinbar sollen die Jäger nicht sehen, wie unbeliebt sie mittlerweile in der Bevölkerung sind.

Worauf sich Demonstranten einstellen müssen, zeigt ein besonders drastischer Fall aus Salzburg: dort beteiligten sich erfreulich viele Menschen an einer Mahnwache vor dem Salzburger Dom – sehr zum Missfallen der teilnehmenden Jäger. Da lautstarker Protest zu erwarten war, griff die Jägerschaft bereits im Vorfeld tief in die Trickkiste und meldete kurzerhand für fast die gesamte Altstadt eine eigene Demonstration an. Auch wenn nie geplant war, eine solche Demonstration tatsächlich abzuhalten, führte dieser Schachzug dazu, dass den Teilnehmern der Mahnwache von Anfang an ein sehr abgelegener Standort zugewiesen wurde. Denn dort, wo eine Demo angemeldet ist, darf keine Gegendemonstration in unmittelbarer Nähe stattfinden. Ob man den Tierschützern einen ähnlich durchschaubaren Schachzug hätte durchgehen lassen, darf angezweifelt werden.

Doch auch der bereits sehr abgelegene Standort war den Jägern und der Polizei noch nicht abgelegen genug. Und so kam es, dass die Polizei die Teilnehmer der Mahnwache immer weiter zurückdrängte, Masken zerstörte und vereinzelt auch Teilnehmer persönlich beleidigte. Insgesamt ein Vorgehen, welches einer Demokratie absolut unwürdig ist.

Unter folgendem Link finden Sie einen ausführlichen Bericht über die Vorkommnisse in Salzburg.

https://www.respektiere.at/2022/10/31/hubertusmesse-in-salzburg-eklat-und-dann-riiichtig-lauter-protest/

 

 

November 2023

In der Augsburger Allgemeinen wurden an einem Tag gleich drei (!!!) jagdverherrlichende Beiträge veröffentlicht. Einmal ging es um eine evangelische Hubertusmesse, in der der Pfarrer sich das Töten von jährlich mehr als 5 Millionen Wildtieren folgendermaßen schönredete:

„Diesen Gottesdienst gemeinsam feiern heißt auch, die Schöpfung reflektieren und seinen eigenen Platz im Bebauen und Bewahren zu suchen und zu finden“.

Sein katholischer Kollege äußerte sich sinngemäß ähnlich, gab aber zur Erheiterung der anwesenden Jäger auch noch ein paar Witze zum Besten:

 „Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Jäger und einem Jagdhund? Antwort: Der Jagdhund braucht mehr Prüfungen.“

Ein bisschen Spaß muss schließlich erlaubt sein. Dass man mit solchen Äußerungen die Opfer dieses ganzen Jagdirrsinns geradezu verhöhnt, scheint den Herrn Pfarrer nicht zu interessieren.

Aber mit diesen beiden Artikeln konnte offensichtlich noch nicht genug Jagdpropaganda unters Volk gebracht werden - und so durfte dann auch noch der Bürgermeister von Weil dem geneigten Leser seine Jagdleidenschaft nahebringen. 

Wir haben uns wegen der anhaltend einseitig positiven Darstellung der Jagd mit einem Leserbrief an die Augsburger Allgemeine gewandt - diesen können Sie auch in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/wertingen-hubertusmesse-in-wertingen-ein-eindeutiges-plaedoyer-fuer-wald-und-wild-id68391251.html

https://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/schwabmuenchen-pfarrer-verdeutlicht-die-groesse-der-schoepfung-id68403326.html

https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/weil-der-heavy-metal-buergermeister-bolz-findet-entspannung-im-wald-id67990461.html

 

 

November 2023

Am vergangenen Freitag (3.11.2023) kam ein 82-jähriger Landwirt während einer Drückjagd ums Leben. Der Senior befand sich mit seinem Traktor und einer Anhängerladung voll Holz auf einem beliebten Wanderweg, als er von einer fehlgeleiteten Kugel tödlich getroffen wurde. Sowohl Anwohner als auch die Sprecherin der NABU-Kreisverbandes Euskirchen kritisieren das rücksichtslose Vorgehen der Jäger scharf: so seien im bejagten Gebiet weder Absperrungen noch Warnhinweise vorhanden gewesen, die Spaziergänger, Reiter oder andere Erholungssuchende gewarnt hätten.

Zum Zeitpunkt der Jagd hielten sich neben dem Landwirt noch mehrere weitere Personen in der Gefahrenzone auf: unter anderem war auch eine Gruppe aus dem Mühlheimer Kindergarten im bejagten Gebiet unterwegs – auch dort wusste man offensichtlich nichts von einer zeitgleich stattfindenden Jagd.

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat die Ermittlungen aufgenommen und teilt mit, dass der Landwirt vermutlich Opfer eines „tragischen Jagdunfalls“ geworden ist. Weitere Informationen zum „Unfallhergang“ und zum Todesschützen liegen im Moment noch nicht vor. Der Unglücksschütze hat scheinbar noch nicht einmal mitbekommen, dass er versehentlich einen Menschen erschossen hat.

https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/blankenheim/blankenheim-muelheim-landwirt-durch-schuss-getoetet-677168?fbclid=IwAR1b5rKhNdNNRul6BoY5QKddQuW3p9_m0EUKVyOe7Z1gSx7wdbk2MS16__A

 

 

November 2023

Mit dem Beitrag „Jagen, shooten, posten: Mit jungen Jägern unterwegs“ taucht Planet e ein in die Welt einer Jägergeneration, für die die perfekte Selbstinszenierung in den sozialen Medien mindestens genauso wichtig zu sein scheint wie das Töten an sich. Man verwendet viel Zeit darauf, in speziellen Seminaren zu lernen, welche Bilder für die Veröffentlichung in den sozialen Medien geeignet sind und welche Bilder der Öffentlichkeit besser vorenthalten werden sollten. Denn es geht schließlich nicht um die Abbildung der grausamen Wirklichkeit, sondern darum, möglichst finanzstarke Sponsoren an Land zu ziehen und nebenbei das angeschlagene Image der Jägerschaft etwas aufzupolieren. Kritische Fragen oder Gegenpositionen findet man in diesem Beitrag nicht – stattdessen freut man sich gemeinsam mit den Jagd-Influencern, dass die Strategie aufzugehen scheint und es immer mehr Jagdscheininhaber gibt.

https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-jagen-shooten-posten-100.html

Und da diese Masse an neuen Jagdscheininhabern es offensichtlich immer schwerer hat, überhaupt noch irgendwo eine Jagdmöglichkeit zu finden, gibt das ZDF im Beitrag „Halali 2.0: Jagen im Wandel – Aber wo?“ gerne Tipps, wie jeder Jagdscheininhaber – wie schlecht ausgebildet er auch sein mag und wie fragwürdig seine Motive auch sind – doch noch zum Schuss kommen kann.

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/jagen-jagdschein-influencer-100.html

Wir haben uns mit einem Schreiben an das ZDF gewandt und die Verantwortlichen noch einmal an den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunkts, seine Zuschauer umfassend und vor allem ausgewogen zu informieren, erinnert. Diesem Auftrag wird das ZDF mit seiner fortgesetzten unkritischen Jagdberichterstattung in keiner Weise gerecht.

Unser Schreiben können Sie unter der Rubrik „Leserbriefe“ nachlesen.

 

 

Oktober 2023

In Wiesbaden hat ein Jäger einen Polizeieinsatz ausgelöst: ein Passant hatte einen Mann mit einem geschulterten Gewehr auf dem Friedhof gesehen und die Polizei gerufen. Es stellte sich heraus, dass der Jäger im Auftrag des Grünflächenamtes unterwegs war – was der Jäger an diesem Abend schießen wollte, ist nicht bekannt. Offensichtlich ist man mittlerweile noch nicht einmal auf einem Friedhof vor diesem Jagd-Irrsinn sicher.

https://www.pirsch.de/news/bewaffneter-auf-dem-friedhof-jaeger-loest-polizeieinsatz-aus-37803

 

 

Oktober 2023

Folgender Vorfall ereignete sich Mitte Oktober im Schwarzwald: eine Tierfreundin bewohnt ein Haus im Wald, außerdem grenzt ihr Grundstück an einen See. Da sie somit mitten in einem Jagdgebiet lebt, war ihr ein gutes Verhältnis zum Jagdpächter wichtig – sie ermöglicht den beiden Jagdpächtern aus der Schweiz Zugang zu fließendem Wasser und erlaubt ihnen sogar, einen Kühlschrank bei ihr im Haus anzuschließen. Im Gegenzug versprechen die Jäger, dass die drei zahmen Warzenenten der Frau vor ihnen sicher seien.

Trotzdem hört die Tierfreundin Mitte Oktober plötzlich Schüsse am See. Als sie nachschaut, sieht sie, dass die Jäger auf ihre Enten schießen. Obwohl sich die Frau nur etwa 60 Meter entfernt auf der anderen Seite des Sees befindet, schießen die Jäger weiter und gefährden so auch die Frau massiv. Als die Frau die Jäger zur Rede stellt, lachen die Jäger sie nur aus und machen auch keine Anstalten, ihre Waffen zu entladen. Stattdessen schießen sie vor den Augen der entsetzten Frau auf eine weitere Ente. Eine während dieser fragwürdigen Jagdveranstaltung angeschossene Ente wurde einfach liegengelassen und musste später vom Tierarzt eingeschläfert werden.

Die geschädigte Tierfreundin hat mittlerweile Anzeige erstattet.

https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/krummer-finger-vor-verstand-jaeger-erschiessen-hausenten/

 

 

Oktober 2023

Simone Schmidt ist mit ihrer gemeinnützigen Rehkitzhilfe für den diesjährigen „Deutschen Engagementpreis“ nominiert – noch bis zum 24.10.2023 können Sie Ihre Stimme unter folgendem Link für Simone Schmidt abgeben.

https://www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis/nominierte/rehkitz-und-tierhilfe-franken-ev?fbclid=IwAR1lkRdu89hsSuWE6wVOjAShQe1S9IV08ro8F0vw5uPYl7QBJ08OSaBsmLk

Jede Stimme zählt – denn dicht hinter Simone Schmidt liegt im Moment die Jägervereinigung Verden. Diese möchte sich für ihr Engagement im Bereich „Biotopverbesserungen“ und „waldpädagogische Angebote für Kinder“ auszeichnen lassen.

Seit bekannt wurde, dass die Jägervereinigung Verden für den Ehrenamtspreis nominiert wurde, reißt die Kritik nicht mehr ab – viele Menschen brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, mittlerweile haben sich sogar die Initiatoren des Wettbewerbs in die Diskussion eingeschaltet.

Die Jäger sehen sich wieder einmal in der Opferrolle und wandten sich an die Verdener Kreiszeitung, wo sie ihre Sicht der Dinge ausführlich darlegen durften. Auch in diesem Zeitungsbericht verweisen die Jäger auf ihren unermüdlichen Einsatz bei der Biotopverbesserung, sie präsentieren sich als Rehkitz-Retter und sind auch dieses Mal vor kritischen Fragen sicher. 

https://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/verden-ort47274/gleicher-muenze-heim-jaeger-beleidigt-wir-zahlen-nicht-mit-92579095.html

Empfehlenswert ist daher ein Blick auf die Website der Verdener Jägerschaft. Dort heißt es unter anderem:

“Aber allein die Maßnahmen zur Biotopverbesserung reichen nicht aus, um bedrohte Arten zu erhalten, wenn nicht gleichzeitig die Einwirkungen der Beutegreifer auf Gelege, Küken und Jungtiere reduziert werden. Deshalb fördert der Hegefonds die Anlage von Kunstbauen und die Lockjagd auf Rabenkrähen. Seit dem Jahr 2017 haben wir die tierschutzkonforme Fallenjagd auf Raubsäuger intensiviert".

https://jaegerschaft-verden.de/naturschutz/

Ganz offen wird hier wieder einmal der Fuchs zum Sündenbock gemacht und die Bejagung gegen jede wissenschaftliche Grundlage als alternativlos dargestellt. Nicht anders sieht es bei der offensichtlich gerne praktizierten Krähenjagd aus – auch hier fehlt jeder vernünftige Grund zum Töten dieser sozialen und intelligenten Tiere. Tierschutzkonforme Fallen sind ein Widerspruch in sich – die Jagd mit Fallen kann niemals tierschutzgerecht sein.

Und auch das Ziel, bedrohte Arten zu erhalten, wurde einzig und allein deshalb ausgegeben, um auch in Zukunft eine Bejagung der bedrohten Tiere zu ermöglichen - so steht es ganz offen auf der Homepage der Jäger:

„Unter besonderer Beobachtung steht die Entwicklung des klassischen Niederwildes: Hasen, Kaninchen und Fasane kommen deutlich weniger zur Strecke als noch in 2003, auf Grund der geringen Bestände werden diese in vielen Revieren schon nicht mehr oder nur sehr schonend bejagt. Hier ist die Jägerschaft mit vielen Projekten des Biotopschutzes tätig, um diesen Tieren unserer Heimat bessere Lebensräume zu bieten. Die jährlich stattfindende Wildtiererfassung (WTE) zeigt mittlerweile einen positiven Trend. Die Hasenbestände im Landkreis Verden verbessern sich langsam und erlauben eine maßvolle Bejagung.“

https://jaegerschaft-verden.de/2023/03/11-03-2023-vaz-jagdstrecke-im-landkreis-auf-hohem-niveau/

Sollte ein solcher Verein tatsächlich mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet werden?

Aufgrund der doch recht einseitigen Berichterstattung haben wir uns mittlerweile mit einem Leserbrief an die Verdener Kreiszeitung gewandt - nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".

 

 

Oktober 2023

In Thüringen kam ein weiteres Pferd im Rahmen der Jagdausübung ums Leben. Das Pferd stand auf einer Koppel bei Oberschönau „hinter mehreren Bäumen“ – trotz offensichtlich eingeschränkter Sicht gab ein 39-jähriger Jäger einen Schuss ab und gab hinterher zu Protokoll, das Pferd mit einem nicht näher bezeichneten Wildtier verwechselt zu haben. Auch dieser Jäger scheint nicht ausreichend verinnerlicht zu haben, dass man nur dann schießt, wenn man sich zu 100% sicher ist, worauf man schießt. 

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/sued-thueringen/schmalkalden-meiningen/pferd-erschossen-jaeger-oberschoenau-100.html

Auch die Landesschau Rheinland-Pfalz berichtete vor kurzem über den Tod eines Pferdes. Die etwa zweijährige Stute Hazel war gemeinsam mit ihrer Herde nachts auf einer Koppel. Obwohl der Jäger die neben Hazel stehenden Tiere eindeutig als Pferde identifiziert hatte, ging er aus unerfindlichen Gründen davon aus, dass Hazel ein Wildschwein sein müsse und gab den tödlichen Schuss ab. Zurück bleiben verängstigte Pferde, traumatisierte Besitzer und eine Bürgermeisterin, die sich vor diesem Vorfall nicht hätte vorstellen können, dass es erlaubt ist, mitten in eine Pferdeweide zu schießen. Die Jägerschaft äußert sich zu dem Vorfall nicht, es wurde lediglich mitgeteilt, dass der Unglücksschütze in diesem Revier die Jagd nicht mehr ausüben darf. Der betroffene Pferdehalter fordert „eine vernünftige Regelung des Ganzen“ und die Entfernung der Hochsitze. Dieser Forderung schließen wir uns vollumfänglich an.

https://www.ardmediathek.de/video/landesschau-rheinland-pfalz/jaeger-erschiesst-irrtuemlich-eine-junge-stute/swr-rp/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE5MzAwNzM

 

 

Oktober 2023

Am zweiten Oktoberwochenende fanden im Neuburger Jagdschloss Grünau die alljährlichen Jagd- und Schützentage statt – die Szene feierte sich wieder einmal selbst, gebetsmühlenartig wurde betont, welch unentbehrlichen Beitrag Jäger zum Tier-, Arten- und Naturschutz leisten würden. Staatssekretär Sandro Kirchner – selbst leidenschaftlicher Jäger – sprach das Grußwort und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass „die wichtige Rolle der Jäger von den Besuchern der Messe in die Welt hinausgetragen“ wird.

Auch der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes griff tief in die Mottenkiste und erklärte, dass er „die generelle Kritik an der Jagd nicht verstehen“ könne. Seiner Meinung nach kann die zunehmende Ablehnung der Jagd nur daher rühren, dass „die Menschen immer weiter weg von der Natur“ seien.Er weist außerdem darauf hin, dass der Bayerische Jagdverband deshalb vor kurzem die Aktion „Tierwohltäter“ ins Leben gerufen hat, um das Verständnis für die Jagd in der breiten Bevölkerung zu fördern.

https://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/neuburg-wolf-und-artenschutz-jagdmesse-in-gruenau-startet-mit-ernsten-worten-id68167661.html

Wir haben uns erlaubt, den Aussagen von Herrn Weidenbusch in einem Leserbrief an die Augsburger Allgemeine zu widersprechen – nachlesen können Sie unser Schreiben in der Rubrik "Leserbriefe“.

Wer sich für die Aktion „Tierwohltäter“ interessiert, kann sich unter folgendem Link näher informieren und auch gerne einen Kommentar hinterlassen.

https://www.facebook.com/photo?fbid=353548183678031&set=a.227755926257258

Selbstverständlich durfte auch Hubert Aiwanger (FW) auf der Messe nicht fehlen – die Reaktionen auf seinen entsprechenden Post auf Facebook zeigen jedoch auch, wie umstritten die Jagd mittlerweile ist – und wie aggressiv so mancher Jäger auf berechtigte Kritik reagiert. Auch unter folgendem Link kann gerne noch kommentiert werden.

https://www.facebook.com/hubertaiwanger/videos/811700904037986

 

 

Oktober 2023

„Nach Schuss aufs Pferd – Positive Entscheidung der Staatsanwaltschaft“ – so der Titel eines Beitrags auf pirsch.de.

Positive Entscheidung der Staatsanwaltschaft? Zum Fall: im Januar wurde ein Pferd während einer nächtlichen Wildschweinjagd auf seiner Koppel getötet. Der Schütze, ein 33-jähriger Jagdgast, war nach der Tat geflüchtet, konnte aber von der Polizei ermittelt werden. Nun hat sich der Unglücksschütze bei den Besitzern des Pferdes entschuldigt und 1.500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung gezahlt – im Gegenzug wurde das Verfahren eingestellt.

Die Entscheidung der zuständigen Staatsanwaltschaft stößt in der Öffentlichkeit auf Unverständnis – doch Kritik an diesem Urteil scheint nicht erwünscht zu sein. So äußert sich ein Jäger - als Reaktion auf einen doch recht harmlosen Kommentar eines anderen Lesers, welcher unter anderem völlig zu Recht den Umstand kritisiert, dass dem Todesschützen wohl noch nicht einmal der Entzug der Jagderlaubnis droht - folgendermaßen:

„Die nach Aktenlage erlassene Strafzumessungsentscheidung, nämlich das Verfahren einzustellen, mag für ihr persönliches Rechtsempfinden, das eines Laien und Jäger*innenhasser - ihre Syntax spiegelt das wieder - skandalös sein. Deshalb sind Sie überhaupt nicht in der Lage, die Kriminalitätswirklichkeit neutral und rational einzuschätzen.“

Aber damit nicht genug. Kritik an diesem Urteil stellt aus Sicht dieses Jägers eine Respektlosigkeit gegenüber Jägern und auch der Staatsanwaltschaft dar:

„Vor dem Hintergrund ihrer Respektlosigkeit gegenüber Jäger*innen und auch der Staatsanwaltschaft in Zweibrücken verfallen Sie in übliches Jagdgegnergeschwurbel….

Und Sie müssen schon gar keine Kriminalitätsängste vor legalen Waffenbesitzern wie Jäger*innen schüren. Kriminalitätsfurcht und Misstrauen gegen die deutsche Justiz sind für das gesellschaftliche Klima in hohem Maße schädlich. Hieran ändert auch der Umstand nichts, wenn Sie den Sachverhalt als skandalös herabwürdigen….

Für Staat und Politik ist es daher von erheblicher Bedeutung, einer mangelnden Akzeptanz strafgerichtlicher Urteile entgegenzuwirken. Hierzu zählen auch Hetze gegen die Justiz im Internet. Wo nun die handelnde Staatsanwaltschaft in Zweibrücken das Verfahren eingestellt hat, ob es ihnen passt oder nicht, geht daher auch ein kommunikativer Akt gegenüber der Öffentlichkeit aus. Ein deutliches Signal sozusagen. Ein Signal das dem Rechtsbruch widerspricht und damit den gesellschaftlichen Konsens über die Einhaltung der vereinbarten Verhaltensregeln stabilisiert.

Diesen Unsinn möchten wir an dieser Stelle nicht weiter kommentieren - allerdings machen diese Zeilen deutlich, dass eine regelmäßige Überprüfung der psychischen Eignung aller Jagdscheininhaber mehr als überfällig ist. 

https://www.pirsch.de/news/nach-schuss-auf-pferd-positive-entscheidung-der-staatsanwaltschaft-37681

 

 

Okober 2023

Der Widerstand gegen die Jagd wächst – und der Protest wird zunehmend auch auf die Straße getragen. So fand am 30.9.2023 in Düsseldorf eine Demo gegen die Hobbyjagd statt, an der sich gut 100 Menschen beteiligten. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Tierschutzverein Düsseldorf und mehreren anderen Tierschutzorganisationen. Mit dabei waren Peter Hübner von „Metzger gegen Tiermord“ und Thomas Mitschke vom „Netzwerk Fuchs“. Unter folgendem Link finden Sie ein Video der Veranstaltung:

https://www.youtube.com/watch?v=ExIy6MUHIpc

Eine weitere Demo ist für den 21. Oktober in Hannover geplant.

 

 

Oktober 2023

Anfang Oktober ereignete sich in Siegen (NRW) ein weiterer Jagdunfall: zwei Jäger kamen nach gemeinsamer Jagd zu ihrem Auto zurück - dabei legte einer der beiden Jäger sein ungesichertes und geladenes Gewehr ins Auto, es löste sich ein Schuss, die Kugel durchschlug die hintere Tür und traf schließlich seinen Jagdkollegen, der sich aufgrund von schweren Verletzungen im Arm- und Schulterbereich noch in der gleichen Nacht einer Notoperation unterziehen musste. Das Verhalten dieses Jägers ist an Dummheit und Fahrlässigkeit kaum noch zu überbieten. Doch obwohl sich dieser Vorfall in eine ganze Serie ähnlicher Vorkommnisse einreiht, wird auch dieser „Jagdunfall“ wohl nicht dazu führen, die Ausbildung oder die Sicherheitsvorschriften für unsere Hobbyjäger endlich entsprechend anzupassen und dafür zu sorgen, dass Menschen, die die für den Umgang mit Schusswaffen erforderliche Zuverlässigkeit offensichtlich nicht mitbringen, frühzeitig erkannt und von Waffen ferngehalten werden.

https://www.pirsch.de/news/not-operation-nach-jagdunfall-mitjaeger-von-schuss-getroffen-37679

 

 

Oktober 2023

Und wieder wurde ein Jäger zum Mörder. Nachdem zwei Jugendliche in Iserlohn die Leiche einer durch zwei Kopfschüsse getöteten Frau gefunden hatten, war der mutmaßliche Täter schnell ermittelt: es handelt sich um einen 29-jährigen Jagdscheininhaber, der zum Tatzeitpunkt völlig legal im Besitz seiner Waffen war. Trotz des Verdachts einer psychischen Erkrankung und obwohl der Mann bereits im Vorfeld wegen „kleinerer Delikte“ mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, war er nach wie vor im Besitz einer gültigen Jagderlaubnis und einer Waffenbesitzkarte. Bei dem Opfer handelt es sich um eine obdachlose Frau, die nach einem Brand ihre gesamte Existenzgrundlage verloren hatte und deshalb auf der Straße gelandet war. Ob Opfer und Täter sich kannten und warum der Hobbyjäger meinte, die Frau durch zwei Kopfschüsse regelrecht hinrichten zu müssen, ist bisher nicht bekannt. Allerdings zeigt auch dieser Fall, dass es in Deutschland noch immer viel zu leicht ist, über die Jägerausbildung legal an Waffen zu kommen – und dass die Kontrolle der Jagdscheininhaber auch nicht nur ansatzweise funktioniert.

Interessanterweise wird die Tatsache, dass der Tatverdächtige über seinen Jagdschein ganz legal im Besitz seiner Waffen war und auch in diesem Fall- wie schon in viel zu vielen Fällen zuvor - ein massives Versagen der Kontrollbehörden vorliegt, in der Berichterstattung kaum erwähnt.

https://www.ikz-online.de/staedte/iserlohn/tote-obdachlose-in-iserlohn-haftbefehl-wegen-mordes-id239690561.html

https://www.derwesten.de/region/iserlohn-nrw-tot-tod-polizei-sek-news-a-id300666003.html
https://www.focus.de/panorama/welt/jugendliche-fanden-die-leiche-obdachlose-in-iserlohn-erschossen-sek-nimmt-tatverdaechtigen-fest_id_213892387.html

 

 

Oktober 2023

Christian Lindner ist begeisterter Jäger – und gerne bereit, seine Macht dazu zu nutzen, längst überfällige Reformen in der Jagdgesetzgebung weiter zu blockieren. In einem Interview, welches vor kurzem auf pirsch.de erschienen ist, versprach Christian Lindner, sowohl gegen ein geplantes Kupier-Verbot bei Jagdhunden als auch gegen eine Verschärfung des Waffenrechts zu stimmen. Auch von einer Obergrenze für den Besitz von Langwaffen hält er nicht viel. Auf die Frage, mit wem er gerne mal auf die Jagd gehen würde, äußerte Christian Lindner, dass seine bevorzugten Kandidaten Umweltministerin Steffi Lemke oder Landwirtschaftsminister Cem Özdemir seien.

https://www.pirsch.de/news/christian-lindner-cem-oezdemir-sollte-mich-auf-jagd-begleiten-37480

Herr Özdemir sprang sofort über das Stöckchen und sagte seinem Ministerkollegen umgehend zu. Warum Herr Özdemir sich hier derart instrumentalisieren lässt, bleibt sein Geheimnis. Als das gemeinsame Projekt von Lindner/Özdemir bekannt wurde, reagierte Wildtierschutz Deutschland umgehend mit einem offenen Brief an den Landwirtschaftsminister und erinnerte ihn noch einmal daran, dass auch der Tierschutz in sein Ressort fällt. Den offenen Brief finden Sie unter folgendem Link:

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/jagd-mit-lindner-offener-brief-an-oezdemir

Außerdem erreichte uns zu der geplanten gemeinsamen Jagd von Christian Lindner und Cem Özdemir ein Schreiben, in welchem der Verfasser seine Bedenken hinsichtlich der geplanten Aktion zum Ausdruck bringt und seinen Unmut darüber äußert, dass Herr Özdemir bei dieser gemeinsamen Jagd wohl nur das zu sehen bekommen wird, was er sehen soll – die grausame Fallenjagd, die barbarische Baujagd oder die Jagd auf in ihrem Bestand bedrohte Tierarten wie den Fasan wird man Herrn Özdemir sicher nicht zumuten wollen. Wir haben das Schreiben unseres Lesers unter der Rubrik „Reaktionen aus der Bevölkerung“ in voller Länge veröffentlicht.

 

 

September 2023

Der Plessenteich bei Neu-Ulm ist als „streng geschütztes“ Vogelschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen und zeichnet sich durch seine besonders vielfältige Vogelwelt aus: mindestens 233 Vogelarten konnten bisher im Schutzgebiet gesichtet werden, darunter so seltene Vögel wie Kiebitz, Eisvogel oder Regenpfeifer. Auch Zugvögel nutzen das Gebiet um diese Jahreszeit gerne, um Energiereserven für den Weiterflug aufzutanken. In dieses – zumindest auf dem Papier - geschützte Idyll drangen am 15. September 2023 um 6.10 Uhr 33 Jäger mit 15 Hunden ein, um Jagd auf Graugänse zu machen. Anwohner wurden aus dem Schlaf gerissen – es wurde so intensiv geschossen, dass so mancher kurz befürchtete, ein Krieg sei ausgebrochen. Die Vögel flüchteten in Panik, auch mehrere Tage nach der Jagd war noch kaum ein Vogel wieder an den Plessenteich zurückgekehrt.

Die Aktion stieß in der Bevölkerung auf breite Ablehnung, es hagelte Proteste, die Medien berichteten. Die Jäger interessiert das alles nicht – aus Sicht der Jäger und Bauern sei die Bejagung nötig gewesen, um Schäden von der Landwirtschaft abzuwenden. Wie so oft, blamiert sich also auch in diesem Fall die Jägerschaft mit ihrer eindimensionalen Sichtweise auf hochkomplexe ökologische Zusammenhänge. Etwas differenzierter sieht es der - durchaus nicht jagdkritische - NABU. Im verlinkten Artikel wird erklärt, warum eine Bejagung der Gänse tendenziell sogar zu mehr Schäden in der Landwirtschaft führt als das ohne Bejagung der Fall wäre:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/gaense/07563.html#:~:text=Denn%20G%C3%A4nse%20sind%20Grasfresser.,wird%22%2C%20so%20Tschimpke%20weiter.

Leider ist die Jagd selbst in solchen Vogelschutzgebieten noch immer nicht verboten. Wenn Sie das ändern möchten, unterzeichnen Sie bitte folgenden Petition, die ein Jagdverbot in sämtlichen internationalen Schutzgebieten in Europa fordert:

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/petition-hobbyjagd-abschaffen

Während die Emotionen vor Ort immer noch hochkochen, plant - wie Wildtierschutz Deutschland berichtet - die Ortsgruppe Neu-Ulm des BJV am 30. September zwischen Neu-Ulm, Günzburg, Donauwörth, Augsburg, Schwabenmünchen und Krumbach bereits die nächste großangelegte Graugans-Jagd.

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/neu-ulm-jagd-natura-2000-vogelschutzgebiet?fbclid=IwAR21h5M6VjZ95xxBZWjjTRDthuA_NBzl1FZioge9FEIR9DWd2-hJw2UBKTQ

https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/neu-ulm-spd-will-gaensejagd-am-plessenteich-verbieten-id67902211.html

 

 

September 2023

Wir möchten Sie an dieser Stelle auf zwei interessante Podcasts aufmerksam machen:

Peter Wohlleben führt seinen Hörern im Rahmen der Podcast-Serie „Peter und der Wald“ mit seinem aktuellen Beitrag „Waldspaziergang – Die Sache mit der Jagd“ den ganzen Irrsinn der Hobbyjagd noch einmal eindrücklich vor Augen. In seiner unaufgeregten und sachlichen Art klärt er seine Hörer unter anderem darüber auf, warum Wildbestände durch die Jagd nicht zu regulieren sind und plädiert dafür, endlich eine gesamtgesellschaftliche Debatte über unseren Umgang mit Wildtieren zu führen. Kritisch hinterfragt er gängige Argumente, die seitens der Jägerschaft und der Forstwirtschaft immer wieder ins Feld geführt werden und regt an, in mehreren großen Gebieten in Deutschland die Jagd über einen längeren Zeitpunkt ruhen zu lassen – und einfach mal zu schauen, was passiert. Wir schließen uns dieser Forderung gerne an - denn dass das momentane System mehr Probleme macht als es löst, ist offensichtlich.

https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9yc3MuYXJ0MTkuY29tL3BldGVyLXVuZC1kZXItd2FsZA/episode/Z2lkOi8vYXJ0MTktZXBpc29kZS1sb2NhdG9yL1YwL2U3b3Y4UlJNa2JmQTllYms5M3hyZ3VsTFMzeTJzWm1ueUoxekR1MVNsSzA?sa=X&ved=0CAYQkfYCahcKEwjY_L-Y2LGBAxUAAAAAHQAAAAAQAQ&fbclid=IwAR39bATe-RQZI11LOrkKCKJPfRtUY6fezSdwtDuqAr_82tEB3qJ9SF9nz74

Auch der Tierrechtler Peter Hübner widmet sich in seinem aktuellen Wochenrückblick unter anderem dem Thema Jagd. Etwa ab Minute 15 geht er vor allem mit den Grünen hart ins Gericht und zeigt am Fall von Miriam Staudte exemplarisch, wie groß die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei den Grünen mittlerweile ist. Miriam Staudte ist niedersächsische Landwirtschaftsministerin und somit auch zuständig für den Tierschutz. Gerne tritt sie auf Tierschutzveranstaltungen auf – und verteidigt doch als Jagdscheininhaberin gleichzeitig massiv Jagdinteressen. Der Beitrag von Peter Hübner gewährt somit einen ernüchternden Einblick in den alltäglichen Politikbetrieb.

https://www.facebook.com/fuertierrechte/videos/855801409529324

Wer nach diesem Einblick in den Politikbetrieb noch nicht ernüchtert genug ist, dem können wir noch einen Beitrag auf pirsch.de empfehlen. Die Redaktion hat bei CSU, SPD, FW, FDP, Grünen und AfD die Einstellung zur Jagd abgefragt. Fazit: grundsätzliche Änderungen am Landesjagdgesetz hält keine der befragten Partein für erforderlich - allenfalls die Grünen weichen hier etwas ab und verweisen auf bereits gestellte Anträge in der Vergangenheit - da die Grünen aber bekanntermaßen Verfechter der unsäglichen Wald-vor-Wild-Politik sind, muss leider bezweifelt werden, dass die Änderungsanträge hier in die richtige Richtung weisen.

Einen verpflichtenden Schießnachweis hält ausschließlich die SPD für erforderlich - ansonsten sind die Antworten mit leichten Nuancen fast identisch. Grundlegende und längst überfällige Reformen sind also von keiner der genannten Parteien zu erwarten. 

https://www.pirsch.de/news/landtagswahl-bayern-so-stehen-die-parteien-zur-jagd-37602?fbclid=IwAR0O5DmnC_IlmnTYtwRdA_Somf2xtjCR1r7EGU_4CoVo597I_0W1mQ33i_g

 

 

September 2023

Und wieder ist ein totes Pferd zu beklagen. Dieses Mal traf es ein zweijähriges Westernpferd, welches gemeinsam mit drei weiteren Pferden nachts auf einer Weide untergebracht war. Auch in diesem Fall – man ahnt es schon – hat ein Jäger das Pferd mit einem Wildschwein „verwechselt“.

Man kann es nicht oft genug sagen: auch dieses Pferd ist nicht tot, weil es einem Wildschwein zum Verwechseln ähnlich sah, sondern weil ein Jäger geschossen hat, ohne zu wissen, worauf er eigentlich schießt.

Die Familie, der das tote Pferd gehört, ist "entsetzt, traurig, aufgebracht und wütend" und gleicheitig froh, dass in dieser Nacht keines der Enkelkinder auf der Weide gezeltet hat. 

https://www.wochenspiegellive.de/eifelkreis-bitburg-pruem/artikel/unglaublich-jaeger-erschiesst-pferd-weil-er-es-fuer-ein-wildschwein-haelt?fbclid=IwAR3RTfZ-I46DTO4FHlZPQo8ppC9kIYlxQ94PabJp9DuYBoteGuc4SeMrxV8

September 2023

Bereits im Dezember 2022 berichteten wir über eine Treibjagd, die unmittelbar hinter unserem Dorf, auf einem bei Kindern sehr beliebten Schlittenberg, stattfand. Absperrungen oder Warnhinweise waren - wie schon in den vorangegangen Jahren - nicht vorhanden. Und so fanden wir uns auch dieses Jahr während eines Spaziergangs unvermittelt mitten im Geschehen wieder. Der Versuch, die teilnehmenden Jäger auf ihr absolut fahrlässiges Verhalten hinzuweisen, scheiterte an der Ignoranz und mangelnden Kommunikationsfähigkeit der anwesenden Waidmänner. Da wir diese wiederholte Gefährdung von Anwohnern und Spaziergängern nicht länger einfach hinnehmen wollten, informierten wir nach dem Vorfall den Bürgermeister unserer Gemeinde - der unsere Sicherheitsbedenken offensichtlich nachvollziehen konnte und seinerseits eine Stellungnahme zu den Vorfällen bei der Unteren Jagdbehörde einforderte. Die Antwort der Unteren Jagdbehörde kann man nur als zynisch bezeichnen. So ist in dem Schreiben zu lesen, dass der verantworliche Jagdpächter der Behörde versichert habe, dass sich keine unbeteiligten Dritten im Jagdgebiet aufgehalten hätten - und obwohl mehrere Fotos das Gegenteil beweisen, wurde dem Jagdpächter offensichtlich einfach geglaubt. Zudem ist in dem Schreiben zu lesen, dass bei der von uns beanstandeten Treibjagd ausschließlich Hasenflinten zum Einsatz gekommen seien - deren "Gefährdungsbereich" deutlich geringer sei als bei "Büchsen". Auch etwas, was man als normaler Spaziergänger offensichtlich wissen sollte. Insgesamt seien die von uns gemachten Angaben "zu vage" gewesen. Das liest sich dann so: 

"Es ist letztlich so, dass die in der Mitteilung an Sie gemachten Angaben zu vage und nicht belegbar sind um konkrete Maßnahmen einzuleiten. Ob/wer/wie ein Radfahrer durch die Jagd fuhr, ob/wie in welcher Entfernung zu Passanten, Schussrichtung, Winkel etc. ein Hase geschossen wurde, ist nicht nachvollziehbar." 

Die Antwort auf die Frage, wie jemand, der sich unvermittelt in einer Treibjagd wiederfindet, Schussrichtung und Schusswinkel rechtssicher dokumentieren soll, bleibt die Behörde allerdings schuldig.

Da die herrschenden Zustände aus unserer Sicht absolut unhaltbar sind, haben wir nach dem Vorfall und dem Schreiben der Unteren Jagdbehörde eine Petition beim Bayerischen Landtag eingereicht, die erwartungsgemäß ebenfalls abgelehnt wurde - wenn auch sehr wortreich. Interessant zu lesen ist der Ablehnungstext aber auf jeden Fall. So wird etwa darauf hingewiesen, dass nach den Bestimmungen des Bundesjagdgesetzes "an Orten, an denen die Jagd die öffentliche Ruhe, Ordnung oder Sicherheit stören oder das Leben von Menschen gefährden würden, nicht gejagt werden" darf. Allerdings müsse hier die Jagdausübung "tatsächlich eine konkrete Störung der öffentlichen Ruhe, Ordnung oder Sicherheit oder eine konkrete Gefährdung von Menschenleben" verursachen. Die "rein abstrakte Möglichkeit einer Gefährdung"  sei nicht ausreichend, um die Jagdausübung zu untersagen. Solange also nichts passiert, gibt es keinerlei gesetzliche Einschränkungen...

Insgesamt sieht man hier also keinen Handlungsbedarf, man schiebt jede Verantwortung von sich und versteckt sich hinter den üblichen Phrasen.

Das Anwortschreiben der Unteren Jagdbehörde, den Petitionstext sowie die Antwort des Petitionsausschusses des Bayerischen Landtages können Sie in der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker" in voller Länge nachlesen.

Wir haben die Petition mittlerweile auch beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht, wo sie im Moment bearbeitet wird.

Zwar hat der zuständige Jagdpächter inzwischen zugesichert, dass er kommende Treibjagden entsprechend absichern und diese auch im Vorfeld der Gemeinde melden wird - eine rechtliche Verpflichtung, dies zu tun, besteht aber nach wie vor nicht. 

 

August 2023

Am vergangenen Wochenende (26/27.8.) beendeten zwei Jäger gegen 2.20 Uhr ihre gemeinsame Jagd. Beim Versuch, eine der Waffen zu entladen, löste sich ein Schuss: die Kugel durchschlug zuerst den Beifahrersitz und anschließend das Gesäß des Jagdkollegen und trat dann an der Beifahrertür wieder aus. Der angeschossene Jäger musste schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Waffe und Auto wurden von der Polizei sichergestellt.

Ein weiterer Jäger, der seine Defizite im verantwortungsvollen Umgang mit Schusswaffen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat - vielleicht sollte man langsam doch über regelmäßige, verpflichtende Schießübungen für Jäger nachdenken?

https://www.radioeuskirchen.de/artikel/ungewollte-schussabgabe-jaeger-schwer-verletzt-1749055.html?fbclid=IwAR0FG4ucvC--CdYeQ3ktKxmVFVS1fllj4EsteL2tPFj_zaXlo0cXbvyh4Og

 

 

August 2023

Seit August darf in Bayern wieder Jagd auf den Fischotter gemacht werden. Bisher war für den Abschuss des streng geschützten Tieres eine entsprechende Ausnahmegenehmigung erforderlich – diese Regelung entfällt nun nach einem Beschluss des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Jahrzehntelang haben Naturschützer sich bemüht, dem Fischotter eine Rückkehr nach Bayern zu ermöglichen – mit diesem Beschluss gefährdet die Bayerische Staatsregierung nun sämtliche Erfolge und setzt sich nicht zum ersten Mal kurzerhand über geltendes Artenschutzrecht hinweg.

Doch es regt sich Widerstand: eine vom WWF ins Leben gerufene Petition gegen den Fischotterabschuss haben mittlerweile mehr als 60.000 Menschen unterschrieben.

Unter folgendem Link können auch Sie sich am Protest beteiligen:

https://mitmachen.wwf.de/fischotter?_gl=1*1pzbd9y*_gcl_au*MTExNTQxOTEzNy4xNjkyNTMwMTc0#_ga=2.130091919.18418528.1692530175-55550597.1692530174

Der WWF erklärt in seinem an Herrn Söder und das Landwirtschaftsministerium gerichteten Appell außerdem, warum die Bejagung des Fischotters keinen Sinn macht und warum auch den Teichwirten durch diese Maßnahme nicht geholfen wird – gleichzeitig zeigt der WWF Möglichkeiten auf, die weit besser geeignet wären, um Konflikte zwischen den Bedürfnissen der Fischotter und den Wünschen der Teichwirte auf ein Minimum zu reduzieren. Die Lösung wäre wohl eine Kombination zwischen geeigneten Schutzmaßnahmen und einer Verbesserung des Lebensraums mit einer stärkeren Renaturierung natürlicher Gewässer. 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/bayern-mehr-als-43-000-unterzeichner-protestieren-gegen-fischotterjagd-a-f0eec267-0177-4ca5-b78d-b1f720aefcbd

 

 

 

August 2023

Am vergangenen Wochenende ereigneten sich gleich zwei schwere Jagdunfälle:

im niedersächsischen Landkreis Oldenburg waren zwei 18-jährige Jagdscheininhaber am frühen Samstagmorgen auf Krähenjagd. Dabei geriet einer der beiden aus noch ungeklärter Ursache ins Schussfeld seines Jagdkollegen und wurde von einer Kugel getroffen. Der Jugendliche verstarb noch an der Unglückstelle.

Am gleichen Tag kam es auch in Lippstadt/NRW zu einem schweren Zwischenfall: dort wurde während einer vermutlich nicht legalen Entenjagd ein 53-jähriger Jäger von seinem 83-jährigen Jagdkameraden angeschossen und musste mit schwersten Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, Medienberichten zufolge besteht nach wie vor Lebensgefahr.

Beide Vorfälle führen die eklatanten Sicherheitsmängel im Bereich der Hobbyjagd wieder einmal drastisch vor Augen. In den aktuellen Fällen waren die Opfer selbst Jäger – sie haben sich also freiwillig in diese Situation gebracht und die Gefahr zumindest billigend in Kauf genommen. Immer wieder werden aber auch völlig Unbeteiligte durch die fortgesetzte Missachtung grundlegender Sicherheitsregeln gefährdet.

Auch das Alter der beiden Unglücksschützen wirft Fragen auf und zeigt, wie überfällig die Einführung einer entsprechenden Altersgrenze – sowohl nach oben als auch nach unten – ist. Jugendliche fröhlich in der Gegend herumschießen zu lassen ist ebenso verantwortungslos wie einem 83-Jährigen noch ein Gewehr in die Hand zu drücken.

Beide Jagdveranstaltungen waren zudem auch noch völlig überflüssig. So meldete sich nach dem tödlichen Jagdunfall in Niedersachsen der eigentlich sehr jägerfreundliche NABU Niedersachsen zu Wort und wies darauf hin, dass die Jagd auf Krähen „aus ökologischen, naturschutzfachlichen und ethischen Gründen“ abzulehnen sei. Trotzdem touren weiterhin überall im Land Jäger durch Kindergärten und Schulen und versuchen, Kinder und Jugendliche in ihrem Sinne zu beeinflussen und zukünftigen Nachwuchs zu rekrutieren. Bei diesen unseligen Propagandaveranstaltungen wird entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis nach wie vor Stimmung gegen Krähen, Füchse und andere Beutegreifer gemacht und deren Bejagung als zwingend notwendiger Beitrag zum Arten- und Niederwildschutz verkauft. 

Ob es sich bei der Jagdveranstaltung in NRW um eine klassische Entenjagd oder um – wie die beteiligten Jäger es wohl formulieren – „eine Ausbildung, bei der auch Enten eine Rolle gespielt haben“ -  gehandelt hat, ist letztlich unerheblich. Enten haben noch bis Mitte September Schonzeit und hätten somit zum jetzigen Zeitpunkt nicht bejagt werden dürfen. In diesem Fall wurden also nicht nur die grundlegenden Sicherheitsregeln missachtet, es liegt zusätzlich auch noch ein Schonzeitvergehen vor.

https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/tod-bei-jagd-in-doetlingen-18-jaehriger-geraet-ins-schussfeld-seiner-begleitung_a_4,0,2062309281.html#

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/jagdunfall-in-lippstadt-100.html

 

 

 

August 2023

Im hessischen Vogelbergkreis war ein Jäger am ersten Augustwochenende auf Waschbärenjagd – schon das eine äußerst fragwürdige Aktion. Doch damit nicht genug: der offensichtlich minderbegabte Schütze verfehlte sein Ziel und erschoss stattdessen ein friedlich auf seiner Weide grasendes Rind. Als der Waidmann seinen Irrtum bemerkte, zeigte er sich selbst bei der Unteren Jagdbehörde an. Da der Schuss ohne ausreichenden Kugelfang abgegeben worden war, prüft die Behörde nun die Jagdzulassung – ob dem Waidmann die Jagderlaubnis tatsächlich entzogen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine scheinbar endlose Serie „tragischer Einzelfälle“ und tödlicher Verwechslungen. Leider wird auch dieser Vorfall nicht dazu führen, dass der Gesetzgeber endlich für Sicherheitsvorschriften im Jagdwesen sorgt, die diesen Namen auch verdienen. Und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir über den nächsten „tragischen Einzelfall“ berichten müssen.

https://www.oberhessische-zeitung.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis-vogelsberg-vogelsbergkreis/vogelsbergkreis-jaeger-erschiesst-rind-auf-weide-2767093

https://wildbeimwild.com/noch-ein-einzelfall-hobby-jaeger-erschiesst-rind/?fbclid=IwAR3avhZExZgeu_Jtdjs-IyTRWE5tcmb02K0FLEb86TJjWbO1ECatef8k7p0

Da der Unglücksschütze ursprünglich auf Waschbärenjagd war, hier noch ein Link zu einem Beitrag von Wildtierschutz Deutschland, der Ihnen Hintergrundinformationen zum Thema Waschbärenbejagung und deren Unsinnigkeit liefert:

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/waschbaeren-nutzlose-jagd?gclid=Cj0KCQjwrfymBhCTARIsADXTabkdOjcb6_h2DZLA8B_l2dW_sHFmx98HbhxHXg56qA9A-7hVE2ePOLAaAgbbEALw_wcB

 

 

August 2023

In Rheinland-Pfalz steht die Novellierung des Landesjagdgesetzes an - im Vorfeld hatte man sich auf die Fahne geschrieben, die "tierschutz- und naturschutzfachlichen Anforderungen" stärken zu wollen. Der nun vorgelegte Referentenentwurf enttäuscht auf ganzer Linie, Forderungen von Tier- und Naturschutzverbänden wurden weitestgehend ignoriert. So sollen Totschlagfallen zwar verboten werden, die Jagd mit Lebendfallen wäre aber weiterhin erlaubt. Eine Überarbeitung der Liste der jagdbaren Arten ist nicht vorgesehen, der Abschuss von Katzen, die sich weiter als 300 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt aufhalten, soll weiterhin erlaubt sein. Die Baujagd am Naturbau soll verboten werden, die Jagd am Kunstbau wäre aber weiterhin legal.

Wie nicht anders zu erwarten, wehrt sich die Jägerschaft selbst gegen diese minimalen Schönheitskorrekturen vehement und versucht, die ohnehin kaum wahrnehmbaren Verbesserungen im Tierschutz noch zu verhindern. 

Da davon auszugehen ist, dass die Jägerschaft ihre Position bei den zuständigen Stellen sehr nachdrücklich zum Ausdruck bringt, wäre es aus unserer Sicht wichtig, dass sich dort auch Menschen zu Wort melden, denen die geplanten Änderungen nicht weit genug gehen und die eine wesentlich stärkere Berücksichtigung des Tier- und Naturschutzes bei der Jagdausübung fordern. 

Wir unterstützen daher einen Aufruf von Wildtierschutz Deutschland, sich an die folgenden Stellen zu wenden und entsprechende Nachbesserungen im Bereich Tier- und Naturschutz einzufordern:

Ministerin Katrin Eder (katrin.eder@mkuem.rlp.de),

Staatssekretär Dr. Erwin Manz (erwin.manz@mkuem.rlp.de)

und/oder die Poststelle des Ministeriums (poststelle@mkuem.rlp.de)

https://www.facebook.com/photo/?fbid=267167072733857&set=a.137010242416208

 

 

August 2023

In Mecklenburg-Vorpommern kam es Anfang August zu einem weiteren tödlichen Jagdunfall: ein 60-jähriger Waidmann schoss sich während eines Jagdausflugs selbst ins Bein. Er konnte noch seine Ehefrau verständigen – bis die Rettungskräfte eintrafen, war der Mann jedoch bereits verblutet. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht klar, ob sich der Schuss auf dem Hochsitz, beim Herunterklettern oder auf dem Boden gelöst hat.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch diese Waffe nicht ordnungsgemäß gesichert war – und auch diese Kugel hätte einen völlig Unbeteiligten treffen können. 

https://www.bild.de/regional/mecklenburg-vorpommern/mecklenburg-vorpommern-news/unfall-bei-marlow-jaeger-schiesst-sich-ins-bein-und-verblutet-84946408.bild.html?fbclid=IwAR1TRFfz5AwnYC4D2n5KMdrFenLiOsI4DuXDVHG4ve5DDkMqpBItUaoA-vE

 

 

 

Juli 2023

Anfang Juni wurde in Hessen erneut ein friedlich auf seiner Koppel weidendes Pferd von einem Jäger mit einem Wildschwein „verwechselt“ und „versehentlich“ erschossen. Wir haben uns nach diesem Vorfall an mehrere Pferdezeitschriften gewandt und darum gebeten, dieses wichtige Thema aufzugreifen.

Die Redaktion von „pferdekult.de“ zeigte sich sofort interessiert – wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken möchten. Und so wurde nun der Beitrag 

 „Wiederholt Pferde als Jagdopfer – muss das sein?“veröffentlicht – nachzulesen unter folgendem Link:

https://pferdekult.de/wissenswertes/recht-sicherheit/wiederholt-pferde-als-jagdopfer-muss-das-sein

Nach derartigen Fehlschüssen wird reflexartig von „tragischen Einzelfällen“ oder „schwarzen Schafen“ gesprochen. Regelmäßig wird der Eindruck vermittelt, als handele es sich bei solchen Vorfällen um zwar bedauerliche, in letzter Konsequenz aber dennoch schicksalhafte Vorkommnisse, welche auch durch eine strengere Reglementierung der Jagd nicht hätten verhindert werden können. Dabei liegt der Fehler eindeutig im System – durch entsprechende Sicherheitsvorschriften, eine adäquate und an die Erfordernisse der heutigen Zeit angepasste Jägerausbildung, eine regelmäßige Überprüfung der gesundheitlichen und psychischen Eignung von Jagdscheininhabern sowie die Schaffung unabhängiger Kontrollinstanzen, ließe sich durchaus für mehr Sicherheit bei der Jagdausübung sorgen.

Einerseits soll mit dem Beitrag nochmals verdeutlicht werden, dass die Probleme systemimmanent sind und die Schwierigkeiten meist schon sehr viel früher beginnen - nicht erst, wenn ein Pferd tot auf der Koppel liegt. Gleichzeitig soll eine längst überfällige Diskussion angestoßen und Betroffenen Mut gemacht werden, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

 

 

Juli 2023

Erstaunlich hart geht der Berufsjäger und Schweißhundeführer Matthias Meyer mit der eigenen Zunft ins Gericht. In einem Beitrag auf pirsch.de kritisiert er die rücksichtslose Art und Weise, wie scheinbar zunehmend Wildschweine bejagt werden. Vor allem der Trend, den so oft an Jägerstammtischen propagierten und leider auch dann in der Praxis angewendeten Schuss hinter den Teller auf das Schwarzwild auszuprobieren“ ist ihm ein Dorn im Auge.

Denn leider hat der sog. Tellerschuss massive Nachteile. Der präzise Schuss hinter die Ohren des Wildschweins ist schon für erfahrene Jäger eine große Herausforderung mit erheblicher Fehlerquote – unerfahrenen Jägern gelingt dieser Schuss fast nie. Die Tiere werden also nur angeschossen.

Trifft der Jäger nicht richtig, erleiden die angeschossenen Tiere entweder einen Krellschuss oder einen Gebrechschuss.

Bei einem Krellschuss landet die Kugel im Bereich der Dornfortsätze der Wirbelsäule – bei einem Treffer kommt es zu einem Schock im Nervensystem, welcher dazu führt, dass das Tier zusammenbricht und kurzzeitig betäubt ist. Allerdings rappeln sich viele Tiere nach einem derartigen Treffer wieder auf und flüchten. Die Kugel befindet sich hier meist in der Rückenmuskulatur – da sich dort keine großen Blutgefäße befinden, sondert das angeschossene Tier nur wenig Blut ab, was die Nachsuche erheblich erschwert. Das verletzte Wildschwein kann die Stelle nicht adäquat reinigen, es kommt zu Infektionen und schließlich zu einem qualvollen Tod.

Bei der anderen Variante, dem sog. Gebrechschuss, ergeht es dem getroffenen Tier nicht besser. Bei einem Gebrechschuss wird dem Tier der Kiefer zerschossen. Auch hier gestaltet sich eine Nachsuche schwierig, die meisten Tiere verhungern unter quälenden Schmerzen, die Wunden infizieren sich, Maden machen sich breit, es kommt zu Blutvergiftungen.

Viele Jäger scheint das jedoch nicht zu stören. Und so möchten wir zum Schluss noch einmal Berufsjäger und Schweißhundeführer Matthias Meyer zu Wort kommen lassen, das folgende Fazit zieht:

„Als Berufsjäger und Schweißhundeführer, dessen Haupteinsatzgebiet vom Schwarzwild und dessen intensiver Bejagung bestimmt ist, bin ich einiges gewohnt: Wehrhaftes Wild, geschlagene und getötete Hunde, verwaiste Frischlinge an ihren gefundenen Müttern, Schützen, die auf willkürliche Stücke aus jeder Lage und auf jede Entfernung bei Erntejagden schießen, um der Landwirtschaft zu gefallen, sind schon mehr als gewöhnungsbedürftig. Nachsuchen auf von Maden angefressene Wildtiere, die ihrem Schicksal fahrlässig oder zunehmend vorsätzlich überlassen werden, sind ein anderes, schmerzliches und wütend machendes Kapitel, das leider dort, wo die Sauen mehr werden und Schaden verursachen, schnell und respektlos hingenommen wird. Die Verrohung der Waidgerechtigkeit und die Einstellung zum Tierschutz nehmen leider geradezu proportional zur Strecken- und Schadensentwicklung".

https://www.pirsch.de/jagdpraxis/waidgerechte-saujagd-tellerschuesse-bei-schwarzwild-37188

 

 

Juni 2023

Wie eng Jagdlobby und Politik miteinander verbunden sind, zeigen auch die kürzlich auf Gut Heringnohe bei Vilseck stattgefundenen „Rotwildtage“. Der Veranstalter – der Bayerische Jagdverein, Sektion Oberpfalz – rief und zahlreiche „hochkarätige Ehrengäste aus Politik, Forst- und Landwirtschaft, der Jagd und weitere Verbandvertreter“ folgten der Einladung. Dass unter anderem auch ein Vertreter des LBV teilnahm, überrascht nicht - dort ist von der früher durchaus vorhandenen kritischen Einstellung gegenüber der Jagd schon seit geraumer Zeit nicht mehr viel übrig. Mittlerweile werden nicht wenige Ortsvereine von aktiven Jägern geführt. Somit ist die Teilnahme an dieser Veranstaltung nur konsequent.

Das Grußwort wurde von der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber höchstpersönlich gesprochen. Wenn es darum geht, den Jägern nach dem Mund zu reden, ist die Ministerin immer gern zur Stelle. Und so erntete sie auch dieses Mal „anerkennenden Applaus“ als sie die populistische Parole: „Rotwild gehört zu Bayern, jedoch nicht der Wolf und der Bär!“ zum Besten gab. Dass die neue bayerische Wolfsverordnung, auf welche die Ministerin hier offensichtlich anspielt, wohl zumindest in Teilen rechtswidrig ist und mehrere Naturschutzverbände und Privatpersonen Klage gegen die neue Verordnung eingereicht haben, scheint weder die Jäger noch die Ministerin zu stören.

Fachvorträge gab es unter anderem von Dr. Christine Miller, Vorsitzende des Vereins „Wildes Bayern“ und selbst aktive Jägerin oder Prof. Andreas König, Leiter der Arbeitsgruppe „Wildbiologie und Wildtiermanagement“ an der TU München, der im Rahmen seiner Forschungen eng mit Jägern zusammenarbeitet. Grundsatzkritik war von den geladenen Experten also nicht zu erwarten. Und so blieb man auch dieses Mal lieber unter sich, versicherte sich der Unterstützung der Politik und klopfte sich gegenseitig auf die Schulter.

https://www.pirsch.de/news/rotwildtage-der-oberpfalz-so-steht-es-um-den-hirsch-37153

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Juni 2023

Wir haben an dieser Stelle bereits mehrmals über die Unsinnigkeit und Grausamkeit der Fuchsjagd berichtet. Um die grausame Fuchsjagd vor einer immer kritischer werdenden Öffentlichkeit weiterhin rechtfertigen zu können, ziehen die Jäger sämtliche Register – ist ihnen der soziale und intelligente Beutegreifer doch nach wie vor als Beutekonkurrent verhasst. Früher war es die Tollwut, die den Jägern die gesellschaftliche Legitimation zum massenhaften Töten von Füchsen gab -  seit dem Jahr 2008 ist Deutschland nun allerdings offiziell tollwutfrei und seither ist die Jägerschaft auf der Suche nach neuen Rechtfertigungsgründen für ihr brutales Treiben. So versucht man, in der Bevölkerung Ängste vor Krankheiten wie dem Fuchsbandwurm oder der Räude zu schüren – doch hier bleibt der durchschlagende Erfolg aus. Aber bei der Wahl ihrer Argumente sind Jäger ja durchaus flexibel. Und so wird die Fuchsjagd nun zunehmend als Beitrag zum Artenschutz verkauft: Niederwild und Bodenbrüter hätten ohne die eingreifende Hand des Jägers keine Chance. Dass all diese Behauptungen wissenschaftlich längst widerlegt sind und einer näheren Betrachtung nicht standhalten, scheint die Jäger wenig zu stören. 

Allerdings treffen diese Manipulationsversuche zunehmend auf eine aufgeklärte Öffentlichkeit. Der Widerstand gegen die Fuchsjagd wächst. Am Freitag, dem 23.6.2023 findet nun eine von Wildtierschutz Deutschland und dem Aktionsbündnis Fuchs organisierte deutschlandweite Aktion statt: an diesem Tag wird in zehn deutschen Städten mit Mahnwachen vor den Landwirtschaftsministerien der verschiedenen Bundesländer das Ende der Fuchsjagd gefordert.

Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, findet weitere Informationen unter folgendem Link.

https://www.facebook.com/AktionsbuendnisFuchs/posts/pfbid02LVVj2SdCugv7HWrdYikonhx8We58bQFZGwrtVdiZd6UoxEgpZ7B6oLjnFLJzUPQel

Außerdem möchten wir hier ein paar prominente Kritiker der Fuchsjagd zu Wort kommen lassen.

Der erste Beitrag ist von Peter Wohlleben, Deutschlands wohl bekanntestem Förster:

https://www.facebook.com/AktionsbuendnisFuchs/videos/293473313102864

Hier kommt Hartman Jenal zu Wort, ebenfalls ein großer Fuchskenner und aktiver Fuchsschützer:

https://www.facebook.com/100036087322483/videos/pcb.1305955790341373/801896061214678

Unter folgendem Link hören Sie die Meinung von Christian Ehrlich, Tierfilmer und Artenschützer:

https://www.facebook.com/100036087322483/videos/pcb.1305955790341373/1300697527198136

Dag Fromhold, Mitautor des Buches „Die Weisheit der Füchse“, welches wir Ihnen an dieser Stelle nochmal ans Herz legen möchten, fasst die Situation in einer kurzen Ansprache nochmal zusammen:

https://www.facebook.com/AktionsbuendnisFuchs/videos/1615454138973773

Juni 2023

Nach den internationalen Kriterien der „Weltorganisation für Tiergesundheit“ gilt Deutschland seit dem Jahr 2008 offiziell als tollwutfrei. Bereits damals wandte sich das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit mit einem Rundschreiben an sämtliche Regierungsbezirke – diese sollten die zuständigen Gemeinden dazu veranlassen, eventuell noch vorhandene Schilder mit der Aufschrift „Wildtollwut! Gefährdeter Bezirk“ zu entfernen. Als Begründung gab das Ministerium damals an, dass die Warnung vor einer nicht länger existenten Gefahr die Bevölkerung verunsichern könnte.

Das war im Jahr 2008. Heute – im Jahr 2023 – sind immer noch Schilder zu finden, auf denen vor Wildtollwut gewarnt wird. Manche dieser Schilder wurden einfach übersehen – in diesen Fällen reicht dann meist ein kurzes Schreiben an die entsprechende Gemeinde und das Schild wird in der Regel zeitnah entfernt.

Nicht so in der Gemeinde Jetzendorf. Das auf dem Foto abgebildete Schild befindet sich in der zu Jetzendorf gehörenden Gemeinde Lampertshausen. Dort ist die Irreführung der Bevölkerung scheinbar gewollt. Wir haben uns in der Vergangenheit bereits mehrmals an die Gemeinde gewandt. Da unserer Aufforderung, das Schild endlich zu entfernen, nicht nachgekommen wurde und man es nicht einmal für nötig hielt, unsere Schreiben zu beantworten, haben wir die Angelegenheit auf Anraten des zuständigen Ministeriums nun an das Veterinäramt des Landkreises Pfaffenhofen weitergeleitet. Eine Antwort des Veterinäramtes steht noch aus – wir halten Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden.  

 

Juni 2023

Völlig überraschend wurde dem langjährigen Geschäftsführer des Bremer NABU, Sönke Hofmann, fristlos gekündigt. Laut einer offiziellen Verlautbarung führten Unstimmigkeiten zwischen Vorstand und Geschäftsführer über „die Veränderungen beim NABU“ zu diesem drastischen Schritt. Welche geplanten Veränderungen der Geschäftsführer nicht mitgehen wollte, wird leider nicht erwähnt. Allerdings mehren sich die Stimmen, die den Grund für Hofmanns Entlassung in seiner jagdkritischen Einstellung und seinem Engagement für eine Novellierung des Jagdrechts sehen.

https://www.butenunbinnen.de/videos/nabu-kuendigung-unstimmigkeiten-fristlos-soenke-hofmann-100.html?fbclid=IwAR2U6rtLruoEKfzx9eJy5_AMeOoZLzYAFAeKSmanJPE2k_6WzoW6R16rnEA

Mit Jörg-Andreas Krüger wird der NABU seit November 2019 von einem Hobbyjäger geführt – seitdem entwickelt sich der NABU immer mehr zu einer Zweigstelle des Deutschen Jagdverbandes. Herr Krüger jagt offensichtlich besonders gerne in Naturschutzgebieten und ist im Besitz von Begehungsscheinen für DREI unterschiedliche Reviere. An einer grundlegenden Änderung in der Jagdgesetzgebung ist er nicht interessiert, allenfalls hält er kleinere „Schönheitskorrekturen“ für nötig. Und er ist gerngesehener Gast auf so mancher Jagdveranstaltung.

https://jagdpraxis.de/news/nabu-praesident-joerg-andreas-krueger-bei-den-jaegern-warendorf. Falls die Gerüchte tatsächlich stimmen und dem langjährigen Geschäftsführer aufgrund seiner jagdkritischen Einstellung gekündigt wurde, wirft das sicher kein gutes Licht auf den NABU. Für Kritik an der Jagd scheint beim NABU kein Platz mehr zu sein, wie auch das Beispiel Thomas Mitschke zeigt, der den Ortsverein Lüneburg zehn Jahre lang geführt hat und nun nicht mehr zur Wiederwahl angetreten ist. Er begründet seine Entscheidung unter anderem so:

Mein Fokus, mein Engagement, richtet sich jetzt verstärkt aus auf unsere heimischen Wildtiere im Rahmen von Wildtierschutz Deutschland, ProFuchs Lüneburger Heide und auf den Freundeskreis freilebender Wölfe.

Dieses Engagement ist scheinbar mit den Zielen des NABU nicht kompatibel. Weiter begründet er seinen Rückzug so:

"Es gibt viele Gründe. Die Unterwanderung des größten Umweltverbandes durch Jäger bis hin zum Präsidenten ist aber ein Element davon…Heimische Wildtiere, wie z.B. den bedrohten Iltis hat der NABU nicht auf dem Zettel. Der Präsident jagt selbst und das in Schutzgebieten, solange dieser auf seinem Sessel sitzt, wird sich nichts ändern.

Dann darf man auch nicht die Klientel beim NABU vergessen, die ihn dort quasi zielgerichtet platziert haben."

https://www.facebook.com/photo?fbid=1685262758594185&set=a.120061391781004

 

 

Juni 2023

Und schon wieder konnte ein Jäger ein Pferd nicht von einem Wildschwein unterscheiden. In Bermbach/Hessen war der für den Ortsteil Waldems zuständige Jagdpächter auf Wildschweinjagd. Obwohl er offenbar nicht sehen konnte, worauf er schießt, gab der Waidmann mehrere Schüsse ab – eine Kugel traf einen auf einer Sommerweide stehenden Kaltblüter tödlich. Der Jäger meldete sich in den frühen Morgenstunden bei den geschockten Besitzern und setzte diese über die „Verwechslung“ in Kenntnis. Die Besitzer verständigten die Polizei, die Ermittlungen laufen.

Schaut man sich die Urteile in ähnlichen Fällen an, ist leider zu befürchten, dass auch dieser Jäger keine ernsthaften Konsequenzen für sein fahrlässiges und rücksichtsloses Verhalten zu befürchten hat.

Man fragt sich allerdings schon, warum so viele Jäger daran scheitern, ein Pferd von einem Wildschwein zu unterscheiden - diese Aufgabe lösen in der Regel schon Kindergartenkinder mühelos. Dass Jäger immer wieder mit dieser Ausrede durchkommen, ist mehr als ärgerlich. Auch dieses Pferd ist nicht tot, weil es einem Wildschwein zum Verwechseln ähnlich sah, sondern weil ein Jäger wieder einmal sämtliche Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Schusswaffen außer acht gelassen hat. 

https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-rheingau-taunus/waldems-kreis-rheingau-taunus/aus-versehen-pferd-auf-bermbacher-koppel-erschossen-2615003

 

 

Juni 2023

Im September 2021 geriet Kater Emil in eine Totschlagfalle und starb eine qualvollen Tod. Emil geriet nicht etwa irgendwo in unwegsamen Gelände in die Falle, sondern direkt in Nachbars Garten. Der Besitzer des Grundstücks, in dem die Falle aufgestellt worden war: ein in der Fallenjagd bewanderter Jäger.

Hier noch einmal die emotionale Schilderung von Emils letzten Minuten, welche die bis heute traumatisierten Besitzer unmittelbar nach dem Vorfall veröffentlicht haben:

„An jenem Abend motivierte mich ein sehr lecker, riechender Geruch in Nachbars Garten zu laufen. Ich wurde weder durch einen Zaun noch sonstiger Barriere daran gehindert meiner jugendlichen Neugier nachzugehen. In Nachbars Garten entdeckte ich den lecker, riechenden Happen. Plötzlich verspürte ich einen nicht auszuhaltenden Schmerz. Ich wollte weglaufen, doch ich war eingequetscht zwischen zwei Eisenbügeln. Meine Schmerzensschreie hallten durch den Ort und meine Menschenfamilie kam bestürzt angerannt. Sie waren in Panik und versuchten mich aus der Schlagfalle zu holen in der ich steckte. Die Metallbügel, welche mich gerade zerquetschten, konnten sie nicht aufbiegen

Auch unser Nachbar der Jäger kam hinzu, lachte, machte sich lustig und erfreute sich, dass ich in seine explizit für Katzen aufgestellte Falle geraten sei. Dies gab er auch meinen Menschen gegenüber unumwunden zu. Er machte keinerlei Anstalten meiner Familie zu helfen, mich zu befreien oder mich wenigstens von diesen barbarischen Schmerzen zu erlösen Seine Worte: ich bin auf sein Grundstück gelaufen und habe dort hingekackt und deshalb sei ich fällig gewesen, klang wie Hohn in meinen Ohren. Qualvoll, mit unsagbaren Schmerzen musste ich lange zehn Minuten sterben, bis ich endlich schmerzfrei war und den Regenbogen in weiter Ferne sehen konnte. Völlig traumatisiert, rief meine Familie die Polizei an. Doch diese sahen leider keine Veranlassung den Tatort anzufahren

Vielleicht, weil nur ich, die Katze Emil in der Falle eingequetscht war

Ich habe nie einem Menschen etwas zu Leide getan. Weshalb nur musste ich also so qualvoll sterben?“

https://www.facebook.com/profile.php?id=100079894833809

Gegen den Jäger wurde Anklage erhoben, der Prozess endete nun mit einem Freispruch für den Beschuldigten. Die Begründung der zuständigen Richterin lässt einen fassungslos zurück. So hält sie es "zwar nicht für ausgeschlossen, sogar für möglich", dass der Beschuldigte die Falle aufgestellt haben könnte. Andererseits stünde "Aussage gegen Aussage" und es fehle ihr "ein konkreter Grund für die Tat". Sie könne sich nicht vorstellen, dass "ein Jäger eine solche Falle aufstellt - und dann einen Tag später in den Urlaub fährt", wie der Beschuldigte es getan hatte. Die Richterin ist der Meinung, dass sich "ein Jäger nicht so verantwortungslos verhalten würde". Gleichzeitig kritisiert sie allerdings auch die Arbeit der Polizei, die offensichtlich wenig Enthusiasmus bei den Ermittlungen gezeigt hat - so dass man im Prozess nun auf kein einziges objektives Beweisstück zurückgreifen konnte.

Da dieser Freispruch nicht nachvollziehbar ist und die Staatsanwaltschaft konsequenterweise in die Berufung geht, wird der Fall vor dem Landgericht Heilbronn neu verhandelt werden. Folgt das Landgericht der Einschätzung der Staatsanwaltschaft und dem geforderten Strafmaß, käme auf den Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 4.800 Euro zu. Aus unserer Sicht viel zu wenig - aber scheinbar gibt unser Tierschutzgesetz im Moment nicht mehr her. Allerdings wäre der Beschuldigte mit den vom Staatsanwalt geforderten 120 Tagessätzen immerhin vorbestraft - und würde so zumindest seine Jagderlaubnis verlieren.

https://www.rnz.de/region/sinsheim-kraichgau_artikel,-EppingenHeilbronn-Nachbar-freigesprochen-Schlagfallen-Drama-bleibt-ungesuehnt-Update-_arid,1118231.html?fbclid=IwAR32tvm3FvkoDjprdDTY-MGX3Fttuu3eTARXKBN0iLRVVEt3q8FoKiHOYWk

 

 

Mai 2023

Die Zeit der Wiesenmahd nutzen Jäger gerne, um medienwirksam Rehkitze zu retten. Der Jäger möchte in der Öffentlichkeit als Tierfreund und Beschützer der Wildtiere wahrgenommen werden. Denn wer so aufopferungsvoll in seiner raren Freizeit bis zur Erschöpfung Rehkitze rettet, muss doch ein wahrer Tierfreund sein, oder?

Tierschützer kritisieren seit langem, dass es sich bei derartigen Rehkitzrettungsaktionen vor allem um den Versuch handelt, die Öffentlichkeit zu manipulieren – denn die Inszenierung des Jägers als Tierfreund hat mit der Realität wenig zu tun.

Wenn ein paar Stunden später auf der gleichen Wiese gnadenlos spielende Fuchswelpen abgeschossen werden, ist die Presse natürlich nicht mehr dabei. Und auch wenn die zuvor medienwirksam geretteten Rehe in der nächsten Jagdsaison in großer Zahl getötet werden, geschieht das nicht vor den Augen der Öffentlichkeit. Im vergangenen Jagdjahr töteten Jäger mehr als 1,2 Millionen Rehe. Viele davon bei Treibjagden, bei denen die Tiere über Stunden aufgescheucht und in Todesangst versetzt werden. Gerade bei Bewegungsjagden ist die Trefferquote nicht sehr hoch, und so werden viele dieser Tiere nur angeschossen und sterben einen qualvollen Tod.

Da viele Menschen sich mit der Thematik nicht weiter auseinandersetzen möchten und es doch viel schöner ist, an den Jäger als Freund und Beschützer der Wildtiere zu glauben, hatten die Jäger mit ihren Manipulationsversuchen bisher erstaunlich viel Erfolg. Doch seit einiger Zeit wird die Kritik der Tierschützer lauter. Da es vielen Jägern offensichtlich nicht möglich ist, ihr Handeln selbstkritisch zu hinterfragen, wird diese Kritik reflexartig abgewehrt, meist mit der Frage, ob man denn die armen Rehkitze dem grausamen Mäh-Tod überlassen solle. Dass sich die Kritik nicht auf die Rettung der Kitze, sondern auf die Selbstinszenierung der Jäger bezieht, kann oder will man nicht verstehen.

Dass die Kritiker mit ihren Vorwürfen richtig liegen und es mehr um Selbstinszenierung als um das Wohl der Tiere geht, zeigen unter anderem die aktuellen Aussagen von Jägerschaftschef Hartwig Görtler aus Starnberg, der während einer kürzlich stattgefundenen Hegeschau kein gutes Haar an privaten Kitzrettern ließ. Seine Kritik richtete sich an den Verein „Kitzrettung Andechs“ – dieser hat es sich neben der Kitzrettung zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung für den Schutz von Wildtieren zu sensibilisieren, etwa durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Ein Besuch des Vereins in einer Grundschule mit der Vorführung einer Kitzsuche mittels einer Drohne, hat das Blut des Jägerschaftschefs so richtig in Wallung gebracht. Hier ein paar Äußerungen: „Wir sind hoheitlich beauftragt, uns um Wildtiere zu kümmern. So sieht es das Bundesnaturschutzgesetz vor.“ und weiter: "Wer ohne Rücksprache mit den zuständige Jägern Kitze vor dem Mähtod retten will, macht sich nämlich möglicherweise der Wilderei strafbar. Diese besteht aus dem Nachstellen, Aufsuchen, Erlegen und Aneignen von Tieren. Und zwar jeder Punkt für sich. Dafür muss ein Tier gar nicht getötet werden.“

Nun macht der Verein "Kitzrettung Andechs" nichts anderes als hunderte anderer Vereine in ganz Deutschland auch: der Verein unterstützt auf Anfrage Landwirte und Jäger bei der Rehkitzrettung. Die Mitglieder sind entsprechend ausgebildet und halten sich an die Vorschriften - hier kann das Problem also nicht liegen und eigentlich sollte man annehmen, dass sich die Jäger über die Unterstützung freuen. Dem ist aber offensichtlich nicht so, die privaten Rehkitzretter werden augenscheinlich als Konkurrenz wahrgenommen. Interessanterweise scheint es vor allem die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Vereins zu sein, die den Herrn Jägerschaftschef so aufbringt. Dass ein harmloser Besuch eines Tierrettungsvereins in einer Grundschule zu einem derartigen verbalen Rundumschlag führt, lässt tief blicken. 

https://www.merkur.de/lokales/starnberg/starnberg-ort29487/starnberg-jaeger-klaert-auf-wer-kitze-retten-darf-und-wer-nicht-92287962.html#id-Comments

 

 

Mai 2023

In Volkach hat sich ein Jäger selbst in die Hand geschossen und dabei schwer verletzt - nachdem er auf einem Hochsitz eingeschlafen war. Mit einer geladenen und offensichtlich entsicherten Waffe in der Hand. Der Waidmann konnte noch selbst den Notruf wählen und musste zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch dieser Vorfall zeigt, wie sorglos so mancher Jäger mit Schusswaffen umgeht.

https://www.meincharivari.de/aktuelles/news/lokales/volkach-haeger-schiesst-sich-selbst-in-die-hand

 

 

Mai 2023

Derzeit werden im Bundestag und im Europaparlament neue Tierschutzgesetze erarbeitet, die Ergebnisse werden im Sommer erwartet. Mit einer Demonstration sollen die Verantwortlichen nochmal daran erinnert werden, dass wir endlich Tierschutzgesetze brauchen, die diesen Namen auch verdienen. Die Forderung:  STARKE Tierschutzgesetze, die das Leid der Tiere tatsächlich beenden können. Außerdem wird gegen das ständige Unterlaufen und Umgehen der geltenden Tierschutzgesetze sowie gegen die am 1. Mai in Kraft getretene und in wesentlichen Teilen wohl rechtswidrige bayerische Wolfsverordnung demonstriert.

Treffpunkt ist am 26.5.2023 um 17.00 Uhr in München an der Münchener Freiheit zwischen Forum und Spielplatz. Von dort wird bis zum Odeonsplatz gelaufen. Geplant ist außerdem eine etwa 30-minütige Zwischenkundgebung vor dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium. Die Veranstaltung wird gegen 18.45 Uhr enden.

 

 

Mai 2023

Im Moment ist wieder Brut- und Setzzeit. Wie jedes Jahr nutzt die Jägerschaft die Gelegenheit, sich als Beschützer der Wildtiere zu präsentieren und gleichzeitig gegen Hunde und deren Halter zu hetzen. In schöner Regelmäßigkeit wendet man sich mit Hilfe der Medien an die Öffentlichkeit und fordert Rücksichtnahme von jedem, der sich in der Natur bewegt. Doch wie üblich, scheint das Gebot der Rücksichtnahme für die Jäger selbst nicht zu gelten.

Die Brut- und Setzzeit dauert vom 1. April bis zum 15. Juli. Auf agrarheute.com heißt es dazu:

"Wildtiere brauchen in dieser Zeit besonderen Schutz und sollten keinen Störungen ausgesetzt werden. Bodenbrüter wie Ente, Gans, Rebhuhn, Fasan, Kiebitz und Lerche beginnen jetzt ihr Brutgeschäft. Andere Tiere wie Rehe sind hochtragend und können bei einer auftretenden Gefahr nur noch schwer die Flucht ergreifen."

https://www.agrarheute.com/land-leben/leinenpflicht-fuer-hunde-wald-feld-brut-setzzeit-beginnt-592074#:~:text=F%C3%BCr%20alle%20Hunde%20gilt%20in,sollten%20keinen%20St%C3%B6rungen%20ausgesetzt%20werden.

Doch eine Einschränkung der Jagdtätigkeit ist nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Anfang Mai, also mitten in der Brut- und Setzzeit, startet das beliebte Maibock-Schießen – ein immenser Störfaktor etwa für Wiesenbrüter, wie selbst der jägernahe LBV erkannt hat und daher an die Jäger appelliert, zumindest in Wiesenbrütergebieten auf die Bockjagd zu verzichten.

https://www.wiesentbote.de/2020/04/29/lbv-fordert-jaeger-zum-freiwilligen-verzicht-auf-die-maibockjagd-in-wiesenbruetergebieten-auf/

Bei den Jägern ist der Vorschlag auf wenig Gegenliebe gestoßen. Schuld sind wie immer die anderen (Angler, Spaziergänger, Hunde, Katzen…) – das eigene Verhalten mal kritisch zu hinterfragen, das scheint von der jagenden Zunft dann doch zu viel verlangt zu sein.

https://forum.wildundhund.de/threads/lbv-forderungen-auf-verzicht-zur-maibockjagd.127002/page-2

Auch die von Jägern gerne geforderte Leinenpflicht für Hunde soll natürlich nur für die Hunde anderer Leute gelten – die eigenen Hunde dürfen selbstverständlich weiterhin ohne jegliche Kontrolle durch Wald und Flur laufen, Tieren hinterherjagen und auch mal eines reißen. So geschehen vor kurzem im Augsburger Land, wo die Hunde zweier Försterinnen Wild gerissen haben sollen. Bei all den Aufrufen zur Rücksichtnahme, die im Moment gerade von dieser Seite kommen, ist das schon ein bisschen peinlich und so führt dieser Vorfall nun auch zu deutlicher, öffentlicher Kritik.

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/landkreis-augsburg-das-sagt-martin-ruetter-zu-freilaufenden-hunden-in-der-brut-und-setzzeit-id66455791.html

 

 

Mai 2023

In Österreich haben sich Tierschützer, Naturschützer und Jäger zusammengetan und ein Volksbegehren für ein Bundesjagdgesetz gestartet.

Hier der Kurz-Wortlaut des Volksbegehrens, der die Problematik anschaulich beschreibt:

Die Jagd muss den gesamtgesellschaftlichen Interessen dienen und ökologisch-tierschutzgerecht erfolgen. Dem wird die in neun Landesgesetzen unterschiedlich geregelte Jagd in Österreich nicht gerecht. Die Landesgesetze erlauben z.B.: tierquälerische Jagdmethoden, Bejagung seltener Arten, Abschuss von Elterntieren mit Jungen oder Tötung von Hunden und Katzen. Das Volksbegehren fordert daher, der Bundes(verfassungs)gesetzgeber möge ein Bundesjagdgesetz erlassen, das die Einhaltung der im Beiblatt dargelegten Grundsätze sicherstellt.

Wir hoffen, dass es den Österreichern mit diesem Volksbegehren gelingt, ein modernes Wildtiermanagment zu etalblieren, welches den Tierschutz in den Vordergrund stellt und dass somit auch "die Umstellung der Jagd von den "traditionellen Gepflogenheiten" zu einem Öko-Management mit bundesweiten Prinzipien" glückt. Das zumindest setzt sich einer der Initiatoren, Prof. Dr. Kurt Kotrschal, als Ziel.

Auch in Deutschland ist eine entsprechende Anpassung der Jagdgesetze dringend nötig. Zwar gibt es bei uns bereits ein Bundesjagdgesetz - doch dieses ist so überaltert und reformbedürftig, dass eine Neufassung unter der Berücksichtigung der oben genannten Forderungen lange überfällig ist. 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20230505_OTS0096/tierschuetzer-naturschuetzer-und-jaeger-starten-gemeinsames-volksbegehren-fuer-ein-bundesjagdgesetz

https://www.animal-spirit.at/news/jagd-volksbegehren-gestartet

 

 

Mai 2023

In Thüringen kam es Anfang Mai zu einem weiteren tödlichen Jagdunfall. Das Opfer, ein 57-jähriger Jäger, hat sich laut derzeitigem Ermittlungsstand wohl versehentlich selbst erschossen. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass sich ein Schuss aus der Waffe des Jägers gelöst hat, während dieser dabei war, einen Hochsitz zu besteigen. In einem Beitrag auf pirsch.de wird versucht, die Möglichkeit eines technischen Defekts an der Waffe als Unfallauslöser in den Vordergrund zu stellen. Obwohl diese Möglichkeit theoretisch natürlich besteht, ist es dennoch viel wahrscheinlicher, dass auch dieser Jagdunfall einem allzu sorglosen und fahrlässigen Umgang mit Schusswaffen geschuldet ist.

https://www.pirsch.de/news/jagdunfall-jaeger-stirbt-durch-schuss-aus-eigener-waffe-36960?fbclid=IwAR1r3RSbsI82ZbipEXWh1i3KseqxcVweVP5ofSHdLBboA0JnknLh4jOlmAY

 

 

Mai 2023

Hier noch ein aktueller Veranstaltungshinweis...Am Samstag, 6.5.2023 organisiert der Verein "AkTIERvisten Oberland" einen Infostand sowie eine Aktion zum Thema Wolf in Garmisch-Partenkirchen. Die Aktion findet auf dem Richard-Strauss-Platz statt und dauert von 11.00 bis 17.00 Uhr. Wie mittlerweile bekannt wurde, wird zeitgleich eine von Jägern und Landwirten organisierte Gegenveranstaltung stattfinden. Da die Emotionen beim Thema Wolf vor Ort gerade sehr hochkochen, ist mit heftigen Diskussionen zu rechnen. 

Wer am Samstag Zeit und Lust hat, die "AkTIERvisten Oberland" bei der geplanten Aktion zu unterstützen, ist herzlich eingeladen.

Weitere Informationen zur Aktion finden Sie unter folgendem Link:

https://www.facebook.com/events/746584726930699?acontext=%7B%22event_action_history%22%3A[]%7D

Mai 2023

Wir möchten Sie heute auf die Petition „Stoppt die unnötige Jagd auf Füchse“ aufmerksam machen, welche Sie unter folgendem Link unterschreiben können.

https://jedertag.lpages.co/fuchsjagdneu/

Gestartet wurde die Petition vom Verein „Jeder Tag zählt“ – in der Petitionsbegründung weist Lilli Lele, die den Verein vertritt, noch einmal auf die Wichtigkeit des Fuchses in einem funktionierenden Ökosystem hin. Ihren Ausführungen möchten wir uns vollumfänglich anschließen. Füchse helfen bei der Regulierung von Nagetierpopulationen und werden nicht umsonst auch als „Gesundheitspolizei“ des Waldes bezeichnet: sie erbeuten vor allem schwache und kranke Tiere und helfen so, Niederwildbestände gesund zu halten, sie verhindern die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen und entfernen zuverlässig Aas aus Wald und Flur. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter folgendem Link:

http://www.fuchs-hilfe.de/info_jagd_auf_bedrohte_arten.htm

Dennoch sehen Jäger in Füchsen in der Regel lediglich einen lästigen Beutekonkurrenten. Basierend auf falschen Mythen und entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis, wird der Fuchs in Deutschland nach wie vor gnadenlos verfolgt. Und noch immer kommen bei der Fuchsjagd so grausame Jagdmethoden wie die Fallenjagd oder die Baujagd zum Einsatz.

Auch Christina Patt, Juristin bei der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. kritisiert in einem Vortrag die gängige Jagdpraxis als „überholt“ und zeigt anhand der Fuchsjagd exemplarisch, wie sehr sich Jagd und Tierschutz gegenseitig ausschließen, bzw. wie sehr die Jagdgesetzgebung den Tierschutz blockiert.

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

So steht es in unserem Tierschutzgesetz. Der Tierschutz wurde im Jahr 2002 ins Grundgesetz aufgenommen und als „Staatsziel“ definiert. Gebracht hat es den Tieren wenig. Denn im Gesetzestext sind so viele Ausnahmeregelungen für Tiernutzer - Massentierhalter, Landwirte, Versuchslabore, Zoos oder auch Jäger - hinterlegt, dass das Gesetz das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht. Zwar müssen sich auch diese Gruppen an gesetzliche Mindeststandards halten - grundsätzlich wird jedoch das Vorhandensein des zwingend erforderlichen "vernünftigen Grundes" nicht angezweifelt, solange sich die Akteure in einem gewissen gesetzlichen Rahmen bewegen. Diesen Rahmen geben im Bereich Jagd die völlig überalteten und dringend reformbedürftigen Jagdgesetze vor. 

Auch die Methoden, mit denen ein Tier getötet wird, werden nicht hinterfragt, solange sie sich mit den derzeit geltenden Jagdgesetzen vereinbaren lassen. Und so kommt es, dass auch so barbarische Jagdmethoden wie die Fallen- oder die Baujagd noch immer nicht verboten sind. Laut Jagdgesetzgebung handelt es sich sowohl bei der Fallenjagd als auch bei der Baujagd um „waidgerechte“ Formen der Bejagung – und somit ist diese Art der Bejagung legal. Warum gerade diese beiden Jagdmethoden aber so gar nicht mit unserem Tierschutzgesetz zu vereinbaren sind, darauf geht Christina Patt in ihrem Vortrag sehr ausführlich ein.

Spätestens jedoch, wenn es um die Jagd auf bedrohte Arten wie den Feldhasen, das Rebhuhn oder den Fasan geht, ist das Fehlen eines "vernünftigen Grundes" so offensichtlich, dass sich jede Diskussion erübrigt. Dennoch scheitern Vorstöße seitens des Tier- oder Artenschutzes, die Jagd auf bedrohte Arten zu verbieten bzw. diese Arten mit ganzjährigen Schonzeiten zu belegen, regelmäßig. Die Jäger ziehen hier nämlich eine andere Karte und sehen solche Jagdverbote als „unverhältnismäßigen Eingriff in das Eigentumsrecht“ an. Auch auf die Gründe, warum eine derartige Argumentation nicht haltbar ist, geht Christina Patt in ihrem Vortrag ausführlich ein. Leider bewerten Gerichte diese aus dem Eigentumsrecht abgeleiteten Ansprüche immer noch sehr hoch. Doch es gibt mittlerweile auch kritische Stimmen.

Hier ein Auszug aus einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes:

Der von der herrschenden Meinung und vom Gesetzgeber weitgehend unbeachtet gebliebene Freiraum der Jagd ist nicht nur wegen seines Ausmaßes fragwürdig….Es spricht viel dafür, dass seit einiger Zeit dieser Freiraum als solcher den Allgemeininteressen widerspricht..“

Bleibt zu hoffen, dass sich diese Sichtweise künftig auch in Gerichtsurteilen widerspiegelt.

Den Vortrag von Christina Patt finden Sie unter folgendem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=HoZOjtCyTbQ

 

April 2023

Wie der Passauer Neuen Presse zu entnehmen ist, bekam der Kindergarten St. Christophorus in der Gemeinde Haselbach kürzlich Besuch vom Jäger. Gemeinsam mit dem Jäger und dessen Hund verbrachten die Kinder einen schönen Tag im Wald, sie durften auf Fährtensuche gehen und im Wald ausgestopfte Tiere suchen, sie hatten Spaß mit Jagdhund Brando und zum Schluss durften sie sogar noch auf einen Hochsitz steigen. Nur über die Jagd haben die Kinder an diesem Tag nichts erfahren.

Gesamtgesellschaftlich gerät die Jagd zunehmend unter Druck – statt sich nun aber dieser gesellschaftlichen Diskussion endlich zu stellen, wendet man sich lieber an ein Publikum, welches aufgrund seines Alters noch gar nicht in der Lage ist, das Gehörte kritisch zu hinterfragen und von welchem somit auch kein Widerspruch zu erwarten ist. Ein Armutszeugnis für die gesamte Jägerschaft und eine Taktik, die nicht länger hinnehmbar ist.

Wir haben uns diesbezüglich mit einem Leserbrief an die Passauer Neue Presse gewandt und auch Kontakt mit der Kindergartenleitung aufgenommen.

https://www.pnp.de/print/lokales/stadt-und-landkreis-passau/passau-land/land-und-leute-10945277

 

 

April 2023

Der Beitrag „Lebensraum des Feldhasen schwindet“ in der Mittelbayerischen Zeitung befasst sich mit den immensen Problemen, die der Feldhase in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft hat. Der Bund Naturschutz sieht die Ursachen für diesen Rückgang vor allem in der intensiven Landwirtschaft, im Verkehr sowie in der zunehmenden Zersiedelung der Landschaft und fordert deshalb weniger Flächenverbrauch, mehr blühende Wiesen, Versteckmöglichkeiten sowie eine Vernetzung unterschiedlicher Biotope. Grundsätzlich ist diese Analyse natürlich richtig - allerdings fehlt ein wichtiger Punkt: die fortgesetzte intensive Bejagung des Feldhasen. Laut offiziellen Angaben des Deutschen Jagdverbandes wurden im vergangenen Jagdjahr 217.459 Feldhasen erlegt – stolze 72.177 Tiere mehr als noch im vorangegangenen Jagdjahr. Die Jäger haben also in Zeiten, in denen der Feldhase immer mehr in Bedrängnis gerät, ihre Abschusszahlen noch um etwa 50% gesteigert. Wir haben uns mit einem Leserbrief an die Zeitung gewandt, um auch diesen Aspekt der Problematik sichtbar zu machen. 

Unser Schreiben können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

 

 

April 2023

Vor etwa einem Jahr ereignete sich in Kitzingen ein tödlicher Jagdunfall: während einer Drückjagd gab einer der beteiligten Jäger einen Schuss auf ein Reh ab, verfehlte dieses, die Kugel prallte auf dem gefrorenen Boden ab und flog direkt in den Mund eines Jagdkollegen, der sich zu diesem Zeitpunkt auf einem etwa 150 m weit entferntem Ansitz befand. Der Schütze wurde nun zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.500 Euro verurteilt, außerdem wurde seine Jagdwaffe eingezogen und er verliert seine Jagderlaubnis – voraussichtlich auf Lebenszeit.

Der Staatsanwaltschaft bescheinigt dem Schützen fahrlässiges Verhalten, weil dieser „aus seiner 150 Meter vom Opfer entfernten Position niemals hätte abdrücken dürfen“. Hier geben wir dem Staatsanwalt zwar grundsätzlich Recht – allerdings gibt es weder entsprechende Vorschriften noch verpflichtende Sicherheitsstandards, die eine derart fahrlässige Schussabgabe per se verbieten würden.

Auch die Richterin bescheinigt dem Schützen fahrlässiges Verhalten:

Der Sorgfaltspflichtverstoß wiegt hier besonders schwer. Aber da war auch verdammt viel Schicksal dabei.“ Schicksal?

Der Anwalt des Schützen sieht es ähnlich und meint:

Bei einer Million Schuss kommt so etwas schon mal vor.“

Und so kommt der Schütze mit einer lächerlichen Geldstrafe davon – mehr scheint die Gesetzeslage im Moment nicht herzugeben. Auch dieser Vorfall und das Urteil zeigen, dass eine Reform der Jagdgesetzgebung und die Einführung verpflichtender Sicherheitsstandards überfällig ist. Solche Vorfälle als „Schicksal“ abzutun, ist zynisch. Dieses Opfer hat sich zumindest freiwillig an dieser Jagdveranstaltung beteiligt und die Gefahr somit bewusst in Kauf genommen. Immer wieder werden aber auch völlig Unbeteiligte durch die Jagdausübung gefährdet, verletzt, getötet. Und solche Vorfälle sind kein Schicksal, sondern könnten durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen durchaus verhindert werden.

https://www.bild.de/regional/nuernberg/nuernberg-news/jaeger-erschiesst-jaeger-in-kitzingen-bayern-10500-euro-geldstrafe-83386518.bild.html?fbclid=IwAR2DZeFKuXHXL2DZSohMEk9lYFUpqRBby9Hqf-B6k6h1R-Ob43Hiz9sp0sk

 

 

April 2023

Die niederländische Gemeinde Groningen besitzt etwa 400 Hektar Land – und auf diesen Flächen wird die Jagd demnächst komplett verboten sein. Nachdem bereits vor einiger Zeit ein Verbot der „Jagd zum Vergnügen“ eingeführt wurde, wird dieses Verbot nun ausgeweitet auf die „Jagd zur Bewirtschaftung und Schadensbegrenzung.“ Im Moment haben sechs Jagdscheininhaber Verträge mit der Gemeinde – diese Verträge sollen nun mit der in den Niederlanden üblichen Kündigungsfrist von drei Monaten gekündigt werden, neue Verträge werden nicht mehr abgeschlossen. Die Tötung von Tieren auf Gemeindegrund soll künftig nur noch nach Einzelfallprüfung möglich sein – etwa dann, wenn ein Tier krank oder verletzt ist. Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel Groningen Schule macht…

https://wildbeimwild.com/holland-die-gemeinde-groningen-verbietet-jegliche-form-der-jagd/?fbclid=IwAR0KttfVTAcdc1F4GhWNK2LKCO7WPcLvNmG-nyXZpaDSY8FQt_R1LN2-XRA

 

 

April 2023

Im Kreis Dürkheim verständigten mehrere Verkehrsteilnehmer die Polizei, nachdem ihnen ein Autofahrer durch seine „unsichere Fahrweise“ aufgefallen war. Die Polizei fand den Mann schließlich in einer Bar, ein Alkoholtest ergab einen Wert von über 1,8 Promille. Schnell gab der Mann sich als Jäger zu erkennen – und händigte den Beamten einen geladenen Revolver aus, den er in der Hosentasche hatte. Außerdem befanden sich im Auto des Jägers noch mehrere Schrotpatronen. Waffen und Munition wurden ebenso eingezogen wie der Führerschein. Den Jäger erwartet nun ein Strafverfahren wegen Trunkenheit am Steuer. Welche Konsequenzen das Mitführen einer geladenen Waffe in der Hosentasche – und das auch noch im volltrunkenen Zustand – für den Waidmann haben wird, ist noch unklar: laut pirsch.de wurde diesbezüglich bisher keine Strafanzeige erstattet – man informierte lediglich die Jagdbehörde über den Vorfall.

https://www.pirsch.de/news/betrunken-und-bewaffnet-polizei-ueberfuehrt-jaeger-36819?fbclid=IwAR22cQ8uyOcU9MQKu2shpXX1U9374PuJrqMpetwRV74jWx0gtip6StuoM-Q

 

 

März 2023

"Könnte die Jägerschaft ein Unwort des Jahres wählen, dann stünde das „Bild nach Außen” wohl ganz hoch im Kurs. Nicht, weil die Idee, die Jagd in der Öffentlichkeit positiv darzustellen, verkehrt ist, sondern, weil sogar das „Bild nach Innen” oftmals noch nicht stimmt. Jeder weiß, dass dem einen oder anderen Jäger die Missgunst ins Gesicht geschrieben steht."

So beginnt ein erfrischend ehrlicher Beitrag auf pirsch.de. Die Autorin beschäftigt sich mit dem Phänomen des „Jagdneides“ und analysiert zahlreiche negative Charaktereigenschaften, die in Jägerkreisen offenbar gar nicht so selten vorkommen

Den Jagdneid, der offensichtlich weit verbreitet ist, beschreibt die Autorin, als „…das nicht gönnen einer Freude, eben bezogen auf eine jagdliche Freude. Darunter fallen Abschüsse, aber auch Trophäen verschiedener Größen und Formen oder Jagdgelegenheiten…“ Als eine Ursache für den Jagdneid nennt sie den „selbstdarstellenden Charakter der Jagd“ – diese Selbstdarstellung habe „den gravierenden Nebeneffekt, dass jener, der gut aussehen möchte, sich auch gut aussehen lässt.“ Viele Jäger beklagen daher auch die vorherrschende Unehrlichkeit – aber selbstverständlich nur die der Jagdkollegen: man prahlt mit „Erfolgen“, Misserfolge bleiben unerwähnt, „Erfahrungen, die eine Spannung zwischen der Realität und dem gewünschten Selbstbild entstehen lassen, werden im Nachhinein geschönt, um das eigene Selbstbild nicht zu gefährden…“

Treffen diese Angeber und Selbstdarsteller nun auf Jagdkollegen, die unter dem Gefühl einer „geringen Selbstwirksamkeit“ leiden, ist der Jagdneid vorprogrammiert, man macht sich gegenseitig das Leben schwer, fällt durch „unfreundliches und unkameradschaftliches Verhalten“ auf. Gerade bei dieser mit Minderwertigkeitskomplexen belasteten Gruppe darf man wohl davon ausgehen, dass sie nicht nur ihre Jagdkollegen für ausbleibende „Jagderfolge“ verantwortlich machen, sondern auch harmlose Spaziergänger und andere Naturnutzer und sich auch diesen gegenüber entsprechend „unfreundlich“ verhalten.

Wenn man sich den ganzen Beitrag durchliest, stellt man sich unweigerlich die Frage, warum die Jagd gerade auf derart unreife, mit Minderwertigkeitskomplexen behaftete Menschen eine solche Anziehungskraft auszuüben scheint. Die nächste Frage, die man sich unweigerlich stellt: warum lassen wir es zu, dass diese Menschen ihre Minderwertigkeitskomplexe an unschuldigen Tieren und harmlosen Naturnutzern abreagieren können? Menschen mit derartigen Charakterzügen sollten niemals solche Macht bekommen.

https://www.pirsch.de/jagdwissen/jagdneid-sei-ehrlich-zu-dir-selbst-36748

 

 

März 2023

Im Januar 2022 schockierten die sog. „Polizistenmorde von Kusel“ die Öffentlichkeit. Zwei aus dem Jägermilieu stammende Wilderer hatten während einer nächtlichen Polizeikontrolle zwei Polizisten erschossen und waren geflüchtet – allerdings ließen sie ihre Ausweispapiere am Tatort zurück. Die Polizei wusste also sehr genau, nach wem sie suchen musste, und so wurden die Telefone der beiden damals Tatverdächtigen überwacht und mehrere Razzien im näheren sozialen Umfeld durchgeführt. Dies wird mehreren Bekannten und ehemaligen Jagdfreunden der Täter nun zum Verhängnis. Nach der Auswertung der Telefonüberwachung und der damals durchgeführten Razzien, sind nun knapp 20 (!!!) Personen aus dem näheren sozialen Umfeld der Täter ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, es wurden zahlreiche Verstöße gegen das Waffengesetz festgestellt, angefangen von unsachgemäßer Aufbewahrung der Waffen bis hin zum Besitz nicht registrierter Schusswaffen und zahlreicher weiterer Vergehen. Laut der „Saarbrücker Zeitung“ wurden rund 100 Verfahren bearbeitet und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Saarbrücken sind fast alle Beschuldigten im Besitz eines Jagdscheins.

Alles tragische Einzelfälle, die Verfehlungen einzelner schwarzer Schafe? Oder liegt der Fehler vielleicht doch im System?

https://www.bild.de/regional/saarland/saarland-news/saarbruecken-20-jaeger-im-visier-ermittlungen-gegen-kumpel-des-polizisten-killer-83325046.bild.html?t_ref=https%3A%2F%2Fl.facebook.com%2F&fbclid=IwAR3svGBj5mi6lFPfrmjsKhNVwsdPqEKd0JuCUaA9jZt381yujDfQq5i4yaU

 

 

 

März 2023

In Weilheim betreibt der Verein „Natürlich – Natur begreifen“ einen Waldkindergarten. Als nun ein neuer Standort für den Waldkindergarten gefunden werden musste, rief das die Jäger auf den Plan. Bei einem Ortstermin ging es heftig zur Sache. Der Bürgermeiste fand deutliche Worte für das aus seiner Sicht asoziale Verhalten der Jäger und bezeichnete diese „als Schande für die ganze Jägerschaft“. Der Grund für den Wutausbruch des Bürgermeisters: der Landwirt, der sich bereit erklärt hatte, dem Kindergarten eine seiner landwirtschaftlichen Flächen zur Verfügung zu stellen, hatte ihm mitgeteilt, dass er von den örtlichen Jägern wegen dieser Entscheidung bedroht worden sei. Die Jäger interpretieren die Sachlage erwartungsgemäß anders:  man habe dem Landwirt lediglich mitgeteilt, dass man von ihm enttäuscht sei.

Und dann machten die Jäger ihrem Ärger Luft: man sei bei der Entscheidung übergangen worden, man könne die Abschussquoten nicht mehr erfüllen, tagsüber sei die Jagdausübung nun so gut wie unmöglich, man äußerte sogar die Befürchtung, dass dort nun auch abends und am Wochenende gefeiert werden könnte. Offensichtlich halten die örtlichen Jäger sogar nächtliche Saufgelage von Kindergartenkindern für möglich.

Nachdem all diese Bedenken sowohl vom Bürgermeister als auch vom Stadtförster entkräftet worden waren, versuchte man es noch mit einem anderen Ansatz: die Kinder seien dort in Gefahr, da es sich um ein Wildschweingebiet handeln würde. Als auch das nichts nützte, pochte der Jagdpächter auf sein Recht auf eine störungsfreie Jagd. Diese sei ihm bei der Unterzeichnung des Pachtvertrages zugesichert worden.

Der Jagdpächter wies auch darauf hin, dass er grundsätzlich nichts gegen Kinder habe – er kümmere sich bereits um drei andere Kindergärten, die jeweils einmal pro Woche zu einem Waldtag zu ihm kämen. Wir halten also fest, dass Kinder den Jägern so lange im eigenen Revier willkommen sind, so lange sie diese in ihrem Sinne beeinflussen können und vielleicht auch noch der eine oder andere positive Medienbericht über das Engagement der örtlichen Jägerschaft zu erwarten ist. Kinder, die sich ohne diese Indoktrination frei im Wald bewegen, sind offensichtlich weniger gern gesehen.

Leider haben die Jäger mit ihrem asozialen und aggressiven Verhalten nun zumindest einen Teilerfolg erzielt: die für den Waldkindergarten Verantwortliche knickte ein und bat die Jäger, ihr doch mitzuteilen, wo sich die Kinder aufhalten dürften. Außerdem würde man sich freuen, wenn der Jagdpächter auch dem Waldkindergarten „wie den anderen Kindergärten mit Rat und Tat zur Seite stehen würde.“

Und so werden wohl auch diese Kinder demnächst jede Menge Jägerlatein zu hören bekommen.

https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/weilheim-waldkindergarten-jaeger-buergermeister-konflikt-stress-standort-jagdgebiet-92148156.html#id-Comments

 

 

März 2023

Im Juni 2021 bricht eine 49-jährige Frau gegen 22.00 Uhr zu einer späten Gassirunde auf. Auf einer Wiese in der Nähe ihres Hauses leint die Frau ihren damals einjährigen Tschechoslowakischen Wolfshund ab, um mit ihm Kommandos zu üben. Was sie nicht weiß: etwa 40 Meter entfernt sitzt ein Jäger auf seinem Hochsitz – plötzlich ertönt ein Knall und der Hund bricht vor den Augen seiner entsetzten Besitzerin tot zusammen. Die Frau ist aufgrund des Vorfalls bis heute traumatisiert, leidet unter Panikattacken, Angststörungen und Schlaflosigkeit - aufgrund der massiven psychischen Probleme, die der Tod ihres Hundes verursacht hatte, verlor die ehemalige Hundebesitzerin schließlich sogar ihren Job. Nun steht der Jäger vor Gericht. Aus seiner Sicht habe er gar nicht anders handeln können. Schließlich habe der Hund zwei Hasen gehetzt. Ob das wirklich stimmt, ist im Nachhinein wohl schwer zu überprüfen – dennoch wirkt der Versuch, sich hier als Anwalt des Wildes zu präsentieren etwas unglaubwürdig. Schließlich saß der Herr selbst auf einem Hochsitz und hatte die Absicht, Wild zu erlegen. Und so drängt sich einem zumindest der Verdacht auf, dass der Jäger sich durch die Anwesenheit des Hundes um einen möglichen Jagderfolg gebracht sah und der Hund deshalb sterben musste. Offensichtlich kann auch die Richterin nicht so Recht nachvollziehen, warum der Jäger sofort geschossen und nicht mildere Mittel in Betracht gezogen hat. Bleibt zu hoffen, dass das Gericht auch entsprechend urteilt und dieser Jäger seine Jagderlaubnis verliert.

https://www.bild.de/regional/thueringen/thueringen-aktuell/prozess-um-toedliche-gassirunde-ein-jaeger-hat-meinen-hund-erschossen-83235114.bild.html?wtmc=fb.shr&fbclid=IwAR0cR7Ui6usXIuwZBcxrtMFXNK03qjz-431eS57rkr2mcQz-tsNjQw3HxUE&t_ref=https%3A%2F%2Fl.facebook.com%2F

 

 

März 2023

Diesen kurzen Ausschnitt aus einer Rede von Hubert Aiwanger auf der Landesversammlung des Bayerischen Jagdverbandes am 11.März diesen Jahres möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

https://www.facebook.com/100010212255351/videos/534816355344952

Dass er für seinen Auftriff von den anwesenden Jägern Applaus bekommt, ist wenig überraschend - beim Rest der Bevölkerung dürften seine Aussagen dagegen eher auf Unverständnis stoßen. Denn Herr Aiwanger nimmt in seiner Rede kein Blatt vor dem Mund - und redet sich so stellenweise um Kopf und Kragen. 

Etwa wenn es um die Fuchsjagd geht: die Jagd auf den intelligenten und sozialen Beutegreifer wird von Jägerseite regelmäßig damit begründet, dass die Bejagung des Fuchses ein unerlässlicher Beitrag zum Artenschutz sei, dass Bodenbrüter oder Niederwild (z.B. Hasen, Rebhühner oder Fasane) ansonsten kaum Überlebenschancen hätten. Ist die Fuchsjagd also ein völlig uneigennütziger Beitrag der Jäger zum Artenschutz? Offensichtlich hatte Herr Aiwanger auf der Landesversammlung der BJV keine Lust, dieses Märchen - welches wissenschaftlich auch lange widerlegt ist - ein weiteres Mal zu wiederholen. Statt dessen redete er Klartext. Und das hört sich dann so an:

"...Dann stehen die auch wieder zur Jagd. Dann sehen sie auch wieder ein, dass es vielleicht doch besser ist, den Fuchs zu bejagen, den Hasen selber essen zu können, den Wolf nicht hochkommen zu lassen, um Reh, Gams usw. selber essen zu können..."

Er bezieht sich bei diesen Aussagen auf den Vorschlag, dass in Gaststätten und Restaurants wieder vermehrt Wildfleisch angeboten werden sollte. Denn aus Aiwangers Sicht würde sich jedem, der dieses Angebot annimmt, der Sinn der Fuchsjagd ganz von selbst erschließen...Er gibt also zu, dass der Fuchs hauptsächlich als Beutekonkurrent wahrgenommen wird und deshalb sterben muss. Mit Artenschutz hat das alles nichts zu tun.

Aber damit nicht genug. Herr Aiwanger entkräftet kurz darauf gleich noch ein weiteres Argument, welches von den Jägern immer wieder zur Rechtfertigung ihres umstrittenen Hobbys vorgebracht wird. Nämlich, dass die Jagd nötig sei, um Bestände zu regulieren. Offensichtlich scheint zumindest Herrn Aiwanger klar zu sein, dass dem nicht so ist, denn er äußert sich folgendermaßen:

"...um nicht zu sagen, ja, das regelt sich ja alles selber. Wollen wir denn das, dass sich alles selber regelt, dass uns der Fuch die ganzen, das ganze Wildbret wegfrisst, wollen wir ja nicht. Also müssen wir dazu stehen, jawohl wir sind Menschen, wir können nicht von Luft und Liebe allein leben..."

Nach der Landesversammlung der Bayerischen Jäger wurde Aiwangers Rede in voller Länge auf youtube eingestellt. Doch schon bald wurde den Verantwortlichen wohl klar, dass die unbedachten Äußerungen des stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten der Sache der Jäger durchaus schaden könnten - und das Video war vorübergehend nur einem ausgewähltem Publikum zugänglich. Nachdem klar wurde, dass sich die brisantesten Stellen im Netz bereits verbreitet hatten, ist die Aufzeichnung der Rede nun unter folgendem Link wieder für alle freigegeben:

https://www.youtube.com/watch?v=2WOkVWMwPLg

Es lohnt sich, sich diesen Redebeitrag in voller Länge anzusehen, denn er gewährt interessante Einblicke in die Denkweise der Jäger und zeigt auch, wie sehr sich die Waidmänner gegen Fortschritt und dringend notwendige Veränderungen sträuben. So beschwört Herr Aiwanger in seinem Beitrag den Zusammenhalt zwischen Landwirten, Waldbauern und Jägern - denn nur gemeinsam könne man bestehen und dafür sorgen, dass alles so bleibt, wie 1848 (!!!) erstritten. Wie groß die Angst vor Veränderung und dem damit einhergehenden Verlust liebgewonnener Privilegien ist, machen auch folgende Aussagen deutlich:  "...dieselben, die uns heute sagen, wir müssen als Jäger alles anders machen, das sind dieselben, die morgen den Waldbauern sagen, die müssen alles anders machen, die dürfen den Wald nimmer nutzen...". Außerdem gäbe es Kräfte, die "das an Grund und Boden gebundene Jagdrecht hintertreiben wollen, mit dem Ziel, dass auch der Landwirt am Ende nicht mehr bestimmt, wer auf seiner Fläche jagt, dass er am Ende noch zahlen muss dafür, dass ein Wildmanager mit dem richtigen Parteibuch am Ende sogar, draußen nur noch unterwegs sein darf, politisch korrekt das und jenes tun darf..."  

 

 

März 2023

Der Beitrag „Familienzuwachs bei den CIC-Bewertern“ in der DJZ mag nicht so ganz zur mantraartig wiederholten Behauptung vieler Jäger und Jagdverbände passen, eine Trophäenjagd würde in Deutschland so gut wie gar nicht mehr stattfinden und Jäger würden ausschließlich aus Tier-, Natur- und Artenschutzgründen auf die Jagd gehen. Im genannten Beitrag freut man sich über 23 neue Trophäenbewerter für „Rot-, Dam,- Reh-, Gams-, Muffel- und Schwarzwild sowie für Carnivoren. Und bittet Jäger, die ihre Trophäen bewerten lassen möchten, um Kontaktaufnahme. So ganz scheint die Trophäenjagd in Deutschland also doch noch nicht der Vergangenheit anzugehören.

https://djz.de/familienzuwachs-bei-den-cic-bewertern/

 

 

März 2023

Ein Jäger aus Kärnten konnte den Anblick einer Taube auf seinem Vordach nicht ertragen und griff kurzentschlossen zur Schrotflinte. Vom Dachboden seines Hauses aus gab er einen Schuss auf das Tier ab. Ob er die Taube getroffen hat, ist nicht bekannt. Was allerdings bekannt ist: durch diese unüberlegte Schussabgabe hat auch dieser Jäger Unbeteiligte gefährdet: über 100 Schrotkugeln schlugen im Auto einer 47-jährigen Frau ein, die zu diesem Zeitpunkt auf der viel befahrenen B83 unterwegs war und die nur mit viel Glück einen Unfall vermeiden konnte. In diesem Fall konnte der Täter schnell ermittelt werden, es wurden mehrere Jagdwaffen sichergestellt und ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Bleibt zu hoffen, dass diesem verantwortungslosen Jäger nach Abschluss der Ermittlungen ein dauerhaftes Waffenverbot auferlegt wird.

https://djz.de/schuss-auf-taube-garbe-trifft-auto/?amp

 

 

März 2023

Die Obfrau für Pressearbeit bei der Kreisjägerschaft Unna, die selbst seit dem 17. Lebensjahr auf die Jagd geht, behauptet von sich, dass durch die Jagdausübung ihre Liebe zur heimischen Natur und deren Erhalt immer weiter gewachsen sei – und diese Erfahrung möchte sie nun offensichtlich auch Menschen ermöglichen, die es bisher nicht nötig hatten, ihre „Liebe zur Natur“ durch das Töten von Tieren zum Ausdruck zu bringen. Und so bietet die Kreisjägerschaft Unna am 6. Mai einen Aktionstag an, der unter dem Motto „Gemeinsam Jagd erleben“ steht. Interessierte Bürger können sich anmelden und als „Jagdgast“ gemeinsam mit einem Jäger an einer Ansitzjagd auf Rotwild teilnehmen. Die Jäger sollen diese Gelegenheit nutzen, ihre „Gäste“ von der Notwendigkeit der Jagd zu überzeugen. Ob bei dieser Gelegenheit Wild geschossen wird, entscheidet der „Jagdgast“.

https://www.facebook.com/photo/?fbid=550987237177149&set=a.455114343431106

Auf der Homepage der Kreisjägerschaft Unna gibt es weitere interessante Einblicke in die Art und Weise wie Jäger versuchen, die Öffentlichkeit in ihrem Sinne zu beeinflussen: angefangen von einseitigen Medienberichten in der Lokalpresse, über den Einsatz von Jagdhornbläsern zu bestimmten Anlässen, bis zum „richtigen Ansprechen“ von Spaziergängern im eigenen Revier. Am wichtigsten ist den Jägern aber, die „Bürger von morgen“ zu erreichen und „über die Jagd zu informieren“ – dazu müssten Jäger vermehrt in Kindergärten und Schulen gehen oder noch besser: Schulklassen in den Wald holen. Man wendet sich also ganz bewusst an ein Publikum, welches allein schon aufgrund des Alters oftmals noch nicht in der Lage ist, das Gehörte richtig einzuordnen und kritisch zu hinterfragen. Die Auseinandersetzung mit gut informierten Erwachsenen scheint man eher zu meiden.

https://www.hegering-selm.de/inhalt/kjs-unna/pressearbeit/pressearbeit/pressearbeit/6_11955.html

 

 

Februar 2023

In Meschede hat ein Katzenhalter zwei seiner Katzen tot aufgefunden – in einem Erdloch neben einer Lebendfalle. Der Besitzer der Katzen geht davon aus, dass eine der Katzen erschlagen wurde, während die andere vermutlich qualvoll in der Falle gestorben ist. Die Falle war nur wenige Meter vom Grundstück des Katzenhalters entfernt aufgestellt worden.  Außerdem wurde in der Nähe der Falle ein junger Dachs gefunden – ebenfalls tot. Sowohl der geschädigte Katzenhalter als auch PETA haben mittlerweile Anzeige erstattet. Denn hier liegen unter Umständen gleich mehrere Verstöße gegen geltendes Recht vor: zum einen ist Nordrhein-Westfalen eines der wenigen Bundesländer, in denen Jägern das Töten von Katzen verboten ist – zum anderen wäre auch die Tötung des Dachses, sofern es sich um ein erwachsenes Tier handelt, zum jetzigen Zeitung nicht erlaubt.

https://www.peta.de/neuigkeiten/katzen-getoetet-meschede/

 

 

Februar 2023

Wer sich aktiv gegen die Jagd einsetzen möchte, kann sich nun dem neuen Bürgerbündnis „Waild – Für den Schutz unserer Wildtiere und für einen gesunden Wald“ anschließen. Das Bündnis möchte, „politische Prozesse anstoßen, indem mit Anfragen und Protestnoten die Arbeit in den Parlamenten unterstützt und kritisch begleitet wird“. Aus unserer Sicht ein vielversprechender Ansatz.

Wenn Sie die Arbeit von „Waild“ unterstützen möchten, können Sie sich dem Bündnis unter folgendem Link anschließen:

https://waild.net/

 

 

Februar 2023

Die Geschichte von Kasimir zeigt, wie grausam und rücksichtslos Jäger handeln können: am 30.1.23 entläuft Kasimir seinen Besitzern in der Nähe seines Wohnortes. Gemeinsam mit Familienangehörigen, Freunden und Bekannten suchen die Besitzer nach ihrem Hund. 9 Tage und 9 Nächte lang. Es werden Zeitungsanzeigen aufgegeben, es finden Suchhundeaktionen und Expertengespräche statt. Die Familie hätte sich die Mühe sparen können. Denn Kasimir ist zu diesem Zeitpunkt schon lange tot. Erschossen von einem Jäger, der sowohl Kasimir als auch seine Familie kennt. Dass Kasimir schließlich gefunden wurde, ist einer Zeugin zu verdanken, die nach 9 Tagen doch noch den Mut gefunden hat, der betroffenen Familie von ihrer Beobachtung zu erzählen. Laut Aussage dieser Zeugin schoss der ortsansässige Jäger auf Kasimir – nach der ersten Schussabgabe war Kasimir offensichtlich noch am Leben und versuchte, dem Jäger zu entkommen. Dieser aber ließ nicht locker, verfolgte Kasimir und tötete ihn. Anschließend zerrte er ihn zu einem breiten Graben und versteckte ihn im Schilf. An Grausamkeit ist dieses Vorgehen kaum noch zu überbieten – ob es rechtliche Konsequenzen für den Jäger geben wird, ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt jedoch völlig unklar.

https://www.facebook.com/janina.boldt.9

 

 

Februar 2023

Am Morgen des 22.1.23 fand ein Pferdebesitzer aus Rheinland-Pfalz seine 14-jährige Stute tot auf der Koppel. Das Pferd wies eine „kreisrunde Verletzung“ im Rückenbereich auf, der Besitzer informierte die Polizei. Wie sich bei der Obduktion herausstellte, wurde das Pferd von einer Kugel getötet. Die Ermittlungen führten zu einem 33-jährigen „Gastjäger“ aus Nordrhein-Westfalen. Der Schütze hielt es weder für nötig, sich um das Pferd zu kümmern noch, die Besitzer des Tieres zu informieren. Gegen ihn wird nun wegen „Sachbeschädigung“ ermittelt.

https://wildbeimwild.com/erneut-erschiesst-irrer-hobby-jaeger-ein-pferd/

 

 

Februar 2023

Veranstaltungshinweis: am 15.2.2023 findet um 19.00 Uhr ein vom Verein „Achtung für Tiere“ organisierter Vortrag zum Thema „Wie wollen wir in Zukunft mit Wildtieren umgehen?“ statt.

Der Referent Prof. Dr. Winkelmayer ist Tierarzt und ehemaliger Jäger. Er ist also ein Kenner der Szene und kann so sicherlich interessante Einblicke in die Welt und die Denkweise der Jäger ermöglichen. Heute setzt er sich für ein modernes Wildtiermanagement ein. Er vertritt die Auffassung, dass grundsätzlich immer nach dem „gelindesten Mittel“ zur Problemlösung gesucht werden sollte. Der Tod durch Falle oder Schuss sei laut Prof. Dr. Winkelmayer das genaue Gegenteil davon und sollte somit möglichst schnell der Vergangenheit angehören.

Sie können sich unter der Email-Adresse info@achtung-fuer-tiere.de bis zum 13.2.2023 anmelden. Die Teilnahme an der Zoom-Veranstaltung ist kostenfrei.

 

 

Februar 2023

Überall im Land gibt es sog. Schliefenanlagen. Bei diesen Schliefenanlagen handelt es sich um künstlich angelegte Tunnelsysteme, in denen Jagdhunde an lebenden Füchsen ausgebildet werden. Die Jäger halten sowohl diese Art der "Ausbildung" als auch die Baujagd, auf die das Training die Hunde vorbereiten soll, für "alternativlos". Da sich in der Bevölkerung dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit unterschiedlicher Tierschutzorganisationen langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die Bejagung von Füchsen und anderen Beutegreifern aus wissenschaftlicher und tierschützerischer Sicht nicht zu rechtfertigen ist, geraten auch die Schliefenanlagen immer mehr in die öffentliche Kritik. So auch in Klosterlangheim, wo nun eine Petition zur Schließung der örtlichen Schliefenanlage gestartet wurde. Sie können die Petition unter folgendem Link unterschreiben:

https://www.openpetition.de/petition/online/schliessung-der-schliefanlage-klosterlangheim

 

Februar 2023

Dass die Bejagung des Fuchses unnötig und sogar kontraproduktiv ist, belegen zahlreiche Studien. Anstatt nun aber das eigene Handeln dem Stand der wissenschaftlichen Forschung anzupassen, beklagen Jäger lieber, dass seitens des Tierschutzes Jahr für Jahr die gleichen Vorwürfe erhoben würden – genauer: dass für die Bejagung des Fuchses kein „vernünftiger Grund“ vorliegen würde und die Fuchsjagd daher eingestellt werden müsse. Für die Jäger ist das „völliger Unsinn“. Aus Sicht der Jäger würden Anzeigen gegen Drückjagden oder die in der Bevölkerung höchst umstrittenen „Fuchswochen“ von Tierrechtsorganisationen wie PETA ausschließlich zu PR-Zwecken erstattet. Der Deutsche Jagdverband ruft die Jägerschaft nun dazu auf, auf  Anzeigen oder Kampagnen von Tierrechtsorganisationen ebenfalls mit einer Anzeige zu reagieren – wegen Verleumdung. Man könne auch auf Unterlassung klagen - schließlich müsse man sich als Jäger nicht alles gefallen lassen. Nur ein kleiner Hinweis an die Jägerschaft: das Zitieren von wissenschaftlichen Studien und das Sichtbarmachen der alltäglichen Grausamkeiten, die die Jagd so mit sich bringt, dürfte kaum den Tatbestand der Verleumdung erfüllen. Aber jeder blamiert sich eben, so gut er kann.

https://wildundhund.de/pr-zweck-fuchsjagdwoche/?fbclid=IwAR1jWFvNka8iTRpVKJr2gWL_D3uSIIjwOjWOdfH6RZk01HJyUIHWWqu3GM4

 

Februar 2023

Mit dem Beitrag „Krieg im Forst – Die gnadenlose Welt der Wilderer“ unternahm der SWR den Versuch, die Polizistenmorde von Kusel medial aufzuarbeiten. Allerdings missglückte das Vorhaben gründlich. Denn auch in diesem Beitrag wurde das System, welches solche Täter hervorbringt, nicht kritisch hinterfragt. Konsequent wurde versucht, den Eindruck zu vermitteln, als ob es zwischen den „guten Jägern“ auf der einen Seite und den „bösen Wilderern“ auf der anderen Seite keinerlei Schnittmengen geben würde. Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmal darauf hinweisen, dass die meisten überführten Wilderer zum Zeitpunkt der Tat im Besitz eines gültigen Jagdscheins waren. Auch der Revierinhaber, der im eigenen Revier illegal Greifvögel, Luchse oder Wölfe tötet, erfüllt den Tatbestand der Wilderei. Andere Jäger bedienen sich gerne mal in fremden Revieren – sie wildern also in fremden Revieren, während sie im gleichen Zeitraum im eigenen Revier ihrer Jagdleidenschaft völlig legal nachgehen können. So einfach lassen sich Jagd und Wilderei also nicht voneinander trennen.

Aber zurück zu Kusel: auch hier waren die Täter Medienberichten zufolge bis zum Schluss gut vernetzt mit der örtlichen Jägerschaft, dass die beiden in großem Umfang wilderten, war ein offenes Geheimnis. Viele ehemaligen Jagdkollegen zogen es vor, wegzuschauen und deckten das Treiben auf diese Weise. Fairerweise muss man auch sagen, dass sich nicht alle vor Ort mit den regelmäßigen Gesetzesverstößen der beiden  abfinden wollten – so lagen den zuständigen Behörden zum Zeitpunkt der Tat wohl mehrere Anzeigen gegen die Täter vor. Denen wurde jedoch nicht im erforderlichen Umfang nachgegangen. Aber auch hierzu keine kritischen Fragen.

Anstatt nun aber das gesamte System Jagd mit all seinen Regeln und Rechtfertigungsversuchen, die in einer modernen, aufgeklärte Gesellschaft ziemlich aus der Zeit gefallen scheinen, kritisch zu hinterfragen, überlässt man auch in diesem Beitrag den Jägern die Deutungshoheit. So werden die Journalisten fast durchgehend von Jägern begleitet, denen es gelingt, sogar diesen grausamen Polizistenmord noch für die eigene Propaganda zu missbrauchen. Ungehindert können die Jäger das übliche Jägerlatein unters Volk bringen. So würden Jäger grundsätzlich tierschutzgerecht töten, während der Tod durch Wilderer oft grausam sei. Wenn man sich die üblichen Jagdpraktiken (Fallenjagd, Baujagd, Treib- und Drückjagden) und Statistiken zu Fehlschüssen anschaut, ist das jedoch mehr Wunschdenken als Realität. Und natürlich gefährdet nur ein Wilderer Anwohner, wenn er direkt neben Wohngebäuden schießt, während von Jägern abgegebene Schüsse grundsätzlich keine Gefahr für die Anwohner darstellen. Alles in allem also wieder einmal nur die übliche Jagdpropaganda. Schade um die verschenkte Gelegenheit, unser Jagdsystem mit all seinen Problemen endlich auf den Prüfstand zu stellen.

https://www.ardmediathek.de/video/betrifft/krieg-im-forst-die-gnadenlose-welt-der-wilderer/sr/Y3JpZDovL3NyLmRlL1NXUkJFVFJJRkZUXzEyMzk3NA

 

 

 

Februar 2023

Selbst der BUND, der sich im Allgemeinen mit Kritik an der Jagd sehr zurückhält, findet deutliche Worte für die hartnäckige Weigerung vieler Jäger, auf bleihaltige Munition zu verzichten. So ist in einem aktuellen Beitrag zu lesen: „Die Zahl der durch Bleivergiftung jämmerlich krepierenden Seeadler nimmt nicht ab. Grund für die Vergiftung ist die Jagd auf Wildtiere mit bleihaltiger Munition.“ Laut BUND starb im vergangenen Jahr etwa ein Drittel der verendeten Seeadler an einer Bleivergiftung. Studien belegen, dass die Seeadler-Population um etwa 14% größer wäre, wenn sich die Jäger dazu durchringen könnten, endlich auf bleihaltige Munition zu verzichten. 14.000 Tonnen hochgiftiges Blei gelangen in Europa jährlich durch die Jagd in unsere Umwelt – und das von Menschen, die sich selbst gerne als Naturschützer bezeichnen. Auch mit dem Märchen, dass Wildfleisch gesund sei, räumt der Beitrag des BUND auf. So wird bemängelt, dass es weder Grenzwerte für Blei im Essen noch aussagekräftige Qualitätssiegel gebe. Und das, obwohl bekannt ist, dass schon kleine Mengen Blei gerade bei kleinen Kindern schädliche Auswirkungen haben können – weshalb Kindern und Schwangeren auch nach wie vor vom Verzehr von Wildfleisch abgeraten wird. Bleibt zu hoffen, dass die Forderung des BUND, bleihaltige Munition endlich zu verbieten, politisch bald umgesetzt wird.

https://www.bund.net/themen/naturschutz/jagd/bleimunition/

 

 

Februar 2023

Zwölf europäische Umweltminister haben sich mit einem Schreiben an den EU-Umweltkommissar gewandt und sich dagegen ausgesprochen, den Schutzstatus des Wolfes weiter aufzuweichen. Den Jägern gefällt das gar nicht – mobilisieren sie doch schon seit einiger Zeit alle Kräfte, um Stimmung gegen den Wolf zu machen. Eigentlich müssten Jäger sich über die Rückkehr des Wolfes freuen – nimmt dieser ihnen doch viel Arbeit ab. Haben Jäger uns nicht jahrelang erzählt, kein Jäger würde gerne töten?  Nur notgedrungen übernähmen sie diese Aufgabe – denn leider seien in Deutschland ja keine großen Beutegreifer mehr heimisch. Jetzt ist einer dieser Beutegreifer zurück – aber die Jäger freuen sich nicht. Im Gegenteil: seit der Wolf zurück ist, wird von Jägerseite gefordert, den Schutzstatus des Wolfes aufzuheben. Der ungeliebte Beutekonkurrent soll wieder weg. Jeder, der das anders sieht, wird lächerlich gemacht und mit Häme überzogen – so nun auch Umweltministerin Steffi Lemke und ihre Mitunterzeichner, die alle „grünen oder ähnlich gestrickten Parteien angehören“ würden. Und in ihrer „ideologischen Verblendung“ die Nöte der Weidetierhalter ignorieren würden. Man erklärt sich also kurzerhand auch noch zum Beschützer aller Weidetiere, die es gilt, vor dem Wolf zu retten. Dass die Sicherung von Weidetieren den Haltern dieser Tiere obliegt und nicht in den Aufgabenbereich des Jägers fällt – wen interessiert das schon? Bei der Jagdausübung nimmt man es mit dem Weidetierschutz dann übrigens nicht mehr ganz so genau – wir erinnern in diesem Zusammenhang an die 15 Schafe, die vor kurzem während einer Drückjagd von außer Kontrolle geratenen Jagdhunden angefallen und getötet wurden oder an die Esel, die auf dem eigenen Gelände von ebenfalls völlig unkontrollierbaren Jagdhunden angefallen und verletzt wurden, ganz zu schweigen von den zahlreichen Pferden, Kühen, Schafen oder Ziegen, die in schöner Regelmäßigkeit von Jägern mit Wildschweinen verwechselt und getötet werden. Bei der ganzen Hetze gegen den Wolf geht es somit wohl weniger um den Schutz von Weidetieren, sondern vielmehr um das rücksichtslose Durchsetzen der eigenen fragwürdigen Interessen.

https://djz.de/umweltministerin-lemke-schreibt-unwahres-nach-bruessel/

 

 

Februar 2023

In Hückeswagen (Nordrhein-Westfalen) hetzt ein Hund ein Reh durch ein Wohngebiet. Während seiner Flucht gerät das Reh mit dem Kopf in ein Treppengeländer und kann sich selbst nicht mehr befreien. Feuerwehr und Jäger eilen zur Rettung. Nachdem die Feuerwehr das Tier befreit hat, wickelt der Jäger das Reh fürsorglich in eine Decke und lässt es am Waldrand wieder frei. Aber damit nicht genug, denn schließlich ist der Jäger ja der Beschützer aller Rehe – und so verspricht er der Öffentlichkeit, in Zukunft in seinem Revier verstärkt auf freilaufende Hunde zu achten. Außerdem beklagt er, dass Hundehalter sowohl mit angeleinten als auch mit freilaufenden Hunden immer wieder querfeldein über fremde Grundstücke laufen würden. Auch das wolle er in Zukunft im Auge behalten. Und so nutzt auch dieser Jäger die Gelegenheit und versucht, die Öffentlichkeit zu manipulieren. Dass Jäger Jahr für Jahr mehr als eine Million Rehe töten, spricht er lieber nicht an. Und auch darüber, dass der Tod für viele dieser Tiere nicht schnell und schmerzfrei ist, möchte er lieber nicht reden. Stattdessen präsentiert er einen Sündenbock und macht Stimmung gegen Hunde und ihre Halter. Allerdings sind die von Jägerseite angesprochenen „Verfehlungen“ allesamt legal – von daher stellt man sich schon die Frage, was genau er denn da im Auge behalten möchte. Solange keine von der Gemeinde erlassene Leinenpflicht vorliegt, muss sich der Herr Jagdpächter mit freilaufenden Hunden in seinem Revier abfinden – solange sich diese im Einwirkungsbereich ihres Besitzers aufhalten. Auch das Betreten „fremder Grundstücke“ ist im Außenbereich – mit wenigen Einschränkungen – durchaus erlaubt. Auch wenn das so manchem Jäger nicht gefällt. Unterm Strich also wie gewohnt nur heiße Luft.

https://www.pirsch.de/news/nach-hetze-durch-hund-jaeger-rettet-reh-aus-treppengelaender-36603

 

 

Februar 2023

Kein Jäger tötet gerne! Jäger sind Tierfreunde! Getötet wird nur, um kranke und verletzte Tiere von ihrem Leid zu erlösen! Jäger sind Naturfreunde! Auch Jäger würden am liebsten alle Tiere leben lassen, aber da es in Deutschland leider nicht mehr genügend Beutegreifer gibt, müssen hin und wieder Tiere zur Bestandsregulierung getötet werden – Spaß macht das keinem Jäger!

Das ist es, was uns Jäger tagein, tagaus erzählen.

In der Realität zeigt sich die viel beschworene Tierliebe der Jäger dann so: der Hegeringleiter aus Molbergen/Peheim ruft zur Taubenjagd – und mehr als 300 Jäger aus dem gesamten Bundesgebiet folgen diesem Ruf. Auch Jäger aus Österreich und den Niederlanden zieht dieses „Groß-Event“ an, ein Jäger aus Ostfriesland macht sich gar mit dem Mofa auf den weiten Weg – immerhin gilt es, den „Taubenkönig“ zu ermitteln. Der Andrang ist so groß, dass den Veranstaltern die Stellplätze ausgehen – mehr als 60 Jägern muss deshalb die Teilnahme verwehrt werden. Bevor es dann endlich losgehen kann, weist der Hegeringleiter die Teilnehmer vorsorglich noch darauf hin, dass „jeder selbst für seinen Schuss verantwortlich“ sei und dass man bitte „nicht in Richtung Häuser schießen“ möge. Anschließend heißt es: „Feuer frei!“ Insgesamt wurden bei diesem völlig unnötigen Wettschießen 320 Tauben erlegt. Die Jäger zeigten sich ob dieses Ergebnisses etwas enttäuscht - lag die Ausbeute doch deutlich unter den Abschusszahlen von 2022. Gerne hätte man noch mehr Tauben getötet. „Taubenkönig“ wurde schließlich mit 22 erlegten Tauben Martin Eberhard auf Overath bei Köln.

Nun wird die Vogeljagd in Deutschland zunehmend kritisch gesehen und ein solches Wettkampfschießen auf diese sozialen und intelligenten Tiere ist prädestiniert dafür, Kritiker auf den Plan zu rufen. Zumal hier ganz offensichtlich der Spaß und der Wettkampf im Vordergrund stehen. Und was macht der findige Jäger da? Er spendet den Erlös von 26.700 Euro dem örtlichen Kinderhospiz. Und versucht so, aufkommende Kritik an diesem Massaker im Keim zu ersticken. Es ist erschreckend, wie skrupellos hier todkranke Kinder für die eigenen Interessen instrumentalisiert werden. Denn letztlich geht es doch nur darum, das eigene Tun in der Öffentlichkeit noch irgendwie rechtfertigen zu können.

https://www.om-online.de/om/taubenjagd-in-molbergen-bringt-26700-euro-fuer-das-kinderhospiz-loewenherz-151983?fbclid=IwAR3ZP2k3W94co2WUQsZUHVIY090cp41xbCNbAet7EIXZE5_59cBE2LBegj4

Wir haben uns mit einem Leserbrief an die Zeitung gewandt, den Sie unter der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen können.

 

 

Januar 2023

Ein weiterer Vorfall aus der Reihe „Jagdirrsinn in Deutschland“: Anfang Dezember 2022 machte ein Ehepaar an einem Samstagmorgen einen Spaziergang mit seinen beiden Hunden, als ihnen plötzlich zwei Jagdhunde der Rasse Deutsch Drahthaar entgegenstürmten. Gleichzeitig waren im Wald die ersten Schüsse zu hören. Die beiden Jagdhunde waren völlig außer Kontrolle – und liefen direkt in die Richtung, in der sich die Schafweide eines Nachbarn der Eheleute befindet. Obwohl sich das Ehepaar unverzüglich aufmachte, um den Schafen zu helfen, kam jede Hilfe zu spät: die Hunde hatten bereits mehrere Schafe getötet und fielen gerade über ein weiteres her. Aber damit nicht genug: auch an einer anderen Stelle war einer der Hunde der Jagdgesellschaft auf Schafe getroffen – auch dort wurden Schafe getötet. Nach dieser fröhlichen Jagdveranstaltung waren  15 tote Schafe zu beklagen. Die Tiere waren entweder von den Hunden getötet oder so schwer verletzt worden, dass sie von ihrem Leid erlöst werden mussten.

Doch trotz dieses Vorfalls wurden die gleichen Hunde bei einer weiteren Drückjagd am Nachmittag des gleichen Tages noch einmal eingesetzt – dort hetzten dann 10 Hunde eine Rotte Wildschweine über eine Landstraße. Dabei kam ein Keiler zu Tode – ob durch einen durch die Jagd verursachten „Wildunfall“ oder durch die Hunde selbst, kann dem Bericht leider nicht entnommen werden.

Wildtierschutz Deutschland hat mittlerweile Anzeige gegen den Jagdleiter und den Hundeführer erstattet.

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/jagdhunde-reissen-schafe

 

 

Januar 2023

Thomas Mitschke beschäftigt sich in seinem neuesten Beitrag aus der Reihe „Die kleine Jagdschule“ intensiv mit dem Fall eines Milchbauern und begeisterten Niederwildjägers, der im niedersächsischen Rheiderland aktiv ist. Das Rheiderland ist eines der bedeutendsten Rast- und Überwinterungsgebiete für nordische Gänse, es handelt sich um eines der wichtigsten EU-Vogelschutzgebiete. Unter dem Vorwand des Niederwild- und Bodenbrüterschutzes bejagt der „begeisterte Niederwildjäger“, um den es im aktuellen Beitrag geht, den Fuchs und andere Beutegreifer in seinem Revier intensiv – und greift so massiv in das ökologische Gleichgewicht ein. Gleichzeitig beklagt er die „immensen Schäden“, die die Gänse auf seinen landwirtschaftlichen Flächen anrichten würden. Und die Lösung hat er auch schon parat: die Gänse müssen intensiv bejagt werden. Diese Argumentation ist an Verlogenheit kaum noch zu überbieten und die zugrundeliegende Logik erschließt sich wohl nur einem Jäger. Thomas Mitschke beschreibt die Vorgänge im Rheiderland gewohnt sachlich und wissenschaftlich fundiert und liefert einmal mehr erschreckende Einblicke in die Denkweise vieler Jäger:

https://www.facebook.com/DiekleineJagdschule/videos/503218171722449

 

Januar 2023

Anfang Januar wurde im Landkreis Dahme-Spreewald während einer Drückjagd ein junger Hirsch angeschossen. Das verletzte Tier flüchtete in eine Wohnsiedlung und landete auf seiner panischen Flucht schließlich in einem großen Gartenteich. Wenig später waren Jäger mit Hunden vor Ort. Was sich danach abspielte, ist eigentlich unglaublich. Nachdem die anwesenden Jäger entschieden hatten, dass eine Schussabgabe nicht möglich sei, beschließt einer der Jäger, das verletzte und panische Tier mit einem Messer zu töten. Mehrmals versucht der Hirsch, seinem Peiniger zu entkommen. Dieser sticht immer wieder mit einem offensichtlich völlig ungeeigneten Messer auf den Hirsch ein. Während seines Todeskampfes wird der junge Hirsch von mehreren Jagdhunden bedrängt und so zusätzlich gestresst – zurückgerufen werden die Hunde von den anwesenden Jägern nicht. Zudem drückt der augenscheinlich völlig überforderte Jäger das Tier mit dem Gesicht unter Wasser und bereitet dem Tier so noch zusätzliche Qualen. Schließlich blutet das Tier aus und ertrinkt. Der Todeskampf dauerte fast sechs Minuten (!!!). So viel zu der von Jägerseite immer wieder geäußerten Behauptung, Jäger würden schnell und schmerzfrei töten.

Aber damit nicht genug. Einer der anwesenden Jäger filmt den gesamten Vorgang und stellt das Video dann ins Netz – vermutlich um bei den Jagdkollegen mit dieser Heldentat anzugeben. Als Tierschützer auf die Aufnahmen aufmerksam werden, gehen die Aufnahmen in den sozialen Medien schnell viral und lösen eine Welle des Protestes aus. Die Jäger verstehen die Aufregung nicht, finden den Vorgang offensichtlich völlig normal. Gegen den Jäger, der den Hirsch getötet hat, wurde mittlerweile Anzeige erstattet - sein Anwalt verteidigt das Vorgehen des Mannes so: sein Mandant habe den schwerverletzten Hirsch „waidgerecht und legal durch Einstechen hinter das Schulterblatt“ erlegt. Dass ein Tier nicht direkt nach dem Schnitt sterbe, sei normal, weil der Schnitt nicht direkt ins Herz gehe, sondern einen Kollaps der Lunge verursache. Auch der Brandenburger Jagdverband kann keinen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erkennen. Für Jäger ist das also offensichtlich Tagesgeschäft.

Das Video und einen ausführlichen Bericht zum beschriebenen Vorgang finden Sie unter folgendem Link: 

https://wildbeimwild.com/hirsch-wird-bei-hobby-jagd-wundgeschossen-und-im-gartenteich-brutal-abgestochen/?fbclid=IwAR24x8RQXC4NwyUgpuW6STzZkHaUHlWAV_HwIyvq7jMdEHAXG8bluT3X9hw

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auch noch auf einen erhellenden Beitrag zum Thema „Abfangen mit der kalten Waffe“, erschienen auf pirsch.de, aufmerksam machen. In dem Beitrag wird eine Szene geschildert, in der ein Jäger versucht, ein Reh zu erschießen und dabei einen der Jagdhunde trifft – die Geschichte soll die Vorzüge, die der Einsatz eines Messers in einer derartigen Situation mit sich bringt, verdeutlichen. Hier kurze Auszüge eines Berichts über eine Drückjagd aus Jägersicht – interessant auch deshalb, weil in diesem Beitrag überdeutlich wird, wie Jäger wirklich ticken. Von der viel beschworenen Tierliebe ist da wenig zu lesen. Konsequent wird von „Stücken“ gesprochen, auch sonst sind die Formulierungen wohl eher dazu gedacht, Drückjagden so zu umschreiben, dass die bei solchen Jagden stattfindenden Grausamkeiten nicht sofort offensichtlich werden. So heißt es etwa: „Im Oberhang wechselt ein Schmalreh (Anmerkung: also eines, das kurz zuvor noch medienwirksam von den Jägern bei einer Rehkitzrettungsaktion gerettet wurde) einen Schützen langsam ziehend an. Immer wieder sichert es zurück und ortet den verfolgenden, fährtenlauten Hund. Als es dann endlich bereit steht, lässt der Schütze fliegen. Doch die Kugel verfehlt das Blatt.“ Weiter heißt es: „Der Jagdhund hat das beschossene Stück aus dem Wundbett aufgemüdet und hetzt es.“ Und weiter: „Schnell hat die braune Hündin das Reh eingeholt, greift es am Träger und vollendet das, was menschliches Unvermögen angerichtet hat. Das Stück klagt.“

In diesem unerträglichen Stil geht es weiter – nach wahrer Tierliebe hört sich das eher nicht an. Und zum Schluss gibt es noch Ratschläge zum „Abfangen mit der kalten Waffe“:

"Einmal fixiert, wird die Klingenspitze hinter dem rechten Schulterblatt angesetzt und die breite Klinge mit Druck zwischen den Rippen nach schräg, links-unten geführt. Durch die folgenden Auf- und Abwärtsbewegungen der Klinge klafft der Schnitt zwischen den Rippen weit auf. Herz, Lunge und viele Gefäße sind sekundenschnell zerstört, Luft dringt in den Brustkorb ein, das Stück verendet blitzartig. Die Klinge verbleibt, gehalten vom Abfangenden, solange im Brustraum, bis die letzten Lebensgeister gewichen sind. Sicher ist sicher!"

https://www.pirsch.de/jagdpraxis/schalenwild-richtig-abfangen-das-sollten-jaeger-beachten-33992

Wie gut - oder besser: schlecht - das in der Praxis funktioniert, zeigt der Vorfall im Landkreis Dahme-Spreewald. Leider scheint dieses dilettantische Vorgehen eher die Regel als die Ausnahme zu sein. So äußerten sich nach dem Vorfall auch Nachsuche-Hundeführer teilweise sehr kritisch. Der oben veröffentlichte Auszug eines Screenshots zeigt, dass solche Vorkommnisse leider keine Einzelfälle sind. Nur an die Öffentlichkeit soll das alles natürlich nicht. Glaubt man einem weiteren Insider, der sich zu diesem Vorfall geäußert hat, werden erfahrene Nachsucher auch deshalb oft nicht angefordert, weil diese in der Regel bezahlt werden müssen – und das scheint so manchem Jäger zu teuer zu sein. Er berichtet auch davon, dass Tiere manchmal absichtlich nur angeschossen werden – um Jagdhunde an den verletzten Tieren abhärten zu können….All das soll natürlich nicht in die Öffentlichkeit.

Allerdings scheint es auch Nachsuche-Hundeführer zu geben, die sich den Mund nicht länger verbieten lassen wollen und so ist zu hoffen, dass möglichst viele dieser Insider dem Aufruf von Wildtierschutz Deutschland, Sektion Niedersachsen, folgen und endlich auspacken.

https://www.pirsch.de/jagdpraxis/schalenwild-richtig-abfangen-das-sollten-jaeger-beachten-33992

Auch der Tierrechtler Peter Hübner hat sich in seinem "Wochenrückblick" mit dem Vorfall befasst und analysiert das Geschehen gemeinsam mit seinem Gesprächspartner Thomas Mitschke äußert treffend. Hier der Link zum Beitrag:

https://www.facebook.com/fuertierrechte/videos/667548831781763

 

Januar 2023

Vom 13. - 15. Januar fand in Augsburg die Messe „Jagen und Fischen“ statt. Auch in diesem Jahr zog die Messe wieder zahlreiche Besucher an, gleichzeitig wird aber auch die Kritik an der Veranstaltung lauter. So wandte sich bereits im Vorfeld der Verein „Pro Wildlife“ gemeinsam mit 25 weiteren Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen an die Stadt und kritisierte vor allem, dass auf der Messe auch Anbieter von Jagdreisen zugelassen sind - diese ermöglichen dem interessierten Jäger unter anderem auch den Abschuss geschützter und in ihrem Bestand gefährdeter Arten. Unterstützung bekamen die Tierschützer von Stadtratsmitglied Christian Pettlinger (ÖDP), der die Trophäenjagd ebenfalls scharf kritisierte.

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/augsburg-werbung-fuer-trophaeenjagd-tierschuetzer-kritisieren-messe-jagen-und-fischen-id65131341.html

Auch wir hatten uns im Vorfeld  an die Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg gewandt und auf die vielen Probleme, die die Jagd auch in Deutschland mit sich bringt, hingewiesen – angefangen von unsäglichem Tierleid bis hin zur Gefährdung von Menschen. Antwort bekamen wir vom Amt für Wirtschaftsförderung. Dort beurteilt man die Lage aus einem rein monetären Blickwinkel, ethisch-moralische Überlegungen spielen hier offensichtlich keine Rolle. Die erfrischend ehrliche Antwort des Amtes für Wirtschaftsförderung können Sie in der Rubrik „So reagieren die Behörden“ nachlesen.

Aber der Protest fand auch auf der Straße statt: am letzten Tag der Messe nahmen mehr als 70 Menschen an einer von Animals United organisierten „Silent Line“ teil. Da den Teilnehmern von Polizei und Ordnungsamt ein eher ungünstiger Platz zugewiesen worden war, wurde aus der „Silent Line“ kurzerhand eine „Noisy-Line“. Mit kreativen Plakaten und lauten Sprechgesängen machten sich die Teilnehmer bemerkbar und kritisierten die Jagd scharf. Doch obwohl so viele Menschen an der Veranstaltung teilgenommen haben, wurde in den Medien nicht darüber berichtet. Schon das hat wenig mit ausgewogener Berichterstattung zu tun. Wenn man aber den legalen Protest von mehr als 70 Menschen unterschlägt und stattdessen über eine unangemeldete Aktion berichtet, die in der Messehalle stattgefunden hat und an der ganze 5 Tierrechtsaktivisten beteiligt waren, dann muss man hier eine bewusst verzerrte Darstellung der Realität unterstellen. Wir haben uns mit einem Leserbrief an die Augsburger Allgemein Zeitung gewandt, in dem wir die Berichterstattung zur Jagdmesse kritisieren. Sie finden das Schreiben in der Rubrik „Leserbriefe“.

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/augsburg-unangemeldete-demo-sorgt-fuer-aufsehen-bei-messe-jagen-und-fischen-id65185526.html

 

Januar 2023

Am 7. Januar 2023 wandte sich die Besitzerin des Eselzentrums Trierer Land e.V. geschockt an die Öffentlichkeit. Während einer in unmittelbarer Nähe zum Eselhof stattfindenden Treibjagd hatten sich mehrere Jagdhunde selbstständig gemacht, drei dieser Hunde liefen schließlich auf das Grundstück und attackierten dort mehrere Esel. Das Ergebnis: 7 (!!!) verletzte Esel, eingerissene Zäune und eine verletzte Besitzerin - diese war bei dem Versuch, ihre Tiere zu schützen, gestürzt und hatte sich dabei eine Verletzung am Handgelenk zugezogen. Der Frau gelang es schließlich, zwei der Hunde von ihren Tieren wegzuziehen - von den anwesenden Jägern bekam sie keine Unterstützung. Sie schildert das Verhalten der Jäger so: "Ich hatte um Hilfe geschrien und gebettelt sie sollen die Hunde weg holen, da wird man noch hämisch dumm angemacht, dass es nicht ihr Problem sei, wir sollen uns an den Jagdpächter halten." Beim Eintreffen der Polizei waren die Esel noch immer in Panik, die Jäger schossen munter weiter. Mittlerweile wurde Anzeige erstattet.

https://www.facebook.com/groups/668003970019500/user/100004691867654/

Nach dem Vorfall erschienen auf Facebook auf diversen Jäger-Seiten zahlreiche Kommentare, in denen man sich über die Geschädigte lustig machte, ihr die Schuld an dem Vorfall gab und auch Beleidigungen äußerte. Die meisten dieser Kommentare wurden mittlerweile leider gelöscht. Ein Teil konnte jedoch von der betroffenen Eselbesitzerin gesichert werden. Auch in diesen Fällen wurde nun Anzeige erstattet.

https://www.facebook.com/EselMuliTrierLuxemburgMoselEifel

 

 

Januar 2023

Vom 13. bis 15.1.2023 findet in Augsburg die Messe "Jagen und Fischen" statt. Anlässlich dieser Veranstaltung hat Animial United am 15.1.23 ab 15.00 Uhr eine "Silent Line" vor dem Messegelände angemeldet, um den Protest gegen die Grausamkeiten der Jagd sichtbar zu machen. Alle Tierfreunde, Jagdgegner und Jagdgeschädigte sind herzlich eingeladen, sich der Aktion anzuschließen. Nähere Infos zur Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link:

https://www.facebook.com/events/6695069507176101?ref=newsfeed

Zudem hat der Verein Pro Wildlife ein Schreiben an die Verantwortlichen der Stadt Augsburg verfasst - dort äußert man sich vor allem kritisch zur Trophäenjagd und dem Umstand, dass auch Anbieter von Jagdreisen auf der Messe vertreten sein werden. Dieses Schreiben wurde von mehreren Organisationen mitunterzeichnet, unter anderem von Animals United und dem Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen. 

Sie können am 15.1. nicht persönlich vor Ort sein, möchten die Aktion aber trotzdem gerne unterstützen? Dann schreiben Sie eine Protestmail an die Stadt Augsburg: augsburg@augsburg.de

 

 

Januar 2023

Im Dezember vergangenen Jahres geriet ein Hund während eines Spaziergangs in ein fängisch gestelltes Tellereisen, welches sich unter einem Busch befand. Glücklicherweise kam der Hund wohl mit dem Schrecken davon, seine Besitzerin zog sich beim Versuch, ihren Hund zu befreien, leichte Verletzungen zu. Die Polizei hat Ermittlungen wegen „Jagdwilderei“ eingeleitet. Dass der Täter ermittelt werden kann, ist eher unwahrscheinlich. 

Noch immer ist der Erwerb und Besitz von Tellereisen in Deutschland legal - nur benutzt werden dürfen diese grausamen und auch für Menschen gefährlichen Fallen nicht. Nachvollziehbar ist die aktuelle Gesetzeslage nicht: denn natürlich wird jemand, der sich ein solches Folterinstrument zulegt, auch vorhaben, es zu benutzen. Andernfalls würde der Erwerb ja wenig Sinn machen. Somit sollte nicht nur die Benutzung, sondern auch der Erwerb und Besitz umgehend verboten werden.

https://www.pirsch.de/news/wilderei-tellereisen-im-harz-ausgelegt-36473#:~:text=Bei%20Harzgerode%20in%20Sachsen%2DAnhalt,Sachsen%2DAnhalt%20der%20Reaktion%20mit.

Was solche Fallen anrichten können, zeigt folgender aktuelle Fall: in Burg Stargard/Neubrandenburg geriet eine Katze in der Nähe ihrer Futterstelle in eine derartige Falle. Die Falle durchschlug die Vorderbeine der Katze, trennte diese aber nicht vollständig ab. Schwer verletzt schleppte sich das Tier mehrere Kilometer weit in den Ortsteil Bargensdorf, wo sie schließlich von einem Mitarbeiter des Tierschutzvereins Neubrandenburg gesichert werden konnte. Leider waren die Verletzungen so schwer, dass die Katze nur noch von ihrem Leid erlöst werden konnte. Laut Einschätzung des Vorsitzenden des Tierschutzvereins hätte sich die Katze allein nicht aus der Falle befreien können, ohne sich beide Vorderbeine völlig abzutrennen. Es muss also jemand die Katze "befreit" und sie dann einfach ihrem Schicksal überlassen haben - wohl um den illegalen Einsatz des Tellereisens zu vertuschen.

https://www.nordkurier.de/neubrandenburg/tellerfalle-reisst-kleiner-katze-beide-vorderpfoten-fast-ab-0650939301.html

 

 

Januar 2023

In Schleswig-Holstein kam es zu einer weiteren "tragischen Verwechslung": in der abendlichen Dämmerung erschoss ein Jäger ein Galloway-Rind – er behauptet, das Rind mit einem Wildschwein „verwechselt“ zu haben. Nun sehen sich die beiden Tierarten aber nicht besonders ähnlich, so dass davon auszugehen ist, dass der Schütze auch in diesem Fall einen Schuss abgegeben hat, ohne zu wissen, worauf er da schießt. Wieder einmal wurde wohl die wichtigste Sicherheitsregel im Umgang mit Schusswaffen missachtet. Der zuständige Kreisjägermeister sieht das ähnlich und äußert gegenüber der Zeitung, dass da „einiges auf den Schützen zukommen“ werde. Auch der Kreis Plön ist mittlerweile aktiv geworden und hat Anzeige gegen den Jäger erstattet – wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Auffallend ist in diesem Fall, wie schnell und heftig sich der Kreisjägermeister vom Jagdkollegen distanziert hat. Auch dass der Landkreis unaufgefordert tätig wird und Anzeige erstattet, ist in derartigen Fällen eher unüblich. Darüber, warum das in diesem Fall anders ist, kann natürlich nur spekuliert werden. Es könnte allerdings damit zusammenhängen, dass der Geschädigte dieses Mal kein unbedeutender Tierbesitzer ohne viel Einfluss ist: das getötete Rind – übrigens ein Muttertier, das kurz zuvor ein Kalb zur Welt gebracht hatte – gehörte zum „Adeligen Kloster Preetz“. Der Vorstand des Klosters hat bereits angekündigt, in den nächsten Tagen zusammenzukommen und über die Konsequenzen dieses Vorfalls zu entscheiden. Bei derart – zumindest regional – wichtigen Geschädigten, wird man dann scheinbar doch schneller aktiv als bei Geschädigten ohne entsprechenden Einfluss.

https://www.bunte.de/panorama/drama-auf-der-weide-mit-wildschwein-verwechselt-jaeger-erschiesst-mutter-rind.html

 

 

Januar 2023

Seit vielen Jahren kümmert sich Mario M. vom Verein „Tierretter e.V.“ an einem privaten Baggersee um die dort ansässigen Gänse – bei den Tieren handelt es sich überwiegend um ausgesetzte Hausgänse. Mario M. unterstützt die Tiere bei Bedarf mit Futter und kümmert sich um sie, wenn sie verletzt sind. Auch an Silvester war er auf dem Weg zu den Gänsen, als ihm in der Nähe des Sees mehrere Männer mit Gewehren entgegenkamen – sie hatten sieben „seiner“ Gänse dabei, allesamt tot. Die Jäger warfen die toten Tiere achtlos auf die Ladefläche eines Autos und lachten über den fassungslosen Tierschützer, der seine Emotionen so beschreibt: „Ich hätte heulen können, mir war schlecht. Das war wie ein Schlag ins Gesicht.“ Glücklicherweise machte Mario M. Fotos und notierte sich auch das Kennzeichen des Autos. Mittlerweile hat der Tierschützer Anzeige erstattet, Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen aufgenommen. Dass der Vorgang wohl nicht ganz legal war, zeigt die Reaktion des Sprechers der Kreisjägerschaft Borken, der sich umgehend von seinen Jagdkollegen distanziert hat: Hausgänse seien kein jagdbares Wild, somit hätten die Tiere nicht geschossen werden dürfen. Wussten das die beteiligten Jäger nicht? War es ihnen egal? Konnten Sie eine Wildgans – deren Bejagung ebenso unsinnig und damit abzulehnen ist – nicht von einer Hausgans unterscheiden? Letzten Endes ist das aber auch völlig egal. Denn die einzige Frage von Belang in diesem Zusammenhang ist die Frage, wie lange die Politik diesem Treiben noch tatenlos zusehen will.

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/gaense-erschossen-velen-100.html

 

 

Januar 2023

Und die nächste Jagdveranstaltung, die Fragen aufwirft: zwischen Weihnachten und Neujahr wurden in Schwörstadt mehrere Schwäne getötet. Die Tiere waren bei der Bevölkerung sehr beliebt, ihr Tod entsetzt die Menschen vor Ort. Aber was ist passiert? An Heiligabend traf ein Spaziergänger auf zwei Jäger (einen Mann und eine Frau), die offensichtlich auf Schwäne schossen. Der Zeuge sah einen Schwan auf dem Rhein, der „panisch im Kreis paddelte“ und offensichtlich angeschossen war. Ein Jungtier war zu diesem Zeitpunkt wohl schon tot. Der Rest der einst vierköpfigen Schwanenfamilie verharrte zu diesem Zeitpunkt geschockt und bewegungslos am Ufer. Bis Neujahr gelang es der Jagdgesellschaft jedoch, auch den Rest der Schwanenfamilie zu töten.

Der Zeuge stellte die Jäger zur Rede und bekam die Auskunft, dass sie vom zuständigen Jagdpächter zur Schwanenjagd eingeladen worden waren – der Drang, diese schönen Tiere zu töten, muss sehr groß gewesen sein: die beiden waren extra aus der Schweiz angereist, um hier ihrer Leidenschaft nachgehen zu können. In der Schweiz sind Schwäne nämlich geschützt und dürfen nicht geschossen werden. Der örtliche Tierschutzverein hat umgehend Anzeige erstattet. Auch der zuständige Hegeringleiter hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Und wie gewohnt ist er gerne bereit, die Öffentlichkeit über die geltende Rechtslage aufzuklären. So betont er, dass die Jagd auf Schwäne von November bis Mitte Januar legal und der Abschuss der Schwäne somit legitim sei. Leider wüssten das viele Menschen nicht. Und er versucht, das Töten der Schwäne damit zu erklären, dass die Bestände „gerade hier am Hochrhein“ sehr hoch seien. Die Population müsse daher „im Zaum gehalten werden, bevor sie sich zum Problem entwickelt.“ Dem widersprechen Anwohner und Tierschützer vehement: die Zahl der Schwäne vor Ort ließe sich an einer Hand abzählen.

Und noch ein weiterer Kritikpunkt wird von Zeugen des Vorfalls geäußert: die Jagd fand an einem Ort statt, in dem sich gerne Familien mit Kindern aufhalten – unter anderem auch um die Schwäne zu besuchen. Außerdem seien gerade in diesem Gebiet oft Wassersportler auf dem Rhein unterwegs. Dass in einer solchen Umgebung ohne jede Sicherheitsvorkehrung scharf geschossen werden darf, stößt auch in Schwörstadt auf Unverständnis.

https://www.badische-zeitung.de/jaeger-schiessen-bei-schwoerstadt-schwaene-an-weihnachten-das-sorgt-fuer-irritationen--234917521.html

 

Dezember 2022

Jetzt, im Winter, haben viele Wildtiere ihren Stoffwechsel heruntergefahren, jede Störung dieser sog. Winterruhe führt zu einem hohen Energieverlust, der aufgrund des reduzierten Nahrungsangebotes nur schwer wieder ausgeglichen werden kann. Die Jägerschaft nutzt die Gelegenheit, spielt sich einmal mehr zum Anwalt der Wildtiere auf und fordert eine besondere Rücksichtnahme auf unsere heimischen Wildtiere. Allerdings nur von der nichtjagenden Bevölkerung. Denn genau jetzt finden überall im Land von der Jägerschaft organisierte Treib- und Drückjagden statt. Bei diesen Jagdveranstaltungen werden die Tiere ganz bewusst von Treibern aufgescheucht und den Jägern vor die Flinte getrieben. Viele Tiere werden nur angeschossen und sterben einen qualvollen Tod, anderen gelingt die Flucht – ob sie überleben, ist jedoch fraglich, denn wie oben beschrieben, kann der hohe Energieverlust, den eine solche Flucht mit sich bringt, im Winter nicht so ohne weiteres ausgeglichen werden. Aber damit haben die Jäger offensichtlich kein Problem. Auch mit den Sicherheitsvorkehrungen nimmt man es nicht so genau – viele dieser Treib- und Drückjagden sind nur unzureichend oder gar nicht abgesichert, Anwohner werden nicht informiert. Und so häufen sich bei uns im Moment Anrufe und Mails von Menschen, die uns geschockt von ihren Erlebnissen erzählen. Und die es nicht fassen können, dass diese Zustände leider immer noch legal sind.

Wie der Mann aus der Oberpfalz, der mitansehen musste, wie plötzlich nur etwa 50 Meter von seinem Haus entfernt, eine solche Drückjagd stattfand. Warnhinweise oder Absperrungen auch hier Fehlanzeige. Als der Mann die Jäger auf ihr rücksichtsloses Verhalten ansprach, wurde sofort mit einer Anzeige gedroht.

Auch aus der Nähe von Fürstenfeldbruck erreichte uns ein Augenzeugenbericht. Dort war eine Frau unvermittelt in eine Drückjagd geraten. Warnhinweise auch hier Fehlanzeige. Sie berichtet von weinenden Kindern, von Jagdhunden, die ein Reh hetzten und von ihren Besitzern nicht zurückgerufen wurden. Außerdem fand die Jagd in der Nähe einer Bundesstraße statt. Auch hier wurde die Gefährdung Unbeteiligter zumindest billigend in Kauf genommen. Den Bericht der Augenzeugin finden Sie in voller Länge in der Rubrik „Reaktionen aus der Bevölkerung". 

Die Wildtierhilfe NRW hat sich ebenfalls entsetzt an die Öffentlichkeit gewandt. Bei der Wildtierhilfe kümmert man sich um verwaiste und verletzte Wildtiere und bereitet diese auf eine Auswilderung vor. Obwohl die Jägerschaft darüber informiert war, dass sich auf dem Gelände Tiere in der Auswilderungsphase befinden, wurde den handaufgezogenen Gänsen und Enten ganz bewusst der Rückweg abgeschnitten. Die Tiere wurden an der Grundstücksgrenze gnadenlos abgeschossen. Auch diesen Erfahrungsbericht finden Sie in der Rubrik „Reaktionen aus der Bevölkerung“ in voller Länge.

Auch wir mussten Zeuge einer solchen Treibjagd werden. Wie jedes Jahr umstellten mehrere Jäger und Treiber todesmutig den Schlittenberg hinter unserem Dorf. Warnhinweise oder Absperrungen waren auch in diesem Fall nicht vorhanden. Das hier abgebildete Foto entstand während der beschriebenen Jagdveranstaltung. Im eingekreisten Bereich spielten nur wenige Minuten vor dem Auftauchen der Jäger noch Kinder – dass sich zum Zeitpunkt der Jagd dort niemand mehr aufhielt, war reiner Zufall. Wie auf dem Bild zu sehen ist, wurde auf abschüssigem Gelände gejagt, ein Kugelfang war nicht vorhanden. Außerdem hatte es in der Nacht zuvor das erste Mal geschneit, der Boden war gefroren, was die Gefahr von Querschlägern nochmal erhöht. All das schien die Jäger bei ihrem lustigen Treiben nicht sonderlich zu interessieren. Der Versuch, die Jäger auf ihr fahrlässiges Verhalten hinzuweisen oder zumindest den für diese Jagdveranstaltung Verantwortlichen zu sprechen, scheiterte an der Ignoranz und mangelnden Kommunikationsfähigkeit der anwesenden Jäger. Auf meinen Hinweis, dass genau an dieser Stelle gerade noch Kinder gespielt hätten, bekam ich die Antwort, dass „man schon in der Lage sei, ein Kind von einem Hasen zu unterscheiden“. Ich interpretiere diese Aussage so, dass auch die Anwesenheit von Kindern nicht zum Abbruch der Jagd geführt hätte. Nach Hause hätten die Kinder übrigens nicht gehen können, der Rückweg wäre ihnen durch die in der Gegend herumballernden Jäger versperrt gewesen. Meine Bedenken wurden von den Jägern schlichtweg ignoriert, ich wurde ausgelacht, mir wurde mit der Polizei gedroht, ich wurde dazu aufgefordert, mich "jetzt endlich zu schleichen.“ Währenddessen wurde lustig weitergeschossen. Nur wenige Meter von mir entfernt wurde ein Hase getötet und ein Fasan vom Himmel geholt. Ein Reh verfing sich bei seiner panischen Flucht in einem Weidezaun, konnte sich aber glücklicherweise befreien. Auch bei anderen Spaziergängern und Radfahrern, die fluchend und mit eingezogenen Köpfen durch das unübersichtliche Geschehen fuhren, stieß die Aktion auf wenig Verständnis. Warum die Politik hier nicht endlich regulierend eingreift und diesem Irrsinn ein Ende setzt, ist schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar. Andererseits steigt mit jeder einzelnen dieser fahrlässigen und gefährlichen Veranstaltungen die Zahl derer, die der Jagd kritisch gegenüberstehen. Und irgendwann wird sich die auch Politik der Problematik nicht länger entziehen können.

Dezember 2022

Und wieder wurde ein stark alkoholisierter Jäger von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Passanten hatten einen Notruf abgesetzt und ein Geländefahrzeug gemeldet, das "in starken Schlangenlinien" unterwegs sei. Die Polizei hatte keine Schwierigkeiten, das Fahrzeug und seinen Fahrer zu finden: der stark betrunkene Jäger (ein Alkoholtest ergab einen Blutalkoholwert von stolzen 2 Promille) hatte sich mittlerweile in einem Acker festgefahren. Aufgrund seines äußerst aggressiven Verhaltens musste der Mann von den Polizisten überwältigt und gefesselt werden. Auch dieser Jäger hatte eine Langwaffe griffbereit auf dem Rücksitz. 

https://www.pirsch.de/news/eine-fahrt-mit-folgen-aggressiver-jaeger-mit-zwei-promille-36412?fbclid=IwAR3SlKRskWflVN0VM0MQ9P88o5yx1-ct8dUd4XaC3wuEAwvAFBAAM6kHqHY

 

Dezember 2022

Sicher wird sich noch der eine oder andere Leser an den Vorfall in der Nähe von Augsburg erinnern, bei dem eine Jägerin eine in einer Lebendfalle gefangene Hauskatze vor laufender Kamera mit mehreren Schüssen in den Kopf regelrecht hingerichtet hat. Der Vorfall sorgte damals für großes Aufsehen. Und auch das vom Gericht verhängte milde Urteil - die Jägerin wurde lediglich verwarnt, weitere Konsequenzen hatte die Tötung der Katze für sie nicht - kam in der Bevölkerung nicht gut an. Der Tierarzt - Dr. Karim Montasser arbeitet den Vorfall in einem youtube-Beitrag nochmal auf und erklärt die rechtlichen Hintergründe. Gleichzeitig ist sein Beitrag ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, den immer noch legalen Haustierabschuss endlich zu verbieten. Denn - und auch das wird im Video belegt - eine ernstzunehmende Gefahr für Wildtiere stellen unsere Haustiere nicht dar - der Abschuss von Hunden oder Katzen ist somit nicht länger zu rechtfertigen.

https://www.youtube.com/watch?v=M3t7cI7Whbs

 

 

Dezember 2022

Das Komitee gegen den Vogelmord wird auf eine illegale Greifvogelfalle im Emsland in Niedersachsen aufmerksam gemacht. Die Vogelschützer gehen dem Hinweis nach und finden in der gemeldeten Falle einen streng geschützten Habicht vor. Sie sichern Beweise und informieren die Polizei. Etwa 40 Minuten später hält ein Streifenwagen auf einem nahegelegenen Feldweg. Die Vogelschützer treffen sich dort mit den Polizisten - um die Falle nicht unbeobachtet zu lassen, installieren sie eine Kamera.

Was dann passiert, ist eigentlich kaum zu glauben: während Vogelschützer und Polizei das weitere Vorgehen absprechen, betritt ein Mann seelenruhig die Falle und erschlägt den Habicht - vor laufender Kamera und vor den Augen der Polizei. Der Mann nimmt den Habicht mit zu seinem Auto und schlägt den Vogel noch ein paar Mal gegen die Stoßstange. Dann steigt er ein und will den Tatort verlassen, wird aber umgehend von der Polizei gestoppt. Wie mittlerweile bekannt wurde, handelt es sich bei dem Täter um einen Landwirt und Jäger. 

Den ganzen Vorfall können Sie sich unter folgendem Link ansehen:

https://www.facebook.com/Komitee.CABS/videos/1493972437745506

 

 

Dezember 2022

Wie fahrlässig, um nicht zu sagen: kriminell, sich so mancher Jäger verhält, zeigen die folgenden beiden Vorfälle:

Im ersten Fall ging der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern bei einer Verkehrskontrolle ein Jäger ins Netz, der es auf beeindruckende 1,38 Promille Alkohol im Blut brachte. Doch nicht genug damit, dass sich der Waidmann in diesem Zustand noch hinter das Steuer seines Autos setzte. Die Polizeibeamten fanden im Auto zusätzlich zwei Langwaffen, eine Repetierbüchse sowie eine Schrotflinte samt Munition. Da die Waffen nicht ordnungsgemäß gesichert waren - und hoffentlch auch, weil niemand in einem derart alkoholisierten Zustand Zugang zu Waffen haben sollte - wurden die Gewehre samt Munition beschlagnahmt und der Vorfall an die zuständige Behörde weitergeleitet. Ob die Polizei in diesem Fall auch selbst ermittelt, konnte dem Beitrag auf natürlich-jagd.de leider nicht entnommen werden.

Der zweite Vorfall ereignete sich auf Rügen. Dort nahm ein alkoholisierter Jäger an einer Ampel ausgerechnet einem Streifenwagen der Polizei die Vorfahrt. Einer Kontrolle versuchte sich der Waidmann durch eine wilde Flucht zu entziehen: er beschleunigte stark, schaltete das Licht aus und gefährdete durch sein rücksichtsloses Verhalten auch andere Verkehrsteilnehmer. Der Polizei gelang es schließlich, den Mann zu stoppen. Zwar brachte es dieser Jäger "nur" auf 0,35 Promille - allerdings fanden die Polizisten in seinem Auto zwei nicht ordnungsgemäß verstaute Langwaffen, eine Repetierbüchse, eine Bockflinte und Munition. Eine der Waffen lag geladen und zugriffsbereit im Auto. Die Polizei stellte die Waffen sicher und leitete ein Verfahren gegen den Jäger ein.

https://www.natuerlich-jagd.de/news/polizei-zieht-schwarze-schafe-aus-dem-verkehr/?fbclid=IwAR0MbFy6Nh-GArJjusiPqy6cRBbUBnKQPrKMznF5OKMdcvtfvlRqtu_Egn4

 

 

Dezember 2022

Und wieder wurden völlig unbeteiligte Menschen durch die Jagdausübung gefährdet: dieses Mal landete eine Kugel aus einem Jagdgewehr in einem fahrenden Personenzug - das Projektil durchschlug zuerst ein Fenster und blieb dann in der Zugwand stecken. Dass bei dem Vorfall niemand verletzt wurde, ist reiner Zufall. Die Polizei konnte den Schützen schnell ermitteln: es handelt sich um einen 47-jährigen Jäger, der auf einem Hochsitz auf Füchse ansaß. Dass er versehentlich einen Zug getroffen und Menschenleben gefährdet hatte, hat der Mann scheinbar gar nicht mitbekommen. Dass der Vorfall für den Schützen Konsequenzen haben wird, ist leider nicht zu erwarten - die Polizei geht im Moment von einem Querschläger aus und wird das Verfahren wohl bald einstellen. Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmal darauf hinweisen, dass es keinen Grund gibt, Füchse zu bejagen. Die Unsinnigkeit der Fuchsjagd ist wissenschaftlich hinreichend belegt - umso ärgerlicher, dass den Jägern immer noch das Recht zugestanden wird, Jagd auf diese intelligenten und sozialen Tiere zu machen. Und ganz nebenbei bei der Jagdausübung auch noch Menschenleben zu gefährden.

https://www.pnp.de/nicht-zugeordnet/projektil-aus-jagdwaffe-schlaegt-in-personenzug-ein-9897501?fbclid=IwAR07dy9NoxKBW2P1qWhp4mAJVJyGPzpVHiFtqO3cK4OSsRRUMdZcb3zTquk

 

 

Dezember 2022

Immer wieder fallen Jagdhunde durch äußerst aggressives Verhalten auf. Noch immer ist in der Jagdhundeausbildung ein hohes Maß an Wildschärfe erwünscht und so wird dieses Verhalten entsprechend gefördert. Jäger erzählen dann stolz, wie furchtlos es ihr Hund mit jedem Fuchs, Dachs oder Waschbären aufnimmt. Gleichzeitig wird die Gehorsamsausbildung in der Jagdhundeausbildung sträflich vernachlässigt, wie einem Kommentar im Deutschen Jagdportal zu entnehmen ist. Da der Kommentar von einem Insider verfasst wurde, dürften die Zustände ziemlich treffend beschrieben sein: 

https://www.deutsches-jagdportal.de/portal/index.php/blog/itemlist/tag/Wildsch%C3%A4rfe

Hinzu kommt, dass die Jagdhundeausbildung noch immer in völlig überholten Denkmustern feststeckt und Unterwürfigkeit oder Meideverhalten mit Gehorsam verwechselt wird. Viele Methoden, die bei der Jagdhundeausbildung Standard sind, sind mit dem Tierschutzgesetz schlicht nicht zu vereinbaren. Nach wie vor kommen Elektroreizgeräte, Stachelhalsbänder, Tritte oder andere schmerzhafte Methoden zum Einsatz - all die genannten Methoden sind in der "normalen" Hundeausbildung schon lange verboten. Die Jäger aber glauben nach wie vor, nur so ihre Hunde zum Gehorsam zwingen zu können - Erziehungsmethoden die auf Vertrauen und positiver Verstärkung basieren, werden vehement abgelehnt. Allerdings haben die angewandten Methoden mit einer Gehorsamsausbildung oder mit Erziehung wenig zu tun - man setzt hier nach wie vor auf möglichst starke Reize, mit deren Hilfe unerwünschtes Verhalten unterdrückt werden soll. Die negativen Auswirkungen einer derartigen Ausbildung sind wissenschaftlich gut belegt. Je nach Charakter und Veranlagung können Hunde auf diese harten "Erziehungsmethoden" unterschiedlich reagieren. Manche Hunde wehren sich irgendwann gegen diese Methoden und zeigen ihren Haltern gegenüber aggressives Verhalten - man spricht in solchen Fällen von Selbstschutzaggression. Andere Hunde stumpfen zunehmend ab, es beginnt eine Eskalationsspirale, bei der immer stärkere Reize nötig werden, um den Hund noch irgendwie kontrollieren zu können. Sensible Hunde zerbrechen oft völlig an dieser Art von Ausbildung, sie ziehen sich zunehmend zurück und leben in ständiger Angst. 

Obwohl das alles lange bekannt ist, möchten die Jäger weiter an ihren "bewährten Erziehungsmethoden" festhalten.

https://www.peta.de/themen/jagdhund/
Die auf Zwang und Angst basierenden Erziehungsmethoden führen dazu, dass viele dieser Hunde sich ihrem Besitzer gegenüber unterwürfig und gehorsam zeigen - so lange sie sich in dessen direktem Einwirkungsbereich befinden. Macht sich ein so "ausgebildeter" Hund dann aber selbstständig, führt das gemeinsam mit der antrainierten Wildschärfe immer öfter in die Katastrophe.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal an den Fall von Dackel Albrecht erinnern, der im Februar diesen Jahres von zwei Jagdhunden vor den Augen seiner bis heute traumatisierten Besitzerin zerfleischt wurde. Der Jäger stand hilflos daneben, hatte keinerlei Kontrolle über seine Hunde. Obwohl die Probleme mit diesem Jäger und seinen Hunden lange bekannt waren und es schon vorher zu mehreren (nicht tödlichen) Zwischenfällen mit den Hunden gekommen war, hätte auch dieser Vorfall um ein Haar keine Konsequenzen für den Jäger gehabt. Nur massiver Protest aus der Öffentlichkeit hat dafür gesorgt, dass das Verfahren wieder aufgenommen wurde und der Jäger letztlich doch verurteilt wurde.

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/tod-von-dackel-albrecht-geht-an-die-staatsanwaltschaft-4933075

Ein ganz ähnlicher Fall ereignete sich im Oktober in Obersülzen/Rheinland-Pfalz. Dort ließ ein Jagdberechtigter seine drei Jagdhunde aus dem Auto. Unglücklicherweise waren zum gleichen Zeitpunkt zwei Chihuahuas mit ihrem Besitzer dort unterwegs. Die Jagdhunde griffen die Hunde an. Die beiden kleinen Hunde hatten keine Chance - auch sie wurden vor den Augen ihres Besitzers zu Tode gebissen. Der Besitzer verlor die Nerven, ging auf den Jäger los und verpasste ihm mehrere Schläge. Der Jäger erstattete Anzeige, ist sich offensichtlich keiner Schuld bewusst. Im Gegenteil, aus seiner Sicht liegt die Schuld eher bei den beiden Chihuahuas, die so plötzlich hinter einer Hecke hervorgekommen seien, dass er keine Möglichkeit mehr gehabt habe, auf seine Hunde einzuwirken. 

https://www.rheinpfalz.de/lokal/gruenstadt_artikel,-jagdhunde-t%C3%B6ten-chihuahuas-_arid,5419467.html

Ein weiterer Vorfall ereignete sich Mitte Okober in Willich-Anrath/Rheinland-Pfalz. Dort ging eine 74-jährige Hundebesitzerin mit ihren beiden Chihuahuas spazieren, als plötzlich die Hunde eines Jägers auftauchten und die beiden Chihuahuas angriffen. Einer der beiden kleinen Hunde überlebt den Angriff nicht, auch er starb vor den Augen seiner Besitzerin, die bis heute unter Schlafstörungen leidet und Antidepressiva einnehmen muss. Auch hier war es nicht der erste Zwischenfall, die Probleme mit dem Jäger und seinen Hunden waren lange bekannt.

https://rp-online.de/nrw/staedte/willich/hunde-angriff-in-willich-jagdhund-beisst-chihuahua-tot_aid-80465613

Im folgenden Fall ist das Opfer eine Hauskatze. Der Vorfall ereignete sich in Halver/NRW. Dort tauchten auf einem Privatgrundstück plötzlich zwei Jagdhunde auf. Vom Besitzer keine Spur. Die Hunde zeigten sich laut Zeugenaussagen von Anfang an "äußerst aggressiv und bösartig". Zuerst bedrohten die Jagdhunde durch die geschlossene Terrassentür den Hund der Familie. Als sie an diesen nicht herankamen, durchstöberten sie den Garrten, schließlich drang einer der Hunde in eine Gartenhütte ein - dort hielt sich zu diesem Zeitpunkt der Kater der Familie auf. Da sich der zweite Hund noch vor der Hütte befand und äußerst aggressives Verhalten zeigte, war es dem Besitzer der Katze nicht möglich, die Hütte zu betreten. Ohnmächtig musste die Familie den Todeskampf ihres geliebten Katers mit anhören. Kurze Zeit später erschien auch die Polizei vor Ort - die Beamten waren entsetzt von dem Anblick, der sich ihnen bot. Offenbar waren die Hunde in einem regelrechten Blutrausch gewesen: die Kehle des Katers war zerfetzt, die ganze Hütte voller Blut. Gegen den Halter der Hunde wurde Anzeige erstattet.

https://www.come-on.de/volmetal/halver/toedlicher-angriff-auf-katze-im-aussenbezirk-von-halver-91958078.html

Die genannten Vorfälle zeigen, dass auch im Bereich der Jagdhundeausbildung enormer Reformbedarf besteht. Der beste Schutz vor derartigen Attacken wäre sicherlich der Schutz der Jagdhunde vor ihren verantwortungslosen Züchtern, Besitzern und Ausbildern. Denn letztlich sind auch diese Hunde nur Opfer eines zutiefst perversen Systems. Grundsätzlich gehört das gesamte Jagdhundewesen ebenso auf den Prüfstand wie die Hobbyjagd selbst.

 

 

Dezember 2022

Bei einer Drückjagd in Hessen wurde eine Schwarzwildbracke erschossen - und das, obwohl der Hund mit einer signalfarbenen Schlagschutzweste unterwegs war. Kurz nach dem Vorfall wurden Vorwürfe gegen den Schützen laut. Angeblich habe sich der Jäger schon bei anderen Jagden als unzuverlässiger Schütze erwiesen - so soll er während einer anderen Jagdveranstaltung mehrere "Stücke" Rehwild "krankgeschossen" haben. Der Veranstalter der Jagd, bei der nun der Jagdhund getötet wurde, will von den Vorwürfen nichts gewusst haben und äußert: 

„Bei uns war der Schütze bislang nicht auffällig.“

Davon, dass dieses fahrlässige Verhalten für den Schützen Konsequenzen haben wird, ist leider nicht auszugehen. Zwar wird die Angelegenheit nun jagdrechtlich überprüft, aber da sich Schütze und Hundeführer bereits geeinigt haben und der Hundeführer auf eine Anzeige verzichten wird, wird auch dieser Jäger bei der nächsten Jagd wohl wieder mit am Start sein.

https://www.pirsch.de/news/nachgefragt-schwarzwildbracke-bei-drueckjagd-geschossen-36394

 

 

Dezember 2022

Weit über 100 Hunde werden in Deutschland jährlich von Jägern erschossen - genaue Zahlen gibt es leider nicht, da solche Abschüsse in den meisten Bundesländern nicht gemeldet werden müssen. Viele Hunde verschwinden einfach und werden wohl irgendwo verscharrt - so erspart man sich die Diskussion mit den Haltern. So mancher Jäger erschießt "wildernde" Hunde aber auch in aller Öffentlichkeit und manchmal sogar nur wenige Meter von seinen entsetzten und für den Rest ihres Lebens traumatisierten Besitzern entfernt. Empathie vom Jäger? Fehlanzeige. Wird nach einem solchen Vorfall Kritik an der Vorgehensweise des Jägers laut, wird er sich in der Regel damit rechtfertigen, dass der Hund zum "Schutz des Wildes" getötet werden musste. Und er wird die Schuld dem Halter in die Schuhe schieben - glaubt man den Jägern, darf nur ein Hund frei laufen, der in jeder Situation zu 100% kontrollierbar ist und den Einwirkungsbereich seines Besitzern niemals verlässt. Nur dass es den von Jägerseite immer wieder geforderten perfekten Hund nicht gibt. Dass man als Hundehalter auf Wildtiere Rücksicht nehmen sollte, ist unbestritten. Trotzdem wird es immer wieder Situationen geben, in denen auch der folgsamste Hund auf unvorhersehbare Weise reagiert. 

Seltsamerweise legen die Jäger bei ihren eigenen Hunden die Messlatte nicht ganz so hoch, wie ein Vorfall in Unterfranken zeigt, bei dem während einer revierübergreifenden Drückjagd ein Jagdterrier weglief - der Hund wurde später von einem Auto erfasst und getötet. Während man scheinbar keine Probleme damit hat, Hunde von "Nichtjägern" zu erschießen und sich in solchen Fällen das MItgefühl mit den betroffenen Hundehaltern in Grenzen hält, ist man plötzlich tief betroffen, wenn es den Hund eines Jagdkollegen trifft. So heißt es in einem Bericht auf pirsch.de:

"In Unterfranken hat sich ein Vorfall ereignet, den kein Rüdemann erleben möchte."

Auch dass sich der Hund ganz offensichtlich aus dem Einwirkungsbereich seines Besitzer entfernt und das Weite gesucht hat - und das als ausgebildeter Jagdhund - scheint für die Jäger völlig normal zu sein. So heißt es weiter:

"Bei Gemünden (Lkr. Main-Spessart) haben am Montag, 28. November, revierübergreifende Jagden stattgefunden – mit dabei natürlich zahlreiche Hunde. Und manchmal büchst dabei einer der Vierbeiner aus."

Dass der Hund schließlich von einem Auto erfasst und getötet wurde, ist natürlich traurig. 

Die Doppelmoral der Jäger aber ist unerträglich. 

https://www.pirsch.de/news/jagdterrier-ueberfahren-die-perfide-aussage-der-verursacherin-36391

 

 

November 2022

Und wieder führte eine unangekündigte Treibjagd zu Ärger, dieses Mal in Büderich/NRW.

Am Ortsrand von Büderich lebt eine Tierfreundin, zu deren Haushalt auch drei Katzen gehören. Mitte November wurde die Frau von einer direkt neben ihrem Haus stattfindenden Teibjagd völlig überrascht - plötzlich seien etwa 15 Jäger mit ihren Hunden aufgetaucht, über vier bis fünf Stunden seien immer wieder Schüsse abgegeben worden. Die Frau geriet in Panik, weil sich zum Zeitpunkt der Jagd eine ihrer Katzen noch draußen aufhielt. Weinend versuchte die verängstigte Frau, einen Jäger vom Küchenfenster aus anzusprechen und auf ihr Problem aufmerksam zu machen - dem Jäger waren die Sorgen der Frau aber völlig egal, er ignorierte die Frau einfach. Glücklicherweise ist die Geschichte gut ausgegangen, die Katze der Frau kam abends - zwar völlig verängstigt, aber körperlich unverletzt - wieder nach Hause. Die Kritik der Anwohnerin zielt vor allem darauf ab, dass die Anwohner nicht über die bevorstehende Jagd informiert worden waren. Leider kann man den Jagdveranstalter rechtlich nicht belangen, denn es gibt keine Verpflichtung, solche Jagden anzukündigen. Auch hier geben die Jäger offen zu, dass sie auf eine Ankündigung in der Zeitung verzichten, um Proteste von Tierschützern zu verhindern. Im übrigen weisen die Jäger ziemlich zynisch darauf hin, dass man von einer solchen Jagdveranstaltung in der Regel durchaus im Vorfeld erfahren würde, wenn man im Dorf entsprechend vernetzt sei - und wer nicht entsprechend vernetzt ist, hat nach dieser Logik dann wohl Pech gehabt.

Im übrigen wäre gerade bei dieser Jagdveranstaltung Protest von Tierschützern durchaus angebracht gewesen - es handelte sich nämlich um eine Niederwildjagd auf Hase und Fasan. Beide Arten sind in ihrem Bestand bedroht und eine Bejagung daher nicht zu rechtfertigen.

https://www.soester-anzeiger.de/lokales/werl/unangekuendigte-treibjagd-werl-buederich-anwohnerin-katze-leben-bangen-91938636.html?fbclid=IwAR1zWqMk_vtHmPy1FKgO-AaPCiUuXYPKRqOpKjJdDX9J9zxBHzmRZ_i9J8c

 

 

November 2022

Nachdem die Tierrechtsorganisation Animals United auf Facebook die Einführung der neuen Säule "Jagd und Fischerei" bekanntgegeben hatte, ließen die Reaktionen der Jägerschaft nicht lange auf sich warten. Dass sich die Freude über noch mehr Kritik an der Jagd bei den Jägern in Grenzen halten würde, war zu erwarten. Das Niveau so einiger Kommentare lässt einen dann aber doch ziemlich ratlos zurück. Sachliche Argumente sucht man vergebens, stattdessen wie gewohnt Beleidigungen und dumme Sprüche.

So bringt ein "Ciprinus Diskus" seine Meinung folgendermaßen zum Ausdruck:

"Ihr seid doch nicht ganz dicht!!!! Gefischt und gejagt wurde schon immer! Ich finde es schön das die meistern Post von Frauen sind !!! Haben sie kein glückliches Leben? Fehlt ihnen was? Anders kann ich mir solche Kommentare nicht erklären !"
Darauf antwortet eine "Bianca Elvira":
"Bitte schmeiße mich nicht mit den frigiden ungeknatterten Zicken in einen Topf, ich hab gejagt und den Angelschein" 
Ein "Wolf Bote" äußert sich mit folgenden Worten: 
"Schon mal was von Nahrungskette gehöert !! Der Mensch ist am Ende der Kette !! Jammert weiter es ist nun mal so !!" 

Hier der Link zum Beitrag von Animals United:

https://www.facebook.com/photo?fbid=513283230843236&set=a.415409480630612

 
 

November 2022

Am vergangenen Wochenende postete der Bürgermeister von Knittlingen ein Foto auf Facebook, auf dem er und seine Kinder nach einer Treibjagd zu sehen sind - die Tochter hält lächelnd eine "Rehpfote" in die Kamera, neben den Kindern liegen die toten Tiere, im Hintergrund ist ein ebenfalls lachender Jäger zu sehen. Zum Bild veröffentlichte der Bürgermeister folgenden Text:

"Treibjagd in Knittlingen - Wichtige Aufgabe zur Hege und Pflege unserer Felder und Wälder... Meine Tochter bekam eine Pfote vom Reh. Warum? Weil sie gefragt hat, ob sie sie für den Bio-Unterricht haben darf." 

Abgerundet wurde der Beitrag mit einem Lachsmiley.

Daraufhin hagelte es Protest von Jagdkritikern und Tierschützern. Auch wenn einige wenige Kommentatoren über das Ziel hinausschossen - die meisten Beiträge waren sehr sachlich, es wurden Studien und Beiträge verlinkt, die über die Schattenseiten der Jagd informieren und die Absicht der Verfasser war eindeutig, den Bürgermeister, der selbst keinen Jagdschein hat, aufzuklären und zum Nachdenken anzuregen. Leider entzog sich der Bürgermeister schnell der Diskussion und nach etwa 250 überwiegend negativen Kommentaren löschte er seinen Beitrag.

Allerdings wandte er sich bereits am nächsten Tag erneut an die Öffentlichkeit und zwar mit folgenden Worten (die Rechtschreib- und Grammatikfehler sind im Originaltext enthalten und zeigen, dass die Nerven nach der geballten Kritik offenbar blank lagen):

"Ich bleibe bei meiner Meinung. Die verantwortungsvolle und nachhaltige Jagd, wie sie bei uns im Ländle betrieben wird, ist sinnvoll. Auch wenn ich selbst keinen Waffen- oder Jagdschein habe. Und ich bin sehr froh, dass meine Kinder selbst lernen wollten, wo Fleisch wirklich herkommt und zwar nicht aus der Plastik-Packung im Supermarkt. Auch dass es wichtig ist, respektvoll mit Tieren umgehen soll, weil es fühlende Lebewesen sind. Danke schön auch an die Jägerschaft, die die vielen Fragen geduldig beantwortet haben."

Dieses Mal hatte er sich aber wohl vorher die Unterstützung der Jäger gesichert - ob er sich damit einen Gefallen getan hat, darf bezweifelt werden. So meldet sich unmittelbar unter dem Post ein Jäger zu Wort, der offensichtlich bei der Treibjagd dabei war und teilt dem Bürgermeister mit, dass er den Kindern "gern alles am Wild erklärt und gezeigt" habe. Doch wieder wurde die Treibjagd von Tierschützern kritisiert. Falls der Bürgermeister tatsächlich geglaubt hatte, dass die Jäger nun die Argumente der Jagdkritiker entkräften würden, so hat er sich wohl getäuscht. Denn - wie bei solchen Diskussionen leider üblich - beschränkten sich die Wortmeldungen aus Jägerkreisen auf Beleidigungen. So wurden Jagdkritiker als "feiges Gesindel" bezeichnet und es wurde jedem, der es wagte, Kritik zu äußern, bescheinigt, dass er "nicht alle Latten am Zaun" habe. Jagdkritiker werden als "Extremisten" und "ungebildete Ar...." bezeichnet.Und ein Jäger äußerte sich so: "Informieren sie sich nochmal, aber bitte nicht im Kindergarten, denn alles was sie geschrieben haben ist Dünnschiss pur."

Bleibt zu hoffen, dass sich der Herr Bürgermeister diese Kommentare genau durchgelesen hat - denn immerhin sind das die Menschen, deren Tun er so vehement verteidigt.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0yQt4h1zgVrJVsFNF8yxYb6oBSpstpEWJzmq2AzeRDopmVMhG4oLfjPovrKn7mhvWl&id=100001505972764

 

 

November 2022

Auch in der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche fand Anfang November eine der umstrittenen Hubertusmessen statt. Als Ehrengäste geladen waren Landrat Albert Gürtner und der bayerische Wirtschafts-Staatssekretär und Jagdlobbyist Roland Weigert - auch hier konnten die Jäger der Versuchung nicht widerstehen, ihre guten Kontakte zur Politik auch noch öffentlich zur Schau zu stellen.

Wie dem Pfaffenhofener Kurier zu entnehmen war, "füllte der Schall der Jagdhörner den kirchlichen Raum" und Pfarrer Miorin stellte die Veranstaltung gar unter das Zeichen der Liebe. Den absurden Versuch von Pfarrer Miorin, als zugrundeliegendes Motiv für das massenhafte Töten von Tieren ausgerechnet die Liebe herauszuarbeiten, möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten - hier der entsprechende Auszug aus dem Pfaffenhofener Kurier:

"Miorin leitete damit über zur Liebe in der Partnerschaft, bei der es kein Besitzrecht an Menschen gebe. Liebe sei, wenn Menschen zueinander Ja sagen. Sie müsse achtsam sein, dürfe niemanden vereinnahmen – und der andere müsse als Du wahrgenommen werden. Liebe sei es auch bei Eltern, die ihre Kinder ihren eigenen Weg gehen lassen. Oder bei Menschen, die zueinander stehen – getrieben vom Wunsch den anderen glücklich zu machen. Bei den Jägern sei es die Liebe zur Natur. Deshalb seien sie in die Kirche gekommen, weil sie sich darauf eingelassen haben, die Natur zu hegen und zu pflegen."

https://www.donaukurier.de/lokales/landkreis-pfaffenhofen/hubertusmesse-in-pfaffenhofen-schall-der-jagdhoerner-fuellt-kirchlichen-raum-6777293

https://pfaffenhofen-today.de/73455-jaeger-261023

Dieses Jahr wurden zahlreiche Hubertusmessen von Mahnwachen begleitet. Doch auch dort, wo die Leute (noch) nicht auf die Straße gegangen sind, regt sich Widerstand gegen derartige Veranstaltungen. Und so erschien am vergangenen Samstag ein Leserbrief im Pfaffenhofener Kurier, in welchem die Verfasserin ihre Meinung zu diesen heuchlerischen Hubertusmessen deutlich zum Ausdruck bringt. Hier ein kurzer Auszug:

"Wie absurd ist das, dass Pfarrer Miorin die Messe ins Zeichen der Liebe stellt, da wird einem übel. Das 5. Gebot: „Du sollst nicht töten“, das will die Kirche  selbstherrlich und speziesistisch nur für die eigene Art als Gebot wissen. Dies ist ein weiterer Grund, aus der Kirchengemeinde auszutreten, denn Liebe zur Schöpfung sieht anders aus. Sie beinhaltet Achtung und Bewahrung der Schöpfung, oder anders formuliert, Nächstenliebe, denn, wie Albert Schweitzer sagte: „Ich bin Leben inmitten von Leben, das leben will“."

Den Leserbrief können Sie in völler Länge in unserer Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

November 2022

Für die aktuelle Folge "Der Hundeprofi unterwegs" besuchte Martin Rütter eine Tierpräparatorin - und traf dort unter anderem auf einen Jäger. Stolz erzählt der Jäger: "Das ist mein erstes Stück Wild, was ich erlegen durfte nach Bestehen meines Jagdscheins." Dann streichelt er dem ausgestopften Rehbock über den Hals. Martin Rütter beobachtet die Szene irritiert und fragt nach: "Du gehst jetzt da hin und streichelst den, aber trotzdem schießt du den über den Haufen, das ist doch komisch." DerJäger kann die Kritik nicht nachvollziehen und antwortet: "Ich stehe mit einer Ehrfurcht vor ihm! Dieses Stück Wild hat sein Leben für mich gegeben!". Auf Martin Rütters Einwand hin, dass der Rehbock sein Leben ja nicht aktiv gegeben habe, sondern der Jäger ihm dieses Leben genommen habe, flüchtet sich der frischgebackene Jäger in die üblichen Ausflüchte: "Wir sind ja auch in der Pflicht, einen Abschuss zu erfüllen. Es ist ja nicht nur ein Hobby. Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber das gepaart mit dem Nervenkitzel, ist das ein ganz tolles Erlebnis, das sich in diesem Präparat wiederfindet."

Der Jäger hat Recht, das hört sich sogar ziemlich blöd an. Außerdem macht dieser kurze Dialog deutlich, warum Diskussionen mit Jägern in der Regel zu nichts führen.

https://www.express.de/promi-und-show/martin-ruetter-legt-sich-mit-jaeger-an-extremer-widerspruch-372292?cb=1668937848132&fbclid=IwAR3hcsnl7Y0LpYW2P4ifLZaPfyde1aJC2BakjNXqC0Gd26hJ9JgkW3c2wPw

 

November 2022

Jetzt im Herbst und Winter finden wieder überall im Land Treib- und Drückjagden statt. Das flüchtende Wild wird dabei von Treibern und Hunden auf die wartenden Schützen zugetrieben und dabei über Stunden in Angst und Schrecken versetzt. Da die Treffsicherheit der wartenden Schützen oft zu wünschen übrig lässt, sind nur etwa 30% der getroffenen Tiere bei solchen Bewegungsjagden sofort tot, der Rest der Tiere wird nur angeschossen. Manche dieser schwer verletzten Tiere haben das "Glück", bei der Nachsuche gefunden und dann von ihrem Leid erlöst zu werden. Die Tiere, die nicht gefunden werden, gehen elendig an ihren Verletzungen zugrunde. Auch für die Bevölkerung stellen solche Bewegungsjagden ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar - oft sind derartige Jagdveranstaltungen nur unzureichend abgesichert, die Jägerschaft geht auch mehr und mehr dazu über, solche Treib- und Drückjagden nicht mehr - wie früher durchaus üblich - in der Tagespresse anzukündigen: zu groß ist die Angst, dass eine derartige Ankündigung zu Protesten von Tierschützern führen könnte. Und so nimmt man lieber billigend in Kauf, dass ahnungslose Spaziergänger sich unvermutet inmitten des lustigen Treibens wiederfinden und dadurch in Gefahr geraten. 

Zum Thema Treib- und Drückjagden und die von solchen Veranstaltungen ausgehenden Gefahren gibt es ein interessantes Interview auf Radio "Wüste Welle" mit Julia Thielert von den Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg - das Interview stammt zwar aus dem Jahr 2021, ist aber leider heute noch genauso aktuell wie vor einem Jahr.

https://www.wueste-welle.de/sendung/view/id/50/tab/weblog/article/83871/Morgen_Gefahr_durch_Treibjagd-.html?fbclid=IwAR3oMlVHmaK7KvqcXRBNaA6alYhL4b3ESmuqEjrvrgujmRGis0cjExm4FSE

Das oben abgebildete Foto lassen wir einfach mal unkommentiert - besser kann man den Irrsinn der Jagd kaum zusammenfassen.

 

November 20224

Niedersachsen wird in der kommenden Legislaturperiode bekanntermaßen von einer rot-grünen Koalitiion regiert werden. Umweltministerium und Landwirtschaftsministerium sind in grüner Hand - einer Umsetzung der im Wahlkampf angekündigten Änderungen in der Jagdgesetzgebung steht also eigentlich nichts im Weg. Entsprechend hoch sind die Erwartungen von Tierschützern und Jagdkritikern. Doch was plant die Koalition eigentlich genau?

Thema Haustierabschuss: Der Haustierabschuss wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt - die rot-grüne Regierung möchte den Haustierabschuss nun verbieten. Ein Grund zur Freude? Wohl eher nicht. Denn: Bevor ein solches Verbot kommen kann, braucht es nach Auffassung der niedersächsischen Regierung eine Kastrations- und Registrierungspflicht für Katzen, damit dann in ein paar Jahren (!!!) der Katzenabschuss nicht mehr nötig sein wird. Es wird sich also vorerst gar nichts ändern. Nach wie vor wird suggeriert, dass der Katzenabschuss notwendig sei - wissenschaftliche Studien, die das Gegenteil belegen, werden ebensowenig berücksichtigt wie die Tatsache, dass die meisten Katzen, die die magische Grenze von 300 Metern Entfernung zu ihrem Zuhause überschreiten und abgeschossen werden, schon jetzt kastriert und registriert sind und von ihren Familien schmerzlich vermisst werden.

https://www.t-online.de/region/hannover/id_100074102/rot-gruen-in-niedersachsen-koalitionsvertrag-abschuss-von-hunden-und-katzen-soll-enden.html

Weiter heißt es im Koaltionsvertrag: Totschlagfallen sollen verboten und Lebendfallen mit digitalen Meldesystemen ausgestattet werden, die Bautenjagd soll ebenso überprüft werden wie die Liste der jagdbaren Arten - all das natürlich wie gehabt in enger Zusammenarbeit mit den Jagdverbänden.

Aber scheinbar geht es der rot-grünen Regierung gar nicht so sehr darum, das ganze mittelalterliche Jagdystem auf den Prüfstand zu stellen und echte Reformen einzuleiten. Die meisten der oben genannten Forderungen werden erfahrungsgemäß ohnehin am Widerstand der Jagdlobby scheitern. Echte Reformen sind gar nicht angedacht, vielmehr geht es darum, durch ein paar kleine Schönheitskorrekturen dafür zu sorgen, dass die Jagd in der Bevökerung nicht noch weiter an Ansehen verliert als dies ohnehin schon der Fall ist. Und das wird im Koalitionsvertrag auch ganz offen kommuniziert - so ist dort zu lesen:

"Wir sehen in der Jägerschaft einen Partner zum Schutz von Lebensräumen. Als anerkannter Naturschutzverein leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lebensgrundlagen in Wald und Flur. Dennoch werden immer wieder kontroverse gesellschaftliche Debatten über die Jagd geführt. Wir wollen die Jagd im Bereich Tierschutz in einem gemeinsamen Dialog mit allen Beteiligten weiterentwickeln und so zu einer höheren Akzeptanz der Jagd beitragen...."

Thomas Mitschke hat sich in einem Youtube-Beitrag noch intensiver mit den Aussagen des Koalitionsvertrags befasst - hier der Link zu seinen Ausführungen:

https://www.facebook.com/watch/?v=542699641196172

 

 

November 2022

Folgender Text wurde auf der Facebook-Seite der Jagdschule Schloß Eichicht veröffentlicht:

"Falls ihr Christian oder Thomas demnächst auf Jagd begegnet: Mit ihrem Jagdschein dürfen sie das ab jetzt ganz offiziell! Hinter unseren Jagdschülern liegen drei Wochen, in denen sie sich intensiv in die Themen Wald, Wildtiere und Naturschutz einarbeiteten, schießen lernten und im Lehrraum sowie im Jagdrevier auf die Prüfung vorbereitet wurden. Wir sind stolz auf unsere Absolventen und freuen uns auf die nächsten angehenden Jägerinnen und Jäger, die wir in unserer Jagdschule nach höchsten Standards in Kompaktkursen im März/April und September/Okober 2023 ausbilden dürfen" 

Wir lassen das jetzt einfach mal so stehen und bedanken uns bei der Jagdschule Eichicht für diese eindrucksvolle Zusammenfassung der herrschenden Missstände im Bereich der Jägerausbildung.

https://www.facebook.com/schlosseichichtde

 

 

November 2022

Wie jedes Jahr im Herbst, finden auch momentan wieder überall in Deutschland die sog. Hubertusmessen statt. Hier kurz die Legende des Hl. Hubertus:

"Gemäß der überlieferten Legende wurde Hubertus um 655 als Sohn eines Edelmannes geboren und starb im Jahre 728. Anfangs führte er ein vergnügungssüchtiges Leben und war ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch aufgespürt hatte und ihn verfolgte, um ihn zu töten, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: „Hubertus, warum jagst du mich?“ Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an beendete Hubertus das Jagen und führte fortan ein einfaches Leben."

Wie der Legende zu entnehmen ist, schwor Hubertus der Jagd ab - trotzdem ernannte die Kirche später ausgerechnet ihn zum Schutzpatron der Jäger. Und so segnen noch heute zahlreiche katholische und evangelische Pfarrer die Jäger, ihre Waffen und die "Strecke" der getöteten Tiere. Auch in Ingolstadt findet am Samstag, dem 5.11. im Liebfrauenmünster eine derartige Veranstaltung statt. Gerne werden zu solchen Messen "Ehrengäste" aus Politik und Verwaltung eingeladen, also etwa Bürgermeister oder auch die Leiter der Unteren Jagdbehörde, die mit der Teilnahme eine bedenkliche Nähe zur Jägerschaft offenbaren. Wir haben uns mit einem Schreiben an die zuständige Pfarrei gewandt und gegen die geplante Hubertusmesse protestiert. Ebenso haben wir uns an einige der geladenen "Ehrengäste" gewandt und sie gebeten, ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung nochmal zu überdenken. Unser Schreiben an die Pfarrei können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

Außerdem möchten wir Sie in diesem Zusammenhang noch auf eine von PETA organisierte Demonstration in München aufmerksam machen. Dort soll am 3.11.2022 um 17.00 Uhr am Rindermarkt vor der Peterskirche stattfinden. Weitere Infos hierzu unter folgendem Link:

https://www.peta.de/presse/termineinladung-kein-segen-fur-den-tiermord-peta-protestiert-am-donnerstag-mit-blutiger-aktion-anlasslich-hubertusmesse-vor-der-st-peterskirche-in-munchen/

 

 

November 2022

Hier der Link zu einem interessanten Gespräch zwischen dem Tierrechtsaktivisten Peter Hübner und einer Jägerin, die den Argumenten des Tierrechtlers nicht viel entgegenzusetzen hatte. Der Beitrag lief in der Reihe "Sag´s mir" im ZDF und zeigt sehr schön, wie schwach die Argumente der Jägerschaft in Wirklichkeit sind und wie schnell man sie mit dem entsprechenden Hintergrundwissen entkräften kann. Ein paar Nachfragen und schon kommen die Jäger in Erklärungsnot. 

https://www.youtube.com/watch?v=GcZmYxsQuFY

 

 

November 2022

Raimund Z. ist begeisterter Tier- und Naturfotograf - sein Hobby aber bringt ihn immer wieder in Konflikt mit der örtlichen Jägerschaft. Wie Raimund Z. berichtet, wurde er in der Vergangenheit während der Ausübung seines Hobbies immer wieder von Jägern verfolgt und auch bedroht. Trotzdem ließ Raimund Z. sich nicht einschüchtern und ging weiterhin seinem Hobby nach. Doch die örtliche Jägerschaft fühlt sich durch die Anwesenheit des Hobbyfotografen offensichtlich so gestört, dass jetzt gleich zwei Klagen beim Amtsgericht Bitburg eingereicht wurden mit dem Ziel, Raimund Z. das Betreten von Wald und Flur zu verbieten. Wer Raimund Z. unterstützen möchte, kann dies mit dem Unterzeichnen folgender Petition tun:

https://www.change.org/p/hobbyj%C3%A4ger-wollen-mir-anhand-von-l%C3%BCgen-das-betreten-von-wald-und-flur-verbieten

 

 

Oktober 2022

Veranstaltungstipp: Animals United veranstaltet am 29.10. in München einen Anti-Jagd-Workshop - interessierte Tierschützer und Jagdkritiker sind herzlich eingeladen.

 

Anti-Jagd-Workshop

Am 29.10.2022 veranstalten wir einen Anti-Jagd-Workshop, der sich in erster Linie an interessierte Tierrechtler:innen bzw. Jagdgegner:innen richtet.
Die Teilnehmenden des Workshops werden zuerst Allgemeines über die Jagd in Deutschland lernen, bspw. welche Jagd-Methoden angewandt werden und wie diese funktionieren. Anschließend wird es um die Entkräftung zahlreicher Jagdmythen gehen, mit denen von Jagdbefürworter:innen oft für eine vermeintliche (ökologische, epidemiologische, etc.) Notwendigkeit der Jagd argumentiert wird. Des Weiteren werden wir noch ein paar weniger bekannte Schattenseiten der Jagd beleuchten. Dabei geht es unter anderem um Jagdunfälle und Verflechtungen der Jäger:innenschaft mit Politik und Polizei.
Ein anschließendes Rollenspiel wird allen Teilnehmenden die ideale Möglichkeit bieten, Gelerntes zu vertiefen.

Der Workshop wurde, hinsichtlich seiner inhaltlichen Schwerpunkte, mit einer Jagdexpertin erarbeitet. Diese wird auch anwesend sein und Fragen beantworten.

Der Workshop wird am 29.10.2022 von 10 Uhr bis 16 Uhr stattfinden. Veranstaltungsort ist die Rupprechtstraße 29, 80636 München. Für die Teilnahme fällt ein Unkostenbeitrag von 15€ (inkl. veganer Brotzeit) an. Die Zahl der Teilnehmer:innen ist begrenzt, also sichere dir schnell deinen Platz!

Melde dich bei Interesse bitte per Mail über info@animalsunited.de an.

 

 

Oktober 2022

Der Entwurf der neuen hessischen Jagdverordnung war von Anfang an politisch stark umkämpft. Nun hat sich die Koalition wohl heimlich, still und leise und unter Ausschluss der Öffentlichkeit geeinigt. Oder, um es anders auszudrücken: man ist wieder einmal vor der Jagdlobby eingeknickt. Das von den Grünen angekündigte Jagdverbot auf bedrohte Arten wie den Feldhasen oder das Rebhuhn ist Medienberichten zufolge vom Tisch, gleichzeitig sollen die Jagdzeiten für Krähen und Nilgänse sogar noch verlängert werden. Während Tierschützer diese Entscheidungen heftig kritisieren, jubelt die Jägerschaft. Ein Beitrag auf pirsch.de gibt einmal mehr tiefe Einblicke in die absurde Denkweise der Jäger.  Gemeinsam mit Landwirten und Fischern machten die Jäger gegen das drohende Jagdverbot mobil. Und das offensichtlich mit Erfolg. So freut sich die Jägerschaft darüber, dass "weiter auf den Feldhasen gewaidwerkt" werden dürfe. Nun ist es der Öffentlichkeit natürlich schwer zu erklären, warum es den Jägern so wichtig ist, auch in ihrem Bestand bedrohte Arten weiter bejagen zu dürfen. Und so verweist man einmal mehr auf die "intensive Hege", die die Jägerschaft diesen bedrohten Arten zukommen lassen würde. Man beteuert, dass man sowieso nur dort Jagd auf Rebhühner oder Feldhasen machen würde, wo der Bestand hoch genug sei. Das liest sich dann so: I

 "In der Hegegemeinschaft in der die Bejagung erfolgte, werden auf über 8.000 ha Offenlandfläche Maßnahmen zum Schutz des Rebhuhns und anderer Offenlandarten umgesetzt." 

Aber von welchen Schutzmaßnahmen sprechen die Jäger hier? In der Regel beschränken sich die sog. "Schutzmaßnahmen" der Jägerschaft auf die intensive Bejagung von Beutegreifern. Dass die Dezimierung von Beutegreifern allenfalls in einem stark eingegrenzten Gebiet und auch nur vorübergehend zu einer Bestandserhöhung bei bedrohten Arten führen kann, ist hinreichend erforscht. Auf den Gesamtbestand haben derartige Aktionen keinerlei Einfluss. Denn nicht die Beutegreifer machen diesen Arten das Überleben zunehmend schwer, sondern fehlender Lebensraum, fehlende Nahrung, Pestizideinsatz und auch klimatische Veränderungen. 

Doch sobald die Bestände in einer bestimmten "Hegegemeinschaft" eine zuvor festgelegte Marke überschreiten, leitet der Jäger daraus sein "Recht" ab, die zuvor mit viel Mühe hochgepäppelten Bestände ab sofort wieder zu bejagen - sozusagen als Lohn für seine Mühen. In diesem Zusammenhang möchten wir eines klarstellen: auch in Revieren, in denen Feldhase oder Rebhuhn wie oben beschrieben intensiv "gehegt" werden, rechtfertigen die Bestände eigentlich keine Bejagung - auch dort gibt es nicht zu viele der genannten Tiere, sondern im besten Fall gerade so viele, dass der Abschuss einzelner Exemplare nicht gleich den gesamten Bestand auslöschen würde.

Jäger möchten in der Öffentlichkeit gerne als Natur- und Artenschützer wahrgenommen werden. Und so weist der hessische Jagdverband darauf hin, dass seit dem Jahr 2020 lediglich 3 Rebhühner von Jägern erlegt wurden - und möchte diese "Zurückhaltung" als Beitrag zum Artenschutz verstanden wissen. Auf der anderen Seite äußerte der hessische Jagdverband bei Bekanntwerden der Pläne für ein Jagdverbot auf bedrohte Arten umgehend seine Befürchtungen, dass sich für Niederwildreviere künftig kaum noch Jagdpächter finden würden. Denn warum sollten die Jäger Zeit und Geld in die Hege bedrohter Arten investieren, wenn ihnen der eigentliche Sinn hinter den ganzen öffentlichkeitswirksam als Artenschutz beworbenen "Hegemaßnahmen", nämlich der Abschuss der "gehegten" Tiere verwehrt würde? 

Offensichtlich geht es letztlich also doch nur ums Töten - auch wenn unsere jagenden "Natur- und Artenschützer" das nicht gerne hören. 

https://www.pirsch.de/news/duerfen-hessische-jaeger-weiter-auf-den-feldhasen-waidwerken-36258

Pro Fuchs Hessen ruft nun dazu auf, sich an einer Protestaktion zu beteiligen, die sich an die Grünen im hessischen Landtag richtet. Beteiligen auch Sie sich an dieser Aktion und teilen Sie der Landtagsfraktion der Grünen mit, was Sie von diesm neuerlichen Einknicken vor der Jagdlobby halten. Hier noch der Link zu den Kontaktdaten:

https://hessischer-landtag.de/content/b%C3%BCndnis-90die-gr%C3%BCnen?fbclid=IwAR0lgul1t6TAkxKK8gR-zzeFEt5JxHv3JwtiypK3rYe2OK_BZLnpBx81JaU

 

 

Oktober 2022

Wie die Veterinärin des Heidelberger Zoos Anwohnern in einem aktuellen Schreiben mitteilt, sollen auf dem Zoo-Gelände am Donnerstag, dem 20.10 und am Dienstag, dem 25.10 jeweils zwischen 18.00 und 20.00 Uhr Füchse bejagt werden. Auf der einen Seite unter dem Deckmantel des Artenschutzes exotische Tiere zur Schau zu stellen und gleichzeitig zur Jagd auf einheimische Tiere zu blasen, kommt in der Bevölkerung nicht gut an, es hagelt Protest. Zumal die Bejagung des Fuchses - ob nun innerhalb von Zoos oder außerhalb - erwiesenermaßen überflüssig und kontraproduktiv ist und sich diese Erkenntnis auch in der Bevölkerung immer weiter durchsetzt.

Auch Sie können sich an diesem Protest beteiligen, indem Sie Ihre Meinung auf der Facebook-Seite des Zoos kundtun (https://www.facebook.com/profile.php?id=100064644731480) oder sich direkt an den Zoo wenden ((info@zoo-heidelberg.de, marketing@zoo-heidelberg.de). Ein Musterschreiben finden Sie auf der Seite von Wildtierschutz Deutschland:

 https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/protest-zoo-heidelberg-fuchsjagd?fbclid=IwAR07Nip9Ma-qFRZBoPC9UY1c0hoivgt_63BfhvCMeee2MYIqcDyAxRKafc8

 

 

Oktober 2022

Am vergangenen Mittwoch wählte der saarländische Landtag den Präsidenten der Tierärztekammer, Dr. Anrnold Ludes, zum neuen Tierschutzbeauftragten. Der Tierschutzbeauftragte berät sowohl die Landesregierung als auch Tierschutzbehörden in Tierschutzfragen und ist Ansprechpartner für Bürger und Tierschutzorganisationen. Schon im Vorfeld gab es massive Kritik an der Personalie Ludes seitens verschiedener Tierschutzorganisationen - denn Dr. Arnold Ludes ist nicht nur Präsdident der Tierärztekammer, sondern auch passionierter Jäger und als solcher aus Sicht des Tierschutzes denkbar ungeeignet für dieses Amt. Doch trotz dieser Proteste votierten bei der offenen Abstimmung alle anwesenden Abgeordneten für Dr. Ludes.

Bereits in seinem ersten Radio-Interview zeigt der neue Tierschutzbeauftragte, wie ungeeignet er für sein neues Aufgabengebiet ist. Angesprochen auf die umstrittene Schliefenanlage in Neunkirchen gibt er zu, dass er zwar keine Schliefenanlagen kenne und ihm die Abläufe auch nicht geläufig seien - trotzdem geht er davon aus, dass die Schliefenanlage in Neunkirchen nicht tierschutzwidrig sein muss - solange dort "handwerklich sauber" gearbeitet würde. Und dass dem so sei, hätten ihm seine Jagdkollegen versichert. Da er zu den Schliefenanlagen ansonsten nicht viel beitragen kann, wechselt er lieber das Thema und erzählt von der Gatterjagd - in diesem Bereich hat er offensichtlich mehr Erfahrung . Bei der Gatterjagd werden Hunde in einem eingezäunten Bereich an lebenden Wildschweinen trainiert - ein massiver Stress für die Wildschweine. Dr. Lüdes sieht das allerdings anders: er behauptet sogar, dass die Wildschweine "amüsiert" seien und "froh, dass ihnen etwas Abwechslung" geboten werde. Ähnlich werde es sich seiner Meinung nach auch mit den Füchsen in Schliefenanlagen verhalten. 

Das erklärte Ziel von Dr. Ludes ist es, das "Image der Jäger als Feindbild in der Gesellschaft zu beseitigen" - hier steht also ganz offensichtlich nicht der Tierschutz im Vordergrund, sondern der Schutz der Jagd. 

Mittlerweile wurde eine Petition gestartet, die die sofortige Abberufung von Dr. Ludes fordert. Die Petition kann unter folgendem Link unterschrieben werden:

https://www.change.org/p/nein-zu-jagd-lobbyismus-im-amt-des-tierschutzbeauftragten

Und hier noch der Link zum Radiointerview mit Dr. Lüdes:

https://www.sr.de/sr/sr3/themen/politik_wirtschaft/arnold_ludes_neuer_tierschutzbeauftragter_saarland_interview_100.html?fbclid=IwAR3jtdGfPfVzt4dM33amYh5N4Ks8LzOFU_aqykBW4xjVncU1iqGQMYwpZGE

 

 

Oktober 2022

Und wieder wurde ein Jäger zum Mörder - vor wenigen Tagen wurde in Weitlingen (Bayern) ein 33-jähriger Mann von seinem Nachbarn, einem Jäger erschossen. Der Täter war schon vor der Tat immer wieder unangenehm aufgefallen, von den Menschen am Ort wird er als "schwieriger Charakter" beschrieben, viele Nachbarn hatten Ärger mit ihm. Besonders abgesehen hatte er es aber wohl auf den fünffachen Familienvater, den er jetzt kaltblütig erschossen hat. Nach der Tat flüchtete der Jäger in ein Waldstück und nahm sich dort selbst das Leben. Wie die Schwester des Mordopfers berichtet, gab es in der Vergangenheit immer wieder Morddrohungen seitens des Täters - auch die Kinder des Opfers wurden mehrmals mit derartigen Drohungen konfrontiert. Die Angehörigen erheben nun schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Die Hinterbliebenen fragen sich zu Recht, warum die Behörden, die laut Medienberichten über die Morddrohungen informiert waren, hier nicht früher eingegriffen haben und der Jäger zum Zeitpunkt der Tat immer noch völlig legal im Besitz seiner Waffen und einer gültigen Jagderlaubnis war. Erschwerend kommt hinzu, dass schon ein Vorfall im Jahr 2020  zum Verlust der Jagderlaubnis und zum Einzug sämtlicher Waffen hätte führen müssen: damals hatte der offensichtlich gewaltbereite Jäger mit Pfeil und Bogen auf einen Menschen geschossen. Der Mann war also alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. 

https://www.rtl.de/cms/jaeger-erschiesst-fuenffach-vater-nachbarschaftsstreit-in-weiltlingen-eskaliert-das-sagt-die-familie-5010800.html

 

 

Oktober 2022

Als die Satire "Halali oder der Schuss ins Brötchen" mit dem engagierten Tierschützer Gert Haucke  1995 im ZDF ausgestrahlt wurde, war die Fernsehkritik begeistert. Bei den Vertretern der Jagd löste die Ausstrahlung hingegen erbitterten Widerstand aus, es folgte eine massive Protestwelle seitens der Jägerschaft, der Film verschwand für lange Zeit in den Archiven der Fernsehsender. Erst das Internet machte die Satire wieder öffentlich zugänglich. Leider hat sich an den im Film beschriebenen Zuständen bis heute nichts geändert, der Film ist also immer noch genauso aktuell wie im Jahr 1995.

Sie können sich diese äußerst sehenswerte Satire unter folgendem Link ansehen:

https://www.veoh.com/watch/v20950414Tt9hsf5Z

Wie Wildtierschutz Deutschland in einer Pressemitteilung berichtet, musste der Autor und Regisseur Joachim Roering bei diesem Projekt übrigens auch nicht allzu sehr übertreiben: jede Szene stützt sich auf einen Vorfall, der tatsächlich so geschehen ist, der Regisseur musste diese Einzelgeschichten nur noch in eine zusammenhängende Handlung einbauen.

https://www.fachzeitungen.de/pressemeldungen/der-jagd-ein-gesicht-geben-halali-oder-der-schuss-ins-broetchen-1037296/

 

Okotober 2022

Seit etwa einem Jahr gehört die Mittelbayerische Zeitung nun zur Mediengruppe Bayern. Seitdem hat sich sowohl für die Leser als auch für die Mitarbeiter einiges geändert. Ein Beitrag auf BR 24 versucht, die Veränderungen zu ananlysieren:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/ein-jahr-nach-uebernahme-so-ist-die-mittelbayerische-heute,TIvaHuH

Die Übernahme hat der Zeitung offensichtlich nicht gut getan, viele Mitarbeiter, vor allem jüngere, haben gekündigt, das - schon vorher nicht sehr hohe Niveau der Zeitung - ist weiter gesunken. Vor allem fällt seit der Übernahme eine extreme Einseitigkeit bei den Themen Tierschutz und Jagd auf. Während vor der Übernahme regelmäßig auch Tierschützer zu Wort kamen - hier ist vor allem H. Seidl von den "Menschen für Tierrechte Regensburg" zu nennen, der in der Rubrik "Aussenansichten" regelmäßig die Gelegenheit bekam, den Finger in so manche offene Wunde zu legen und mit seinen Denkanstößen immer wieder heftige Diskussionen ausgelöst hat, die zu diesem Zeitpunkt auch noch über Leserbriefe ausgetragen werden konnten - findet das Thema Tierschutz seit der Übernahme in der Mittelbayerischen Zeitung eigentlich nicht mehr statt. Dagegen wird über das Thema Jagd sehr gerne und sehr ausführlich berichtet - allerdings grundsätzlich nur einseitig positiv, andere Meinungen werden nicht mehr veröffentlicht, auch die Wahrscheinlichkeit, einen jagdkritischen Leserbrief veröffentlichen zu können, tendiert gegen Null.

So war auch in der vergangenen Wochenendausgabe wieder eine ganze Seite für derartige Jagdpropaganda reserviert. Ausführlich kam die amtierende Jagdkönigin Lisa Müller zu Wort, die es "für den Wahnsinn" hält, wieviel Wissen man bei einem Jagdkurs über Natur, Wald, Baumarten und Wildtiere aneignet. Kritik von Tierschützern kann sie nicht nachvollziehen - ihrer Auffassung nach sind Jäger die einzig wahren Natur- und Tierschützer. Sie behauptet, dass die Tiere "in der Regel" sofort tot seien und macht Werbung für Wildfleisch als "gesundes Nahrungsmittel". Kritische Themen wie die Prädatorenjagd, die Fallen- und Baujagd, das Züchten und Aussetzen von Tieren zu Jagdzwecken oder auch die vielen schwarzen Schafe in den eigenen Reihen werden von ihr lieber gar nicht erst angesprochen - und die Zeitung hakt hier auch nicht nach. Die Dame kann ungehindert Jagdpropaganda unters Volk bringen und selbst bei Aussagen, die sich mühelos widerlegen lassen, muss die Jagdkönigin keine kritischen Nachfragen befürchten.

Auf der gleichen Seite wurde dann auch noch der Beitrag "Jagdhelfer auf vier Pfoten" veröffentlicht. Hier folgt man dem gleichen Schema: der treue Jagdhund, der den Jäger bei seinem edlen Waidwerk unterstützt. Kein Wort zu der oft immer noch sehr harten Ausbildung dieser Hunde, die mit unserem Tierschutzgesetz vielfach nicht vereinbar ist oder die lebensgefährlichen und ebenfalls tierquälerischen Einsätze in Fuchs- oder Dachsbauten. Statt dessen das Foto eines Hundes, der glücklich und zufrieden einen Fuchs apportiert. Auch  hier keinerlei kritische Anmerkungen. 

Auch wenn die Aussicht auf eine Veröffentlichung gering ist, haben wir dennoch einen Leserbrief an die Zeitung geschickt. Sie können ihn auch hier unter der Rubrik Leserbriefe nachlesen.

 

 

Oktober 2022

Vor wenigen Tagen hat Wildtierschutz Deutschland eine Petition an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir gestartet, deren Ziel es ist, die Hobbyjagd endlich abzuschaffen. 

Die Forderungen:

  • Jagdstopp in sämtlichen europäischen Schutzgebieten

  • Keine Jagd auf gefährdete Tierarten (Rote Liste ab Vorwarnstufe)

  • Keine Jagd auf Großraubtiere wie Luchs oder Wolf

  • Keine Jagd auf Beutegreifer wie Fuchs, Dachs, Goldschakal und Co.

  • EU-weites Verbot von tierquälerischen Jagdmethoden (Fallenjagd, Baujagd, Bogenjagd u.a.)

  • Streichung aller Vogelarten aus dem Katalog der jagdbaren Arten

  • Schluss mit der Hobbyjagd

Die Petition kann unter folgendem Link unterschrieben werden:

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/petition-hobbyjagd-abschaffen

 

 

September 2022

Den Jagdfasan gibt es in Europa schon lange - bereits die alten Römer importierten Jagdfasane aus Vorderasien und hielten die Vögel als Nahrungsquelle. Wegen ihres auffälligen Gefieders wurden sie an europäischen Fürstenhöfen immer beliebter, es entstanden die ersten Fasanerien und Volieren. Zum Wildvogel wurde der Fasan aber erst im 18. Jahrhundert, als Jäger den buntgefiederten Vogel zu Jagdzwecken auswilderten. Noch heute erfreut sich die Jagd auf Fasane großer Beliebtheit. 

Das Problem: der aus Asien stammende Fasan bildet bei uns offensichtlich keine langfristig selbsttragenden Populationen. Zwar ist der Bestand im Moment nicht gefährdet - was aber vor allem daran liegt, dass Fasane seit ihrer ersten Auswilderung im 18. Jahrhundert Jagdsaison für Jagdsaison in großer Zahl nachgezüchtet und in den Jagdrevieren ausgesetzt werden. Diese gezüchteten Jagdfasane sind in keiner Weise auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet. Um den späteren Jagderfolg nicht zu gefährden, sind - wie es in der Jägersprache heißt - intensive "Hegemaßnahmen" nötig: zu diesen Hegemaßnahmen gehört etwa das Füttern der ohne fremde Hilfe kaum überlebensfähigen Tiere. Weitaus schlimmer ist die gnadenlose Verfolgung jeglicher Beutegreifer - die sog. "Hege mit der Flinte". Zahllose Füchse, Katzen oder wer auch immer dem Jäger seinen Jagderfolg streitig machen könnte, werden zum "Schutz" der Fasane teils auf äußerst grausame Weise getötet. Und wozu? Damit der Jäger, der sich diese Fasane zum eigenen Jagdvergnügen gekauft hat, die Tiere in der nächsten Jagdsaison in möglichst großer Zahl selbst abschießen kann. 

All das kommt in der Öffentlichkeit nicht gut an. Gerade die Jagd auf speziell zu Jagdzwecken gezüchtete Tiere gerät immer wieder in die Kritik. Unter anderem auch deshalb, weil diese Praxis die üblichen Rechtfertigungsversuche der Jägerschaft für ihr umstrittenes Hobby wie ein Kartenhaus zusammenfallen lässt. Denn die Jagd auf gezüchtete Tiere ist weder Bestandsregulierung, noch aktiver Natur- oder Artenschutz und auch kein Ausdruck von Naturverbundenheit. Auch zum Verzehr ist Fasanenfleisch nur bedingt geeignet: nach wie vor wird bei der Fasanenjagd gerne Bleischrot eingesetzt - und so ist das Fleisch der Vögel selbst nach der mühsamen Entfernung der vielen Schrotkugeln noch immer so stark mit Blei belastet, dass vom Verzehr abgeraten werden muss. Somit bleibt als einziges Motiv für die Fasanenjagd eigentlich nur noch die Lust am Töten übrig.

https://www.yumda.de/news/1177438/fasanenfleisch-das-als-lebensmittel-verkauft-wird-enthaelt-viele-winzige-splitter-von-giftigem-blei.html

Umso ärgerlicher, dass Jäger immer noch die Möglichkeit erhalten, das Auswildern dieser Zuchtfasane medienwirksam als "aktiven Naturschutz" zu verkaufen. Der nachfolgend verlinkte Beitrag ist auf der offiziellen Seite der Stadtverwaltung Bad Soden zu finden:

https://www.bad-soden.de/fuer-die-buerger/aktuelles/fasane-ausgewildert/?fbclid=IwAR2dAR3xsxk6LvMUTPaWhRlyGB0W-Vp39sakTtDegXlP0ZbxBi7wd52FJk4

Wie dem Beitrag zu entnehmen ist, wurden in Bad Soden die Kita-Kinder gleich zweier Kindergärten für übelste Jagdpropaganda missbraucht. Die Kinder durften dabei zuschauen, wie ein Geflügelzüchter gemeinsam mit dem Jagdpächter 30 Jagdfasane "in die Freiheit" entließ. Die Kinder sollen von dem Spektakel so begeistert gewesen sein, dass "sie spontan applaudierten". Anschließend ergriff der Jagdpächter, der die Meinung vertritt, dass "der usprünglich aus Asien stammende Hühnervogel in die Bad Sodener Fauna und Flora gehört", die Gelegenheit, Stimmung gegen Fuchs, Waschbär und Uhu zu machen, die den Fasan allesamt "gerne auf dem Speiseplan" hätten. Zum Schluss versprach der Jäger den Kindern noch, dass er und seine Jagdfreunde sich bemühen werden, "die Zahl dieser Feinde zu begrenzen".

Dass Jäger auch ganz gerne Fasane töten, wurde den Kindern offensichtlich nicht gesagt.

So manipuliert man Kinder, die aufgrund ihres Alters noch gar nicht in der Lage sind, das Gehörte richtig einzuordnen und auch kritisch zu hinterfragen. Eigentlich müsste das dem pädagogischen Personal auch klar sein. Aber wenn zum Ende der Veranstaltung vom Jagdpächter ein Scheck in Höhe von 750,-- Euro für jede Kita winkt, nimmt man diese Manipulation wohl gerne in Kauf.

Leider ist Bad Soden kein Einzelfall - die Unsitte, dass Jäger Kindergarten- und Grundschulkinder durch derartige Veranstaltungen zu manipulieren versuchen, greift immer mehr um sich. Hier ein Link zu einem Beitrag, der deutlich macht, in welch erschreckendem Ausmaß diese Praxis bereits um sich gegriffen hat, wie unreflektiert der Einsatz der Jäger als "außerschulische Experten" vielerorts üblich ist und mit welch perfiden Mitteln Jäger versuchen, Kinder und auch Lehrer in ihrem Sinne zu beeinflussen. So sind Jäger regelmäßig auf der Bildungsmesse didacta vertreten und können dort ungestört ihr Propagandamaterial verteilen. Und in manchen Bundesländern wie etwa in Bayern organisieren die Jagdverbände sogar "Fortbildungen" für Lehrer und sorgen so dafür, dass die eigenen Ideologie zunehmend auch in den regulären Unterricht getragen wird. 

http://www.rotorman.de/auf-propaganda-tour-durch-schulen-und-kindergaerten-jaegerlatein-als-unterrichtsfach/

 

 

September 2022

Jedes Jahr werden in Deutschland im Rahmen des "Jagdschutzes" mehrere tausend Katzen von Jägern getötet - genaue Zahlen gibt es nicht, weil Jäger nicht verpflichtet sind, einen solchen Katzenabschuss zu melden. Und so verschwinden die Katzen einfach und die betroffenen Familien erfahren niemals, was mit ihrer Katze geschehen ist. In Deutschland gilt eine Katze bereits dann als "wildernd", wenn sie sich - je nach Bundesland - mehr als 200 bis 500 Meter von einem Wohngebäude entfernt. Wird also eine Katze in der entsprechenden Entfernung angetroffen, darf sie nach wie vor völlig legal vom Jäger getötet werden. Auch der Katzenabschuss wird von Jägerseite mit den immergleichen Argumenten von Niederwild- und Bodenbrüterschutz zu rechtfertigen versucht. Doch wie beim Fuchs oder anderen Beutegreifern halten die "Argumente" einer näheren wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. 

Vor wenigen Tagen wurde nun eine Petition gestartet, die sich mit der Forderung, den Katzenabschuss endlich zu verbieten, an den Landwirtschaftsminister Cem Özdemir wendet. Die Petition kann unter folgendem Link unterschrieben werden:

https://www.change.org/p/anonymes-abschlachten-von-katzen-jagd-cem-oezdemir

 

 

September 2022

Nach wie vor werden Fasane in großem Stil zu Jagdzwecken gezüchtet und ausgesetzt. Zwar gibt es mittlerweile ein paar gesetzliche Regelungen in diesem Bereich, die für mehr Tierschutz sorgen sollen - leider existieren diese Regeln viel zu oft nur auf dem Papier.

Denn wie "kreativ" Jäger solche Gesetze dann in der Praxis auslegen - falls sie sie überhaupt zur Kenntniss nehmen - zeigt folgender Beitrag über die nach wie vor gängige Praxis des Züchtens und Aussetzens von Fasanen zu Jagdzwecken. Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2019 - die beschriebenen Zustände dürften auch im Jahr 2022 sowohl in Österreich als auch in Deutschland noch gängige Praxis sein.

https://www.facebook.com/tierrechtedemokratie/videos/388338668764709/

September 2022

Dag Frommhold und Daniel Peller beschäftigen sich seit vielen Jahren intensiv mit Füchsen und setzen sich für deren Schutz und ein Ende der grausamen und überflüssigen Fuchsjagd ein. Nun ist ihr erstes gemeinsames Buch erschienen: "Die Weisheit der Füchse". Das Buch gewährt berührende Einblicke in das Sozialleben der intelligenten Tiere und widerlegt gleichzeitig so manches - hauptsächlich von Jägerseite unters Volk gebrachte - Vorurteil. Das Buch ist jedem Tier- und Naturfreund wärmstens zu empfehlen.

Ebenso empfehlenswert ist ein Beitrag im BR in der Reihe "Habe die Ehre", in dem Daniel Peller eine Stunde lang aus dem Alltag der Füchse erzählen durfte. Nachzuhören ist der Beitrag unter folgendem Link:

https://www.br.de/mediathek/podcast/habe-die-ehre/die-weisheit-der-fuechse-mit-daniel-peller/1861697

 

September 2022
Mit einem Eilantrag an den Kreistag fordert die AFD in Bautzen die Änderung des Tierseuchenkrisenplans: um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest einzudämmen, sollen künftig nicht nur Wildscheine noch intensiver bejagt werden, sondern auch Beutegreifer und Raubvögel. Vor allem Füchse, Wölfe und Rabenvögel macht die AFD für die Ausbreitung der ASP verantwortlich. Die AFD behauptet, Fleisch- und Aasfresser würden die Seuche verbreiten. Dieser These allerdings widersprechen die Experten vom für die Seuchenbekämpfung zuständigen Friedrich-Löffler-Instituts - wisssenschaftliche Untersuchungen belegen eindeutig, dass die Fleisch- und Aasfresser das Virus nicht ausscheiden und somit nicht zur Ausbreitung der Seuche beitragen. Im Gegenteil: Wolf, Fuchs und Rabenvögel spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der ASP. Sie beseitigen infizierte Wildschweinkadaver und sorgen so dafür, dass sich die ASP nicht noch schneller ausbreiten kann.

Doch obwohl die Faktenlage eindeutig ist, wird das unsinnige Projekt offenbar auch vom CDU-Landrat vor Ort unterstützt. Laut Medienberichten liegt der Verdacht nahe, dass mit dieser Aktion durch die Hintertür die Bejagung des Wolfes forciert werden soll - ein erklärtes Ziel sowohl des CDU-Landrats als auch der AFD. 

https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/sachsen/wegen-der-schweinepest-afd-macht-jagd-auf-herrn-fuchs-und-frau-elster-2073590?fbclid=IwAR2KlDo7xVAfDCrnEMqN731cyR0nuc7pMlI60xZjK_CV65rpdIip4DwOxVY

 

 

September 2022

Auch dieser Schuss ging wohl daneben: ein 56-jähriger Jäger wartete auf seinem Hochsitz auf Beute. Als plötzlich ein Wildschwein aus dem angrenzenden Maisfeld lief, gab der Jäger einen Schuss ab. Er verfehlte sein Ziel und brachte durch seinen Schuss einen 39-jährigen Landwirt und dessen 4-jährigen Sohn in Lebensgefahr: die Kugel traf statt des Wildschweins einen Maishäcksler, in dessen Fahrerkabine sich der Landwirt und sein Sohn befanden. Der Landwirt verlor daraufhin verständlicherweise die Nerven und ging auf den Jäger los. Dieser kann die Reaktion des Landwirts offensichtlich nicht nachvollziehen: statt sich für sein fahrlässiges Verhalten zu entschuldigen, erstattete der Jäger Anzeige gegen den Landwirt wegen Körperverletzung.

Auch gegen den Jäger wird mittlerweile ermittelt, er musste vorübergehend seine Waffe und seinen Jagdschen abgeben. Doch während die Anzeige gegen den Landwirt von Polizei und Staatsanwaltschaft bearbeitet wird, wurden die "Ermittlungen" gegen den Jäger an die zuständige Jagdbehörde abgegeben. Auch diese Jagdbehörde dürfte überwiegend mit Jägern besetzt sein - und so muss leider auch in diesem Fall davon ausgegangen werden, dass dem Schützen keine ernsthaften Konsequenzen drohen. Bleibt zu hoffen, dass auch die Staatsanwaltschaft ein Einsehen hat und auch die Anzeige gegen den Landwirt umgehend einstellt.

https://www.mopo.de/im-norden/meck-pomm/wildschwein-jaeger-schiesst-versehentlich-auf-haecksler-fahrer-und-seinen-sohn/

 

 

September 2022

Und wieder einmal wurden Anwohner durch die Jagdausübung extrem gefährdet: eine Familie aus dem Kreis Kaiserslautern hörte am vergangenen Sonntagabend einen lauten Knall, konnte sich zunächst aber keinen Reim darauf machen. Umso größer der Schock am nächsten Morgen, als die Familie ein Einschussloch in einem Fenster und eine Kugel mitten im Zimmer der 13-jährigen Tochter findet. 

Was dann geschieht, ist leider typisch für derartige Vorfälle. Die Familie informiet die Polizei.

Die Polizei schaut sich den Tatort an und weiß auch relativ schnell, woher die Kugel mit hoher Wahrscheinlichkeit stammt. So ist einem Bericht auf SWR aktuell folgende Einschätzung zu entnehmen:

"Da das Haus in der Verbandsgemeinde Weilerbach am Rande eines Feldes liegt und sowohl Waldstücke in der Nähe sind als auch mehrere Hochsitze, geht die Polizei nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich bei dem Geschoss um das Projektil aus einem Jagdgewehr handelt."

und weiter:

"Nach den bislang durchgeführten Ermittlungen gibt es aktuell keine Anhaltspunkte, die einen anderen Schluss zuließen."

Mit dieser Einschätzung ist die Angelegenheit für die Polizei offensichtlich erledigt, weitere Ermittlungen sind wohl nicht geplant. Stattdessen gibt die Polizei das "Ordnungswidrigkeitsverfahren" an die zuständige Jagdbehörde der Kreisverwaltung Kaiserslautern ab. Da diese Jagdbehörden überwiegend mit Jägern und auf Kreisebene oft genug sogar mit persönlich bekannten Jagdfreunden besetzt sind, wird auch dieser Vorfall vermutlich keine Konsequenzen für den Täter haben.

Bleibt die Frage, ob es auch der Tod des Mädchens als "Ordnungswidrigkeit" behandelt worden wäre oder ob es in diesem Fall doch zu polizeilichen Ermittlungen gekommen wäre. Denn dass in diesem Fall nicht mehr passiert ist, ist vor allem dem glücklichen Umstand geschuldet, dass sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe niemand im Kinderzimmer aufgehalten hat.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/geschoss-aus-waffe-landet-in-kinderzimmer-in-weilerbach-kreis-kaiserslautern-100.html

 

 

September 2022

Wie bereits berichtet, wollte der Deutsche Jagdverband vor kurzem wissen, wie oft Jäger den sicheren Umgang mit der Waffe auf einem Schießstand trainieren. Ende August wurden die Ergebnisse der Befragung veröffentlicht - und obwohl die Zahlen bei objektiver Betrachtung alles andere als zufriedenstellend sind - etwa 50% der Jäger gehen gar nicht oder maximal einmal pro Jahr zum Schießtraining - beurteilte der Deutsche Jagdverband die Zahlen so: "Regelmäßiges Schießtraining ist Standard" und: "Jägerinnen und Jägern ist der sichere Umgang mit der Waffe sehr wichtig". 

Doch trotz aller Beteuerungen, wie verantwortungsbewusst und auf Sicherheit bedacht Jäger doch seien, reißt die Serie tödlicher "Jagdunfälle" nicht ab:

Bei Ehingen in Baden-Württemberg hat sich am vergangenen Montag ein Jäger während eines gemeinsamen "Kontrollganges" mit Jagdkollegen versehentlich selbst erschossen. Warum sich der Schuss gelöst hat, ist noch nicht geklärt.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/jagdunfall-bei-ehingen-52-jaehriger-stirbt-an-schuss-aus-eigener-waffe-100.html
Ein weiterer Jäger wurde in Hilpoltstein, Bayern  - ebenfalls am vergangenen Montag - tot in einem Waldstück aufgefunden. Auch in diesem Fall geht die Polizei von einem "tragischen Jagdunfall" aus, auch dieser Jäger hat sich wohl versehentlich selbst erschossen.

https://www.donaukurier.de/lokales/landkreis-roth/tragischer-unfall-jaeger-durch-schuss-toedlich-verletzt-6601401

Zumindest diese beiden scheinen den sicheren Umgang mit Waffen nicht oft genug trainiert zu haben - leider stellen solche Jäger nicht nur für sich selbst eine Gefahr dar, sondern auch für jeden, der sich zufällig in der Nähe befindet, wenn sich wieder einmal ein Schuss "versehentlich" löst...

 

 

September 2022

Am 3. September organisierte der LPV GG (Landschaftspflegeverband Groß-Gerau) in enger Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kreisjägerverein eine Informationsveranstaltung zum Thema "Prädatorenmanagement im heutigen Naturschutz". Sofort nach Bekanntwerden des Termins auf Facebook meldeten sich auch Vertreter des Vereins "Wildtierschutz Deutschland, Sektion Hessen" ordnungsgemäß für die Veranstaltung an. Einen Tag vor dem Termin kam dann völlig überraschend die Absage an die Wildtierschützer, Gründe für die Absage wurden nicht genannt. Eine erneute, private Anmeldung wurde ebenfalls abgelehnt. Da es sachliche und berechtigte Gründe geben muss, um Teilnehmer von einer öffentlichen Veranstaltung ausschließen zu können, waren Vertreter von "Wildtierschutz Hessen" am 3. September trotzdem vor Ort - aber ihnen wurde weiterhin die Teilnahme an der Veranstaltung verwehrt, als Begründung wurde ihnen gesagt, sie würden "auf einer Liste stehen". Auf einer Liste unerwünschter, jagdkritischer Wildtierschützer, die das eigentliche Ziel der Veranstaltung, weitere Förderer für das umstrittene Zowiak-Projekt zu gewinnen, durch unbequeme Fragen und wissenschaftliche Fakten gefährden könnten?

https://www.facebook.com/ProFuchsHessen/photos/a.112370153730213/614925183474705/
Hier noch der Link zu dem Beitrag, der wohl letztlich dazu geführt hat, dass Vertreter von Wildtierschutz Deutschland bei dieser Veranstaltung nicht erwünscht waren.

https://www.he-wildtierschutz.de/post/zowiac-invasive-arten-jagdverband?fbclid=IwAR0gXjbb29U99EMEJFVFhuysnaYfSP8RIVaOaljXr8m87SEuaoayGG80p9M

 

September 2022

Der Deutsche Jagdverband wollte wissen, wie oft Jäger ein Schießtraining absolvieren und führte daher eine Mitgliederbefragung durch. Das Ergebnis ist ernüchternd: 6% der Jäger halten ein Schießtraining grundsätzlich für überflüssig. 41% der Befragten nimmt zumindest 1-2x pro Jahr ein einem Schießtraining teil, weitere 20% nach eigenen Angaben 3-4x im Jahr. Nur 33% der Befragten ist mehr als 4x im Jahr auf einem Schießstand anzutreffen. Wie weit die Realitätsverweigerung beim Deutschen Jagdverband bereits fortgeschritten ist, zeigt die Bewertung dieser offensichtlich katastrophalen Zahlen. Das Ergebnis dieser Mitgliederbefragung wird nämlich unter folgender Überschrift präsentiert: "Regelmäßiges Schießtraining ist Standard". Und weiter heißt es: "Jägerinnen und Jägern ist der sichere Umgang mit der Waffe sehr wichtig. Im Schnitt üben sie 3-mal jährlich auf dem Schießstand." 

https://www.facebook.com/Jagdverband/posts/pfbid02w9nPAuFPsHBthTDeT3z7JUnBf5VmLczbp57Hko3Q6fjFaa529J2A1SUAkD1o9fs7l

Interessant sind auch die Kommentare unter dem Beitrag. So ist zumindest in Niedersachsen wohl mittlerweile ein Schießübungsnachweis vorgeschrieben. Und das führt nun dazu, dass vermehrt Jäger, die seit Jahren kein Schießtraining mehr absolviert haben, auf den Schießständen anzutreffen sind. Deren Können wird von (nichtjagenden) Schützen unter anderem so beschrieben: 

..."was Sie da teilweise in der Waffenhandhabung zu sehen bekommen ? da ist von abenteuerlich bis lebensgefährlich alles dabei"

oder ein anderer Kommentar:

"Ich war vor einigen Wochen auch auf dem Stand, als so eine Truppe geschossen hat. Ich war froh, dass ich da lebend raus gekommen bin."

 

September 2022

Und wieder kam es bei einer Erntejagd zu einem lebensgefährlichen Zwischenfall: mehrere Jäger hatten sich Ende August bei Rüdesheim rund um ein Maisfeld positioniert - bereit, auf die während der Ernte aus dem Feld flüchtenden Tiere zu schießen. Dabei durchschlug eine Kugel die Fahrerkabine eines Häckslers, die Kugel verfehlte den Erntehelfer nur um wenige Zentimeter. Der Mann erlitt ein "Knalltrauma", gegen den Schützen wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Da aufgrund des Einschusswinkels davon auszugehen ist, dass der Schuss ohne den erforderlichen Kugelfang abgegeben worden ist, wird außerdem gegen den Jagdleiter ermittelt.

https://djz.de/jaeger-verfehlt-erntehelfer-nur-um-zentimeter/?fbclid=IwAR0jhA9ib1zwrodCsYwdXQmuv1RRJduQdMhbnHgbjby80APzyxUXOmGmvQg

 

September 2022

Jahrelang arbeiteten die großen Naturschutzverbände wie BUND und NABU eng mit den Jägern zusammen und vertraten zunehmend die gleichen Positionen. Was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass sich viele Jäger in diesen Verbänden engagieren und so versuchen, Kritik an der gängigen Jagdpraxis gar nicht erst aufkommen zu lassen. In der Vergangenheit entstand angesichts dieser offenkundigen Nähe zur Jägerschaft immer wieder Unmut bei den zahlenden Mitgliedern. Die Wahl eines aktiven Jägers an die Spitze des NABU wurde heftig diskutiert und stieß bei vielen Mitgliedern auf wenig Begeisterung.

Nun scheint hier langsam ein Umdenken einzusetzen: nachdem sich in den vergangenen Monaten immer mehr Ortsvereine des NABU von der Fuchsjagd distanziert haben und nun immer lauter ein Ende der Bejagung des intelligenten Beutegreifers fordern, gerät jetzt auch die Krähenjagd bei den Naturschützern in die Kritik. Behörden und Jäger versuchen die Krähenjagd immer noch mit dem Singvogel- und Bodenbrüterschutz sowie Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen zu rechtfertigen. Ein Vertreter des NABU Niedersachsen bezeichnet diese Argumente in einem Beitrag in der "taz" nun völlig zu Recht als "veraltet und wissenschaftlich längst widerlegt". Weiterhin bezeichnet er die Krähenjagd als "sinnlos und unethisch". 

Erstaunlich deutliche Worte vom NABU - es scheint, als ob den Jägern die letzten Verbündeten abhanden kommen würden.

https://taz.de/Jagd-auf-Kraehen/!5875197/

 

 

September 2022

In Cuxhaven attackierte am vergangenen Sonntag ein 84-jähriger, offenbar dementer Mann wiederholt seine Frau - diese flüchtete sich zuerst zu ihrem Sohn und informierte schließlich die Polizei. Nachdem die Ehefrau die Polizei darauf hingewiesen hatte, dass ihr Mann als "Jagdberechtigter" im Besitz mehrere Schusswaffen samt Munition ist, übernahm das SEK Hannover den Fall - die Sondereinsatzkräfte konnten den Mann überwältigen und diverse Waffen sicherstellen. Trotz seiner offensichtlich bekannten Demenz war der Mann noch im Besitz einer gültigen Jagderlaubnis und einer - laut Medienberichten - "gefährlichen Sammlung an Waffen" gewesen. 

Doch obwohl es immer wieder zu derartigen Vorfällen kommt, sträubt sich die Jagdlobby nach wie vor erfolgreich gegen die Einführung einer Altersbeschränkung bei Jägern oder einer regelmäßigen Überprüfung der psychischen Eignung. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste senile Jagdscheininhaber Amok läuft.

https://www.nordsee-zeitung.de/Cuxland/Demenzkranker-Jaeger-wird-zur-Gefahr-SEK-Einsatz-in-Cuxhaven-85918.html?fbclid=IwAR2nKPj5LamW2el3HPDwK_v5oQXodlWM_mP3QoJNHoQLXvHaUc0gjgX5kQs

 

 

August 2022

"Die kleine Jagdschule" blickt in regelmäßigen Abständen hinter die Kulissen der Jagd und räumt mit so manchem Jägermärchen auf. In der aktuellen Folge "Lebensgemeinschaft Wald" geht es darum, wie sehr die allgegenwärtige Jagdpropaganda die öffentliche Wahrnehmung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Thomas Mitschke verdeutlicht diesen Prozess anhand eines Schildes, mit welchem man in den sechziger und siebziger Jahren Menschen für die "Lebensgemeinschaft Wald" sensibilisieren wollte: damals gehörten zu dieser Lebensgemeinschaft ganz selbstverständlich Fuchs, Marder, Waschbär und Dachs - heute werden diese Tiere dank unermüdlicher Hetze seitens der Jägerschaft in der Öffentlichkeit oft nur noch als Schädlinge, Krankheitsüberträger oder Gefahr für gefährdete Arten wahrgenommen. Leider findet man objektive Schilder wie das im Beitrag gezeigte kaum noch - stattdessen an jeder Ecke überdimensionale Werbetafeln, die suggerieren sollen, dass unser heimisches Ökosystem ohne den unermüdlichen Einsatz der Jäger kollabieren würde. Dass dem nicht so ist, zeigen zahllose unabhängige Studien. Jagd löst keine Probleme, sondern schafft ständig neue. Aber um das Lösen von Problemen geht es den meisten Jägern wohl auch nicht.

https://www.facebook.com/DiekleineJagdschule/videos/592851982498180

 

 

August 2022

Eine Natur- und Tierfreundin besitzt neun Grundstücke im sog. "Grünen Band" zwischen Bayern und Thüringen. Die Gegend wurde als "Deutsches Naturmonument" ausgewiesen und gilt als Schatzkammer der Artenvielfalt - denn als die Gegend noch als "Todesstreifen" bekannt war, konnten sich Pflanzen und Tiere dort ungestört entwickeln und entfalten. Mittlerweile wird in diesem öklogisch so wertvollem Gebiet intensiv gejagt. So auch auf den drei Waldstücken und sechs Acker- und Wiesengrundstücken der Tierschützerin, auf denen immer mehr Hochsitze aufgestellt wurden. Die Tierfreundin konnte die Jagd auf ihren Grundstücken nicht länger mit ihrem Gewissen vereinbaren und stellte bei der Unteren Jagdbehörde im Jahr 2019 einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung. Die Behörde reagierte auf diesen Antrag gar nicht erst, so dass sich die Grundstückseigentümerin gezwungen sah, einen Anwalt einzuschalten. Nun, vier Jahre später, gab das Verwaltungsgericht Gera der Klägerin Recht: die Grundstüke werden zum 31.3.2023 offiziell jagdfrei gestellt. 

 https://www.zwangsbejagung-ade.de/faelle-von-grundstueckseigentuemern-1/thueringen/antrag-auf-jagdverbot-im-saale-orla-kreis.html?fbclid=IwAR1kNv7__95pGtqhiC59f_SdZLn5nOz1anFxTi55n7dQlpMDgSOPkEvSqr8

 

 

August 2022

Hier ein weiteres eindrucksvolles Beispiel dafür, womit Jäger in der Regel durchkommen, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen: im Januar verschwand im Tiroler Unterland eine Border-Collie-Hündin während eines nächtlichen Spaziergangs mit ihrem Besitzer. Später stellte sich heraus, dass die Hündin einer von einem Jäger ausgelegten Hundefutterfutter-Spur gefolgt war, welche sie direkt zum Haus des Jägers führte. Dort wartete der Waidmann mit einem geladenen Jagdgewehr am Wohnzimmerfenster und schoss auf den Hund. Das schwer verletzte Tier konnte sich noch etwa 60 Meter weiterschleppen und starb dann.  Daraufhin schleifte der Jäger die tote Hündin zu seinem Haus, die Polizei informierte er nicht. Vertuschen konnte er den Vorfall aber offensichtlich trotzdem nicht, die Besitzer der erschossenen Hündin erstatteten Anzeige. Im März musste sich der Jäger dann vor dem Landesgericht Innsbruck wegen des Vorwurfs der Tierquälerei verantworten. Die Richter glaubten dem Jäger seine Ausrede, er habe den Hund mit einem Fuchs verwechselt, nicht und verurteilten ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro. Dieses Urteil wollte der Angeklagte nicht akzeptieren, sein Anwalt legte Berufung ein und bekam jetzt vor dem Oberlandesgericht Recht, das Urteil des Landesgerichts wurde aufgehoben, auch dieser Jäger kommt straffrei davon.

https://www.heute.at/s/jaeger-erschoss-collie-cami-mit-gewehr-freispruch-100223421?fbclid=IwAR1yRPIAmEPNN3YVPdqeNvn24IePxw-yDo9IWRWGXeNzaX9abcXshqgPlMs

 

August 2022

Feldhase und Rebhuhn sind seit Jahren in ihrem Bestand bedroht. Das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beabsichtigt nun im Zuge einer anstehenden Novellierung der hessischen Jagdverordnung, unter anderem diesen beiden Tierarten eine ganzjährige Schonzeit aufzuerlegen - sie dürften also nicht weiter bejagt werden. Unterstützt werden die Pläne von zahlreichen Naturschutzverbänden, wie etwa dem NABU oder dem BUND. Bei den hessischen Jägern stoßen diese Pläne allerdings auf wenig Gegenliebe. Und so bescheinigt der Landesjagdverband Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung sämtlichen hessischen Naturschutzverbänden einen Realitätsverlust - sie würden "der "Pippi-Langstrumpf-Illusion einer heilen Welt erliegen und somit endgültig die Basis einer zukunftsfähigen und nachhaltigen, weil tragfähigen Naturschutzpolitik verlassen".  

Wortreich und stellenweise ziemlich wirr wird mit dieser Presssemitteilung der Versuch unternommen, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Jäger die einzig wahren Natur- und Artenschützer sind, während alle anderen selbstverständlich keine Ahnung haben.

So heißt es in der Pressemitteilung etwa:

"Neben Maßnahmen zur Biotopverbesserung stehen den Jägern, anders als den anderen Naturschutzverbänden nämlich noch weitere Werkzeuge zur Verfügung. So werden in vielen Revieren keine Kosten und Mühen gescheut, um durch eine intensivierte Bejagung des Raubwilds den Beutegreiferdruck zu senken oder die Feldarten in Zeiten des Nahrungs- oder Wassermangels mit Fütterungen oder Tränken zu unterstützen."

Mal davon abgesehen, wie sinnvoll die genannten Maßnahmen im Einzelnen sind: machen unsere Jäger das völlig uneigennützig und ohne jeden Hintergedanken? Oder vielleicht doch nicht? Folgender Ausschnitt macht deutlich, worum es wirklich geht:

"Die Bejagungsmöglichkeit als Anreiz für die Umsetzung von zeit- und kostenintensiven Hegemaßnahmen hat sich mehr als bewährt und entspricht auch der europäischen Vogelschutzrichtlinie, die eine solche Ausnahme bei der Bejagungsregelung ausdrücklich vorsieht. Eine ganzjährige Schonzeit würde angesichts der derzeitigen Jagdstrecke (3 Rebhühner in drei Jahren) keine positive Auswirkung auf die Populationsentwicklung haben, im Gegenteil, durch den fehlenden Anreiz und die Enttäuschung über nicht eingehaltene Zusagen des hessischen Umweltministeriums würden viele Jäger und Jägerinnen ihr Engagement in Frage stellen."

Es geht also weder um Naturschutz noch um Artenschutz. Es geht nur darum, die Bestände so weit hochzupäppeln, dass eine Bejagung weiterhin möglich ist. Der Landesjagdverband fürchtet gar, für Niederwildreviere aufgrund mangelnder Jagdmöglichkeiten künftig keine Jagdpächter mehr finden zu können, sollte die Schonzeitenregelung wie geplant in Kraft treten - so viel zum Märchen vom Jäger als Heger und Pfleger, der nur äußert ungern zur Waffe greift. 

Insgesamt ist die Pressemitteilung eine seltsame Mischung aus Selbstmitleid, Aggressivität und Arroganz - gleichzeitig ermöglicht sie aber auch interessante Einblicke in die Psyche der Jäger. In jedem Satz schwingt die große Enttäuschung über die großen Naturschutzverbände mit, mit denen man bisher doch so gut zusammengarbeitet hat. Weder NABU noch BUND stehen im Verdacht, besonders jagdkritisch zu sein - im Gegenteil. In der letzten Zeit findet hier aber scheinbar langsam ein Umdenken statt: so distanzieren sich etwa immer mehr Ortsverbände des NABU von der Fuchsjagd und auch die Bejagung von in ihrem Bestand gefährdeter Arten wird offenbar immer kritischer gesehen. Die Jäger verlieren somit auch die letzten Verbündeten - und stehen plötzlich mit ihrer Auffasstung von Natur- und Artenschutz ziemlich alleine da. Dass den Jägern diese Entwicklung nicht gefällt, macht die Pressemitteilung mehr als deutlich.

https://ljv-hessen.de/pressemeldung-hessische-naturschutzverbaende-machen-sich-die-welt-wie-sie-ihnen-gefaellt/?fbclid=IwAR26VkVJa0cd4wtdMXlYJlSAnzIbkzeR7ivuQG3vm3hXoF6eIVOD3KW5GYw

 

 

August 2022 

In Wörthsee (Bayern) hat ein Jäger direkt neben einem Spielplatz einen Hund erschossen - und dabei auch Menschenleben gefährdet. Zum Zeitpunkt der Schussabgabe befanden sich mehrere Personen auf dem öffentlichen Spielplatz: drei Kinder im Alter von fünf, sieben und acht Jahren sowie zwei Erwachsene. Nach dem ersten Schuss, der wohl aus unmittelbarer Nähe abgegeben worden war (die Mutter der Kinder schätzt die Entfernung auf maximal zehn bis fünfzehn Meter), gerieten die Kinder in Panik, schrien um Hilfe und rannten weg. Trotzdem schoss der Jäger noch ein zweites Mal. Seine Rechtfertigung für dieses rücksichtslose Verhalten: er habe die Hilfeschreie nicht hören können, weil er leider sein Hörgerät nicht dabei gehabt habe. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft verteidigt das Verhalten des Jägers und äußert sich so: "Wir haben in allen Revieren Probleme mit wildernden Hunden.... Die haben mehrere Rehe auf dem Gewissen."  Auch hier wird also wieder versucht, den Jäger der Öffentlichkeit als "Reh-Beschützer" zu verkaufen, der gar keine andere Wahl hatte, als zum "Schutz" des Rehes den Hund vor den Augen spielender Kinder zu erschießen - was jedoch nicht erwähnt wird: allein in Deutschland töten Jäger Jahr für Jahr rund 1,3 Millionen Rehe - die Zahl der von wildernden Hunden getöteten Rehe ist im Vergleich dazu verschwindend gering. Zudem gehen diese Rechtfertigungsversuche völlig am Problem vorbei. Denn egal ob der Hund zum Zeitpunkt der Schussabgabe ein Reh gehetzt hat oder nicht: ein Jäger darf bei der Ausübung seines fragwürdigen Hobbies niemanden gefährden. Es ist davon auszugehen, dass der Jäger wusste, dass sich in unmittelbarer Nähe ein Spielplatz befindet - wäre er seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen, hätte er sich vor der Schussabgabe vergewissert, dass sich auf dem Spielplatz niemand aufhält. Da dies nicht geschehen ist, muss man davon ausgehen, dass es ihm schlicht und ergreifend egal war. Auch muss geklärt werden, ob der Abschuss des Hundes überhaupt verhältnismäßig war. Der Hund war bereits Anfang Juli von seinem Besitzer als vermisst gemeldet worden - in den Wochen zu seinem Tod wurde er immer wieder von Wildkameras aufgenommen, man wusste also ziemlich genau, in welchem Gebiet sich der Hund aufhält - und somit wären auch wesentlich mildere Maßnahmen zur Lösung des Problems möglich gewesen. Auch der zweite Schuss wirft Fragen auf. Eigentlich sollte es dem Hund nach dem ersten Schuss nicht mehr möglich gewesen sein, weiterhin eine Gefahr für das Reh darzustellen - somit wäre der zweite Schuss unverhältnismäßig gewesen. 

Ärgerlich ist auch das Verhalten der Polizei in diesem Fall: zuerst wurde die Mutter der traumatisierten Kinder am Telefon von einem Beamten "unwirsch" abgefertigt, auch von den Streifenpolizisten, die schließlich am Tatort auftauchten, erhielt die betroffene Familie nicht die erwartete Unterstützung.

Inzwischen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und untersucht den Fall. 

https://www.tz.de/muenchen/region/woerthsee-jaeger-erschiesst-wildernden-hund-spielplatz-schock-mkr-kinder-91714576.html

 

 

August 2022

Noch immer ist die Jagdausübung in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen erlaubt - und das, obwohl dabei immer wieder Menschen auf ihrem eigenen Grundstück angeschossen und schwer verletzt werden. Ein aktueller Vorfall in Thüringen ging glücklicherweise glimpflich aus: 

dort wurde eine Anwohnerin der Dorfstraße in Greußen am verganenen Freitag durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Nachdem der zu Hilfe gerufene Schwiegersohn ein Einschussloch im Fenster fand, konnte die Polizei kurze Zeit später das Geschoss sicherstellen. Im Moment geht die Polizei von einer "berechtigten Schussabgabe" aus - auf dem angrenzenden Feld habe zum Zeitpunkt des Vorfalls eine Jagd stattgefunden. Dass in diesem Fall niemand verletzt wurde, ist reiner Zufall - umso ärgerlicher ist es, dass sofort wieder versucht wird, den Vorfall herunterzuspielen. Wenn bei einer Schussabgabe Menschen gefährdet werden, kann es sich niemals um eine "berechtigte Schussabgabe" handeln. Jeder Jäger, der direkt neben Wohnhäusern, Straßen oder Wanderwegen schießt, handelt fahrlässig und nimmt die Gefährdung Unbeteiligter zumindest billigend in Kauf  - und sollte somit nach derartigen Vorfällen auch entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden. Noch besser wäre es natürlich, solche Vorfälle bereits im Vorfeld zu verhindern....

https://www.natuerlich-jagd.de/news/querschlaeger-aus-jagdwaffe-schlaegt-in-fenster-ein/?fbclid=IwAR0uGOPVo2CkwOi8CnU2VWlanmmpaGe1pbp3BPrgUozmglnzoBZ1HBPvOqQ

 

August 2022

Während einer Erntejagd in Thüringen wurde ein Jäger von einem Querschläger am Kopf getroffen und schwer verletzt. Bei einer Erntejagd umstellen mehrere Jäger ein Feld, welches gerade abgeerntet wird. Aus mehreren Richtungen wird auf das flüchtende Wild geschossen, während man gleichzeitig versucht, weder den Landwirt auf seinem Traktor noch die eigenen Jagdfreunde zu treffen. Oft sind auch mehrere Fahrzeuge auf dem Feld unterwegs (etwa ein Mähdrescher und ein oder zwei Traktoren mit Anhängern, die neben dem Mähdrescher herfahren) - die Situation ist also ziemlich unübersichtlich und es verwundert nicht, dass es hier immer wieder zu Unfällen kommt.

In diesem Fall traf es einen Jäger, der sich zumindest freiwillig an dieser Jagdveranstaltung beteiligt und die Gefahr bewusst in Kauf genommen hat. Viel zu oft werden aber auch völlig unbeteiligte Spaziergänger oder Anwohner bei derartigen Jagdveranstaltungen gefährdet, verletzt und auch getötet. Trotzdem sind solche Jagdveranstaltungen noch immer erlaubt, Sicherheitsvorschriften scheinen kaum zu existieren, Warnschilder sucht man in der Regel vergeblich. Das ist eigentlich ein unhaltbarer Zustand - zumal derartige Jagden nicht an abgeschiedenen Orten stattfinden, sondern oft in umittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen, viel befahrenen Straßen oder Feldwegen, die von Spaziergänger, Joggern und Radfahrern benutzt werden.

https://djz.de/jagdunfall-jaeger-schwerverletzt/?fbclid=IwAR2WYNRs5ZMEARsOiqvf9setZ581-UHBw85qOFEwGlujWiCgYz2P1Ax4Hn0

 

 

August 2022

Die Pläne des Neukircher Zoos (Saarland), auf dem Zoogelände ein Fuchsgehege errichten zu lassen, stößt auf erbitterten Widerstand. Das Problem: die Füchse, die im geplanten Gehege untergebracht werden sollen, sollen der Jägerschaft zur Ausbildung ihrer Jagdhunde zur Verfügung stehen. Die Jäger haben Zugang zum Gehege und können die Tiere jederzeit zum "Training" in sog. Schliefanlagen bringen. Dies wird von der Obersten Jagdbehörde Saarbrücken auch so bestätigt. Schliefanlagen aber geraten zunehmend unter Druck - gegen mehrere Betreiber solcher Anlagen sind Verfahren anhängig und auch die Öffentlchkeit steht dieser brutalen Art der Jagdhundausbildung zunehmend ablehnend gegenüber. Der Zoodirektor - ebenfalls Jäger - wurde vom Shitstorm in den sozialen Medien und den Protesten vor Ort wohl ziemlich überrascht und ist nun um Schadensbegrenzung bemüht: das Fuchsgehege werde nicht vom Zoo errichtet und es gebe auch keine Schliefanlage auf dem Zoogelände - man habe der Jägerschaft lediglich eine Fläche innerhalb des Zoos für ihr Vorhaben zur Verfügung gestellt. Warum man den Jägern diese Fläche zur Verfügung stellt und somit diese umstrittene Form der Jagdhundeausbildung ermöglicht, erklärt er hingegen nicht. Überhaupt scheint er nicht gerne über das Thema reden zu wollen und erklärt Menschen, die auf Facebook ihre Meinung zum Thema äußern, dass "Facebook für die kontroverse Diskussion um Jagdhundeausbildung, Baujagd und Jagd nicht geeignet" sei. Doch auch wenn der jagende Zoodirektor es gerne anders hätte: die Kritik reißt nicht ab.

https://www.sol.de/saarland/landkreis-neunkirchen/zur-jagd-abrichtung-moegliches-fuchsgehege-am-zoo-neunkirchen-beschwoert-shitstorm,337211.html?fs=e&s=cl&fbclid=IwAR1yHivHB9_1SscXKjTTEpNgL-r-0U2nGjrcjSskPaoOofKkrv_6JK4J2C8

Mittlerweile gibt es auch eine Online-Petition, mit der das Vorhaben gestoppt werden soll. Die Petition kann unter folgendem Link unterzeichnet werden:

https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-das-jagd-abrichtungsgehege-am-neunkircher-zoo

 

Juli 2022

Wie an dieser Stelle bereits berichtet, hat vor ein paar Tagen ein Jäger bei Knetzgau/Bayern den Hund eines österreichischen Paares erschossen.  Nach der Schussabgabe hat der Jäger den Tatort verlassen, ohne sich um den schwer verletzten Hund zu kümmern. Auch ein von den Besitzern herbeigerufener Tierarzt konnte dem Tier  nicht mehr helfen. Mittlerweile gibt es Informationen zum Täter - bei dem Jäger handelt es sich um einen "Mann im fortgeschrittenen Alter", der offensichtlich in der Vergangenheit wiederholt negativ aufgefallen ist. Bereits 2020 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er zwei Reiterinnen damit gedroht hatte, ihre Pferde zu erschießen. Laut Medienberichten soll es außerdem in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Menschen in seinem Jagdrevier gekommen sein. Doch trotz seines inakzeptablen Verhaltens sah die zuständige "Kontrollbehörde" wohl keinen Anlass, dem Mann die Jagderlaubnis zu entziehen. Nun ist ein Hund tot - aber Einsicht oder Reue beim Täter sind nach wie vor nicht erkennbar. Im Gegenteil, er fühlt sich nach wie vor im Recht:

"Ich hatte keine Wahl, ich musste schießen", sagte der Weidmann, denn der freilaufende Hund habe einen Hasen gehetzt und sei kurz davor gewesen, das Tier zu reißen. Da sei es seine Pflicht gewesen, einzugreifen."

Man kann es langsam nicht mehr hören - bleibt zu hoffen, dass die Behörden nun endlich tätig werden und dieser tickenden Zeitbombe endlich den Jagdschein entziehen.

https://www.mainpost.de/regional/hassberge/erschossener-hund-bei-knetzgau-jaeger-meldet-sich-zu-wort-ich-hatte-keine-wahl-ich-musste-schiessen-art-10863207?fbclid=IwAR3nNbJWVtsGBl5CuXqw8hUSN1HD7U57uBAmMDa1D6d2gCLyNNrQrJGTASk

 

Juli 2022

Ein Paar aus Österreich unternimmt mit seinem Hund eine Kanu-Fahrt auf dem Main - als sie an der Staustufe bei Knetzgau/Bayern das Kanu verlassen müssen, läuft der Hund auf eine Wiese und wird dort vom Jagdpächter erschossen. Dieser kümmert sich weder um den schwer verletzten Hund noch um seine fassungslosen Besitzer, sondern entfernt sich einfach vom Tatort. Der Alptraum eines jeden Hundebesitzer und ein weiterer Vorfall, der deutlich macht, wie empathie- und rücksichtslos sich so mancher Jäger verhält...

Mittlerweile hat sich der Jagdpächter wohl zum Vorfall geäußert, die Ermittlungen dauern an. 

https://www.br.de/nachrichten/bayern/jaeger-erschiesst-hund-von-urlaubern-in-knetzgau,TCE7i8O

 

Juli 2022

Rebhühner sind seit langem in ihrem Bestand gefährdet - und werden trotzdem weiterhin bejagt. Die Restbestände sind stark von Inzucht betroffen - und so werden Rebhühner in Volieren gezüchtet und dann zur Bestandsauffrischung in den Revieren ausgesetzt. Und das, obwohl diese in Volieren aufgewachsenen Tiere in keiner Weise auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet wurden. Da diese Tiere ohne menschliche Hilfe kaum überlebensfähig sind, werden sie ganzjährig gefüttert. Fressfeinden sind sie mehr oder weniger hilflos ausgeliefert, weil sie nie die Gelegenheit hatten, Schutzmechanismen zu entwickeln - und so "schützt" der Jäger die Rebhühner durch eine intensive Bejagung von Prädatoren und betreibt hier im großen Stil Faunenverfälschung. In Gebieten, in denen es noch gesunde Rebhuhnbestände gibt, verhindert man durch die Bejagung, dass sich diese Bestände in die Breite ausdehnen könnten. Statt dessen setzt man in der nächsten Saison lieber wieder frisch gezüchtete Rebhühner im eigenen Revier aus. Und nennt das dann Artenschutz.

Hier ein Beitrag zu diesem Thema aus der Reihe "Die kleine Jagdschule":

https://www.facebook.com/DiekleineJagdschule/videos/621791086031648

 

Juli 2022

Wie an dieser Stelle bereits berichtet, hat Wildtierschutz Deutschland, Sektion Niedersachsen gemeinsam mit PETA gegen die Betreiber der Schliefenanlage in Dollbergen Anzeige erstattet. Die Videoaufnahmen, die der Staatsanwaltschaft als Beweismittel vorgelegt wurden und die die unhaltbaren und tierquälerischen Bedingungen, unter denen die gefangenen Füchse ihr Leben verbringen müssen, eindrucksvoll belegen, stammen von Thomas Mitschke. Thomas Mitschke hat vor einiger Zeit auch die Reihe "Die kleine Jagdschule" ins Leben gerufen, mit der er mit großem Erfolg und zunehmender Reichweite über die Probleme im Bereich Hobbyjagd aufklärt. Der aktuelle Beitrag befasst sich nun ebenfalls mit der Schliefenanlage Dollbergen, zeigt Ausschnitte aus den der Staatsanwaltschaft vorgelegten Videoaufnahmen und entlarvt die Jägermärchen vom "handaufgezogenen Fuchs, der Spaß am Training hat und sich nur auf sein Leckerli am Ende des Trainings freut" mit sachlichen Argumenten als das, was sie sind: Lügen...

Zu sehen ist der Beitrag unter folgendem Link:

https://www.facebook.com/watch/?v=1494061571033069

 

Juli 2022

Nach der Anklageerhebung gegen die Betreiber der in die öffentliche Kritik geratenen Schliefenanlage in Lemgo, hat PETA nun gemeinsam mit der Sektion Niedersachsen des Vereins Wildtierschutz Deutschland auch die Betreiber der Schliefenanlage in Dollbergen angezeigt. Umfangreiche Videoaufnahmen belegen, dass in Dollbergen die gefangenen Füchse nicht nur durch die eingesetzten Jagdhunde in Todesangst versetzt werden, sondern zusätzlich auch von den Betreibern und deren Helfern. Die Videoaufnahmen zeigen, wie brutal und empathielos sich die Hobby-Jäger gegenüber den Füchsen verhalten - und wie die Füchse durch diese rücksichtslose Behandlung immer wieder in Todesangst versetzt werden und ein Leben unter Dauerstress führen müssen. Solche Zustände sind mit unserem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren. Bleibt zu hoffen, dass das Gericht das genauso sieht und diese unsäglichen Anlagen endlich schließt. Mehr zum Thema unter folgendem Link:

https://wildbeimwild.com/kriminalitaet/fuechse-in-permanenter-todesangst/59592/2022/07/07/

 

Juli 2022

Daran, dass es immer wieder mal vorkommt, dass sich ein Jäger bei der Ausübung seines umstrittenen Hobbies selbst erschießt, hat man sich mittlerweile schon fast gewöhnt - kein Wunder bei der Häufigkeit, mit der über solche "tragischen Unfälle" berichtet wird. Ein Jäger aus der Nähe von Schweinfurt hat sich jetzt für einen originielleren Abgang entschieden: wie einem Bericht in der Deutschen Jagdzeitung DJZ zu entnehmen ist, ist der betagte Jagdpächter aus unerfindlichen Gründen in einen Fuchsbau gekrochen und konnte sich aus diesem nicht mehr befreien - er konnte nur noch tot geborgen werden. Weitere Einzelheiten darüber, wie es zu dieser fragwürdigen Aktion kam, sind nicht bekannt.

https://djz.de/jaeger-stirbt-in-fuchsbau/?fbclid=IwAR1_-AMJuXD_rDJK3k6ip4BdeJokfDDVI4JCoOynWvOKhCXZ8u3LYGaIDJY

 

Juli 2022

In Brandenburg wurde eine 12-jährige Golden-Retriever-Hündin während eines Spaziergangs mit ihrem Herrchen von einem Wildschwein angegriffen und schwer verletzt. Um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, möchte der Bürgermeister des Ortes künftig Bogenschützen einsetzen, die innerhalb der Ortschaft Jagd auf Wildschweine machen. Noch fehlt die notwendige Genehmigung des zuständigen Landwirtschaftsministers - und man kann nur hoffen, dass das auch so bleibt. Zwischenfälle dieser Art werden sich nie ganz verhindern lassen. Sollte die Genehmigung erteilt werden, wäre die Gefahr, die von den jagenden Bogenschützen ausginge wohl wesentlich höher als die Gefahr durch Wildschweine. Immer wieder kommt es bei der Jagdausübung zu Fehlschüssen, Verwechslungen und tödlichen Zwischenfällen - welche Gefahr durch die Jagdausübung in einer belebten Stadt ausgehen würde, kann sich vermutlich jeder selbst ausmalen.

https://www.jagderleben.de/news/hund-wildschwein-schwer-verletzt-713658

 

Juli 2022

Bisher durften in der Steiermark Nebel- und Rabenkrähen dank einer Ausnahmegenehmigung bejagt werden. Doch damit soll jetzt Schluss sein, denn laut der steierischen Landesregierug sind die Populationen der beiden Krähenarten in einem schlechten Erhaltungszustand. Jäger und Landwirte sehen das erwartungsgemäß anders und machen nun Druck: die Entscheidung sei eine klare Fehlentscheidung und ein massiver Rückschritt für die Artenvielfalt. Manche sehen sogar die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln gefährdet, selbst Weidetiere seien in höchster Gefahr. Und auch das ökologische Gleichgewicht der Beutetiere von Nebel- und Rabenkrähen drohe vollkommen aus dem Gleichgewicht zu geraten. 

https://wildundhund.de/oesterreich-steiermark-aus-fuer-kraehenjagd/?fbclid=IwAR1HcKCHJJOqMLWCsP9ScQ3-4C-A7XsaxXx80sfoHEYeegGhHu0Xrw2G3nc

Wir möchten diesen Unsinn an dieser Stelle nicht weiter kommentieren - bleibt zu hofen, dass die Landesregierung standhaft bleibt und den unsinnigen Forderungen der Jagd- und Bauernlobby nicht nachgibt.

Zum Thema "Krähenbejagung" noch ein Link zu einem Beitrag des NABU - bereits vor mehr als zehn Jahren wurde die Krähenjagd vom NABU scharf kritisiert - geändert hat sich bis heute wenig, so dass der Beitrag leider immer noch aktuell ist:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/verfolgung/14780.html

 

Juli 2022

In Tansania sollen etwa 70.000 Massai umgesiedelt werden - das Gebiet, in dem die Massai mit ihren Viehherden leben, soll in ein Schutzgebiet umgewandelt werden. Glaubt man der offiziellen Verlautbarung der Regierung von Tansania, geht es bei dieser Maßnahme um den Schutz der in der Gegend ansässigen Wildtiere - die Felder und Viehherden der Massai würden den Lebensraum der wildlebenden Tiere zu stark einschränken. Etwas unglaubwürdig wird diese Argumentation, wenn man weiß, dass ein Unternehmen mit Sitz in Dubai bereits seit den 1990er Jahren eine Jagdlizenz für die Region hat - und dass es deshalb in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen um die Nutzung des Gebietes und zu Konfliken zwischen der einheimischen Bevölkerung und den reichen Jagd-Touristen gekommen ist. Nun will man die Geschäfte mit den zahlungskräftigen Jagd-Touristen offensichtlich nicht länger gefährden und hat sich deshalb zu entschieden, die Massai kurzerhand zu vertreiben. Schließlich soll der zahlende Jagd-Tourist auf seine Kosten kommen und bei seinem aufopferungsvollen Einsatz für den Wildtier- und Artenschutz nicht von renitenten Einheimischen gestört werden.

https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/tansania-maasai-vertreibung-101.html?fbclid=IwAR1jqtSGcLVhG_gbIzYg3dZQbHSx_io77LVBixLhLeESovHymgolccjKzQU

 

Juli 2022

In eine Interview in der Kronen-Zeitung spricht ein Ex-Jäger Klartext und kritisiert die Zustände in der Hobbyjagd scharf. Er fordert, dass "das sinnlose Töten empfindungsfähiger Tiere nur zum Spaß und aus Gaude" aufhören müsse und kritisiert, dass trotz aller wissenschaftlicher Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte die Jagd immer noch so ausgeübt wird wie vor hundert Jahren. Auch weist er darauf hin, dass viele Probleme von den Jägern erst verursacht würden, indem die Wildbestände künstlich auf einem hohen Niveau gehalten würden. Eventuell notwendige Regulierungen sollten seiner Auffassung nach von Profis vorgenommen werden und nicht von Hobbyjägern. Das Interview ist nachzulesen unter folgendem Link:

https://www.krone.at/2717378?fbclid=IwAR0yIzeT8FbgECLMXzVFEPaaLPizCXaSzI7q8h-mbneCeF6U_3fPHLtZOMg

 

Juli 2022

Im Jagdjahr 2019/2020 wurden in Deutschland rund 200.000 Waschbären von Jägern getötet - und das, obwohl eigentlich längst jedem klar sein müsste, dass sich der Waschbärenbestand durch die Jagd nicht regulieren lässt. Im Gegenteil: je intensiver die Bejagung, umso höher der Anteil an fortpflanzungsfähigen Weibchen. Die Tiere reagieren also mit einer erhöhten Geburtenrate und gleichen so die Verluste durch die Jagd wieder aus. Die Zusammenhänge sind wissenschaftlich gut erforscht. Auch das immer wieder von Seiten der Jägerschaft vorgebrachte Argument, Waschbären würden als invasive Art die heimische Artenvielfalt gefährden, ist nicht haltbar - langjährige Forschungsprojekte und wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Waschbär keine wesentliche Gefahr für Natur und Artenvielfalt darstellt. Um die sinnlose Jagd auf Waschbären endlich zu beenden, hat PETA nun eine Petition gestartet, die unter folgendem Link unterschrieben werden kann:

https://www.peta.de/aktiv/jagd-waschbaeren/

 

Juli 2022

Im Beitrag "Im Sommer gerettet - im Herbst abgeknallt" hinterfragt Animals United kritisch die medienwirksamen "Kitzrettungen" der Jägerschaft und entlarvt solche Aktionen als das, was sie sind: reine Jagdpropaganda. Jäger nutzen solche Aktionen, um sich in der Öffentlichkeit als Tierschützer zu präsentieren - wenn die medienwirksam geretteten Kitze dann nur ein paar Wochen später in großer Zahl abgeschossen werden, wird darüber in der Regel nicht berichtet. Zur Info: die mühsam geretteten Rehkitze sind in Bayern ab September zum Abschuss frei - in manchen Bundesländern beginnt die Jagd auf die Kitze sogar schon im August. Und auch darüber, dass man nur wenige Stunden nach einer solchen Rehkitzrettungsaktion die frisch gemähten Wiesen dazu nutzt, Fuchswelpen in möglichst großer Zahl zu töten, schweigt sich die Jägerschaft lieber aus.

Nachzulesen ist der äußerst informative Beitrag unter folgendem Link:

https://animalsunited.de/blog/im-sommer-gerettet-im-herbst-abgeknallt/

Dass Animals United mit diesem Beitrag ins Schwarze getroffen hat, sieht man an den teils schon ziemlich ungehaltenen Kommentaren aus Jägerkreisen. Auch hier wieder die übliche Mischung aus Aggressivität, Herablassung und Selbstmitleid.

https://www.facebook.com/AnimalsUnited.eV/posts/pfbid0a6n8tyyuZcyyyRycak9Zdgvy43A6F5425Q7CkoHBRWS8pxkoxMVgZZq5eWme6Yrxl

 

Juli 2022

Mitte Mai wurde die Leiche eines jungen Mannes in einem Waldstück in Brandenburg gefunden. Dringend tatverdächtig: ein 41-jähriger Jäger, der bereits 2019 zu einer Geldstrafe wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetzes verurteilt worden war. Trotz dieser Vorgeschichte war der Mann wohl nach wie vor im Besitz von Waffen - bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden mehrere Lang- und Kurzwaffen sowie Munition sichergestellt. Ob sich die Waffen legal in seinem Besitz befanden, geht aus der Berichterstattung leider nicht hervor.

https://www.n-tv.de/panorama/41-jaehriger-Jaeger-wegen-Mordverdacht-festgenommen-article23417789.html

 

Juni 2022

In Niedersachsen wollte ein Jäger sein Gewehr einschießen und gab zu diesem Zweck drei Probeschüsse auf eine auf einen Pappkarton aufgemalte Zielscheibe ab. Eines der Geschosse verfehlte sein Ziel, wurde von einem Stein abgelenkt und schlug 500 Meter weiter in einen Wohnwagen ein. Dass zum Zeitpunkt des Vorfalls niemand im Wohnwagen war und deshalb niemand zu Schaden kam, ist reines Glück. Allerdings hielten sich zum Zeitpunkt des "Unfalls" sechs Erwachsene und drei Kinder in unmittelbarer Nähe an einem Teich auf - hätte das von dem Stein abgelenkte Geschoss nur eine minimal abweichende Flugbahn gehabt, gäbe es nun die nächsten Opfer zu beklagen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen - nach ersten Einschätzungen sei ein ausreichender Kugelfang nicht vorhanden gewesen. 

https://www.jagderleben.de/news/verhaengnisvoller-probeschuss-jaeger-trifft-wohnwagen-713623

Juni 2022

Hier ein kurzes Update zu den beiden Fällen aus der Region Ingolstadt, über die wir bereits mehrmals berichtet haben.

Fall 1: Am Neujahrsmorgen 2022 geriet bei Mindelstetten ein Zwergpinscher in die hier abgebildete Totschlagfalle und wurde schwer verletzt. Wir haben die Besitzerin des Hundes unterstützt und konnten erreichen, dass der Jagdpächter nun die Tierarztkosten in nicht unerheblicher Höhe übernommen hat, so dass der nach wie vor traumatisierten Besitzerin zumindest kein finanzieller Schaden entstanden ist. Ausschlaggebend dafür, dass der Jagdpächter die Kosten übernommen hat, war wohl ein Schreiben der Unteren Jagdbehörde, aus dem deutlich hervorgeht, dass der Jagdpächter gleich gegen mehrere Sicherheitsvorschriften verstoßen hatte - da wollte er es auf ein Gerichtsverfahren wohl nicht ankommen lassen. Die Untere Jagdbehörde teilte uns damals auch mit, dass eine "Nachschulung" des Jägers stattgefunden habe und dass die begangenen Verstöße von der Unteren Jagdbehörde geahndet werden würden. Welche Konsequenzen der Vorfall für den Jäger nun aber wirklich hatte, ob Auflagen verhängt wurden oder er ein Bußgeld zahlen musste, darüber schweigt sich die Behörde aus. Auf eine Entschuldigung oder ein Zeichen der Reue wartet die Besitzerin des Zwergpinschers bis heute vergeblich.

Fall 2: Auch der Vorfall, bei dem in einem Waldsstück bei Gerolfing zwei Jagdhunde einen angeleinten Dackel vor den Augen ihrer entsetzten Besitzerin regelrecht zerfleischt hatten, ist nun juristisch abgeschlossen. Die Polizei, das zuständige Ordnungsamt und auch eine Sprecherin der Stadt Ingolstadt hatten in einer ersten Stellungnahme dem Donaukurier mitgeteilt, dass man nichts gegen den Jäger unternehmen könne. Begründet wurde diese eigenwillige Einschätzung der Situation damit, dass sich der tödliche Beißvorfall in einem Gebiet ereignet habe, in dem keine Leinenpflicht herrschen würde und Jäger außerdem ihre Hunde im eigenen Jagdrevier grundsätzlich nicht anleinen müssten. Der Fall war also bereits so gut wie abgeschlossen, als der erste Bericht im Donaukurier erschien. Doch dann brach ein Sturm der Entrüstung los - zahlreiche Bürger meldeten sich sowohl bei der Stadt als auch beim Donaukurier und konnten so erreichen, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden. Offensichtlich waren der Jäger und seine Hunde schon in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen, so mancher traute sich nur noch mit einem Stock bewaffnet in das betreffende Waldgebiet. Nun also wurde der Jäger zu einer Geldstrafe von 3.500,-- Euro verurteilt - und diese lächerlich niedrige Strafe war auch nur deshalb möglich, weil es bereits in der Vergangenheit Zwischenfälle gegeben hatte und somit aus Sicht des Gerichts dem Jäger ein "bedingter Vorsatz" unterstellt werden konnte. Wäre es der erste Vorfall gewesen, hätte es sch wohl um "grobe Fahrlässigkeit" gehandelt, und diese wäre nicht strafbar gewesen. Zusätzlich hat das Ordnungsamt wohl auch Auflagen gegen den Jäger verhängt - leider steht im Artikel nicht, um welche Auflagen es sich hierbei handelt und wer deren Einhaltung kontrolliert. Dass der Jäger etwas aus dem Vorfall gelernt hat, ist leider zu bezweifeln: Spaziergänger erzählen, dass er auch nach der tödlichen Attacke seine Hunde weiterhin unkontrolliert hinter dem Auto herlaufen ließ. Ob er sich nun an irgenwelche Auflagen hält, ist fraglich.

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/dackel-albrecht-der-fall-ist-abgeschlossen-6357798

Juni 2022

Vielen Jägern war der Schutzstatus von Krähen schon immer ein Dorn im Auge, auch so mancher Landwirt sieht Krähen nicht gerne. Was im Moment aber an Hetze gegen die intelligenten Vögel abgeht, ist unglaublich - das erklärte Ziel: der Schutzstatus der Krähen soll aufgehoben werden, man wünscht sich eine "konsequente Bejagung". Um für "mehr Verständnis in der Bevölkerung" zu sorgen, erzählt man in den Medien Horrorgeschichten. So erschien im Münchner Merkur ein Beitrag mit dem Titel "Wenn sie Blut sehen, ist es vorbei - Krähen-Attacken nehmen immer mehr zu - Nutztiere brutal verstümmelt" - und es wird gehetzt, was das Zeug hält. Da wird dann von verstümmelten Lämmern erzählt, denen die Augen herausgepickt wurden, ausgewachsene Tiere hätten schwerste Verletzungen und überhaupt scheinen die "Killer-Krähen"  von Puchheim vor gar nichts halt zu machen.

https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/puchheim-ort29319/kraehen-attacken-bayern-nutztiere-verstuemmelung-puchheim-fuerstenfeldbruck-angriff-tiere-91588310.html#id-Comments

Auch BILD-live bringt einen Beitrag zu diesem Thema und befragt dazu als "Experten" ausgerechnet einen Jäger - der natürlich ebenfalls fordert, die Krähen vermehrt zu bejagen.

https://www.facebook.com/bild.video/videos/550627549942534

Andere Meinungen werden im Beitrag leider nicht berücksichtigt, darum hier noch ein Link zu einer Stellungnahme des NABU, der die Bejagung von Krähen ablehnt.

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/jagd/rabenvogeljagd.html

Die DJZ macht in einem Youtube-Beitrag ebenfalls die "Krähenplage" zum Thema und nutzt die Gelegenheit, Seitenhiebe gegen grüne Politiker und den NABU zu verteilen. Hier der Link zum Beitrag - wir möchten darauf hinweisen, dass die Aussagen durchaus ernst gemeint ist und es sich bei dem Beitrag nicht um Satire handelt:

https://www.youtube.com/watch?v=5bjm34Qz49Y

In schöner Regelmäßigkeit gibt es im medialen Sommerloch Berichte über Vorfälle, bei denen Krähen angeblich Lämmer oder andere Tiere getötet hätten - anschließend musste man die Anschuldigungen bisher immer zurücknehmen, es stellte sich nämlich jedes Mal heraus, dass die Krähen die "verstümmelten" Tiere nicht getötet hatten, sondern nur die Kadaver von verstorbenen Tieren verwerteten - wie es sich für Aasfresser gehört. 

Wer sich ernsthaft und seriös mit dem Thema Krähen befassen möchte, dem sei an dieser Stelle noch einmal das Buch "Rabenschwarze Intelligenz" von Prof. Reichholf ans Herz gelegt. 

 

 

Juni 2022

In Karow bei Plau im See wurde eine Altenpflegerin bei einem Hausbesuch von ihrem 84-jährigen Patienten mit einer Pistole bedroht. Die Altenpflegerin ergriff die Flucht und informierte die Polizei. Diese verschaffte sich Zugang zum Haus und stellte vier Jagdgewehre und eine Pistole sicher. Der alte, nach Polizeiangaben geistig beeinträchtigte Mann, war offensichtlich legal im Besitz dieser Waffen, als Jäger verfügte er über die entsprechenden Waffenbesitzkarten. Die Waffen sollen jetzt der Waffenbehörde übergeben werden, gegen den Mann wurde Anzeige wegen Bedrohung erstattet. Auch dieser Vorfall macht deutlich, wie sinnvoll eine Altergrenze für Jäger sowie eine regelmäßige Überprüfung der Eignung von Jagdscheininhabern wäre - bei einer solchen (unabhängigen) Überprüfung wäre der Geisteszustand des Jägers wohl aufgefallen und man hätte die Waffen frühzeitig einziehen können.

https://www.stern.de/gesellschaft/regional/mecklenburg-vorpommern/kriminalitaet-polizei-stellt-nach-mutmasslicher-bedrohung-jagdwaffen-sicher-31956768.html?fbclid=IwAR3JrmivoBALKKCB5Fnx0LhqvpEVMnrnfmzRqvGOQT6C19KnaEf6M5lWdt4

 

Juni 2022

In Thüringen hat ein weiterer Jäger einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst, nachdem er während eines Streits dem Sohn seiner Lebensgefährtin, dessen Anwältin und einem Mitarbeiter des Schlüsseldienstes damit gedroht hatte, "alle abzuknallen."  Da bekannt war, dass der Mann Jäger und im Besitz von mindestens 10 Waffen ist, wurde die Drohung sehr ernst genommen, sogar das LKA rückte an. Nachdem dem Mann die Aussichtslosigkeit seiner Lage klar wurde, gab er auf und stellte sich der Polizei, so dass es in diesem Fall glücklicherweise keine Toten gab. Trotzdem macht auch dieser Vorfall deutlich, wie überfällig eine Überprüfung der psychischen Eignung unserer Hobbyjäger ist. In den Niederlanden, wo eine derartige Überprüfung schon seit geraumer Zeit üblich ist, bestehen etwa 25% der Jagdscheininhaber bzw. Jagdscheinanwärter den psychologischen Test nicht. Überträgt man diese Zahlen auf Deutschland, würde das heißen, dass hier etwa 100.000 Jäger nicht über die eigentlich notwendige Reife und Zuverlässigkeit verfügen, die beim Umgang mit Schusswaffen zwingend erforderlich ist. 

https://www.tag24.de/erfurt/crime/ausraster-in-suedthueringen-jaeger-bedroht-menschen-spezialkraefte-im-einsatz-2500080?fbclid=IwAR38Fx4jWXK1WxT1K3Wo5rQQdhleMEBAEvVZpWBqdOVMww5L15b0WgnaqDo

Juni 2022

Immer häufiger versuchen die Jagdverbände mit derartigen Propaganda-Schildern die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren - und man muss leider sagen, dass sie das ziemlich geschickt machen - mit dem Foto eines niedlichen Rehkitzes und einem Slogan, den wahrscheinlich die meisten Menschen unterschreiben würden: "Schütze uns und unseren Lebensraum", wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass Wildtiere hauptsächlich vor rücksichtslosen Spaziergängern, Hundebesitzern oder Sportlern beschützt werden müssten. Viele Menschen werden die Aussage solcher Schlder nicht kritisch hinterfragen.

Doch was ist dran am Jäger als Beschützer von Reh, Fuchs und Feldhase? 

Hier ein paar Beispiele, die die Realität ehrlicher widerspiegeln:

Das Rehkitz auf dem Foto wird in einem Jahr ein sog. "Schmalreh" sein - und spätestens dann ist es für den Jäger mit dem Beschützen des Tieres vorbei. Der Beitrag "Rehwild - Hier dürfen Schmalrehe und Böcke im April bejagt werden" auf jagderleben.de befasst sich mit den Vorteilen, die eine Bejagung von Schmalrehen und Böcken schon im April (normalerweise beginnt die Jagdsaison auf Rehe erst im Mai) mit sich bringt: 

 "Ein weiterer Vorteil: Schmalrehe stehen häufig noch in lockeren Sprüngen mit Geißen zusammen oder ziehen gemeinsam mit ihren Geschwistern umher, was das Ansprechen deutlich erleichtert."

https://www.jagderleben.de/news/rehwild-duerfen-schmalrehe-boecke-april-bejagt-713372

Auch der Beitrag "Jagd auf Schmalrehe - Mit Vorsicht in den Mai" befasst sich mit dem Thema und kommt zu der Einschätzung: "Je früher, desto besser auf Schmalrehe", und: "Neben der Geis fällt Ansprechen leicht." Da ist plötzlich nicht mehr viel Mitgefühl zu erkennen, wenn man plant, das einjährige Reh direkt neben seiner Mutter zu erschießen. Und weiter heißt es: 

"Daher ist nur (!) der frühe Jagdtermin im Mai ideal dafür geeignet, innerhalb kurzer Zeit erforderliche Abschusszahlen beim weiblichen Rehwild nachzubessern und insgesamt einen permanenten, flächendeckenden Jagddruck aus dem Revier zu nehmen. So kann der Jäger ganz entspannt für die Herbstbejagung der Geißen und Kitze vorarbeiten, damit das Rehwild dann zum Jahresende auch wirklich mehr Jagdruhe findet."

https://www.jagderleben.de/praxis/jagd-schmalrehe-vorsicht-mai-710626

Noch deutlicher werden die Jäger bei der Bejagung von Jungfüchsen. Im Beitrag "Fuchsjagd: Jungfüchse im Juni erfolgreich bejagen" - dort heißt es: 

"Spielende Fuchswelpen am Bau zu erlegen oder mit einer Jungsfuchsfalle zu fangen, ist dabei wohl unumstritten die effektivste Jagdmethode." 

und weiter: 

"Die Jungfüchse verbringen ihre Zeit damit, ihre Fähigkeiten im Mäusefang zu verbessern, und sind dementsprechend unaufmerksamen. Auch ihre Neugierde, gepaart mit jugendlichem Leichtsinn, lässt den jungen Reineke zu einer leichten Beute werden. Der ideale Zeitpunkt und Ort für das Waidwerk auf die jungen Rotröcke sind die ersten 24 Stunden nach der Wiesenmahd. Das gemähte Gras erleichtert dem noch unerfahrenen Reineke den Beutezug nach seiner Leibspeise Mäuse und anderen Kleintieren und wird daher von Jungfüchsen gerne aufgesucht." 

Diese Aussage fasst die ganze Verlogenheit der Hobbyjagd perfekt zusammen: nachdem man also medienwirksam vor der Mahd die Wiese mit Hilfe von Drohnen nach Rehkitzen abgesucht und das eine oder andere Rehkitz "gerettet" hat, hat man 24 Stunden später keinerlei Skrupel, spielende Jungfüchse zu erschießen. Aber wie wir schon gesehen haben, wird auch das Glück des geretteten Rehkitzes nicht von Dauer sein: spätestens bei der nächsten Schmalreh-Jagd steht auch das niedliche Rehkitz auf der Abschussliste des Jägers.

https://www.jagderleben.de/news/fuchsjagd-jungfuechse-juni-erfolgreich-bejagen-709612

Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass es den Jägern nicht um den Schutz der Wildtiere geht, sondern um eine möglichst ungestörte und unhinterfragte Jagdausübung. Derartige Propaganda-Schilder sind somit nichts weiter als billige Ablenkungsmanöver.

Juni 2022

Bei einer nächtlichen Wildschweinjagd im Raum Koblenz hat der 65-jährige Jagdpächter einen Jagdhelfer angeschossen und schwer verletzt - der Mann wurde in eine Spezialklinik gebracht und ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Der Jagdpächter gibt an, das Opfer mit einem Wildschwein verwechselt zu haben. Nun kann man aber Menschen - ebenso wie Pferde, Kühe, Hunde oder andere Haustiere - in der Regel sehr gut von Wildschweinen unterscheiden und so dürfte die Wahrheit auch in diesem Fall wohl eher lauten: es wurde wieder einmal geschossen, ohne zu wissen, worauf man eigentlich schießt. Der Vorfall reiht sich somit ein in die nicht enden wollende Serie "tragischer Einzelfälle".

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117712/5245619

 

Juni 2022

Im niedersächsischen Bienenbüttel forderte ein Nachbarschaftsstreit Ende vergangener Woche drei Tote. Der 85-jährige Täter erschoss zuerst seine Nachbarn und dann sich selbst. Auch dieser Täter war legal im Besitz seiner Waffen - er war Jäger und hat laut Medienberichten die Jagd trotz seines hohen Alters noch immer aktiv ausgeübt.

https://www.op-online.de/deutschland/niedersachsen-drei-tote-streit-nachbarn-polizei-jaeger-erschossen-zr-91604500.html

 

Juni 2022

Ungewöhnlich kritisch nähert sich der Beitrag "nano: Umstrittene Fuchsjagd" der Frage, ob die Fuchsjagd noch zeitgemäß ist oder ob sie endlich abgeschafft werden sollte. Im Beitrag kommt zuerst ein Jäger zu Wort - wie zu erwarten versucht er, die Bejagung des Fuchses mit dem Niederwild- und Bodenbrüterschutz zu rechtfertigen. Hier widerspricht Sven Herzog, Dozent für Wildökologie und Jagdwirtschaft an der TU Tharandt - er sagt, dass nicht der Fuchs das Problem ist, sondern die intensive Landwirtschaft und der Nahrungsmangel aufgrund fehlender Insekten. Und er geht noch weiter: er fordert, dass die Jagd dort, wo sie nötig ist, tierschutzgerecht durchgeführt werden sollte - dass die Tiere also schmerzlos und angstfrei getötet werden sollten. Und diese Anforderung sieht er weder bei der Fuchsjagd erfüllt, wo noch immer so grausame Jagdmethoden wie die Fallen- oder die Baujagd zum Einsatz kommen, noch bei der Jagd auf Rotwild oder Wildschweine. Der Experte findet deutliche Worte und fragt sich, ob "diese Art der Bejagung einer Zivilisation angemessen ist." Auch Thomas Mitschke vom NABU Lüneburg lehnt die Fuchsjagd ab - im Beitrag äußert er sich zu den wahren Motiven der Jäger und zeigt, wie brutal noch immer gegen den unliebsamen Beutekonkurrenten vorgegangen wird. Zum Schluss blickt man noch nach Luxemburg, wo die Fuchsjagd seit 2015 verboten ist - und wo all die negativen Auswirkungen, vor denen die Jagdlobby im Vorfeld massiv gewarnt hatte, nicht eingetroffen sind. 

Schauen Sie sich den äußerst sehenswerten Beitrag unter folgendem Link an:

https://www.3sat.de/wissen/nano/220601-fuchsjagd-nano-100.html

 

 

Juni 2022

Haubenlerchen, Kiebitze, Brachvögel und andere Feld- und Wiesenvögel sind in Deutschland selten geworden. Die Gründe für den Rückgang der Bestände sind gut erforscht, besonders folgende Faktoren machen den Vögeln das Überleben bei uns schwer: fehlender Lebensraum aufgrund einer zunehmenden Versiegelung der Böden und einer immer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden, Überdüngung der Böden und Nahrungsmangel, weil es immer weniger Insekten gibt.

Auch in der baden-württembergischen Gemeinde Walldorf gibt es wohl nur noch drei Haubenlerchen-Brutpaare. Und die möchte der Rhein-Neckar-Kreis nun um jeden Preis schützen - und hat deshalb per Allgemeinverfügung veranlasst, dass Hauskatzen ab sofort das Haus nicht mehr verlassen dürfen, und zwar bis Ende August. Auch in den kommenden Jahren soll die Ausgangssperre für Katzen im Zeitraum zwischen dem 1. April und dem 31. August gelten. Lässt man seine Katze dennoch ins Freie, können Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro fällig werden. Diese ebenso überzogene wie auch sinnfreie Maßnahme geht völlig am Problem vorbei und hat deshalb auch heftige Kritik ausgelöst - selbst viele Vogelschützer sehen diese Maßnahme kritisch und erkennen, dass nicht die Katze für den Rückgang der Bodenbrüter-Bestände verantwortlich ist und eigentlich ganz andere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Aber  während man bei den Katzen nun unverhältnismäßig hart durchgreifen möchte, hatte man noch im April vergangenen Jahres mit dem Genehmigen eines  Gewerbegebietes mitten in den letzten Brutgebieten der Haubenlerche in Baden-Württemberg offensichtlich keine Probleme, wie das Beispiel unter folgendem Link zeigt: 

https://baden-wuerttemberg.nabu.de/news/2021/april/29885.html

Während also Tierschützer und Naturschutzverbände wie der BUND und der NABU diese Maßnahme durchaus kritisch sehen, begrüßen die Jäger die Entscheidung und nutzen einmal mehr die Gelegenheit, sich als Artenschützer zu präsentieren. Im Beitrag "Hauskatzen: Landkreis verbietet Freigang für Katzen" auf jaderleben.de weist man darauf hin, dass man bereits in den vergangen Jahren versucht habe, die Haubenlerche durch das Aufstellen von Fallen und dem Abschuss von Füchsen und Elstern zu schützen. Offensichtlich jedoch ohne großen Erfolg - was nicht verwundert, wenn man sich die Ursachen für den Bestandsrückgang nochmals vor Augen führt. Die Jägerschaft versucht also wieder einmal, sich als wichtigen Bestandteil des Artenschutzes zu präsentieren - auf die Idee, dass auch die intensive Jagdausübung mitten im Brutgebiet einen weiteren nicht zu unterschätzenden Störfaktor für den Bruterfolg darstellen könnte, kommt man scheinbar nicht.

https://www.jagderleben.de/news/hauskatzen-landkreis-verbietet-freigang-fuer-katzen-713555

Interessanter als der aktuelle Beitrag auf jaderleben.de ist allerdings ein Beitrag aus dem Jahr 2018, in dem die Jäger genau dieses Ausgangsverbot für Katzen bereits fordern. Dass viele Jäger Katzenhasser sind, ist kein Geheimnis - gleichzeitig wird der Haustierabschuss von einer Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Der Artenschutz bietet den Jägern nun die Gelegenheit, den Katzenabschuss wieder salonfähig zu machen. So begrüßt man im Beitrag "Hauskatze: Gefahr für die Artenvielfalt" die zunehmend enge Zusammenarbeit zwischen Jägern und dem Verbandsnaturschutz - wir möchten an dieser Stelle nochmal anmerken, dass mittlerweile viele NABU- und LBV-Ortsgruppen von Jägern geführt werden und diese dort immer auch ihre jagdlichen Interessen im Blick haben und die Vereinfachung des Katzenabschusses ist durchaus ein solches Interesse. Im genannten Beitrag wird nun versucht, die "schädlichen" Auswirkungen von Katzen auf unser Ökosystem mit wissenschaftlichen Studien zu belegen und beruft sich dabei ausgerechnet auf eine höchst umstrittene Studie aus den USA - die dort genannten  Zahlen werden auch vom Experten des NABU als viel zu hoch eingestuft, denn würden die Schätzungen und Hochrechnungen stimmen, müsste in Deutschland jeder zweite Vogel von einer Katze getötet werden - und das ist mit Sicherheit nicht der Fall. 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/katzen/15537.html

Die "Gesellschaft für Säugetiere" kommt zu einem völlig anderem Ergebnis: dort hat man im Rahmen einer Studie die Mägen von fast 1.000 getöteten Katzen untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Hauskatzen keine Bedrohung für die Artenvielfalt darstellen und der Katzenabschuss somit unverhältnismäßig ist. In den Mägen der Katzen fand man überwiegend Nagetiere. Dass natürlich auch Vögel zum Beutespektrum von Katzen gehören, soll nicht abgestritten werden - allerdings fanden sich kaum geschützte Arten in den Mägen der Tiere, sondern fast ausschließlich weit verbreitete Arten. Im Rahmen der Studie hat man auch Gebiete mit hoher Katzendichte beobachtet - auch dort konnte kein nennenswerter Einfluss auf die Populationsentwicklung festgestellt werden.

https://www.peta.de/themen/katzenabschuss-durch-jaeger/

All das sollte der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises eigentlich bekannt sein. Wenn man dort ernsthaften Artenschütz betreiben wollte, müssten ganz andere Maßnahmen ergriffen werden. So aber entsteht der Eindruck, dass man dem Einfluss bestimmter Lobbyistengruppen nachgegeben hat, während man sich an die wirklichen Schuldigen wieder einmal nicht herantraut.

 

Juni 2022

Auf jagderleben.de wird der Ausgang der Wahl in NRW im Beitrag "Müssen Jäger ein Ende der Baujagd fürchten?" aus Jägersicht bewertet. Zwar setzt man große Hoffnungen in Hendrik Wüst, der selbst begeisterter Jäger Ist und sich in einem taz-Interview folgendermaßen zum Thema Jagd geäußert hat:

„Wir können jetzt sicher lange über den forstwirtschafltichen Nutzen der Jagd oder das Naturerlebnis reden. Aber ja: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das Beute machen bei der Jagd keine Spaß macht – auch wenn ich selbst keinen opulenten Trophäenschrank habe.“

Die von den Jägern bevorzugte Koalition aus CDU und FDP wird aber nicht weiterregieren können, da sie keine Mehrheit mehr hat. Somit werden an einer künftigen Koalition vermutlich die Grünen beteiligt sein, aber auch eine Regierungsbeteiligung der SPD ist denkbar. Für die Jäger ist offensichtlich beides ein Alptraum. Es geht vor allem um die Positionen der genannten Parteien zum Thema Prädatorenbejagung. Laut SPD-Positionspapier soll die Prädatorenbejagung nicht mehr in den Verantwortungsbereich des Jägers fallen, vielmehr sollen künftig die Naturschutzbehörden für das Prädatorenmanagement zuständig sein. Noch schlimmer wäre aus Jägersicht eine Regierungsbeteiligung der Grünen, denn diese möchten gar die Baujagd verbieten, da sie mit dem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren sei. Außerdem soll der Fuchs, wenn es nach den Grünen geht, nur noch in Ausnahmefällen im Interesse des Artenschutzes bejagt werden dürfen. Es ist schon erstaunlich, auf wie viel Ablehnung diese doch sehr moderaten Positionen bei den Jägern stoßen. Aber schon die Überschrift "Müssen Jäger nun ein Ende der Baujagd fürchten" zeigt, dass es den Jägern weder um den Arten- oder Tierschutz noch um die Sinnhaftigkeit bestimmter Jagdmethoden geht, sondern allein um das eigene Vergnügen.

https://www.jagderleben.de/news/wahl-nrw-muessen-jaeger-ende-baujagd-fuerchten-713544

 

 

Juni 2022

Bei einer Schießerei in Klarenthal wurde ein Polizist schwer verletzt, mittlerweile ist er wohl außer Lebensgefahr. Der Täter hatte sich stundenlang in seiner Wohnung verbarrikadiert und immer wieder gezielt auf die anwesenden Polizisten geschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Grund für die Schießerei war eine geplante Wohnungsdurchsuchung der Waffenbehörde: dem Mann sollten wegen eines Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz und wegen Bedrohung eines Vollstreckungsbeamten seine Waffen und Munition abgenommen werden. Wie schon bei den Polizistenmorden von Kusel, die den meisten noch gut in Erinnerung sein dürften, stammt auch dieser Täter aus dem Jägermilieu und war somit legal im Besitz der Waffen. 

https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/polizei_schuesse_klarenthal_100.html?fbclid=IwAR0TI9L25QUTD-jK0hQLTMxVBhr_13LjIddT86A8Yer_frrc0cu4B9keA4g

 

 

Juni 2022

Eigentlich ist in Brandenburg seit dem 1.4.2021 die Verwendung bleihaltiger Munition bei der Jagdausübung verboten - doch offensichtlich halten sich die Jäger nicht daran. Und so sind auch in diesem Jahr bereits wieder 8 Seeadler an einer Bleivergiftung verendet - wie qualvoll dieser Vergiftungstod für die Tiere ist, beschreibt eine Tierärztin, die auf die Behandlung der geschützten Tiere spezialisiert ist, in einem Beitrag auf rbb24 - Brandenburg aktuell eindrücklich. Es ist kein Geheimnis, wie es zu den Vergiftungen bei den Vögel kommt: die Seeadler fressen an Kadavern und den im Wald zurückgelassenen Innereien erschossener Tiere und nehmen so Munitionsreste und somit auch Blei auf. Obwohl dies wissenschaftlicher Konsens ist, spricht man beim Landesjagdverband Brandenburg von "reiner Spekulation"  - und sieht somit wohl auch keine Veranlassung, sich an geltendes Recht zu halten. Auch der Adlerschützer Karsten Matschei von Aquila e.V. kann von Jagdveranstaltungen berichten, bei denen sich die Jäger offensichtlich nicht an das Bleiverbot gehalten haben. Der grüne Umweltminister Axel Vogel möchte das Bleiverbot nun auch ins Jagdgesetz schreiben - somit könnte dann bei einem Verstoß auch ein Bußgeld fällig werden. Doch bei der Kontrolle eines solchen Verbotes setzt man weiterhin auf die Selbstkontrolle der Jäger - obwohl mittlerweile hinreichend bewiesen sein dürfte, dass die Selbstregulation im Bereich Jagd gescheitert und eine unabhängige Kontrolle der Jäger längst überfällig ist.

https://www.facebook.com/brandenburgaktuell.rbb/videos/1050849902206612

 

Mai 2022

Ein ungewöhnlich jagdkritischer Beitrag erschien vor ein paar Tagen in der taz. Unter dem Titel "Jagdbeute zum Selberzüchten - Ausgesetzt und frei zum Abschuss" beschäftigt sich der Artikel mit der gängigen Praxis, Entenküken auszusetzen und anzufüttern, nur um sie später zu bejagen. Im konkreten Fall geht es um rund 70 Entenküken, die Jäger in einem Gewässer bei Nienburg ausgewildert haben sollen. Zu Wort kommt unter anderem Johann Beuke vom Verein Pro Fuchs, der gemeinsam mit dem Tierschutzbund und Wildtierschutz Deutschland das Vorgehen der Jäger scharf kritisiert. Abgesehen davon, dass das Aussetzen zu Jagdzwecken mit unserem Tierschutzgesetz nicht vereinbar ist, bringen auch die von den Jägern vorgenommenen Fütterungen Probleme mit sich: Gewässer, in die zu viele Nährstoffe gelangen, können veralgen und "umkippen" - aus diesem Grund ist das Entenfüttern für Privatpersonen auch verboten. Die Jäger hingegen füttern die Tiere im großen Stil, wie Videoaufnahmen von Pro Fuchs zeigen. Während das zuständige Landwirtschaftsministerium das Aussetzen der Tiere mit "der Stabilisierung bestimmter Wildtierpopulationen, zum Beispiel durch genetische Auffrischung" zu rechtfertigen versucht, wird der Verbandssprecher der Landesjägerschaft deutlicher:

„Das Jagen ist für die meisten Jäger nicht Beruf, sondern Freizeitbeschäftigung und Leidenschaft“

und weiter: 

„Natürlich geht es beim Auswildern dann auch darum, dass der Bestand mittelfristig bejagt werden kann."

Johann Beuke kritisiert im Zusammenhang mit dem Aussetzen der Entenküken außerdem die mangelnde Kontrolle: eigentlich müssen die Küken mindestens sechs Monate vor der geplanten Bejagung ausgesetzt werden. Da das Aussetzen der Entenküken aber nicht genehmigungspflichtig ist, kann nur schwer überprüft werden, ob die geltenden Vorschriften auch eingehalten werden. Auch die Verzögerungstaktik der zuständigen Behörden wird im Beitrag anschaulich thematisiert - Anzeigen werden von einer Behörde an die andere weitergereicht, niemand fühlt sich zuständig und so vergehen mitunter Jahre, bis es endlich zu einer Entscheidung kommt.

https://taz.de/Jagdbeute-zum-Selberzuechten/!5853627/

 

Mai 2022

Und wieder kam es zu einer folgenschweren Verwechslung: in Garmisch-Partenkirchen hat ein Jäger Mitte April drei Hausschweine in ihrem Gatter erschossen. Der Jäger gibt an, die Hausschweine mit Wildschweinen verwechselt zu haben - und versucht gleichzeitig, dem Schweinehalter die Schuld an dem Vorfall zu geben: der Jäger habe nichts über die Schweinehaltung am Waldrand gewusst, der Besitzer der Tiere hätte ihn informieren müssen. Der Bruder des Schützen, der an jenem Abend mit auf der Jagd war, gibt an, dass "die Schweine in einem schwer einsehbaren Winkel des dunklen Waldes" standen. Der Versuch, seinen Bruder mit dieser Aussage zu entlasten, misslingt allerdings gründlich. Denn mit dieser Aussage gibt er zu, dass wieder einmal geschossen wurde, ohne zu wissen, worauf man eigentlich schießt. Der Halter der Hausschweine glaubt übrigens nicht an ein Versehen - zwei Wochen vor den Todesschüssen habe der Jäger einen Hochsitz direkt neben dem Schweinegatter repariert. Die Anwesenheit der Schweine müsste ihm daher bekannt gewesen sein. Der Halter der Schweine hat nun Anzeige erstattet, die Ermittlungen wurden bereits aufgenommen. Der Jagdpächter, der gleichzeitig der Vorsitzende der Jäger-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen ist, hat mittlerweile ebenfalls Anzeige erstattet: wegen Imageschädigung und Falschbehauptung.

https://www.jagderleben.de/news/jagdunfall-bjv-kreisgruppenvorsitzender-schiesst-hausschweine-713542

Mai 2022

Je mehr die Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung an Ansehen verliert, umso penetranter werden die Kampagnen der Jagdverbände. Schilder wie das hier abgebildete findet man mittlerweile überall in der Natur. Mal ist auf diesen Schildern ein Wildkaninchen abgebildet, mal ist es ein Reh, ein Fuchs oder ein Feldhase. Die Botschaft aber ist immer die gleiche: der Jäger als unermüdlicher Beschützer der Wildtiere, der jedes einzelne Tier vor allen möglichen Gefahren bewahren möchte. Was auf diesen Schildern nicht steht: die größte Gefahr für unsere Wildtiere geht nicht von freilaufenden Hunden oder gedankenlosen Spaziergängern aus - die größte Gefahr droht den Wildtieren durch die Jagd. Auch wenn jeder einzelne Fall, bei dem ein Reh oder ein Hase durch einen Hund zu Schaden kommt, medienwirksam aufgebauscht wird, so ist die Zahl der auf diese Weise ums Leben gekommenen Wildtiere doch verschwindend gering - und zwar so gering, dass genaue Zahlen nicht ermittelt werden können, da sie in keiner Statistik auftauchen. Die Zahl der von Jägern getöteten Wildtiere ist allerdings bekannt: Jahr für Jahr töten Jäger in Deutschland mehr als 5 Millionen (!!!) Wildtiere. Vor diesem Hintergrund kann man derartige Kampagnen nur als einen weiteren verzweifelten Versuch werten, das mittlerweile doch arg angeschlagene Image der Hobbyjagd etwas aufzupolieren. Glücklicherweise durchschauen aber immer mehr Menschen derartige Propaganda-Aktionen und fallen nicht länger auf das Märchen vom Jäger als Tierschützer herein.

Hier noch ein Link zu den offiziellen Abschusszahlen des Jagdjahres 2020/2021:

https://www.jagdverband.de/zahlen-fakten/jagd-und-wildunfallstatistik/jagdstatistik-fuer-einzelne-wildarten

Mai 2022

Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord entdeckten nach einem Hinweis aus der Bevölkerung in einem Feldgehölz bei Erkelenz (Kreis Heinsberg, NRW) eine illegale Vogelfalle. Als die Falle nun vor wenigen Tagen von der Polizei sichergestellt wurde, saß in dem aus Drahtgitter gebauten Käfig eine lebende Elster als Lockvogel. Neben der Falle lagen die Überreste einer toten Waldohreule. Bevor die Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord die Polizei informierten, überwachten sie die Falle eine Woche lang mit einer versteckten Kamera - mit Erfolg. Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Falle jeden Tag kontrolliert und der Lockvogel gefüttert wurde - und zwar von "zwei Personen, die der örtlichen Jägerschaft zugeordnet werden können." Das Komitee gegen den Vogelmord hat mittlerweile Anzeige erstattet. Den Tätern droht eine hohe Geldstrafe sowie der Verlust des Jagdscheins. Und wieder einmal kommen die Täter aus den eigenen Reihen....

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

Eine weitere illegale Greifvogelfalle wurde im Landkreis Prignitz (Brandenburg) ebenfalls von Mitarbeitern des Komitees gegen den Vogelmord entdeckt und bei den Behörden gemeldet. Bei der Falle handelt es sich um "eine riesige, illegale Konstruktion, die fest auf einem PKW-Anhänger montiert war und offensichtlich von den Tätern an wechselnden Standorten eingesetzt wurde." Es handelt sich hier um eine sog. Massenfalle, mit der Raben, Greifvögel oder Eulen gefangen werden können - in der Nähe wurden die Überreste eines toten Greifvogels gefunden. Die Tiere werden mit Eiern oder Plastikattrappen von Entenküken in die Falle gelockt. Die Untere Naturschutzbehörde hat die Falle mittlerweile gemeinsam mit der Vogelschutzwarte Brandenburg beschlagnahmt und abgeschleppt. Die Behörden ermitteln gegen Unbekannt und sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

 

 

Mai 2022

Auf der Facebook-Seite "Jäger und Freunde der Jagd in Niedersachsen" berichtet die Jägerschaft Einbeck, dass weitere 21 Jungjäger erfolgreich die Jägerprüfung abgelegt haben. Insgesamt acht Monate lang hätten sich die angehenden Jäger "intensiv" auf das "grüne Abitur" vorbereitet. Wenn man genauer hinschaut, kann von einer fundierten Ausbildung allerdings keine Rede mehr sein. So wurde den angehenden Jägern in nur 130 Unterrichtsstunden Wissen zu folgenden Themengebieten vermittelt: 

"Wildbiologie und Wildtierkunde, zum Natur- und Tierschutz, zu Wildkrankheiten und zur Wildbret-Hygiene, über Land- und Waldbau wie zum Jagd- und verwandten Recht, über Waffen und zum Hundewesen haben sie teilgenommen. Zudem haben die Teilnehmenden geschossen und wurden an Fallen ausgebildet."

Schon erstaunlich, was unsere Jäger in nur 130 Stunden so alles lernen können. Das das vermittelte Wissen bestenfalls oberflächlich sein kann, erschließt sich von selbst. Aber vermutlich wird sich auch hier die Ausbildung auf das Auswendiglernen von Multiple-Choice-Fragen beschränkt haben.

https://www.facebook.com/groups/1189248621102413/?hoisted_section_header_type=recently_seen&multi_permalinks=5770850722942157

 

April 2022

In der aktuellen Folge widmet sich "Die kleine Jagdschule" dem Thema Schliefenanlagen. Eindrucksvoll beschreibt Tomas Mitschke vom NABU Lünbeburg das Leid der Füchse in solchen - vor den Augen der Öffentlichkeit aus gutem Grund gut verborgenen - Anlagen. In Schliefenanlagen werden Jagdhunde an lebenden Füchsen ausgebildet. Unabhängige Kontrollen derartiger Anlagen finden in der Regel nicht statt - und so gibt es wohl auch Anlagen, in denen die Füchse in viel zu kleinen Käfigen ohne jede Ablenkungsmöglichkeit gehalten werden, viele dieser Füchse sehen niemals Sonnenlicht. Von einer auch nur annähernd artgerechten Haltung ist man weit entfernt. Wie aber ist so etwa in Deutschland möglich, wo der Tierschutz doch eigentlich Staatsziel ist? Die Antwort auch hier: die Jägerschaft hat sich die geltenden und ihr gefälligen Vorgaben gemeinsam mit diversen Teckel- und Terrierclubs selbst erarbeitet und sich diese dann vom zuständigen (jägernahen) Ministerium absegnen lassen. Tierschützer waren an der Erarbeitung der geltenden Vorgaben zu keinem Zeitpunkt beteiligt. Anschließend kontrolliert man sich selbst - wie bereits mehrmals erwähnt, sind die zuständigen Kontrollbehörden überwiegend mit Jägern besetzt - und bescheinigt sich gegenseitig, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Vorgaben, die - man kann es nicht oft genug sagen -  man zuvor nach den eigenen Wünchen und Bedürfnissen gestaltet hat und die den Tierschutz in keiner Weise berückichtigen. So läuft das System Jagd. Und das ist leider nicht nur bei den umstrittenen Schliefenanlagen gängige Praxis. Hier der Link zur "kleinen Jagdschule":

https://www.facebook.com/watch/?v=2805407506420099

Noch eine kurze Anmerkung: "Die kleine Jagdschule" kommt in Jägerkreisen nicht besonders gut an - anfangs hat man noch (erfolglos) versucht, Beiträge sperren zu lassen. Nun kommentiert man fleißig unter den Beiträgen und entlarvt sich wieder einmal selbst.

So bestätigt ein Jäger den von Thomas Mitschke im Beitrag kritisierten Einfluss der Jagdlobby:

"Ausreden" brauche ich indes nicht - stehe ich doch auf der Seite von Tradition und einer starken Lobby."

Und natürlich versucht man wieder einmal, die Fuchsjagd mit den üblichen Jägermärchen zu rechtfertigen:

"Warum diese Wehleidigkeit? Der Fuchs überträgt auch für den Menschen gefährliche Krankheiten wie Tollwut und Fuchsbandwurm, seines hohen Bestandes wegen ist er keineswegs gefährdet und muss drittens schon deshalb bejagt werden, weil er sonst – zumindest regional – selten gewordene Bodenbrüter unter den Vögeln auszurotten droht."

Dass Deutschland seit 2008 offiziell tollwutfrei ist, dass die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen zu werden, höher ist als die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren und dass die Fuchsjagd wissenschaftlichen Studien zufolge eben kein Beitrag zum Artenschutz ist, ist bei diesem Jäger offensichtlich noch nicht abgekommen. Und nur weil ein Tier nicht in seinem Bestand bedroht ist, rechtfertigt das noch lange nicht seine Bejagung. Aber so lange man sich auf eine starke Lobby verlassen und sich hinter Begriffen wie "Tradition" verstecken kann, braucht man sich mit Fakten ja nicht auseinanderzusetzen.

 

April 2022

Im Fall des am Neujahrsmorgen 2022 in der Nähe von Mindelstetten in eine Totschlagfalle geratenen Zwergpinschers hat die Untere Jagdbehörde mittlerweile zugegeben, dass beim Aufstellen der Falle rechtliche Vorschriften nicht beachtet wurden. In einem Schreiben an uns heißt es, dass "man die begangenen Verstöße ahnden" werde. Außerdem habe man "vorab den Jäger auf die einschlägigen Vorschriften bei der Ausübung der Jagd mit Fallen, die es dabei zu beachten gibt, hingewiesen." Gleichzeitig räumt man ein, dass "der Aufstellungsort neben einem Feldweg nicht ideal gewählt" worden sei - allerdings könnten sich solche Vorfälle auch "bei abseits betriebenen Fallen" ereignen. Auf Schilder, auf denen vor den Fallen gewarnt wird, verzichtet man wohl vor allem deshalb, weil "es in der Vergangenheit leider auch zu Vorfällen" gekommen sei, "dass Fallen unerlaubterweise von Unbekannten entfernt wurden." Anstatt nun aber auf die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnten und in anderen Bundesländern auch schon längst verbotenen Totschlagfallen zu verzichten, verzichtet man im Landkreis Eichstätt lieber auf die Warnschilder und nimmt so eine Gefährdung der Bevölkerung in Kauf. Nicht nur Hunde können in eine solche Falle geraten, sie stellen auch eine Gefahr für neugierige Kinder dar. Und auch für Pilzsucher und andere Waldbesucher können "abseits betriebene" Fallen zur Gefahr werden. Der Jäger hat sich übrigens bis heute nicht bei der betroffenen Hundebesitzerin gemeldet - es erfolgte weder eine Entschuldigung noch das Angebot, die für die Behandlung des schwer verletzten Hundes entstandenen Kosten zu übernehmen. 

Das Schreiben der Unteren Jagdbehörde können Sie unter der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker" nachlesen.

Der kleine Zwergpinscher wurde durch die Falle zwar schwer verletzt, hat den "Unfall" aber überlebt. So viel Glück hatte die gut ein Jahr alte Bonnie aus Krümmel nicht. Wie so oft hat Bonnie ihren Besitzer zum Schafe füttern begleitet. Als Bonnie plötzlich nicht mehr auf die Rufe ihres Besitzers reagiert, machte der sich auf die Suche - und fand Bonnie nur wenige Meter vom Zaun seines Grundstücks entfernt tot auf. Sie war in eine Totschlagfalle geraten, die Falle hatte ihr das Genick gebrochen. Aufgestellt hatte die Falle ein Jäger "im Auftrag" eine Geflügelhofes in direkter Nachbarschaft - allerdings wurden beim Aufstellen der Falle, wie man auf dem Foto in der Zeitung gut sehen kann - sämtliche geltenden Sicherheitsvorschriften ignoriert. Offensichtlich waren in der näheren Umgebung noch mehr Fallen aufgestellt worden, denn nach dem Tod der Hündin versicherten sowohl der Jäger als auch der Betreiber des Geflügelhofes, dass man mittlerweile alle Fallen entfernt habe.

https://www.nordkurier.de/mueritz/hund-stirbt-in-der-fuchsfalle-eine-ganze-familie-trauert-1347828904.html

https://www.nordkurier.de/mueritz/fuchsfalle-nicht-ordnungsgemaess-aufgestellt-2047899504.html?fbclid=IwAR2rJwazD0BbYTWKb7z_fJDOnJrmpN1wi2P-g4vI_HDu96NZtAU4ztMfsj4

April 2022

In Wohratal (Hessen) hat erneut ein Jäger "versehentlich" ein Pferd erschossen - das Pferd befand sich etwa 120 Meter vom Hochsitz entfernt auf einer Weide, als der tödliche Schuss fiel. Auch in diesem Fall greift der Jäger zu der beliebten Ausrede, das Pferd mit einem Wildschwein verwechselt zu haben. Als ob das alles erklären würde und solche Verwechslungen nichts Ungewöhnliches seien. Nun ist es aber relativ einfach, ein Pferd von einem Wildschwein zu unterscheiden - selbst Kindergartenkinder schaffen das und es ist davon auszugehen, dass auch Jäger zwischen beiden Tierarten unterscheiden können. Vorausgesetzt natürlich, man sieht, worauf man schießt. Und das war hier (und bei anderen tödlichen "Verwechslungen") ganz offensichtlich nicht der Fall. Wieder einmal wurde die grundlegendste Sicherheitsvorschrift im Umgang mit Schusswaffen missachtet: nämlich erst dann zu schießen, wenn man sich zu 100% sicher ist, worauf man schießt. Würden alle Jäger diese Regel beherzigen, würde es auch nicht mehr zu solchen "Verwechslungen" kommen. 

https://www.jagderleben.de/news/jagdunfall-jaeger-schiesst-pferd-statt-wildschwein-713446?fbclid=IwAR3yMo8UM7HNK6djaMxYHVMFW2gU1KBZFHw3PRcdxHTQXkmQ_ZV-DspDVXo

 

April 2022

Unter der Schlagzeile "Waldruhe wird durch Sportler gestört" ist in der Mittelbayerischen Zeitung anlässlich der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft Eitlbrunn ein weiterer tendenziöser Beitrag zum Thema Jagd erschienen. Wieder einmal übernimmt die Zeitung völlig unreflektiert die Aussagen der anwesenden Jagdpächter - und so können diese ungehindert Stimmung machen gegen Spaziergänger und Jogger, die "das Wild stark beunruhigen", gegen Mountainbiker, die "quer durch das Gelände heizen" und gegen Reiter, die "ihre Pferde an den Kirrungen fressen lassen". Dass zahlreiche Feldstudien belegen, dass Spaziergänger, Jogger und sogar Mountainbiker von Wildtieren nicht als Gefahr gesehen werden und sie demzufolge bei einem Kontakt nicht sonderlich gestresst sind und nur wenige Meter ausweichen, wird nicht erwähnt. Völlig außer acht gelassen wird in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Jäger - erst der permanente Jagddruck macht Wildtiere scheu und schreckhaft. Die Zusammenhänge sind gut erforscht und lassen sich wie folgt zusammenfassen: Je stärker die jagdliche Beunruhigung des Wildes, desto sensibler reagiert es auch auf nicht jagdliche Störfaktoren. Will man den Wildtieren also wirklich etwas gutes tun, müsste man konsequenterweise die Jagdzeiten stark einschränken und Ruhezonen einrichten. Nicht die Spaziergänger sind das Problem, sondern die Jäger.

Doch an Fakten scheinen weder die Jäger noch die Zeitung noch der ebenfalls bei der von den Jagdpächtern finanzierten Veranstaltung anwesende Bürgermeister interessiert zu sein - bei ihm fielen die Klagen der Jagdpächter scheinbar auf fruchtbaren Boden. Der Bürgermeister bat die Jäger, "Probleme immer unverzüglich anzusprechen" und sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu. Auch hier funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Politik und Jägerschaft auf kommunaler Ebene offensichtlich gut - zum Nachteil der restlichen Bevölkerung.

https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-land-nachrichten/jaeger-klagt-ueber-gestoerte-waldruhe-21364-art2107169.html

Aber nicht nur Bürgermeister lassen sich gerne zu von Jägern organisierten und finanzierten Veranstaltungen einladen - auch Ministerpräsidenten und andere hochrangige Politiker nehmen gerne an solchen Veranstaltungen teil. So aktuell auch der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther - er folgte vor kurzem der Einladung des Landesjagdverbandes zum Landesjägertag und hielt dort das Grußwort: von Kritik keine Spur, stattdessen die übliche Lobhudelei. Hier ein paar Auszüge: 

"Die Jägerinnen und Jäger hier bei uns in Schleswig-Holstein leisten einen unglaublich wichtigen und vielfältigen Beitrag dazu, dass unsere Tier- und Pflanzenwelt gesund und im Gleichgewicht ist – sie sind zugleich ein existenziell wichtiger Partner des Landes bei der Bedrohung durch Tierseuchen wie aktuell der Afrikanischen Schweinepest."

und weiter: 

"...ich bin vor Ort, um Danke zu sagen für die ehrenamtliche Arbeit, die in der Freizeit und nicht selten auch in der Nacht stattfindet...Meinen großen Respekt für Ihre tagtägliche Arbeit, danke für die Einladung und Allzeit Waidmannsheil."

https://www.facebook.com/MP.DanielGuenther/

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Herr Günther am Landesjägertag teilgenommen hat - bereits 2018 hielt er dort eine fast identische Rede:

https://www.facebook.com/MP.DanielGuenther/posts/185073325473684

Interessanter als die beiden Reden von Herrn Günther sind allerdings die Kommentare unter den Beiträgen: während unter dem Beitrag aus dem Jahr 2018 nur ganze 3 (von Jägern verfasste) Kommentare zu finden sind, finden sich unter dem aktuellen Beitrag über 50 - zum Teil sehr kritische - Anmerkungen. Hier hat sich zwischenzeitlich also einiges getan...

 

April 2022

Jahr für Jahr gelangen europaweit 100.000 Tonnen Blei in die Umwelt - 14% davon durch die Jagd. Umweltverbände fordern seit langem, bleihaltige Munition "zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt" zu verbieten. Die schädlichen Auswirkungen von bleihaltiger Munition sind gut erforscht und lange bekannt - eine aktuelle britische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Millionen von Greifvögeln von einer Bleivergiftung bedroht sind. Auch die hohe Bleibelastung von Böden und Wildbret wird zunehmend zum Problem. Der Hessenforst verlangt aus diesem Grund seit 2015, dass auf den landeseigenen Flächen nur noch bleifreie Munition verwendet wird - und folgt damit dem Beispiel Brandenburgs, wo bleihaltige Munition bereits seit 2005 auf staatlichen und kommunalen Flächen verboten ist. Doch das vom Hessenforst verhängte Verbot von bleihaltiger Munition stößt beim Landesjagdverband Hessen auf wenig Gegenliebe. Obwohl zahllose wissenschaftliche Studien die schädlichen Auswirkungen von Bleimunition eindeutig belegen, behaupten die hessische Jäger, dass "bislang keine wirkliche Gefährdung von Mensch und Tier" nachgewiesen worden sei. Man redet sich damit heraus, dass "bei den heimischen Greifvogelarten flächendeckend keine Anzeichen erkennbar" seien, "dass diese grundsätzlich in ihrem Bestand gefährdet sind". Schwankungen in den Beständen seien natürlich möglich - aber daran seien weder die Jäger noch die von ihnen verwendete Bleimunition Schuld, sondern des Greifvogels schlimmster Feind: das gemeine Windrad.

Dass Vögel durch Windräder verletzt oder getötet werden können, ist unbestritten - hier wird bereits intensiv an Lösungen geforscht. Wie die Tatsache, dass Greifvögel auch durch Windräder zu Schaden kommen können allerdings den weiteren Einsatz von Bleimunition rechtfertigen soll, bleibt das Geheimnis der hessischen Jäger. 

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jagd-wieso-bleihaltige-munition-noch-nicht-verboten-ist-17945643.html?fbclid=IwAR2_jaw5xWbuTYKXYRxmvaUez9OqsgGV2sm2o7h8tC3VOVzQMjgyTTKgO60

 

 

April 2022

Unter der Überschrift "Jäger-Kampagne mahnt zu achtsamen Umgang mit der Natur" bringt das NDR Nordmagazin einmal mehr völlig unreflektiert Jagdpropaganda unters Volk. Auf einem Plakat ist ein Fuchswelpe zu sehen, der bittet: "Bitte nicht anfassen! Meine Mama kommt gleich zurück!" - das zweite Plakat zeigt ein Rehkitz, darunter die üblichen Verhaltensregeln. Diese Plakate führen die Bevölkerung bewusst in die Irre, da sie den Eindruck vermitteln, Jäger würden sich für den Schutz von Fuchs und Reh stark machen - mit der Realität hat das hier vermittelte Bild vom Jäger als Fuchs- und Rehbeschützer aber nur wenig zu tun. Wir haben uns deshalb mit einem Leserbrief an den NDR gewandt und um eine differenziertere Berichterstattung gebeten. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

https://www.facebook.com/NDRmv/photos/pcb.4736741119770117/4736736969770532

April 2022

Hier zwei Updates zu den beiden aktuellen Fällen in der Region Ingolstadt/Eichstätt:

Fall 1: Im Fall des bei Mindelstetten in eine mutmaßlich unsachgemäß aufstellte Totschlagfalle geratenen Zwergpinschers hat sich bisher leider nicht viel Neues ergeben. Zwar hat die Untere Jagdbehörde den Eingang unserer Anzeige bestätigt und versprochen, die Vorwürfe zu überprüfen und ggf. geeignete Maßnahmen zu ergreifen, gleichzeitig wurde uns aber mitgeteilt, dass man uns keine weiteren Auskünfte erteilen könne. Im Schreiben der Unteren Jagdbehörde liest sich das so: "...Sie haben aber sicher auch Verständnis dafür, dass wir Personen, die ihr Interesse am Ausgang eines Verfahrens gegen einen Beschuldigten bekunden, die gewünschte Auskunft nicht erteilen können..." Da wir dieser Argumentation nicht folgen können, haben wir uns daraufhin trotzdem nochmal an die Behörde gewandt und darum gebeten, uns - selbstverständlich unter Wahrung des Datenschutzes - über den aktuellen Ermittlungsstand in Kenntnis zu setzen - dieses Schreiben wurde von der Unteren Jagdbehörde ignoriert. Auch hier wird also gemauert und versucht, die Sache auszusitzen. Wir haben uns nun erneut an die Untere Jagdbehörde gewandt und darum gebeten, uns bis spätestens 8.April mitzuteilen, ob die Fallen mittlerweile entfernt oder zumindest vorschriftsmäßig gesichert wurden - diese Auskunft sollte eigentlich auch unter Berücksichtigung des Datenschutzes möglich sein. Sollte diese Frist verstreichen, werden wir weitere Schritte in die Wege leiten. Wie berichtet, hatte die Besitzerin des verletzten Hundes unmittelbar nach dem Vorfall Anzeige gegen den Fallensteller erstattet - die Ermittlungen wurden nach einer kurzen Nachfrage seitens der Polizei bei der Unteren Jagdbehörde jedoch sehr schnell eingestellt - die Polizei bekam die Auskunft, dass solche Fallen erlaubt seien, eine Überprüfung, ob die Fallen sachgemäß aufgestellt waren, erfolgte aber wohl nicht. Gegen die Einstellung der Ermittlungen hat zwischenzeitlich der Deutsche Tierschutzbund eine "Einstellungsbeschwerde" bei den zuständigen Behörden eingereicht - auch diese "Einstellungsbeschwerde" wird bisher ignoriert. 

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie noch auf eine aktuelle Petition aufmerksam machen, die ein längst überfälliges Verbot von Totschlagfallen fordert:

https://jedertag.lpages.co/totschlagfallen/

Fall 2: Im Fall des von zwei Jagdhunden totgebissenen Dackel Albrecht ist mittlerweile einiges in Bewegung geraten. Anfangs haben sowohl die Polizei als auch das Ordnungsamt sowie die Sprecherin der Stadt Ingolstadt die Meinung vertreten, dass man gegen den Jäger nichts unternehmen kann. Man argumentierte, dass sich der Vorfall außerhalb einer geschlossenen Ortschaft ereignet habe und dort würde keine Leinenpflicht herrschen, Hunde von Jägern seien im eigenen Revier zudem grundsätzlich von der Leinenpflicht befreit und es sei "nicht ungewöhnlich", dass "Jäger im Revier ihre Futterstellen abfahren und die Hunde neben dem Auto herliefen." Sowohl der Vorfall an sich als auch die Untätigkeit der zuständigen Behörden und die nicht nachvollziehbare Position der Stadt Ingolstadt führte zu massiven Protesten aus der Bevölkerung. Der Vorfall wurde in den sozialen Medien diskutiert und es meldeten sich Menschen beim Donaukurier, die früher bereits Probleme mit dem Jäger und seinen Hunden hatten. Wir haben uns unmittelbar nach Erscheinen des Zeitungsartikels an das Ordnungsamt gewandt und sowohl eine Zuverlässigkeitsüberprüfung des Jägers als auch eine Gefährlichkeitsüberprüfung der Hunde beantragt. Gleichzeitig wandten wir uns an den Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt mit der Bitte, die fragwürdige Haltung der Stadt in diesem Fall nochmal zu überdenken und wiesen gleichzeitig auf die Schwächen in der Argumentation der im Donaukurier zitierten Stadtsprecherin hin. Bis heute erhielten wir weder vom Oberbürgermeister noch vom Ordnungsamt eine Antwort. Wir haben daraufhin im Hintergrund etwas Druck aufgebaut, gleichzeitig sind auch andere Organisationen und Privatpersonen tätig geworden und im Moment scheint es so, als ob der ganze Protest tatsächlich etwas bewirkt hat. Wie einem aktuellen Beitrag des Donaukuriers zu entnehmen ist, nimmt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder auf. Das Ordnungsamt kündigt an, "nach Abschlus der Ermittlungen alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um einer zukünftigen Gefahr durch die Hunde angemessen entgegen zu wirken."  Auch der Pressesprecher der Stadt Ingolstadt sieht plötzlich die Möglichkeit einer "Ahndung mit Geldbuße durch die Stadt Ingolstadt".

Wir werden die weitere Entwicklung im Auge behalten - auch um sicherzustellen, dass die nun unter dem öffentlichen Druck geäußerten Ankündigungen auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden.

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Tod-von-Dackel-Albrecht-geht-an-die-Staatsanwaltschaft;art599,4860672

https://m.facebook.com/donaukurier.online/posts/10159715246773468?locale=ne_NP&_rdr

März 2022

Die jährlich in Dortmund stattfindende Messe "Jagd und Hund" gerät zunehmend in die Kritik - nicht zuletzt deshalb, weil dort regelmäßig fast 180 Reiseveranstalter vertreten sind, die den Abschuss gefährdeter und geschützter Arten anbieten. Zu diesen Arten zählen Hochseevögel und Singvögel ebenso wie Eisbären, Nashörner Elefanten, Löwen, Leoparden, Giraffen, Affen, Braunbären und Wölfe. Allein in Afrika töten etwa 18.000 Trophäenjäger Jahr für Jahr mehr als 100.000 Wildtiere - und das oft mit Jagdmethoden, die hierzulande aus gutem Grund verboten sind: so kommen unter anderem Armbrust oder Pfeil und Bogen zum Einsatz. Die Tiere werden oft in speziellen Jagdfarmen gezüchtet und dann von zahlungskräftigen Kunden in großen Gehegen abgeschossen. Leider sind solche "Jagdreisen" noch immer legal - folgt man der Logik der Anbieter, handelt es sich bei der Trophäenjagd gleichzeitig um "Artenschutz" und "Entwicklungshilfe". In der Bevölkerung hingegen stößt die Trophäenjagd auf breite Ablehnung. Bereits vor zwei Jahren wurde daher eine Petition gestartet, die sich an die Stadt Dortmund richtet. Mittlerweile haben fast 125.000 Menschen die Petition unterzeichnet und sich somit der Forderung ARIWA (Animals Rights Watch) angeschlossen, Anbietern von Trophäenjagden künftig keine Standgenehmigung mehr zu erteilen und so ein klares Zeichen für Tier- und Artenschutz zu setzen. Doch die Stadt Dortmund drückte sich lange Zeit vor einer Entscheidung. Zwar versprach man bereits vor zwei Jahren die Einberufung eines Ethikrates - umgesetzt wurde das Vorhaben jedoch nie. Nun kommt endlich etwas Bewegung in die Sache. Mit einem Eilantrag forderten Bündnis90/Die Grünen Mitte Februar eine sofortige vorläufige Einstellung von Trophäenjagdständen auf der Messe "Jagd und Hund" - bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist. Unterstützt wurde der Antrag von der Linken, von der Piratenpartei und von der Tierschutzpartei. Zwar wurde der Eilantrag trotz dieser Unterstützung abgelehnt - aber das Thema ist jetzt dennoch endlich auf der Tagesordnung angekommen. Der Bürgermeister hat zugesichert, nun unverzüglich den lange versprochenen Ethikrat einzuberufen - und obwohl CDU und FDP es gerne anders gehabt hätten, werden dem Ethikrat keine Jäger angehören. Der Ethikrat soll noch vor der im Juni stattfindenden Messe einen Vorschlag für den zukünftigen Umgang mit Jagdangeboten auf der Messe unterbreiten.

Wenn Sie den Druck auf die Verantwortlichen noch etwas erhöhen möchten, können Sie die Petition unter folgendem Link noch unterschreiben:

https://www.change.org/p/thomas-westphal-stoppen-sie-die-troph%C3%A4enjagd-angebote-bei-der-messe-jagd-und-hund

Und hier noch der Link zu den aktuellen Ereignissen in Dortmund:

https://www.change.org/p/thomas-westphal-stoppen-sie-die-troph%C3%A4enjagd-angebote-bei-der-messe-jagd-und-hund/u/30336890?cs_tk=Ajn_7X1UdeZ0DclgO2IAAXicyyvNyQEABF8BvAprPqmqg6bFcMutEylcHvA%3D&utm_campaign=dd7b4cddeea248b69a28aa0034941843&utm_content=initial_v0_5_0&utm_medium=email&utm_source=petition_update&utm_term=cs

 

 

März 2022

Mit dem NABU Borken hat sich nun ein weiterer Kreisverband öffentlich gegen die Fuchsjagd positioniert - der NABU Borken hält "die Bejagung des Fuchses für nicht vertretbar, ökologisch sinnlos, tierschutzwidrig und gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung gerichtet". Außerdem kommt der NABU Borken zu der Einschätzung, dass die Bejagung des Fuchses die Probleme des Wiesenvogelschutzes nicht lösen kann und weist unter anderem auf eklatante fachliche Mängel vieler von der Jägerschaft immer wieder ins Feld geführter Vergleichsstudien hin. Gleichzeitig kritisiert der Kreisverband, dass sowohl NABU als auch andere Naturschutzorganisationen häufig beim Bodenbrüterschutz mit den Jägern kooperieren - und somit "die extreme Nachstellung der Raubsäuger fördern." Der Kreisverband fordert, die Jagd auf den Fuchs und sämtliche andere Beutegreifer im Raum Borken umgehend einzustellen. Bleibt zu hoffen, dass sich viele weitere Kreisverbände dieser Forderung anschließen werden.

https://nabu-borken.de/positionspapier-zur-fuchsjagd/?fbclid=IwAR0YoT8-U5yZQn9M89drCgHpDp7IJ8rTy6BNE0uTdbHqxaNy1KeOTbh7044

 

März 2022

Wir möchten Sie an dieser Stelle auf zwei aktuelle Petitionen aufmerksam machen.

Die erste Petition macht sich für Nutrias stark, deren Bejagung ebenso überflüssig und kontraproduktiv ist wie die Bejagung von Füchsen, Waschbären oder Krähen. 

https://www.change.org/p/wasserverband-eigel-rur-sterilisation-von-nutrias

Die zweite Petition setzt sich für die Nandus in Mecklenburg-Vorpommern ein - dort haben die zuständigen Behörden wohl eine Jagderlaubnis für die in ihrer Heimat nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützten Vögel erteilt.

https://www.change.org/p/dr-till-backhaus-jagdverbot-f%C3%BCr-die-nandus-in-mecklenburg-vorpommern

 

März 2022

In Niederbayern (Landkreis Kelheim) ist nun ein weiteres Grundstück jagdfrei - auch in diesem Fall wurde es dem Antragsteller möglichst schwer gemacht. Bereits Anfagang 2020 stellte der Grundstückseigentümer einen entsprechenden Antrag - im November erhielt er dann ein Schreiben von der Unteren Jagdbehörde, in welchem Horrorszenarien von Waldverbiss, Fuchsräude und Schweinepest an die Wand gemalt wurden. Da zudem angezweifelt wurde, dass der Antragsteller die Jagd aus ethischen Gründen auf seinen Grundstücken verbieten möchte, schaltete der Grundstückseigentümer einen Anwalt ein. Mit Erfolg: zum Ende des Jagdjahres zum 31.3.2022 sind die Grundstücke nun endlich jagdfrei.

https://www.zwangsbejagung-ade.de/faelle-von-grundstueckseigentuemern-1/bayern/bayern-antrag-auf-jagdverbot-landkreis-kehlheim.html?fbclid=IwAR0HZOKUeOX_BcStunc7asHhts5bVAPf2y8wTsHZ2iO_sWz-WXr1cdeKcjo

 

März 2022

Jäger behaupten, Jagd sei "angewandter Naturschutz". Jäger behaupten, Jagd sei "angewandter Artenschutz". Jäger behaupten, ihnen würde das Wohl der Wildtiere am Herzen liegen.

Mit der Realität hat das wenig zu tun, wie folgendes Beispiel zeigt: laut WWF landen Jahr für Jahr durch die Jagd europaweit etwa 21.000 Tonnen (!!!) Blei in der Natur  - doch obwohl die Folgen lange bekannt sind, möchten die Jäger noch immer nicht auf bleihaltige Munition verzichten und leisten erbitterten Widerstand gegen entsprechende Gesetzesinitiativen. Nun kommt ein Team aus deutschen und britischen Wissenschaftlern zu dem Ergebnis, dass etwa 55.000 erwachsene Greifvögel während des Beobachtungszeitraums an einer Bleivergiftung verendet sind - die Tiere nehmen das toxische Schwermetall auf, wenn sie selbst angeschossen werden oder Tiere fressen, die mit Bleimuntion erlegt wurden. Die Forscher fordern ein Verbot der Bleimunition und sind der Meinung, dass "das vermeidbare Leiden und der Tod zahlreicher Greifvögel durch Bleivergiftung ausreichen sollte, um die Verwendung ungiftiger Alternativen zu fordern." Die meisten Menschen dürften diese Forderung unterstützen - von der Jagdlobby ist hier jedoch kein Einlenken zu erwarten. So wird auch diese Forderung wieder auf erbitterten Widerstand stoßen. Sowohl der qualvolle Tod der Tiere als auch die Vergiftung unserer Umwelt mit einem hochtoxischen Schwermetall scheint unseren jagenden "Naturschützern" und "Tierfreunden" völlig egal zu sein.

https://www.wwf.de/bleimunition-verbieten

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/greifvoegel-in-europa-durch-bleihaltige-munition-gefaehrdet-17887245.html?fbclid=IwAR2wrrh4-Oi-bj5wmX5BwysjwQwXhNQNFDOiHDu2S_ggSLM4LFVPSw1cLlg

 

März 2022

Wie das "Komitee gegen den Vogelmord" mitteilt, wurde letzte Woche in der Nähe von Mageburg ein streng geschützter Seeadler abgeschossen - da der Seeadler mit einem GPS-Sender des Artenschutzprojektes LIFE EUROKITE ausgestattet war, ist der illegale Abschuss gut dokumentiert. Die Auswertung der GPS-Daten ergab, dass der Adler nach seiner illegalen Tötung zu einem Wohnhaus gebracht und dort über Nacht aufbewahrt worden war. Die vom GPS-Sender übermittelten Daten führten die Ermittler direkt zum Wohnsitz des zuständigen Jagdpächters. Konfrontiert mit den Vorwürfen, gestand der 81-jährige Jäger, den streng geschützten Vogel mit seinem Jagdgewehr getötet zu haben. Als er am nächsten Morgen bemerkte, dass der Adler mit einem Sender ausgestattet war, versuchte er noch, die Tat zu verschleiern, indem er versuchte, den Sender und den Vogel getrennt voneinander zu entsorgen. Mittlerweile wurde Anzeige gegen den Jäger erstattet, dem bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahren Haft sowie der Entzug des Jagdscheins drohen.

https://www.komitee.de/de/aktuelles/presse-meldungen/2022/protected-white-tailed-eagle-shot-in-germany/?fbclid=IwAR2I4b-kMR5WWFia3OYbNZ_bAQHlzreGdEnii5SKYyE829N1Ml73CPLer58

 

März 2022

Vor einigen Tagen griffen zwei Jagdhunde in einem Waldstück zwischen Dünzlau und Gerolfing einen angeleinten Dackel an und bissen ihn tot. Die traumatisierte Besitzerin des toten Dackels schildert die Situation im Donaukurier so: "Der eine Hund hat ihm den Bauch aufgerissen", erzählt die 75-Jährige und kann die Tränen nicht zurückhalten. Als Albrecht schwer verletzt auf dem Boden lag, habe sie ihn gestreichelt. "Er hat mich angeschaut und noch einmal mit dem Schwanz gewedelt. Dann war's aus."

Der Vorfall ist auch deshalb besonders tragisch, weil die Probleme mit diesem Jäger und seinen Hunden lange bekannt sind - der Tod des Dackels hätte verhindert werden können, wenn die Behörden rechtzeitig eingegriffen hätten. So erzählt die Besitzerin des Dackels, dass "viele Spaziergänger Angst vor den Tieren hätten, die stets frei liefen, während ihr Halter im Auto hinterherfahre". Manche Spaziergänger gehen wohl nur noch mit einem Stock bewaffnet in den Wald, um die Hunde im Notfall abwehren zu können. Eine weitere Zeugin äußert, dass "die Tiere regelrecht im Jagdmodus seien, der Halter oft weit entfernt".  

Nach dem Vorfall hat die Besitzerin des toten Dackels Anzeige erstattet - doch wer nun glaubt, dass dieses rücksichtslose Verhalten Konsequenzen für den Jäger haben wird, der irrt sich offensichtlich. Das Verhalten der beteiligten Behörden kann man nur als skandalös bezeichnen. Hier eine kurze Zusammenfassung: die Polizei teilt dem Donaukurier mit, dass Hundeführer der Polizei den Fall geprüft hätten - mit welchem Ergebnis bleibt offen -  und verweist darauf, dass es "in dem Bereich keine Leinenpflicht gebe". Obwohl die Ermittlungen der Polizei mittlerweile abgeschlossen sind, wurden die Ergebnisse bis zum Erscheinen des Zeitungsartikels noch nicht - wie eigentlich üblich - an das zuständige Ordnungsamt weitergeleitet. Obwohl das Ordnungsamt den Fall also noch gar nicht untersucht hat, äußert sich die Stadtsprecherin der Stadt Ingolstadt dem Donaukurier gegenüber folgendermaßen: "Der Vorfall sei außerhalb der geschlossenen Ortschaft passiert, der Jäger habe sich in seinem Revier aufgehalten, wo die Hunde frei laufen dürften. Ein Bußgeld sei nicht im Gespräch. Und dass Jäger im Revier ihre Futterstellen abfahren und die Hunde neben dem Auto herliefen, sei nicht ungewöhnlich. Wenn die Polizei also keine Auflagen vorschlägt, bleibt der Geschädigten nur der Gang vors Zivilgericht"

Mit diesen Aussagen macht sich die Stadt völlig lächerlich - und das wird auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen. Ob in dem Gebiet, in dem sich der tödliche Beißvorfall ereignet hat, eine Leinenpflicht besteht oder nicht, ist völlig unerheblich. Denn natürlich dürfen grundsätzlich nur Hunde frei laufen, die keine Gefahr für ihre Umgebung darstellen. Das gilt auch für Hunde von Jägern. Dass von den Hunden dieses Jägers eine erhebliche Gefahr ausgeht, wurde soeben eindrucksvoll bewiesen. Leinenpflicht hin oder her.

Und auch wenn es die Stadtsprecherin der Stadt Ingolstadt für "nicht ungewöhnlich" hält, dass Jäger ihre Hunde hinter dem Auto herlaufen lassen, so ist "das Führen eines Hundes von einem Kraftfahrzeug aus"  dennoch aus gutem Grund verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Ausnahmen für Jäger sind hier nicht vorgesehen.

Darüber, warum sich die Stadt so demonstrativ auf die Seite des Jägers stellt und der geschädigten Hundebesitzerin jegliche Unterstützung verweigert, kann natürlich nur spekuliert werden. Allerdings sorgt die Haltung der Stadt und der Behörden mittlerweile für erheblichen Unmut in der Bevölkerung. Uns haben seit dem Vorfall zahlreiche Anrufe und Emails erreicht. Die Menschen beschäftigt vor allem die Frage, warum hier ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Würde der Hund, der den Dackel getötet hat, nicht zufällig einem Jäger gehören, müsste der Besitzer mit massiven Sanktionen rechnen - auf eine nicht bestehende Leinenpflicht könnte sich ein Nicht-Jäger sicherlich nicht berufen. Auch dass sowohl die Polizei als auch die Stadt so betonen, dass außerhalb geschlossener Ortschaften keine Leinenpflicht herrscht, sorgt bei vielen Menschen für Verwunderung - denn immer wieder versuchen Jäger, eine offensichtlich gar nicht existierende Leinenpflicht im Außenbereich durchzusetzen. Und so mancher fragt sich auch, ob nicht das eine oder andere vom zuständigen Jagdpächter medienwirksam betrauerte gerissene Reh auf das Konto solch unkontrollierbarer Jagdhunde gehen könnte.

Wir haben uns mittlerweile mit den zuständigen Behörden und der Stadt Ingolstadt in Verbindung gesetzt und um eine Zuverlässigkeitsüberprüfung des Jägers sowie eine Gefährlichkeitsüberprüfung der Hunde gebeten. 

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Hunde-eines-Jaegers-toeten-angeleinten-Dackel-Albrecht-bei-Ingolstadt;art599,4853263

 

Februar 2022

Diese unzureichend gesicherte Totschlagfalle hätte einem Zwergpinscher am Neujahrstag beinahe das Leben gekostet. Der kleine Hund war mit seiner Besitzerin in der Nähe von Mindelstetten/Hienheim (Kreis Eichstätt) unterwegs, als sich ein ganz normaler Spaziergang plötzlich in einen Alptraum verwandelte: der Hund schlüpfte - angelockt durch einen in einem Fangbunker ausgelegten Köder - durch die Öffnung des Bunkers und geriet in diese sog. Totschlagfalle. Die Eisenbügel schnappten um den Hals des Hundes zu. Zwar konnte die Frau den Deckel des Fangbunkers ohne Probleme entfernen - die Eisenbügel konnte sie jedoch nicht öffnen. Qualvolle 15 Minuten sah sie ihrem Hund beim Ersticken zu - gerettet werden konnte der Hund letztlich nur, weil ein Bekannter schnell zur Stelle war und der Besitzerin bei der Befreiung des Hundes helfen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hat der Hund nicht mehr geatmet, er musste an Ort und Stelle wiederbelebt werden. Der Hund hatte nach diesem Vorfall massive gesundheitliche Probleme und hat sich nur langsam wieder erholt. Da sich die Falle direkt neben einem viel genutzten Spazierweg befindet und keinerlei Warnhinweise angebracht waren, erstattete die Besitzerin des Hundes Anzeige. Die Polizei war an Ort und Stelle und hat die Fallen erst einmal beschlagnahmt. Dann hörte die Frau nichts mehr von der Polizei. Als sie schließlich nachhakte, wurde ihr mitgeteilt, dass man bei der Jagdbehörde angerufen und dort die Auskunft erhalten habe, dass diese Fallen erlaubt seien. Weitere Ermittlungen sind wohl nicht geplant, für die Polizei ist der Fall somit erledigt. Die Familie des Hundes suchte auch das Gespräch mit den Jägern - doch von Jägerseite wurde der betroffenen Familie nur mitgeteilt, dass diese Fallen legal seien und dass sich noch mehrere weitere Fallen im Umkreis befinden würden. Einsicht zeigten die befragten Jäger nicht - stattdessen wurde auf eine angebliche Leinenpflicht hingewiesen.

Unter diesem Hochsitz befindet sich der Fangbunker mit der Totschlagfalle - die Falle wurde laut unseren Erkenntnissen bereits ersetzt. Nach wie vor werden Spaziergänger und Hundebesitzer nicht vor der Gefahr gewarnt. Wie oben erwähnt, konnte der Deckel des Fangbunkers ohne Probleme abgenommen werden - in diesem Fall ein Glück für den Hund, der dadurch gerettet werden konnte. Allerdings stellt eine dermaßen unzureichend gesicherte Falle auch ein Gefahr dar - etwa für spielende Kinder. Außerdem zeigt dieser Fall nochmal deutlich die Grausamkeit der Fallenjagd und räumt mit dem Märchen auf, dass Totschlagfallen schnell und schmerzlos töten. Auch Füchse und andere Wildtiere sterben in diesen Fallen einen grausamen Tod.

Lesen Sie den Erfahrungsbericht der Hundebesitzerin in der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung". 

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung in diesem Fall auf dem Laufenden halten.

 

Februar 2022

Ein Beitrag auf "SR.de" geht im Zusammenhang mit den Polizistenmorden von Kusel der Frage nach, ob die Behörden bei den beiden Tatverdächtigen die nötigen Waffenkontrollen ordnungsgemäß durchgeführt haben. Im Rahmen der Recherche stoßen die Journalisten auf eine bedenkliche Nähe zwischen dem Neunkircher Landratsamt und der örtlichen Jägerschaft: so ist der zuständige Sachbearbeiter im Landratsamt gleichzeitig stellvertretender Landesjägermeister und Kreisjägermeister in Neunkirchen. Der Verfasser des Beitrags sieht in dieser Konstellation einen möglichen Interessenskonflik und kritisiert, dass "da jemand sich selbst nebst Jagdkollegen kontrolliert." Leider sind derart enge Verbindungen zwischen örtlicher Jägerschaft und den Kontrollbehörden keine Ausnahme, sondern die Regel. Und wie der Neukircher Landrat klar macht, ist das auch so gewollt. Will man in der Unteren Jagdbehörde tätig sein, ist ein Jagdschein offensichtlich sehr hilfreich. Unabhängige Kontrollen sind unter diesen Voraussetzungen allerdings nicht zu erwarten. 

https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/polizistenmord_kusel_fragen_waffenkontrollen_100.html

 

Februar 2022

Ein weiterer tragischer "Jagdunfall" erschüttert Frankreich: eine junge Frau war mit ihrem Freund auf einem ausgewiesenen Wanderweg unterwegs, als sie plötzlich von einem Schuss getroffen zusammenbrach - für die Frau kam jede ärztliche Hilfe zu spät. Den Schuss abgegeben hatte eine erst 17-jährige Jägerin, die die Frau ersten Erkenntnissen zufolge mit einem Wildschwein verwechselt hatte. Der Vorfall sorgt in Frankreich nun für heftige Diskussionen - die Politik verspricht wieder einmal, in Zukunft für mehr Sicherheit zu sorgen. So ist unter anderem ein Schießverbot an Wochenenden und in den Schulferien im Gespräch. Eine Regel, die in Großbritannien, Portugal und Italien bereits umgesetzt wird. Ob Frankreich hier tatsächlich nachzieht, bleibt abzuwarten. Auch für Deutschland wäre eine solche Regel ein Schritt in die richtige Richtung.

https://www.luzernerzeitung.ch/international/frankreich-wandererin-stirbt-bei-jadgunfall-durch-die-gewehrkugel-einer-teenagerin-ld.2253765

 

Februar 2022

Frankreich ist eines der wenigen Länder, in denen die Hetzjagd noch erlaubt ist. Bei dieser besonders grausamen Art der Jagd wird das Beutetier über Stunden von einer Hundemeute gehetzt. Wenn das Beutetier dann so erschöpft ist, dass es nicht weiter fliehen kann, wird es von den Jägern getötet - oft kommt hierfür eine Stichwaffe zum Einsatz. Diese Art der Jagd gerät aber auch in Frankreich zunehmend in die Kritik - Tierschutzaktivisten versuchen, die Öffentlichkeit durch Bilder und Videoaufnahmen für das Thema zu sensibilisieren. Das wiederum stößt auf Jägerseite auf wenig Gegenliebeund so kommt es immer wieder zu aggressiven Auseinandersetzungen zwischen Jägern und Tierschützern: die Aktivisten werden verfolgt, bedrängt, bedroht, mit dem Auto angefahren, ins Wasser geworfen, geschlagen und man versucht, ihnen die Kameras wegzunehmen. Doch obwohl bei all diesen belegten Vorfällen die Aggressivität eindeutig von den Jägern und Treibern ausgeht, sehen sich die Jäger dennoch als Opfer "fehlgeleiteter Tierschützer".

Im Beitrag "Re: Hetzjagd in Frankreich - Bürgerliches Privileg oder Tierquälerei?" begleitet ein Kamerateam eine Aktivistengruppe bei ihren Bemühungen, Videoaufnahmen von einer solchen Hetzjagd zu bekommen. Gleichzeitig gibt man auch den Jägern die Gelegenheit, Ihre Sicht der Dinge darzustellen. In gewohnter Weise inszenieren sich die Jäger als die Bewahrer von Brauchtum und Tradition und lassen dabei kein Klischee aus: so darf selbstverständlich auch der während einer Hubertusmesse gespendete Segen der Kirche nicht fehlen. Leider halten die beiteiligten Jäger diese Inszenierung nicht durch. Etwa, wenn der Leiter der Jagdgesellschaft seine Jäger und Treiber vor Beginn der Jagd darauf einschwören muss, sich heute (weil Fernsehkameras vor Ort sind?) nicht von den Jagdkritikern provozieren zu lassen. Wie schwer das den beteiligten Jägern und Treibern fällt, ist im Beitrag immer wieder deutlich zu sehen und man braucht nicht viel Phatasie um sich vorzustellen, wie die eine oder andere Auseinandersetzung ohne schützende Fernsehkameras eskaliert wäre. 

Hier der Link zu diesem überaus sehenswerten Beitrag:

https://www.arte.tv/de/videos/100834-003-A/re-hetzjagd-in-frankreich/

 

 

Februar 2022

Vor kurzem hat Thomas Mitschke vom NABU Lüneburg das Projekt "Die kleine Jagdschule" ins Leben gerufen. In der ersten Folge ging es darum, wie die Öffentlichkeit mit der Ausweisung sog. "Wildruhe-Zonen" bewusst in die Irre geführt wird. In seinem neuen Beitrag geht es nun um illegale Fütterungen, um unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern und um die Probleme, die selbst erlaubte Kirrungen mit sich bringen - außerdem gibt es Tipps, wie man sich verhalten soll, wenn man derartige illegale Fütterungsstellen oder verbotene Futterautomaten entdeckt. Hier der Link zum aktuellen Video:

https://www.facebook.com/watch/?v=305372854802677&aggr_v_ids[0]=305372854802677&notif_id=1645011376444076&notif_t=watch_follower_video&ref=notif

Übrigens: "Die kleine Jagdschule" hat einen grandiosen Start hingelegt, das Video wurde sehr oft geteilt und hat viele Menschen erreicht. Das hat natürlich nicht allen gefallen: so sorgten mehrere haltlose Anzeigen aus Jägerkreisen dafür, dass das Video kurzfristig gesperrt wurde. Nach einer entsprechenden Überprüfung wurde das Video dann aber wieder freigegeben, die Vorwürfe hatten sich als haltlos erwiesen. Die Jäger sollten sich damit abfinden, dass sich die Wahrheit auf Dauer nicht mehr unterdrücken lässt. 

 

 

Februar 2022

Direkt neben einem Freibad fand im Juli 2020 eine Erntejagd statt: während Mähdrescher das Feld abernteten, schossen Jäger auf die in Panik flüchtenden Tiere. Eine Kugel allerdings verfehlte ihr Ziel und traf stattdessen einen Badegast im angrenzenden Freibad. Dieser erlitt einen Bauchschuss - vor den Augen seiner damals 11-jährigen Enkelin. Nun muss sich der 72-jährige Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. Schuldig fühlt er sich allerdings nicht: die Jagd sei legal, der erforderliche Kugelfang vorhanden gewesen - somit sei das "Unfallgeschehen" nicht vorherzusehen gewesen. Auch der Anwalt des Angeklagten scheint der Auffassung zu sein, dass solche "Unfälle" von der Bevölkerung zu tolerieren seien - er hat beantragt, das Strafverfahren gegen seinen Mandanten einzustellen. Der Richter hat diesen Antrag vorerst abgelehnt und stattdessen ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine vierstellige Geldstrafe. 

https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/sachsen/zwickau/querschlaeger-ist-fall-fuers-gericht-jaeger-schoss-badegast-an-2325697?fbclid=IwAR26ph6UAfj0t75fn8lTSy6BOXTjK6r1j00c51evEGXO3TLOd4cWMD6sH4Y

 

Februar 2022

Bei folgendem Angebot weiß man offen gestanden nicht, ob man lachen oder weinen soll - ein Rollatoren-Hersteller bietet spezielle Rollatoren für Jäger an und bewirbt sie so: "Rollatoren für Jäger ermöglichen es, dem Lieblingssport bis ins hohe Alter nachzugehen. Jagen Sie mit dem Veloped Rollator für Jäger und rollen Sie unbeschwert mit den grossen Rädern und dem perfekt auf Waldwege ausgelegten Rollator ins Jagdgebiet. Ihr Gewehr kann ideal in der Tasche verstaut werden."  Auch wenn es kaum zu glauben ist: dieses Angebot ist tatsächlich ernst gemeint. Da kann man nur hoffen, dass der Rollatoren-Jäger nicht auch noch schlechte Augen  und eine zittrige Hand hat. Aber Hauptsache, der in die Jahre gekommene Jäger kann weiter seinem Hobby nachgehen. Wen er dabei gefährdet ist offensichtlich völlig egal. 

https://www.rollator-onlineshop.ch/rollatoren-fuer-jaeger

 

Februar 2022

Mit der Bitte um Veröffentlichung reichte der NABU Borken vor mehr als vier Wochen eine kritische Stellungnahme zur Fuchsjagd bei sämtlichen im Kreis Borken erscheinenden Tageszeitungen ein. Der NABU Borken fordert in dieser Stellungnahme ein Ende der Fuchsjagd, kritisiert fehlende Schonzeiten ebenso wie grausame Jagdmethoden und stellt auch die angebliche Notwendigkeit der Fuchsjagd zum Schutz von Bodenbrütern in Frage. Gleichzeitig macht der NABU deutlich, wie wichtig der Fuchs für ein funktionierendes Ökosystem ist - und wie nachhaltig die Jagd Sozialsysteme und interne Geburtenkontrolle stört und fordert deshalb in letzter Konsequenz, "das sinnlose Leiden und Sterben der Füchse zu beenden"Keine der angeschriebenen Tageszeitungen hat die Stellungnahme veröffentlicht!!! Mehrere Redaktionen haben sich trotz mehrmaliger Nachfrage bis heute nicht zurückgemeldet! 

Natürlich ist es ärgerlich, wenn sich Redaktionen von Lokalzeitungen einer seriösen Berichterstattung verweigern - in diesem Fall dürfte aber gerade diese Verweigerungshaltung dazu geführt haben, dass die Stellungnahme des NABU inzwischen weit mehr Menschen zur Kenntnis genommen haben als das bei einer Veröffentlichung in einer kleinen Tageszeitung der Fall gewesen wäre. Für alle, die die Stellungnahme noch nicht gelesen haben, hier der Link: 

https://nabu-borken.de/zeitungen-veroeffentlichen-nabu-stellungnahme-zur-fuchsjagd-nicht/?fbclid=IwAR2ez5w5E_QcmVcxjMXyiu3hoU8KydnQGsen1Ojin9rzVzgdrGOwoLd7NIE

Und weil es gerade so gut zum Thema passt, hier noch ein weiterer Link zu einem kurzen Video, in welchem gezeigt wird, zu welchen Problemen die intensive Fuchsbejagung in Bodenbrüter-Schutzgebieten führen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=72rxAbKHc6g

 

Februar 2022

Bereits im Mai 2021 wandte sich Dieter Bertram mit einem öffentlichen Brief sowohl an die Landwirtschaftsminister der Bundesländer als auch an die einzelnen Landesjägervereinigungen.

Bertram war 45 Jahre lang Berufsjäger in großen Pachtrevieren, hat als Jagdleiter eines Forstamtes mit fünf Revierförstereien gearbeitet, er kennt die Szene und übt deutliche Krtitik: in den immer weiteren Schonzeitverkürzungen sieht er einen massiven Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, er erzählt von Schweißhundeführern, die ihre Arbeit eingestellt haben, weil sie sich das alltägliche Elend nicht mehr mit ansehen können, er erzählt von verendeten Bachen, an denen Frischlinge säugen und toten Muttertieren, an denen Kälber Totenwache halten. Er kritisiert die unzureichende Ausbildung vieler Jäger, die ihre Kenntnisse in zweiwöchigen Crashkursen erworben haben. Bertram fasst die Situation wie folgt zusammen: "Wir haben in unserem Land kein Wild-, sondern ein Jagdproblem, an dem der Gesetzgeber durch seine Verordnungen einen hohen Anteil hat".  Die Jagd an sich stellt Betram nicht in Frage - im Gegenteil: er sieht, dass die von ihm kritisierten Missstände das Potential haben, das Ende der Jagd einzuäuten. So fordert er, den Tierschutz stärker zu berücksichtigen und bestimmte Verordnungen wieder zurückzunehmen, "bevor das Jagdwesen zum Flächenbrand wird". Und weiter heißt es: "Tierschutzorganisationen, PETA, Vierpfoten und Jagdgegner stehen in Lauerposition. Ihnen fehlt nur noch ein Günter Wallraff, der sich in das Jagdwesen einschleicht, die Jagd in der Gesellschaft an den Pranger stellt."  

Fazit: Bertrams offener Brief macht deutlich, wie sehr der Tierschutz im Bereich der Jagd tagtäglich mit Füßen getreten wird. Gleichzeitig zeigt der Brief aber auch, dass so manchem Jäger durchaus bewusst ist, dass es mit dem Jagdvergnügen ganz schnell vorbei sein könnte. Und zwar in dem Moment, in dem eine aufgeklärte Bevölkerung nicht mehr bereit ist, derartige Grausamkeiten weiterhin stillschweigend zu tolerieren. Ob die Landwirtschaftsminister oder die Jägervereinigungen auf den offenen Brief reagiert haben, ist nicht bekannt.

Sie können den offenen Brief in der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker" in voller Länge nachlesen.

 

 

Februar 2022
Seit den brutalen Polizistenmorden von Kusel sind sowohl der Deutsche Jagdverband als auch zahllose örtliche Jägervereinigungen um Schadensbegrenzung bemüht. Man zeigt sich entsetzt und distanziert sich von den Tätern. Gleichzeitig weigert man sich aber nach wie vor, sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass die allermeisten Wilderer vor ihrem Abdriften in die Illegalität ganz "normale" Jäger waren. Die vom Deutschen Jagdverband in diesen Tagen immer wieder ins Spiel gebrachten "gewerbsmäßigen Wilderer" entstehen nicht aus dem Nichts: sie stammen überwiegend aus dem Jägermilieu. Wie fließend die Grenzen sind, zeigt auch folgender Fall: ein Jagdpächter hatte zwei Jahre lang eine Begehungserlaubnis für das angrenzende Revier, durfte dort also mit Erlaubnis des Reviernachbarn jagen. Als diese Begehungserlaubnis nicht verlängert wurde, hörte der Jäger aber nicht auf, im Nachbarrevier auf die Jagd zu gehen. In der Presse brüstete er sich gar damit, auf seinen nächtlichen Streifzügen im Jahr mehr als 130 Wildschweine zu erlegen. Der angrenzende Revierinhaber erstattete schließlich Anzeige - der Täter wurde nun vom Landgericht Würzburg wegen Wilderei zu einer Geldstrafe verurteilt, Einsicht zeigte der Täter bis zum Schluss nicht. Auch dieser Täter stammt aus den eigenen Reihen, war bis zu seiner Verurteilung im Besitz eines gültigen Jagdscheins und hatte sogar ein eigenes Revier gepachtet. Nur ein weiteres schwarzes Schaf? Oder liegt der Fehler vielleicht doch im System?

https://wildundhund.de/jagdpaechter-wegen-wilderei-verurteilt/?fbclid=IwAR3sYXwoI404GV0lw7Yt--pMhWQRLHhM4oIMLbZPixWW0INOaTRcEpWERJY

 

Februar 2022

Anfang Februar wurden in Kusel (Rheinland-Pfalz) zwei Polizisten von Wilderern erschossen. Je mehr Einzelheiten über diese Tat ans Licht kommen, umso unglaublicher wird die ganze Geschichte. Beide Täter stammen aus dem Jägermilieu, hatten zum Zeitpunkt der Tat jedoch keinen gültigen Jagdschein. Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet, waren beide Täter mehrmals vorbestraft, dem mutmaßlichen Haupttäter wurde im Vorfeld der Jagdschein bereits einmal entzogen: er hatte während einer Jagd einen Jagdkollegen durch einen Schuss im Hals- und Brustbereich schwer verletzt. Obwohl er bereits mit diesem "Jagdunfall" seine Unzuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen hinreichend unter Beweis gestellt hatte, konnte er nach Ablauf der "Sperrfrist" erneut einen Jagdschein beantragen - von diesem Recht machte der Täter in der Folge zweimal Gebrauch. Trotz seiner Vorgeschichte wurde ihm der Jagdschein wieder bewilligt - der Mann konnte weiter völlig legal auf die Jagd gehen und sein Umfeld terrorisieren. Im Jahr 2017 soll er dann in einem fremden Revier ein Reh getötet haben und in diesem Zusammenhang mit seinem Auto "gefährlich auf einen Mann zugefahren sein". Bereits dieser Vorfall erfüllt den Tatbestand der Wilderei - auch wenn der Täter damals wohl noch im Besitz eines gültigen Jagdscheins war. Konsequenzen hatte dieser Vorfall für den Jäger damals übrigens nicht, das Verfahren wurde eingestellt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der mutmaßliche Haupttäter zum Zeitpunkt der Polizistenmorde wohl nur deshalb nicht im Besitz einer gültigen Jagderlaubnis, weil er im Jahr 2020 - aus welchen Gründen auch immer - darauf verzichtet hat, eine erneute Verlängerung seiner Jagderlaubnis zu beantragen. Der Jagdschein war schlicht und ergreifend abgelaufen. Niemand hat eingegriffen - keine Behörde, kein Jagdverband...

https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/polizistenmord_kusel_jagdschein_tatverdaechtiger_abgelaufen_100.html

Auch das Verhalten seiner ehemaligen Jagdkollegen wirft Fragen auf. Wie einem Bericht im "Focus" zu entnehmen ist, war es ein offenes Geheimnis, dass der Täter auch ohne Jagdschein weiter auf die Jagd geht - trotzdem zogen es die meisten ehemaligen Jagdkollegen vor, die immer weiter ausufernde Wilderei zu ignorieren und somit zu decken. Über die Beweggründe der ehemaligen Jagdfreunde kann an dieser Stelle nur spekuliert werden. Selbst nach der Tat äußert sich ein ehemaliger Jagdfreund schon fast bewundernd über die Schießkünste des Täters, bezeichnet ihn als "Top-Schützen" und fügt hinzu: "Wenn bei einer Treibjagd fünf Wildschweine an ihm vorbeilaufen, dann legt er auch alle fünf flach." Dass der Täter auch eine cholerische Seite hat und "immer mal wieder ausrastet, völlig unverhältnismäßig", war wohl ebenfalls kein Geheimnis. Trotzdem unternahm niemand etwas gegen diese tickende Zeitbombe. 

Auch den Behörden waren die Probleme vor Ort gut bekannt: mindestens fünfmal wurde Strafanzeige wegen Wilderei gegen den Täter gestellt, sämtliche Verfahren wurden wegen Mangel an Beweisen eingestellt. Wie es dazu kommen konnte, muss im Verlauf der Ermittlungen ebenso geklärt werden wie der Umstand, warum der Täter trotz aller überdeutlicher Warnsignale und Hinweise aus der Bevölkerung nicht näher überprüft worden ist. Jetzt, nach der Tat, war es für die ermittelnden Beamten kein großes Problem, die illegalen Waffen in der Wohnung des Täters zu finden - wäre man den Wilderei-Vorwürfen ernsthaft nachgegangen, wäre man wohl schon früher auf die Waffen gestoßen - und hätte die Morde so unter Umständen verhindern können.

https://www.focus.de/panorama/welt/top-schuetze-und-choleriker-so-sieht-jagdfreund-mutmasslichen-polizistenmoerder_id_47101521.html

Der Deutsche Jagdverband ist unterdessen um Schadensbegrenzung bemüht und betont immer wieder, dass es sich bei den Tätern nicht um Jäger, sondern um Wilderer handeln würde. Als wären Jäger und Wilderer zwei völlig voneinander unabhängige Gruppen ohne jede Schnittmenge. Doch so einfach ist die Sache nicht. Zugegeben, die meisten Jäger sind keine Wilderer. Zur Wahrheit gehört aber auch: die meisten überführten Wilderer waren zum Zeitpunkt der Tat im Besitz eines gültigen Jagdscheins. Aber über die Wilderer in den eigenen Reihen, die Jagd auf streng geschützte Arten wie den Wolf, den Luchs oder den Habicht machen, spricht man nicht so gerne. Zur Wahrheit gehört auch, dass die meisten dieser Wilderer ungestraft davon kommen, weil die Täter oft lange gedeckt werden und Verfahren selbst bei erdrückender Beweislage mit der Begründung "mangelndes öffentliches Interesse" eingestellt werden. Diese Art der Wilderei scheint aber für den Sprecher des Deutschen Jagdverbandes keine große Rolle zu spielen. In einem Interview auf SWR aktuell erklärt er, wer seiner Einschätzung nach den Tatbestand der Wilderei erfüllt: der Autofahrer, der nach einem Wildunfall ein totes Reh mitnimmt oder Jugendliche, die als Mutprobe mit selbst gebastelten Fallen oder Pfeil und Bogen Kaninchen jagen. Und natürlich die gewerbsmäßigen Wilderer. Über die Täter in den eigenen Reihen verliert er kein Wort.

Gleichzeitig nutzt er im Interview die Gelegenheit, um einmal mehr das Märchen von der fundierten Ausbildung, den strengen Sicherheitsvorschriften und dem hohen Verantwortungsbewusstsein unserer Hobbyjäger unters Volk zu bringen. Wilderei hingegen sei eine Gefahr für Mensch und Tier. Auch diese Behauptung hält einer näheren Überprüfung nicht stand. Immer wieder werden Menschen bei der Jagdausübung gefährdet, verletzt, getötet - die Täter haben in der Regel einen gültigen Jagdschein und üben ihr Hobby völlig legal aus. Dass Wilderer gefährlich werden können, soll nicht bestritten werden - das zeigt nicht zuletzt auch der aktuelle Fall. Da "gewerbsmäßige" Wilderer in der Regel aber nicht direkt neben Wohnhäusern, Wanderwegen oder viel befahrenen Straßen auf die Jagd gehen, dürften die meisten Menschen eher selten auf einen solchen Wilderer treffen. Die weitaus größere Gefahr für die Bevölkerung geht von der ganz legalen und alltäglichen Hobbyjagd aus. Wenn der Sprecher des Deutschen Jagdverbandes dann auch noch äußert: "Wilderer interessieren sich nicht für Schonzeiten oder ähnliches. Sie nehmen Tierleid in Kauf", kann man das nur noch als Heuchelei bezeichenen. Immer wieder werden Schonzeiten auf Druck der Jagdlobby verkürzt oder ganz abgeschafft, immer noch kommen Jagdmethoden zum Einsatz, die mit unserem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren sind (Fallenjagd, Baujagd, Treib- oder Drückjagden und demnächst auch noch die Nachtjagd), noch immer werden Tiere eigens zu Jagdzwecken gezüchtet, ausgesetzt und dann abgeschossen, noch immer wird versucht, den Schutzstatus geschützter Arten auszuhebeln, noch immer wird Jagd auf Haustiere gemacht. Sowohl Jäger als auch Wilderer töten Tiere auf grausame Art und Weise. Die einen legal, die anderen illegal.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/wilderei-selten-aber-gefaehrlich-100.html

Bleibt zu hoffen, dass dieser Fall die Bevölkerung endlich aufrüttelt und längst überfällige Diskussionen in Gang setzt. Denn eine Tatsache ist nicht wegzudiskutieren: beide Täter waren lange Zeit Teil des Systems und sind ganz legal auf die Jagd gegangen. Die Selbstkontrolle der Jäger hat ebenso versagt wie die Kontrolle durch die zuständigen Behörden. 

 

Februar 2022

Uns erreichte der Erfahrungsbericht einer Frau, die im vergangenen November nachts noch kurz mit ihrem Hund draußen war, als plötzlich keine zehn Meter von ihr entfernt ein Wildschwein erschossen wurde. Der Vorfall ereignete sich in einer Berliner Wohngegend mit angrenzendem Wald - an einem Ort also, an dem man auch nachts damit rechnen muss, dass Menschen unterwegs sind. Das schien den beteiligten Jägern allerdings egal zu sein. Die Frau brachte sich und ihren Hund erst einmal vor den Schüssen und den panisch flüchtenden Wildschweinen in Sicherheit, kehrte dann aber an den Tatort zurück und stellte die Jäger zur Rede. Von Einsicht jedoch keine Spur, auch die Ankündigung der Frau, die Polizei über den Vorfall zu informieren, nahmen die Jäger gelassen hin. Von dieser Seite erwarteten die Jäger offensichtlich keine Probleme - lapidar teilten Sie der Frau mit, dass die Polizei über ihren Einsatz informiert sei und sie sich die Mühe daher sparen könne. Und wie es scheint, hatten die beiden Jäger mit ihrer Einschätzung Recht: die Polizei fühlte sich nicht zuständig für das Problem, man teilte der Betroffenen lediglich mit, dass für die Erteilung einer solchen Jagderlaubnis die Jagdaufsicht zuständig sei. Und so hatte das rücksichtslose und fahrlässige Verhalten auch in diesem Fall keinerlei Konsequenzen für die beteiligten Jäger. Dass in diesem Fall niemand zu Schaden kam, ist reiner Zufall. Aber selbst wenn die Frau angeschossen oder getötet worden wäre, hätte man das wohl schulterzuckend als weiteren "tragischen Jagdunfall" verbucht.

Den Erfahrungsbericht der Frau finden Sie in der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung".

 

Februar 2022

Thomas Mitschke ist Vorsitzender des NABU Lüneburg und engagierter Jagdkritiker. Nun hat er das Projekt "Die kleine Jagdschule" ins Leben gerufen - gemeinsam mit seinem Team möchte er "mit Jägerlatein und Jägerlügen, Tricks, Täuschungen und Irreführungen und mit gezielter Panik- und Angstmache" aufräumen. In der ersten Folge geht er der Frage nach, ob "Wildtier-Ruhezonen tatsächlich ein Ort der Ruhe und des Friedens" sind. In seinem Beitrag zeigt er, wie die Bevölkerung mit solchen Wildruhe-Zonen-Schildern bewusst in die Irre geführt wird und vom Betreten bestimmter Waldbereiche abgehalten werden soll - während gerade in diesen Bereichen oft  intensiv und praktisch unter der Ausschluss der Öffentlichkeit gejagt wird. Was es mit den "Wildruhe-Zonen" wirklich auf sich hat, erklärt Thomas Mitschke ausführlich unter folgendem Link:

https://www.facebook.com/search/top?q=die%20kleine%20jagdschule

Februar 2022

Im Januar 2021 richtete eine Jägerin eine in einer Lebendfalle gefangene Hauskatze regelrecht hin - erst nach drei Schüssen in den Kopf war die Katze tot. Das völlig empathielose und brutale Vorgehen der Jägerin sorgte für Entsetzen in der Bevölkerung, SOKO Tierschutz erstattete Anzeige. Nun gibt es ein Gerichtsurteil zu diesem Fall: trotz erdrückender Beweise (die Tat wurde gefilmt und ist somit gut dokumentiert) kommt die Jägerin mit einer Verwarnung davon. Erst wenn die Jägerin sich noch einmal bei einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erwischen lässt, würde eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen fällig. Nur nochmal zur Erinnerung: die Katze musste sterben, weil die Jägerin eigens zu Jagdzwecken ausgesetzte Fasane vor der Katze "schützen" wollte - um sie in der nächsten Jagdsaison dann selber abzuschießen zu können

https://www.facebook.com/sokotierschutz.ev/posts/3458956824228594 

Ebenso skandalös ist die Einstellung des Verfahrens gegen einen Jäger, der "aus Versehen" zwei Pferde erschossen hat - weil er sie mit Wildschweinen verwechselt hat. Die Staatsanwaltschaft verfolgt den Fall nicht weiter, weil "dem Beschuldigten ein Tatvorsatz nicht nachzuweisen ist". Ein Sprecher  der Staatsanwaltschaft gibt zu Bedenken, dass "nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Sicht auf die etwa 60 Meter entfernt stehenden Tiere teilweise durch ein Holzlager verdeckt war, so dass für den vormals Beschuldigten nur die Rümpfe der Tiere zu sehen waren und es so zur Verwechslung der Pferde mit Wildschweinen gekommen sein könnte..." Und dieser Umstand rechtfertigt nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nun also die Einstellung des Verfahrens. Dass auch dieser Jäger die wichtigste Regel im Umgang mit Schusswaffen nicht beachtet hat, nämlich erst dann zu schießen, wenn er absolut sicher ist, worauf er schießt - und er somit seine Unzuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen hinreichend bewiesen hat, scheint die Staatsanwaltschaft nicht zu interessieren. 

https://www.jagderleben.de/news/pferdeabschuss-ermittlungsverfahren-gegen-jaeger-eingestellt-713182

Februar 2022

Wie berichtet, soll ab kommenden April in Niedersachsen die Nachtjagd erlaubt werden - nun nimmt auch das Aktionsbündnis Fuchs Stellung zur geplanten Gesetzesänderung. Laut Einschätzung der dort tätigen Experten, werden mit dieser Novellierung des Jagdgesetzes "die Belange des Tier- und Naturschutzes mit Füßen getreten." Niedersachsen soll nun also das erste Bundesland werden, in dem nicht nur Wildschweine, sondern auch Füchse, Dachse und andere Beutegreifer rund um die Uhr bejagt werden dürfen. Gleichzeitig hebelt man den Elterntierschutz weiter aus, stärkt die grausame Fallenjagd und erleichtert den Jägern gleichzeitig das Töten nicht jagdbarer Arten. So heißt es im Gesetzentwurf: "Der unbeabsichtigte Beifang (...) gilt als erlaubt." Ob eine bedrohte Art nun vorsätzlich gefangen wurde oder ob es sich um einen "erlaubten Beifang" handelt, dürfte im Einzelfall schwer nachzuweisen sein. Weiter heißt es in der Presseerklärung: "Es wirkt, als hätte die Jagdlobby den Politikern den Gesetzestext ins Buch diktiert. Womöglich ist das kein Zufall, ist doch Helmut Dammann-Tamke (CDU) sowohl Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes als auch stellvertretender Fraktionsvorsitzernder der niedersächsischen CDU". Wir  schließen uns dieser Einschätzung vollumfänglich an.

In der Rubrik "Pressemitteilungen Aktionsbündnis Fuchs" finden Sie die Pressemitteilung in voller Länge.

 

Januar 2022

In der Regel halten sich die großen Naturschutzverbände mit Jagdkritik auffallend zurück - anders Thomas Mitschke, der den NABU Lüneburg leitet. In einem eindringlichen Plädoyer auf Facebook findet er deutliche Worte gegen eine geplante Gesetzesänderung, die ab April 2022 den Einsatz von Nachtzieltechnik möglich machen soll und mit deren Hilfe man den Wildtieren die letzte Rückzugsmöglichkeit nimmt, die ihnen noch geblieben ist: die Nacht. In seinem Videobeitrag macht er deutlich, wie sehr die Jäger in den letzten Jahrzehnten aufgerüstet haben - und dass es ihnen dennoch zu keinem Zeitpunkt gelungen ist, Wildtierbestände auch nur ansatzweise zu regulieren. Doch anstatt das zu akzeptieren, rüstet man technisch immer weiter auf. Hinter dieser Entwicklung steht eine ganze Industrie - es geht um viel Geld. Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Kontrolle: so soll die neue Technik offiziell zwar "nur" bei der Wildschweinjagd eingesetzt werden, allerdings sagen viele Jäger wohl schon jetzt ganz offen, dass sie damit auch Prädatoren bejagen wollen. Letztlich wird also der Jäger entscheiden, auf was er von seinem Hochsitz aus schießt - wie üblich im Bereich Jagd wird eine adäquate Kontrolle nicht stattfinden. Thomas Mitschke beklagt aber auch die Untätigkeit der großen Umweltverbände, die es verlernt hätten, die Menschen auf die Straße zu bringen. Er kritisiert, dass mittlerweile sehr viele Jäger in den großen Verbänden aktiv seien und die "Politik" dieser Verbände maßgeblich mitbestimmen würden - Jagdkritik wird in der Regel im Keim erstickt. Gleichzeitig gründen sich immer mehr Vereine, Organisationen und Dachverbände, die sich gegen die Jagd engagieren - so gibt es wohl allein mehr als 60 Organisationen, die sich für ein Verbot der Fuchsjagd einsetzen. In diesem Zusammenhang beklagt Mitschke - völlig zu Recht - die mangelnde Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen. Er appeliert an die einzelnen Vereine, die Zusammenarbeit künftig zu intensivieren und enger zusammenzuarbeiten. Bleibt zu hoffen, dass viele Organisationen dieser Aufforderung nachkommen.

https://www.facebook.com/100013314300055/videos/304685144854108

 

Januar 2022

Auch im Landkreis Vechta arbeiten Behörden und Jäger sehr eng zusammen - wie eng, kann man an der Website der Landratsamtes deutlich sehen:

https://www.landkreis-vechta.de/ordnung-und-verkehr/jagd-und-waffenrecht.html

Gibt es Probleme, stellt man sich demonstrativ hinter die Jäger - wie etwa vor kurzem nach einer umstrittenen Drückjagd im Goldenstedter Moor, die ausgerechnet in der Hauptflugzeit der Kraniche stattfand (wir berichteten). Die enge Zusammenarbeit mit der Behörde scheint dazu geführt zu haben, dass den örtlichen Jägern der Realitätssinn etwas abhanden gekommen ist. Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnete sich die Jägerschaft des Landkreises Vechta bis vor kurzem noch als "öffentliche Verwaltung und Regierungsbehörde". Wir haben uns an das Landratsamt Vechta gewandt und nachgefragt, ob die Jägervereinigung Vechta tatsächlich ein Teil der öffentlichen Verwaltung ist und sich zu Recht als Regierungsbehörde bezeichnet - oder ob hier unter Umständen der Tatbestand der Amtsanmaßung erfüllt sein könnte. Eine Antwort von der Behörde haben wir erwartungsgemäß nicht erhalten - aber immerhin hat man die Jäger wohl mittlerweile auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: auf ihrer Facebook-Seite bezeichnen sie sich nun nicht länger als "öffentliche Verwaltung und Regierungsbehörde", sondern als "gemeinnützige Organisation".

https://www.facebook.com/jaegerschaftvechta/about/?ref=page_internal

 

 

Januar 2022

Anfang des Jahres sorgte eine sich über mehrere Tage hinziehende Entenjagd im Loisach-Kochel-Moor für heftige Kritik aus der Bevölkerung, der Vorsitzende vom Bund Naturschutz fand deutliche Worte, auch der Vogelschutzbund äußerte Kritik am rücksichtslosen Vorgehen der Jäger. Nun nahm auch die Untere Naturschutz- und Jagdbehörde Stellung zur Entenjagd im Naturschutzgebiet - und stellt sich voll und ganz hinter die Jäger. Das Verhalten der Jäger sei "in keinster Weise zu beanstanden".  Im Gegenteil, man ist der Meinung, es sei "höchst unerfreulich", dass "im Zusammenhang mit der Entenjagd ein schlechtes Bild von der Jagd gezeichnet" werde. Man geht sogar so weit, kritische Leserbriefe, die nach diesem Vorfall im Münchner Merkur erschienen sind, zu verurteilen. Kein Wunder, denn die Behörde sieht die Jagd als "Ergänzung und Partner des Naturschutzes". Jäger "würden neben den gesetzlichen Pflichten zur Hege ehrenamtlich viel Zeit und private Gelder investieren, um eine möglichst artenreiche und landschaftstypische Kulturlandschaft zu erhalten". Die übliche Jagdpropaganda eben und ein weiterer Versuch einer eigentlich zu Neutralität verpflichteten Behörde, berechtigte Kritik an der Jagd im Keim zu ersticken. Eine Antwort auf die Frage, warum diese Entenjagd in dieser Form nötig war und in welcher Weise im speziellen Fall die Jäger den Naturschutz "ergänzt" haben, bleibt die Behörde allerdings schuldig. Wir geben uns mit dieser Pauschalverteidigung der Jagd nicht zufrieden und haben deshalb beim Landratsamt nochmal nachgefragt - eine Antwort haben wir bisher noch nicht erhalten.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/kochel-am-see-ort28931/jagd-auch-im-vogelschutzgebiet-zulaessig-91229898.html

 

 

Januar 2022

Jahr für Jahr begeben sich Kraniche und andere Zugvögel auf eine lange Reise: sie fliegen von ihren Brutrevieren in Skandinavien oder dem Baltikum nach Afrika, um dort zu überwintern. Regelmäßig legen die Vögel dabei einen Zwischenstopp im Goldenstedter Moor ein, um Kräfte für die restliche Reise zu sammeln. Zwischen Anfang Oktober und Mitte Dezember zieht das Goldenstedter Moor daher auch viele Naturliebhaber und Vogelfreunde an, die sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen möchten. All das sollte auch der örtlichen Jägerschaft bekannt sein. Trotzdem fand am 12. November vergangenen Jahres - mitten in der Zugzeit der Kraniche - eine Drückjagd im Goldenstedter Moor statt. Ein Augenzeuge beschreibt die Vorgänge so: "Mehrfach werden durch Gewehrschüsse tausende von Kranichen, Bläss- und Saatgänse in Panik versetzt. Der Himmel ein einziges Chaos, verursacht durch die Gewehrschüsse und das Schreien der in roten Westen gekleideten Treiberkette."

Das rücksichtslose Verhalten der Jäger sorgt für Unmut bei den zahlreichen Spaziergängern, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Moorwanderweg aufhalten. Auch die Tatsache, dass man es nicht für nötig gehalten hat, Warnhinweise anzubringen oder Wege zu sperren, stößt auf Unverständnis. Ein Zeuge meldet die Vorgänge im Goldenstedter Moor bei der zuständigen Naturschutzbehörde und bekommt ein paar Tage später Antwort vom Landkreis Vechta - dort sieht man weder eine Verstoß gegen naturschutzrechtliche Vorschriften noch gegen jagdrechtliche Vorschriften oder Sicherheitsbestimmungen. Nach Rücksprache mit dem Jagdpächter werde diese Art der Jagd nur einmal im Jahr auf dem betreffenden Gebiet durchgeführt - eine Antwort auf die Frage, warum das dann ausgerechnet zur Hauptzugzeit der Kraniche sein muss, bleibt die Behörde schuldig.

Den ausführlichen Bericht des erwähnten Augenzeugen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.lycopus.de/2021/11/28/drama-im-goldenstedter-moor/?fbclid=IwAR1BkXt1EYry8BiPwBM99fTwmzPGUOWHM3Ej8_nx2MzLrvQn6bLCvQ_nPc8

 

 

Januar 2022

In Köln stehen die Jäger wegen einer umstrittenen Entenjagd aktuell in der öffentlichen Kritik: am vergangenen Wochenende wurden am Rheinufer fünf Enten und eine Gans erlegt. Für Empörung sorgt vor allem der Ort, an dem die Enten bejagt wurden: in unmittelbarer Nähe befinden sich ein Kinderspielplatz, eine Kita und mehrere Wohnhäuser. Doch anstatt über das rücksichtslose und die öffentliche Sicherheit gefährdende Verhalten der Jäger zu berichten, gibt der WDR in seiner Sendung "Lokalzeit" der örtlichen Jägerschaft ausführlich Gelegenheit, die übliche Jagdpropaganda unters Volk zu bringen. Auf kritische Nachfragen wartet man vergebens; Anwohner oder andere Zeugen des Vorfalls kommen gar nicht erst zu Wort. So wird dem Publikum der Sprecher der Kölner Jägerschaft als "Expterte" präsentiert, welcher versucht, die Bedenken in der Bevölkerung zu zerstreuen und die Öffentlichkeit von der Alternativlosigkeit der Entenjagd zu überzeugen. Das dürfte dem Sprecher der Kölner Jägerschaft in diesem Fall mit seinen an den Haaren herbeigezogenen "Argumenten" allerdings nicht gelungen sein. Der ganze Auftritt geriet auch deshalb unfreiwillig komisch, weil an Mimik und Körpersprache deutlich abzulesen war, dass auch dem "Experten" klar ist, dass er völligen Unsinn erzählt. Wenn man den Argumenten des "Experten" folgt, ist die Jagd auf männliche Enten nötig, um zu verhindern, dass sich während des Paarungsvorgangs zu viele Erpel auf ein Weibchen stürzen und dieses dann im Eifer des Gefechts ertränken. Ob die ebenfalls erschossene Gans sterben musste, weil sie im Zweifelsfall ihren Erpel-Freunden beim Ertränken der weiblichen Enten geholfen hätte, muss vermutlich erst noch geklärt werden. Wir haben uns an den WDR gewandt, und um eine ausgewogenere Berichterstattung gebeten.

https://www.facebook.com/wdrlokalzeitkoeln/videos/438878737919085

 

 

Januar 2022

"Anwohnerin Frizzi Arnold (31) war mit ihren zwei Hunden Filli und Nele im Wald unterwegs, als Schüsse fielen und Jagdhunde ihre Tiere belästigten: "Ich hatte Todesangst, genauso wie meine kleinen Hunde. Ein Jäger schnauzte mich noch an, als ich rief, er solle seine Hunde anleinen. Ein kleines Mädchen in der Nähe schrie wie am Spieß, weil es knallte und Hunde sie umzingelten!""

Wie "Tag24" berichtet, ereignete sich dieser Vorfall vor ein paar Tagen im Rabensteiner Wald bei Chemnitz. Neben Frau Arnold gerieten noch weitere Spaziergänger in eine offensichtlich unzureichend abgesicherte Drückjagd. Einige Passanten waren so verängstigt, dass sie einen Notruf absetzten. Doch obwohl innerhalb kurzer Zeit gleich drei Meldungen über die Vorgänge im Rabensteiner Wald bei der Polizei eingingen, reagierte man dort nicht und sah keine Veranlassung, einzugreifen. Der Sprecher der örtlichen Polizei wird wie folgt zitiert: "Die Jagd im Rabensteiner Wald war von Landratsamt und Forstbehörde bestätigt."  Das mag ja sein - allerdings rechtfertigt das nicht das Ignorieren von Notrufen. Nachdem der Fall nun hohe Wellen geschlagen hat, ist man bei der örtlichen Jägerschaft nun um Schadensbegrenzung bemüht - man räumt ein, dass bei dieser Jagd unter Umständen zu wenig Warnschilder an den Waldwegen angebracht worden sein könnten und verspricht, das Schilderkonzept auszuwerten und anzupassen. Noch besser wäre es aus unserer Sicht, auf derartige Jagdveranstaltungen völlig zu verzichten. 

https://www.tag24.de/chemnitz/lokales/ich-hatte-todesangst-schuesse-im-rabensteiner-wald-in-chemnitz-2288524?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=fb-post-chemnitz&fbclid=IwAR26sDMPV_tfUdCbBBbOtQ2l9FSvUKHXZ43Iz2-7QA-WcZzj4YhRZl3sNLU

 

 

Januar 2022

Anfang des Jahres geriet die Jägerschaft aus dem Kreis Kochel aufgrund einer umstrittenen Entenjagd massiv in die Kritik der Öffentlichkeit. Über mehrere Tage wurden im Loisach-Kochel-Moor intensiv Enten bejagt, stundenlang waren Schüsse zu hören, Spaziergänger und Reiter trauten sich nicht mehr in das Gebiet. Schließlich informierten Anwohner den Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz. Das Loisach-Kochel-Moor ist ein Schutzgebiet und wichtiger Rückzugsort für Wasservögel - auch Vögel aus Nordeuropa oder der Arktis machen hier Halt. Als der Vorsitzende des Bund Naturschutz den Hinweisen aus der Bevölkerung nachging, konnte er auf einer längeren Wanderung durch das Moor nicht einen einzigen Wasservogel entdecken. Der Experte geht davon aus, dass "die verstärkte Jagdtätigkeit in diesem Bereich dazu führt, dass sämtliche Wassservogelarten das Gebiet meiden" und er findet deutliche Worte für das Verhalten der Jäger. So stellt er sich die Frage, "ob alles, was legal ist, auch als legitim angesehen werden kann." Seiner Ansicht nach haben die Jäger "in den vergangenen Tagen wenig reflektiert gehandelt". Er verweist auf die aktuelle Landkreis-Kampagne "Naturschutz beginnt mit dir" und wird hierzu folgendermaßen zitiert: "Wenn dann eine privilegierte Gruppe macht, was sie will und keine Rücksicht auf den Schutz anderer nimmt, dann läuft etwas falsch". Es sei zudem "eine Farce, unter diesen Umständen eine Besucherlenkung zum Schutz der überwinternden Vogelarten zu machen, wenn es gleichzeitig solche Beobachtungen"  gebe. Gemeinsam mit dem LBV fordert der Vorsitzende des Bund Naturschutz, in Feuchtgebieten grundsätzlich auf die Wasservogeljagd zu verzichten und weist darauf hin, dass durch ein solches Jagdverbot die Artenvielfalt erhöht und Bestandsschwankungen reduziert werden könnten. Zum Schluss kritisiert er die immer noch häufig zum Einsatz kommende Bleimunition, an der auch streng geschützte Greifvögel "jämmerlich verenden" würden. Der zuständige Jagdpächter möchte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes reagiert verschnupft und weist darauf hin, dass die Jagd auf Wasservögel noch bis zum 15. Januar erlaubt sei. Er wird folgendermaßen zitiert: "Ich wüsste nicht, dass in diesem Gebiet eine Jagdruhe herrscht." Fast bockig besteht er darauf, dass "solange es ein bejagbares Gebiet" sei, "man dieses Recht auch ausüben" dürfe. Echte Argumente hören sich anders an - und das ist dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes wohl auch klar. Man äußert sich möglichst knapp und hofft, dass Gras über die Sache wächst. Und wartet auf die passende Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit erneut als Wildtierschützer zu präsentieren.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/kochel-am-see-ort28931/umstrittene-entenjagd-im-moor-91223248.html

In diesem Fall sollte sich diese Gelegenheit bereits zwei Tage später ergeben: Spaziergänger (auf deren Identität im Bericht nicht näher eingegangen wird) beobachten im Loisach-Kochel-Moor einen Hund, der angeblich "Jagd auf mehrere Rehe" machen würde - und informieren die Polizei, welche bereits kurze Zeit später vor Ort ist. Obwohl der Hund nachweislich kein Reh verletzt oder getötet hat und sich der Hund beim Eintreffen der Polizei offensichtlich im Einwirkungsbereich der Besitzerin befand, erhält die Tierhalterin nun eine Anzeige nach dem Jagdgesetz. Und der oben erwähnte Vorsitzende des Kreisjagdverbandes, nutzt die günstige Gelegenheit. Er "appelliert" an alle Hundebesitzer, ihre Hunde in dem Gebiet anzuleinen, der Kreisjagdverband verfolge "ein Konzept für den Wald, in dem der Wildbestand eine zentrale Rolle" spiele. Wortreich versucht er, das beschädigte Image der örtlichen Jägerschaft wieder herzustellen und äußert sich folgendermaßen: "Jäger geben einen schnellen Schuss ab, weil das Tier nicht leiden soll." Wenn ein Tier hingegen von einem Hund getötet wird, müsse es "elendig verenden." Zudem würde ein Hund "jagen, was er erreicht", was "große Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht" habe. Unter den Tieren gebe es "zerstörte Sozialverbände und verwaiste Kitze, die wiederum für Verbissschäden sorgen würden, weil das Muttertier fehle". Keine dieser Aussagen hält einer näheren Überprüfung stand - somit ist die ganze Aktion als ziemlich durchsichtiger Versuch zu werten, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um von eigenen Verfehlungen abzulenken und dringend notwendige Diskussionnen weiter zu unterdrücken. Aber auch das Verhalten der Polizei in diesem Fall wirft Fragen auf. Abgesehen davon, dass die Polizei überraschend schnell vor Ort war und unverhältnismäßig hart reagiert hat, irritieren vor allem die Aussagen des stellvertretenden Leiters der Kocheler Polizei. Auch er nutzt die Gelegenheit, Stimmung gegen Hunde und deren Halter zu machen und appelliert an die Bevölkerung, "derartige Beobachtungen" umgehend bei der Polizei zu melden: "Je rascher wir davon erfahren, desto größer sind die Chancen, den Tierhalter auch zur Verantwortung ziehen zu können." Und für diejenigen, die das Ausmaß des Problems unter Umständen immer noch nicht erkannt haben, fügt er noch hinzu, dass er davon ausgehe, dass "die Dunkelziffer von frei laufenden Hunden, die Rehe jagen und auch reißen, relativ hoch sei." Einen Beweis für diese gewagte These bleibt er allerdings schuldig.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/benediktbeuern-ort28358/loisach-kochelsee-erneut-jagt-hund-mehrere-rehe-im-moor-tiere-91223218.html

Alles in allem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nach der kritischen Berichterstattung über die umstrittene Entenjagd schnell eine Gegenerzählung her musste. Das Ansehen der örtlichen Jägerschaft hatte nach dem rücksichtslosen Vorgehen im Schutzgebiet Loisach-Kochel-Moor für Empörung in der Bevölkerung gesorgt, die Jäger standen in der Kritik. Ein ziemlich durchsichtiges Manöver also. Vor diesem Hintergrund wäre es interessant zu erfahren, wer hier welche Strippen gezogen hat, wer hier wessen Jagdkollge ist, wer hier seine guten Beziehungen zur Presse hat spielen lassen. 

 

 

Januar 2022

In Niedersachsen haben einige Jäger versucht, mit selbst gestalteten Warnschildern Stimmung gegen den Wolf zu machen und gezielt Ängste in der Bevölkerung zu schüren. "ACHTUNG WOLF!" ist auf diesen Schildern zu lesen, dann folgen Verhaltensregeln der Jägerschaft: Waldbesucher sollen Hunde an die Leine nehmen, Kinder an der Hand führen und nur in Gruppen wandern oder joggen. Bei einer Wolfssichtung soll man laut in die Hände klatschen und umgehend den Wolfsbeauftragten oder den zuständigen Jäger informieren. Allerdings sorgten diese Schilder nun für einige Irritationen. Die Gemeinde stellt klar, dass derartige Warnschilder nicht ohne Genehmigung der Gemeinde aufgestellt werden dürfen - und eine entsprechende Genehmigung liegt in diesem Fall nicht vor. Im Umweltministerium zeigt man sich verwundert, zumal die genannten Verhaltensregeln bei einer Wolfsbegegnung nicht mit den von Experten erarbeiteten Empfehlungen übereinstimmen würden. Die Landesjägerschaft Niedersachsen distanziert sich mittlerweile von der Aktion und lässt verlautbaren, dass man hier wohl "übers Ziel hinausgeschossen" sei.  

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Vorsicht-Wolfsgebiet-Jaeger-uneins-ueber-Schilder-im-Wald,wolf4596.html

 

Januar 2022

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein 78-jähriger Jäger wohl versehentlich selbst erschossen. Nachdem der Mann nicht wie erwartet von der Jagd zurückgekehrt war, machten sich Familienangehörige auf die Suche und fanden ihn schließlich tot auf einem Hochsitz. 

https://www.tah.de/afpnewssingle/toter-j%C3%A4ger-auf-hochsitz-in-mecklenburg-vorpommern-entdeckt?fbclid=IwAR2Cv9I0LapwoFBcBKwjLaUNZgfkpbuqgIJdtgtttqxF_jJzcr9Quq1LpCo

 

 

Januar 2022

Während einer Treibjagd im bayerischen Volkach ereignete sich ein weiterer tödlicher Jagdunfall: ein 78-jähriger Jäger wurde nach dem Ende der Treibjagd von seinen Jagdkollegen vermisst. Schließlich fand man ihn auf einem Hochsitz - mit einer Kugel im Kopf. Die Kriminalpolizei ermittelt - im Moment geht man davon aus, dass der Mann von einem Querschläger getroffen wurde. Ein Querschläger, der auch jederzeit einen völlig unbeteiligten Spaziergänger hätte treffen können.

https://www.focus.de/regional/bayern/bei-treibjagd-78-jaehriger-jaeger-tot-auf-hochsitz-gefunden_id_36238648.html

 

 

Januar 2022

"Es sollte ein schöner Jagdausflug mit Freunden werden. Doch er endete tödlich." So beginnt ein Bericht im Focus über einen weiteren Jagdunfall in Italien. Beim Opfer handelt es sich um den Junioren-Weltmeister im Schießen, Cristian Ghilli. Laut Zeugenaussagen soll Ghilli sich nach vorne gebeugt haben, um neue Patronen aufzunehmen. Dabei lösten sich Schüsse, Ghilli wurde mehrmals in den Unterleib getroffen. Trotz sofortiger medizinischer Versorgung und einer Notoperation verstarb der 18-Jährige kurze Zeit später im Krankenhaus. Wie dem erfahrenen Schützen ein derartiger Fehler unterlaufen konnte, sollen weitere Ermittlungen ergeben.

https://www.focus.de/sport/mehrsport/er-wollte-patronen-aufheben-junioren-weltmeister-erschiesst-sich-bei-jagdausflug-aus-versehen-selbst_id_36649693.html?fbclid=IwAR2uWqvyYSBrTvMCh--JIw1LgpF3mm0lEQqV4XRqhqPLCjXA3_FHQyvw9pw

 

 

Januar 2022

Anfang Januar wurde in Thüringen ein Luchs tot aufgefunden - das geschützte Tier wies eine tödliche Schussverletzung auf. Der NABU Thüringen fordert nun eine "umgehende Aufklärung und Ahndung dieser Tat". Gleichzeitig beklagt der NABU, dass illegale Tötungen streng geschützter Tiere in Thüringen immer wieder vorkämen. Es trifft Greifvögel, Biber, Fischotter und nun offensichtlich auch den Luchs. In den meisten Fällen kann der Täter nicht ermittelt werden, da den zuständigen Behörden die nötigen Ressourcen fehlen. Der NABU fordert daher nun "eine Stabsstelle für Umweltkriminalität mit klaren Strukturen, Verantwortlichkeiten und dem spezifischen Fachwissen zur Aufklärung" derartiger Taten. Eine Forderung, der wir uns vollumfänglich anschließen möchten.

https://thueringen.nabu.de/news/2022/30948.html?fbclid=IwAR2qgbI_vxFxNWZc1Kn26zCGR6ZcYNu7eOyZa8OVsvr0hnCuSywfcXFCTIA

 

Januar 2022

"Wald erleben und Tiere töten passt nicht zusammen" - das ist der Titel eines Podcasts, in dem sich Peter Wohlleben und Richard David Precht ausführlich über den Zustand unserer Wälder und auch über die Unsinnigkeit der Hobbyjagd austauschen. Nachzuhören ist das interessante Gespräch unter folgendem Link:

https://www.peter-wohlleben.de/podcast?fbclid=IwAR0FJTLon9b8SboRb15DwGrkb7uVIVW7qyuZRA6PCsSccYe6EwAAUS1IVrM

 

Januar 2022

Im Landkreis Regensburg sind drei tote Greifvögel aufgefunden worden. Die Tiere wurden nach derzeitigem Kenntnisstand vergiftet. Man geht davon aus, dass "die Vögel an einem anderen Ort getötet und dann am Fundort auf einen Haufen gelegt worden seien." Eine beliebte Methode, um Spuren  zu verwischen und die Ermittlungen zu erschweren. So ist leider auch in diesem Fall davon auszugehen, dass der Täter nicht ermittelt werden kann. 

https://www.br.de/nachrichten/bayern/drei-tote-greifvoegel-von-spaziergaenger-gefunden,StXrSxc?fbclid=IwAR3BC3Yw0-XZc57UMKPp_tZum8inp-SFBJoFjkrmTVrwHkKYRMf93OkiUng

 

Januar 2022

Kurz vor Weihnachten schoss sich ein Jäger während einer Treibjagd selbst in den Bauch und verletzte sich dabei schwer. Wie jagderleben.de berichtet, waren die beiden Hunde des Mannes in Streit geraten. Der Jäger versuchte daraufhin, die Hunde mit seiner geladenen und offensichtlich nicht gesicherten Waffe zu trennen. Beim "Hantieren mit der Flinte" löste sich dann "unbeabsichtigt ein Schuss". Auch in diesem Fall wurden die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit Schusswaffen auf eklatante Weise missachtet. 

https://www.jagderleben.de/news/unfall-treibjagd-jaeger-verletzt-selbst-schwer-waffe-713211

 

 

Dezember 2021

In der Öffentlichkeit verliert die Jagd immer weiter an Ansehen, die vor kurzem von der Deutschen Jagdzeitung ausgelobten Fuchswochen haben zu massiven Protesten von Tierschutzorganisationen und Privatpersonen geführt, prominente Persönlichkeiten wie Prof. Reichholff, Autor des Buches "Rabenschwarze Intelligenz" und Peter Wohlleben, Deutschlands wohl bekanntester Förster fordern öffentlich ein Ende der Hobbyjagd, zahlreiche Organisationen leisten unermüdlich Aufklärungsarbeit und bewirken so langsam ein Umdenken in der Bevölkerung. Diese Entwicklung gefällt den Jägern natürlich nicht. Aber anstatt sich mit der immer lauter werdenden Kritik an der Hobbyjagd sachlich auseinanderzusetzen, geht der Deutsche Jagdverband einen anderen Weg und versucht, Jagdkritiker einzuschüchtern und mundtot zu machen. So stellte der Deutsche Jagdverband vor wenigen Tagen stellvertretend für alle Jäger in Deutschland Strafanzeige gegen einen Jagdkritiker, der sich in den sozialen Medien kritisch zum Thema Hobbyjagd geäußert hatte. In einer Verlautbarung auf der Homepage des DJV wird der Tierschützer als "selbsternannter Tierrechtler" und "radikaler Jagdgegner" bezeichnet. Der Deutsche Jagdverband kommt zu der Einschätzung, dass die Äußerungen des Jagdkritikers den Tatbestand der "Hassrede" erfüllen. Dem "Beschuldigten" droht offensichtlich sogar ein Verfahren wegen "Volksverhetzung".

https://www.jagdverband.de/hassrede-ist-strafbar

Die Äußerungen des Jagdkritikers, die diese völlig überzogene Reaktion des DJV ausgelöst haben, sind unter dem o.g. Link ebenfalls nachzulesen. Der Verfasser beruft sich in seinen Aussagen auf offizielle Studien - und auch wenn den Jägern das Ergebnis dieser Studien nicht gefällt: den Tatbestand der "Hassrede" und der "Volksverhetzung" erfüllen diese Äußerungen wohl kaum. Bleibt zu hoffen, dass die Justiz diesem Unsinn ein Ende setzt und die Ermittlungen einstellt. 

 

 

Dezember 2021

In einer aktuellen Pressemitteilung teilt der Deutsche Jagdverband mit, dass die Zahl der Jäger weiter ansteigt. Inzwischen würden immer mehr Frauen den Jagdschein machen, außerdem kämen viele Jäger mittlerweile aus der Stadt. Gleichzeitig werden die Motive der angehenden Jäger einmal mehr romantisch verklärt, im Vordergrund stehe das intensive Naturerlebnis, nicht das Schießen. Im Original hört sich das so an: "Stundenlang auf einem Hochsitz ausharren oder bei klirrender Kälte durch das Unterholz wandern, um dann vielleicht doch nicht zum Schuss zu kommen - die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen auch, was die Menschen heute zur Ausbildung bewegt: Auf Platz eins steht unverändert das intensive Naturerlebnis..." Alles in allem also wieder einmal die übliche Jagdpropaganda. Umso ärgerlicher, dass diese Pressemitteilung in mehreren Medien völlig unreflektiert übernommen wurde - etwa im Spiegel oder in der Mittelbayerischen Zeitung. Wir haben uns an die Spiegel-Redaktion gewandt und um eine obektivere Berichterstattung zum Thema gebeten und die Gelegenheit genutzt, eigene Themenvorschläge zum Thema einzureichen. Die Tatsache, dass wir umgehend eine persönliche Antwort des zuständigen Redakteurs erhalten haben, deutet darauf hin, dass unsere Beschwerde nicht die einzige war. Auch im Spiegel-Online-Forum hagelte es Kritik. Offenichtlich durchschauen immer mehr Menschen die Märchen der Jäger.

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/jagen-immer-mehr-frauen-und-stadtmenschen-machen-einen-jagdschein-a-7d6778fd-fdc1-4807-9a46-46aca01e09ad

Den Leserbrief, den wir an die Mittelbayerische Zeitung geschickt haben, können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

 

 

Dezember 2021

Die von der Deutschen Jagdzeitung ausgelobte erste bundesweite Fuchswoche, bei der es Medaillen zu gewinnen gab und einen Sonderpreis für den "größten Fuchsschädel der Saison",  bei der "gepirscht, gedrückt, getrieben und gelockt" werden durfte, "was das Zeug hält", hat in den sozialen Medien hohe Wellen geschlagen, verschiedene Tierschutzorganisationen organisierten Protestaktionen, es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt. Nun hat auch das "Freie Radio Wüste Welle" über die Aktion berichtet. Die Moderatorin stellt die Frage, ob man für ein Gewinnspiel töten darf und ob diese Aktion überhaupt mit unserem Gesetz vereinbar ist. Zu Gast im Studio war Scarlett Treml, Biologin und Agrarwissenschaftlerin bei "Menschen für Tierrechte e.V.". Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass die von der DJZ ins Leben gerufene Fuchswoche nur die Spitze des Eisbergs ist: jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Wildtiere von Jägern getötet, das macht im Jahr etwa 5 Millionen tote Wildtiere. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Es findet kein seriöses Wildtiermonitoring statt, die Bestände werden anhand der Abschusszahlen geschätzt. Schonzeiten werden auf Druck der Jagdverbände immer weiter verkürzt. Im Interview wird auch die enge Beziehung zwischen Jagdlobby und Politik thematisiert - Tierschützer hingegen stoßen bei der Politik immer noch viel zu oft auf taube Ohren. So auch in diesem Fall - ein offener Brief an den zuständigen Minister mit der Bitte, diesen eindeutigen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu stoppen, blieb unbeantwortet. Die heftigen Reaktionen, die dieser Fall heraufbeschworen hat, zeigen aber auch, dass der Unmut in der Bevölkerung steigt: über die Jagd und über untätige Politiker. 

Nachzuhören ist dieses äußerst interessante Interview unter folgendem Link: 

https://www.wueste-welle.de/sendung/view/id/50/tab/weblog/article/84242/Fuchsjagd.html?fbclid=IwAR0brz5l_YPAIiyBZsHL-FF4V_5DPC1Y9fJkAymWEvXTT0_tW4rJGhlQvU8

 

Dezember 2021

Ein Ehepaar aus der Nähe von Traunstein stellte 2014 bei der Unteren Jagdbehörde einen Antrag auf jagdliche Befriedung von vier Hektar Wald und Wiese, die direkt an das Wohnhaus des Ehepaares angrenzen. Sie hätten damals nicht im Traum damit gerechnet, dass es acht volle Jahre dauern sollte, bis das eigenen Grundstück endlich jagdfrei gestellt wird. Erst spielte die Jagdbehörde auf Zeit, dann wurde der Antrag abgelehnt, weil man den Eheleuten nicht abnehmen wollte, dass sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen. So blieb dem Ehepaar nur der Klageweg: nun gab ihnen das Verwaltungsgericht München recht. Ab 1.4.20222 darf auf dem Grundstück des Ehepaares nicht mehr gejagt werden.

https://wildbeimwild.com/naturschutz/ehepaar-gewinnt-klage-grundstueck-in-siegsdorf-ab-2022-jagdfrei/55815/2021/12/20/?fbclid=IwAR3CnBBgP9cI5zbLHVx64dBhsDbZm20gPx_c0JWDuDyAn55w42QFxaSYSjE

 

Dezember 2021

Laut einer Pressemitteilung des NABU, haben "unbekannte Jäger*innen" am vergangenen Wochenende zwei streng geschützte Zwergschwäne getötet. Die Schwäne waren erst kurz zuvor mit Sendern ausgestattet worden, um herauszufinden, warum der Bestand dieser Art massiv zurückgeht. Zwergschwäne dürfen in der EU nicht bejagt werden. Trotzdem werden die geschützten Tiere immer wieder Opfer illegaler Abschüsse. Der aktuelle Vorfall wurde nun zur Anzeige gebracht - ob der Täter ermittelt werden kann, bleibt abzuwarten.

https://www.nabu.de/news/2021/12/30927.html?fbclid=IwAR2c5DRMj7fNMmszulN69NAL3zQCLmGSBzgE3ursIYSG1gOqtitikl_kahQ

 

Dezember 2021

 

Anlässlich des 9. Berliner Online-Tierschutzforums hielt Prof. Josef Reichholf im September einen kritischen Vortrag zum Thema Jagd. Dieser Vortrag wurde nun in voller Länge unter folgendem Link auf youtube veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=v5bO3ijsM8w

Prof. Reichholf räumt in seinem Vortrag mit so manchem Jägermärchen auf und verdeutlicht anhand zahlreicher Beispiele anschaulich, wie nachhaltig die Jäger in unser Ökosystem eingreifen: zum Nachteil unserer Wälder, zum Nachteil der in den Wäldern lebenden Tiere und schlussendlich zum Nachteil von uns allen. 

 

Dezember 2021

Zwei Frauen waren in der Nähe von Düsseldorf mit einem Hund im Wald spazieren, als plötzlich in unmittelbarer Nähe mehrere Schüsse fielen. Der Hund erschreckte sich und lief davon. Kurz darauf hörten die beiden Frauen weitere Schüsse. Sie machten sich auf die Suche nach dem Hund und fanden ihn wenig später tot auf. Laut Polizei "könnte der Hund mit einer Schrotflinte erschossen worden sein." Nun bittet die Polizei die Bevölkerung, "ungewöhnliche Beobachtungen" zu melden. Gleichzeitig weist die Polizei darauf hin, dass "nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zu dem Zeitpunkt in dem Gebiet keine Jagd angemeldet war". Da in Deutschland kein Jäger irgendeiner Stelle vorher mitteilen muss, wann er beabsichtigt, in seinem Revier auf die Jagd zu gehen, ist dieser Hinweis völlig sinnfrei. Und er wirft die Frage auf, warum die Polizei lieber nach dem "großen Unbekannten" sucht, anstatt der überdeutlichen Spur Richtung Jägerschaft zu folgen.

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43777/5101453

 

Dezember 2021

Wieder einmal ist es der Jagdlobby gelungen, ein längst überfälliges Gesetzesvorhaben zu verhindern: die Europäische Kommission beabsichtigte im Rahmen einer Biodiversitätsstrategie, 10% der Landfläche in Europa in strenge Schutzgebiete umzuwandeln. Jegliche Nutzung wäre in diesen Gebieten untersagt gewesen - egal ob Bergbau, Fischerei oder Jagd. Die Jagdverbände liefen Sturm: so forderte der Deutsche Jagdverband die Bundesregierung auf, die für die Jäger problematische Formulierung zu streichen, gleichzeitig übte der Dachverband der europäischen Jäger FACE Einfluss auf europäischer Ebene aus. Offensichtlich mit Erfolg: das EU-Jagdverbot in Schutzgebieten ist zumindest vorerst vom Tisch. 

https://www.jagdverband.de/eu-jagdverbot-schutzgebieten-vom-tisch?fbclid=IwAR1oxbIL2sYOvcTsTdvsSG8yIDBEQSzhLekYhvlDUnROxjP0Fxw_U0yKJJw

 

Dezember 2021

Zum "Tag des Fuchses 2021" führte Manuele Schleußner von der Initiative "Pro Fuchs Deutschland" ein interessantes Gespräch mit Peter Wohlleben. Wohlleben findet im Interview deutliche Worte, er lehnt die Fuchsjagd als grausam und unnötig ab und fordert ein Verbot der Jagd auf Füchse. Gleichzeitig räumt er mit so manchem Jägerlatein auf und erklärt anschaulich, warum das immer wieder von Jägerseite vorgebrachte "Argument", die Fuchsjagd sei zum Schutz von Bodenbrütern und Niederwild zwingend erforderlich, nicht haltbar ist. Wohlleben geht aber noch einen Schritt weiter - seiner Meinung nach sollte die Jagd komplett abgeschafft werden. Wildtiere würden als Sündenböcke missbraucht für Fehler, die der Mensch zu verantworten hat. Neben dem Ende der Jagd fordert er daher ein Umdenken in der Land- und Forstwirtschaft. Das Interview finden Sie unter folgendem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=AelrIFoykuw

 

Dezember 2021

Wir berichteten vor kurzem über die von der Deutschen Jagdzeitung ausgerufenen Fuchsjagdwochen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, möglichst viele Füchse zu töten, es gibt Medaillen zu gewinnen, zudem wird der größte Fuchsschädel der Saison gesucht. Es handelt sich eindeutig um einen Wettbewerb, der auf das Töten von Tieren ausgerichtet ist. Und das ist nach unserem Tierschutzgesetz verboten. Wir haben die Veranstaltung bei PETA gemeldet - dort wurde mittlerweile ein Blog zu diesem Thema eingerichtet - unter folgendem Link können Sie sich über die weitere Entwicklung auf dem laufenden halten:

https://www.peta.de/neuigkeiten/fuchsjagdwoche/

Auch die Organisation "Metzger gegen Tiermord" sieht in der Veranstaltung einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz gestellt. Wir haben uns mittlerweile ebenfalls mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung gesetzt und unterstützen den Strafantrag der "Metzger gegen Tiermord".

 

 

Dezember 2021

Die Jagdverbände bemühen sich sehr, in der Öffentlichkeit das Bild vom Jäger als Tier- und Naturschützer aufrecht zu erhalten. Man geht sogar so weit zu behaupten, dass das Schießen und das Töten von Tieren für viele Jäger eine eher unangenehme Aufgabe sei. Sie kämen dieser ungeliebten Tätigkeit nur aus Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl nach - schließlich müsse verhindert werden, dass Wildtierbestände überhand nehmen und das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen gerät. In den diversen Jagdzeitschriften hört sich das dann etwas anders an, dort wird deutlich, was Jäger wirklich antreibt. So erschien vor kurzem der Beitrag "Niederwild - Warum in die Ferne scheifen, wenn das Gute liegt so nah?" - von Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl ist hier nicht mehr viel zu finden. Hier ein paar Auszüge:

Bilder von riesigen Strecken an Niederwild lassen einen vor Neid erblassen. Dutzende Hasen, jeder Fünfte halb vorgezogen. Fasane in unglaublichen Mengen in Reih und Glied zur Strecke gelegt. Das ist schön – und es sei jedem gegönnt. Zu finden ist das in Deutschland kaum noch. Ganz anders in den großen Niederwildrevieren Europas, in Ungarn. Vielleicht in England. Hier kümmern sich Berufsjäger um den Besatz, setzen aus, um dem Jagdgast das Wild im Herbst vor die Flinte zu treiben. Schön. Es sei jedem gegönnt.

Den Anblick getöteter Tiere dürften die wenigsten Menschen "schön" finden - besonders dann, wenn es sich wie beim Feldhasen oder beim Fasan um Tiere handelt, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Aber solange genügend nachgezüchtet wird, um auch in der nächsten Jagdsaison eine ausreichende "Strecke" sicherzustellen, scheint der Autor kein Problem damit zu haben, auch vom Aussterben bedrohte Tiere zu töten.

Aber auch sonst scheint der Autor viel Spaß bei der Jagd zu haben. Im folgenden Zitat hebt er die Vorteile einer sog. "Bauernjagd" hervor:

Jäger in feinem Zwirn sind hier die Seltenheit. Morgens gibt es einen starken Kaffee und Mittags eine Bockwurst. Man kennt sich. Man amüsiert sich über kleine Fehler beim Anstellen, über die eher wellenartig statt schnürlegrad gehende Treiberwehr. Man ist unter Freunden. Nunja, es sind halt keine Profis. Es sind die Jungs aus der Nachbarschaft. Vielleicht ein paar Jagdschüler, die versuchen das Wild hoch zu machen.

Ist anscheinend ein Riesenspaß, so eine Jagd. Dass bei einer solchen Treibjagd zahlreiche Tiere nur angeschossen werden und noch tagelang leiden, bevor sie qualvoll verenden, interessiert unsere jagenden Tierfreunde nicht. Ebensowenig wie die Tatsache, dass bei derart dilettantisch organisierten Jagdveranstaltungen auch immer wieder Spaziergänger und Autofahrer in Gefahr gebracht werden. Hauptsache, die Jäger haben ihren Spaß. 

Einer Aussage des Autors möchte ich jedoch nicht widersprechen, nämlich dass Jagd etwas seiwas weder Naturschützer noch Jagdgegner je verstehen werden. Damit hat er sicher recht.

https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/jaeger-meinung/niederwild-warum-in-die-ferne-schweifen-wenn-das-gute-liegt-so-nah/

 

 

Dezember 2021

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass die Fuchsjagd unnötig ist, dass Fuchsbestände durch die Jagd nicht reguliert werden können und dass der Rückgang der Niederwild- und Bodenbrüterpopulationen ganz anderen Faktoren zugeschrieben werden muss. Der Einfluss des Fuchses und anderer Beutegreifer auf die Bestände von Niederwild und Bodenbrütern ist verschwindend gering. Andere Länder haben das erkannt und die Fuchsjagd mittlerweile verboten. In Deutschland aber wird weiter munter gegen den Fuchs gehetzt.

Aktuell hat die Deutsche Jagdzeitung (DJZ) eine bundesweite Fuchsjagdwoche ausgerufen. Jedes Revier in Deutschland darf sich beteiligen, es gibt Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen und eine besondere Auszeichnung für denjenigen, der den größten Fuchsschädel einreichen kann. Hier ein paar Auszüge aus dem Aufrug: "Doch neben Drückjagden haben Wald und Flur noch mehr Weidmannsfreuden zu bieten! Die Rede ist von Reineke."  Und weiter: "Die Fangjagd ist ebenso erlaubt, wie die mit Flinte und Büchse. Es darf pepirscht, gedrückt, getrieben und gelockt werden, was das Zeug hält. Wichtig ist einzig und allein die Strecke!".  Weiter heißt es: "Verpassen Sie also nicht die Chance, der erste Hegemeister dieser unter Umständen irgendwann als Traditions-Veranstaltung bekannten Events zu sein!"

Die Fuchsjagdwoche beginnt am 13.12. und endet am 19.12.2021 und soll der Öffentlichkeit als Beitrag zur "Niederwildhege" verkauft werden. 

https://djz.de/bundesweite-fuchsjagdwoche/?fbclid=IwAR3QM_KTvsBRUCGatR4Qa9ZeH7m4_RqPQzgnd1bl3Ik0tuazNO8TRacyYYY

 

 

Dezember 2021

Am vergangenen Wochenende war ein Ehepaar mit seinen beiden Hunden an der Emsch spazieren, als plötzlich ein Schuss fiel. Das Ehepaar rief die Hunde sofort zurück, allerdings kam nur einer der beiden Vierbeiner wieder bei seinen Besitzern an. Das Ehepaar machte sich auf die Suche und fand den zweiten Hund erschossen auf. Die Besitzer erstatteten Anzeige. Noch am selben Abend meldete sich ein Gast-Jäger aus Oberhausen - er sei auf der Jagd nach Hasen, Gänsen und Nutrias gewesen und habe den Hund wohl versehentlich erschossen. 

https://www.rnd.de/panorama/gelsenkirchen-jaeger-erschiesst-hund-und-meldet-sich-bei-der-polizei-VEGWP3SS2VB4DHFNIH77ZZ6BMY.html

 

 

Dezember 2021

Wenn man an Jagdtourismus und Trophäenjagd denkt, denkt man an Afrika, man denkt an Löwen, Elefanten und Nashörner. Doch mittlerweile ist der Trend auch in Europa angekommen. Menschen aus aller Welt kommen nach Kroatien, Rumänien oder Slowenien, um hier Bären, Wölfe, Luchse, aber auch Rehe und Hirsche zu töten. Will man ein Reh in Estland erlegen, kostet das 1400,-- Euro, für einen Hirsch muss man in Rumänien etwa 1700,-- Euro bezahlen, ein Bär in Kroatien kostet etwa 7000,-- Euro. Die Nachfrage nach solchen Reisen ist groß - mittlerweile gibt es Wettbewerbe wie den "European 12" - hier muss der Jäger zwölf verschiedene Wildtier-Arten erlegen. Demnächst soll es sogar einen "European 25" geben. Die Kunden kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten, von der amerikanischen Influencerin bis zum Unternehmer, der anonym bleiben möchte.

Der Beitrag "Trophäenjagd: Schluss mit dem Jagdtourismus?" auf ARTE befasst sich eingehend mit dem Thema und liefert verstörende Einblicke in ein zutiefst perverses und korruptes System. Manche Länder versuchen mittlerweile, den Jagdtourismus zu verbieten oder zumindest einzudämmen. Wie solche Jagdverbote umgangen werden, zeigen die Erfahrungen aus Rumänien: dort ist die Bärenjagd zwar theoretisch verboten - allerdings können unter bestimmten Umständen Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss eines Bären erteilt werden. Um eine solche Ausnahmegenehmigung zu erhalten, werden die Bären gefüttert und so immer näher an die Dörfer gelockt. Hat man erst einmal die gewünschte Ausnahmegenehmigung, kontrolliert niemand mehr, ob tatsächlich nur der "Problembär" getötet wird - hier vertraut man den Jägervereinigungen und hält eine Kontrolle für überflüssig.

Im Beitrag kamen auch Befürworter der Trophäenjagd zu Wort -  mehrmals wurde der Versuch unternommen, derartige Jagdreisen der Öffentlichkeit als "aktiven Beitrag zum Artenschutz" zu verkaufen. Überzeugen konnten die Jagdbefürworter jedoch nicht - die von ihnen vorgebrachten Argumente konnten von Eduardo Goncalves, dem Gründer der Kampagne für das Verbot der Trophäenjagd, mühelos widerlegt werden. Auch die unterschiedlichen Filmaufnahmen im Beitrag machen deutlich, dass es den Jägern nicht um Artenschutz geht. 

Hier der Link zum Beitrag: https://www.arte.tv/de/videos/099561-033-A/vox-pop/

 

 

November 2021

In der Sendung "Landgemacht: Besser leben in der holsteinischen Schweiz" (ausgestrahlt am 26.11.2021) wird das angeblich idyllische Landleben aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet - und da darf die Jagd natürlich nicht fehlen. So wird etwa ab Minute 25 die alle zwei Jahre stattfindende Treibjagd als gesellschaftliches Großereignis dargestellt. Das ganze Dorf hilft mit, selbst "Kinder", die in der Stadt studieren, kommen pünktlich zur Treibjagd ins Dorf zurück und beteiligen sich an diesem Event. Gemeinsam läuft man dann laut rufend über die Wiesen und ist stolz, am Ende der Jagd zehn Hasen, drei Rebhühner und eine Ente erlegt zu haben. Dass sowohl Hasen als auch Rebhühner in ihrem Bestand stark gefährdet sind, scheint niemanden zu stören. Feierlich verbläst man die Strecke und geht anschließend feiern. Wenn man beabsichtigt hat, die Jagd in einem positiven Licht darzustellen, so ist dieser Versuch gründlich missglückt. Die ganze Sequenz wirkt abstoßend und gleichzeitig unfreiwillig komisch - auf eine sinnvolle Begründung für die Jagd wartet man vergebens. Fragt man die Jäger nach ihren Motiven, fällt ihnen außer Brauchtum und Tradition nicht viel ein. 

https://www.ardmediathek.de/video/landgemacht-oder-besser-leben-in-der-holsteinischen-schweiz2/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9mMGM4ZjA2NS05OTM3LTQzYTMtYmUyZS1iZGNhN2MyZWUxNjE/

Wir haben uns mit einem Schreiben an den NDR gewandt, nachzulesen in der Rubrik "Leserbriefe"

 

November 2021

Und wieder hat ein Jäger ein Pony mit einem Wildschwein verwechselt und schwer verletzt. Das Pony lag auf der Weide, als es von einer Kugel getroffen wurde und einen Halsdurchschuss erlitt. Wie es aussieht, hatte das Pony Glück im Unglück: es wird derzeit in der Tierärztlichen Hochschule Hannover behandelt und wird wohl überleben. 

https://www.ndz.de/lokales/landkreis_artikel,-halsdurchschuss-jaeger-verwechselt-pony-mit-schwein-_arid,2716505.html?fbclid=IwAR0m3tb17lvwl90DRWypswaT53KEaO_cTKK6nTOFLS3jXzAfZnDef1o5vok

 

November 2021

Bereits im Jahr 2018 verletzte ein Jäger während einer Erntejagd ein damals sechsjähriges Mädchen schwer. Das Mädchen spielte in einer Gartenanlage, als der verhängnisvolle Schuss abgegeben wurde. Die Kugel durchschlug den Arm und die Hüfte des Mädchens, das noch heute unter den Folgen der Verletzungen leidet: ständige Schmerzen, Physiotherapie, Arztbesuche und eine psychiatrische Behandlung gehören nach wie vor zum Alltag. Da das Mädchen den Schulalltag nicht alleine bewältigen kann, ist die Unterstützung einer Schulbegleiterin notwendig. Nun fand der Prozess gegen den beschuldigten Jäger statt - das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten und einer Schmerzensgeldzahlung an die Familie des Mädchens in Höhe von 30.000 Euro. Der eigentliche Skandal an diesem Urteil ist aber, dass der Jagdschein nur für 4 Monate eingezogen wird - danach darf der Jäger wieder auf die Jagd gehen. Warum jemandem, der seine Unzuverlässigkeit im Umgang mit Schusswaffen so eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, der Jagdschein nicht dauerhaft entzogen wird, ist nicht nachvollziehbar.  Reue zeigte der Angeklagte im Prozess übrigens nicht. Er äußerte sich nur am letzten Prozesstag und gab an, er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst, er habe nicht absichtlich in Richtung Ortschaft geschossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräfitig, die Verteidigung hält das Urteil für falsch und schließt nicht aus, in Berufung zu gehen. 

https://www.rnd.de/panorama/schuss-auf-sechsjaehriges-maedchen-bewaehrungsstrafe-fuer-jaeger-R35KSANYH2CQJ6ACBCOALUAXBY.html 

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet über den Fall: 

https://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-gera-bewaehrungsstrafe-nach-jagdschuss-auf-maedchen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-211117-99-37120?fbclid=IwAR0R5bsAVCML01IyNhelcrp-MY07Noi_Sry2XkL4relxa_jBCS20nqnimJ4

Wir haben uns mit einem Leserbrief an beide Redaktionen gewandt - nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".

 

November 2021

Im Raum Kassel kommt es offenbar zunehmend zu Konflikten zwischen Jägern und anderen Naturnutzern. Folgt man der Einschätzung der Jäger vor Ort, trifft die Jäger aber keine Schuld an dieser Entwicklung - Schuld seien vielmehr die vielen Spaziergänger und Radfahrer, die sich "zu jagdtypischen Zeiten"  im Wald aufhalten. Der Vorsitzende des Hegerings Habichtswalds beklagt, dass "das Verständnis für unsere Arbeit abgenommen hat" - früher habe man nicht gleich bei jedem Schuss die Polizei gerufen. Die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) widmet dem Thema jetzt eine ganze Seite. Doch obwohl sich die Jäger sehr um Schadensbegrenzung bemühen, auf die Wichtigkeit ihrer "Arbeit" und hohe Sicherheitsstandards verweisen und gleichzeitig versuchen, Stimmung gegen "unvernünfige" Jogger oder Radfahrer zu machen, wird doch vor allem Eines deutlich: die Jagd steht mit dem Rücken zur Wand, die Akzeptanz in der Bevölkerung sinkt und immer weniger Menschen sind bereit, das übergriffige Verhalten einiger Jäger kommentarlos hinzunehmen. Aus unserer Sicht eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung.

https://www.hna.de/lokales/kreis-kassel/baunatal-ort312516/mehr-konflikte-mit-jaegern-91107838.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR1x_Z7J31vPKDqBmEJ2D-CzIhpiAf-B6FzVxy25rgS-UjUQbmLTjDTmDGQ#Echobox=1636620370

 

 

November 2021

Während einer Drückjagd bei Pöttmes (Bayern) flüchteten vier Wildschweine aus einem Maisfeld in ein nahe gelegenes Dorf. Ein Tier geriet dabei in einen umzäunten Garten und verletzte in seiner Panik einen Menschen und drei Hunde. Auch die drei anderen Wildschweine verursachten auf ihrer panischen Flucht Schäden in Gärten und an Häusern. Leider wird auch dieser Vorfall vermutlich keine juristischen Konsequenzen für die beteiligten Jäger haben.  

https://www.n-tv.de/regionales/bayern/Wildschweine-fluechten-vor-Jagd-Menschen-und-Hunde-verletzt-article22914525.html

November 2021

Im Buch "Was Jäger verschweigen" setzt sich der Autor F. Werner intensiv mit den Schattenseiten der Hobbyjagd auseinander. Zahlreiche, gut recherchierte Beispiele ermöglichen erschreckende Einblicke in ein offenbar durch und durch korruptes System. Vetternwirtschaft auf allen Ebenen, Verfilzung der Jägerschaft mit Politik und Behörden, dazu eine größtenteils unkritische Presse, mit deren Unterstützung es den Jägern bis heute gelingt, eine uninformierte Öffentlichkeit mit Lügen und Halbwahrheiten in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Der Autor zitiert in seinem Buch zahlreiche wisssenschaftliche Studien, die deutlich machen, warum Jagd Wildbestände nicht nachhaltig regulieren kann - und warum die Jagd somit in vielen Fällen nicht nur überflüssig, sondern sogar kontraproduktiv ist. Eine Analyse der Bestandsentwicklung bei Rehen und Wildschweinen verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen Hegemaßnahmen und völlig überhöhten Wildbeständen - mit allen bekannten negativen Auswirkungen für die Tiere, aber auch für den Wald und das gesamte Ökosystem. Auch dem Phänomen, dass Jäger zunehmend versuchen, für immer mehr Gebiete Betretungsverbote für die Bevölkerung zu erwirken, widmet der Autor ein Kapitel. Er zeigt auf, wie man dieses Ziel durch die Etablierung wechselnder Sündenböcke (Reiter, Hundebesitzer, Wanderer, Mountainbiker, Kletterer...) zu erreichen versucht und welche Motive hinter diesen Bestrebungen stecken. Ein weiteres interessantes Kapitel beleuchtet, welchen Einfluss Jäger mittlerweile auch in Naturschutz- und Vogelschutzverbänden haben und wie sie es geschafft haben, die dort ehemals doch ziemlich jagdkritischen Stimmen zum Verstummen zu bringen. Das Kapitel "Grundstückseigentümer und ihr Jagdrecht" rundet das Buch ab. Der Autor setzt sich in diesem Kapitel mit dem System der Jagdgenossenschaften auseinander - er zeigt unter anderem, wie Jagdpachtverträge zustande kommen, wie Kleingrundbesitzer systematisch benachteiligt werden und wie eng die Beziehungen zwischen Jagdpächter und Jagdgenossenschaftsvorstand oftmals sind.

Ein absolut empfehlenswertes Buch!

Die Erstauflage erschien bereits 2001. Leider hat es auch heute - zwanzig Jahre später - nichts von seiner Aktualität eingebüßt. 

http://www.wasjaegerverschweigen.de/

November 2021

Seit dem Jahr 2013 kann jeder Grundstückseigentümer seine land- und forstwirtschaftlichen Flächen befrieden lassen, d.h. er kann aus der Jagdgenossenschaft austreten und die Jagd auf seinem Grund und Boden untersagen. So weit die Theorie.

Wie die Praxis aussieht, zeigt folgendes Beispiel: ein Ehepaar aus Gütersloh hat vor ein paar Jahren einen Hof mit landwirtschaftlichen Flächen geerbt. Das Ehepaar ist im Tierschutz aktiv und lehnt das Töten von Tieren auf den eigenen Grundstücken aus ethischen Gründen ab. Folgerichtig stellten die beiden einen Antrag auf Befriedung bei der Unteren Jagdbehörde - vor mehr als zwei Jahren (!!). Die lange Bearbeitungszeit erklärt die Behörde damit, dass im Vorfeld eine Vielzahl von Personen, Gremien und Institutionen angehört werden müssten. Unter anderem sei eine Stellungnahme des Jagdbeirats nötig - und dieser tage leider nur einmal im Jahr. Das Ehepaar wollte das so nicht hinnehmen und hat deshalb eine Untätigkeitsklage erhoben. Im September erhielt das Ehepaar neben einer "saftigen Gebührenrechnung" nun den Bescheid, dass die Befriedung der Grundstücke überwiegend abgeleht wird - lediglich ein kleiner Bereich rund um den Hof soll befriedet werden. Auf den weiteren Flächen soll die Jagd auch in Zukunft weiterhin uneingeschränkt möglich sein - und das, obwohl sich auf diesen Grundstücken auch Pferdekoppeln befinden. Gegen diesen Bescheid klagt das Ehepaar nun. 

Berichtet wurde über diesen Vorgang in der "Glocke - Gütersloher Volkszeitung" - leider kann der Bericht nicht verlinkt werden. Neben dem Ehepaar äußert sich auch ein Jägervertreter zur Sache. Er sieht die Befriedung von einzelnen Grundstücken erwartungsgemäß kritisch. Wenn aber nach Prüfung aller Argumente eine Befriedung genehmigt würde, müssten die Jäger das tolerieren und akzeptieren.

Das sehen offensichtlich nicht alle Jäger so - so erhielt das Ehepaar einen Anruf eines aufgebrachten Jägers, der der Frau damit drohte, "ihr über die Hucke zu geben". Außerdem forderte er das Ehepaar auf, die Stadt zu verlassen. Gegen den Mann wurde mittlerweile Anzeige erstattet. 

Übrigens: Selbst wenn das Gericht im Sinne der Kläger entscheidet, muss das Ehepaar unter Umständen noch lange darauf warten, bis auf den eigenen Grundstücken tatsächlich nicht mehr gejagt wird. Die Befriedung wird nämlich erst mit dem Ablauf des Jagdpachtvertrags wirksam - und diese Verträge haben oft eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren. 

 

November 2021

In Werheim sorgt das rücksichtslose Vorgehen der örtlichen Jägerschaft für Unmut in der Bevölkerung: in der Nähe einer Landstraße und einer Wohnsiedlung wurden mehrere landwirtschaftliche Flächen mit Krähenattrappen bestückt. Mit diesen Attrappen werden die ahnungslosen Vögel angelockt und dann von den bereitstehenden Jägern abgeschossen. Tierschützer haben nun Anzeige erstattet. 

https://www.facebook.com/hashtag/wehrheim

Leider ist die Jagd auf Krähen immer noch erlaubt. Obwohl unterschiedliche wissenschaftliche Forschungen unabhängig voneinander zu dem eindeutigen Ergebnis kommen, dass die Krähenjagd unnötig und sogar kontraproduktiv ist, möchten die Jäger auch weiterhin nicht darauf verzichten. Und die Politik sieht keinen Handlungsbedarf und richtet sich weiter nach den Wünschen der Jäger.

Oktober 2021

Auch in Frankreich gerät die Hobbyjagd zunehmend in die Kritik. Nun fordert der Präsidentschaftskandidat der Umweltschutzpartei ein Jagdverbot in den Schulferien sowie an den Wochenenden. Er begründet diese Forderung damit, dass es immer wieder zu folgenschweren Unfällen bei der Jagdausübung kommt. Als Beispiel nennt er den Tod eines Wanderers, der erst vor kurzem neben einem Friedhof erschossen worden war. Laut einer Umfrage trauen sich etwa 75% der Bevölkerung während der Jagdsaison nicht mehr im Wald spazieren zu gehen. Für den Präsidentschaftskandidaten sind das unhaltbare Zustände - bleibt zu hoffen, dass er sich gegen die mächtige Jagdlobby durchsetzen kann.

https://www.europe1.fr/politique/interdire-la-chasse-pendant-le-weekend-et-les-vacances-yannick-jadot-lance-le-debat-4074153?utm_medium=Social&xtor=CS1-15&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR0yXKMUkgEtdwmI3B67e-d-2xR-XyvPCuue-qFAYUm38tU9mHG7IrxPVvU#Echobox=1635523729

 

Oktober 2021

Auf jagderleben.de feiert man die Wahl von Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen - hat man mit ihm doch einen weiteren Jäger in einer politischen Spitzenposition. Auf die Frage, ob es ihm Spaß mache abzudrücken, antwortete Hendrik Wüst in einem taz-Interview so: "Wir können jetzt sicher lange über den forstwirtschaftlichen Nutzen der Jagd oder das Naturerlebnis reden. Aber ja: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das Beute machen bei er Jagd keinen Spaß macht..."

Reformen in der Jagdgesetzgebung sind mit dem bekennenden Hobbyjäger wohl nicht zu erwarten. Die Jäger freut´s.

https://www.jagderleben.de/news/hendrik-wuest-neuer-nrw-ministerpraesident-jaeger-713061?fbclid=IwAR3Ol6tZN9xRJvfoDHIGwCYF6WksUGX4v-BmW-DYGOakDwncOJZNP-d_zTM

Oktober 2021

Jetzt im Herbst finden wieder viele Treib- und Drückjagden statt. Derartige Jagdveranstaltungen bedeuten immensen Stress für die Tiere: sie werden über Stunden gehetzt, flüchten in Panik vor den Treibern und deren Hunden, werden dann viel zu oft nur angeschossen und verenden qualvoll. Dennoch werden derartige Jagdveranstaltungen als traditionelles, gesellschaftliches Ereignis akzeptiert und viel zu selten hinterfragt. 

Einer unserer Leser wurde am vergangenen Sonntag Zeuge einer solchen Treibjagd - auch er ärgert sich darüber, dass diese tierquälerischen Jagdveranstaltungen noch immer von großen Teilen der Bevölkerung als notwendig angesehen und stillschweigend akzeptiert werden. Glaubt man den Jäger, sind die Wildbestände viel zu hoch und nur durch solche Treib- oder Drückjagden zu regulieren. Unser Leser macht in seinem Schreiben deutlich, wie sehr unsere Jäger zugunsten jagdbarer Arten in unser Ökosystem eingreifen und zeigt auf, dass es gerade die Jäger sind, die diese überhöhten Wildbestände zu verantworten haben. Sie finden das eindrucksvolle Plädoyer unseres Lesers gegen die Hobbyjagd in der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung".

 

Oktober 2021

Das Online-Magazin topagrar berichtet über eine Aktion von Jägern im Kreis Warendorf. Die Warendorfer Jäger sind der Meinung, dass sich die Umweltbildung in den vergangenen Jahren immer weiter von der Realität entfernt habe. Die Umweltbildung in Schulen und Kindergärten, aber auch in den Medien befinde sich auf dem Niveau von Disneyfilmen, Jäger (und andere Tiernutzer) kommen in ihren Augen hier oft zu schlecht weg, werden als "die Bösen" dargestellt. Um hier gegenzusteuern, haben die Warendorfer Jäger nun die Aktion "Grünes Herz" ins Leben gerufen. "Wissen um die heimische Natur zu vermitteln, ist eine Herzensangelegenheit der Jäger" - so ein Vorstandmitglied der Kreisjägerschaft. Und so fahren die Jäger nun mit der "Rollenden Waldschule" alle 168 Kindergärten im Landkreis ab und verteilen Kinderbücher an die Kleinsten. Diese Bücher seien realitätsnah, ideologiefrei und authentisch. Dieser Einschätzung möchten wir widersprechen: in den abgebildeten Büchern wird den Kindern eine heile Welt vorgegaukelt. Mit der Realität hat der Inhalt wenig zu tun. Das Thema Jagd wird kaum thematisiert und wenn doch, dann sieht man einen Jäger, der die Tiere im Winter füttert und selbstverständlich nur alte und kranke Tiere tötet. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Begleitet wird die ganze Aktion von einer wohlwollenden Lokalpresse, die positiv über das Engagement der Jäger berichtet. Dass hier auf ganz perfide Weise kleine Kinder manipuliert werden, schein niemanden zu stören.

https://www.topagrar.com/jagd-und-wald/news/jaeger-versorgen-168-kindergaerten-mit-ideologiefreier-literatur-12710325.html

 

Oktober 2021

Der Nürnberger Tiergarten tötet gezielt Füchse - und begründet das mit Artenschutz. Vom Auswildern in andere Reviere hält der Zoo-Direktor nicht viel. Er äußert sich folgendermaßen: "...Wir müssen aus den Köpfen herausbekommen, dass wir etwas Gutes tun, wenn wir alle Tiere retten wollen. Das Töten gehört zum Artenschutz dazu. Wir bekämpfen invasive Arten, um gefährdete zu schützen.." Viele Tiere im Zoo dürften allerdings mehr unter den Haltungsbedingungen leiden als unter der Bedrohung durch den Fuchs. Tiger, Löwen, Eisbären, Giraffen, Nilpferde oder Nashörner können in einem Zoo nicht artgerecht gehalten werden und entwicklen oft massive Verhaltensstörungen. Dennoch möchte der Nürnberger Tiergarten mit der Zurschaustellung stark gefährdeter Arten den Besuchern ein Bewusstsein für die Natur und schwindende Lebensräume vermitteln. Gleichzeitig gesteht man Füchsen ihren Lebensraum aber nicht zu. Im Artikel äußert sich auch der Vorsitzende des Tierschutzverens NORIS kritisch zu den Fuchstötungen und zeigt Möglichkeiten auf, wie Füchse durchaus erfolgreich umgesiedelt werden können.

https://www.nordbayern.de/das-toten-gehort-zum-artenschutz-fuchsjagd-im-tiergarten-nurnberg-1.11432505?fbclid=IwAR2voznY9cQ_v1ndA5AxgWqK_VYnDvv3KIkz4xfH7TA5FEHA-6oB5B0trBU

 

Oktober 2021

In Baden-Württemberg kam es erneut zu einer folgendschweren Verwechslung: ein Jäger war nachts auf der Jagd und wartete auf seinem Hochsitz auf Wildschweine. Obwohl der Jäger eigentlich wissen musste, dass sich sein Ansitz direkt neben einer Pferdekoppel befand, kam er vor der Schussabgabe offensichtlich nicht auf die Idee, dass es sich bei den vermeintlichen Wildschweinen um Pferde handelt könnte. Das Ergebnis: zwei angeschossene Pferde, die ihren schweren Verletzungen erlagen. Ein weiterer tragischer Einzelfall?

https://www.agrarheute.com/land-leben/wildschweinen-verwechselt-jaeger-schiesst-zwei-pferde-586432

Etwas kritischer berichtet SWR3 über den Vorfall. Hier wird kritisiert, dass es immer wieder zu Fehlschüsssen kommt, dass auch Menschen immer wieder in Gefahr geraten. Zwar versuchen auch hier die Jagdverbände zu beschwichtigen - so recht gelingen mag ihnen das aber nicht.

https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/jaeger-erschiesst-pferde-100.html

 

Oktober 2021

Am Gardasee hat ein 13-jähriger Junge versehentlich seine 15-jährige Schwester erschossen. Es wird berichtet, dass der Junge und sein Vater (Jäger und ehemaliges Stadtratsmitglied) dem Mädchen die Waffe zeigen wollten. Warum die Waffe zu diesem Zweck geladen war und wie es zur verhängnisvollen Schussabgabe kam, ist bis jetzt noch nicht geklärt. Gegen den Mann wird nun wegen "unsorgfältiger Aufbewahrung von Waffen" ermittelt. Dieser Vorfall macht deutlich, warum Waffen nicht in die Hand von Privatleuten gehören. 

https://wildbeimwild.com/kunterbunt/bub-13-erschiesst-schwester-15-mit-jagdgewehr/54271/2021/10/18/

 

Oktober 2021

Im Spiegel-Beitrag "Jagdverband warnt vor mehr Wolfsbegegnungen in Großstädten" wird dem Jagdverband ausführlich Gelegenheit gegeben, gegen den Wolf zu hetzen und Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Kritische Nachfragen gibt es nicht, eine entsprechende journalistische Einordnung der Aussagen findet nicht statt. Der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes darf also ungehindert vor einer Gefahr warnen, die so gar nicht existiert. So weist er darauf hin, das man nicht garantieren könne, dass Wolfsbegegnungen immer friedlich verlaufen würden - und vermittelt so den Eindruck, als ob demnächst zahllose hungrige Wolfsrudel durch unsere Innenstädte steifen würden. Die Realität sieht anders aus: bis jetzt gab es eine (!!!) fragliche Wolfssichtung in Köln. Außerdem hat sich wohl ein Rudel 30km von Berlin entfernt angesiedelt. Zwischenfälle gab es bisher nicht. Aber die Jäger machen sich nicht nur um ihre Mitmenschen Sorgen: besonders Hunde seien in Gefahr, weil diese von den Wölfen als Konkurrenten angesehen werden könnten. Vor dem Hintergrund, dass Jäger selbst ganz gerne Hunde und Katzen im Rahmen des sog. "Jagdschutzes" töten und trotz einer breiten Ablehnung in der Bevölkerung an der mittelalterlichen Praxis des Haustierabschusses festhalten möchten, wirkt die Sorge um das Wohlergehen von Hunden dann doch etwas verlogen. So kann man nur zu dem Schluss kommen, dass mit solchen Wortmeldungen über das Schüren übertriebener Ängste der Weg zur Wolfsjagd geebnet werden soll. 

https://www.spiegel.de/panorama/jagdverband-warnt-vor-mehr-wolfsbegegnungen-in-grossstaedten-a-188cb489-b232-43ca-8166-ef003fcc56f7

 

Oktober 2021

In der Schweiz kam es innerhalb weniger Wochen gleich zu drei "Fehlschüssen": am 4. September erschießt ein Jäger "versehentlich" ein Pferd wenige hundert Meter neben einer Ortschaft. Der Jäger hatte das Pferd für ein Wildschwein gehalten. Vier Tage später verwechselt ein Jäger im Oberengadin ein Pferd mit einem Reh und verletzt das Pferd so schwer, dass es eingeschläfert werden muss. Wiederum nur kurze Zeit später erschießt ein Jäger ein Lama, das von einem Landwirt zum Herdenschutz eingesetzt wurde. In diesem Fall hat der Jäger den Vorfall trotz bestehender Meldepflicht noch nicht einmal gemeldet. In allen drei Fällen wurde einmal mehr die wichtigste Regel im Umgang mit Schusswaffen missachtet: erst dann zu schießen, wenn man sich zu 100% sicher ist, auf was man schießt. Diese Vorfälle werden in der Schweiz momentan intensiv diskutiert - auch dort sind offensichtlich immer weniger Menschen bereit, die unhaltbaren Zustände im Bereich der Hobbyjagd weiter zu tolerieren. Der Jagdverband versucht sich erwartungsgemäß in Schadensbegrenzung. Wieder einmal wird von tragischen Einzelfällen gesprochen, man distanziert sich von den "schwarzen Schafen". Allerdings sollte man sich an verantwortlicher Stelle schon fragen, ob man bei einer derartigen Häufung von "Fehlschüssen" noch von "tragischen Einzelfällen" sprechen kann - oder ob der Fehler nicht doch im System liegt.

https://www.20min.ch/story/drei-jagd-fehlschuesse-innert-eines-monats-das-darf-nicht-passieren-598779177497

 

Oktober 2021

Nun müssen also schon die Mainzelmännchen Werbung für die Jagd machen: in mehreren aktuellen Clips ist ein "Mainzelmännchen-Jäger" zu sehen, der einen gefangenen Fuchs aus einer Falle befreit, der mit Wildschweinen verstecken spielt, mit ihnen spazieren geht oder sein Essen mit den Tieren teilt. Die Botschaft ist eindeutig: der Jäger als Tierfreund, vor allem als Freund der Wildtiere. Diese Aktion ist ärgerlich, weil sie sich ganz gezielt an Kinder richtet, die noch nicht in der Lage sind, die eindeutige Jagdpropaganda in den Clips zu durchschauen. Gleichzeitig ist die Aktion aber auch ein Offenbarungseid für die Jäger und zeigt, wie verzweifelt man mittlerweile versucht, das angeschlagene Image der Jagd in der Öffentlichkeit wieder aufzupolieren. Die Kritik an der Hobbyjagd wird immer lauter, der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet. Als Reaktion auf diese zunehmende Kritik nun die beliebten Mainzelmännchen mit plumper Jagdpropaganda ins Rennen zu schicken, ist schon peinlich. 

Wir haben uns mit einem Schreiben an das ZDF gewandt und darum gebeten, künftig auf die Ausstrahlung dieser Clips zu verzichten. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

 

Oktober 2021

Wie wenig Rücksicht Jäger auf Anwohner nehmen, zeigt auch dieser Fall: direkt neben einem Gnadenhof für Schweine und Pferde fand Anfang September eine Treibjagd statt. Aufgeschreckt durch die Schüsse, versuchten die Tiere zu flüchten - ein Pferd verletzte sich dabei so schwer, dass es eingeschläfert werden musste. Auch die anderen Tiere zeigten starke Angstreaktionen. Die Betreiberin des Gnadenhofes kritisiert das Verhalten in einem Zeitungsbericht sehr deutlich. Einsicht ist bei den Jägern aber wohl nicht zu erwarten. So ist es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Treibjagd die Bewohner des Gnadenhofes in Angst und Schrecken versetzt. 

https://www.volksfreund.de/region/mosel-wittlich-hunsrueck/schuesse-nahe-gnadenhof-tiere-in-panik-kritik-an-treibjagd-bei-morbach_aid-63235087?fbclid=IwAR0ArDiYrQp4s5of1R53uRmr39BhHJuDwDb_NNK4KkNaMpWAsJYYnGIEFmI

September 2021

Das ist Emil. Emil hatte zusammen mit seiner Mama und seinem Bruder ein liebevolles Zuhause bei Menschen, die ihn liebten. Er war ein glücklicher, zufriedener Kater. Bis er am 16.9.2021 in diese Schlagfalle geriet und auf grausame Weise sterben musste. Aufgestellt hatte die Falle der Nachbar der Familie - ein Jäger. Als Emil in die Falle geriet, waren seine Schmerzensschrei im ganzen Ort zu hören. Die entsetzten Besitzer eilten herbei - leider gelang es ihnen nicht, die Metallbügel des Fangeisens zu öffnen. Auch der Jäger kam hinzu, machte aber keine Anstalten, der Familie zu helfen und den Kater zu befreien. Im Gegenteil: er lachte, machte sich über die Familie lustig und freute sich, dass seine Falle so gut funktioniert hatte. Immerhin hätte "die Katze immer in seinen Garten gekackt", deshalb sei "sie fällig gewesen". Die Besitzer der Katze riefen die Polizei - diese sah aber keine Veranlassung, zum Tatort zu kommen. So mussten die Besitzer den Todeskampf ihrer geliebten Katze hilflos mitanschauen, neben sich einen lachenden Jäger. Nach endlos langen 10 Minuten war Emil tot. Die Familie ist völlig traumatisiert, hat nun auch Anzeige erstattet. Der Vorfall ereignete sich im Kreis Heilbronn (Baden-Württemberg). 

In unserer Rubrik "Reaktionen aus de Bevölkerung" finden Sie den ergreifenden Bericht der Familie, geschrieben aus Emils Perspektive.

Unter dem Link https://www.facebook.com/Emils-letzte-Reise-um-die-Welt-100843942361272  können Sie die Geschichte von Emil weiter verfolgen.

September 2021

In Heretsried ereignete sich vor ein paar Tagen ein schwerer Jagdunfall. Ein 36-jähriger Mann wurde von einem Jagdkollegen angeschossen und schwer verletzt, er musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Umstände des Vorfalls sind noch nicht restlos geklärt, allerdings ist davon auszugehen, dass wieder einmal grundlegende Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten wurden. Immer wieder kommt es bei Treibjagden zu solchen Zwischenfällen. In diesem Fall traf es eine Jäger - dieser hatte sich zumindest bewusst für die Teilnahme an der Treibjagd entschieden und das Risiko in Kauf genommen. Leider geraten durch solche schlecht abgesicherten Treibjagden auch immer wieder völlig Unbeteiligte in Gefahr, werden verletzt oder getötet. Nun hat auch PETA den Vorfall zum Anlass genommen, einmal mehr das Ende der Hobbyjagd zu fordern. 

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Heretsried-Nach-Jagdunfall-bei-Heretsried-Tierschuetzer-fordern-Ende-der-Hobbyjagd-id60666426.html

September 2021

Die Dokumentation "Stadt-Land-Fuchs" gewährt interessante Einblicke in das Sozialleben von Füchsen. Leider scheint ein artgerechtes Leben für Füchse heute nur noch in Städten möglich zu sein, wo die Tiere in festen Familienverbänden leben und ein erstaunliches Sozialverhalten an den Tag legen. Ganz anders ergeht es den Füchsen auf dem Land, wo sie noch immer gnadenlos verfolgt werden - was zu ständigem Stress und zerstörten Sozialstrukturen führt. Der Beitrag setzt sich auch mit den angewandten Jagdmethoden kritisch auseinander und zeigt, wie grausam und unnötig die Fuchsjagd ist. Gleichzeitig zeigt diese Dokumentation aber auch, wie umstritten die Fuchsjagd mittlerweile ist. Sie finden diese absolut empfehlenswerte Sendung unter folgendem Link:

 https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/stadt-land-fuchs/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZG9rdS8yMDIxLTAxLTAzVDE4OjE1OjAwXzE4OGE2MzM2LTc1NGYtNDZiZS05MzZhLTdhYzYwZjY2MTRhMi9zdGFkdC0tbGFuZC0tZnVjaHMt/

 

September 2021

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet im Beitrag "Familie Strasser wohnt jetzt im Fuchsbau" über ein Ehepaar, welches sich schon lange für den Schutz von Füchsen einsetzt. Um ein Statement zu setzen und zum Nachdenken anzuregen, ließen die Strassers nun von einem Künstler ein überlebensgroßes Bild eines Fuchses an ihrer Hauswand anbringen. Im Interview äußern sie sich kritisch zur Fuchsjagd, sie weisen darauf hin, welch wichtige Aufgabe der Fuchs in unserem Ökosystem erfüllt, sie verdeutlichen die negativen Folgen der Fuchsjagd und kritisieren Schliefanlagen. Außerdem fordern sie ein Ende der Hobbyjagd - stattdessen sollten Berufsjäger die Regulierung von Wildtierbeständen übernehmen.

So weit, so gut. Ärgerlich ist allerdings, dass man an verantwortlicher Stelle offenbar der Meinung war, man könne die Äußerungen der Strassers so nicht stehenlassen. Und so erscheint nun unmittelbar neben dem eigentlichen Artikel unter der irreführenden Überschrift "Hintergrund" auch gleich noch eine Gegendarstellung, mit der versucht wird, die Argumente der Strassers durch die übliche Jagdpropaganda zu widerlegen. Verfasst wurde diese Gegendarstellung vom zuständigen Redakteur "tk". "tk" macht aus seiner jagdfreundlichen Einstellung kein Geheimnis, jagdkritische Leserbriefe haben bei der RNZ kaum eine Chance auf Veröffentlichung. Wir haben jetzt auch versucht, die Gegendarstellung unter dem online-Artikel kritisch zu kommentieren - unser Beitrag wurde umgehend gelöscht. Das Thema scheint "tk" wichtig zu sein. Er nimmt sich sogar die Zeit, jagdkritische Leserbriefe persönlich zu "verbessern" und "als Jagdscheininhaber" seiner Meinung nach "ideologisch verblendete "Tierschützer zu belehren. Selbstverständlich steht auch Zeitungsredakteuren eine eigene Meinung zu. Wenn diese persönliche Meinung allerdings als objekive Wahrheit verkauft wird (und genau das wird mit der Überschrift "Hintergrund" suggeriert), dann hat das mit seriöser Berichterstattung nicht mehr viel zu tun.

 https://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-sinsheim-familie-strasser-wohnt-jetzt-im-fuchsbau-_arid,739624.html?fbclid=IwAR1F4LhcguF_6MC91Fgp6ZNvQG8n6BKfSIlYg2Koi2XBqJg_RZ27Gf3Fl7o

 

 

September 2021

Während einer Erntejagd wurde im Sommer 2018 ein damals 6-jähriges Mädchen im eigenen Garten angeschossen und schwer verletzt. Die Kugel durchschoss Darm und Rücken des Mädchens, es bestand Lebensgefahr. Durch eine Notoperation konnte das Leben des Kindes gerettet werden, an den Folgen der Tat leidet das Mädchen bis heute - körperlich wie psychisch. Nun hat vor ein paar Tagen der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Dem 34-jährigen Jäger wird vorgeworfen, während besagter Erntejagd von einer mobilen Jagdkanzel aus den verhängnisvollen Schuss abgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Der Vorwurf: der Jäger habe einen Schuss in Richtung Garten abgegeben und sich vor der Schussabgabe nicht versichert, dass er niemanden gefährdet. Der Angeklagte äußert sich nicht zu den Vorwürfen, lässt aber durch seinen Anwalt mitteilen, dass er sich vom Prozess "Gerechtigkeit" erhoffe. Von Reue keine Spur. 

https://www.rtl.de/cms/gera-maedchen-9-in-garten-von-schuss-aus-jagdgewehr-getroffen-schueler-mobbten-jana-wegen-rollstuhl-4831398.html?utm_term=rtl-aktuell&utm_medium=echobox&utm_campaign=post&utm_source=Facebook#Echobox=1631725147-1

Erntejagden gelten als besonders gefährlich - immer wieder kommt es zu tragischen Zwischenfällen. Und es kann jeden treffen, wie auch folgender Fall zeigt: ebenfalls im Sommer 2018 waren zwei Männer auf der B16 bei Regensburg unterwegs, als plötzlich eine Kugel die Windschutzscheibe des Autos durchbrach und der Beifahrer tödlich getroffen zusammenbrach:

https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Oberpfalz-B16-bei-Regensburg-Jaeger-erschiesst-Mann-in-vorbeifahrendem-Auto-id51933331.html

Der Gesetzgeber sieht hier übrigens keinen Handlungsbedarf - offensichtlich sind diese "Kollateralschäden" von der Gesellschaft zu akzeptieren. 

 

September 2021

Im Artikel "Wolf schnappt mir die Rehe vor der Flinte weg" auf IR-online beklagt sich ein Jäger aus Brandenburg darüber, dass er kaum noch "ein Tier vor die Flinte bekommt". Da er den Wolf für seinen ausbleibenden Jagderfolg verantwortlich macht, fordert er konsequenterweise eine verstärkte Bejagung der immer noch streng geschützten Tiere - und macht so deutlich, worum es bei der Jagd wirklich geht. Es geht weder um Artenschutz noch um Ökologie - auch wenn Jäger das immer wieder gerne behaupten. Es geht um den eigenen Jagderfolg, um eine "gute Strecke" und ums Töten. 

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/brandenburger-jaeger-klagt-wolf-schnappt-mir-die-rehe-vor-der-flinte-weg-59257125.html?fbclid=IwAR30GsMTwbSjPkNsaieBvRmAgHJoLQjs9kvG-SgzV7auZbJyI_u7X39KpAk

 

September 2021

Eine neue Tierschutz-Hundeverordnung sorgt bei vielen Jägern derzeit für Unmut. Künftig soll es verboten sein, "bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden" . 

All diese Methoden sind übrigens in der "normalen" Hundeausbildung schon lange verboten. Sämtliche Hundeschulen mussten sich zertifizieren lassen, um sicherzustellen, dass die genannten, tierschutzrelevanten Methoden nicht mehr zur Anwendung kommen. 

Für Jäger gelten - zumindest bis jetzt - wieder einmal andere Regeln. Das neue Gesetz stößt erwartungsgemäß auf heftige Gegenwehr, man möchte weiter an den überholten Methoden festhalten, zweifelt gar die wissenschaftlichen Untersuchugsergebnisse an, die jede Art von Strafreiz in der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstufen. Die "Argumente" der Jäger für den Einsatz von Stachelhalsband, Elektrohalsband, Leinenruck und anderen überholten Methoden finden Sie im Beitrag "Brauchbare Jagdhunde auch in Zukunft?" unter folgendem Link:

 https://www.natuerlich-jagd.de/hund/brauchbare-jagdhunde-auch-in-zukunft.html?fbclid=IwAR3Wq0UncVPrV0jg6FUZirIqxHeuKvlE0DFp4g4IQ_crDDmGknn854bE10o

Bleibt zu hoffen, dass die Proteste der Jäger keinen Erfolg haben und sich der Tierschutz in diesem Fall durchsetzt. Es wäre zumindest ein Anfang. 

 

September 2021

"Könnten Sie sich vorstellen, ein Reh oder ein Wildschwein zu erschießen? Für hunderttausende Jägerinnen und Jäger in Deutschland ist das Teil ihrer Aufgabe. Doch was steckt hinter dieser Faszination? Ein überkommenes, blutiges Hobby? Oder doch die Verbundenheit zu Tier und Natur? Über die Funktion der Jagd aus wissenschaftlicher Sicht."

Mit diesen Worten wird der Beitrag "Zwischen Wald und Wild - Brauchen wir die Jagd noch?"

https://www.mdr.de/wissen/brauchen-wir-die-jagd-noch-100.html

im MDR angekündigt. Wer nun aber tatsächlich eine unvoreingenommene, kritische Berichterstattung erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Im Beitrag äußerten sich ausschließlich Jäger und Jagdbefürworter, Jagdkritiker kamen nicht zu Wort. So war es wenig überraschend, dass auch dieses Mal wieder nur die übliche Jagdpropaganda zu hören war. Umstrittene Themen wie die Jagd auf Beutegreifer, das Züchten und Aussetzen von Tieren zu Jagdzwecken oder grausame Jagdmethoden wie die Fallenjagd wurden völlig ausgeklammert. Zwar gibt ein Professor für Wildtiermanagement im Beitrag zumindest zu, dass Wildbestände durch die Jagd nicht reguliert werden können. An der Jagd festhalten möchte er trotzdem, weil "es ohne Jagd ja vermutlich noch viel schlimmer wäre." Wie er diese Meinung begründet, bleibt sein Geheimnis. Wissenschaftliche Studien, die das Gegenteil beweisen, werden nicht erwähnt. So wird der Beitrag seinem Anspruch, sich dem Thema aus wissenschaftlicher Sicht zu nähern, leider nicht gerecht. Wir haben uns mit einem Schreiben an den MDR gewandt und auf die Schwächen des Beitrags hingewiesen. Das Schreiben können Sie in der Rubrik "Leserbriefe" nachlesen.

 

September 2021

Im Beitrag "Weil´s reicht: Frustrierter Jäger präsentiert Gassigehern gerissenes Rehkitz" inszeniert sich Revierpächter Markus K. gekonnt als tief betroffener Wildtierschützer, der mit Tränen in den Augen, dem "kleinen Reh, dessen schwarze Knopfaugen einen flehend anschauen" die letzte Ehre erweist, indem er ihm "einen Eichenzweig in den Äser steckt". Mit dieser alten Tradition wollen die Jäger "ihren Respekt vor dem Lebewesen zum Ausdruck bringen". Anschließend verfrachtet er das Reh in eine Plastikwanne und präsentiert es in diesem Zustand Waldbesuchern, als "stummen Protest gegen Ignoranz und Egoismus". Glaubt man den Aussagen des Jägers, waren sämtliche Spaziergänger von der Aktion angetan und äußerten Verständnis. Allerdings sind solche medienwirksamen Aktionen als reine Ablenkungsmanöver zu werten. Jäger töten jedes Jahr mehr als 5 Millionen Wildtiere, allein über eine Million Rehe fallen ihnen Jahr für Jahr zum Opfer. Auch diese Tiere sterben oft einen qualvollen Tod. Vor diesem Hintergund ist die zur Schau getragene Betroffenheit des Jägers mehr als unglaubwürdig. Die Zahl der von "wildernden" Hunden getöteten Tiere ist verschwindend gering. Dennoch werden die Jäger nicht müde, Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. 

Wie gut diese Strategie zu wirken scheint, zeigen die Kommentare, die unter dem Artikel abgegeben wurden - gleichzeitig geben sie gute Einblicke in die Denkweise der Jäger: eine seltsame Mischung aus Aggression und Selbstmitleid. Der Artikel und die Kommentare sind unter folgendem Link nachzulesen: 

https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/stummer-protest-eines-jaegers-90954718.html#idAnchComments

Auch wir haben einen Kommentar abgegeben, den Sie entweder ebenfalls unter oben genannten Link oder in unserer Rubrik Leserbriefe nachlesen können. 

Das Reh auf dem Foto wurde übrigens nicht von einem Hund getötet, sondern von einem Jäger.

 

 

September 2021

Immer wieder kommt es zu illegalen Tötungen streng geschützter Greifvögel durch Jäger oder auch Taubenzüchter. Die Jäger möchten ihr Niederwild vor den Greifvögeln "beschützen", die Taubenzüchter ihre wertvollen Tauben. Um die Tiere anzulocken, werden solche mit lebenden Tauben bestückte Fangkörbe benutzt. Oft finden diese Taten im Verborgenen statt - aber selbst in Fällen, in denen Anzeige erstattet wird, kommt es in den wenigsten Fällen zu einer Verurteilung des Täters. So wurde im November 2020 von der Staatsanwaltschaft Amberg ein solches  Verfahren gegen einen Jäger aus dem Landkreis Schwandorf eingestellt - und das trotz erdrückender Beweise und eindeutiger Zeugenaussagen. Ähnlich gelagert ist ein Fall, für den die Staatsanwaltschaft Osnabrück zuständig ist. Hier wurde ein mit Locktauben beköderter Habichtfangkorb auf dem Grundstück eines Taubenzüchters sichergestellt. Dennoch will die Staatsanwaltschaft auf einen Prozess gegen den Beschuldigten verzichten und begründet die Entscheidung damit, dass "kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung" bestehen würde. Der Taubenzüchter muss lediglich 500,-- Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen und versprechen, künftig keine streng geschützten Tiere mehr zu töten. 

https://www.facebook.com/Komitee.CABS

August 2021

Kurz vor der Bundestagswahl hat der Deutsche Jagdverband seine Forderungen an die Politik formuliert - die jagdpolitischen Sprecher aller im Bundestag vertretenen Parteien haben sich zu Themen wie "Jagd der Zukunft", "Afrikanische Schweinepest", "Artenvielfalt in der Agrarlandschaft", "Bleifreie Munition", "Jagdliche Unfallversicherung", "Auslandsjagd" und "Vernetzung von Lebensräumen" geäußert.

Unter folgendem Link 

https://www.jagdverband.de/bundestagswahl?fbclid=IwAR0UcTOSqLVkk0NzUTf55Mq8KZWdbC-lj56LXIMpXR1OT8T8iakyhxxjmSg

finden Sie sowohl die Forderungen der Jäger als auch die Meinung der Politiker zu den verschiedenen Punkten. Quer durch alle Parteien bekennt man sich zur Jagd, einen grundsätzlichen Reformbedarf sieht man nicht, allenfalls minimale Nachbesserungen in Teilbereichen. Die Meinungen der unterschiedlichen Parteien unterscheiden sich tatsächlich nur in Nuancen. Fairerweise muss man sagen, dass es sowohl bei den Grünen als auch bei der Linken engagierte Tierschützer gibt, die der Jagd in ihrer jetzigen Form sehr kritisch gegenüberstehen. Es gibt bei beiden Parteien Arbeitskreise, die durchaus brauchbare Konzepte für die Zukunft der Jagd entwickelt haben. Leider ist der Einfluss dieser Arbeitskreise innerhalb der Partei sehr gering, so dass die erarbeiteten Konzepte kaum Einfluss in die Realpolitik finden. Und daran wird sich auch nichts ändern, so lange für den politischen Tierschutz das Landwirtschaftsministerium zuständig ist. Unzählige Skandale der letzten Jahre zeigen, dass der Tierschutz bei den Verantwortlichen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Um den Tierschutz zu stärken und die Rechte der Tiere stärker in den Fokus zu rücken, fordern Tierschutzverbände seit langem die Einführung eines Ministerium für Tierschutz auf Bundesebene. Um dieses Ziel zu erreichen, hat PETA eine Petition gestartet, die Sie unter folgendem Link unterschreiben können: 

https://www.peta.de/themen/tierschutzministerium-petition/

August 2021

Dieses Schild wurde in Untersberg/Salzburg aufgenommen. In Österreich sprechen die Jäger offensichtlich Klartext. In Deutschland dürfen Jäger - zumindest offiziell - nur Hunde töten, die "erkennbar Wild nachstellen", der Hund muss sich zudem "außerhalb des Einwirkungsbereich seines Besitzers befinden". In Österreich ist die Rechtslage wohl etwas anders: dort dürfen grundsätzlich "freilaufende, offensichtlich herrenlose Hunde" erschossen werden - auch dann, wenn gar kein Wild in der Nähe ist. Und die Jäger legen diese Regelung wohl sehr großzügig aus. Immer wieder stellt sich allerdings heraus, dass der "offensichtlich herrenlose Hund" gechippt war und somit durchaus einem Halter zugeordnet werden könnte. Um Diskussionen mit den (ehemaligen) Besitzern aus dem Weg zu gehen, verscharrt man die Tiere dann irgendwo im Wald. Im Übrigen gibt es keinen Grund, herrenlose Hunde einfach so zu töten. Für herrenlose Hunde sollten die Tierschutzvereine zuständig sein, nicht die Jäger.

August 2021

In der Nähe von Peine ist eine Katze in eine Totschlagfalle geraten. Der Katze gelang es zwar, sich selbst zu befreien, dennoch kam für sie jede Hilfe zu spät. Eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Peine beschreibt den Zustand der Katze so: "An einer Pfote sind mehrere Zehen abgetrennt gewesen, ein Bein wurde nur noch durch die Sehnen gehalten und Knochen ragten heraus." Offenbar hatte sich die Katze in diesem Zustand schon mehrere Tage herumgequält, bis sie gefunden wurde. Der Tierarzt konnte das Tier nur noch einschläfern. Wie der Tierschutzverein Peine bestätigt, gab es in der Vergangenheit bereits mehrere ähnliche Fälle in der Gegend. Die früheren Fälle wurden vom Tierschutzverein nicht zur Anzeige gebracht, da man sich von einer Anzeige gegen Unbekannt wohl zurecht nicht viel erwartet hat. Über den aktuellen Fall scheint die Polizei nun aber informiert worden zu sein, auch die Presse berichtete darüber, so dass zumindest eine kleine Hoffnung besteht, den Täter überführen zu können.

Übrigens: die Fallenjagd erfreut sich in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit. Vorstöße seitens der Politik, zumindest den Einsatz von Totschlagfallen ganz zu verbieten, stoßen immer noch auf erbitterten Widerstand seitens der Jägerschaft. Dort hält man diese Art der Jagd für tierschutz- und waidgerecht.

https://regionalheute.de/katze-geraet-in-totschlagfalle-tierarzt-kann-sie-nur-noch-erloesen-peine-1629376370/?fbclid=IwAR0hBszhmHNuy5nHKJz0pKkbDsjfqQAzuBmKoop2PlIAdM_cR8D8lmq9Xww

 

 

August 2021

Wie die Stadttaubenhilfe Nürnberg mitteilt, lässt die Stadt Nürnberg auf den Feldern in Nürnberg-Kleinreuth obdachlose Haustauben erschießen. Schon seit einigen Wochen melden Anwohner immer wieder Schüsse - so auch gestern. Mitglieder der Stadttaubenhilfe fuhren zum Abschussort und trafen dort auf mehrere Jäger, die gerade dabei waren, ihren Auftrag auszuführen und die Tauben zu töten. Der herbeigerufene verantwortliche Jagdpächter wies darauf hin, dass der Abschuss von der Stadt genehmigt sei. Begründet wird der Abschuss mit angeblich immensen Schäden durch die Stadttauben (und Krähen) auf den Rapsfeldern.

Wir schließen uns der Einschätzung der Stadttaubenhilfe an, dass die Bejagung der geschützten Stadttauben nicht gerechtfertigt ist. Die Stadttaubenhilfe hat sich mittlerweile mit dem TSV Noris in Verbindung gesetzt, der Fall wird zur Anzeige gebracht. 

Noch ein Wort zum Stadttaubenmanagement der Stadt Nürnberg: in der Stadt gilt ein Taubenfütterungsverbot, und zwar mit der Begründung, dass die Tauben ja zu den Feldern am Stadtrand fliegen könnten, wo sie genug Nahrung finden würden. Wenn die Tauben dann genau das tun, erteilt man eine Abschussgenehmigung und lässt die Tauben töten. Gleichzeitig scheint es in Nürnberg unmöglich zu sein, einen geeigneten Ort zu finden, an dem ein lange versprochener Taubenschlag errichtet werden könnte. Die Suche nach einem geeigneten Ort zieht sich wohl schon über mehrere Jahre hin.

https://www.facebook.com/Stadttaubenhilfe.Nuernberg

 

August 2021

Das Startup-Unternehmen Zauberjagd bietet nun Luxushochsizte für Jäger an, die auch bei der Ausübung ihres blutigen Hobbies nicht auf einen gewissen Komfort verzichten möchten. Die Hochsitze sind ausgestattet mit einer Fuß- und Sitzheizung, einer Klimaanlage und USB-Steckdosen. Den benötigten Strom liefert eine Solaranlage, die auf dem Dach des Hochsitzes installiert ist. Die Hochsitze sind mit etwa 15.000 Euro nicht gerade billig - daher richtet sich das Angebot vornehmlich an "Gutverdiener aus der Industrie, Unternehmer sowie vermögende Familien."  Mittlerweile gibt es fast 400.000 Jagdscheininhaber in Deutschland, Tendenz steigend. Den Unternehmer freut diese Entwicklung, denn: "Immer mehr junge Menschen wollen zurück in die Natur und auf einen gewissen Komfort nicht verzichten." Um die Luxushochsitze auch für diese Zielgruppe erschwinglich zu machen, soll demnächst ein Leasing-Modell eingeführt werden. 

https://www.businessinsider.de/gruenderszene/business/zauberjagd-jaegerstand-hochsitz-luxus-c/?fbclid=IwAR2nG1X25eHaGVgDnB19UO5EMY7LbL1qZFu8zWfsFaDpK_97tpo97zUwwsk

 

August 2021

Am 13.9.2021 findet das 9. Berliner Online-Tierschutzforum statt. Um 19.00 Uhr ist ein Vortrag von Prof. Josef Reichholf geplant, der dort einen kritischen Vortrag zum Thema Jagd halten wird. Prof. Reichholf ist einer der renommiertesten Biologen Deutschlands, er hat drei Jahrzehnte lang an der TU München "Naturschutz" gelehrt und zahlreiche, vielfach ausgezeichnete Sachbücher verfasst. Und er ist erklärter Jagdkritiker. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, die Anmeldung erfolgt über folgenden Link: 

https://www.eventbrite.co.uk/e/9-berliner-tierschutzforum-die-jagd-eine-kritisch-okologische-sicht-tickets-163833080153

Darum wird es in seinem Vortrag gehen:

"Millionen Tiere werden Jahr für Jahr in Deutschland geschossen. Ist die Jagd auf „Wildtiere“ wirklich notwendig, oder werden Notwendigkeiten vorgeschoben, die so gar nicht existieren? Nehmen Wildbiologen, die selbst jagen, eine wissenschaftlich hinreichend objektive Haltung ein, wenn sie über die Folgen der Bejagung auf die davon betroffenen Tierarten und für die Natur urteilen? Kritische Hinterfragungen der jagdlichen Ziele und Begründungen sind notwendig, wie die Beispiele im Vortrag zeigen werden. So nehmen deutschlandweit die Bestände der Wildschweine trotz stark intensivierter Bejagung zu. Der Rehbestand bleibt seit Jahrzehnten auf sehr hohem Niveau „stabil“ oder steigt weiter an, während die Bekämpfung der Füchse, Marder und anderer sogenannter Raubtiere, wie auch die Krähenbejagung, dem Niederwild offensichtlich nichts gebracht haben. Den Hasen und Fasanen kommen allenfalls trockenwarme (Früh-)Sommer zugute. Die Städte, insbesondere die Großstädte, werden indessen immer mehr zu Rettungsinseln für die Wildtiere aller Größenordnungen, ohne dass die festgestellten oder vermeintlichen Schäden groß angelegte Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich machten. Berlin ist längst nicht nur „Hauptstadt der Nachtigallen“. In der Millionenmetropole geht es auch den „jagdbaren Wildtieren“ gut. Die Jagd müsste längst grundsätzlich auf den Prüfstand, denn die Jagdleidenschaft der Jäger darf nicht gleichgesetzt werden mit der Notwendigkeit zu regulieren. Bestandsregulierungen von Wildtieren missglückten ihr nahezu ausnahmslos. Mit dem „Kurzhalten“ der jagdlich unerwünschten Arten und der einseitigen Förderung der erwünschten, weil Trophäen liefernden Wildtiere hält die Jagd unsere Tierwelt sehr naturfern. Chancen, dies zu ändern, haben die Menschen der Großstädte. Sie zeigen, dass man mit Wildtieren sehr wohl zusammenleben kann. Das Wirken der Großstädter sollte „aufs Land“ hinaus gerichtet werden. Denn weniger Jagd würde die Tiere vertrauter machen und Wildunfälle stark vermindern."

 

 

August 2021

"Trotz der dramatischen Abnahme unserer klassischen Niederwildarten, Hase, Fasan und Rebhuhn, gibt es in vielen unserer heimischen Reviere noch die Wildenten, die oft schöne Jagderlebnisse versprechen.“  Dieses Zitat stammt aus dem Magazin "Jagd". Doch woher kommen all die Enten für das schöne Jagderlebnis? Damit befasst sich der Beitrag "Entenjagd nach Gutsherren-Art" auf naturwelt.org. Die Enten werden mit Futter angelockt, gerne stellt man ihnen auch spezielle Nistkästen zur Verfügung. Sollten sich trotz dieser Maßnahmen noch immer nicht genügend Enten zum Abschießen im Jagdgebiet aufhalten, greift man auch gerne auf extra gezüchtete Enten zurück, welche man dann kurz vor der Jagd aussetzt. Weitere interessante Einblicke zu diesem Thema finden Sie auf der Seite von naturwelt.org unter folgendem Link:

 https://www.naturwelt.org/der-wald/gegen-die-jagd/entenjagd-nach-gutsherren-art/?fbclid=IwAR1XeqseZDCdIhySyMEob_naH_503hAZktYPJUnvyVIMjElq1dICY5K_Slc

Interessant in diesem Zusammenhang: lange Zeit war das Züchten in großer Zahl und das Aussetzen kurz vor der Jagd auch beim Fasan üblich. Dort gibt es nun allerdings  Einschränkungen, das Aussetzen zu Jagdzwecken ist nicht mehr erlaubt. War aber erlaubt ist, ist das Aussetzen von Fasanen zur "Bestandsauffrischung" - diese ausgesetzten Fasane sollen sich dann in freier Wildbahn vermehren und wenn der Bestand es hergibt, natürlich auch bejagt werden. Das Ziel des Jägers ist das gleiche, allerdings ist die Fasanenjagd unter diesen Voraussetzungen mit deutlich mehr Aufwand verbunden als die Entenjagd. So ist es zu erklären, warum sich die Entenjagd einer zunehmenden Beliebtheit in Jägerkreisen erfreut.

August 2021

Diese Aufnahme stammt von einem aufmerksamen Spaziergänger aus der Oberpfalz. Der Käfig befindet sich ca. 50 Meter von einem Hochsitz entfernt. In solchen Käfigen werden Hasen oder Hühner eingesperrt, um Füchse anzulocken, die dann bequem vom Hochsitz aus erlegt werden können. Derartige Jagdpraktiken halten Jäger durchaus für tierschutzgerecht.

Nach wie vor werden in Deutschland Jahr für Jahr rund eine halbe Million Füchse von Jägern getötet - vorgeblich zum Schutz des Niederwildes. Immer wieder behaupten Jäger, die Prädatorenjagd sei nötig, um die Bestände von Feldhasen, Rebhühnern und Fasanen zu erhalten. Was Jäger nicht so gerne erzählen: auch sie erlegen Niederwild, und zwar nicht zu knapp. So wurden im vergangenen Jagdjahr rund 184.00 in ihrem Bestand bedrohte Feldhasen, 100.000 Wildkaninchen, 76.000 Fasane (diese werden oft extra zu Jagdzwecken gezüchtet und ausgesetzt) und auch rund 1800  in ihrem Bestand stark bedrohte Rebhühner von Jägern getötet. Hinzu kommen noch mehr als 1.000.000 Rehe, rund 430.000 Wildtauben und 270.000 Wildenten. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, worum es den Jägern wirklich geht: um den eigenen Jagderfolg und eine möglichst gute "Strecke".
 

August 2021

Lili Lele von "Jeder Tag zählt e.V." klärt in ihrem aktuellen Newsletter über die Fuchsjagd auf. Eindrücklich beschreibt sie, welchen Qualen die Tiere bei der grausamen Bau- oder Fallenjagd ausgesetzt sind, sie kritisiert die immer noch übliche Praxis, Füchse aus ihrem Bau zu holen und dann in sog. Schliefanlagen als lebende Trainingsobjekte für angehende Jagdhunde zu missbrauchen. Rund eine halbe Million Füchse werden jedes Jahr allein in Deutschland von Jägern getötet. Um diese nicht länger haltbaren Zustände zu beenden, hat Lili Lele eine Petition gestartet, die Sie unter folgendem Link unterschreiben können: 

https://jedertag.lpages.co/fuchsjagd/

 

August 2021

Vor kurzem sorgten Schüsse im Regensburger Stadtgebiet für Aufregung - in kürzester Zeit verbreitete sich die Meldung in den sozialen Medien, besorgte Anwohner informierten die Polizei. Diese jedoch gab schnell Entwarnung: die Schüsse seien von einem Jäger abgegeben worden, der auf einem Sportplatz (!!!) mitten im Stadtgebiet auf Hasenjagd war. Die Aktion sei genehmigt gewesen, alles sei ordnungsgemäß abgelaufen. Vorsorglich weist man die Bevölkerung schon mal darauf hin, dass weitere Aktionen dieser Art geplant seien. Die Aufregung und auch die Ablehnung, auf welche die Aktion stößt, scheint man in den verantwortlichen Behörden nicht recht nachvollziehen zu können. Immerhin seien solche innerstädtischen Hasenjagden nichts neues, auf dem Campus der Universität komme das häufiger vor. Begründet wird die Aktion mit den "vermehrten" Schäden, welche die Hasen an der Sportanlage anrichten würden. Teilweise könne durch diese Schäden sogar eine Verletzungsgefahr für die Spieler entstehen.

Auf die Idee, dass die weitaus größere Gefahr für die Bevölkerung von einem Jäger ausgehen könnte, der an einem Sommerabend zwischen 20.00 und 21.30 mitten im Stadtgebiet auf einem Sportplatz von einer Schusswaffe Gebrauch macht, scheinen die Verantwortlichen nicht gekommen zu sein. Wie die vielen Meldungen zeigen, die bei der Polizei eingegangen sind, hat man es noch nicht einmal für nötig befunden, die Anwohner über die bevorstehende Jagd zu informieren. Auch wenn sich die Verantwortlichen nun um Schadensbegrenzung bemühen - viel Verständnis für diese Aktion scheint in der Bevölkerung nicht vorhanden zu sein.

https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/jaeger-schoss-im-stadtwesten-hasen-21179-art2028469.html

 

 

August 2021

Im Hochtaunus hat ein Jäger ein Pferd auf einer Koppel erschossen. Angeblich hat er das Pferd für ein Wildschwein gehalten.

https://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/usingen-ort893437/jaeger-haelt-pferd-fuer-wildschwein-90917695.html

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, erst dann einen Schuss abzugeben, wenn man sich absolut sicher ist, worauf man schießt. Diese Grundregel wurde in diesem Fall wieder einmal missachtet. Die Polizei geht davon aus, dass der Schuss ein Versehen war, ein strafbares Handeln liegt laut Einschätzung der Polizei nicht vor. Der Besitzer des Pferdes möchte - aus welchen Gründen auch immer - keine Anzeige erstatten. 

Wie viele solcher Vorfälle sind eigentlich noch nötig bis die Politik endlich tätig wird und die Jagdausübung neben Wohngebieten, Straßen oder eben Pferdekoppeln untersagt?

Ähnlich wie wir kommt auch Wildtierschutz Deutschland zu der Einschätzung, dass derartige Vorfälle durch entsprechende gesetzliche Regelungen verhindert werden könnten. Wildtierschutz Deutschland fordert deshalb die Wiedereinführung des ursprünglichen Nachtjagdverbotes, außerdem eine bessere Ausbildung und eine stärkere Kontrolle der Jäger. Zudem sollten Jagdausübungsberechtigte ihre Eignung durch psychologische Tests bestätigen lassen müssen. Wie dringend notwendig eine derartige Überprüfung der psychischen Eignung wäre, zeigen auch die Kommentare, die nach diesem Vorfall in diversen Jagdforen abgegeben wurden und die sich vor allem durch extreme Geschmacklosigkeit und Empathielosigkeit auszeichnen - einige Bespiele können Sie unter dem unten angegebenen Link nachlesen.

Wildtierschutz Deutschland hat nun Anzeige gegen den Jäger erstattet.

 https://www.he-wildtierschutz.de/post/pferd-mit-wildschwein-verwechselt?fbclid=IwAR0aa2uP5945RiG8AENJRX8vbohzirAzrEj1mLmOqqAl2n0meFQWubllrEs

 

August 2021

Im Naturschutzgebiet Dümmer See sollen sich "alle Tiere und Pflanzen, nicht nur die bedrohten Arten, ungestört entwickeln können." So ist es zumindest auf einer Hinweistafel der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Diepholz zu lesen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Nach wie vor werden im Schutzgebiet Dümmer See Füchse massiv bejagt - mt all den bekannten negativen Auswirkungen auf Natur und Artenvielfalt. So fallen die Füchse etwa als Gesundheitspolizei aus, Krankheiten können sich unter den vorhandenen Beständen viel leichter verbreiten. Die Initiative "Pro Fuchs Ostfriesland" hat vor kurzem bereits mit einer Protestaktion auf die Probleme am Dümmer See aufmerksam gemacht. Nun ist auf der Homepage von "Pro Fuchs Ostfriesland" ein Beitrag erschienen, der nochmal deutlich macht, was sich am Dümmer See tatsächlich abspielt. Sie können den interessanten und aufschlussreichen Beitrag unter folgendem Link 

https://www.profuchsostfriesland.de/Informationen-ueber-Fuechse/Wiesenbrueter/Duemmer-See/

nachlesen und sich selbst ein Urteil darüber bilden, ob die Maßnahmen, die dort ergriffen werden, dem Artenschutz zuträglich sind.

 

Juli 2021

Nach Problembären und Problemwölfen gibt es nun also auch Problemrehböcke: während einer Wanderung waren drei Frauen von einem Rehbock "angegriffen" worden. Die Polizei nahm Kontakt zu den örtlichen Jägern auf, die gerne bereit waren, das Problem auf ihre übliche Art zu lösen. 

https://www.jagderleben.de/news/rehbock-greift-wanderin-verletzt-diese-712851

In Verdacht geriet schnell der von Menschen aufgezogene und ausgewilderte Rehbock Peterl. Mittlerweile ist Peterl rehabilitiert - eine von den Wanderinnen selbst angefertigte Videoaufnahme entlastet Peterl und zeigt, dass die drei Frauen den Rehbock bedrängt und provoziert haben, so dass er schließlich  zum Angriff über ging. Den Frauen droht nun eine Anzeige, das Todesurteil für Peterle wurde zumindest vorübergehend ausgesetzt.

https://www.dailymotion.com/video/x82yvgz?fbclid=IwAR0Pg5Sj7uOffRgHziW_TmEOa9keYV9k2EIEO2ccyT7__wPdZ_hVAKE_hDI

 

Juli 2021

Bereits im September 2019 ereignete sich in Österreich folgender Vorfall: während einer Jagdhundprüfung gab ein 24-jähriger Jäger einen Schuss auf eine Ente ab. Der Schuss ging daneben und traf einen Mann, der sich zu diesem Zeitpunkt am gegenüberliegenden Ufer des Sees aufhielt, im Gesicht. Mehrere Schrotkugeleinsprengungen mussten operativ entfernt werden. Der Mann erstattete Anzeige und wollte vom Schützen ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.500,-- Euro. Das zuständige Gericht hat die Schmerzensgeldforderung nun zurückgewiesen, der Geschädigte muss zudem sämtliche Prozesskosten tragen. Die Begründung des Gerichts: Der Geschädigte und sein Begleiter hätten das Gebiet umgehend verlassen müssen, nachdem sie gesehen hatten, dass sich am gegenüberliegenden Ufer des Sees eine Jagdgesellschaft befindet. Da sie das nicht getan haben, trifft den Geschädigten nach Auffassung des Gerichts eine Mitschuld. Der Schütze habe sich darauf verlassen, dass das Gebiet abgesichert sei - er habe nicht damit rechnen können, dass sich Menschen in der Schusslinie befinden könnten. Laut Aussage des Geschädigten war das Gebiet jedoch nicht abgesichert, es waren keine Warnhinweise zu sehen. Ob tatsächlich Warnschilder angebracht worden waren, konnte im Verfahren nicht geklärt werden. Wohl vor allem deshalb, weil die beteiligten Jäger "sehr bestrebt waren, die Verantwortung von sich zu weisen", außerdem wirkten sie seltsam "desinteressiert, geradezu als ob der Unfall eine Lappalie gewesen sei, an die sie sich nicht richtig erinnerten."

https://m.bvz.at/eisenstadt/klage-abgewiesen-zagersdorfer-schussopfer-urteil-ist-nicht-gerecht-zagersdorf-print-klage-schussverletzung-schussabgabe-schuss-opfer-jagd-283371969?fbclid=IwAR3D2GdBboPYhUSPtm_Smo9JL9BCBjNS58t062iZlYNDuSOFvfegoKhecgE

 

 

Juli 2021

Die Initiative "Pro Fuchs Deutschland" hat am vergangenen Wochenende am Vogelschutzgebiet Dümmer See (Niedersachsen) eine Protestaktion gegen die dort entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse immer noch praktizierte Fuchsbejagung zum Schutz der Wiesenbrüter durchgeführt. Mit Bannern, Flyern und auch Megafondurchsagen machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Aktion rief natürlich auch die Lokalpresse auf den Plan. Im  Beitrag "Initiative Pro Fuchs Deutschland kritisiert Bejagung von Füchsen am Dümmer"  wird dann wieder einmal versucht, Fuchsschützer und Jagdkritiker zu verunglimpfen. Offenbar war die Verfasserin des Beitrags nicht bereit, sich mit den von der Initiatorin der Protestaktion vorgebrachten Argumente auch nur ansatzweise auseinanderzusetzen. Statt dessen lag der Fokus darauf, diese Argumente zu entkräften und die Fuchsschützer lächerlich zu machen. Dafür wurde der NLKWN (Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) herangezogen. Dort befürwortet man die Bejagung des Fuchses und sieht derzeit keine Alternative, die Bodenbrüter zu schützen. Kritisch hinterfragt wurden die Aussagen des NLKWN nicht. Wir haben uns mit einem Leserbrief an die Zeitung gewandt und auch einen Kommentar unter dem Artikel hinterlassen. Nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".

Und hier noch der Link zum Artikel: 

https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/lemfoerde-ort48657/praedatorenmanagement-wildtiermanagement-duemmer-vogelschutzgebiet-fuchs-prostest-90866787.html

 

 

Juli 2021

Wissenschaftliche Studien aus Italien belegen nun erneut den Zusammenhang zwischen hohem Jagddruck und der Zunahme von Wildbeständen. Im speziellen Fall geht es um die Wildschweinpopulation. Der Zusammenhang ist nicht neu, allerdings werden diese lang bekannten Forschungsergebnisse von verantwortlichen Politikern und Behörden bei ihren Entscheidungen bisher immer noch kaum berücksichtigt. Im Gegenteil: nach wie vor versucht man, das Problem hoher Wildbestände mit noch mehr Bejagung in den Griff zu bekommen - schön zu beobachten ist dieser Mechanismus aktuell bei den Versuchen, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. In Italien scheint hier nun langsam ein Umdenken stattzufinden: aufgrund einer Entscheidung des regionalen Verwaltungsgerichts der Toskana, wird die Jagd auf die Wildschweine in Braccata ausgesetzt, um den Zusammenhang zwischen Jagddruck und Zunahme der Wildschweinpopulation zu verdeutlichen. Bleibt zu hoffen, dass andere Regionen diesem Beispiel folgen.

https://wildbeimwild.com/wissenschaft/die-jagdtaetigkeit-laesst-die-art-vermehren/46112/2021/07/11/

 

Juli 2021

Eine Erfolgsmeldung aus der Schweiz: dort soll im Kanton Bern die Baujagd weitestgehend eingestellt werden. Man ist zu der Einschätzung gelangt, dass die Baujagd mit dem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren ist. Auch in der Schweiz wehren sich die Jagdverbände selbstverständlich gegen derartige Einschränkungen. Aber offensichtlich ist der Einfluss der Jäger auf die Politik in der Schweiz nicht ganz so groß wie bei uns.

https://wildbeimwild.com/tierrechte/abschaffung-der-baujagd-im-kanton-bern/45899/2021/06/29/

 

Juli 2021

Wie Wildtierschutz Deutschland mitteilt, wurde in Hessen sobeben ein Gesetz verabschiedet, welches den Einsatz von Totschlagfallen untersagt. Ein entsprechendes Verbot gibt es bereits in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Wildtierschutz Deutschland setzt sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierrechte und dem Bund gegen den Missbrauch der Tiere dafür ein, dass die restlichen Bundesländer diesem Beispiel folgen. Am Ende soll natürlcih ein komplettes Verbot der Fallenjagd stehen.

 

Juli 2021

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz ist der Meinung, dass Saatkrähen "bekämpft" werden müssen und fordert hierfür Unterstützung vom Umweltministerium. Da es sich bei der Saatkrähe um eine (aus gutem Grund) geschützte Vogelart handelt, seien die Jagdbhörden leider nicht in der Lage, die gewünschten Abschussgenehmigungen zu erteilen. Durch ihren Schutzstatus unterliegen die Saatkrähen dem Naturschutzrecht - dem Vorsitzenden des BWV ist dieser Umstand offensichtlich ein Dorn im Auge. So hat er nun das zuständige Umweltministerium dazu aufgefordert, sich bei den Naturschutzbehörden "mit Nachdruck" dafür einzusetzen, dass die gewünschten Abschussgenehmigungen erteilt werden.

https://www.topagrar.com/acker/news/bwv-fordert-unterstuetzung-bei-bekaempfung-von-saatkraehen-12617224.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral&fbclid=IwAR3RaNXaYGhiHaJskh1Py489XRGxJHbeMoVMHcLMql1HXtAD-NMGfoev3pM

Hier noch ein Link zu einem Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2012, der sich mit dem Sinn und Unsinn der Krähenbejagung befasst. So mancher Bauernfunktionär scheint die Zusammenhänge jedoch immer noch nicht begriffen zu haben.

https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/83679165?fbclid=IwAR13Atn8E3EPIN6JpEERu170MCzjlbG4n5LMp-dfxV6UnnGlnzAJvs8i1eo

 

Juli 2021

In Mecklenburg-Vorpommern freuen sich die Jäger über einen neuen Streckenrekord bei Schwarzwild: im vergangenen Jagdjahr wurden allein in Mecklenburg-Vorpommern 106.803 Wildschweine getötet - rund 10.000 mehr als noch im vergangenen Jahr. Gelobt werden die Jäger für diesen Massenabschuss von Agrar- und Umweltminister Till Backhaus. Er führt die gestiegenen Abschusszahlen auf das "Verantwortungsbewusstsein der Jäger im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest" und auf die sog. "Pürzelprämie" zurück. Dass die Bejagung der Wildschweine im Kampf gegen die ASP eher kontraproduktiv ist und dass der Erreger hauptsächlich von Menschen über weite Strecken transportiert wird, scheint die Verantwortlichen nicht zu interessieren. Gleichzeitig freuen sich die Jäger, dass weitere Tiere ins Jagdrecht aufgenommen wurden: künftig dürfen Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Nilgans und Nutria geschossen werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Nandu ins Jagdrecht aufgenommen. Dieser ursprünglich in Lateinamerika beheimatete Laufvogel kommt nur in Mecklenburg-Vorpommern vor. Im vergangenen Jahr wurden 29 erwachsenen Nandus und 152 Küken und Jährlinge erlegt. Außerdem wurden 1100 Feldhasen von Jägern getötet - und das, obwohl Feldhasen nach wie vor auf der Liste der gefährdeten Arten stehen. 

https://www.jagderleben.de/news/100000-erlegte-sauen-mecklenburg-vorpommern-bricht-rekord-712803

https://www.mopo.de/im-norden/meck-pomm/jaeger-schiessen-so-viele-wildschweine-wie-noch-nie-aus-wichtigem-grund/?fbclid=IwAR0QZAGDScSnWishr3leypsYMBf2ANxfycFK0LPMuGQJRuUsuwH3phTzIw4

 

Juni 2021

Im Tegernseer Kurpark meldeten Passanten einen Fuchs bei der Polizei. Kurz darauf traf der Bürgermeister gemeinsam mit einem befreundeten Jäger im Kurpark ein. Der Jäger machte kurzen Prozess und erschoss den Fuchs. Besonders gut scheint es um seine Treffsicherheit nicht bestellt zu sein, da zwei Schüsse notwendig waren, um den Fuchs zu töten. Auch wenn der Fuchs evtl. an Räude gelitten hat und eine Tötung des Fuchses somit unter Umständen gerechtfertigt gewesen wäre, wirft das Verhalten des Jägers dennoch Fragen aus. So ist für die Schussabgabe in einem befriedeten Bezirk eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Jagdbehörde zwingend erforderlich. Diese lag in diesem Fall jedoch nicht vor. Außerdem wurden keinerlei Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der anwesenden Kurpark-Besucher ergriffen. Kein Hinweis auf eine bevorstehende Schussabgabe, kein gesperrter Bereich, stattdessen zahlreiche Menschen in unmittelbarer Nähe, die das Geschehen mit ihren Handys filmten. Bei den Kurpark-Besuchern kam das Vorgehen des Jägers nicht gut an.

Die Untere Jagdbehörde will den Fall nun prüfen.

https://tegernseerstimme.de/fuchs-mitten-im-tegernseer-kurpark-erschossen/?fbclid=IwAR0CIocDdAyeCT_gIs9vC7jUKOujIPp_gk_fLy5SWwClLGkx26GUjS77rLI

Wildtierschutz Deutschland hat mittlerweile Anzeige erstattet. Auch hierzu erschien ein Bericht in der Tegernseerstimme:

https://tegernseerstimme.de/anzeige-gegen-buergermeister-und-jaeger/?fbclid=IwAR0eR93J4aniQNPtjzP2GcEZ335oL34559v0PmqLIA_HBnSEb7jOO9f7H5Q

Juni 2021

Dieses Schild aus dem Landkreis Schwandorf meldeten wir Ende Mai sowohl bei der zuständigen Gemeinde als auch beim Landratsamt Schwandorf. Mitte Juni hakten wir in der Angelegenheit nochmal nach und bekamen folgende  Antwort von der Gemeinde:

 

"...hinsichtlich Ihrer unten stehenden E-Mail können wir Ihnen folgendes

mitteilen:

Das betreffende Schild steht im Bereich unserer Mitgliedsgemeinde xxxx.

In diesem Bereich verlaufen jedoch mehrere Wanderwege der Stadt xxx.

Nachdem ich Ihre E-Mail vom 31. Mai 2021 erhalten habe, habe ich ermittelt,

dass dieses Schild von der Tourist-Info xxx, Herrn xxxx

aufgestellt wurde.

Ich habe Herrn xxxx Ihre E-Mail weiter geleitet und er hatte mir telefonisch zugesagt,

sich darum zu kümmern, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass die Angelegenheit zwischenzeitlich erledigt ist..."

 

Der Mitarbeiter der Tourist-Info befindet sich momentan im Urlaub. Wir werden nach seiner Rückkehr hier nochmal nachhaken.

 

Juni 2021

Kurzes Update zu diesem Verbotsschild in Schleswig-Holstein: der Jagdausübungsberechtigte warnt auf diesem selbst gestalteten Schild vor Wildtollwut - also vor einer Gefahr, die seit 13 Jahren in Deutschland nicht mehr existiert. Unser Anfragen bei der zuständigen Gemeinde, bei der Unteren Jagdbehörde und bei der örtlichen Jägervereinigung blieben bis heute unbeantwortet. Die Obere Jagdbehörde versprach uns, sich um die Angelegenheit zu kümmern, reagiert auf Nachfragen mittlerweile aber auch nicht mehr. Wir haben daraufhin die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierrechte um ihre Einschätzung gebeten. Auch dort ist man der Meinung, dass das Schild entfernt werden muss, da die Bevölkerung bewusst in die Irre geführt wird. Man gab uns den Rat, uns an das zuständige Veterinäramt zu wenden. Von dort erhielten wir die Antwort, dass das mit dem Schild nicht in Ordnung ist und bestätigte uns gleichzeitig, dass alle offiziellen Schilder, die vor Tollwut warnen, bereits vor langer Zeit entfernt wurden. Für dieses Schild fühlt man sich im Veterinäramt aber auch nicht zuständig. Daraufhin wandten wir uns an die Zeitung. Allerdings entwickelte die zuständige Redakteurin ein nicht nachvollziehbares Interesse an der Identität unseres Informanten vor Ort. Wir haben versucht, der Reporterin klar zu machen, dass es nicht um unseren Informanten geht, sondern um eigenmächtig aufgestellte Schilder mit fragwürdigem Inhalt und um Behörden, die trotz eigentlich recht eindeutiger Rechtslage nicht tätig werden. Diese Versuche scheiterten jedoch. Die Redakteurin äußerte sich hier folgendermaßen: 

"...ich weiß nicht, was Sie meinen, was meine Intention angeblich ist. Ich wollte mit einem lokalen Betroffenen sprechen, was er oder sie von so einem Schild hält und warum es ihn oder sie stört. Wir sind eine Lokalzeitung, da ist es komisch, wenn der Hauptakteur aus Bayern kommt und sich über einen Umstand im Kreis Segeberg beschwert. Das ist eine normale Arbeitsweise für mich. 

Der Redakteurin liegt übrigens der gesamte Schriftverkehr mit den unterschiedlichen Behörden vor. Ansprechpartner vor Ort hätte sie also genug. Aber vor kritischen Nachfragen bei den zuständigen Stellen schreckt man offenbar zurück. 

Juni 2021

Die Betreiberin eines Lebenshofes für Hasen, Hühner und Hähne entdeckte auf ihrem Gelände einen Fuchswelpen, der sich im Hühnerzaun verfangen hatte. Der Fuchs sah gesund und munter aus, konnte sich aber alleine nicht mehr befreien. Die Frau versuchte zu helfen, was ihr aber nicht gelang. Da weder der örtliche Tierschutzverein noch das Tierheim erreichbar waren, informierte die Frau die Polizei - im Glauben, es würde eine Polizeistreife vorbeikommen, die ihr bei der Befreiung des Fuchses helfen würde. Die Polizei aber informierte den Jäger. Dieser kam aber nicht, um zu helfen, sondern um den Fuchs zu töten. Die Waffe lud er bereits, bevor er den Fuchs überhaupt gesehen hatte. Die Frau war durch das fragwürdige Auftreten des bewaffneten Jägers völlig eingeschüchtert und konnte die Tötung des Fuchses nicht verhindern. Bevor der Jäger ging, teilte er der völlig fassungslosen Frau noch mit, dass die Entsorgung des Kadavers ihre Angelegenheit sei. Die Betreiberin des Lebenshofes hat sich mittlerweile an das Aktionsbündnis Fuchs gewandt. Es wird nun geprüft, ob eine Strafanzeige gegen den Jäger Sinn macht. Lesen Sie die ganze Geschichte unter folgendem Link nach:

 https://www.aktionsbuendnis-fuchs.de/post/fuchs-mittenwald?fbclid=IwAR3Fi6991fqb_Abw8CV1456BXVmf1_mQq0T2_44E8qYY-WmsyIxDXuD8ppU

 

 

Juni 2021

Ende Mai fand eine Spaziergängerin im Schwarzwald einen toten Luchs. Es wurden Ermittlungen eingeleitet, ein Gutachten kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass das Jungtier verblutet ist. Die Verletzung erhielt der Luchs vermutlich durch einen Streifschuss. Dass das Luchsmännchen am Fundort gestorben ist, schließt das Gutachten aus. Der Luchs wurde erst nach seinem Tod an den abgelegenen Fundort transportiert. Die Tötung des Luchses  ist eine Straftat nach dem Bundesnaturgesetz. Da man aber nicht weiß, wo das Tier getötet wurde, ist eine Überführung des Täters unwahrscheinlich.

https://www.zeit.de/news/2021-06/23/gutachten-luchs-womoeglich-durch-schuss-getoetet?fbclid=IwAR2i97o5a6xUAeT40j1AKwgobLhY27ovTSBpjR9bWLboTzqZUHLoJWWq77g

 

 

Juni 2021

Bei einer Drückjagd im Januar 2019 hatte ein Jagdtourist aus den Niederlanden während einer Treibjagd in der Nähe von Potsdam einen Wolf erschossen. Angeblich habe der Wolf seine Hunde angegriffen und sich auch durch lautes Ansprechen und Klatschen nicht vertreiben lassen. Das Gericht entschied, dass der Jäger berechtigt gewesen sei, zum Schutz seiner Jagdhunde den Wolf zu töten.

 https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/brandenburg-wolf-erschossen-freispruch-fuer-jaeger-aus-den-niederlanden?fbclid=IwAR29Y6OWoC7ng9M5TnnfvzBoHFJPWbQZ3-UHPy9X5bT8Xc3w_XByyu-IuD

Die Argumente, die der Jagdtourist zu seiner Verteidigung vorbringt, sind fast wortwörtlich in der Empfehlung eines DJZ-Juristen zu lesen, der ziemlich unverhohlen dazu auffordert, auf diese Art und Weise Präzidenzfälle zu schaffen. Offenbar hat die Methode Erfolg. In Zukunft müssen Jäger also nur noch behaupten, ihre Hunde seien von einem Wolf angegriffen worden, um mit der Tötung eines streng geschützten Tieren durchzukommen.

Hier noch einmal der Link zu den Ratschlägen des DJZ-Juristen: 

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR0r0pPI6dwh1_AztCgZIk-wSIIml3m7zljmlqsFwhl-PYcbNo3iR56Kuq8

Übrigens war der DJZ-Jurist bei der Urteilsverkündung vor Ort. Seine Freude darüber, dass seine fragwürdigen Ratschläge zum erhofften Erfolg geführt haben, scheint groß zu sein:

https://www.facebook.com/photo?fbid=4391602944191946&set=a.484709731547973

 

 

Juni 2021

In einem Beitrag in der Deutschen Jagdzeitung mit dem Titel "Notwehr gegen Wolf - Handlungsempfehlungen" äußert sich ein DJZ-Jurist zum Thema Wolf. Sein Hass richtet sich sowohl gegen den Wolf selbst als auch gegen Menschen, die die Rückkehr des Wolfes begrüßen. Jahrzehntelang erklärten uns die Jäger, dass sie hauptsächlich mit Hege und Artenschutz beschäftigt seien - schießen würden sie eher selten und auch nur äußerst ungern. Leider seien sie dazu gezwungen, weil die natürlichen Feinde (wie etwa Wölfe) fehlen würden. Heute beklagt man den Rückgang der "Strecken":  "Am Streckenplatz beutearmer Drückjagden teile sich die Jäger aktuell eher beiläufig die Anzahl im Treiben gesichteter Isegrims mit."

Man freut sich, dass der Autoverkehr wenigstens einen Teil des "Wolfsproblems" löst, viel lieber würde man aber auch selbst tätig werden dürfen. Da der Wolf immer noch streng geschützt ist, ist dies aber eine heikle Angelegenheit. Der Autor gibt Tipps, in welchen Situationen man unter Umständen doch schießen und damit durchkommen könnte. Bei einem direkten Angriff sei die Sache klar. Aber auch bei Wölfen, die auf Zuruf nicht sofort verschwinden, könne die Stimmung  jederzeit kippen und der Wolf zum Angriff übergehen. Dass es in Deutschland bisher noch zu keinem einzigen Wolfsangriff auf Menschen gekommen ist, interessiert den Autor wenig. Und auch wenn ein Wolf den eigenen Hund bedroht, hält der Verfasser des Beitrags den Abschuss des Wolfes für gerechtfertigt. Interessant ist hier die Begründung:

"Anders sieht es leider aus, wenn es nur um Sachen geht. Der Wolf selber ist zwar auch eine Sache, gehört aber (weil er ja herrenlos ist) niemandem. Wenn sich nur „Sache gegen Sache“ gegenübersteht – wie zum Beispiel bei Tieren – muss ein feiner Vergleich zwischen dem Eigentumsrecht auf der einen und dem naturschutzrechtlich geheiligten Wolfsleben auf der anderen Seite vorgenommen werden."

und weiter:

"Ungeachtet des Zuchtwertes und des nicht zu beziffernden Gegenwertes der Ausbildung des Vierläufers stellt allein die Bindung des Hundes zu Führer und Familie im Rahmen der Güterabwägung nämlich ebenfalls eine schützenswerte (nicht-wirtschaftliche) Rechtsposition dar."

Die Argumentation ist insofern interessant - und auch ziemlich schizophren - weil beim Haustierabschuss genau andersherum argumentiert wird. Auch dort stehen sich im rechtlichen Sinn zwei "Sachen" gegenüber: zum einen ein Wildtier, das niemandem gehört, auf der anderen Seite ein Hund oder eine Katze mit Bindung zu Halter und Familie. Hier fällt die Interessensabwägung leider regelmäßig anders aus.

Beim Lesen des Beitrags entsteht der Eindruck, dass der Verfasser die Jägerschaft auffordern möchte, Präzidenzfälle zu schaffen. Bis dahin gibt er den Rat, illegal getötete Tiere nicht einfach in der Biotonne zu entsorgen - das könnte zu Problemen für den Täter führen. Statt dessen empfiehlt er das "Erbtanten-Prinzip": tief graben und ewig schweigen. Und wenn man ihn ganz lieb bittet, kommt er auch persönlich vorbei und hilft beim Graben.

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR0r0pPI6dwh1_AztCgZIk-wSIIml3m7zljmlqsFwhl-PYcbNo3iR56Kuq8

 

 

Juni 2021

Auch in Niedersachsen hat ein Jäger einen Hund erschossen. Bei der Polizei sagte der Jäger aus, dass der Hund mit einer Gans im Maul aus dem Wald gekommen sei, vorher habe der Hund ein Reh gehetzt. Das war das Todesurteil für den Hund. Von seinem Hochsitz aus tötete er den American Akita. Er habe keine andere Möglichkeit gesehen, "sein" Wild vor weiteren Übergriffen durch den Hund zu "beschützen". Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, der Öffentlichkeit einmal mehr das Märchen vom Jäger als Beschützer der Wildtiere zu erzählen und Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. Was er nicht erzählt: Jahr für Jahr töten Jäger mehr als 5 Millionen Wildtiere. Und das oft mit sehr umstrittenen und grausamen Jagdmethoden. Da nutzt man einen solchen Vorfall natürlich gerne, um von sich selbst und eigenen Verfehlungen abzulenken. 

https://www.jagderleben.de/news/hund-wildert-seit-monaten-jaeger-toetet-ihn-712765

Juni 2021

In Jena wurde ein Hund während eines Spaziergangs von einem Jäger erschossen. Der Hund befand sich im Einwirkungsbereich seiner Besitzerin, diese hatte zum Zeitpunkt der Schussabgabe auf einer abgemähten Wiese mit ihrem Hund trainiert. Der gut erzogene Hund starb in den Armen seiner Besitzerin, die Familie ist traumatisiert. Der Jäger aber sieht sich im Recht und äußert sich folgendermaßen: " Wir Jäger haben nicht nur das Recht, unser Wild zu verteidigen, wir haben auch die Pflicht dazu."  Angeblich sei der Hund im Begriff gewesen, eine Häsin von ihren Jungen zu trennen - beweisen muss der Jäger diese Aussage nicht. Unterstützung bekommt er vom Vorsitzenden der örtlichen Jägervereinigung. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass dieser Jäger einen Hund erschießt. Nachdem der Tod des Hundes auf Facebook öffentlicht gemacht wurde, meldeten sich zudem mehrere Hundebesitzer, die von ihren negativen Erfahrungen mit Jägern und verbalen Bedrohungen berichten. Einsicht ist von diesem Jäger wohl nicht zu erwarten. Offensichtlich wollte er durch den Abschuss auch verhindern, dass sich der Hund mit einem Wolf paart, der im November in der Gegend gesichtet worden war. Außerdem ist er der Meinung, es sei eine "Bürgerpflicht", seine Hunde anzuleinen. Und gibt abschließend den Rat: "Hundehalter müssten sich nur mit den Gesetzen beschäftigen, um so etwas zu wissen." Diesen Rat möchten wir dem Jäger gerne zurückgeben: es ist nicht die Aufgabe von Jägern, eine (in diesem Fall wohl nicht einmal existierende) Leinenpflicht mit der Schusswaffe durchzusetzen. Die Besitzerin des Hundes hat Anzeige erstattet. Bleibt zu hoffen, dass dem Mann der Jagdschein entzogen wird - seine Untauglichkeit im Umgang mit Schusswaffen hat er nun hinlänglich bewiesen. 

https://wildbeimwild.com/law-order/hobby-jaeger-erschiesst-wolfshund/45697/2021/06/12/

Wir möchten Sie an dieser Stelle auch noch einmal auf die Petition von Wildtierschutz Deutschland hinweisen, die mittlerweile von knapp 95.000 Menschen unterschrieben wurde. Das zeigt, wie umstritten die Hobbyjagd und insbesondere der Haustierabschuss in der Bevölkerung mittlerweile sind.

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-jagdgesetze-zust%C3%A4ndige-ministerien-stop-killing-keine-jagd-ohne-vern%C3%BCnftigen-grund

 

Juni 2021

Im November vergangenen Jahres geriet ein Radfahrer in eine Treibjagd und wurde durch mehrere Schrotkugeln an Kopf und Arm verletzt. Es wurde Anzeige erstattet. In erster Instanz wurde daraufhin die beschuldigte Jägerin wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt, außerdem sollte der Geschädigte eine Schmerzensgeldzahlung erhalten. Die Jägerin ging in Berufung. Das Landgericht Münster hob nun das Urteil des Amtsgerichts auf, die Jägerin wurde freigesprochen.

Begründung: Aufgrund widersprüchlicher Zeugenaussagen könne der Tathergang nicht zweifelsfrei geklärt werden - da außerdem zum fraglichen Zeitpunkt mehrere Personen geschossen hätten, könne nicht ermittelt werden, welcher der Jäger die Verletzungen verursacht habe. 

https://www.jagderleben.de/news/radfahrer-schuss-verletzt-jaegerin-freigsprochen-712720

 

Juni 2021

Der Beitrag "Harte Geschütze! Radikale Tierschützer nehmen Jäger ins Visier" aus der Reihe "quer" thematisiert die zunehmenden Konflikte zwischen Jägern und Tierschützern. In der Nähe von Altötting wurden im April sechs Hochsitze durch die Animal Liberation Front zerstört. Zuerst kommt der geschädigte Jäger zu Wort. Erwartungsgemäß sieht er sich selbst als Tierschützer und versucht mit längst widerlegten Argumenten, die Jagd zu rechtfertigen. Das Vorgehen einer Jägerin aus Augsburg, die im Januar eine in einer Falle gefangene Katze brutal getötet hat, verurteilt er - von einem Verbot des Haustierabschusses hält er allerdings auch nicht viel. Besonders überzeugend wirkt der Auftritt des Jägers nicht.

Das liegt wohl auch daran, dass im Beitrag auch Vertreter von Tierrecht und Tierschutz zu Wort kommen. Ein Beauftragter von PETA etwa lehnt die Methoden der Animal Liberation Front zwar ab, berichtet aber gleichzeitig über eine zunehmende Frustration in der Bevölkerung über die fortgesetzte Tierquälerei in unseren Wäldern. Laut Bericht sind vor allem die grausame Fallenjagd, der Haustierabschuss und das Aussetzen von gezüchteten Tieren zu Jagdzwecken in der Bevölkerung umstritten. Anschließend kommt eine Vertreterin des Tierschutzvereins Augsburg zu Wort, die sich seit der oben erwähnten Tötung einer Katze durch eine Jägerin bei Augsburg vehement für ein Verbot des Haustierabschusses einsetzt - sie bezweifelt, dass der Sache weiter nachgegangen wird, sobald sich die öffentliche Aufregung wieder etwas gelegt hat. Auch über die Petition "Keine Jagd ohne vernünftigen Grund" wird im Beitrag berichtet. Die Petition wurde von Wildtierschutz Deutschland mit mehreren anderen Tierschutzorganisationen auf den Weg gebracht. Mittlerweile haben rund 88.000 Menschen unterschrieben. Die "Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht geht juristisch gegen den Haustierabschuss vor.

Der Beitrag macht deutlich, wie umstritten die Jagd in Deutschland mittlerweile ist. Den betroffenen Jäger in Altötting scheint das wenig zu interessieren. Er baut seine Hochsitze wieder auf und geht - ausgestattet mit einer Wärmebildkamera - vermehrt auf Streifgänge, um Personen, "die da nicht hingehören" im Wald ausfindig zu machen.

Hier der Link zum Beitrag:

https://www.youtube.com/watch?v=1Ux-BLJhipo

Mai 2021

Dieses Schild wurde uns aus der Gemeinde Thanstein im Landkreis Schwandorf gemeldet. Mit diesem selbst gestalteten Schild erklärt der Jagdpächter das Gebiet kurzerhand zur Wildruhezone. Gleichzeitig versucht er, Wanderer von der Nutzung ausgewiesener Wanderwege abzuhalten. Das ist nicht zulässig. Wir haben daher sowohl die Gemeinde Thanstein als auch die Untere Jagdbehörde Schwandorf in einem Schreiben aufgefordert, die Entfernung des Schildes zu veranlassen. 

Leider ist dieses Schild kein Einzelfall. Immer öfter versuchen Jäger, mit selbst gestalteten Schildern zum Teil frei erfundene Regeln in ihrem Jagdgebiet durchzusetzen. Da wir diese Entwicklung kritisch sehen,  haben wir beim  Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nachgefragt, wie derartige Schilder rechtlich zu beurteilen sind und wer für die Überprüfung solcher Schilder zuständig ist. Eine rechtliche Auskunft wollte man uns dort nicht geben - stattdessen hat man uns geraten, solche Schilder bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu melden. Leider zeigt die Erfahrung, dass diese nur in den seltensten Fällen tätig werden. 

Immer wieder gibt es auch Konflikte zwischen Jägern und Mountainbikern. Jäger werfen den Mountainbikern gerne vor, dass sie den Wald schädigen und das Wild scheu machen würden. Auch hier versucht so mancher Jäger, Mountainbiker mit selbst entworfenen Verbotsschildern aus seinem Jagdrevier fernzuhalten. Im BR-Beitrag "Mountainbiken schadet der Natur nicht mehr als Wandern"  https://www.youtube.com/watch?v=f_t47Um4MJ8 wird deutlich, welche Probleme durch das rechtswidrige Anbringen derartiger Schilder entstehen. Außerdem überprüft der Beitrag, was von den oben genannten Vorwürfen der Jäger zu den schädlichen Auswirkugnen des Mountainbikens unter wissenschaftlichen Aspekten zu halten ist. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind eindeutig: Mountainbiken ist für die Natur nicht schädlicher als Wandern.

Mai 2021

Hier ein Link zu einem äußerst lesenswerten Interview mit Hannes Jaenicke in der Zeitung "Der Westen" zum Thema Jagd und Wolf:

https://www.derwesten.de/panorama/promi-tv/zdf-hannes-janenicke-im-einsatz-fuer-den-wolf-interview-id232203553.html?fbclid=IwAR17m990Oc7Xi9YqwPT0lQnO8Ek2j51McyZmQsqlN6Q6UKsQ3PwHEzcfYyc

Der engagierte Tierschützer findet deutliche Worte und bringt die Probleme des deutschen Jagdwesens auf den Punkt. 

 

Mai 2021

Ein 47-jähriger Jäger soll in Kiel und Rendsburg-Eckernförder drei Menschen getötet haben. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Bei den Opfern handelt es sich um die Ex-Frau des Mannes, den neuen Partner der Frau sowie einen Bekannten des Täters. Bereits vor dieser Tat war das Aggressionspotential des Mannes bekannt: nachdem er seine Ex-Frau krankenhausreif geprügelt hatte, wurde ein gerichtliches Annäherungsverbot ausgesprochen. Trotzdem war er nach wie vor ganz legal im Besitz von Waffen. Hier sah man offensichtlich keinen akuten Handlungsbedarf. Eine fatale Fehleinschätzung, wie sich jetzt gezeigt hat.

https://wildbeimwild.com/law-order/hobby-jaeger-soll-3-menschen-erschossen-haben/45271/2021/05/21/

 

Mai 2021

In seinem Newsletter zieht das Komittee gegen den Vogelmord Bilanz: seit Anfang März konnten die Vogelschützer in verschiedenen Ländern (Italien, Zypern, Malta, Libanon und Deutschland) 49 Wilderer überführen, dabei wurden 545 Fallen 67 Netze sichergestellt.

In Deutschland wurden innerhalb 8 Wochen 6 Wilderer erwischt, zwei von ihnen waren Jäger. In einem Fall handelt es sich um einen Berufsjäger, der bei Münster eine illegale Elsternfalle aufgestellt hatte. Im anderen Fall handelt es sich um einen Jäger aus Niederbayern, der eine illegale Biberfalle aufgestellt hatte. Bei den anderen Tätern in Deutschland handelt es sich um einen Taubenhalter, einen Hühnerzüchter und zwei Fischteichbesitzer.

 

Mai 2021

Ein Mann war spätabends noch im Wald unterwegs, als in seiner unmittelbaren Nähe ein Schuss abgegeben wurde. Kurz darauf kam er an einem Hochsitz vorbei, auf dem eine Jägerin saß. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Die Jägerin zeigte sich ungehalten, weil der Mann "zu dieser späten Stunde" noch im Wald unterwegs war. Sie wies den Mann darauf hin, dass er "kein Recht" habe, sich um diese Uhrzeit noch in ihrem Jagdgebiet aufzuhalten. Da es immer wieder zu derartigen Vorfällen kommt, möchten wir an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass das allgemeine Betretungsrechts des Waldes nicht auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt ist. Grundsätzlich muss ein Jäger jederzeit mit Menschen in seinem Jagdrevier rechnen - eine Schussabgabe darf erst dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass niemand gefährdet wird. Diesen Grundsatz hat diese Jägerin in diesem Fall wohl außer Acht gelassen. Der Vorfall wurde mittlerweile der zuständigen Jagdbehörde gemeldet. Den Bericht des Mannes finden Sie in unserer Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung."

Mai 2021

Dieses Schild wurde uns aus dem Bahrenhöfer Wald in Schleswig-Holstein gemeldet. 

Der "Jagdausübungsberechtigte" macht mit diesem selbst gestalteten Schild gezielt Stimmung gegen den Fuchs und schürt Ängste in der Bevölkerung. Besonders ärgerlich ist der Versuch, die umstrittene Bejagung des Fuchses mit der Bekämpfung der Tollwut rechtfertigen zu wollen. Deutschland ist nun seit 13 Jahren offiziell tollwutfrei. Die früher überall von den Gemeinden angebrachten offiziellen Warnschilder "Wildtollwutgefährdeter Bezirk" wurden auf behördliche Anordnung schon lange entfernt - diese nun einfach durch selbstgebastelte Warnschilder zu ersetzen, ist schon dreist. Auch die Regeln des Landesjagdgesetzes legt der "Jagdausübungsberechtigte" sehr kreativ und natürlich zu seinen Gunsten aus. Hier wird also die Bevölkerung bewusst mit falschen Aussagen in die Irre geführt.

Wir haben uns mit einem Schreiben an die Untere Jagdbehörde Segeberg, die Jägervereinigung Segeberg und den Bürgermeister von Bahrenhof gewandt und darum gebeten, das Schild umgehend entfernen zu lassen. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "So reagieren Behörden und Politiker".

Leider ist das Vorgehen des Jagdausübungsberechtigten in Schleswig-Holstein kein Einzelfall. Ähnliche Schilder finden sich mittlerweile in vielen Jagdrevieren. Mal wird auf eine nicht existierende Leinenpflicht hingewiesen, mal möchte man Spaziergänger davon abhalten, bestimmte Wege zu nutzen oder sich zu bestimmten Zeiten im Wald aufzuhalten. Allerdings fehlt in vielen Fällen die rechtliche Grundlage für derartige Forderungen. Der zuständige Revierpächter bringt auf diesen Schildern also lediglich seine private Meinung zum Ausdruck. Rechtlich bindend sind die zum Teil frei erfundenen Regeln nicht.

Mai 2021

Am 23.4. wandten wir uns gemeinsam mit fünf weiteren Organisationen und mehreren Privatpersonen mit einer Beschwerde an den BR. In unserer Beschwerde kritisierten wir sowohl die einseitig jagdfreundliche Berichterstattung im Beitrag "Immer weniger Wiesenbrüter - Füchse im Verdacht" als auch das unprofessionelle Verhalten der zuständigen Redakteurin, die den Jägern ganz offen weitere Beiträge dieser Art verspricht und dafür in diversen Jagdforen gefeiert wird. Nun hat sich der BR bei uns gemeldet und sich sinngemäß folgendermaßen geäußert: der Beitrag sei „aufwendig und umfassend recherchiert“ gewesen. Die Vorwürfe, dass die zuständige Redakteurin an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert sei, weist man zurück und verweist darauf, dass es sich um eine erfahrene Journalistin handeln würde, „…eine persönliche Meinung einfließen zu lassen“ widerspräche „ihren und unseren journalistischen Prinzipien.“ Auch unsere Kritik, dass im Beitrag ausschließlich Jäger und Vogelschützer zu Wort gekommen waren, lässt man nicht gelten. Und zwar mit der Begründung, dass schließlich auch ein Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz (!!!) zum Thema gehört worden wäre. Interessanterweise handelt es nach Auffassung des BR hierbei nicht um einen Vogelschützer. Zu guter Letzt verweist man noch auf die besondere Situation im Wiesmet – dort  (und offensichtlich nur dort) habe sich die Zahl der Füchse nach Ausrottung der Tollwut explosionsartig vermehrt. 

Die Erklärungsversuche wirken allesamt recht hilflos und insgesamt verstärkt dieses Schreiben den Eindruck, dass man beim BR mit dieser Thematik überfordert oder an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert ist. 

Wir haben uns nochmals an den BR gewandt. Unser Schreiben finden Sie in der Rubrik "Leserbriefe".

 

Mai 2021

Seit dem Jahr 2019 gibt es in Rheinland-Pfalz zwei Förderprogramme für Jäger. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz berichtet nun, dass zwischen September 2019 bis Ende März 2021 eine Gesamtfördersumme von rund 1 Million Euro abgerufen wurde. Der Steuerzahler finanzierte auf diese Weise über 10.000 Drückjagdböcke und mehr als 700 Hundeschutzwesten.

Mai 2021

Im Beitrag "Die Heger und Pfleger" auf naturwelt.org 

https://www.naturwelt.org/community/bildergeschichten/die-heger-und-pfleger/

finden Sie Bilder, die die traurige Realität in unserer Natur gut dokumentieren. Eine Naturschützerin stieß bei einem Spaziergang im Wald auf einem 8km langen Rundweg auf 60(!!!) Hochsitze, auf dem Feldweg, der zum Wald führt, befinden sich 8 weitere Hochsitze. In der Umgebung der Hochsitze findet sich jede Menge Müll: verrottende, umgekippte Hochsitze, alte Autoreifen, Drahtrollen, alte Plastiksäcke und Planen. 

Diese Entwicklung (immer mehr Hochsitze, immer mehr Müll) ist überall in Deutschland zu beobachten. Es wäre an der Zeit, hier endlich regulierend einzugreifen. 

Mai 2021

TV-Tipp: "Stilles Land - Vom Verschwinden der Vögel" 

Der Beitrag wird am Mittwoch, 12.5.2021 im NDR in der Reihe "Expeditionen ins Tierreich" ausgestrahlt.

Während Jäger, Vogelschützer und unkritische Medien gerne dem Fuchs die Hauptschuld am Rückgang der Bodenbrüterpopulationen geben, verdeutlicht dieser Film eindrücklich die wahren Ursachen für die Probleme der Bodenbrüter - gleichzeitig wird gezeigt, welche Maßnahmen nötig wären, um die Bodenbrüter vor dem Aussterben zu bewahren. 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/expeditionen_ins_tierreich/Stilles-Land-Vom-Verschwinden-der-Voegel,sendung1151128.html

Mai 2021

Über die einseitige, jägerfreundlichen Berichterstattung im BR haben wir an dieser Stelle bereits mehrmals berichtet. 

Nun erreichte uns das Schreiben eines Lesers, das sich ebenfalls mit dieser Problematik auseinandersetzt. So beklagt der Verfasser die zunehmende Anzahl von Beiträgen im BR, in denen Jägern und Förstern die Möglichkeit gegeben wird, Erholungssuchende als rücksichtslose Naturfrevler darzustellen. Kritisch hinterfragt werden die Anschuldigungen in der Regel nicht. Sonst käme man vielleicht zur gleichen Einschätzung wie der Verfasser des Schreibens: "...Der wahre Grund, warum die Jäger die Menschen nicht in den Revieren haben wollen ist, weil eine immer jagdkritischer werdende Bevölkerung von den unzähligen Schandtaten (...) nichts mitbekommen soll. Immer öfter werden extrem tierquälerische Jagdfallen entdeckt. Luderplätze, die mit Tierkadavern und Knochen übersäht sind würden den unbedarften Wanderer schockieren. Illegale Wildfütterungen, ausgediente Hochsitze die einfach liegen gelassen werden, Wildkameras an allen Ecken und Enden und tausende von Schießtürmen die die Landschaft verschandeln um nur einige Beispiele zu nennen..."

Das ganze Schreiben können Sie unter der Rubrik "Reaktionen aus der Bevölkerung" nachlesen.

Mai 2021 

Hier ein Link zu einem Beitrag auf ARTE, der sich auf wohltuend objektive Art und Weise mit den Ursachen für den Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen auseinandersetzt und gleichzeitig aufzeigt, was unternommen werden muss, um die Wiesenbrüter vor dem Aussterben zu bewahren . 

https://www.arte.tv/de/videos/083909-000-A/vermisst-wo-sind-die-voegel/

Der Fuchs und die Fuchsjagd spielen in diesem wissenschaftlich fundierten Beitrag übrigens überhaupt keine Rolle - weder als Ursache für den Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen noch als Lösungsansatz zu deren Rettung. 

 

 

Mai 2021

Wie ungehalten Jäger reagieren können, wenn sie ihren Jagderfolg in Gefahr sehen, zeigt folgender Vorfall aus Österreich: ein Paar war kurz vor 19.00 Uhr mit seinem angeleinten Hund auf einem Waldweg unterwegs, als es zu einer Auseinandersetzung mit einem Jäger kam. Dieser fühlte sich offenbar dermaßen gestört, dass er nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung den Mann sogar tätlich angriff - er würgte ihn, drückte ihn gegen einen Baum und drohte ihm, ihn zu erschlagen. Der Mann musste später wegen einer Kehlkopfprellung im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei wurde eingeschaltet.

Lesen Sie die ganze Geschichte unter folgendem Link:

https://vgt.at/presse/news/2021/news20210503fg.php?fbclid=IwAR1H9bRGHZbvlGulSzomZdPkBVOpv44hzGZAKO29PAZU33c_3OeI25DrfiU

 

 

Mai 2021

Der Haustierabschuss gerät zunehmend in die öffentliche Kritik. Nun befasst sich ein Beitrag im Magazin "GEO" ebenfalls mit dem Thema. Das Ergebnis ist eindeutig: da der von Hunden und Katzen verursachte Schaden verschwindend gering ist, ist der nach wie vor vielfach praktizierte Haustierabschuss unverhältnismäßig - es fehlt der "vernünftige Grund", der für die Tötung eines Tieres vom Bundestierschutzgesetz zwingend vorgeschrieben ist. 

https://www.geo.de/natur/tierwelt/zehntausende--streuner--zu-unrecht-erschossen--30502818.html?fbclid=IwAR3l3HFVP0yfFBz34drNhg619Elks1-NTBnIujOayjZREZhmYDN1iAyqrvw

Mai 2021

Wir möchten Sie hier nochmals auf eine Petition von Wildtierschutz Deutschland aufmerksam machen. Die Hauptforderungen sind: Verbot des Haustierabschusses, Verbot der Fuchsjagd und Reduzierung der Jagdzeiten sowie der Liste der jagdbaren Tiere. Mittlerweile haben mehr als 6600 Menschen die Petition unterschrieben.

Hier nochmal der Link, der gerne geteilt weden darf: 

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-jagdgesetze-zust%C3%A4ndige-ministerien-stop-killing-keine-jagd-ohne-vern%C3%BCnftigen-grund

Mai 2021

Wenn es nach den Grünen geht, soll In Hessen der Einsatz von Totschlagfallen verboten werden - ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Landtag eingebracht. Im Beitrag "Hessen will Totschlagfallen verbieten" in der Frankfurter Rundschau verteidigt nun ein Vertreter des Landesjagdverbandes Hessen den Einsatz der Fallen als aktiven Beitrag zum Artenschutz -  wieder einmal  werden Fuchs, Marder und Dachs für den Rückgang der Bodenbrüterpopulation verantwortlich gemacht. Da diese Argumente längst wissenschaftlich widerlegt sind, haben wir uns mit einem Leserbrief an die Zetung gewandt - nachzulesen unter der Rubrik "Leserbriefe".  

Die Grünen wollen übrigens lediglich den Einsatz von Totschlagfallen untersagen - grundsätzlich soll auch nach einer entsprechenden Gesetzesänderung die Jagd auf Beutegreifer erlaubt sein. Auch Lebendfallen sollen weiterhin eingesetzt werden dürfen. Vor diesem Hintergrund ist die Gegenwehr der Jäger nicht ganz nachvollziehbar.

https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessen-will-totschlagfallen-verbieten-90478150.html?fbclid=IwAR1xbfmY4DBKOXVn-bdWbgf1v9g4EEY1ltrhIw-KR4LEQh4rAbJy_cc6BvQ 

 

Mai 2021

Oft treten Jäger in der Öffentlichkeit als Experten für Natur- und Artenschutz in Erscheinung. Ihren Anspruch auf Deutungshoheit in diesen Bereichen rechtfertigen sie gerne mit einem Verweis auf das "Grüne Abitur". Doch was ist dran am "Grünen Abitur"? Ist das vermittelte Wissen wirklich so umfangreich, dass es die Jäger tatsächlich zu Experten auf diesem Gebiet macht? 

Wohl eher nicht. So wird etwa auf "djz.de"  für ein Ausbildungsmodell geworben, mit welchem man nach nur 30 Stunden Lehr- und 15 Stunden Praxisvideos die Jagdprüfung ablegen kann.

https://djz.de/online-zum-jagdschein-mit-dem-paul-parey-verlag/

Auf der Seite ebenfalls zu finden ist ein Link, unter welchem deutlich wird, was mit "Prüfungsvorbereitung" tatsächlich gemeint ist, nämlich das Auswendiglernen der Prüfungsfragen. So findet man auf "jungjäger.de" folgende Auskunft zum Online-Kurs:

"Im Gesamtpaket erhaltet ihr 12 Monate Zugriff auf alle Inhalte für die Jägerprüfung mit über 45 Stunden Videomaterial. Prüfe dein Wissen mit allen Prüfungsfragen und kleinen Tests zwischen den Lektionen."

https://jung-jaeger.eu

Die Mängel in der Jägerausbildung sind offensichtlich, zu einem Experten wird man durch eine derartige Ausbildung nicht. Vor diesem Hintergrund sollte sich so mancher Jäger in der Öffentlichkeit etwas zurücknehmen und die öffentliche Diskussion lieber echten Experten überlassen: Ökologen, Biologen und speziell Wildbiologen, deren Wissen durch ein mehrjähriges Studium wesentlich fundierter sein dürfte und die ihre Einschätzung auch mit wissenschaftlichen Studien unterlegen können.

Mai 2021

Immer wieder kommt es im BR zu einseitig jagdfreundlicher Berichterstattung. Antwortschreiben der zuständigen Redakteure auf Beschwerden lassen den Schluss zu, dass eine objektive Berichterstattung gar nicht gewollt ist. Wir haben uns jetzt mit einem Schreiben an die Intendantin des BR sowie den Programmdirektor gewandt. Nach unserer Auffassung darf die persönliche Meinung einzelner Redakteure nicht dazu führen, dass kritische Stimmen und wissenschaftliche Studien, die die Untauglichkeit einzelner Maßnamen (im konkreten Fall die Unsinnigkeit der Bejagung des Fuchses zum Schutz der Wiesenbrüter) aufzeigen, keine Berücksichtigung in der Berichterstattung finden. Unterstützt wird unsere Forderung vom BBT (Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen), den AkTIERvisten Oberland, der Stimme der Tiere im Ingolstädter Stadtrat, dem Tierschutzverein Noris e.V, der Life-for-Nature-Stiftung sowie mehreren Privatpersonen. Unser Schreiben finden Sie unter der Rubrik Leserbriefe. 

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