Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd
Initiative zur Eindämmung derHobbyjagd
Aufgenommen am 19.04.2016 in der Nähe von Manching, Landkreis Pfaffenhofen

Reaktionen

Auf dieser Seite fnden Sie Berichte von Betroffenen.

Oktober 2020

Die folgenden Fotos schickte uns eine Naturliebhaberin aus der Voreiffel. Seit Jahren dokumentiert sie auf diese Weise die Aktivitiäten der örtlichen Jägerschaft. All diese Tiere wurden von Jägern getötet. Viele waren nicht gleich tot, sondern mussten qualvoll an ihren Schussverletzungen zugrunde gehen. So auch dieser Hirsch.

Hier hat die Frau ein Mahnmal aus Totenköpfen an der Landstraße errichtet. Hoffentlich führt es dazu, dass sich mehr Menschen mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen und in Zukunft genauer hinschauen, was in unseren Wäldern so vor sich geht. 

Folgender Vorfall wurde dem "Projekt Oase - Mensch und Tier im Einklang" gemeldet:

Meldung aus Frankfurt Oberrad von Spaziergängern, völlig aufgeregt. In den Oberräder - Feldern wird wieder geschossen. Drei oder viermal in den Himmel wurde geschossen. Die Krähen haben geschrien, eine fiel runter, eine ist torkelnd weitergeflattert. Sie konnte nicht mehr richtig fliegen, ist weitergetorkelt bis zur Gerbermühle. Die Spaziergänger haben sich an mich gewandt. Das Tier wurde gesucht und gefunden. Die Krähe hat noch gelebt, Blutend mit Schusswunde, mit 2 Löchern, atmete noch, ein elender Schmerz... Die Krähe kam nicht mehr hoch. Die Leute haben sie gefangen. Die Krähe hat es nicht überlebt und so gelitten mit den 2 Schuss - Löchern. Ein Tierarzt macht jetzt eine Obduktion. Dann wissen wir mehr. Es ist so grausam. Warum machen Menschen das? ???

LG Martina, Oktober 2020

 

So wie jeden Donnerstagmorgen, bin ich auch den Donnerstag des 30.09.2020 wieder um 7:50 Uhr vom Parkplatz des Anglersees losgejoggt, und wie üblich auch meine gewohnte Runde mit meinem Hund. Nach ca. 10 Minuten bin ich dann das erste Mal dem Förster (da er ein Schild im Fahrzeug liegen hat mit der Aufschrift ‘‘Forst‘‘) in seinem dunkelblauen Dacia begegnet, dies war nichts besonderes, da ich ihm öfter mal im Wald begegne und mit einem kurzen Guten Morgen bin ich dann an ihm vorbei gejoggt. Nach ungefähr weiteren 15 Minuten hörte ich dann auf einmal einen sehr lauten Knall, der selbst durch meine nicht gerade leise eingestellten Kopfhörer dröhnte und spürte auch eine leichte Druckwelle auf meiner linken Körperhälfte. Daraufhin blieb ich vor Schreck abrupt stehen, nahm meine Kopfhörer ab und beruhigte meinen Hund, der ebenfalls sehr erschrocken war. Dann sah ich mich rings im Wald um ob ich irgendetwas erkennen konnte woher der Knall , der wohl ein Schuss gewesen sein muss, kam und überlegte ob ich weiter laufen oder besser stehen bleiben sollte. Meine Bedenken waren in diesem Moment, ob man denken könnte ich wäre Wild und auf mich schießen würde, oder das mir andere verschreckte Tiere über den weg rennen könnten. Ich öffnete meinen schwarzen Windbreaker damit man mein signalfarbenes Shirt sehen konnte und bin kurz danach weiter gelaufen, jedoch immer auf hab acht und mich umblickend .Ein paar Meter weiter, kurz bevor der Weg dann einen kleinen schlenker macht sah ich den dunkelblauen Dacia (HP-AZ 809) mit brennenden Scheinwerfern mitten auf dem Weg stehen, in Fahrtrichtung zu mir. Ich blieb nicht stehen sondern lief weiter. Die Scheinwerfer gingen aus, die Autotür öffnete sich und der Förster stieg aus. Er lief vor das Auto und grinste und erzählte mir Stolz, dass er gerade ein Reh geschossen hätte. Meine Antwort daraufhin war ‚‘‘ oh nein, das Arme Reh, das macht doch niemandem was.‘‘ Über meine Reaktion schien er laut Gesichtsausdruck, ziemlich verwundert gewesen zu sein. Er meinte dann nur, ach Gott ich könnte doch froh sein, schließlich könnte ich ja so in Ruhe joggen und das Wild würde mich dann nicht stören. Ich entgegnete ihm, dass es doch schön wäre wenn man beim joggen mal ein Reh sehen würde man geht ja auch schließlich im Wald joggen. Darauf ging er dann nicht weiter ein und fragte mich ob ich ihm nicht helfen wolle das Reh aus dem Wald zu ziehen. Über diese Frage war ich etwas geschockt und sagte nur dass ich das nicht tun werde, und dass ich auch kein Fleisch esse sondern Vegan lebe. Darauf kam dann seinerseits ein Themenwechsel wie alt ich denn bin (24), und das ich ja so sportlich wäre und gar nicht so alt aussehe, sondern eher wie 17 oder 18 Jahre und das ich eine top Figur hätte. Darauf bin ich nicht weiter eingegangen, habe nur danke und Tschüss gesagt und bin dann weiter gejoggt. Da ich normal zum Abschluss noch 2 Runden um den See jogge, jedoch das Gespräch ein paar Minuten dauerte, versicherte ich mich kurz auf meiner Uhr, ob mir die Zeit für um den See noch reicht, bevor ich meine Mutter um 8:30Uhr am Parkplatz für unsere gewohnte Gassi runde treffe. Auf der Uhr stand 8:15 Uhr, also hat es noch für eine Runde um den See gereicht. Dann ging es zum Parkplatz um die Leine zu wechseln und mir eine wärmere Jacke anzuziehen. Ich ließ mir beim Warten nochmal alles was passiert war durch den Kopf gehen, und war richtig geschockt als mir bewusst wurde wie extrem diese Situation eigentlich war. Ich hatte überlegt von wo er geschossen haben könnte, da dort in der Nähe nirgends ein Hochsitz steht. Der Förster auch sehr schlecht zu Fuß ist und so gut wie taub, er trägt ein Hörgerät und trotzdem muss man ihn bei einer Unterhaltung quasi anschreien damit er etwas versteht. Also kam mir in den Sinn, dass er nur in der Nähe und aus seinem Auto hätte schießen müssen, damit das zeitlich zusammenpasst mit dem Schuss und unserem Aufeinandertreffen. Als meine Mutter dann schließlich um 8:30 Uhr auf dem Parkplatz eintraf, erzählte ich ihr alles und sie war genauso geschockt wie ich und gab mir mit meiner Einschätzung zu dieser Situation recht. Wir liefen also unsere Gassi runde, nochmal in etwa wie meine Jogging Runde. Auf ca. 1/3 des Weges begegneten wir wieder dem Förster in seinem Auto. Er hielt an lies das Fenster runter und Grüßte uns mit einem guten Morgen und einem Lächeln. Mein Blick glitt zu dem Fangkorb hinten an seinem Auto und mir viel auf das dort kein Reh drinnen lag. Da ich mich in Sachen jagt nicht so gut auskenne, dachte ich mir nichts dabei, es hätte ja sein können das er es hinten im Auto oder so liegen hat, mit einer Plane abgedeckt dachte ich mir. Schließlich fing er auch schon an los zu pöbeln das die Hunde an der Leine zu führen sind, es wäre unverantwortlich schließlich könnten sie ja auf die nahe gelegene L3111 rennen und überfahren werden, oder sie könnten das Wild auf die Straße treiben. ( Man muss dazu sagen das die Hunde die ganze Zeit genau neben uns liefen, nur als das Auto kam, bekam einer der Hunde Angst und ist ein kleines Stück in den Wald geflüchtet, jedoch immer in Blick nähe). Meine Mutter erklärte ihm , dass die Hunde die ganze Zeit bei uns sind nur eben Josi Angst vor seinem Auto hätte und wenn der weg fahren würde, sie wieder aus dem Wald zu uns kommen würde. Dass Gepöbel hörte nicht auf und so fragte meine Mutter ihn wo er denn das Reh hätte, das er eben geschossen hatte. Daraufhin fragte er ‚‘‘was denn für ein Reh‘‘?, er hätte kein Reh geschossen und grinste mich verschmitzt von der Seite an. Meine Mutter fragte ihn nochmals wo er denn das Reh hätte, das er eben geschossen hätte, oder ob er es verfehlt hätte oder nur angeschossen. Daraufhin sagte er, er würde nicht danebenschießen und wenn er ja auf sie schießen würde, würde sie ja auch sofort liegen. Nach kurzer weiterer Diskussion die zu nichts führte, liefen wir weiter. Ich zeigte ihr schließlich den Platz wo ich den Schuss gehört hatte und wo ich dann schließlich dem Förster begegnet bin. Etwa 2-3m im Wald sahen wir dann das Reh liegen. Wir schauten uns um, um herauszufinden von wo das Reh geschossen wurde. Wir verfolgten die Blutspur auf dem Boden zurück und fanden schließlich die Stelle wo das Reh wohl getroffen worden war. Daraufhin wurde uns nochmals klar, dass er nicht von einem Hochsitz aus geschossen haben konnte., da in Sichtweite keiner stand .Wir blickten uns um und kamen zu dem Schluss, dass er definitiv aus seinem Auto geschossen haben muss, da diese Stelle nur im sitzen eingesehen werden kann. Wir liefen langsam weiter als wir vernahmen wie in der Nähe eine Autotür zugeschlagen wurde und machten uns auf den Weg dorthin. Wir begegneten wieder dem Förster mit seinem Auto, an der gleichen Stelle wo das Reh lag und ich ihn morgens nach dem Schuss getroffen hatte. Wir gingen zu ihm und meine Mutter konfrontierte ihn damit das er gar nicht hätte schießen dürfen, sondern von einer Erhöhung nach unten schießen müsse, damit die Kugel auch sicher niemanden im Umkreis treffen könnte sonder nur den Boden. Das verneinte er und meinte das er auch Horizontal schießen dürfe, er bräuchte nur einen natürlichen Kugelfang und das wäre der Baum gewesen vor dem das Reh angeblich stand. Meine Mutter fragte ihn von wo er geschossen hätte und wo das Reh stand auf welches er schoss. Er sagte dort wo das Reh liegt hätte er es auch geschossen und zeigte auf einen Baum an dem er angeblich stand, bei der Schussabgabe. Uns war sofort klar, dass das gelogen sein musste, denn von dort aus hat man weder Einsicht zu der Stelle an dem das Reh lag und er es angeblich geschossen hatte noch zu der Stelle an der Blut und Gewebereste lagen und unserer Ansicht nach die vermeintliche Stelle sein musste an der er das Reh getroffen . Meine Mutter sagte nur nochmal, dass er nicht so schießen darf und dass er mich hätte treffen können, da ich nur ein paar Meter entfernt war. Mit der Antwort, wir hätten keine Ahnung und es wäre alles rechtens gewesen , wie er geschossen habe ,sind wir dann schließlich kopfschüttelnd gegangen.

Alicia D. Oktober 2020

 

Hier ein Schreiben einer Pferdebesitzerin, deren Pferd 2017 von einem Jäger erschossen wurde:

 

Wir sind Eigentümer des Gestüts und Pensionbetriebes, auf dem sich am 1. Oktober der Vorfall „Jäger erschießt Islandpferd“ zugetragen hat. Wir lesen in diversen Foren und Medienberichten eine doch sehr lapidare Darstellung der Geschehnisse. Uns geht es nicht darum, eine Hetzjagd auf den Täter zu veranstalten und die gesamte Jägerschaft zu verurteilen, aber es sollte zum einen klar dargestellt werden, was wirklich geschehen ist und wie absurd es war. Zum anderen soll es auf die reellen Probleme des „Jagdsystems“ hinweisen.

Nun zur Sachlage:

Auf unserer Außenweide bei Schneeheide stehen seit etwa 5 Monaten fünf Islandpferde, Tag und Nacht. 80% der Weidefläche ist sehr offen, weitläufig und gut einsehbar. 20% haben einen moorigen Anteil mit partiellem Schilfbewuchs, den die Pferde gerne als Rückzugsort nutzen. Diese Weide ist bis auf den moorigen Teil zu dieser Jahreszeit kurz gefressen.

Am gestrigen Abend, gegen 20 Uhr, bekamen wir einen Anruf vom Jagdpächter, dass er auf unserer Weide ein Pferd geschossen hat, das nun vielleicht von einem Tierarzt erlöst werden müsste. Als wir zehn Minuten später eintrafen, fanden wir das bereits tote Pferd vor.

Diese Situation wurde von Polizei und Tierarzt dokumentiert und aufgenommen. Der Pressebericht der Polizei wurde bereits veröffentlicht und schildert nur sehr grob, die tatsächlichen Geschehnisse.

Es ist sehr lapidar zu sagen, das Pferd wurde mit einem Wildschwein verwechselt, ferner sollte klargestellt werden, unter welchen Bedingungen der Schuss durchgeführt wurde.

Der 65 jährige Schütze, der gleichzeitig auch Jagdpächter ist, das heißt ein extrem ortskundiger Mensch, der weiß welche Flurstücke wie bewirtschaftet werden, schoss gegen 19:30 Uhr, bei nahezu totaler Dunkelheit, bewusst in eine Pferdeweide, auf der sich seit Monaten Pferde befinden. Nicht nur dies ist grob fahrlässig, sondern auch die Tatsache, dass der Hochsitz auf dem er sich befand, 182m von dem vermeintlichen „Ziel“ entfernt war.

Wo waren da die Bedingungen für einen Schuss gegeben?

Ein Schuss auf eine Weide, auf der sich wissentlich Pferde befinden…

Ein Schuss bei starker Dunkelheit…

Ein Schuss in ein Gebiet, mit hohem Schilfanteil und schlechter Einsicht..

Ein Schuss aus dieser Distanz…

Bei diesen Bedingungen kann man nur grobe, sich bewegende Umrisse erkennen, stellten wir bei einer gestrigen Begehung mit einem Vertreter der Jägergesellschaft fest. Wichtig hier: zur Zeit der Begehung war es 18 Uhr und noch deutlich hell.

Das Ziel hätte also alles sein können.

Ein Pferd, ein Wildschwein oder einer unserer Mitarbeiter, beim täglichen Weidekontrollgang.

Diese Geschehnisse sind tragisch, aber nun nicht zu ändern. Allerdings sollte es über grundsätzliches zu denken geben. Es kann doch nicht legitim sein, dass Schüsse auf Weiden abgegeben werden, auf denen Tiere gehalten werden.

Als gewissenhafter Pferdehalter zäunt man Weiden mit hochwertigen Materialien ein, spart Gefahrenstellen aus und sorgt somit für Sicherheit und Gesunderhaltung der Tiere auf seinen Flächen. Nur nützt dies alles nichts, wenn das Jagdrecht vorsieht, das auf diesen Flächen geschossen werden darf.

Die Risiken sind einfach sehr hoch und es ist schlicht und ergreifend unverantwortlich von diesem Recht gebrauch zu machen.

 

Anoush B., Oktober 2020

Hallo,

dieses Schild habe ich vor kurzem bei einer Radtour entdeckt. Bekanntlich legen die Hobbyjäger ja sogenannte Wildäcker an. Ein Wildacker ist eine extra geschaffene Fläche, auf der speziell Pflanzen angebaut werden, um das Wild anzulocken. Viele Hobbyjäger kaufen sich sogar eigene Traktoren, um diese

besonders feige Art der Jagd auszuüben. Meist stehen  dort gleich mehrere Hochsitze, um von allen Seiten hinein schießen zu können. Natürlich darf auch die Wildkamera dort nicht fehlen, man muss ja vom Handy aus sehen, wann die beste Zeit ist, den arglosen Tieren dort aufzulauern. Oft wird auf diesen Flächen auch Luder (Tiere, die eigens dazu getötet werden) ausgelegt, um auch beim „Raubzeug“ ordentlich Strecke machen zu können.

Da das Image der Jägerschaft in der Öffentlichkeit ja bekanntlich immer weiter sinkt, versucht man jetzt wohl mit allen Mitteln zu retten, was noch zu retten ist. Dann werden eben solche Todeszonen zu Lebensräumen für die Artenvielfalt um deklariert.

Auf dem Schild ist ein Feldhase und ein Rebhuhn zu sehen. Beide Arten wurden jahrzehnte lang unbarmherzig zu abertausenden bis an den Rand der Ausrottung bei sogenannten Gesellschaftsjagden abgeschossen. Der Feldhase steht deshalb auf der sogenannten roten Liste für besonders gefährdete Arten. Das Rebhuhn ist in weiten Teilen Deutschlands so gut wie ausgestorben, und die wenigen verbleibenden werden wohl nicht zu retten sein. Trotzdem werden immer noch Rebhühner abgeschossen. Da hilft es auch nicht, wenn man zwanzig Tiere aus Nachzuchten auswildert und sich von der unkritischen  Presse als Naturfreund betiteln lässt. Wenn diese Herren wirklich solche Tierfreunde wären, für die sie sich so gerne ausgeben, dann wären sie wohl in einem Tierschutzverein aktiv. Man kann Tiere entweder lieben, oder tot schießen. Beides geht nicht.

 

Anonym  September 2020

Hallo,
auf einem Feld, wo man 'gegen Mauern'  anläuft,  ist die Zeit  unser wichtigster Verbündeter,  denn
ich glaube,  es hat  sich in den letzten 100 Jahren  schon viel gebessert,  zumindest  hier in Deutschland. Ich erinnere mich  an ein Interview im Fernsehn bei einem Neujahrskonzert  in  Wien,  da hieß es,  als der Marsch  ' Auf der Jagd '  gespielt  wurde,   'früher wurden
Jagdwaffen gezeigt, wenn sie diesen spielten,  heute geht das nicht
mehr'.
 
Ihr Engagement  hält die Zweifel an der Jagd wach,  bildet den Gegenpol zu den ständigen Beteuerungen der Jäger,  dass das, was sie tun, notwendig,  ja  Naturschutz sei.  Durch Aufdecken von Mißständen (  Ihr Luchs-Artikel !! ) muß  man ihre Autorität ständig untergraben. 
Immer,  wenn sich  Jäger  oder ahnungslose Mitbürger verständnisvoll
zur  Jagd äußern,  muß  man widersprechen -  ich  wehre mich vehement
gegen die Behauptung 'es gibt auch gute  Jäger', in jedem Jäger stecken
zwei Seelen, einmal  der liebe,  nette  Nachbar,  von dem man annimmt, 
er könne keiner Fliege etwas antun,  zum andern aber  der rücksichtlose, brutale Tiermörder,  der er wird,  wenn er seiner Leidenschaft  nachgeht. 
 
Die Jagd darf kein Privileg  mehr sein  für Leute,  die daran Spass
finden, sondern bestenfalls eine Notwendigkeit, um Schäden für die
Landwirtschaft zu verhüten oder für  die Forsten,  dass Jungwald wenig 
gestört  aufwachsen kann.   Jagd  gilt  als Ersatz für das Fehlen
größerer Raubtiere,  wie Wolf, Luchs  und Bär  und den will die Jagd
ausgleichen. Der Widerspruch zeigt sich, wenn ganau diese Tiere  (
der Bär Bruno in Bayerisch Zell ) verfolgt werden.  Ein Luchs braucht in
der Woche ein Reh,  ein Pärchen  schon zwei Rehe,  das sind im Jahr über
hundert,  Im Landkreis Kelheim werden jedes Jahr von der unteren
Jagdbehörde etwa  400 Rehe zum Abschuss frei  gegeben,  vier
Luchspärchen würde  bedeuten,  dass man keinen Jäger mehr  braucht.
B. Hubert, Kelheim, August 2020
 
Hallo,
herzichen Dank  für  den Super-Leserbrief,  ich weiß,  dass man
Reaktionen gern entgegennimmt,  wenn man sich schon die Mühe gemacht
hat, etwas zu schreiben.
 
Sie sprechen mir  aus  dem Herzen,  wir  gehen in den Wald, um uns  an
der Natur zu erfreuen,  die Jäger gehn hinaus, um sie auszulöschen, 
legal Rehe, Füchse, Dachse, Marder  und illegal, was sie nicht dürfen,
stellen Fallen  auf, vergiften  und schießen alle 'Konkurrenten '  ab, 
wie Luchs, Wolf oder Bär.
 
Jäger sind herrschsüchtig,  deshalb sitzen sie auch zu Hauf in den
Parlamenten und machen die Gesetze so, wie sie für sich selbst  passen, 
und jede Menge  Richter gehen auf die Jagd, jeder Jagdfrevel  wird
verharmlost,  heruntergespiel oder niedergeschlagen,  damit keinem
seiner Duzfreunde etwas passiert oder er gar  den Jagdschein verlieren
könnte.
 
Auch die Naturschutzverbände versagen, wie  der Bund Naturschutz oder
der Landesbund für Vogelschutz, da Förster, Jäger und Fischer in großer
Zahl  dort  beitreten,  nur um ihre Interessen gewahrt zu wissen.  Der 
LBV  nimmt  nur  sehr selten gegen Jagdinteressen Stellung.
 
Geht es um Sonderabschußerlaubnisse  für Biber, Fischreiher, Kormorane 
etc.  dann fordert die untere Jagtbehörte in den Landratsämtern 
Gutachten ein,  um den Fall beurteilen zu können, und die Gutachter 
sind wieder Jäger und Angler,  die wegen des riesigen Schadens,  der
verursacht wird,  natürlch  für  den Abschuß sind.  Die Frage  an Jäger,
obe  es zu viele Rehe, Hasen, Wildenten  etc.  gibt,  wird immer sein, 
es gibt  viel zu viele.
 
Also  nochmals vielen Dank
Kelheim, Juli 2020
 

Hallo,

bei meinem Spaziergang heute habe ich etwas entdeckt, was ich so noch nicht gesehen habe. Mitten auf dem Spazierweg steht eine Jagdkanzel auf einem Bruckenwagen. Der Wagen ist kurz vor dem Zusammenbrechen. Ganz marode. Die Reifen sowas von abgefahren, die sind völlig glatt. Ohne Nummernschild. Der fährt auf keiner Straße mehr, der hat eine neue Aufgabe. Rundherum nur Getreide, wenn da gedroschen wird: die perfekte Platzierung. Das bricht doch alles zusammen, wenn daraus einer schießt. Ist das erlaubt? Da braucht man sich echt nicht zu wundern, dass immer wieder Unfälle passieren.

Anonym, Ingolstadt, Juli 2020

Im folgenden Schreiben hat sich jemand Gedanken zum Thema Fasanenjagd gemacht, der Verfassser möchte nicht genannt werden.

Fasanenjagd:

Der Fasan stammt eigentlich aus Mittelasien. Vor allem zu Jagdzwecken wurde der Fasan in Europa eingebürgert, daher der Name Jagdfasan. Ein stabiler Bestand kann sich aber auf Dauer meist nur durch Hegemaßnahmen und immer neuen Aussetzungen halten. Einen strengeren Winter mit längeren Kälteperioden und geschlossener Schneedecke kann der Fasan ohne regelmäßige Zufütterung nicht überleben, weshalb die Tiere in den Wintermonaten sehr leiden. Da meist nur wenige Tiere den Winter überstehen, werden Fasane zu tausenden in sogenannten Fasanerien gezüchtet, um sie dann im Frühjahr auszusetzen. Ziel ist es, die Anzahl der lebenden Zielscheiben zu erhöhen. Um die Bestände möglichst hoch zu halten, wird in vielen Revieren dem Raubwild erbarmungslos nachgestellt, oft bis an den Rand der Ausrottung. Nicht selten werden in manchen Gegenden Fasane aus Fasanerien in großer Stückzahl heran gekarrt um bei sogenannten Gesellschaftsjagden seinen Jagdgästen einen möglichst großen Jagdspass zu ermöglichen. Geschossen wird mit Bleischrot wodurch auch der schlechteste Schütze noch Erfolg hat.

Durch die Streuung der Schrotkugeln werden bei der Vogeljagd viele Tiere nur noch von sogenannten Randschroten getroffen, weshalb die Tiere dann oft schwer verletzt entkommen und dann elendig zu Grunde gehen. Diese Kadaver werden dann oft von Greifvögeln gefressen, die dann an einer Bleivergiftung eingehen. Aus diesem Grund ist der Bestand an Seeadlern in Deutschland dramatisch gesunken. Den Weidmann freuts, wieder einige Beutekonkurrenten weniger. Auch Wildfleisch ist von diesem Problem betroffen, da sich Mikrosplitter der Munition, wenn sie auf einen Knochen trifft, im getroffenen Tier verteilen. Das Schwermetall ist für Menschen hochgiftig, vor allem bei Kindern hat es gravierende Auswirkungen. Die unvorstellbare Menge von über 1000 Tonnen Blei schießen Hobbyjäger allein in Deutschland In die Umwelt! Noch schlimmer sieht die Sache beim Rebhuhn aus.  Es gibt in Bayern nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare. Dennoch werden pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen. Nur eine ganzjährige Schonzeit könnte die letzten Bestände noch retten.Die Jägerschaft beharrt aber auf ihr Recht und will keinesfalls auf dieses makabre Vergnügen verzichten.

Übrigens: Die Jäger, die jedes Jahr eine halbe Million Füchse massakrieren, um das Niederwild zu schützen, und die, die jedes Jahr 500. 000 Feldhasen, 240.000 Kaninchen, 390.000 Enten, 13.000 Fasane und 1300 Rebhühner töten, weil natürliche Feinde fehlen, das sind die gleichen!

Bayern, April 2020

 

 

 

 

Hallo,

letzten Mittwoch war ich mit einem Freund um 17.00 Uhr zu einer Mountainbike-Tour verabredet. Wir fuhren dann in der Dämmerung die Naab entlang. Plötzlich fielen viele Schüsse, und mein Freund erzählte mir, dass er zwei Tage vorher auch schon hier unterwegs war und dann umgekehrt ist, weil so viel geschossen wurde, und ihm die Weiterfahrt zu gefährlich war. Wir fuhren dann näher heran, und wir konnten nicht fassen was da abging. Es hörte sich an, wie in einem Kriegsgebiet! Es fielen in einer viertel Stunde mindestens 100 Schüsse! Kann man mit einem Jagdgewehr im Sekundentakt zehnmal und noch öfter hintereinander schießen? Auf was wurde da geschossen? Meine Vermutung ist, dass sich Wildgänse und Enten in der Naab gesammelt hatten, um dort die Nacht zu verbringen. Aber eigentlich müssten die alle auffliegen, sobald die ersten Schüsse fallen. Es standen zwei Jägerautos dort und wir fotografierten die Nummernschilder und beschlossen, die Polizei anzurufen. Nach ca. 30 min. kam dann tatsächlich eine Streife vorbei. Der eine Polizist klärte uns dann gleich auf, dass der Wald nicht nur für die Mountainbiker da ist. Und wir müssen uns keine Sorgen machen, denn die Jäger wissen schon was sie tun. Als ich versuchte ihm zu schildern was da abging, hat er uns gar nicht ausreden lassen und gesagt, wir sollen weiterfahren. Wir konnten nicht mal sagen, warum wir überhaupt die Polizei informiert haben. Sie sind dann zwar zu den Jägern hingegangen, aber was dabei rausgekommen ist, weiß ich nicht.

So viel zum Thema Filz.

 

Anonym, Januar 2020, Bayern

 

 

 

Hallo,

jedes Jahr im Januar und Februar werden Füchse noch stärker und gnadenloser bejagt als ohnehin schon. Ausgerechnet mitten in der Paarungszeit werden die sogenannten „Fuchswochen“ (oder mittlerweile auch ein ganzer „Fuchsmonat“) durchgeführt. In fast jedem Ort werden nun revierübergreifende Fuchsjagden veranstaltet, zu denen revierlose Jäger und Jungjäger eingeladen werden, um möglichst viele Füchse zu töten. Nach der Jagd werden die Tiere zu einer „Strecke“ aufgereiht, und die Tötungen werden von den Jägern oft mit Alkohol gefeiert. Um die Tötung von jährlich einer halben Million Füchse zu rechtfertigen, wird ihnen von den Hobbyjägern das Image eines Krankheitsüberträgers verpasst. Dabei sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache. Laut der WHO ist Deutschland seit 2008 frei von Tollwut, was übrigens durch die Auslegung von Impfködern gelungen ist und nicht durch die jahrzehnte lange Jagd. Der Fuchsbandwurm zählt laut dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg zu den seltensten Parasiten Europas. Füchse sind also keine Krankheitsüberträger und das Argument der Jäger ist falsch. Dagegen vertilgen sie tausende von Mäusen, beseitigen Aas und verhindern damit Krankheiten und Seuchen unter dem Vieh. (Afrikanische Schweinepest)

Baujagd:Eine der wirklich schlimmsten Traditionen ist die Baujagd. Füchse teilen sich häufig einen ausgedehnten Bau mit Dachsen. Diese Baue haben meistens mehrere Eingänge. Alle diese Fluchtwege werden bei einer Baujagd von den Jägern versperrt. Dann schicken sie einen scharfen Hund, meistens einen Terrier hinein. Diese Hunde werden von den Hobbyjägern zu wahren Monstern ausgebildet. Sie sollen das "Raubzeug" hinaustreiben. Es kann sich wohl niemand vorstellen, was sich bei einer solchen „Jagd“ im Innern des Baues abspielt. Jedes Tier hat dort unten längst mitbekommen, dass Menschen an den Ausgängen auf sie warten und so verkaufen sie ihre Haut so teuer wie möglich in einem Kampf auf Leben und Tod. Eine Fuchsmutter verteidigt ihre Jungen bis zum letzten Blutstropfen! So eine Baujagd kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Stellen sie sich diese Quälerei einmal vor! Tiere die stundenlang um ihr Leben kämpfen! Trotz ihrer Ausbildung werden die Hunde dabei häufig verletzt und müssen nach dem Kampf zum Tierarzt. Für die Dachse und Füchse geht der Kampf in den meisten Fällen tödlich aus. Mit einer Jagd hat dieses Treiben nichts zu tun. Es ist nur ein Abschlachten friedlicher Tiere, die nur ihre Aufgabe in der Natur erfüllen. Sie werden weder gegessen noch wird ihr Fell verwertet. Sie werden einfach nur umgebracht weil das den Hobbyjägern Spaß macht. 

Kunstbau:Um diese jägerliche Perversion betreiben zu können, legen Jäger künstliche Fuchsbauten an, die von den Füchsen gerne angenommen werden, um dort ihre Jungen zu bekommen.  Diese meistens aus Betonröhren bestehenden Systeme, können vom Jäger viel leichter kontrolliert ausgeräumt werden als ein natürlicher Bau. Es werden die Ausgänge mit Schiebern verschlossen, dann wird der Deckel des Kessels geöffnet. Jetzt kann man bequem die ganze Fuchsfamilie mit Kopfschuss hinrichten. Die Baujagd ist für den Jäger ein besonderer Nervenkitzel. Es ist natürlich viel aufregender, als die ebenfalls übliche Praxis, vom mobilen, extra vor dem Fuchsbau aufgestellten Hochsitz aus, vor den Augen der Fuchsmutter einen Fuchswelpen nach dem anderen abzuschießen, bis letztlich auch das Muttertier getötet wird und der Jäger sich wieder damit rühmen kann, eine ganze Fuchsfamilie ausgerottet zu haben. 

Ausgraben:Ein oder mehrere Jäger graben den Bau des Fuchses oder Dachses auf. Die Ein- bzw. Ausgänge des Baus werden verbarrikadiert. Nur einer bleibt frei, der dann mit Schaufeln und Spaten bis zu Haupthöhle aufgegraben wird. Bei großen Bauen nehmen die Jäger sogar Traktoren mit Schaufeln zur Hilfe. Mehrere Jäger stehen dann mit schussbereiten Waffen um die Grabenden herum. Das in die Enge getriebene Tier „springt“ – über kurz oder lang – in Panik aus seiner zerstörten Höhle und den Jägern direkt vor den Gewehrlauf. In der Regel wird dann mit Schrot ungezielt auf das flüchtende Tier geschossen. Fehlschüsse und daraus resultierende schwere Verletzungen des Tieres sind die Folge und werden von den Jägern billigend in Kauf genommen. Oder der Jagdhund darf das flüchtende Tier fangen und zerreißen.

Schliefanlagen: Den Hunden wird in einer so genannten Schliefanlage am lebenden Tier beigebracht, was sie in einem echten Bau zu tun haben. Diese Beton Konstruktion aus Röhren und Kammern, ist einem Fuchsbau nachempfunden und hat nur einen einzigen Zweck. Sie dient der Ausbildung von Bauhunden am lebenden Fuchs. Dazu wird zu Beginn der Ausbildung ein junger Fuchs in das Röhrensystem eingesetzt. Mit verschiebbaren Gittern wird er an der Flucht gehindert und vom Hund gestellt. Später dürfen die Füchse dann auch etwas älter und wehrhafter sein. Die Füchse werden vom Betreiber der Schliefanlage extra für diesen Zweck gefangen. Ihr Schicksal ist immer der Tod.

Vor der Öffentlichkeit natürlich versteckt, trainiert der Jäger seine Hunde darauf, Füchse oder Dachse in ihren Bauen zu verfolgen und sie entweder "herauszusprengen", sie also dem Jäger vor die Flinte zu treiben, oder sie im Bau "abzuwürgen", also zu töten.
Gedrillt werden die Hunde an lebenden Füchsen, die zu diesem Zweck gefangen und in Käfigen eingesperrt werden. Die Jägerschaft verstößt somit gegen das Tierschutzgesetz §3, Abs. 7. Jungfüchse werden bevorzugt verwendet. Sie sind noch recht unerfahren, lassen sich relativ einfach in Lebendfallen fangen und sind beim Kampf auch keine so große Gefahr für die Hunde.
Um sie kümmern tut sich der Jäger nicht. Die Füchse werden eingesperrt und kriegen etwas Futter in den Käfig geworfen, damit sie nicht verhungern.
Meist werden Anwohner oder Spaziergänger auf Schliefanlagen aufmerksam, weil die gefangenen Füchse erbärmlich schreien und bei dem Versuch in die Freiheit zu kommen, in den Käfigen randalieren. Kein Bau, keine Versteckmöglichkeit oder Unterschlupf. Nichts. Nur den nackten Boden und das Gitter vor Augen, das den Zugang zur sichtbaren Freiheit verwehrt.

Aufbau und Funktion:Die Hunde sollen es lernen, durch die Gänge des Fuchsbaus hinter den Füchsen her hetzen zu können. Zu diesem Zweck wird ein künstlicher Bau mit mehreren Gängen aus Betonröhren oder Platten gebaut, die sich immer wieder an verschiedenen Stellen treffen und zusammenlaufen. Über Schieber, Deckel und Gitter entscheidet der Jäger, wie weit der Fuchs flüchten kann und ob ihn der Hund erreichen soll oder nicht. Ein Fuchs wird in die Röhre getrieben. Der Hund hinterher. Im Gegensatz zum echten Fuchsbau, kennt sich der Fuchs in diesen Gängen nicht aus. Außerdem weiß er nicht, welche Gänge versperrt sind und welche nicht. Gehetzt vom Hund, versucht der Fuchs zu entkommen und flüchtet dabei logischerweise in die Richtung, in die der Jäger ihn durch das Absperren der Gänge zwingt.
Anfangs achtet der Jäger meist darauf, dass der Hund den Fuchs nicht erreichen kann. Doch das ändert nichts am Stress, dem der Fuchs ausgesetzt wird. In Todesangst versucht er zu flüchten. Nicht selten erleidet er dabei einen Herzinfarkt oder Schock. Doch was macht das schon? Dann wird er eben erschlagen oder der Hund darf ihn zur "Belohnung" zerreißen. Für die Jäger ist das ein großer Spaß, dem normalen Menschen wird dabei schlecht!
In der weiteren Jagdgebrauchshundeausbildung ist eine direkte Konfrontation zwischen Hund und Fuchs gewollt, wobei der Jäger natürlich schön auf seinen Hund aufpasst. Hat der Hund den Fuchs sicher erwischt, sieht der Jäger amüsiert zu, wie der Fuchs vom Hund zerfleischt wird. Sollte es dem Fuchs gelingen den Hund abzuwehren oder besteht gar Verletzungsgefahr für den Hund, hilft der Jäger seinem Hund natürlich, den Fuchs zu töten.
Zum Herbst werden Schliefanlagen in der Regel "außer Betrieb" genommen. Im Winter hat kein Jäger Lust, Hunde auszubilden. Füchse, die noch in der Anlage sind, werden vom Jäger getötet oder müssen beim letzten Hund der Saison ihr Leben lassen.

Kein Fuchs verlässt eine Schliefanlage lebend.
Mal wieder Sonderrechte für Jäger beim Tierschutzgesetz:
Schliefanlagen verstoßen gegen §3, Abs 7 und 8 des Tierschutzgesetzes. Doch den Grünröcken wird selbstverständlich zur Ausübung ihres Hobbys der Zusatz "soweit dies nicht die Grundsätze waidgerechter Jagdausübung erfordern" eingeräumt.

 

Anonym, Januar 2020

 
 

 

Hallo,

hier noch ein paar meiner Erfahrungen mit Jägern:

Bei einer Hetzjagd (Treib-/Drück-/Bewegungsjagd) hatte sich eine Bache mit 12 Frischlingen in eine Garage geflüchtet. Der Garagenbesitzer hat dieses bemerkt und gemeldet. Ein Polizist – offenbar selbst Jäger – schoss in der zugesperrten Garage die 13 Wildschweine – zuerst die Bache und dann einen Frischling nach dem anderen ab. Ich und vermutlich auch andere, haben Anzeige erstattet. Das Ergebnis: straffrei, da in diesem Fall „waidgerecht“ gehandelt wurde.

Eine Schande!

Ein anderes Beispiel:

Ein in einer Lebendfalle gefangener Waschbär wurde in eine Badewanne, die im Erdreich eingelassen war, in der Falle in die gefüllte Badewanne gesetzt und ertrank qualvoll. Ein Nachbar hatte den Jäger mit dieser Falle und dem Tier gesehen und fragte, war er mit ihm mache. Ich glaube, die Antwort war: „Der geht jetzt baden.“ Inwieweit er den Tötungsvorgang beobachten konnte, weiß ich nicht, aber ich glaube, dass auch er damals Anzeige erstattet hat. Auch wir erstatteten Anzeige. Die Anzeige wurde abgeschmettert. Man könne angeblich nicht eindeutig feststellen, ob der Vater oder der Sohn der Täter war. Sie hätten ja auch ein Alibi.

 

Es ist schlimm, auch in Deutschland, wenn es um Tiere geht.

 

Martina G., Hessen (Dezember 2019)

 

 

 

 

Hallo,

wir sind ehrlich gesagt jedes Mal froh, wenn wir keinem Jäger begegnen, das lässt sich aber nicht immer vermeiden und dann muss man sich eben dieser Situation stellen. Aber ich rege mich auch furchtbar dabei auf. Unter anderem habe ich schon Fotos an den Hessen-Forst ( = Vernichtung von Wald und Wild) geschickt, auf denen zu sehen ist, wie die Jäger sich mit einem Begrüßungsschnaps auf ihr tödliches Werk einstimmen. Die Jagden werden bei diesen Landesbetrieben (direkt dem jeweiligen Ministerium - bei uns grün geführt - unterstellt) gebucht wie eine Urlaubsreise.

 

Unser Landrat ist ein Jägerfreund und dort ist ja auch die Untere Jagdbehörde angesiedelt. Die Behörden sind nur Ausführungsorgane der Täter und Politiker. Da ist kaum etwas zu erreichen. Die Gemeinde hat im Jahresbericht 2018 gejammert, dass zu wenig Tiere abgeschossen wurden und man die ganze Kraft daran setzen werde, die Abschusszahlen zu erhöhen. 

 

Letztes Jahr standen Jäger/Treiber kaum mal 50 m von unserem Gartentor entfernt, machten Krach und schossen. Ein Tier hörten wir schreien, war also angeschossen. Das war damals keine Hetz-/Drückjagd, sondern viele einzelne Jäger auf Wiesen und an der Straße entlang auf einige hundert Meter. 

 

Ihre Warnschilder "Heute Jagd" beginnen sozusagen parallel zu unserem Haus, wobei unser Haus unterhalb der Straße liegt. Gehen wir hoch, steht das erste Warnschild zur Jagd kurz nach unserer Treppe zur Straße hoch.

 

Leserbriefe habe ich schon Mengen geschrieben, aber die meisten Medien sind nicht an einer Veröffentlichung  interessiert. 

 

Martina G., Hessen (Dezember 2019)

 

 

 

Hallo,

es ist Herbst geworden. Für mich und viele andere Menschen, die schönste Zeit des Jahres.

Für unsere Wildtiere dagegen beginnt jetzt die schlimmste Zeit des Jahres. Die Felder sind abgeerntet, es gibt keine Deckung mehr. Die Schonzeit ist vorbei.  Darauf freut sich ein Heer von Hobbyjägern jedes Jahr. Es ist Jagdzeit. Jeden Abend, wenn die Dämmerung einsetzt, sind Schüsse zu hören.

Eine der widerlichsten Auswüchse der Jagd, sind die so genannten Treib- und Drückjagden, die jetzt um diese Jahreszeit überall abgehalten werden. Gastjäger zahlen viel Geld und nehmen weite Anreisen in Kauf, um an diesen Massakern teilnehmen zu können.  

Diese Form der Jagd ist eine der grausamsten Jagdmethoden überhaupt. Das Wild wird von "Treibern" direkt in die Arme der Hobbyjäger getrieben. Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treibern, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wodurch sich dann auch Wildunfälle ereignen.  Die Hobbyjäger haben oft nur Bruchteile einer Sekunde Zeit, um darüber zu urteilen, schießen oder nicht. Das Wild, welches in Panik flieht ist unmöglich sicher zu treffen. Trotzdem wird draufgehalten und es kommt sehr oft zu Fehlschüssen bei denen Gliedmaßen, Kiefer oder Bauchbereiche regelrecht zerschossen werden.   Dies führt oft nicht zum sofortigen Tod des Tieres. Oft schleppen sich "krank geschossene" Tiere noch einige Kilometer und verenden qualvoll. Etwa 70 % aller bei Bewegungsjagden abgegebenen Schüsse führen nicht zum sofortigen Tod der Tiere. Das Nachsuchen mit dem Schweißhund ist nichts anderes als ein zu Tode hetzen! Zum Einsatz kommen hier meist sogenannte Expansionsgeschosse. Expansionsgeschosse sind so konstruiert, dass sie sich nach dem Einschlag in den Körper durch den Gegendruck des Gewebes "aufpilzen". Sie drücken sich platt, spreizen dabei auseinander oder zersplittern und zerreißen das Gewebe, die Organe und Knochen des Tieres. Beim Austritt aus dem Tierkörper schlagen sie faustgroße Wunden. Doch auch mit zerfetztem Herz und zerrissener Lunge stirbt das Tier nicht sofort. Es verblutet bzw. erstickt am eigenen Blut. Ein so getroffenes Tier legt auf seiner Flucht nicht selten noch Strecken von mehreren 100 Metern zurück. Oft flieht das Tier ganz. Die Nachsuche dauert teilweise Stunden und Tage, sofern überhaupt nachgesucht wird. 60% aller Rehe müssen nachgesucht werden. Viele werden erst Tage später gefunden, wenn sie irgendwo elendig an der Verwundung verendet sind. Manche Tiere sterben überhaupt nicht an der Schusswunde, sondern an den Folgen, weil sie z.B. mit zerschossenem Kiefer keine Nahrung mehr aufnehmen können. Den Jägern macht dieses Treiben großen Spaß. Dem normalen Menschen wird dabei schlecht!

Anonym, Oktober 2019

 

 

 

Hallo,

folgende Meldung ging vor einigen Tagen durch die Presse:

Ein Trophäenjäger aus Westfalen hatte gegen einen Jagdreiseveranstalter geklagt, weil er meint, dass er nicht – wie vertraglich zugesichert – einen kapitalen Elch vor die Flinte bekommen hatte. Darum forderte er 1500 Euro zurück.

Dazu muss man sagen: Der Mann hatte durchaus einen Elch ins Visier genommen. Aber der sei viel zu klein gewesen. Er habe ihn zudem gar nicht getroffen. Was aber der Darstellung eines Treibers der Jagd widerspricht, der das verendende Tier in einem Sumpf fand.

Der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Der Veranstalter schickte dem Kläger den Kopf des Elches zu. Dieser lehnte aber ab: Der Elchkopf sei ja gar nicht der „seine“ gewesen.

Auf der Suche nach dem besonderen Kick reisen deutsche Hobbyjäger gern in ferne Länder, um z. B. Elefant, Löwe, Nashorn, Giraffe oder Eisbär feige zu töten. Fast 50.000 deutsche Hobbyjäger reisen jährlich ins Ausland, um auf Großwildjagd zu gehen. Die Anbieter von Jagdreisen sind zahlreich (Google Suche: Jagdreisen) und lassen ihren finanzkräftigen Kunden dabei kaum Wünsche offen, denn selbst Abschussgenehmigungen für vom Aussterben bedrohte Arten können für sehr viel Geld erworben werden.
Oftmals werden die Tiere dann tagelang gejagt, angeschossen und flüchten mit schwersten Verletzungen; während sie in völliger Todesangst um ihr Leben rennen, werden die Tiere weiter von den Hobbyjägern beschossen und durch die Wildnis gejagt.
Nach dem obligatorischen Trophäenfoto, auf dem sich die Waidmänner mit den ermordeten Körpern der Tiere präsentieren, werden die Tierleichen dann verstümmelt. Köpfe werden abgeschnitten oder das Fell wird abgezogen, so dass die „Helden“ ihre Opfer als Jagdtrophäe mit nach Hause nehmen können. Und das alles nur, um sich die Totenköpfe ins Wohnzimmer zu nageln. Einfuhrverbote werden durch entsprechendes Kleingeld umgangen.
Eine ganze Industrie lebt von diesem abscheulichen Hobby.

Anonym, September 2019

 

 

 

Hallo,

ich hatte heute mal wieder etwas Zeit um einen längeren Spaziergang zu machen. Dabei habe ich wieder mal zwei Fallen gefunden, die beide sehr nahe an einer Ortschaft versteckt sind, was beweist dass auch Hauskatzenfänge in Kauf genommen werden. In einem Jagdforum habe ich gelesen, dass eine am Feuer angebratene Katze ein super Köder für eine Fuchsfalle sein soll. Der Jagdausstatter Kieferle hat sogar Katzenfallen und einen Katzenlockstoff im Sortiment, der die Katze angeblich sicher aus großer Entfernung in die Falle lockt. (Google Suche : kieferle jagdbedarf katzenlockmittel)

 

Das erste Foto zeigt einen so genannten Fangbunker,  in dem meistens sogenannte Abzugeisen platziert sind. Die Hobbyjäger behaupten zwar, dass diese Art Fallen sofort tödlich sind, doch das stimmt mit Sicherheit nicht. Die meisten Tiere versuchen den Köder zuerst mit den Pfoten aus der Falle zu holen, deshalb werden dann oft die Beine oder die Schnautze eingeklemmt. Es folgt oft ein tagelanger Todeskampf, denn solche Fallen werden oft sehr lange nicht kontrolliert, oder sie werden oft ganz vergessen. In Lebendfallen verhungern, verdursten oder erfrieren die Tiere dann. Viele sterben auch an Stress. Oft kommt es auch zu so genannten Beifängen, wo z.B. Igel, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Kaninchen usw. getötet oder verletzt werden.

 

Das zweite Bild zeigt eine sogenannten Kofferfalle, die zunächst lebend fängt, doch kein Tier verlässt so eine Falle lebendig. Es wird meist mit Kopfschuss hingerichtet, oder mit einem Knüppel erschlagen. Oft darf auch der Jagdhund das „Stück Raubzeug“ zerreißen. Er muss ja bei der nächsten Jagdhundeprüfung den Schärfenachweis bestehen.

(Google Suche : Jagdhunde zerreißen Katze auf Kommando)

 

 

Ich habe vor einigen Jahren zufällig eine Betonrohrfalle im Wald gefunden und wusste zunächst nicht was ich da entdeckt habe. Erst nach genauerer Begutachtung wurde mir klar, dass es sich um eine Tierfalle handeln muss.  Zu Hause habe ich sofort angefangen mich über die Fallenjagd in unseren Wäldern zu informieren. Wenn man in YouTube die Filme  dazu ansieht wird einem schlecht. Von da an habe ich angefangen gezielt nach solchen Fallen zu suchen, und ich wurde sehr oft fündig! Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür, wo man suchen muss. Mittlerweile habe ich 9 Fangbunker mit Totschlagfallen (Schwanenhals, Abzieheisen, Conibearfalle usw) ,17 Betonrohrfallen und 7 Holzkastenfallen gefunden! Aufgestellt von  Hobbyägern. Zur Ausübung eines fragwürdigen Hobbys. Wenn solche Fallen doch ab und zu angezeigt werden, berichtet die Presse dann von Wilderei.  Rechtlich kann man dagegen kaum etwas machen, denn das alles ist erlaubt.

Anonym

 

 

 

Wir wohnen hier an der Ostsee und dem Zufolge überfliegen auch zahlreiche Wildgänse unser Wohngebiet. Es ist immer wieder sehr schön diese Formationsflüge zu beobachten.  Diese Freude wird immer wieder im Herbst getrübt, wenn die Ballerei auf die Vögel beginnt. Die Jäger sind, wie Sie selbst sagen, im Gänserausch. Die Vögel werden mit Attrappen und Gänselaute aus Lautsprechern angelockt und im Ladeanflug dann von mehreren Jägern, die in vorher Deckung gelegen haben, mit Schrotsalven aus der Luft geholt. Es sieht aus wie im Krieg und die armen Tiere fallen dann schreiend zu Boden.

Eines morgens wurden wir ( meine Frau und ich) wieder von Schrotsalven geweckt, haben uns angezogen und sind sofort zu dem einige 100 Meter entfernten Feld gelaufen, um zu sehen, was dort wieder passiert.

Ein Bild des Grauen als wir hat und am Tatort erwartet. Überall tote und angeschossene Gänse, die emsig von den Jägern eingesammelt wurden, um gleich wieder für den nächsten Anflug andere Gänse wieder in Deckung zu gehen.  Wir hatten dann sofort über 110 die Polizei informiert und uns wurde versichertc dass ein Streifenwagen vorbei geschickt wird. In der Zwischenzeit hatten uns aber die Jäger jetzt am Feldrand entdeckt und sind dann voller Empörung zu uns gekommen mit Anschuldigungen wie: Jagdstörung sowie Betreten eines Privatgeländes. Dann sogar Androhungen: Wenn wir nicht sofort verschwinden gibt es einen Jagdunfall usw.

Aber was dann noch der Gipfel an der Sache war: Die beiden Polizisten, die auch gleich am Tatort eintrafen, waren selbst Jäger. Was dann passierte können Sie sich wohl vorstellen. Wir waren mit den Nerven am Ende.

 

Hier würde ich das Ziel Ihrer Initiative noch um diesen Punkt erweitern: Keine Jäger bei der Polizei.

 

Wir gehen viel in der Natur spazieren und freuen uns immer wieder, wenn wir Damwild beobachten können.

Letzte Woche haben wir dann einen sogenannten Luderplatz entdeckt, mit einem Damtier ohne Kopf, und 3 toten Rehen.

Ich habe dann erfahren, dass dies ein Verstoß gegen die Seuchen-Verordnung ist und somit eine Straftat sei.

Am nächsten Morgen haben wir und dann dazu entschlossen das Kreisveterinäramt anzurufen. Am Telefon habe ich dann die Sachlage geschildert, Namen und die geografischen Daten vom Fundort genannt. Aber die Sache wurde von dem Herrn am anderen Ende heruntergespielt und ich misstrauisch dann fragte ob er Jäger sei, bestätigte er meine Frage mit den Worten: Alle hier auf dem Amt sind Jäger, aber er werde die Sache auf den Grund gehen.

Vom Kreisveterinäramt haben wir bis heute nichts mehr gehört, aber es wurden Meine Kotaktdaten an dem betroffenen Jäger weitergegen mit den Fazit eines bösen Briefes.

Anonym, Kreis Ostholstein

 

 

Hallo, 

es ist entsetzlich geworden, als Hundebesitzer im Wald und Feld Gassi zu gehen.

Immer wieder werde ich schroff und massiv von Jägern angefaucht. Mein Hund ist stets angeleint.

Waldwege, die auch als solche zu erkennen sind, wollte man mir schon verbieten. Aber auch wenn ich weiblich bin, lass ich mich nicht unterkriegen.  Auch dem Bürgermeister unseres Ortes habe ich schon geschrieben. Seither gehe ich nur noch mit Handy laufen. (…) Oft stelle ich mir folgende Fragen und erhalte leider keine Antworten:

-              Wo kommen die vielen leeren Alkoholflaschen im Wald her?

-              Wie weit muss ein Schleckstein vom Hochsitz entfernt sein?

-              Warum sind die Futterkrippen in einem solch erbärmlichen Zustand?

-              Warum wird Mais am Waldrand angebaut, wenn es in diesem Raum angeblich so viele   Wildschweine gibt?                                                                                                       

-              Wer kontrolliert die Munition?

-              Wer kontrolliert die Jäger?

-              Werden wie beim Flugschein Alkoholkontrollen/Tests verlangt?

-              Warum findet man so viele Kadaver im Wald?

-              Dürfen an Futterstellen Wildkameras aufgestellt werden?

-              Sind Nachtsichtgeräte verboten?

-              Was bewirkt eine Treibjagd? Laufen da Wildtiere nicht vor Autos in der Panik?

-              Warum sind viele Jäger so aggressiv?

-              Warum müssen Jagdhunde so grausam erzogen werden? Was passiert, wenn einer nicht taugt?

-              Warum dürfen Hobbyjäger so viel?

-              Ein Radar wäre angebracht, wo schon Lebendfallen und andere Fallen /Schnappfallen aufgefunden wurden. Wie eine Zecken-App.

-              Wann wird es für einen Jäger brenzlig in der Öffentlichkeit?

-              Diese und noch viel mehr Fragen stell ich mir. Nun kommt der arme Wolf, das nächste Opfer. Es fehlt der natürliche Jäger und schon würde sich viel reduzieren. Auf natürlicher Basis. Zwar auch grausam, aber so ist es in der Natur. Ich persönlich erschrecke fast, wenn ich einen Hasen auf dem Feld sehe. Ein fast seltenes Geschöpf-traurig oder? Aber es wimmelt von Hochsitzen. Idylle? Habe mich schon an das Rathaus in meiner Gemeinde gewendet mit der Bitte die Jäger sollten sich doch rhetorisch besser im Zaun halten.  Ob es was bringt? Es ist sehr traurig geworden da draußen.

Birgit-Anita Dörr, Ralf Baierlein (Ötigheim)

 

 

"Guten Tag, 

ich habe gestern von Bekannten erfahren,  dass Sie eine Internetplattform gegen die Hobbyjagd gestartet haben.

Wir sind vor 2 Monaten von Dachau nach Manching umgezogen. Am Wochenende unternehmen wir gerne lange Wanderungen um die Region kennen zu lernen.

In der Dachauer Region, in der wir die letzten 10 Jahren wohnten gab es eigentlich nie Probleme mit den Jägern. Niemand hat uns dumm angeredet, im Gegenteil wir haben uns oft nett unterhalten.

Aber was wir hier in der Region Manching, Geisenfeld, Vohburg erleben, das kannten wir vorher nicht. Jeder Jäger den wir treffen redet uns dumm an, wirklich jeder. Was ist hier los ? Wir wollen nur in die Natur. Wir haben uns ein wenig schlau gemacht im Jagdrecht um uns einigermaßen wehren zu können. Die Aussage, „ wir haben hier die Jagd gepachtet“ hört man sehr oft. Die Jagd pachten heißt laut Jagdgesetz aber nur das die Jagd auf der gepachteten Fläche ausgeübt werden darf sonst nichts. Die glauben anscheinend, dass sie die ganzen Flächen für sich in Anspruch nehmen dürfen, das stimmt aber so nicht.

Beim Landratsamt habe ich auch nachgefragt ob ich wirklich meinen Hund anleinen muss. Die Aussage des LA war das es im Landkreis Pfaffenhofen / Ilm keine Leinenpflicht außerhalb von Dörfern und Städten gibt.

Also frag ich mich was die Herrn Jäger überhaupt von und wollen.

Wir würden Sie gerne unterstützen bei ihrer Arbeit."

Petra und Hans S., Manching

 

 

"Vielen Dank für Ihren Leserbrief über das 'unglaubwürdige Mitgefühl'!
Sie sprechen mir aus dem Herzen!
Diese scheinheilige Betroffenheit schreit zum Himmel!
Auch ich sah mich schon beim Spazierengehen mit meinem ( angeleinten)
Hund mit schießwütigen Jägern am Rande eines Maisfeldes konfrontiert !
Mit schussbereiten Gewehren herrschten sie mich an, schleunigst weiter
zu gehen, 'weil jetzt gleich geschossen wird'
In diesem Sinne....."
Uta Arnold, Wolnzach

 

 

 "Ich habe mit der Jagd aufgehört, weil ich das was da die letzten Jahre läuft nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

Das Wild wird degradiert zur Zielscheibe, es wird auf alles rücksichtslos geschossen was sich im Wald bewegt, und alles unter dem Deckmantel der Wildschadensverhütung.
Die Polizei bezw.das Landratsamt sollten mal bei den großen Treib und Drückjagden anwesend sein und ihren Pflichten nachkommen. Ohne Kontrolle läuft alles genauso weiter."
Anonym, Landkreis Pfaffenhofen
 

 

"Hallo,

Ich bin Hundebesitzer und gehe seit Jahren mit meinem Hund in der Nöttinger Heide bei Geisenfeld spazieren.

Die Situation mit den dortigen Jägern spitzt sich immer mehr zu, die sperren ( meines Erachtens unberechtigt ) Wege mit gefällten Bäumen und Gestrüpp ab, nur um dort riesige Halden mit Futter den Tieren anzubieten, um sie dann zu erschiessen. Wenn man sich erlaubt neben den Absperrungen vorbei zu gehen wird man angepöbelt und als Jagdstörer bezeichnet."

Anonym, Landkreis Pfaffenhofen

 

 

"Hallo,

wir haben 4 Hunde, und entsprechend in den letzten 12 Jahren, seit wir hier wohnen, oft genug "Kontakt" mit Jägern gehabt. Meist natürlich nicht unbedingt den freundlichsten. Aber es gibt 1 Ausnahme, das ist der Jäger, der das Gebiet westlich angrenzend an das südliche Flugfeld bejagd. Der hat bisher immer normal mit mir gesprochen.

Der schlimmste dagegen ist auf der östlichen Seite exakt dieses Flugfelds anzutreffen. Der hat uns sofort von einer offenen weit einsehbaren Wiese vertrieben, weil die Hunde "stöbern" würden. Sie haben geschnuppert! Und drei von Ihnen sind quasi im Rentenalter und der vierte ist ein "Zwerg". Jeder Hase ist grösser.

Er hat uns aber sofort mit der Polizei gedroht, wenn wir nicht umgehend das Gelände verlassen. Er würde hier Jagdpacht zahlen etc pp.

Es hätte ihm nichtmal gereicht, wenn wir die Hunde angeleint hätten. Zumindest hat er das nicht einmal erwähnt.

Das muss also im Umkehrschluss heissen, dass man laut diesem Jäger, nirgendwo mit seinen Hunden spazieren gehen darf, wenn das Gebiet an einen Jäger verpachtet ist.

Grundsätzlich halte ich die Hobbyjagd für vollkommen überflüssig, grausam und brutal - und friedliebende Bürger werden in Ihrer Freiheit eingeschränkt."

Christian Elling, Landkreis Pfaffenhofen

 

 

"Hallo,

ja, es gab schon Situationen, in denen ich mich durch diese Hobbyjäger

belästigt fühlte. Uns sind schon Kugeln um die Ohren gepfiffen, als wir mit dem Hund

spazieren waren. Es gab zeitgleich eine Treibjagd mit Treibern, die zu Fuss das Wild aufgescheucht haben, das war ganz in der Nähe von unserem Dorf. 

Wir wusste davon nichts, es gab keine Schilder oder Warnhinweise, gar nichts.  Urplötzlich knallte es mehrmals in unmittelbarer

Nähe von uns. Wenn man was sagt, fühlt sich keiner zuständig oder es wird verharmlost und herabgespielt und darüber gelächelt. Ein anderer

Vorfall war, dass ein Hobbyjäger direkt in meine Richtung sein Gewehr angelegt hat, als ich mit dem Hund nach Hause ging.

Sie haben Fasane am Dorfrand aufgescheucht und ein Fasan ist direkt in meine Richtung über meinen Kopf hinweg geflogen. Erst nachdem ich

stehengegblieben bin und laut rufend gewunken habe, hat dieser "Jäger"  sich mal bequemt, sein Gewehr runterzunehmen. Ich hatte wirklich

Angst, weil ich ja gar nicht wusste, was der will."

Anonym, Landkreis Pfaffenhofen

 

 

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© Initiative zur Eindämmung der Hobbyjagd