Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjad
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd

Hier finden Sie jagdkritische Leserbriefe, mit denen wir versuchen, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Nicht alle Leserbriefe wurden abgedruckt, wir veröffentlichen Sie dennoch auf unserer Seite.

 

 

April 2021

Leserbrief auf den Artikel "Hessen will Totschlagfallen verbieten"

https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessen-will-totschlagfallen-verbieten-90478150.html?fbclid=IwAR1xbfmY4DBKOXVn-bdWbgf1v9g4EEY1ltrhIw-KR4LEQh4rAbJy_cc6BvQ

in der Frankfurter Rundschau:

 

"Dass das geplante Verbot von Totschlagfallen die Jäger auf den Plan rufen würde, war abzusehen. Der im Bericht zitierte Vertreter des Landesjagdverbandes Hessen bezeichnet die Fallenjagd als zwingend notwendige Maßnahme zum Artenschutz – und offenbart mit dieser Aussage eine erstaunliche Unkenntnis wildbiologischer und ökologischer Zusammenhänge. Mehrere wissenschaftliche Studien und Experimente kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Bejagung von Beutegreifern unnötig und kontraproduktiv ist. Als Beispiel sei hier ein Experiment aus dem Saarland genannt. Dort untersuchte man den Einfluss der Beutegreifer auf die Bodenbrüter- und Niederwildpopulation, indem man versucht hat, über sechs Jahre lang alle Beutegreifer, derer man habhaft werden konnte, zu töten. Doch obwohl man immer mehr Füchse, Krähen und andere Prädatoren erlegt hat, blieben die erhofften positiven Effekte auf die Bestandsentwicklung bei Bodenbrütern und Niederwild aus. Die Bestände schwankten unabhängig von der Anzahl der anwesenden Beutegreifer. Der ausschlaggebende Faktor für den Bruterfolg war das Wetter. Neben klimatischen Faktoren wirken sich auch fehlender Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Flurbereinigungsmaßnahmen, der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln negativ auf Bodenbrüter- und Niederwildpopulationen aus. Der Einfluss der Beutegreifer ist verschwindend gering. Somit ist das geplante Verbot von Totschlagfallen ein erster Schritt in die richtige Richtung. Warum allerdings die Grünen trotz aller wissenschaftlichen Belege zur Unsinnigkeit der Prädatoren-Bejagung nur ein Verbot von Totschlagfallen fordern, ist völlig unverständlich. Den Jägern die Totschlagfallen verbieten zu wollen, aber gleichzeitig die Bejagung der Beutegreifer als wichtigen Beitrag zum Artenschutz zu würdigen, ist schon etwas schizophren."

April 2021

Schreiben an die Intendantin und den Programmchef des BR aufgrund einseitiger Berichterstattung zum Thema Jagd: 

Sehr geehrte Frau Dr. Xxx

leider müssen wir im BR eine zunehmend unkritische Berichterstattung zum Thema Jagd zur Kenntnis nehmen. 

 

Wir haben uns diesbezüglich bereits mehrmals an den Sender gewandt - dennoch hält man an der einseitig jagdfreundlichen Berichterstattung fest.

 

Im konkreten Fall geht es um den Beitrag "Immer weniger Wiesenbrüter in Mittelfranken - Füchse im Verdacht". Der Beitrag wurde am 2.4.2021 um 10.51 auf BR24 gesendet. Hier der Link zum Beitrag: Immer weniger Wiesenbrüter in Mittelfranken: Füchse im Verdacht | BR24 

Verfasst wurde der Beitrag von Xxx Xxxx und Xxxx Xxxx

 

Im Beitrag kamen ausschließlich Jäger und Vogelschützer zu Wort, welche dem Fuchs die Hauptschuld am Rückgang der Bodenbrüterpopulation geben. Es gibt jedoch mittlerweile mehrere wissenschaftliche Studien, die den Einfluss der Prädatoren-Bejagung auf die Bodenbrüter- und Niederwildpopulationen untersucht haben. Die Ergebnisse sind eindeutig: der Einfluss der Beutegreifer ist verschwindend gering. Der Bruterfolg ist vielmehr abhängig vom Klima, sowie von landschaftlichen und landwirtschaftlichen Faktoren, wie etwa Flurbereinigung, Einsatz von Pestiziden oder Mäh-Arbeiten während der Brutzeit. Diese Faktoren wurden im Bericht jedoch nicht angemessen berücksichtig.

 

Wir wandten uns daher an Fr. Xxxx und verwiesen unter anderem auf ein Experiment, welches von 1990 bis1996 im Saarland durchgeführt wurde. Das Ergebnis war eindeutig: weder der Fuchs noch andere Beutegreifer sind für den Bruterfolg der Bodenbrüter ausschlaggebend. Andere Studien, unter anderem die sog. SOVON-Studie entlasten den Fuchs ebenfalls. Wir möchten an dieser Stelle auch noch auf die Erfahrungen in Luxemburg verweisen: dort wird der Fuchs seit dem Jahr 2015 nicht mehr bejagt - die befürchteten Folgen für die Bodenbrüter-Bestände blieben auch hier aus.

 

Doch offensichtlich ist Frau Xxxx an einer objektiven Berichterstattung nicht interessiert. Wir erhielten von ihr folgendes Antwortschreiben: 

 

 

Sehr geehrte Frau Oswald,

danke für Ihre mail und Ihre kritischen Bemerkungen.

Unser Beitrag hat das Thema sehr gut und umfassend recherchiert und das Besondere an dem Thema ist, dass sich ja alle einig sind: Behörden und Naturschützer und Jäger.

Dennoch bleibt Fuchsjagd immer ein strittiges Thema und wir werden uns weiterhin damit beschäftigen – versprochen.

 

Mit freundlichen Grüßen 

 

Ich möchte Frau Xxxx widersprechen: der Beitrag ist weder umfassend recherchiert, noch sind sich beim Thema "alle" einig. Vielleicht sind sich Jäger und Behörden einig, aber bereits bei den Naturschützern wird die Fuchsjagd äußerst kontrovers diskutiert. Zahlreiche Tierschutzorganisationen - unter anderem auch der Deutsche Tierschutzbund, Tasso, PETA, SOKO Tierschutz, das Aktionsbündnis Fuchs, die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht, um nur einige zu nennen - setzen sich für ein Ende der Fuchsjagd ein. Diese Gruppen scheinen für Frau Schneider jedoch nicht relevant zu sein. 

 

Aber wenigstens die Jäger freuen sich über diese Art von einseitiger Berichterstattung. Im Forum Wild und Hund freut man sich über folgende Antwort von Frau Xxxx:

 

Aktive Rückmeldung lohnt.

Nehmt Euch kurz die Zeit und gebt Eure Rückmeldung.

Hier die Antwort vom Bayrischen Rundfunk:

Sehr geehrter Herr Xxx,

danke für Ihre lobenden Worte, das freut uns.

Wir haben regelmäßig Jagd-Themen in der Sendung und demnächst ist ein Beitrag geplant über den "Schutz von Wiesenbrütern durch Fuchsjagd".

Mit freundlichen Grüßen

Xxxx Xxxx

 

 

 

Frau Xxxx private Meinung zum Thema Jagd sollte ihre Arbeit nicht in diesem Ausmaß beeinflussen. 

 

Wir möchten Sie daher bitten, die Angelegenheit intern zu klären und erwarten, dass die diesem Schreiben beigefügten Studien im Rahmen einer objektiven Berichterstattung in künftigen Beiträgen angemessen berücksichtigt werden.

 

Wir bitten um Rückmeldung und stehen Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung. 

 

 

  Mit freundlichen Grüßen

 

Karin Oswald (Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd)

Mitunterzeichnet wurde das Schreiben von: BBT, AkTIERvisten Oberland, Tierschutzverein Noris e.V., der Stimme der Tiere Ingolstadt, Life-for-Nature-Stiftung sowie mehreren Privatpersonen

 

 

April 2021

Schreiben an die Programmbeschwerdestelle aufgrund der einseitig jägerfreundlichen Berichterstattung im BR:

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,
im oben genannten Beitrag "Immer weniger Bodenbrüter - Füchse in Verdacht" wurde von Jägern und Vogelschützern ausschließlich dem Fuchs die Schuld am Rückgang der Bodenbrüterpopulation gegeben. Da dies mit dem Stand der wissenschaftlichen Forschung nicht zu vereinbaren ist, nahmen wir Kontakt zur Redaktion auf und verwiesen unter anderem auf eine von 1990 und 1996 durchgeführte Studie im Saarland. Die Studie führte zu der Erkenntnis, dass der Einfluss der Beutegreifer auf den Bestand der Bodenbrüter verschwindend gering ist. Auch andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Rückgang der Bodenbrüterpopulation hauptsächlich landschaftlichen (Flurbereinigung, Trockenlegung) und landwirtschaftlichen (Einsatz von Pestiziden) Faktoren geschuldet ist. 
Der Beitrag wurde in Jagdforen gefeiert, viele Jäger wandten sich an die Redaktion und bekamen folgende Antwort: 
"Sehr geehrter Herr Xxx,
danke für Ihre lobenden Worte, das freut uns.
Wir haben regelmäßig Jagd-Themen in der Sendung und demnächst ist ein Beitrag geplant über den "Schutz von Wiesenbrütern durch Fuchsjagd."
https://forum.wildundhund.de/threads/br3-in-unser-land-am-19-2.131064/?fbclid=IwAR0OejZNWceKRn8ig8HEP7eUe3SuaG5Pc2lUJg0bMPAjYlqqYE3oToe-Dmk#post-4505830
Den Jägern wird also weiterhin eine völlig unkritische Berichterstattung versprochen  - bei dem genannten Beitrag handelt es sich auch nicht um eine Ausnahme, immer wieder sind im BR einseitig jagdfreundliche Beiträge zu sehen. 
Wir hingegen bekamen folgende Antwort von Fr. Christine Xxx: 
"Sehr geehrte Frau Oswald,
danke für Ihre mail und Ihre kritischen Bemerkungen.
Unsere Beitrag hat das Thema sehr gut und umfassend recherchiert und das Besondere an dem Thema ist, dass sich ja alle einig sind: Behörden und Naturschützer und Jäger.
Dennoch bleibt Fuchsjagd immer ein strittiges Thema und wir werden uns weiterhin damit beschäftigen – versprochen."

Man macht sich also noch nicht einmal die Mühe, wenigstens den Eindruck zu erwecken, dass man um eine ausgewogene Berichterstattung bemüht ist. Mit den Grundsätzen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist diese Haltung kaum zu vereinbaren.
Wir möchten Sie daher bitten, dafür zu sorgen, dass auch im BR künftig eine ausgewogene Berichterstattung stattfindet.

Mit freundlichen Grüßen"

 

April 2021

Folgenden Leserbrief verfassten wir als Antwort auf den Artikel "Hund tötet Reh mitten im Dorf" in der SHZ-Zeitung: 

http://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/2146/article/1333459/6/3/render/?token=17d3a657a0189c07db2c116244b42e6d&vl_app_id=de.shzmain.areader&vl_app_version=7.0.9&vl_platform=android&fbclid=IwAR2kuihpmQajWLzX9eRGYNrWwGaUOWfhPKelw_BAjHpb3KCMA0zYzralDzc

 

Obwohl noch gar nicht bewiesen ist, dass das Reh tatsächlich von einem Hund getötet wurde, nutzen die Jäger einmal mehr die Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit als Tier- und Naturschützer zu präsentieren. Angeblich tief betroffen vom Tod des Rehs, erklären sie sich zum Anwalt der Wildtiere und versuchen, Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. Doch was ist dran am Jäger als Beschützer der Wildtiere? Jedes Jahr töten Jäger über eine Million Rehe. Die Tiere werden bei Drück- und Treibjagden über Stunden gehetzt und dabei extremem Stress ausgesetzt, sie werden oft nur angeschossen und müssen noch stunden- oder gar tagelang leiden. Bei der Fuchsjagd kommen immer noch so grausame Jagdmethoden wie die Fallen- oder die Baujagd zum Einsatz – und das, obwohl schon lange wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Fuchsjagd überflüssig und kontraproduktiv ist. Viele Tierschutzorganisationen prangern diese Praktiken seit langem als tierschutzwidrig an, dennoch konnte die Jagdlobby bis heute ein Verbot erfolgreich verhindern. Den Krähen ergeht es nicht besser. Obwohl durch zahlreiche Studien lange bewiesen ist, dass die Krähenjagd unsinnig ist, halten die Jäger daran fest. Fasane, Rebhühner und Enten werden extra zu Jagdzwecken gezüchtet, getötet werden sie dann mit hochgiftiger Bleimunition. Der Feldhase steht seit Jahren auf der Liste der bedrohten Arten – kein Grund für die Jäger, auf eine Bejagung zu verzichten. Um selbst ausreichend „Strecke“ machen zu können, werden sämtliche Beutegreifer gnadenlos verfolgt. Katzen werden mit speziellen Duft-Lockstoffen in Fallen gelockt und anschließend erschossen. Hunde werden der „Wilderei“ beschuldigt und ebenfalls getötet. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen: „versehentliche“ Tötungen von Kühen, Pferden oder Schafen, illegale Tötungen streng geschützter Tiere, völliges Versagen beim Wildschweinmanagement. Dass im Rahmen der Jagdausübung auch immer wieder völlig unbeteiligte Menschen verletzt oder getötet werden, sei der Vollständigkeit halber noch kurz erwähnt.
Vor diesem Hintergrund ist es an Verlogenheit kaum noch zu überbieten, wenn man sich als Jäger zum Beschützer der Wildtiere erklärt. Keine Frage, Hunde sollten kein Wild hetzen oder töten. Das eigentliche Problem unserer Wildtiere aber sind die Jäger.
 

April 2021

Schreiben an den BR als Antowort auf den Beitrag "Immer weniger Wiesenbrüter in Mittelfranken: der Fuchs in Verdacht":

https://www.br.de/nachrichten/bayern/immer-weniger-wiesenbrueter-in-mittelfranken-fuechse-im-verdacht,STPOpRz?fbclid=IwAR2E8MlD3p8xMOu7CbRoz1YFgBty9lXmXFgzbKO0TRDtTaCOvyasXl2g0LA

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
und wieder ein Beitrag zum Thema Jagd, hier speziell zur Fuchsjagd, der an Einseitigkeit kaum mehr zu überbieten ist.
 
Folgt man den Argumenten des Beitrags, ist allein der Fuchs Schuld am Rückgang der Wiesenbrüter. Die "logische" Schlussfolgerung: der Fuchs muss stärker bejagt werden.
 
Mit dieser Forderung allerdings beweisen sowohl die Jäger als auch die Vogelschützer ein erschreckendes Nichtwissen. Die Forderung, die Bestände an Niederwild und Bodenbrütern durch eine vermehrte Bejagung zu schützen, sind nun nicht gerade neu. Bereits in den 1990er Jahren wurde deshalb ein groß angelegtes Experiment durchgeführt: im Saarland sollten in einem 700 Hektar großen Jagdrevier möglichst alle Beutegreifer abgeschossen werden. Man wollte mit diesem Experiment feststellen, ob die Bejagung von Beutegreifern überhaupt eine Auswirkung auf den Bestand von Niederwild und Botenbrütern hat. Von 1990-1996 also wurde der Totalabschuss geprobt. Unglaublich viele Beutegreifer fielen diesem Experiment zum Opfer, auf den Bestand der Bodenbrüter und des Niederwilds hatte der Totalabschuss keine Auswirkung. Wesentlich mehr Auswirkungen auf den Bruterfolg hatte das Klima. Die Bestände an Bodenbrütern und Niederwild schwankten, je nachdem ob es warme, trockene Jahre oder feuchte, kalte Jahre waren. 
 
Man kann auch noch eine andere Rechnung aufstellen: bei dem Versuch, Bodenbrüter durch den Totalabschuss von Beutegreifern zu schützen, kam man auf folgende Rechnung: für ein gerettetes Braunkehlchenpaar müssten etwa 600 (!!!) Beutegreifer sterben. Das steht in keinem Verhältnis und hat weder etwas mit Artenschutz noch mit Tierschutz zu tun. 
 
Vielleicht ist die Zeit der Bodenbrüter in unserer Agrarwüste und bei sich verändernden klimatischen Verhältnissen die Zeit für bestimmte Arten einfach vorbei. Auch wenn alle Füchse abgeschossen werden, werden diese Tiere auf Dauer unter diesen Bedingungen nicht überleben können.
 
Die Zusammenhänge von Jagd und Bodenbrüter-Beständen ist unter anderem nachzulesen im Buch "Rabenschwarze Intelligenz" von Josef H. Reichholf. 
 
Im Übrigen hätte ich vor der Veröffentlichung des Beitrags schon ein wenig Recherche von Seiten des BR erwartet.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Oswald

Februar 2021

Leserbrief zum Beitrag "Warum Fallenjagd sinnvoll ist" in der Augsburger Allgemeinen:

https://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Warum-die-Jagd-mit-Fallen-sinnvoll-ist-id59160691.html?fbclid=IwAR0QqZb-E6mSvwuEcCL_2haXHBWGX8aIglFNEh1jSmz7K0w8RXg0knHxSUM

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
wieder einmal ein sehr einseitiger Beitrag zum Thema Jagd. Nun haben also die Jäger ihre Liebe zur Fallenjagd wiederentdeckt - und sind fassungslos, weil die Bevölkerung diese Begeisterung nicht teilen mag. Fallenjagd ist grausam. Auch eine sog. Lebendfalle verlässt kein Tier lebend. Die Zeit vor ihrem Tod verbringen die Tiere in Panik, in Todesangst versuchen sie, zu entkommen, fügen sich dabei oft schwerste Verletzungen zu. Wieder einmal wird die grausame Fallenjagd mit der Prädatorenbejagung gerechtfertigt. Hauptsächlich trifft es den Fuchs, der den Jägern von jeher als Beutekonkurrent verhasst ist. Dass die Jagd keinen Einfluss auf die Population der Füchse hat, dass die Bestände dort, wo sie nicht bejagt werden, stabiler sind - und das auf einem niedrigeren Niveau - wird nicht erwähnt. In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit Jahren verboten - ohne negative Auswirkungen. Für den Rückgang der Bodenbrüter sind vielmehr unsere Agrarsteppe, fehlende Lebensräume, der Einsatz von Pestiziden und fehlendes Nahrungsangebot verantwortlich. Wie man diese Probleme mit der Bejagung des Fuchses lösen kann, bleibt wohl das Geheimnis der Jäger. Die Notwendigkeit der Fallenjagd also ausgerechnet mit der unnötigen Fuchsbejagung begründen zu wollen, zeigt, dass sich große Teile der Jägerschaft wissenschaftlichen Erkenntnissen standhaft widersetzen. Allerdings muss die Not groß sein, wenn ich jetzt fast wöchentlich ganzseitige Jagdpropaganda in diversen Tageszeitungen lesen muss. Ich werte das eher als gutes Zeichen: die Jagd gerät unter Druck und muss sich zunehmend rechtfertigen. Dennoch würde ich mir eine etwas ausgewogenere  Berichterstattung zu dem Thema wünschen. So sollten in einem solchen Beitrag schon auch Tierschützer, Wildbiologen oder andere Experten außerhalb der Jägerschaft zu Wort kommen. 
 

Februar 2021

Schreiben an das ZDF zum Beitrag "Kritik an Jagdregularien: Jagdunfälle in Frankreich."

https://www.zdf.de/nachrichten/video/panorama-jagdunfaelle-frankreich-kritik-100.html

 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
als ich den Beitrag gesehen habe, habe ich gedacht: "In Deutschland ist das ja Gott sei Dank anders. Da gibt es keine Unfälle und nur sehr gut ausgebildete Jäger. Und Einfluss auf unsere Politik haben unsere Jäger glücklicherweise auch nicht."
 
Spaß beiseite: Die Zustände in Deutschland unterscheiden sich in nichts von denen in Frankreich. Auch in Deutschland werden bei der Jagdausübung Jahr für Jahr Menschen verletzt oder gar getötet. Auch in Deutschland kann man den Jagdschein in zweiwöchigen Crashkursen erlangen. Auch in Deutschland gibt es keine verpflichtenden Schießübungen für Jäger, Sicherheitsvorschriften sind nur in minimalem Umfang vorhanden, ihre Einhaltung wird in den seltensten Fällen überprüft. Jagdausübung neben Wohnhäusern und viel befahrenen Straßen ist an der Tagesordnung, Menschen geraten in Treib- und Drückjagden, Querschläger landen in Kinderbetten, Menschen werden im eigenen Garten oder im Freibad angeschossen. Auch bei uns stellt sich die Politik vor die Jäger. Viele Politiker haben selbst einen Jagdschein und setzen die Interessen der Jäger knallhart durch. Da die meisten Menschen keinen Zugang zu diesem Thema haben, geht das ohne viel öffentlichen Widerstand. Auch bei uns wird die Jagd mit Worthülsen wie "Tradition", "Brauchtum" und "Kultur" gerechtfertigt. Menschen, die der Jagd kritisch gegenüberstehen, werden nicht ernst genommen und von Politikern und Lokalpresse auch gerne mal lächerlich gemacht.
 
Ähnlich wie in Frankreich wächst auch in Deutschland der Widerstand gegen diese Zustände. Immer mehr Menschen engagieren sich in unterschiedlichen Organisationen gegen die Hobbyjagd. Es gäbe also auch aus Deutschland einiges zu berichten. Warum berichtet man lieber über Frankreich, anstatt sich mit den Problemen hier vor Ort auseinanderzusetzen?
 
Falls Sie weitere Informationen zu diesem Thema benötigen, können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.
 
Mit freundlichen Grüßen

Februar 2021

Schreiben an den BR zum Beitrag "Jagd in Bayern" aus der Serie "Unkraut": 

https://www.br.de/mediathek/video/unkraut-umweltmagazin-jagd-in-bayern-av:5fda0673fdf1b90014144d3f

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
wieder einmal ein Beitrag zum Thema "Jagd", der an Einseitigkeit kaum noch zu überbieten ist. 
 
Das neue Bundesjagdgesetz steht in der Kritik. Es ist ein Thema, das uns alle angeht. Zu Wort kommen im Beitrag allerdings nur Förster (die am liebsten überhaupt keine Rehe im Wald sehen möchten), Jäger (die möglichst viel Wild im Wald haben möchten) und Waldbauern, denen es darum geht, dass ihre Wälder möglichst profitabel sind (die Bäume sollen möglichst schnell und möglichst gerade wachsen). Jeder durfte also seine Sicht der Dinge erklären, zum Schluss waren sich alle einig: man muss miteinander im Gespräch bleiben, dann lassen sich die Probleme auch lösen. Oberflächlicher geht Berichterstattung kaum.
 
Obwohl im Beitrag unglaublich viel ökologischer und wildbiologischer Unsinn erzählt wurde, hat die Moderatorin nicht eine einzige kritische Frage gestellt. Die Aussagen der Jäger, Förster, Waldbauern und der "Wildtierschützerin" und Jägerin Christine Miller wurden völlig zusammenhangslos in den Raum gestellt. Wer Hintergrund-Wissen zum Thema "Jagd und Forstwirtschaft" erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. 
 
Die Zukunft unserer Wälder geht uns alle an - nicht nur Jäger, Förster und Waldbauern. Wo blieben die Stimmen, die für eine schonende Forstwirtschaft plädieren, die den Einsatz der großen Erntemaschinen kritisch sehen und nach Alternativen suchen - interessanterweise werden Schäden, die durch diese Maschinen entstehen, so gut wie nie thematisiert. Obwohl sie bei jedem Waldspaziergang deutlich sichtbar sind. Verbiss-Schäden sehe ich eher selten. Wo blieben die Stimmen, die die Hobbyjagd kritisch sehen? 28 Tierschutzorganisationen haben sich zusammengetan, um gegen das neue Bundesjagdgesetz zu protestieren - weil es mit unserem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren ist. Doch auch dazu keine Wort. Wo waren die Ökologen und Wildbiologen, die die Auswirkung der Jagd auf unsere Wildtierbestände hätten verdeutlichen können? 
 
Richtig ärgerlich wurde es beim Beitrag zum Thema "Fuchsjagd". Da beklagt ein Jäger, dass er seine Fuchsfelle nirgends los wird und behauptet, dass es ihn belastet, die Füchse einfach so entsorgen zu müssen. Kein Wort dazu, dass die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd lange wissenschaftlich belegt ist. Es gibt keinen Grund, Füchse zu töten. Fuchsjagd ist grausam (Baujagd, Fallenjagd) und kontraproduktiv. In vielen Ländern ist die Fuchsjagd mittlerweile verboten - aber deutsche Jäger weigern sich hartnäckig, sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Dass der BR sie dabei unterstützt, ist traurig. Ich jedenfalls werte es als Fortschritt, wenn immer mehr Menschen auf Pelz verzichten - egal ob vom Fuchs oder vom Nerz.
 
Ich habe schon mehrmals versucht, den BR dazu zu bringen, sich dem Thema "Jagd" etwas kritischer zu nähern. Allerdings scheinen die Verantwortlichen hier ähnlich wissenschaftsfeindlich und beratungsresistent zu sein wie die Jäger. Somit spare ich mir hier jedes weitere Argument und verzichte in Zukunft auf Beiträge auf diesem Niveau.
 
Mit freundlichen Grüßen

Nachdem in der Mittelbayrischen Zeitung mittelbayerische.de/politik-nachrichten/die-fuchsjagd-gehoert-verboten-21771-art1975343.html  veröffentlichte die Zeitung nun den Leserbrief eines Jägers, in dem die Fuchsjagd als alternativlos dargestellt wird. Außerdem werden sowohl Bau- und Fallenjagd als auch die Jagdhundausbildung in Schliefanlagen völlig verharmlost. Wir haben mit folgendem Schreiben auf die Ausführungen des Leserbrief-Schreibers reagiert:

 

"Es gilt, einige Aussagen von Leserbriefschreiber B. N. zum Thema Fuchsjagd zu revidieren. Die Ursachen für den Rückgang der Bodenbrüter-Populationen hat er ja richtig erkannt: fehlender Lebensraum durch intensive Landwirtschaft und zunehmende Flächenversiegelung. Es fehlt an Nist- und Rückzugsorten, geeignete Nahrung zu finden gestaltet sich zunehmend schwierig, auch Pestizide haben negative Auswirkungen auf den Bruterfolg. Ebenso ist es nach wie vor üblich, mitten in der Brutzeit Wiesen abzumähen – mit den bekannten negativen Folgen. Wenn man das alles erkannt hat, ist es schon verwunderlich, dass man meint, diese Probleme ausgerechnet mit der Bejagung des Fuchses in den Griff bekommen zu können. Füchse sind intelligente und sehr soziale Tiere, die sich hauptsächlich von Mäusen und Aas ernähren. Obwohl Füchse einen wichtigen Beitrag in unserem Ökosystem leisten, sind sie den Jägern als Beutekonkurrenten verhasst. Wissenschaftliche Studien zum Thema Fuchsjagd werden konsequent ignoriert. Stattdessen hält man weiter an so grausamen Jagdmethoden wie der Fallen- oder der Baujagd fest. Die im Leserbrief erwähnten Vorschriften werden oft genug umgangen, eine Kontrolle findet so gut wie gar nicht statt, die zuständigen Behörden werden selbst bei eindeutig dokumentierten Verstößen nur in den seltensten Fällen tätig. Auch den Ausführungen zu den Schliefanlagen muss widersprochen werden: man bekommt ja fast den Eindruck, dass der „handaufgezogene Jungfuchs“ in einer solchen Anlage mit den angehenden Jagdhunden ein bisschen „Fuchsjagd“ spielt – und anschließend liegen alle wieder friedlich gemeinsam vor dem Kamin. Nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein. Zwar wird anfangs ein direkter Kontakt zwischen Fuchs und Hund vermieden – dennoch ist der Fuchs einem extremen Stress ausgesetzt, er versucht in Todesangst dem Hund zu entkommen. Später ist ein Kontakt zwischen Hund und Fuchs durchaus erwünscht – was zu starken Verletzungen oder zum Tod des Fuchses führt. Lebend verlässt kein Fuchs eine solche Anlage – entweder er wird vom Hund getötet oder vom Jäger. Vor dem Hintergrund, dass die Unsinnigkeit der Fuchsjagd längst wissenschaftlich erwiesen ist, sind diese Zustände nicht länger tolerierbar. H. Nest und seine Jagdkollegen täten gut daran, sich in die entsprechenden Studien einzulesen."

Folgenden Leserbrief sandten wir an die "Westfälischen Nachrichten" als Reaktion auf den Beitrag "Fürs Stöbern ausgebildet."
Sehr geehrte Damen und Herren,
die beiden Hundeführer Grube und Krämer durften im genannten Beitrag ausführlich über ihre Begeisterung für die Baujagd berichten. Die meisten Menschen aber werden diese Begeisterung nicht teilen können. Bei der Baujagd handelt es sich um eine äußerst grausame und brutale Jagdmethode, die mit unserem Tierschutzgesetz eigentlich nicht zu vereinbaren ist – nach diesem ist es nämlich verboten, Hunde auf andere Tiere zu hetzen oder an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten und zu prüfen. Genau das aber passiert bei der Ausbildung von Jagdhunden und bei der Baujagd. Dass im Tierschutzgesetz zahlreiche Ausnahmeregelungen für Jäger getroffen wurden, hat leider zur Folge, dass so grausame Jagdmethoden wie die Fallen- oder die Baujagd nach wie vor legal sind. Nachgestellt wird mit diesen Methoden vor allem Beutegreifern, welche viele Jäger als Beutekonkurrenten sehen. Besonders schlimm trifft es den Fuchs. Obwohl wissenschaftlich längst erwiesen ist, dass die Fuchsjagd sinnlos und kontraproduktiv ist, halten die Jäger weiterhin daran fest. In Gegenden, in denen Füchse nicht bejagt werden, sind die Bestände stabiler – und das auf einem niedrigeren Niveau als in Gebieten mit hohem Jagddruck. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage von H. Grube, bei der Jagd gehe es immer auch um den Tierschutzgedanken, geradezu zynisch. Ebenso zynisch und nicht haltbar ist der Versuch, sich durch die Bejagung von Rehen als Retter des Waldes darstellen zu wollen. Hier wird leider nicht berücksichtigt, dass Rehe eigentlich keine Waldbewohner sind und erst durch den enormen Jagddruck und immer kleiner werdende Lebensräume in den Wald getrieben wurden. Dort greifen Jäger durch „Hegemaßnahmen“ seit langem massiv zugunsten von jagdbaren Arten in das Ökosystem ein – und sorgen so dafür, dass es viel mehr Rehe gibt, als es ohne Jagd der Fall wäre. Viele Probleme sind also hausgemacht. Bleibt zu hoffen, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass Jagd die Ursache des Problems ist und nicht deren Lösung.
 
Mit freundlichen Grüßen

Februar 2021

Zum Beitrag "Aufgehängte Füchse am Wegesrand schockieren Spaziergänger - Jäger räumt ein: „Nicht mehr alltäglich"" https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/bruck-ort377248/fuechse-bayern-bruck-tot-kadaver-aufgehaengt-spaziergaenger-schock-90187723.html  im Münchner Merkur haben wir folgenden Leserbrief verfasst: 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Jagd wird von immer mehr Menschen kritisch hinterfragt. Gerade die grausame und zudem völlig sinnlose Fuchsjagd stößt auf eine breite Ablehnung in der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund fragt man sich natürlich schon, was einen Jäger dazu treibt, seine Beute so öffentlich zur Schau zu stellen. Letztendlich muss man ihm jedoch fast dankbar sein - durch sein unsensibles und unreflektiertes Verhalten hat er wieder einige Menschen dazu gebracht, sich kritisch mit dem Thema Jagd auseinanderzusetzen. Und wer das tut, findet schnell heraus, dass die meisten Argumente der Jäger nicht haltbar sind. So ist es wissenschaftlich längst erwiesen, dass die Bejagung keinen regulierenden Einfluss auf die Fuchspopulation hat. Im Gegenteil, in Gegenden, in denen Füchse nicht bejagt werden, sind die Fuchsbestände stabiler - und das auch noch auf einem niedrigerem Niveau als in Gebieten mit hohem Jagddruck. Auch das immer wieder bemühte Argument, mit der Fuchsbejagung das Niederwild beschützen zu zu wollen, hält einer näheren Überprüfung nicht stand. Nicht die Füchse sind Schuld daran, wenn Niederwildbestände in Bedrängnis geraten sondern der immer weiter abnehmende Lebensraum in unserer Agrarsteppe. Auch schützen Jäger die Niederwildbestände nicht uneigennützig. Sie sehen den Fuchs als Beutekonkurrent, der "kurz gehalten" werden muss - damit die Jäger mehr "Strecke" machen können. Der Fuchs erfüllt eine wichtige Aufgabe in unserem Ökosystem: er ernährt sich überwiegend von Mäusen und Aas, fungiert hier also auch als "Gesundheitspolizei". In der Bevölkerung setzt sich diese Erkenntnis langsam durch - nur die Jäger wollen davon nichts hören. Immerhin hat man ihnen das in ihren zweiwöchigen Crash-Kursen ganz anders beigebracht. 

Mit freundlichen Grüßen
Karin Oswald

Januar 2021

Folgender Leserbrief wurde ebenfalls als Reaktion auf einen Beitrag auf BR24 verfasst, in dem Jäger sich über das rücksichtslose Verhalten erholungssuchender Menschen beklagen. Der Verfasser des Schreibens ist freundlicherweise damit einverstanden, dass wir sein Schreiben auch auf unserer Seite veröffentlichen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zu Ihren Bericht, in dem erholungssuchende Menschen sich angeblich sehr rücksichtslos gegenüber Jägern verhalten, möchte ich gerne einige Anmerkungen machen. Bei den Wildfütterungen die im Film zu sehen sind, hat man nicht den Eindruck das hier Wildtiere in Not gefüttert werden. Vielmehr drängt sich einem das Gefühl auf, das es sich um handzahme Tiere handelt, die in einem Wald leben, der zu einem Freilaufgehege umfunktioniert wurde.

Außerdem werden die Tiere hier nicht gefüttert, weil sie sonst verhungern würden, vielmehr werden sie gemästet. In sehr vielen Jagdrevieren wird das ganze Jahr hindurch gefüttert. Es wird zentnerweise Kraftfutter, Getreide, Mais usw. in die Wälder gekarrt, obwohl die Bevölkerung aufgefordert ist, wegen der afrikanischen Schweinepest keine Essensreste im Wald oder auf Parkplätzen liegen zu lassen. Es werden sogar extra sogenannte Wildäcker in den Wäldern angelegt.  Diese Treiben wird übrigens von immer mehr Waldbauern sehr kritisch gesehen, da die natürliche Selektion dadurch ausgeschaltet wird und die Rotwildbestände deshalb unkontrolliert in die Höhe gehen, was zur Folge hat, dass die Schäden durch Verbiss immer schlimmer werden.

Die Jägerschaft macht dies übrigens keinesfalls weil sie Mitleid mit den Tieren hat, vielmehr ist das Ziel möglichst viele Trophäenträger bei der nächsten Gesellschaftsjagd zum Verkauf anbieten zu können.

Viele Jäger reisen extra aus dem Ausland an (auch in Zeiten von Corona) und zahlen mehrere tausend Euro, um sich so eine Trophäe ins Wohnzimmer nageln zu können.

Übrigens sind unsere Wildtiere nicht durch die Menschen die ihre Freizeit in der Natur verbringen so scheu geworden, sondern durch den enormen Jagddruck. Mittlerweile gibt es fast 400 000 Hobbyjäger in Deutschland und es werden immer mehr. Den Jagdschein macht man heute in einem viertägigen Schnellkurs mit Erfolgsgarantie. Die Gier nach Jagdrevieren ist unersättlich, weshalb sich immer mehr Jäger ein Revier teilen. Natürlich will jeder möglichst oft zum Schuß kommen. Hegegemeinschaft nennt man das dann.

Ausgerüstet mit modernster Technik wie z.B. Nachtsichtgeräte, Wildkameras die auch filmen und die Aufnahmen life ans Handy übertragen, Infrarotzielfernrohre, Bewegungsmelder, Schalldämpfern und Kameradrohnen wird unseren Wildtieren von einem Heer von Hobbyjägern aufgelauert.  Tag und Nacht. Eine Waldwiese ohne Hochsitze und Kanzeln gibt es nicht mehr. Kein Versteck ist mehr sicher, die Tiere haben keine sicheren Rückzugsgebiete mehr und müssen in ständiger Todesangst leben. Rehe, eigentlich tagaktive Tiere werden so zur Nachtaktivität gezwungen. Nur bei absoluter Dunkelheit wagen sie sich auf die Wiese. Um den Tieren auch diese letzte Möglichkeit in Ruhe zu fressen zu nehmen, hat die Jagdlobby jetzt auch noch eigentlich verbotene Nachtzielgeräte durchgesetzt .  Ein Reh auf einer Waldwiese ist ein seltener Anblick geworden. Die Jagd in ihrer heutigen Form hat mit jagen nicht mehr viel zu tun. Sie ähnelt mehr einem Computerspiel!

 

Aus diesen Gründen lehnen immer mehr Menschen die Jagd in ihrer heutigen Form ab. Erst diese Woche haben sich 28 (!) namhafte Organisationen zu einem Antijagdbündnis zusammengeschlossen.

 

Vom Bayerischen Rundfunk, den ich übrigens sehr schätze, würde ich mir in Zukunft wünschen, doch etwas kritischer zu recherchieren, beim Thema Jagd.

Januar 2021

Kommentar auf einen Beitrag auf BR24, in dem Jäger über das rücksichtslose Verhalten erholungssuchender Menschen klagen:

 

War der Beitrag ernst gemeint oder handelt es sich um Satire? Jäger, die sich aufopferungsvoll um "ihre" Tiere kümmern, sie füttern und den Bestand so künstlich hoch halten. Und denen die Tränen kommen, wenn ein Reh vor einem Wanderer wegläuft. Bei der nächsten Treib- oder Drückjagd, wenn die Tiere stundenlang gehetzt werden und in Panik fliehen müssen, wenn viele der Tiere nur angeschossen werden und erst nach stunden- oder gar tagelangem Leid qualvoll verenden, da hält sich das Mitleid der Jäger dann aber doch in Grenzen. Gerade in Wildruhezonen befinden sich übrigens überproportional viele Kirrungen, d. h. die Tiere werden angelockt und dann getötet. In diesen Zonen geht es nicht unbedingt darum, dass die Tiere Ruhe haben. Oft ist es eher der Wunsch des Jägers, in "Ruhe" seinem Hobby nachgehen zu können. Keine Frage, selbstverständlich sollten Wanderer und jeder, der sich in der freien Natur aufhält, möglichst rücksichtsvoll verhalten. Dass diese Aufforderung allerdings ausgerechnet von den Jägern kommt, ist schon abenteuerlich. Ich bin mir sicher, für die Wildtiere ist etwas Kindergeschrei wesentlich angenehmer als die allgegenwärtige Gefahr durch die Jäger.

 

In der gleichen Angelegenheit wandten wir uns auch direkt an den Bayerischen Rundfunk: 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
hier eine kurze Rückmeldung zu o.g. Beitrag, in dem Jäger und Waldbauern das angeblich rücksichtslose Verhalten von Erholungssuchenden beklagen.
 
Dass sich nicht jeder Erholungssuchende vorbildlich verhält, ist ärgerlich. Dennoch wird sich die überwiegende Mehrzahl der Erholungssuchenden an die geltenden Regeln halten. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass Jäger Menschen in ihrem Revier nicht sonderlich schätzen. Und andererseits jetzt gerne die Gelegenheit nutzen, um sich in der Öffentlichkeit als Beschützer von Reh und Hirsch darzustellen. Dass man sich in der Natur möglichst rücksichtsvoll verhält - geschenkt. Dass diese Forderung ausgerechnet von den Jägern kommt, ist allerdings an Verlogenheit nicht mehr zu überbieten.
 
Angeblich bricht es den Jägern das Herz, wenn Tiere vor Wanderern weglaufen. Wenn sie selbst die Tiere bei den beliebten Treib- und Drückjagden stundenlang in Panik versetzen und hetzen, die Tiere dann oft nur anschießen so dass diese noch stunden- oder gar tagelang leiden müssen, hält sich das Mitleid dann doch in Grenzen. 
 
Berufsjäger Martin Wallis beklagt, dass viele Menschen uneinsichtig reagieren, wenn sie auf ihr "Fehlverhalten" angesprochen werden. Das könnte vielleicht daran liegen, dass viele Menschen mittlerweile durchschauen, wie wenig glaubhaft die Motive von Jägern sind. Während harmlose Wanderer zum Problem gemacht werden, fahren Jäger mit ihren Jeeps noch in die entlegensten Gebiete. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Immer häufiger liest man von "tragischen Ereignissen": da werden Menschen auf ihrem eigenen Grundstück angeschossen, Pferde, Kühe und Hunde mit Wildschweinen verwechselt. Ohne wissenschaftliche und ökologische Begründung beharren Jäger auf der Fuchs- und Krähenjagd. Fasane werden gezüchtet, um sie anschließend abschießen zu können. Feldhasen werden bejagt, obwohl sie auf der Liste der gefährdeten Arten zu finden sind. Noch immer wird auf Schildern vor der Tollwutgefahr gewarnt, obwohl Deutschland seit Jahren offiziell tollwutfrei ist. Es werden illegale Habichtfallen aufgestellt und Gifteier ausgelegt - obwohl die Täter bekannt sind, werden die Verfahren eingestellt. Eine Jägerin erschießt eine Katze in einer Falle, weil sie ihre soeben ausgewilderten Fasane beschützen möchte - und stellt das Video auch noch online. Man bejagt den Fuchs und muss dann Gift einsetzen, um der Mäuseplage Herr zu werden. Gegen ein Verbot der Bleimunition wehrt man sich mit Händen und Füßen - allerdings ohne überzeugende Argumente. Auch weiß man nie, ob die Sperrung eines Waldweges tatsächlich von einer Behörde angeordnet wurde, oder ob der zuständige Pächter nur niemandem in seinem Revier haben möchte. Hier bei uns im Wald können große Teile des Waldes überhaupt nicht mehr von Spaziergängern genutzt werden, es wurden Schranken aufgestellt, Picknicktische entfernt. Ob die Sperrungen rechtens sind, kann man als "Normalbürger" kaum überprüfen. Die Behörden mauern, für Gerichtsverfahren fehlt den meisten Zeit und Geld. Wenn man dann aber von den Jägern vor Ort hört, dass die Sperrungen eigenmächtig vorgenommen wurden, weil man in einem bestimmten Gebiet die Abschusspläne nicht mehr erfüllen kann und die Forstbehörde die Spaziergänger dafür verantwortlich macht, lässt einen das ziemlich hilflos und wütend zurück. 
 
All diese Dinge wurden im genannten Beitrag natürlich nicht thematisiert. Ich würde mir eine etwas ausgewogenere Berichterstattung zum Thema Jagd wünschen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Karin Oswald 
 
 

In der Mittelbayerischen Zeitung wurde für den 19.12.2020 eine Drückjagd angekündigt - und das mitten in Pandemiezeiten. Wir haben folgenden Leserbrief dazu verfassst:

 

"Selbst in Pandemiezeiten, in denen von allen anderen Gesellschaftsgruppen Einschränkungen, Zurückhaltung und Rücksicht gefordert wird, gelten für Jäger offenbar andere Regeln. Während sich der Rest der Bevölkerung nur noch mit maximal fünf Personen aus zwei unterschiedlichen Haushalten treffen darf, dürfen Jäger zu Drück- oder Treibjagden kreuz und quer durch die Republik reisen, um dann mit anderen Gleichgesinnten ihrem blutigen Hobby nachzugehen. Wie ähnliche Veranstaltungen in letzter Zeit gezeigt haben, hält man sich bei diesen Jagdveranstaltungen leider nicht immer an die geltenden Hygieneregeln. So wurde über Treibjagden berichtet, bei denen die beteiligten Jäger weder den Mindestabstand einhielten noch eine Maske aufhatten. Warum für Jäger hier wieder einmal eine Ausnahme gemacht wird, ist nicht nachvollziehbar. Zumal der Sinn der Jagd von immer mehr Menschen angezweifelt wird und insbesondere Treib- und Drückjagden mit unserem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren sind. Seit Beginn der Pandemie machen Jagdverbände ganz offen ihren Einfluss auf die Politik geltend - und stoßen dabei wie gewohnt auf offene Ohren. Halten sich Jäger tatsächlich für so wichtig? Oder liegt hier vielleicht doch die Angst zugrunde, dass bei einem Aussetzen der Jagd offensichtlich werden könnte, dass die ständigen Eingriffe der Jäger in unser Ökosystem zugunsten jagdbarer Arten kontraproduktiv sind? Dass die immer wieder heraufbeschworenen Horrorszenarien beim Aussetzen der Jagd nicht eintreten könnten? Und dass diese Erkenntnis dann dazu führen könnte, dass die Jagd dauerhaft massiv eingeschränkt werden könnte?"
 

 

Leserbrief an die Kreiszeitung als Antwort auf den Beitrag "Jagdunfall in Marklohe: Tierrechtsorganisation fordert Ende der Hobbyjagd" vom 7.10.2020.

 

"Die Einschätzung des Nienburger Jagdvorstands, Jäger seien „passionierte, verantwortungsvolle Menschen“, kann ich leider nicht teilen. In meinen Augen ist es nicht besonders verantwortungsvoll, Hochsitze neben Wohnhäusern und vielbefahrenen Straßen aufzustellen – und dort vorzugsweise bei schlechten Sichtverhältnissen von einer Schusswaffe Gebrauch zu machen. Der Hinweis, dass es auch in anderen Bereichen zu Unfällen kommt, ist billig. Viele dieser Jagdunfälle könnten durch die Einhaltung einfachster Sicherheitsvorschriften verhindert werden. Auch die massiven Eingriffe in unser Ökosystem zugunsten jagdbarer Arten sind in meinen Augen nicht besonders verantwortungsvoll, ebenso wie die konsequente Weigerung, auf die giftige Bleimunition zu verzichten. Wie verantwortungsvoll ist es, Tiere zu bejagen, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen? Wie verantwortungsvoll ist es, Tiere extra zu Jagdzwecken zu züchten? Wie verantwortungsvoll ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Ökologie und Wildbiologie konsequent zu ignorieren? Der gerne praktizierte Haustierabschuss trägt ebenfalls nicht dazu bei, Jäger als besonders verantwortungsvolle Menschen wahrzunehmen. Viel zu viele Menschen und Tiere leiden schon viel zu lange unter diesen „verantwortungsvollen“ Menschen. Somit möchte ich mich der Forderung von PETA vollumfänglich anschließen: die Zeiten der Hobbyjagd sind vorbei, der Gesetzgeber muss hier endlich tätig werden."

 

 

Leserbrief an den Nordkurier als Antwort auf den Beitrag "Jäger aus Kambs erlegt riesiges Wildschwein" vom 9.10.20, nachzulesen unter folgendem Link:

https://www.nordkurier.de/mueritz/jaeger-aus-kambs-erlegt-riesiges-wildschwein-im-maisfeld-0940972710.html

 

"Dieser Beitrag dürfte so manchen Leser nachdenklich zurückgelassen haben – offenbart er doch die Schwachstellen des Jagdsystems schonungslos. Immer wieder passieren bei solchen umstrittenen Erntejagden Unfälle. Immer wieder kommen dabei Menschen ums Leben. Aus Sicht des Jägers aber handelt es sich um eine „spannende Angelegenheit“. Ausführlich werden brenzlige Situationen geschildert und es wird mehr als deutlich, dass nur eine große Portion Glück dazu geführt hat, dass bei dieser Erntejagd niemand zu Schaden kam. Allein die Tatsache, dass man keine Bedenken hatte, die Jagd direkt neben einer Verbindungsstraße stattfinden zu lassen, zeigt, dass man aus den Vorfällen der letzten Zeit nichts gelernt hat. Auch die Freude und der offensichtliche Stolz darüber, ein besonders großes Wildschwein erlegt zu haben, stimmt nachdenklich. Das passt so gar nicht zu dem Bild, welches Jäger in der Öffentlichkeit gerne von sich zeichnen. Da ist nichts zu spüren vom Jäger als Tierfreund, der nur ungern zur Waffe greift. Das Foto mit dem toten Wildschwein ist einfach nur geschmacklos – auch die Sprache, mit der der Jäger über sein Opfer spricht, dürfte auf Außenstehende eher abstoßend wirken. Dass man die ASP dazu benutzt, derartige Jagdveranstaltungen zu rechtfertigen, offenbart ein erschreckendes Ausmaß an Unwissenheit was ökologische und wildbiologische Zusammenhänge angeht. Gerade eine intensive Bejagung führt zu einer schnellen Ausbreitung der Seuche. Aber davon will man in Jägerkreisen offenbar nichts hören."

 

 

Leserbrief an die Ostriesen Zeitung als Antwort auf den Betrag "Jagdverband sieht mehr Akzeptanz" vom 14.9.2020, in welchem Jagdkritiker kriminalisiert werden und sich außerdem offenbart, dass selbst der Präsident des Deutschen Jagdverbandes nicht in der Lage zu sein scheint, einfachste ökologische Zusammenhänge zu erfassen: 

 

"Der Präsident des Deutschen Jagdverbandes sieht mehr Akzeptanz für die Jagd in der Bevölkerung und untermauert diesen doch recht subjektiven Eindruck mit einer angeblich repräsentativen Umfrage. Ich könnte Ihnen mehrere ebenso repräsentative Umfragen nennen, die zum gegenteiligen Ergebnis kommen. Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, Jagdgegner zu kriminalisieren. Dem möchte ich widersprechen. Die überwiegende Mehrzahl der Jagdkritiker greift nicht zu illegalen Mitteln, um ihr Anliegen an die Öffentlichkeit zu bringen. Und diese Aufklärungsarbeit zeigt langsam Wirkung. Jäger geraten zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Einem Großteil der Bevölkerung dürften Praktiken wie der Haustierabschuss, die Bejagung von Prädatoren, der Einsatz von Bleimunition, das Züchten und Aussetzen von Fasanen zu Jagdzwecken, die illegalen Tötungen von geschützten Tieren oder tierschutzwidrige Jagdmethoden wie Fallenjagd oder Treib- und Drückjagden nicht zu vermitteln sein. Dass jedes Jahr auch Menschen bei der Jagdausübung verletzt oder gar getötet werden, dürfte auch so manchen abschrecken. Mit seinen Aussagen zum Fuchs beweist Herr Böhning abschließend noch, dass er von Wildbiologie nicht die geringste Ahnung hat, denn sonst müsste ihm bekannt sein, dass Füchse als Gesundheitspolizei äußerst nützliche Tiere sind und außerdem der Fuchsbestand in Gegenden, in denen er nicht bejagt wird, wesentlich niedriger ist als in Gebieten mit hohem Jagddruck. In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit mehreren Jahren verboten – das Ökosystem scheint dies gut verkraftet zu haben. Keine Frage: bodenbrütende Vögel haben es schwer in diesen Zeiten. Schuld daran ist jedoch nicht der Fuchs, sondern der Klimawandel und unsere Agrarsteppe. Aber das wird beim hochgelobten „Grünen Abitur“ wohl nicht vermittelt."

 

 

 

Leserbrief an die Heilbronner Stimme als Reaktion auf einen Beitrag mit dem Titel "Das grüne Abitur hat es in sich": 

 

Leserbrief:
Wohl ungewollt gewährt dieser Beitrag tiefe Einblicke in die Jägerseele. Dass die Leitbache eine Wildschweinrotte anführt, weiß zwar schon meine kleine Tochter – trotzdem freue ich mich natürlich darüber, dass jetzt auch die frisch gebackenen Jungjäger über dieses Wissen verfügen. Außerdem lernen die angehenden Jäger also schießen und sie können nach der Ausbildung sogar Wühlmäuse von Eulen zu unterscheiden. Verständlich, dass man sich mit diesem Wissen „gewöhnlichen“ Naturschützern überlegen fühlt. Aber Spaß beiseite: ich konnte keinen Hinweis darauf entdecken, dass auch so elementare Dinge wie Wildbiologie und ökologische Zusammenhänge vermittelt werden. Durch die Jagdausübung wird massiv in unser Ökosystem eingegriffen – trotzdem verweigert man sich hartnäckig wissenschaftlichen Erkenntnissen. Lieber versteckt man sich hinter Begriffen wie "Brauchtum und Tradition". Kein Wunder, dass die Jagd zunehmend unter Druck gerät.
 

 

 

Auf einen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung im September 2020 , in dem über die Probleme des "Vorreiterprojekts Fellwechsel" in Corona-Zeiten berichtet wurde https://www.sueddeutsche.de/leben/tiere-rastatt-probleme-wegen-corona-fuer-vorreiterprojekt-fellwechsel-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200830-99-360572haben wir mit folgendem Leserbrief reagiert: 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit zahlreicher Tierschutzorganisationen ist das Tragen von Pelzen mittlerweile aus der Mode gekommen. Kaum jemand möchte sich heute noch mit einem Pelz "schmücken", der aus einer Pelztierfarm stammt. Nun also bieten die Jäger die "Bio-Variante" an. Doch auch diese Art der "Pelzgewinnung" ist moralisch nicht vertretbar und aus Tierschutzgründen abzulehnen. Viele dieser Pelze stammen vom Fuchs. Obwohl wissenschaftlich längst erwiesen ist, dass eine Bejagung des Fuchses überflüssig und sogar kontraproduktiv ist, wird er von der Jägerschaft nach wie vor gnadenlos verfolgt. Beim Fuchs handelt es sich aus Jägersicht übrigens nicht um ein Wildtier, sondern um einen Beutegreifer - also um einen unerwünschten Beutekonkurrenten. Füchse haben in den meisten Bundesländern keine Schonzeit, im besten Fall dürfen Elterntiere, die zur Aufzucht der Jungen nötig sind, nicht getötet werden. Dieses Problem löst man dadurch, dass man erst völlig legal die Jungen töten und dann die erwachsenen Tiere, die nun ja keine Eltern mehr sind. Bei der Benutzung herkömmlicher Munition bleibt vom Fuchs übrigens nicht viel übrig, das Fell kann also gar nicht verwertet werden. Also greift man gerne auf Bleischrot zurück und vergiftet damit die Umwelt. Auch die grausame Fallenjagd kommt gerne zum Einsatz. Die Tiere werden oft schwer verletzt oder verletzen sich bei Fluchtversuchen selbst. Letztendlich versucht man bei dem vom Deutschen Jagdverband finanzierten "Vorreiterprojekt Fellwechsel", die Jagd möglichst positiv darzustellen und von den Missständen in der Hobbyjagd abzulenken. Die Jagd gerät zunehmend in die Kritik, Jäger müssen sich immer öfter für ihr Tun rechtfertigen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass man versucht, sich in der Öffentlichkeit möglichst positiv darzustellen. Unverständlich ist allerdings die unkritische Art von Berichterstattung zu diesem Thema. Ich würde mir daher wünschen, dass über das Thema Jagd künftig etwas differenzierter berichtet werden würde. Auch bei einem Bericht über das "Vorreiterprojekt Fellwechsel" wäre die eine oder andere kritische Frage durchaus angebracht gewesen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Karin Oswald

 

 

Auf den Beitrag "Jäger wollen vermehrt als Lehrer aktiv werden", der in der Hildesheimer Zeitung erschienen ist, haben wir mit folgendem Leserbrief reagiert:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

immer mehr Menschen lehnen die Hobbyjagd ab - die Jäger reagieren darauf mit verstärkter Propaganda. Seit geraumer Zeit drängt es sie auch in Schulen und Kindergärten. Ihr blutiges Hobby soll schon den Kleinsten nahe gebracht werden - damit sie später gar nicht erst darüber nachdenken, was Jäger eigentlich so tun. Da bleibt dann die Erinnerung an einen schönen Tag im Wald (an dem natürlich kein Tier getötet wird), an dem der Jäger den Kindern erklärt, dass er natürlich kein Tier gerne tötet, dass es sich aber leider nun mal nicht verhindern ließe. Eine Nachbereitung durch die Erzieher findet nicht statt, Kritik ist unerwünscht. Nun kann ich zum Glück mein Kind an diesem Tag vom Kindergarten zu Hause lassen. Kommen die Jäger aber in die Schule, sieht das leider schon anders aus. Als angebliche "Experten" dürfen sie ihre kranke Weltsicht an die Kinder weitergeben, das Vermittelte wird von den Lehrkräften nur in den seltensten Fällen nachbereitet. Dinge wie der Haustierabschuss, Tierschutzverstöße bei Treibjagden und anderen Jagdmethoden (Fallenjagd), das Bekämpfen von Prädatoren, die Zunahme der Wilderei, die schlechte Ausbildung und nicht zuletzt die Toten und Verletzten, die die Jagdausübung in Deutschland jedes Jahr fordert (angeschossene Kinder, tote Autofahrer, Einschüsse im Wohnzimmer, zuletzt wurde ein Rentner auf seinem eigenen Grundstück schwer verletzt, kurz darauf wurde ein Mann in einem Freibad angeschossen) - all das kommt natürlich nicht zur Sprache.
Kurz und gut: Unterricht soll durch Lehrkräfte stattfinden. Ich jedenfalls möchte nicht, dass einer dieser Menschen Kontakt zu meinen Kindern hat. Unsere Katze wurde vermutlich vom Jäger erschossen (dass er gerne die Katzen aus dem Dorf erschießt, ist ein offenes Geheimnis), nach wie vor werden wir durch Jagdausübung direkt neben unserem Wohnhaus gefährdet. Ich kämpfe gegen die unhaltbaren Zustände in der Hobbyjagd wo ich kann. Und ich möchte nicht, dass meine Kinder dieser unerträglichen Jagdpropaganda ausgesetzt werden.
Mit freundlichen Grüßen

Karin Oswald
 

Am 13.7.2020 erschien in der Mittelbayerischen Zeitung der Beitrag "Mehr Wilderei in Bayern: Täter kommen meist straffrei davon". Nachzulosen unter https://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/mehr-wilderei-in-bayern-taeter-kommen-meist-straffrei-davon-21705-art1922098.html

Wir haben folgenden Leserbrief an die Zeitung geschickt: 

 

 

Leserbrief zum Beitrag „Mehr Wilderei in Bayern: Täter kommen meist straffrei davon“

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

grundsätzlich begrüße ich es natürlich, wenn über Wilderei berichtet wird und dieses Problem somit mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Allerdings verwundert es schon etwas, dass man hier so wenig auf die Täter und ihre Motive eingeht. In allen mir bekannten Fällen waren die Täter im Besitz eines Jagdscheins. Bei den getöteten Tieren handelt es sich um Beutegreifer – diese hat kein Jäger gerne in seinem Revier. Und nur, weil Luchse oder Greifvögel vom Gesetz geschützt werden, schützt sie das noch lange nicht vor dem Hass der Jäger. Natürlich sind nicht alle Jäger Wilderer, aber die meisten Wilderer dürften wohl Jäger sein. Und das System schützt die Täter. Vielerorts ist der für Jagdvergehen zuständige Beamte bei der Polizei selbst Jagdscheininhaber und Mitglied der örtlichen Jägervereinigung. Man kennt sich und ein positives Ermittlungsergebnis würde gleichzeitig ein schlechtes Licht auf alle Jäger vor Ort werfen. Eine unvoreingenommene Ermittlung ist unter diesen Umständen gar nicht möglich. Ich stimme dem SPD-Abgeordneten Brunner zu, dass die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden muss. Leider ist es aber wenig zielführend, den Wilderer immer noch als ortsfremden Kriminellen darzustellen, der im Schutz der Dunkelheit in unseren Wäldern sein Unwesen treibt und dann wieder spurlos verschwindet. Die Politik befindet sich in einem Dilemma: quer durch alle Parteien genießt die Jagd ein hohes Ansehen, längst überfällige Reformen werden seit langem verweigert, Jagdkritik im Keim erstickt, der Einfluss der Jagdlobby ist enorm.  Vor diesem Hintergrund ist es fast unmöglich, die Bevölkerung darauf hinzuweisen, dass auch der örtliche Jäger, der ganz offen seine Habichtfalle im Jagdrevier aufstellt, den Tatbestand der Wilderei erfüllen könnte – müsste man somit doch gleichzeitig eingestehen, dass im Bereich Hobbyjagd doch so manches falsch läuft.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Karin Oswald

 

https://www.hildesheimer-allgemeine.de/meldung/hildesheimer-jaeger-wollen-als-lehrer-aktiver-werden.html
Name
Karin Oswald
E-Mail
Karin.Oswald1@gmx.de
Message
Sehr geehrte Damen und Herren,

immer mehr Menschen lehnen die Hobbyjagd ab - die Jäger reagieren darauf mit verstärkter Propaganda. Seit geraumer Zeit drängt es sie auch in Schulen und Kindergärten. Ihr blutiges Hobby soll schon den Kleinsten nahe gebracht werden - damit sie später gar nicht erst darüber nachdenken, was Jäger eigentlich so tun. Da bleibt dann die Erinnerung an einen schönen Tag im Wald (an dem natürlich kein Tier getötet wird), an dem der Jäger den Kindern erklärt, dass er natürlich kein Tier gerne tötet, dass es sich aber leider nun mal nicht verhindern ließe. Eine Nachbereitung durch die Erzieher findet nicht statt, Kritik ist unerwünscht. Nun kann ich zum Glück mein Kind an diesem Tag vom Kindergarten zu Hause lassen. Kommen die Jäger aber in die Schule, sieht das leider schon anders aus. Als angebliche "Experten" dürfen sie ihre kranke Weltsicht an die Kinder weitergeben, das Vermittelte wird von den Lehrkräften nur in den seltensten Fällen nachbereitet. Dinge wie der Haustierabschuss, Tierschutzverstöße bei Treibjagden und anderen Jagdmethoden (Fallenjagd), das Bekämpfen von Prädatoren, die Zunahme der Wilderei, die schlechte Ausbildung und nicht zuletzt die Toten und Verletzten, die die Jagdausübung in Deutschland jedes Jahr fordert (angeschossene Kinder, tote Autofahrer, Einschüsse im Wohnzimmer, zuletzt wurde ein Rentner auf seinem eigenen Grundstück schwer verletzt, kurz darauf wurde ein Mann in einem Freibad angeschossen). All das kommt natürlich nicht zur Sprache.
Kurz und gut: Unterricht soll durch Lehrkräfte stattfinden. Ich jedenfalls möchte nicht, dass einer dieser Menschen Kontakt zu meinen Kindern hat. Unsere Katze wurde vermutlich vom Jäger erschossen (dass er gerne die Katzen aus dem Dorf erschießt, ist ein offenes Geheimnis), nach wie vor werden wir durch Jagdausübung direkt neben unserem Wohnhaus gefährdet. Ich kämpfe gegen die unhaltbaren Zustände in der Hobbyjagd wo ich kann. Und ich möchte nicht, dass meine Kinder dieser unerträglichen Jagdpropaganda ausgesetzt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Oswald
 
 
 
Folgender Leserbrief ging an die Mittelbayerische Zeitung. Wir reagieren damit auf den Artikel "Wirbel um Aufruf zur Jagd" ( https://www.mittelbayerische.de/region/schwandorf-nachrichten/wirbel-um-aufruf-zur-jagd-von-habichten-21416-art1927360.html)
 
Nachdem ein Hegeringleiter öffentlich dazu aufgerufen hatte, den Habicht zum Schutz der Rebhühner kurz zu halten, hagelte es Proteste. Denn der Habicht steht unter strengem Schutz. Wie zu erwarten war, wird nun versucht, die Aussage des Hegeringleiters zu relativieren. Er selbst spricht von einem Missverständnis, vielleicht habe er sich auch unklar ausgedrückt. Die Erklärungsversuche des Jagdrevierpächters wirken hilflos und an den Haaren herbeigezogen. Der Ärger über den Hegeringleiter dürfte in Jägerkreisen ziemlich groß sein. Da beraumt man einen Pressetermin an, die Bürgermeister sind zur Stelle und man möchte die Gelegenheit nutzen, sich der Öffentlichkeit wieder einmal als Tier- und Artenschützer zu präsentieren. Und dann rutscht dem Hegeringleiter so ein Satz heraus. So etwas sagt man normalerweise nur, wenn man unter sich ist - aber doch nicht in der Öffentlichkeit! Jetzt ist man natürlich um Schadensbegrenzung bemüht - so richtig gelingen will das aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn man weiß, dass vor einigen Wochen eine illegale Habichtfalle durch den LBV zur Anzeige gebracht worden ist - der Fundort der Falle ist nur wenige Kilometer von der Stelle entfernt, an der jetzt die Rebhühner ausgesetzt wurden. Ein Zufall? Beim Tatverdächtigen handelt es sich übrigens um einen ortsansässigen Jäger. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Hegeringleiter genau das gemeint hat, was er gesagt hat - offenbar hat man jedoch unterschätzt, wie sehr die Öffentlichkeit mittlerweile für das Thema sensibilisiert ist. 
 
 

Folgender Leserbrief wurde im Juni 2020 an die Rhein-Neckar-Zeitung geschickt. Leider wurde er nicht veröffentlicht: 

Dass die RNZ in ihrer Ausgabe vom 12.06.2020 wieder Unwahrheiten über Füchse verbreitet, ärgert mich immens! Klar, dass ich das nicht auf den Füchsen sitzen lasse! Dass der "Wildtierbeauftragte" sowie der Mitarbeiter der RNZ beide Jäger sind, spricht i. m. A. für einen eindeutigen Interessenskonflikt – und nicht für objektive Berichterstattung! 

 

Wer sich auch nur ein kleines bisschen mit dem Thema Füchse auseinandersetzen MÖCHTE, wird problemlos nachlesen können, dass ein Feldhase eine Geschwindigkeit von 70 km/h erreicht, ein Fuchs kurzzeitig max. 55 km/h - zudem ist der Feldhase um etliches wendiger, als ein Fuchs. Den Schwund bei der Feldhasenpopulation also wieder einmal einem Wildtier in die Schuhe zu schieben, um es töten zu können, ist billig! Wenn man sich mit den bundesweiten Jagdstrecken befasst, wird man ohnehin feststellen, dass Feldhasen noch immer begehrte menschliche Jagdobjekte sind. Geht es hier also wieder einmal um bloßes Konkurrenzdenken, WER ein Tier töten darf und wer nicht?!

 

Fragen wir doch einmal nach den Lebensräumen, die Hasen und Wildvögeln in der heutigen Zeit noch bleiben! Hier wird man feststellen, dass kein Beutegreifer Schuld am Artenrückgang hat. WO sollen bspw. Kiebitze und Feldlerchen noch ungestört brüten können? Teilweise wird bis zu 4 oder 5 x pro Jahr "Heu" gemacht, Flächen werden mit Glyphosat, Halmverkürzern und weiteren Herbiziden, Fungiziden, Bioziden, Pestiziden... tot gespritzt, es entstehen immer mehr versiegelte Flächen... - aber nein, man findet andere Verantwortliche, die sich nicht wehren können! Der Mensch??? Niemals der Schuldige!

 

Wer den Verlust von Hasen oder Hühnern zu beklagen hat, der sollte sich ebenfalls an die eigene Nase fassen und sich fragen "wie kam der Fuchs, der Marder, oder ein fremder Mensch überhaupt an/in den Käfig?" Seit Menschen Ausnutztiere halten, haben sie eine Sorgfaltspflicht diesen gegenüber - halten sie diese nicht ein, ist es ihnen anzulasten, wenn ein Eindringling dieser habhaft wird! Ein Schäfer, dessen Schafe aufgrund schlechter Einzäunung einen Unfall verursachen, haftet selbst für den Schaden der Tiere – nicht der Autofahrer, der evtl. in ein Schaf hineinfährt!

 

Der Fuchsbandwurm… Nachdem Deutschland und Westeuropa seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut sind, bedient man sich nun des Fuchsbandwurms (der eigentlich eher Mäusebandwurm heißen müsste!), um unsere nützlichen Gesundheitspolizisten ein weiteres Mal zu Schuldigen zu stigmatisieren. Aktuelle Studien belegen, dass die Fuchsjagd die Ausbreitung dieses Parasiten fördert! (Quellen zu finden unter: https://www.aktionsbuendnis-fuchs.de/post/2017/12/27/neue-studie-fuchsjagd-f-c3-b6rdert-fuchsbandwurm). Zudem fördert der enge Kontakt zu unseren eigenen Haustieren (Katze und Hund) die Infektion, denn keiner von uns schmust mit einem Fuchs!

Statt diese Tiere gnadenlos zu verfolgen, sollten wir den Füchsen dankbar sein - zumal jeder einzelne +/- 12 Mäuse oder Ratten pro Tag vertilgt – und somit den Einsatz weiterer Gifte verzichtbar macht! Nehmen wir uns ein Beispiel an Luxemburg, ein Land in dem die Fuchsjagd nunmehr im sechsten Jahr verboten ist!

 

Freundliche, aber sehr enttäuschte Grüße

Gaby Strasser

 

 

 

In der Mittelbayerischen Zeitung erschien am 18.7. folgender Leserbrief. Da der Leserbrief leider nicht verlinkt werden kann, ist er hier in voller Länge nachzulesen:

 

"Welche Tiere sind eigentlich geschützt?

Der Luchs wandert weiter, wenn er sein etwa 500 ha großes Revier von Niederwild ausgeleert hat. Otter leeren Forellenbäche und Zuchtteiche aus, Elstern regelmäßig Singvogelnester. Der Biber beseitigt Ufergehölze, wichtige Nistplätze, von Flurschäden nicht zu reden. Alle sind streng geschützte Zuwanderer, die aber in den von ihnen besetzen Lebensräumen nicht im ökologischen Gleichgewicht stehen. Sie können sich bei bestehendem guten Nahrungsangebot ungehemmt vermehren. Die Singvogelpopulation geht drastisch zurück. Ebenso die Fauna der "Roten Liste". Frage: Wer wird vor wem geschützt? Jetzt sind in Bayern die Wölfe "daheim". Sie bilden Rudel. Jagdreviere und Weidehaltung können vergessen werden. Früher war man froh, diese Plage los zu sein, von Naturromantikern als "Beutegreifer" bezeichnet. Unsere Naturschützer leben bei ausgebremsten Hausverstand in einem paradiesischen Naturpark. In den Medien beherrscht die euphemistische Sicht die Szene. Erst wenn jemand zu Schaden gekommen ist, bricht das Entsetzen los. Aber in unserer Gesellschaft ist das Kausalitätsprinzip außer Betrieb."

 

Auf diesen Leserbrief haben wir mit folgender Erwiderung reagiert:

"Im Leserbrief „Wer wird hier eigentlich geschützt?“ werden Behauptungen aufgestellt, die einer näheren Überprüfung nicht standhalten. Der Verfasser, bei dem es sich der Wortwahl nach zu urteilen um einen Jäger handeln dürfte, sieht eine Gemeinsamkeit zwischen Wölfen, Luchsen, Bibern, Ottern und Elstern: sie alle seien „Zuwanderer“ und „Plagen.“ Ich sehe eine andere Gemeinsamkeit: all diese Tiere waren lange Zeit hier bei uns heimisch, bevor sie durch intensive Bejagung in Deutschland ausgerottet oder zumindest in ihrem Bestand stark dezimiert wurden. Dank der Arbeit von Naturschutzorganisationen wurden in den letzten Jahrzehnten erfolgreiche Auswilderungsprogramme ins Leben gerufen, so dass manche der genannten Tiere mittlerweile durchaus wieder bei uns heimisch sind. Und schon sind sie wieder dem Hass der Jäger und diverser anderer Tiernutzer ausgesetzt. Ob Wolf und Luchs es schaffen, ist fraglich – immer wieder kommt es zu illegalen Tötungen. Lange Zeit wurde uns erzählt, dass kein Jäger gerne Tiere tötet – dass er es aber notgedrungen tun muss, weil leider die natürlichen Feinde fehlen. Jetzt kommen die natürlichen Feinde zurück – aber den Jäger freut das gar nicht. Stattdessen wird über die Medien Panik verbreitet und Druck auf die Politik ausgeübt, um den Schutzstatus dieser Tiere aufzuweichen. Gleichzeitig werden Tier- und Naturschützer als weltfremde Spinner dargestellt. Doch während sich die Gesellschaft weiterentwickelt hat und Tier- und Naturschutz für viele Menschen mittlerweile sehr wichtig sind, scheinen Teile der Jägerschaft mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten zu können. Dem Leserbrief ist auch zu entnehmen, was viele Jäger unter Naturschutz verstehen: den Schutz des eigenen Jagdreviers. Menschen, die die Natur nicht nur als eine Aneinanderreihung von Jagdrevieren sehen, den Verstand abzusprechen, ist unverschämt."

 

 

Dieser Leserbrief von Jutta Hinz erschien im November 2019 in der Märkischen Oderzeitung:

Durch Jagd gequälte Tiere sind kein Tierschutz, das ist Barbarei!


Schon die Wortwahl im o.g. Artikel ist eine Herabwürdigung des Mitgeschöpfes Tier: Verblutende Tiere hinterlassen eine "Schweißspur"!
Ein aus höchster Not und Schmerzen fliehendes Tier "macht sich noch aus dem Staub", wie empörend!  Die Jäger schießen wild um sich, lernen das in Chrashkursen und da ist es klar, dass meist schwer verletzt wird. Das Schießen und Töten macht eben großen Spaß! Es bringt schließlich auch noch Geld.
Lt Artikel werden nicht alle zerschossenen Tiere mit dem sogenannten Schweißhund gefunden; ist das Tierschutz?


Der große Humanist Mahatma Gandhi:

Gesundem Leben Höllenqualen bis zum Tod durch Erschießen zu bereiten ist ein Verbrechen - was sollte sonst ein Verbrechen sein? 


 Gnadenlose Jagd
 
Jagd auf wild lebende Tiere. Sozialstrukturen werden dadurch zersprengt und vernichtet. Jungtiere werden damit oft zu Waisen und verhungern, weil die Mutter von den Jägern erschossen wurde. Mit dem Tod ringende Artgenossen werden auf ihrer panischen Flucht zurückgelassen und verbluten unter Qualen, einsam im Gebüsch. Für die Tiere, die eigentlich unsere Mitgeschöpfe sind, herrscht somit Krieg in Wald und Flur.
 300.000 Jäger bringen in Deutschland jährlich 5 Millionen Tiere um. Vielfach auf grausamste Weise: Hasen durch Schrotladungen, die sie vor Schmerz aufschreien lassen wie kleine Kinder; Rehe und Wildschweine durch »Expansionsgeschosse«, die aus den schwer verwundeten Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen herausschlagen«, damit sie auf der Flucht Spuren für die Nachsuche hinterlassen; Marder und Füchse unter anderem durch Fallen, die den Tieren einen elenden Todeskampf bereiten. Junge Wildschweine geraten in Panik, weil man ihre Leitbache totschießt. Rehkitze sehen hilflos ihre Mütter verbluten. Was in Bambi-Filmen dem Publikum die Tränen in die Augen treibt, gehört in unseren Wäldern zum grausamen Alltag.
 
Lange ist es den Jägern gelungen, ihre tägliche Barbarei vor der Öffentlichkeit zu vertuschen oder ihren blutigen Zeitvertreib als »ökologisch notwendig« darzustellen. Inzwischen haben Ökologen die Lebenslüge der Jagd entlarvt: Das Gleichgewicht von Natur und Tieren bedarf nicht schießwütiger Jäger, sondern stellt sich langfristig von selbst ein - durch eine innere Regulation der Geburtenrate, durch Anpassung an die Kapazitätsgrenzen der Umwelt und durch ein Ausweichen der Arten. Auch Verbissschäden an Jungpflanzen rechtfertigen das Jagdmassaker nicht. Im Gegenteil: Der Jagddruck ist für die Wildschäden mit ursächlich, ebenso wie für die Verbreitung der Tollwut. Letztere ist nicht durch Blei, Gas und Fallen zu bekämpfen, sondern durch Impfstoffe.
 
Es gibt keine Rechtfertigung mehr, dass wir den blutigen Krieg gegen unsere Mitgeschöpfe in Wald und Feld fortsetzen. Vielleicht war der Mensch früher auf seine Jagdbeute zum Überleben angewiesen. Heute dient sie nur mehr der Fleischsucht einiger Gourmets, die auf ihren Hasen- und Rehbraten nicht verzichten wollen. Vor allem aber lebt die Jagd von der Lust der Jäger zu töten, bequem und feige von Hochständen herunter und aus dem Hinterhalt zu schießen, vor denen sie ihre ahnungslosen Opfer zur Henkersmahlzeit versammeln. Unzählige Schusstürme säumen Waldränder und Waldwege, für die Tiere gibt es kaum ein Entkommen. Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, sagte treffend: »Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«Es wird höchste Zeit, von der Tradition der legalisierten Lust-Tötung von Tieren Abschied zu nehmen, von einer Tradition, die vom Hochadel und von Kirchenfürsten, von Politikern und Neureichen übernommen wurde, um menschliche Geltungsbedürfnisse und Aggressionen zu befriedigen. Die »Jagdleidenschaft«, auf die die Jäger auch noch stolz sind, ist eine gefährliche Perversion.

Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur mehr ein Schritt (Leo Tolstoi).

Die Mehrheit der Bevölkerung ist längst dagegen, dass der Gesetzgeber das Töten hoch entwickelter Lebewesen als »Jagdsport« erlaubt
 
 Kein Jagdrevier ist an Bodenbrütern so reich, dass hunderttausende von Tieren erschossen werden müssen. Der Jäger züchtet seine jagdbaren Tiere, damit er etwas hat, worauf er schießen kann. Und das ist nicht harmlos. Ein einziger Schuss setzt tausende von Wildtieren in Angst und Schrecken und dann die grausem Kriegstreibjagden im friedlichen Wald.
 
 Es gibt Ländereien, wo keine Lusttötung ausgeübt wird unter dem Deckmantel des Naturschutzes, wo sogar gefüttert wird und alles hält sich schön im Gleichgewicht.
 
 Die Jagd dient nur der Lust der Jäger, so war es immer schon. „Auf, auf zum fröhlichen Jagen…“!
 
Oft ist zu hören, dass Wildtiere nicht überhand nehmen dürften und der Jäger einen Ausgleich schaffen müsse. Dieses Argument ist allerdings längst wissenschaftlich widerlegt. Eine intakte Natur ist immer selbst in der Lage, das ökologische Gleichgewicht zu halten. Aber argwöhnisch werden natürliche Jagdkonkurrenten am liebsten ausgerottet.

 In ihren Jagdzeitschriften geben Jäger ihre Motivation offen zu: den »Kick«, den Jäger verspüren, wenn sie auf ein Tier schießen. (Geistig normal?)
 
 Wer hat nicht schon einmal von einer Welt geträumt, in der die Menschen in Einheit untereinander und im Einklang mit der Natur und den Tieren leben? Doch solche paradiesischen Zustände fallen nicht einfach vom Himmel. Sie müssen erarbeitet werden. Das bedeutet: umdenken und mit alten Traditionen brechen. Tiere sind nicht von Natur aus scheu, sondern die Jäger, die ihnen nachstellen und sie töten, haben sie scheu und ängstlich gemacht.

 Und: Haben ALLE Tiere nicht das gleiche Recht auf Leben und Freiheit wie wir?

 

 

 

 

Leserbrief zum Artikel "Darf ein Jäger Hunde erschießen?", Neuburger Rundschau 4.10.2019:

Endlich ein Urteil, das einen Jäger für sein rücksichtsloses und offenbar gesetzwidriges Verhalten zur Rechenschaft zieht. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Urteil wegweisend ist und die Jägerschaft ihre Lehren daraus zieht. Es ist unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit der jetzt verurteilte Jäger augenscheinlich davon ausgegangen ist, mit dem Abschuss der beiden Hunde durchzukommen. Ein Einzelfall ist ein solches Verhalten leider nicht! Schätzungen zufolge werden jährlich mehrere tausend Hunde von Jägern erschossen. Bei Katzen geht man sogar von bis zu 400.000 Abschüssen pro Jahr aus. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die meisten Jäger die getöteten Tiere einfach verschwinden lassen. So dreist, dass man die Besitzer zur Exekution ihres Haustieres dazu holt, sind die meisten Jäger dann doch nicht. Dieses Verhalten ist an Grausamkeit kaum noch zu überbieten. Gut, dass diesem Menschen jetzt der Waffenschein entzogen wurde und er künftig die Jagd nicht mehr ausüben darf. Zurück bleiben zwei tote Hunde und eine traumatisierte Besitzerin. Die Hobbyjagd verliert nicht zuletzt aufgrund solcher Vorfälle immer mehr an Ansehen. Letztendlich wird genau dieses rücksichtslose Verhalten das längst überfällige Ende der Hobbyjagd einläuten.

 

 

Leserbrief zum Artikel „Tödlicher Jagdunfall: Es hätte jeden treffen können.“ vom 25.07.2019 (Neuburger Rundschau):

 

Jahr für Jahr kommen Menschen bei Jagdunfällen ums Leben oder werden schwer verletzt. Die Zahl der Hochsitze in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Straßen und Wohngebieten steigt ständig. Treib- und Drückjagden sind oft nur unzureichend abgesichert, so dass immer wieder ahnungslose Spaziergänger oder Anwohner gefährdet werden. Noch immer entscheidet alleine der zuständige Jagdpächter, wo er seine Hochsitze aufstellt. Es gibt keinen gesetzlichen Mindestabstand zu Straßen oder Wohnhäusern. Treib- und Drückjagden müssen nur gemeldet, nicht aber genehmigt werden. Nach wie vor können unseren Hobbyjägern verpflichtende Schießübungen nicht zugemutet werden.  Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass immer wieder Kugeln in Wohnzimmern oder gar in Kinderbetten landen und Spaziergänger angeschossen werden. Der Jagdunfall in der Oberpfalz endete tödlich. Hier trägt auch der Landwirt, auf dessen Druck die Jagd trotz massiver Sicherheitsbedenken überhaupt erst stattfand, eine nicht unerhebliche Mitschuld. Hätte es eine Genehmigungspflicht durch eine unabhängige (nicht von Jägern besetzte) Behörde gegeben, hätte die Jagd so wohl nicht stattgefunden.

Im Übrigen hat die Richterin Recht: Es kann jeden treffen. Jederzeit. In einem Land, in dem Sicherheit ansonsten einen so hohen Stellenwert hat, sind die unzureichenden Sicherheitsvorschriften im Bereich der Hobbyjagd nicht nachvollziehbar. 

 

 

Antwort auf den  Leserbrief „Keine Wölfe im dicht besiedelten Deutschland“ vom 29.04.2019, Pfaffenhofener Kurier:

Da hat sich der Verfasser des Leserbriefs ja alle Mühe gegeben, sämtliche Schandtaten des Wolfes aufzuzählen. Eigentlich fehlten nur noch Rotkäppchen und die Großmutter, die ja bekanntlich ebenfalls dem Wolf zum Opfer gefallen sind.

Ja, der Wolf ist ein Raubtier. Als solches sollte er nicht verharmlost werden. Ihn aber als blutrünstiges Monster und Terrorist des Waldes darzustellen, ist ebenso wenig angebracht. Sicherlich wird der Wolf Beutetiere hetzen, reißen und fressen. Wenn es ihm leicht gemacht wird, wird er auch Schafe und Ziegen fressen – hier helfen nur Aufklärung und Präventionsmaßnahmen. Menschen werden vom Wolf in der Regel gemieden.

Wenn man den Ausführungen folgt, müssen die Zustände in unseren Wäldern für unsere Wildtiere ohne den Wolf ja geradezu paradiesisch sein. Leider ist dem nicht so: durch den ständigen Jagddruck durch die zweibeinigen Jäger stehen die Tiere permanent unter einem extremen Stress. Über eine Million Rehe und unzählige andere Wildtiere werden Jahr für Jahr in unseren Wäldern getötet. Viele von ihnen werden nur angeschossen und leiden noch stunden- oder tagelang. Bei Treib- und Drückjagden werden die Tiere über Stunden gehetzt und in Angst und Schrecken versetzt. Auch so grausame Jagdmethoden wie die Fallenjagd kommen nach wie vor zum Einsatz. Dagegen wirkt die Jagdmethode des Wolfes geradezu human.

Auch ist in Deutschland noch kein einziger Mensch von einem Wolf getötet worden. Durch Jäger hingegen kommen immer wieder Menschen um oder werden schwer verletzt. Mit dieser Gefahr sind wir offensichtlich bereit zu leben. Jedes Jahr werden im Rahmen des "Jagdschutzes" viele Hunde und noch mehr Katzen von Jägern getötet. Darüber regt sich kaum jemand auf. Wenn aber ein Wolf eine Ziege tötet, ist das offensichtlich nicht hinnehmbar. 

Ich würde mir im Umgang mit dem Wolf etwas mehr Gelassenheit wünschen. Andere Länder machen es uns vor.

 

 

 

Leserbrief zum Artikel „Wenn Kitze zur Beute für Hunde werden“, Pfaffenhofener Kurier April _2019:

Natürlich ist es leicht, mit solchen Vorfällen Stimmung gegen Hunde und deren Besitzer zu machen. Und dass Jäger solche Gelegenheiten gerne nutzen, um sich der Öffentlichkeit als Tier- und Naturschützer zu präsentieren, ist ebenfalls nicht neu. Man sollte aber bedenken, dass Jäger jedes Jahr mehr als eine Million Rehe töten. Aufgrund massiver Hegemaßnahmen sind die Bestände viel zu hoch. Die Tiere werden vor ihrem Tod bei Drück- und Treibjagden extremem Stress ausgesetzt und dann oft nur angeschossen, so dass sie noch stundenlang leiden dürfen. Vor diesem Hintergrund ist es etwas unglaubwürdig, sich als Beschützer der Wildtiere darzustellen. Andere Tierkinder haben in dieser Hinsicht übrigens weniger Glück. So ist es in den meisten Bundesländern verboten, Füchse, die gerade Nachwuchs aufziehen, zu töten. Leider ist es nicht verboten, die Fuchswelpen zu töten. Also werden erst die Welpen getötet und dann die erwachsenen Tiere, die jetzt ja keine Eltern mehr sind. Aber Füchse sind aus Jägersicht ja auch keine Wildtiere, sondern Beutegreifer und somit Beutekonkurrenten, die „kurz gehalten“ werden müssen.

Im Übrigen stimmt es mich zuversichtlich, wenn ich lese, dass sich Jäger „den einen oder anderen blöden Spruch“ anhören müssen, wenn sie Spaziergänger auf angebliches Fehlverhalten aufmerksam machen. Zeigt es doch, dass sich die Menschen nicht länger für dumm verkaufen lassen und das Tun der Jäger hinterfragen. Regelmäßig sehe ich Jäger, die ihre Hunde hinter ihrem Auto herlaufen lassen (übrigens ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz). Diese Hunde bleiben in den seltensten Fällen auf den Wegen, sondern rennen munter über Wiesen und scheuchen Wild auf, so dass jede Strafpredigt eines Jägers in diesem Zusammenhang nur noch lächerlich wirkt. Auch lässt man sich eben nicht gerne von jemanden belehren, der sein „Wissen“ in dreimonatigen Crashkursen erworben hat und somit gar nicht in der Lage ist, größere Zusammenhänge zu erfassen. Mit der gängigen Praxis, die Hunde und Katzen ihrer Mitmenschen zu erschießen, machen sich die Jäger auch nicht unbedingt beliebter. Dass sich Jäger zudem oft nicht an geltendes Recht halten, konnte man vor kurzem in Geisenfeld sehen, als ein Jäger in der Brut- und Setzzeit illegal Fallen aufgestellt hat. In diesem Fall waren die Behörden allerdings nicht ganz so kooperativ wie jetzt im Fall der zwei getöteten Rehkitze.

All das ist nicht neu. Dass der Hund jetzt allerdings von einem Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz zum Sündenbock gemacht wird, macht mich sprachlos. Nicht unsere industrielle Landwirtschaft, fehlender Lebensraum und der Klimawandel sind also Schuld am Artensterben. Nein, die wahren Schuldigen sind der Hund und sein Besitzer. 

 

Leserbrief zum Beitrag "Katzenmörder treibt sein Unwesen"/Donaukurier, Januar 2019:

Da wird also eine erschossene und ausgewaidete Katze in einem Wald gefunden, aber der Jäger kommt als Täter nicht in Frage? Wie im Bericht richtig erwähnt wird, dürfen Jäger jede Katze, die weiter als 300 m vom letzten Wohnhaus entfernt angetroffen wird, erschießen - und viele Jäger machen von diesem Recht regen Gebrauch. Oft werden die erschossenen Katzen dann als Fuchsköder missbraucht, was Pennys Zustand durchaus erklären würde. Auch ich weiß natürlich nicht, was letztendlich mit Penny passiert ist. Aber ich frage mich schon, warum hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Ist ein Nichtjäger für Pennys Tod verantwortlich, ist es eine grausame, verabscheuungswürdige Tat und der Täter müsste sich ggf. auch vor Gericht verantworten (auch wenn die Strafe vermutlich lächerlich gering ausfallen würde, weil unser Tierschutzgesetz das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht). Geht dieselbe Tat allerdings auf das Konto eines Jägers, wäre der Tod von Penny plötzlich legal und im Rahmen des Jagdschutzes von der Bevölkerung zu akzeptieren? Das ist nicht nachvollziehbar.

 

 

Leserbrief zum Beitrag "Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufgehoben" im Kreis-Anzeiger vom 6.6.2018:

 

 

Der Rebhuhn-Hegering Wetterau hat es also geschafft, die dringend notwendige Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufzuheben. Um dem bLedrohten Feldhamster zu helfen, sehen die Jäger nur eine Lösung: die massive Bejagung von Fuchs und Waschbär. Wie alle Beutegreifer werden sie von jeher als Beutekonkurrenten von den Jäger gehasst und gnadenlos verfolgt. Wenn auch ohne nennenswerte Auswirkungen auf den Bestand. Fuchs und Waschbär reagieren auf erhöhten Jagddruck mit erhöhten Geburtenraten. In Gebieten, in denen die Tiere nicht bejagt werden, sind die Populationen folgerichtig auch wesentlich stabiler. Waschbären ernähren sich überwiegend von Wirbellosen und pflanzlicher Nahrung, sind eher Sammler als Jäger, Wirbeltiere stehen nur selten auf dem Speiseplan. Füchse erbeuten hauptsächlich verletzte und geschwächte Tiere, sie tragen also gerade zur Gesunderhaltung der Bestände bei, indem sie die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen verhindern. Sie sind also ausgesprochen nützlich. Die Jagd auf diese Tiere ist daher kontraproduktiv und sollte endlich verboten werden. Und dem Feldhamster wäre durch den Schutz bzw. die Erhaltung seines Lebensraums sicher auch mehr geholfen. Wenn sich die Jäger aber solche Sorgen um bedrohte Tierarten machen, wäre es doch ein guter Anfang, Feldhasen und Rebhühner ab sofort nicht mehr zu bejagen - beide sind nämlich seit Jahren ebenfalls vom Aussterben bedroht. "Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd" 

 

 

 

Folgender Leserbrief erschien am 19.04.2016 im Pfaffenhofener Kurier (Wolnzacher Zeitung)

Leserbrief  zum Artikel „Wildernder Hund reißt Reh“ vom 12.04.2016

 

Da ist er also wieder, der Jäger als Beschützer des Wildes. Der es nicht ertragen kann, ein Tier leiden zu sehen. Da kann man sich nur verwundert die Augen reiben. Offensichtlich hat Herr Pfab noch nie an einer Treibjagd teilgenommen. Dort werden die Tiere ganz bewusst über Stunden aufgescheucht und in Angst und Schrecken versetzt. Auch diese Tiere haben Todesangst. Dazu kommt, dass bei diesen Veranstaltungen auf panisch flüchtende Tiere geschossen wird, was dazu führt, dass viele eben nicht sofort tot sind. Schätzungen zufolge werden 30 – 50% nur angeschossen. Dass durch fehlende Warnhinweise auch Spaziergänger und Autofahrer gefährdet werden, sei nur nebenbei erwähnt. Auch von der Fallenjagd oder anderen immer wieder kritisierten Jagdmethoden hat Herr Pfab anscheinend noch nie etwas gehört.  Jedes Jahr werden in Deutschland 5,5 Millionen Wildtiere von Jägern getötet, viele von ihnen aus Gründen, die sich wohl nur einem Jäger erschließen. Besonders schlimm trifft es die Beutegreifer, wie z.B. den Fuchs. Mitleid? Fehlanzeige! Sicher, es ist nicht in Ordnung, wenn Hunde Wildtiere verletzen – aber wenn der Jäger beim Anblick eines von einem Hund verletzten Rehes plötzlich sein Mitgefühl entdeckt, dann ist das unglaubwürdig. Vielmehr hat man den Eindruck, dass die günstige Gelegenheit dazu genutzt wird, der Öffentlichkeit einmal mehr das Märchen vom Jäger als Beschützer des Wildes aufzutischen.

 

 

 

Folgenden Leserbrief haben wir als Reaktion auf einen Bericht im Pfaffenhofener Kurier verfasst, in dem sich ein Vohburger Jäger "enttäuscht" zeigte, dass es in seinem Jagdgebiet nicht mehr genügend Fasane zu jagen gibt. Zur Lösung des Problems schlug er vor, dass sein Jagdrevier dringend vergrößert werden müsse. Der Leserbrief wurde leider nicht abgedruckt.

 

Leserbrief zum Artikel: „Fasane meiden Jagdgebiet“, Pfaffenhofener Kurier vom 12.03.2016

 

Eigentlich müsste man Herrn R.  für seine Klagen über den Einbruch des Fasanenbestandes in Vohburg dankbar sein. Gibt er doch damit zu verstehen, dass es ihm als Jäger nur um das Töten von Tieren aus Gründen des Zeitvertreibes geht. Würde nämlich das Bild vom „Heger und Pfleger des Wildes“ stimmen, das Jäger gern von sich zeichnen, so müsste Herr R.  froh sein, nicht mehr so viele Fasane schießen zu müssen. Nein, lieber möchte er flächenmäßig die Vohburger Jagd ausweiten, um erneut mehr Tiere töten zu können.

Aus all dem folgt: würden Jäger tatsächlich aufgeben, weil es aus ihrer Sicht nicht mehr genug Wild gibt, so wäre dies kein Schaden für die Öffentlichkeit, sondern ein Segen – vorausgesetzt bei dieser Öffentlichkeit handelt es sich um ein wahrhaft zivilisiertes Gemeinwesen, das nicht in reaktionärem Traditionalismus erstarrt ist.

Anzumerken wäre noch, dass es sich beim Fasan um ein Tier handelt, das aus Asien stammt und in Deutschland ursprünglich nicht heimisch ist. Laut NABU bilden Fasane keine selbsttragenden Populationen und überleben nur deshalb, weil immer wieder gezüchtete Vögel ausgesetzt werden. Diese Aussetzungen aus rein jagdlichen Zwecken wird vom NABU entschieden abgelehnt. Ebenso kritisch ist die Bejagung des Feldhasens zu sehen, der immerhin seit Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten zu finden ist.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd