Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung derHobbyjagd
Aufgenommen am 19.04.2016 in der Nähe von Manching, Landkreis Pfaffenhofen

Reaktionen

Auf dieser Seite fnden Sie Berichte von Betroffenen.

Hallo,

letzten Mittwoch war ich mit einem Freund um 17.00 Uhr zu einer Mountainbike-Tour verabredet. Wir fuhren dann in der Dämmerung die Naab entlang. Plötzlich fielen viele Schüsse, und mein Freund erzählte mir, dass er zwei Tage vorher auch schon hier unterwegs war und dann umgekehrt ist, weil so viel geschossen wurde, und ihm die Weiterfahrt zu gefährlich war. Wir fuhren dann näher heran, und wir konnten nicht fassen was da abging. Es hörte sich an, wie in einem Kriegsgebiet! Es fielen in einer viertel Stunde mindestens 100 Schüsse! Kann man mit einem Jagdgewehr im Sekundentakt zehnmal und noch öfter hintereinander schießen? Auf was wurde da geschossen? Meine Vermutung ist, dass sich Wildgänse und Enten in der Naab gesammelt hatten, um dort die Nacht zu verbringen. Aber eigentlich müssten die alle auffliegen, sobald die ersten Schüsse fallen. Es standen zwei Jägerautos dort und wir fotografierten die Nummernschilder und beschlossen, die Polizei anzurufen. Nach ca. 30 min. kam dann tatsächlich eine Streife vorbei. Der eine Polizist klärte uns dann gleich auf, dass der Wald nicht nur für die Mountainbiker da ist. Und wir müssen uns keine Sorgen machen, denn die Jäger wissen schon was sie tun. Als ich versuchte ihm zu schildern was da abging, hat er uns gar nicht ausreden lassen und gesagt, wir sollen weiterfahren. Wir konnten nicht mal sagen, warum wir überhaupt die Polizei informiert haben. Sie sind dann zwar zu den Jägern hingegangen, aber was dabei rausgekommen ist, weiß ich nicht.

So viel zum Thema Filz.

 

Anonym, Januar 2020, Bayern

 

 

 

Hallo,

jedes Jahr im Januar und Februar werden Füchse noch stärker und gnadenloser bejagt als ohnehin schon. Ausgerechnet mitten in der Paarungszeit werden die sogenannten „Fuchswochen“ (oder mittlerweile auch ein ganzer „Fuchsmonat“) durchgeführt. In fast jedem Ort werden nun revierübergreifende Fuchsjagden veranstaltet, zu denen revierlose Jäger und Jungjäger eingeladen werden, um möglichst viele Füchse zu töten. Nach der Jagd werden die Tiere zu einer „Strecke“ aufgereiht, und die Tötungen werden von den Jägern oft mit Alkohol gefeiert. Um die Tötung von jährlich einer halben Million Füchse zu rechtfertigen, wird ihnen von den Hobbyjägern das Image eines Krankheitsüberträgers verpasst. Dabei sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache. Laut der WHO ist Deutschland seit 2008 frei von Tollwut, was übrigens durch die Auslegung von Impfködern gelungen ist und nicht durch die jahrzehnte lange Jagd. Der Fuchsbandwurm zählt laut dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg zu den seltensten Parasiten Europas. Füchse sind also keine Krankheitsüberträger und das Argument der Jäger ist falsch. Dagegen vertilgen sie tausende von Mäusen, beseitigen Aas und verhindern damit Krankheiten und Seuchen unter dem Vieh. (Afrikanische Schweinepest)

Baujagd:Eine der wirklich schlimmsten Traditionen ist die Baujagd. Füchse teilen sich häufig einen ausgedehnten Bau mit Dachsen. Diese Baue haben meistens mehrere Eingänge. Alle diese Fluchtwege werden bei einer Baujagd von den Jägern versperrt. Dann schicken sie einen scharfen Hund, meistens einen Terrier hinein. Diese Hunde werden von den Hobbyjägern zu wahren Monstern ausgebildet. Sie sollen das "Raubzeug" hinaustreiben. Es kann sich wohl niemand vorstellen, was sich bei einer solchen „Jagd“ im Innern des Baues abspielt. Jedes Tier hat dort unten längst mitbekommen, dass Menschen an den Ausgängen auf sie warten und so verkaufen sie ihre Haut so teuer wie möglich in einem Kampf auf Leben und Tod. Eine Fuchsmutter verteidigt ihre Jungen bis zum letzten Blutstropfen! So eine Baujagd kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Stellen sie sich diese Quälerei einmal vor! Tiere die stundenlang um ihr Leben kämpfen! Trotz ihrer Ausbildung werden die Hunde dabei häufig verletzt und müssen nach dem Kampf zum Tierarzt. Für die Dachse und Füchse geht der Kampf in den meisten Fällen tödlich aus. Mit einer Jagd hat dieses Treiben nichts zu tun. Es ist nur ein Abschlachten friedlicher Tiere, die nur ihre Aufgabe in der Natur erfüllen. Sie werden weder gegessen noch wird ihr Fell verwertet. Sie werden einfach nur umgebracht weil das den Hobbyjägern Spaß macht. 

Kunstbau:Um diese jägerliche Perversion betreiben zu können, legen Jäger künstliche Fuchsbauten an, die von den Füchsen gerne angenommen werden, um dort ihre Jungen zu bekommen.  Diese meistens aus Betonröhren bestehenden Systeme, können vom Jäger viel leichter kontrolliert ausgeräumt werden als ein natürlicher Bau. Es werden die Ausgänge mit Schiebern verschlossen, dann wird der Deckel des Kessels geöffnet. Jetzt kann man bequem die ganze Fuchsfamilie mit Kopfschuss hinrichten. Die Baujagd ist für den Jäger ein besonderer Nervenkitzel. Es ist natürlich viel aufregender, als die ebenfalls übliche Praxis, vom mobilen, extra vor dem Fuchsbau aufgestellten Hochsitz aus, vor den Augen der Fuchsmutter einen Fuchswelpen nach dem anderen abzuschießen, bis letztlich auch das Muttertier getötet wird und der Jäger sich wieder damit rühmen kann, eine ganze Fuchsfamilie ausgerottet zu haben. 

Ausgraben:Ein oder mehrere Jäger graben den Bau des Fuchses oder Dachses auf. Die Ein- bzw. Ausgänge des Baus werden verbarrikadiert. Nur einer bleibt frei, der dann mit Schaufeln und Spaten bis zu Haupthöhle aufgegraben wird. Bei großen Bauen nehmen die Jäger sogar Traktoren mit Schaufeln zur Hilfe. Mehrere Jäger stehen dann mit schussbereiten Waffen um die Grabenden herum. Das in die Enge getriebene Tier „springt“ – über kurz oder lang – in Panik aus seiner zerstörten Höhle und den Jägern direkt vor den Gewehrlauf. In der Regel wird dann mit Schrot ungezielt auf das flüchtende Tier geschossen. Fehlschüsse und daraus resultierende schwere Verletzungen des Tieres sind die Folge und werden von den Jägern billigend in Kauf genommen. Oder der Jagdhund darf das flüchtende Tier fangen und zerreißen.

Schliefanlagen: Den Hunden wird in einer so genannten Schliefanlage am lebenden Tier beigebracht, was sie in einem echten Bau zu tun haben. Diese Beton Konstruktion aus Röhren und Kammern, ist einem Fuchsbau nachempfunden und hat nur einen einzigen Zweck. Sie dient der Ausbildung von Bauhunden am lebenden Fuchs. Dazu wird zu Beginn der Ausbildung ein junger Fuchs in das Röhrensystem eingesetzt. Mit verschiebbaren Gittern wird er an der Flucht gehindert und vom Hund gestellt. Später dürfen die Füchse dann auch etwas älter und wehrhafter sein. Die Füchse werden vom Betreiber der Schliefanlage extra für diesen Zweck gefangen. Ihr Schicksal ist immer der Tod.

Vor der Öffentlichkeit natürlich versteckt, trainiert der Jäger seine Hunde darauf, Füchse oder Dachse in ihren Bauen zu verfolgen und sie entweder "herauszusprengen", sie also dem Jäger vor die Flinte zu treiben, oder sie im Bau "abzuwürgen", also zu töten.
Gedrillt werden die Hunde an lebenden Füchsen, die zu diesem Zweck gefangen und in Käfigen eingesperrt werden. Die Jägerschaft verstößt somit gegen das Tierschutzgesetz §3, Abs. 7. Jungfüchse werden bevorzugt verwendet. Sie sind noch recht unerfahren, lassen sich relativ einfach in Lebendfallen fangen und sind beim Kampf auch keine so große Gefahr für die Hunde.
Um sie kümmern tut sich der Jäger nicht. Die Füchse werden eingesperrt und kriegen etwas Futter in den Käfig geworfen, damit sie nicht verhungern.
Meist werden Anwohner oder Spaziergänger auf Schliefanlagen aufmerksam, weil die gefangenen Füchse erbärmlich schreien und bei dem Versuch in die Freiheit zu kommen, in den Käfigen randalieren. Kein Bau, keine Versteckmöglichkeit oder Unterschlupf. Nichts. Nur den nackten Boden und das Gitter vor Augen, das den Zugang zur sichtbaren Freiheit verwehrt.

Aufbau und Funktion:Die Hunde sollen es lernen, durch die Gänge des Fuchsbaus hinter den Füchsen her hetzen zu können. Zu diesem Zweck wird ein künstlicher Bau mit mehreren Gängen aus Betonröhren oder Platten gebaut, die sich immer wieder an verschiedenen Stellen treffen und zusammenlaufen. Über Schieber, Deckel und Gitter entscheidet der Jäger, wie weit der Fuchs flüchten kann und ob ihn der Hund erreichen soll oder nicht. Ein Fuchs wird in die Röhre getrieben. Der Hund hinterher. Im Gegensatz zum echten Fuchsbau, kennt sich der Fuchs in diesen Gängen nicht aus. Außerdem weiß er nicht, welche Gänge versperrt sind und welche nicht. Gehetzt vom Hund, versucht der Fuchs zu entkommen und flüchtet dabei logischerweise in die Richtung, in die der Jäger ihn durch das Absperren der Gänge zwingt.
Anfangs achtet der Jäger meist darauf, dass der Hund den Fuchs nicht erreichen kann. Doch das ändert nichts am Stress, dem der Fuchs ausgesetzt wird. In Todesangst versucht er zu flüchten. Nicht selten erleidet er dabei einen Herzinfarkt oder Schock. Doch was macht das schon? Dann wird er eben erschlagen oder der Hund darf ihn zur "Belohnung" zerreißen. Für die Jäger ist das ein großer Spaß, dem normalen Menschen wird dabei schlecht!
In der weiteren Jagdgebrauchshundeausbildung ist eine direkte Konfrontation zwischen Hund und Fuchs gewollt, wobei der Jäger natürlich schön auf seinen Hund aufpasst. Hat der Hund den Fuchs sicher erwischt, sieht der Jäger amüsiert zu, wie der Fuchs vom Hund zerfleischt wird. Sollte es dem Fuchs gelingen den Hund abzuwehren oder besteht gar Verletzungsgefahr für den Hund, hilft der Jäger seinem Hund natürlich, den Fuchs zu töten.
Zum Herbst werden Schliefanlagen in der Regel "außer Betrieb" genommen. Im Winter hat kein Jäger Lust, Hunde auszubilden. Füchse, die noch in der Anlage sind, werden vom Jäger getötet oder müssen beim letzten Hund der Saison ihr Leben lassen.

Kein Fuchs verlässt eine Schliefanlage lebend.
Mal wieder Sonderrechte für Jäger beim Tierschutzgesetz:
Schliefanlagen verstoßen gegen §3, Abs 7 und 8 des Tierschutzgesetzes. Doch den Grünröcken wird selbstverständlich zur Ausübung ihres Hobbys der Zusatz "soweit dies nicht die Grundsätze waidgerechter Jagdausübung erfordern" eingeräumt.

 

Anonym, Januar 2020

 
 

 

Hallo,

hier noch ein paar meiner Erfahrungen mit Jägern:

Bei einer Hetzjagd (Treib-/Drück-/Bewegungsjagd) hatte sich eine Bache mit 12 Frischlingen in eine Garage geflüchtet. Der Garagenbesitzer hat dieses bemerkt und gemeldet. Ein Polizist – offenbar selbst Jäger – schoss in der zugesperrten Garage die 13 Wildschweine – zuerst die Bache und dann einen Frischling nach dem anderen ab. Ich und vermutlich auch andere, haben Anzeige erstattet. Das Ergebnis: straffrei, da in diesem Fall „waidgerecht“ gehandelt wurde.

Eine Schande!

Ein anderes Beispiel:

Ein in einer Lebendfalle gefangener Waschbär wurde in eine Badewanne, die im Erdreich eingelassen war, in der Falle in die gefüllte Badewanne gesetzt und ertrank qualvoll. Ein Nachbar hatte den Jäger mit dieser Falle und dem Tier gesehen und fragte, war er mit ihm mache. Ich glaube, die Antwort war: „Der geht jetzt baden.“ Inwieweit er den Tötungsvorgang beobachten konnte, weiß ich nicht, aber ich glaube, dass auch er damals Anzeige erstattet hat. Auch wir erstatteten Anzeige. Die Anzeige wurde abgeschmettert. Man könne angeblich nicht eindeutig feststellen, ob der Vater oder der Sohn der Täter war. Sie hätten ja auch ein Alibi.

 

Es ist schlimm, auch in Deutschland, wenn es um Tiere geht.

 

Martina G., Hessen (Dezember 2019)

 

 

 

 

Hallo,

wir sind ehrlich gesagt jedes Mal froh, wenn wir keinem Jäger begegnen, das lässt sich aber nicht immer vermeiden und dann muss man sich eben dieser Situation stellen. Aber ich rege mich auch furchtbar dabei auf. Unter anderem habe ich schon Fotos an den Hessen-Forst ( = Vernichtung von Wald und Wild) geschickt, auf denen zu sehen ist, wie die Jäger sich mit einem Begrüßungsschnaps auf ihr tödliches Werk einstimmen. Die Jagden werden bei diesen Landesbetrieben (direkt dem jeweiligen Ministerium - bei uns grün geführt - unterstellt) gebucht wie eine Urlaubsreise.

 

Unser Landrat ist ein Jägerfreund und dort ist ja auch die Untere Jagdbehörde angesiedelt. Die Behörden sind nur Ausführungsorgane der Täter und Politiker. Da ist kaum etwas zu erreichen. Die Gemeinde hat im Jahresbericht 2018 gejammert, dass zu wenig Tiere abgeschossen wurden und man die ganze Kraft daran setzen werde, die Abschusszahlen zu erhöhen. 

 

Letztes Jahr standen Jäger/Treiber kaum mal 50 m von unserem Gartentor entfernt, machten Krach und schossen. Ein Tier hörten wir schreien, war also angeschossen. Das war damals keine Hetz-/Drückjagd, sondern viele einzelne Jäger auf Wiesen und an der Straße entlang auf einige hundert Meter. 

 

Ihre Warnschilder "Heute Jagd" beginnen sozusagen parallel zu unserem Haus, wobei unser Haus unterhalb der Straße liegt. Gehen wir hoch, steht das erste Warnschild zur Jagd kurz nach unserer Treppe zur Straße hoch.

 

Leserbriefe habe ich schon Mengen geschrieben, aber die meisten Medien sind nicht an einer Veröffentlichung  interessiert. 

 

Martina G., Hessen (Dezember 2019)

 

 

 

Hallo,

es ist Herbst geworden. Für mich und viele andere Menschen, die schönste Zeit des Jahres.

Für unsere Wildtiere dagegen beginnt jetzt die schlimmste Zeit des Jahres. Die Felder sind abgeerntet, es gibt keine Deckung mehr. Die Schonzeit ist vorbei.  Darauf freut sich ein Heer von Hobbyjägern jedes Jahr. Es ist Jagdzeit. Jeden Abend, wenn die Dämmerung einsetzt, sind Schüsse zu hören.

Eine der widerlichsten Auswüchse der Jagd, sind die so genannten Treib- und Drückjagden, die jetzt um diese Jahreszeit überall abgehalten werden. Gastjäger zahlen viel Geld und nehmen weite Anreisen in Kauf, um an diesen Massakern teilnehmen zu können.  

Diese Form der Jagd ist eine der grausamsten Jagdmethoden überhaupt. Das Wild wird von "Treibern" direkt in die Arme der Hobbyjäger getrieben. Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treibern, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wodurch sich dann auch Wildunfälle ereignen.  Die Hobbyjäger haben oft nur Bruchteile einer Sekunde Zeit, um darüber zu urteilen, schießen oder nicht. Das Wild, welches in Panik flieht ist unmöglich sicher zu treffen. Trotzdem wird draufgehalten und es kommt sehr oft zu Fehlschüssen bei denen Gliedmaßen, Kiefer oder Bauchbereiche regelrecht zerschossen werden.   Dies führt oft nicht zum sofortigen Tod des Tieres. Oft schleppen sich "krank geschossene" Tiere noch einige Kilometer und verenden qualvoll. Etwa 70 % aller bei Bewegungsjagden abgegebenen Schüsse führen nicht zum sofortigen Tod der Tiere. Das Nachsuchen mit dem Schweißhund ist nichts anderes als ein zu Tode hetzen! Zum Einsatz kommen hier meist sogenannte Expansionsgeschosse. Expansionsgeschosse sind so konstruiert, dass sie sich nach dem Einschlag in den Körper durch den Gegendruck des Gewebes "aufpilzen". Sie drücken sich platt, spreizen dabei auseinander oder zersplittern und zerreißen das Gewebe, die Organe und Knochen des Tieres. Beim Austritt aus dem Tierkörper schlagen sie faustgroße Wunden. Doch auch mit zerfetztem Herz und zerrissener Lunge stirbt das Tier nicht sofort. Es verblutet bzw. erstickt am eigenen Blut. Ein so getroffenes Tier legt auf seiner Flucht nicht selten noch Strecken von mehreren 100 Metern zurück. Oft flieht das Tier ganz. Die Nachsuche dauert teilweise Stunden und Tage, sofern überhaupt nachgesucht wird. 60% aller Rehe müssen nachgesucht werden. Viele werden erst Tage später gefunden, wenn sie irgendwo elendig an der Verwundung verendet sind. Manche Tiere sterben überhaupt nicht an der Schusswunde, sondern an den Folgen, weil sie z.B. mit zerschossenem Kiefer keine Nahrung mehr aufnehmen können. Den Jägern macht dieses Treiben großen Spaß. Dem normalen Menschen wird dabei schlecht!

Anonym, Oktober 2019

 

 

 

Hallo,

folgende Meldung ging vor einigen Tagen durch die Presse:

Ein Trophäenjäger aus Westfalen hatte gegen einen Jagdreiseveranstalter geklagt, weil er meint, dass er nicht – wie vertraglich zugesichert – einen kapitalen Elch vor die Flinte bekommen hatte. Darum forderte er 1500 Euro zurück.

Dazu muss man sagen: Der Mann hatte durchaus einen Elch ins Visier genommen. Aber der sei viel zu klein gewesen. Er habe ihn zudem gar nicht getroffen. Was aber der Darstellung eines Treibers der Jagd widerspricht, der das verendende Tier in einem Sumpf fand.

Der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Der Veranstalter schickte dem Kläger den Kopf des Elches zu. Dieser lehnte aber ab: Der Elchkopf sei ja gar nicht der „seine“ gewesen.

Auf der Suche nach dem besonderen Kick reisen deutsche Hobbyjäger gern in ferne Länder, um z. B. Elefant, Löwe, Nashorn, Giraffe oder Eisbär feige zu töten. Fast 50.000 deutsche Hobbyjäger reisen jährlich ins Ausland, um auf Großwildjagd zu gehen. Die Anbieter von Jagdreisen sind zahlreich (Google Suche: Jagdreisen) und lassen ihren finanzkräftigen Kunden dabei kaum Wünsche offen, denn selbst Abschussgenehmigungen für vom Aussterben bedrohte Arten können für sehr viel Geld erworben werden.
Oftmals werden die Tiere dann tagelang gejagt, angeschossen und flüchten mit schwersten Verletzungen; während sie in völliger Todesangst um ihr Leben rennen, werden die Tiere weiter von den Hobbyjägern beschossen und durch die Wildnis gejagt.
Nach dem obligatorischen Trophäenfoto, auf dem sich die Waidmänner mit den ermordeten Körpern der Tiere präsentieren, werden die Tierleichen dann verstümmelt. Köpfe werden abgeschnitten oder das Fell wird abgezogen, so dass die „Helden“ ihre Opfer als Jagdtrophäe mit nach Hause nehmen können. Und das alles nur, um sich die Totenköpfe ins Wohnzimmer zu nageln. Einfuhrverbote werden durch entsprechendes Kleingeld umgangen.
Eine ganze Industrie lebt von diesem abscheulichen Hobby.

Anonym, September 2019

 

 

 

Hallo,

ich hatte heute mal wieder etwas Zeit um einen längeren Spaziergang zu machen. Dabei habe ich wieder mal zwei Fallen gefunden, die beide sehr nahe an einer Ortschaft versteckt sind, was beweist dass auch Hauskatzenfänge in Kauf genommen werden. In einem Jagdforum habe ich gelesen, dass eine am Feuer angebratene Katze ein super Köder für eine Fuchsfalle sein soll. Der Jagdausstatter Kieferle hat sogar Katzenfallen und einen Katzenlockstoff im Sortiment, der die Katze angeblich sicher aus großer Entfernung in die Falle lockt. (Google Suche : kieferle jagdbedarf katzenlockmittel)

 

Das erste Foto zeigt einen so genannten Fangbunker,  in dem meistens sogenannte Abzugeisen platziert sind. Die Hobbyjäger behaupten zwar, dass diese Art Fallen sofort tödlich sind, doch das stimmt mit Sicherheit nicht. Die meisten Tiere versuchen den Köder zuerst mit den Pfoten aus der Falle zu holen, deshalb werden dann oft die Beine oder die Schnautze eingeklemmt. Es folgt oft ein tagelanger Todeskampf, denn solche Fallen werden oft sehr lange nicht kontrolliert, oder sie werden oft ganz vergessen. In Lebendfallen verhungern, verdursten oder erfrieren die Tiere dann. Viele sterben auch an Stress. Oft kommt es auch zu so genannten Beifängen, wo z.B. Igel, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Kaninchen usw. getötet oder verletzt werden.

 

Das zweite Bild zeigt eine sogenannten Kofferfalle, die zunächst lebend fängt, doch kein Tier verlässt so eine Falle lebendig. Es wird meist mit Kopfschuss hingerichtet, oder mit einem Knüppel erschlagen. Oft darf auch der Jagdhund das „Stück Raubzeug“ zerreißen. Er muss ja bei der nächsten Jagdhundeprüfung den Schärfenachweis bestehen.

(Google Suche : Jagdhunde zerreißen Katze auf Kommando)

 

 

Ich habe vor einigen Jahren zufällig eine Betonrohrfalle im Wald gefunden und wusste zunächst nicht was ich da entdeckt habe. Erst nach genauerer Begutachtung wurde mir klar, dass es sich um eine Tierfalle handeln muss.  Zu Hause habe ich sofort angefangen mich über die Fallenjagd in unseren Wäldern zu informieren. Wenn man in YouTube die Filme  dazu ansieht wird einem schlecht. Von da an habe ich angefangen gezielt nach solchen Fallen zu suchen, und ich wurde sehr oft fündig! Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür, wo man suchen muss. Mittlerweile habe ich 9 Fangbunker mit Totschlagfallen (Schwanenhals, Abzieheisen, Conibearfalle usw) ,17 Betonrohrfallen und 7 Holzkastenfallen gefunden! Aufgestellt von  Hobbyägern. Zur Ausübung eines fragwürdigen Hobbys. Wenn solche Fallen doch ab und zu angezeigt werden, berichtet die Presse dann von Wilderei.  Rechtlich kann man dagegen kaum etwas machen, denn das alles ist erlaubt.

Anonym

 

 

 

Wir wohnen hier an der Ostsee und dem Zufolge überfliegen auch zahlreiche Wildgänse unser Wohngebiet. Es ist immer wieder sehr schön diese Formationsflüge zu beobachten.  Diese Freude wird immer wieder im Herbst getrübt, wenn die Ballerei auf die Vögel beginnt. Die Jäger sind, wie Sie selbst sagen, im Gänserausch. Die Vögel werden mit Attrappen und Gänselaute aus Lautsprechern angelockt und im Ladeanflug dann von mehreren Jägern, die in vorher Deckung gelegen haben, mit Schrotsalven aus der Luft geholt. Es sieht aus wie im Krieg und die armen Tiere fallen dann schreiend zu Boden.

Eines morgens wurden wir ( meine Frau und ich) wieder von Schrotsalven geweckt, haben uns angezogen und sind sofort zu dem einige 100 Meter entfernten Feld gelaufen, um zu sehen, was dort wieder passiert.

Ein Bild des Grauen als wir hat und am Tatort erwartet. Überall tote und angeschossene Gänse, die emsig von den Jägern eingesammelt wurden, um gleich wieder für den nächsten Anflug andere Gänse wieder in Deckung zu gehen.  Wir hatten dann sofort über 110 die Polizei informiert und uns wurde versichertc dass ein Streifenwagen vorbei geschickt wird. In der Zwischenzeit hatten uns aber die Jäger jetzt am Feldrand entdeckt und sind dann voller Empörung zu uns gekommen mit Anschuldigungen wie: Jagdstörung sowie Betreten eines Privatgeländes. Dann sogar Androhungen: Wenn wir nicht sofort verschwinden gibt es einen Jagdunfall usw.

Aber was dann noch der Gipfel an der Sache war: Die beiden Polizisten, die auch gleich am Tatort eintrafen, waren selbst Jäger. Was dann passierte können Sie sich wohl vorstellen. Wir waren mit den Nerven am Ende.

 

Hier würde ich das Ziel Ihrer Initiative noch um diesen Punkt erweitern: Keine Jäger bei der Polizei.

 

Wir gehen viel in der Natur spazieren und freuen uns immer wieder, wenn wir Damwild beobachten können.

Letzte Woche haben wir dann einen sogenannten Luderplatz entdeckt, mit einem Damtier ohne Kopf, und 3 toten Rehen.

Ich habe dann erfahren, dass dies ein Verstoß gegen die Seuchen-Verordnung ist und somit eine Straftat sei.

Am nächsten Morgen haben wir und dann dazu entschlossen das Kreisveterinäramt anzurufen. Am Telefon habe ich dann die Sachlage geschildert, Namen und die geografischen Daten vom Fundort genannt. Aber die Sache wurde von dem Herrn am anderen Ende heruntergespielt und ich misstrauisch dann fragte ob er Jäger sei, bestätigte er meine Frage mit den Worten: Alle hier auf dem Amt sind Jäger, aber er werde die Sache auf den Grund gehen.

Vom Kreisveterinäramt haben wir bis heute nichts mehr gehört, aber es wurden Meine Kotaktdaten an dem betroffenen Jäger weitergegen mit den Fazit eines bösen Briefes.

Anonym, Kreis Ostholstein

 

 

Hallo, 

es ist entsetzlich geworden, als Hundebesitzer im Wald und Feld Gassi zu gehen.

Immer wieder werde ich schroff und massiv von Jägern angefaucht. Mein Hund ist stets angeleint.

Waldwege, die auch als solche zu erkennen sind, wollte man mir schon verbieten. Aber auch wenn ich weiblich bin, lass ich mich nicht unterkriegen.  Auch dem Bürgermeister unseres Ortes habe ich schon geschrieben. Seither gehe ich nur noch mit Handy laufen. (…) Oft stelle ich mir folgende Fragen und erhalte leider keine Antworten:

-              Wo kommen die vielen leeren Alkoholflaschen im Wald her?

-              Wie weit muss ein Schleckstein vom Hochsitz entfernt sein?

-              Warum sind die Futterkrippen in einem solch erbärmlichen Zustand?

-              Warum wird Mais am Waldrand angebaut, wenn es in diesem Raum angeblich so viele   Wildschweine gibt?                                                                                                       

-              Wer kontrolliert die Munition?

-              Wer kontrolliert die Jäger?

-              Werden wie beim Flugschein Alkoholkontrollen/Tests verlangt?

-              Warum findet man so viele Kadaver im Wald?

-              Dürfen an Futterstellen Wildkameras aufgestellt werden?

-              Sind Nachtsichtgeräte verboten?

-              Was bewirkt eine Treibjagd? Laufen da Wildtiere nicht vor Autos in der Panik?

-              Warum sind viele Jäger so aggressiv?

-              Warum müssen Jagdhunde so grausam erzogen werden? Was passiert, wenn einer nicht taugt?

-              Warum dürfen Hobbyjäger so viel?

-              Ein Radar wäre angebracht, wo schon Lebendfallen und andere Fallen /Schnappfallen aufgefunden wurden. Wie eine Zecken-App.

-              Wann wird es für einen Jäger brenzlig in der Öffentlichkeit?

-              Diese und noch viel mehr Fragen stell ich mir. Nun kommt der arme Wolf, das nächste Opfer. Es fehlt der natürliche Jäger und schon würde sich viel reduzieren. Auf natürlicher Basis. Zwar auch grausam, aber so ist es in der Natur. Ich persönlich erschrecke fast, wenn ich einen Hasen auf dem Feld sehe. Ein fast seltenes Geschöpf-traurig oder? Aber es wimmelt von Hochsitzen. Idylle? Habe mich schon an das Rathaus in meiner Gemeinde gewendet mit der Bitte die Jäger sollten sich doch rhetorisch besser im Zaun halten.  Ob es was bringt? Es ist sehr traurig geworden da draußen.

Birgit-Anita Dörr, Ralf Baierlein (Ötigheim)

 

 

"Guten Tag, 

ich habe gestern von Bekannten erfahren,  dass Sie eine Internetplattform gegen die Hobbyjagd gestartet haben.

Wir sind vor 2 Monaten von Dachau nach Manching umgezogen. Am Wochenende unternehmen wir gerne lange Wanderungen um die Region kennen zu lernen.

In der Dachauer Region, in der wir die letzten 10 Jahren wohnten gab es eigentlich nie Probleme mit den Jägern. Niemand hat uns dumm angeredet, im Gegenteil wir haben uns oft nett unterhalten.

Aber was wir hier in der Region Manching, Geisenfeld, Vohburg erleben, das kannten wir vorher nicht. Jeder Jäger den wir treffen redet uns dumm an, wirklich jeder. Was ist hier los ? Wir wollen nur in die Natur. Wir haben uns ein wenig schlau gemacht im Jagdrecht um uns einigermaßen wehren zu können. Die Aussage, „ wir haben hier die Jagd gepachtet“ hört man sehr oft. Die Jagd pachten heißt laut Jagdgesetz aber nur das die Jagd auf der gepachteten Fläche ausgeübt werden darf sonst nichts. Die glauben anscheinend, dass sie die ganzen Flächen für sich in Anspruch nehmen dürfen, das stimmt aber so nicht.

Beim Landratsamt habe ich auch nachgefragt ob ich wirklich meinen Hund anleinen muss. Die Aussage des LA war das es im Landkreis Pfaffenhofen / Ilm keine Leinenpflicht außerhalb von Dörfern und Städten gibt.

Also frag ich mich was die Herrn Jäger überhaupt von und wollen.

Wir würden Sie gerne unterstützen bei ihrer Arbeit."

Petra und Hans S., Manching

 

 

"Vielen Dank für Ihren Leserbrief über das 'unglaubwürdige Mitgefühl'!
Sie sprechen mir aus dem Herzen!
Diese scheinheilige Betroffenheit schreit zum Himmel!
Auch ich sah mich schon beim Spazierengehen mit meinem ( angeleinten)
Hund mit schießwütigen Jägern am Rande eines Maisfeldes konfrontiert !
Mit schussbereiten Gewehren herrschten sie mich an, schleunigst weiter
zu gehen, 'weil jetzt gleich geschossen wird'
In diesem Sinne....."
Uta Arnold, Wolnzach

 

 

 "Ich habe mit der Jagd aufgehört, weil ich das was da die letzten Jahre läuft nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

Das Wild wird degradiert zur Zielscheibe, es wird auf alles rücksichtslos geschossen was sich im Wald bewegt, und alles unter dem Deckmantel der Wildschadensverhütung.
Die Polizei bezw.das Landratsamt sollten mal bei den großen Treib und Drückjagden anwesend sein und ihren Pflichten nachkommen. Ohne Kontrolle läuft alles genauso weiter."
Anonym, Landkreis Pfaffenhofen
 

 

"Hallo,

Ich bin Hundebesitzer und gehe seit Jahren mit meinem Hund in der Nöttinger Heide bei Geisenfeld spazieren.

Die Situation mit den dortigen Jägern spitzt sich immer mehr zu, die sperren ( meines Erachtens unberechtigt ) Wege mit gefällten Bäumen und Gestrüpp ab, nur um dort riesige Halden mit Futter den Tieren anzubieten, um sie dann zu erschiessen. Wenn man sich erlaubt neben den Absperrungen vorbei zu gehen wird man angepöbelt und als Jagdstörer bezeichnet."

Anonym, Landkreis Pfaffenhofen

 

 

"Hallo,

wir haben 4 Hunde, und entsprechend in den letzten 12 Jahren, seit wir hier wohnen, oft genug "Kontakt" mit Jägern gehabt. Meist natürlich nicht unbedingt den freundlichsten. Aber es gibt 1 Ausnahme, das ist der Jäger, der das Gebiet westlich angrenzend an das südliche Flugfeld bejagd. Der hat bisher immer normal mit mir gesprochen.

Der schlimmste dagegen ist auf der östlichen Seite exakt dieses Flugfelds anzutreffen. Der hat uns sofort von einer offenen weit einsehbaren Wiese vertrieben, weil die Hunde "stöbern" würden. Sie haben geschnuppert! Und drei von Ihnen sind quasi im Rentenalter und der vierte ist ein "Zwerg". Jeder Hase ist grösser.

Er hat uns aber sofort mit der Polizei gedroht, wenn wir nicht umgehend das Gelände verlassen. Er würde hier Jagdpacht zahlen etc pp.

Es hätte ihm nichtmal gereicht, wenn wir die Hunde angeleint hätten. Zumindest hat er das nicht einmal erwähnt.

Das muss also im Umkehrschluss heissen, dass man laut diesem Jäger, nirgendwo mit seinen Hunden spazieren gehen darf, wenn das Gebiet an einen Jäger verpachtet ist.

Grundsätzlich halte ich die Hobbyjagd für vollkommen überflüssig, grausam und brutal - und friedliebende Bürger werden in Ihrer Freiheit eingeschränkt."

Christian Elling, Landkreis Pfaffenhofen

 

 

"Hallo,

ja, es gab schon Situationen, in denen ich mich durch diese Hobbyjäger

belästigt fühlte. Uns sind schon Kugeln um die Ohren gepfiffen, als wir mit dem Hund

spazieren waren. Es gab zeitgleich eine Treibjagd mit Treibern, die zu Fuss das Wild aufgescheucht haben, das war ganz in der Nähe von unserem Dorf. 

Wir wusste davon nichts, es gab keine Schilder oder Warnhinweise, gar nichts.  Urplötzlich knallte es mehrmals in unmittelbarer

Nähe von uns. Wenn man was sagt, fühlt sich keiner zuständig oder es wird verharmlost und herabgespielt und darüber gelächelt. Ein anderer

Vorfall war, dass ein Hobbyjäger direkt in meine Richtung sein Gewehr angelegt hat, als ich mit dem Hund nach Hause ging.

Sie haben Fasane am Dorfrand aufgescheucht und ein Fasan ist direkt in meine Richtung über meinen Kopf hinweg geflogen. Erst nachdem ich

stehengegblieben bin und laut rufend gewunken habe, hat dieser "Jäger"  sich mal bequemt, sein Gewehr runterzunehmen. Ich hatte wirklich

Angst, weil ich ja gar nicht wusste, was der will."

Anonym, Landkreis Pfaffenhofen

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd