Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
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Gerne verweisen Jäger auf ihre fundierte Ausbildung. Sie bezeichnen diese oft auch als "Grünes Abitur". Dennoch scheint bei der Jagdausbildung sehr vieles im Argen zu liegen:

 

- sind "Crashkurse"  (Dauer: zwei Wochen bis drei Monate) zur Erlangung des Jagdscheins angemessen?

- sind 120  Ausbildungsstunden bis zur Prüfung ausreichend, um das komplexe ökologische Gefüge eines Waldes in Mitteleuropa zu erfassen? Und dies vor dem Hintergrund, dass für den Jagdscheinerwerb keinerlei Vorwissen erforderlich ist und so mancher Jagdscheinanwärter doch eher aus bildungsfernen Schichten stammt? Grundsätzlich sind die vom Gesetzgeber geforderten 120 Stunden Ausbildung u.E. viel zu wenig - auch wenn sie sich in manchen Jagdschulen auf 9 oder 12 Monate verteilen.

- viele Jagdschulen werben damit, dass die Ausbildung sehr gut an die Prüfung angepasst ist. Bei manchen gibt es gar eine "Geld-zurück-Garantie" bei Nichtbestehen. Was sagt dies über die Qualität der Ausbildung aus?

 

Auch hier in der Region gibt es Jagdschulen, die den Jagdscheinerwerb in 2, 3 oder 4 Monaten anbieten.

 

Abgesehen von der unzureichenden Ausbildung scheint auch die Weiterbildung von Hobbyjägern nicht immer den neuesten Erkenntnissen angepasst zu sein. Anstatt den aktuellen Forschungsstand in der Wildbiolgie und Ökologie in der Jagdpraxis zu berücksichtigen, verschanzt man sich gerade auf dem bayerischen Land hinter Begriffen wie "Brauchtum", "Tradition" und "Kultur".

 

 

Dazu Auszüge aus  einem Artikel auf der Seite "Hund und Jagd"

Den kompletten Artikel von Tobias Paulsen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.hund-jagd.de/content/index_html?a=3&b=16&docID=1384

 

Jagdschein: Immer kürzer, immer billiger?

 

"Kopfschüttelnd berichtete ein Leser im vergangenen Jahr, was ihm widerfahren war, als er seinen Sohn auf einer privaten Jagdschule anmelden wollte. Auf die Dauer der Ausbildung angesprochen, habe der Jagdschulleiter geantwortet: "Derzeit noch vier Wochen, wir verkürzen aber demnächst auf drei Wochen."
"Vier Wochen sind schon viel zu kurz, auf eine Schule mit dreiwöchiger Ausbildung aber werde ich meinen Sohn ganz bestimmt nicht schicken", reagierte der Waidmann.
Hätte der besorgte Vater damals schon das Ergebnis einer Hund&Jagd-Umfrage bei zahlreichen privaten Jagdschulen gekannt, wäre er vermutlich noch mehr ins Grübeln geraten.
Danach beträgt die kürzeste Ausbildungszeit in einer Jagdschule (laut Werbung) acht (!) Tage. Eine andere Schule offeriert den begehrten Jagdschein nach nur zehn Tagen. Die durchschnittliche Ausbildungszeit beträgt bei den meisten privaten Jagdschule maximal drei Wochen, bei einigen sogar nur 14 Tage. Grünes Abitur adé?"
 (...)
"Wie auch immer: Die Vorstellung, bei einer Drück- oder Treibjagd einen Standnachbarn zu haben, der vor neun Tagen noch nicht wusste, wo bei der Büchse vorne und hinten ist, hat schon etwas Erschreckendes.

Baden-Württembergs Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle hat das Problem erkannt. Er fordert ein Gütesiegel für die Jagdscheinausbildung - und zwar für private Jagdschulen und Jagdvereine gleichermaßen. "Uns reichen die Konditionen für die Zulassung von Jagdschulen nicht aus. Viele Begriffe müssten präziser gefasst werden. Ich meine auch, dass die Jagdbehörden überfordert sind, regelmäßig zu überprüfen, ob eine vor 20 Jahren ausgesprochene Anerkennung auch für die, die heute das Geschäft betreiben, noch Geltung haben soll oder nicht. Deshalb denken wir an ein befristetes Gütesiegel, das nach Ablauf der Frist wieder erneuert wird."
Eine Pflicht zur Weiterbildung nach bestandener Jägerprüfung, zumindest eine überprüfbare, besteht nicht. Vehement weigern sich die Jagdverbände, zur Neuerteilung des Jagdscheins einen Schießnachweis einzuführen. Weshalb eigentlich?"
(...)

 

Folgender Eintrag fand sich auf einem Anti-Jagdgegner-Blog (www.anti-jagdgegner.de):

 

"Jagdgegner können nun mal kein Blut sehen und sind emotionale Weicheier. Ich werde nun auch im Schnellkurs den Jagdschein machen. Mich hat die Natur schon immer interessiert, hatte aber bisher keine Ahnung, dass man erst durch ein Zielfernohr sehen kann, was da so los ist. Ich freue mich auf den ersten zappelnden Hasen dem angeschossen das Blut aus der Nase tropft. Tiere sind unter sich doch auch nicht so sentimental.
Als Jagdscheinbesitzer gehören alle wild lebenden Tiere mir und ich bin endlich Manager. Niederwild wird nicht gezählt, also darf ich das ganze Ungeziefer dann erlegen, was in der Natur so sehr stört. In Eurem Kreis werde ich viele liebenswürdige Menschen kennen lernen und bekomme dann endlich mehr Ansehen in unserer von Brutalität geprägten Gesellschaft.
Waldmanns Lust und LG"

 

Frage: Müsste bei Jagdscheinbewerbern nicht auch die charakterliche Eignung überprüft werden?

 

 

 

 

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